THE CURE - Wild Mood Swings


Erstveröffentlichung: CD 1996 / Fiction/Polydor / Polydor / FIXCD 28 / 5317932

Als 1996 das Album „Wild Mood Swing“ als erste „neue“ Cure Platte seit der 1992er „Wish“ erschien, habe ich für die damals noch existente Printausgabe von Back Again eine ziemlich positive Kritik geschrieben, wahrscheinlich in der Euphorie, überhaupt mal was neues von einer der zwei besten Bands überhaupt zu hören (welches die zweite ist, darf nun jeder raten). Danach habe ich das Album aber kaum noch gehört und auch das dazugehörige Konzert in Hamburg hat keinen besonders prägenden Eindruck hinterlassen. Nun ist „Wild Mood Swings“ alles andere als ein schlechtes Album, im Vergleich zum sonst gängigen Pop ist es sogar richtig gut, aber es ist eben kein „typisches“ CURE-Album, sondern wirkt wie eine unhomogene Zusammenstellung völlig verschiedener Songs. Insofern erinnert es ein wenig an „The Head On The Door“. Los geht es mit „Want“, dem besten Stück des Albums. „Want“ ist ein „echter“ CURE-Song und erfreut sich auch heute noch live großer Beliebtheit. Das Lied steht in einer Reihe mit Meisterwerken wie „The Kiss“, „Disintegration“, „From The Ende Of The Deep Green Sea“ und dem später erschienenen „Bloodflowers“. Leider verspricht der Titel mehr, als das Album danach halten kann und mit „Club America“ geht es dann zwar rockig, aber wenig spannend zu, zudem klingt der Gesang irgendwie gepresst. „This Is A Lie“ hat schöne Streicher-Keyboards und klingt melancholisch, irgendwie wie eine B-Seite aus der „Catch“-Zeit. Die Vorab-Single-Auskopplung „The 13th“ ist für mich einer der schwächsten CURE-Songs überhaupt und wirkt so, als wenn die Band unbedingt mal was anderes machen wollte. Mal ganz ehrlich, wer möchte THE CURE sommerlich-beschwingt hören? Besser wird´s dann mit „Strange Attraction“, das ein bisschen wie eine Fortsetzung zum unter Fans nicht sonderlich beliebten „Six Different Ways“ wirkt. Ich mochte den Song von „The Head On The Door“ immer gerne und auch „Strange Attraction“ entfaltet eine ganz eigene Atmosphäre. „Mint Car“ war eine weitere Singleauskopplung und auch ein kleiner, typischer CURE-Popsong, den die Band sogar in der Harald-Schmidt-Show vorgestellt hat, wenn ich mich recht erinnere. „Jupiter Crash“ ist langsam und akustisch und unter CURE-Fans wieder beliebter, irgendwo zwischen „Wish“ und „Bloodflowers“. Auch „Round & Round & Round“ erscheint wie einer der Popsongs aus der „Wish“-Phase. Eingängig, und entsprechend eine Singleauskopplung, ist auch „Gone“, allerdings wirkt das Lied etwas unspektakulär und gehört somit nicht zu den großen CURE-Hits. Wieder deutlich spannender ist „Numb“, so will man die Band hören, während auch „Return“ ein wenig das fortsetzt, was mit „Wish“ Jahre zuvor begonnen wurde. Eher an Singles wie „Wrong Number“ oder „Never Enough“ schließt „Trap“ an. Diese Seite von CURE hat mich nie wirklich begeistert, auch, wenn´s hier recht poppig klingt. Mit „Treasure“ und „Bare“ endet das Album noch mal bandtypischer und man fühlt sich nochmals an Alben wie „Wish“ und „Disintegration“ erinnert. „Wild Mood Swings“ ist somit eher eine Sammlung unterschiedlicher, unzusammenhängender Songs, als ein konzeptionelles Werk wie die großen Klassiker „Pornography“ und „Disintegration“. Viele Ideen von „Wish“ wurden weiter geführt und vier, fünf sehr gute Songs sind dabei heraus gekommen, allerdings auch einige eher mittelmäßige und ein, zwei ziemlich schwache. Nach dem großen kommerziellen Erfolg von „Wish“ wurden von „Wild Mood Swings“ wohl nur noch halb so viele Exemplare verkauft, wie zuvor. Unter CURE-Fans dürfte diese Platte eine der am wenigsten geliebten sein. (A.P.)

Webadresse der Band: www.thecure.com

EURO BOYS - Long Day´s Flight ´Till Tomorrow


Erstveröffentlichung: CD / Virgin

Wer Gesang haßt, der kann sich getrost an die EURO BOYS wenden. Hier gibt es Seventies Gitarrenmusik, die sich am ehesten beschreiben läßt als Pausenmusik. Kennt jemand noch die Pausenfüller, wenn im dritten Programm (z.B. bei Nord 3) ein Heißluftballon mit dem Walroß Antje über das gezeichnete Norddeutschland fliegt? Hierzu passt die Musik hervorragend. Assoziationen in Richrung Fliegen gibt es bei der Musik sowieso allgemein auch. Die Musik ist hypnotisch, beruhigend, ohne Höhen und Tiefen, so richtig Fahrstuhlmusik und immer wieder kommen einem die Siebziger vor die Augen, Filme wie „Parasiten-Mörder"" zum Beispiel, oder graue Betonwüsten, Farblosigkeit und Düsternis á la „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"" oder auch leichtfüssiges wie „Schulmädchenreport"". Die EURO BOYS sind nicht aus dieser Zeit und das, obwohl die Jungs zwischen 20 und 24 sind. Gucke mal an... (H.H.)

EUROCIDE - Europe In Dust


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2004 / Thunderdome/Arachnophobia / Disctrade

EUROCIDE stammen aus Süddeutschland und ich muss gestehen, dass ich die Band bisher nicht kannte. Diese Maxi-CD kündigt das kommende, gleichnamige Album an und macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

In sehr gutem Sound, aufgenommen im bandeigenen Studio, knallt uns der Titeltrack entgegen, eine tanzbare Kombination aus Synthie-Pop und EBM mit Ohrwurmmelodie, ein sicherer Hit, sollte man jedenfalls meinen. Ich bin sicher, dass der Titel sich auf den Tanzflächen schnell durchsetzen wird und wenn der eine oder andere Radio-DJ mal mutig ist, könnte „Europe In Dust“ auch dort Chancen haben, sich einer breiteren Masse zu präsentieren. Dafür ist der „Radio Edit“ des Tracks da, während die „Extended Version“ halt die extrem coole, Dancefloorversion ist, die etwas darkwaviger daher kommt. Der echte Hit der Maxi ist aber der Titel „Atomare Liebe“, ein Minimal-Electro-Kraftwerk-Synthpop-Ohrwurm allererster Güteklasse, der vor allem auch Fans der 80er Jahre ansprechen dürfte. Wenn das Album noch mehr Hits dieser Qualität enthält, wird es ein echter Electro-Knaller. Da bin ich aber mal gespannt, denn „Atomare Liebe“ hat sich derzeit zu einem meiner Lieblings-Electro-Tracks der letzten paar Jahre entwickelt! Alleine dafür lohnt die Anschaffung der Maxi schon. (A.P.)

EVE - Ruff Ryders First Lady


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Interscope / Motor

Eve Johan Jeffers kommt aus Philadelphia und ist über DR.DRE zu einem Plattenvertrag gekommen. Ihr Freund und Manager sah ihn, warf den Kassettenrekorder an und EVE begann ihr Können zu präsentieren. DR.DRE fand das gut, versprach sich zu melden und rief dann am nächsten Tag tatsächlich an und lud sie kurz darauf nach Philadelphia ein, wo sie Demoaufnahmen machten. Es gab zwar Erfolge in Samplerbeiträgen, aber es kam kein Debüt-Album zustande und der Einjahres-Vertrag wurde aufgelöst. Kurz darauf kam sie nach New York und kam mit Ruff Ryders Records in Kontakt, die sie dann auch unter Vertrag nahmen und hiermit nun das Debütalbum veröffentlichen. Das sie nun neben Acts wie THE LOX oder DRAG-ON arbeitet, zeigt wohl auch, welchen Stil sie bevorzugt, obwohl die Tracks oft fließender sind als die ihrer Kollegen. (H.H.)

EVENLESS - Songs From The Basement


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Eigenproduktion

Die Underground-Band EVENLESS präsentiert uns mit ""Songs From The Basement"" ihr zweites Album. Der 4er, bestehend aus Gitarrist Sebastian, Bassist Lars (welche sich auch das Mikro teilen), Gitarrist Martin und Drummer Ulf, spielt frischen, melodischen Alternative Rock mit einem ordentlichen Schuss grooviger Härte. ""Songs From The Basement"" ist eine sehr sauber produzierte Platte und bietet reichlich Abwechslung. Die Songs beinhalten gängige Riffs, besonders schwer und druckvoll fallen diese beim genialen Schlusstrack aus. Vereinzelte Stücke sind sogar teilweise mit dem Synthesizer hinterlegt worden. Der Großteil der enthaltenen Tracks ist vom Rhythmus her treibend. Ob bei harmonischen, eingängigen Melodien oder harten Gitarrenparts, das Album kann zu fast jedem Zeitpunkt überzeugen und darf somit als ein echter Geheimtipp bezeichnet werden. Anspieltipp: ""Waste Your Time"". (Daniel Hinrichsmeyer)

EVENT - Electric Skies


Erstveröffentlichung: CD / (Rising Sun Productions

1996 haben sich EVENT in Boston gegründet und haben nun ihr Debüt-Album „Electric Skies"" veröffentlicht. Musikalisch bietet uns die Band zuerst einmal Metal (wenn man die CD eingelegt), wandelt sich dann aber doch eher in Richtung Progressive Rock und erinnert manchmal entfernt an Red Hot Chili Peppers, enfernt aber nur, wohlgemerkt. Gefällt aber meiner Meinung doch eher der Rock- und Metalriege als der Peppers-Fangemeinschaft. (H.H.)

EVIDENCE ONE - Criticize The Truth


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Point Music

Die Band EVIDENCE ONE ist eigentlich gar keine wirkliche Band, sondern eher ein Projekt, das sich aus verschiedenen Musikern verschiedener bekannten Metalbands zusammensetzt (wie es eigentlich öfters vorkommt im Melodic Metal-Breich). Da wäre Robby Boebel und Thomas Bauer von FRONTLINE, Carsten Schultz von DOMAIN und Roger Tanner von SHAKRA. Eigentlich sollte es anfangs ein Soloalbum werden, doch es kam immer noch jemand dazu und dann war es doch irgendwie eine ganze Band. Obwohl, oder gerade weil die Sache immer weiter wuchs, passte alles perfekt zusammen, es wirkt nicht so, als ob jeder eine Kleinigkeit beisteuerte und so am Schluß ein Stückelwerk zu Tage kam, nein, es wirkt, als ob alles aus einem Guß sei. Es gibt fetzige Tracks, Balladen (jedenfalls halbe), rockige Kracher und einige gelungene Genre-Brüche, die hin und wieder einflieseln. Für viele wird dieses Album garantiert zu den Highlights des Jahres gehören. Anspieltips sind die Titelstücke „Criticize The Truth“ und „Frozen In Time“. (H.H.)

THE EVIL SPEAKS - Interview 2002




EIN TRAUM, DER IRGENDWANN EINFACH AUFHÖRTE... Ein Interview mit THE EVIL SPEAKS im Jahre 2002 Erstmals gehört habe ich von THE EVIL SPEAKS Anfang der 90er Jahre, als ich eine soundtechnisch ausgesprochen miese Kopie eines ihrer frühen Tapes von einer Freundin erhielt. Etwa zur gleichen Zeit hörte ich das Stück “Slaughterday” auf dem “Death By Dawn” 7”-Sampler von Dawn-Entertainment (heute Apollyon) und den Titel “Dead Embryos” auf dem Tape-Sampler des französischen “Gloria Victis”-Fanzines. Da ich zur damaligen Zeit auf die frühen Christian Death-Sachen mehr stand, als auf jede andere Musik, war ich sofor fasziniert, auch wenn es mir so erschien, dass THE EVIL SPAEKS eine sehr offene Kopie der frühen Sachen von Rozz Williams boten. Nun, das war sicher nicht ungewollt von der Band, die damals in Darmstadt lebte, eine Stadt, in die es mich Jahre später zufälligerweise auch eine zeitlang verschlug. Seltsamerweise hat diese sonst eher provinzielle Stadt in Südhessen eine recht lebendige “schwarze Szene”, aus der viele interessante Bands und sonstige Aktivitäten hervorgegangen sind. Der Club “Goldene krone” ist auch überregional bekannt, ebenso der “Biergarten” im nahegelegenen Dieburg. Das “Black”-Magazin hat sich ebenfalls seit vielen Jahren einen guten Namen gemacht und das label Trisol (und diverse Sublabels) haben uns nicht nur CDs von Sopor Aeternus And The Ensemble Of Shadows geschenkt, sondern auch bands wie London After Midnight oder Cinema Starnge in Deutschland bekannt gemacht. Musikalisch kennt der Gothic-Rock-Fan natürlich Into The Abyss (die es inzwischen nach Griechenland verschlagen hat) und Deutschlands vielleicht unterschätzteste Dark-Wave-Band Lore Of Asmoday (nebst unzähligen Side-Projekten). Mit Dass gab es Anfang der 90er auch eine weitere solide Kultband, die sich der extremen Düsternis verschrieben hatte. Und mittendrin gab es eben THE EVIL SPEAKS, die sich dem klassischen Death-Rock verschrieben hatten. Jahre später, bei diversen Internet-Recherchen stieß ich auf Frank Berg, den früheren Sänger der Band, den es zwischenzeitlich nach Berlin verschlagen hatte und er war so freundlich, mir ein paar Fragen über eine der wenigen deutschen Death-Rock-Bands der 90er zu beantworten. In dieser Richtung gab und gibt es in Deutschland nur wenige Bands (Madre Del Vizio, Endless (erste CD), Bloody Dead And Sexy, Murder At The Registry, Awake At The Wall und ganz wenige andere) und somit ist es durchaus gerechtfertigt, auch rückblickend auf THE EVIL SPEAKS zurückzublicken... BACK AGAIN (BA): Wann wurde THE EVIL SPEAKS gegründet und wie hat alles angefangen? Erzähl´mal ein bisschen über die Bandgeschichte, die Bandmitglieder und was sonst so interessant ist... FRANK BERG (FB): THE EVIL SPEAKS wurde 1990 von mir (Texte und Gesang), Oliver Rühl (Gitarre), Daniel D. (Bass) und Martin Volk (Drums) in Darmstadt gegründet. Drei Jahre lang haben wir dann eine neue und raue Art von Death-Rock gespielt, stark beeinflusst von Bands wie Christian Death oder Screams For Tina. In den folgenden Jahren etablierten THE EVIL SPEAKS ihren Namen in der Gothic- und Dark-Rock-Szene durch diverse Liveauftritte und einige Tape-Veröffentlichungen, und außerdem der Teilnahme am “Death By Dawn”-7”-Sampler von Dawn Entertainment/Apollyon im Jahre 1991. In der erfolgreichsten Zeit 1992 haben THE EVIL SPEAKS ihr erstes Album aufgenommen, aber wegen verschiedener Probleme wurde das bis heute nicht veröffentlicht

BA: Warum habt Ihr in Deutschland eine Death-Rock-Band gegründet, wo dieser Stil doch eigentlich nicht besonders vebreitet war? FB: Wir haben uns damals keine Gedanken darum gemacht ob die Musik in Deutschland weit verbreitet ist oder nicht. Es war uns auch egal ob die Leute die Musik akzeptieren oder nicht - Wir wollten einfach nur Musik machen. BA: Und um was ging es damals in Euren Texten? FB: Die Texte haben im Prinzip keinerlei philosophische Hintergründe. Es war mir auch nicht wichtig Inhalte oder Botschaften in meinen Texten zu vermitteln. Die Band hat gespielt – ich habe getextet und dazu gesungen. Heute, 10 Jahre später, ist es für mich eine Aneinanderreihung von Okkulten Wortspielen aus der Christlichen Religion. BA: Wurdet Ihr von bestimmten Bands oder Künstlern beeinflusst? Wovon wurdet Ihr, abgesehen von anderer Musik, inspiriert? FB: Wir waren zu Anfang so ziemlich von allem beeinflusst was es damals in diesem Genre so gab und uns bekannt war. Wir hatten arge Probleme unseren eigenen Stil zu finden, da jedes Bandmitglied seine eigenen Einflüsse integrieren wollte. Zu dem war keiner von uns ein richtiger Musiker der Noten lesen konnte oder zuvor schon in Bands dieser Art gespielt hatte. Die Bands die uns damals wohl am meisten beeinflusst haben waren Christian Death (Rozz Williams), Alien Sex Fiend und Screams for Tina. BA: Hattet Ihr professionelle Ambitionen oder war Musik für Euch “nur” ein Hobby? FB: Es war ein Traum der irgendwann einfach aufhörte … BA: Welche Veröffentlichungen gibt es von Euch und welche sind noch erhältlich? FB: 1990 – 7 Track Demo Tape. 1991 – Slaugtherday auf der “Death by Dawn EP” 7’inch (Dawn Records). 1991 – Dead Embryos auf “In Voluptate Mors” Tape Sampler. 1992 – Live & Demos (Proberaummitschnitte) Tape. 1992 – “Deny the Cross” Tape mit Studioaufnahmen (TKM Stdios). 2002 – Ressounding 2002 CD-R. Nur die „Ressounding 2002 CD-R“ ist zurzeit erhältlich über die Evil Speaks Webseite.

BA: Erzähl´ mal was über Eure Live-Shows, hattet Ihr eine spezielle Performance oder war es eher „Musik pur“? FB: Unsere Live-Shows bestanden größten teils nur aus übermäßig viel Nebel und etwas Beleuchtung. Wir versuchten bei unserem letzten Konzert 1993 etwas Show zu machen, jedenfalls was den Start und das Ende des Konzerts betraf. Wie in einem Puppentheater warteten wir hinter einem knallroten Vorhang bis das Intro zu Ende war und wir in den eigentlichen Gig übergingen. Der Rote Vorhang wurde dann ganz langsam aufgezogen und die Puppen fingen an, ein letztes Mal Theater zu spielen … BA: Hattet Ihr Kontakt zu anderen Bands oder gab es sogar Kollaborationen? Gab es nach THE EVIL SPEAKS andere musikalische Projekte? FB: Nach THE EVIL SPEAKS machten nur noch Martin, der Schlagzeuger und Oliver der Gitarrist in eigenen Projekten und Bands weiter. Martin spielte Schlagzeug in einigen Bands aus Darmstadt und Oliver arbeitete eine weile mit Death in June-Leuten zusammen. Daniel und ich machten nie wieder irgendeine Art von Musik … BA: Wie ist es dann schließlich zum Ende der Band gekommen? FB: Das Ende kam 1993 als wir unseren Proberaum verloren hatten. Wir konnten die letzten Jahre immer in Daniels Haus in einem sehr geilen alten Kellergewölbe spielen bis eines Tages seine Mutter in den Keller kam um uns mitzuteilen das sie nicht mehr will das wir in ihrem Hause proben. Es war irgendwie lustig weil Daniels Mutter in den oberen Stockwerken Spirituelle Weisheiten an den Mann und die Frau brachte (Weisse Magie) und wir unten den Teufel beschworen. Irgendwann wurde es der guten Frau dann doch zuviel so dass sie uns gnadenlos vor die Tür setzte. Da Proberäume in Darmstadt nicht weit gestreut oder einfach zu teuer waren haben wir eine weile lang nicht mehr Proben können, ich glaube es waren so 2-3 Monate. Dann fanden wir einen Proberaum außerhalb von Darmstadt wo wir allerdings nur 3x probten und feststellten, dass wir alle nicht mehr den gemeinsamen Weg gehen. Die Musikalischen Interessen waren zu unterschiedlich, so dass es irgendwann keinen Sinn mehr machte zusammen ins Studio oder den Proberaum zu gehen…

BA: Gibt es die Chance auf eine Reunion der Band in der Zukunft, und wenn ja, was glaubst Du, wird sich im Bezug auf die „alten Zeiten“ verändern? FB: Es wird sehr schwer, in Zukunft wieder was zu machen, aber der Wille für ein paar Gigs ist da. Das größte Problem ist die Distanz von mir zum Rest der Band. Ich bin in Berlin, Oliver und Martin in Darmstadt und Daniel ist in Spanien am Studieren und wird wohl nicht mehr an Konzerten teilnehmen. Wir werden sehen was passiert… BA: Was gibt es sonst noch zu sagen? FB: Danke für das Interview Ich habe zu danken und mich zu entschuldigen, dass die Veröffentlichung des Interviews, dass bereits im Jahre 2002 geführt wurde, so lange auf sich warten ließ. Manchmal kommt im Leben etwas daziwschen, was aber bei einer Band, die es schon seit zehn Jahren nicht mehr gibt, nicht wirklich schlimm ist. Wie nur wenige andere Bands, haben THE EVIL SPEAKS es geschafft, den Death-Rock-Geist der frühen 80er Jahre in die 90er hinüber zu retten und dabei einige kleine Klassiker zu schaffen. Ein wirklich unterschätzter, großer Klassiker ist der Song “Dead Embryos”, der es locker mit den Frühwerken von Christian Death aufnehmen kann und eigentlich heute auf jeder Death-Rock-Party ein Standard sein sollte. Auch, wenn es die Band im ursprünglichen Sinne nicht mehr gibt, so lohnt doch allemal ein Besuch auf der offiziellen Website der Band ( ), auf der es auch die CD-R “Resounding 2002” zum supergünstigen Selbstkostenpreis zu bestellen gibt. Und eine kleine Auferstehung für wenige Auftritte ist ja auch noch nicht ad acta gelegt... (A.P.)

THE EVIL SPEAKS - Resounding 2002

Wiederveröffentlichung: CD 2002
Erstveröffentlichung: CD 1992

One of Germany´s very few, but best Death-Rock bands ever is back. THE EVIL SPEAKS only released a couple of tapes and a track on a 7“ Compilation. Beside Madre Del Vizio and maybe the early Endless, they have been the only German band in this period, who played pure Death-Rock, obviously heavily influenced by Rozz Williams and the early Christian Death. In 1992 the band recorded a couple of tracks in the studio, but never released them professionally. Now, in 2002, the material was remixed and privately released via the website of the group, where it can be ordered only for the postage costs, as far as I know.

All the 7 tracks are really great and will satisfy every fan of this musical style. The atmosphere is dark, the bass is hammering, the guitars shriek and the singer Frank really seems to suffer a lot. The lyrics are about Death and the Devil and totally Anti-Christian, song titles like „Destroy Jehovas Church“ cannot be misunderstood. Especially this song would have fit perfectly on the „Only Theatre Of Pain“ album, every lover of this early Christian Death period will find a perfect follow up to it in „Resounding 2002“. The last song on this CD is „Dead Embryos“, and this is one of the greatest Death-Rock hymns ever, definetly on the same level as „Deathwish“, „Spoken Word“ and „Eyes Second Death“. If you like a mixture of Shadow Project and early Bauhaus („In The Flat Field“ period), you shouldn´t miss THE EVIL SPEAKS. Maybe there is a small chance, that the band will reunite some day for a couple of concerts. Until then, listen to „Resounding 2002“. (A.P.)

Webadresse der Band: www.agentbiochip.de/evilspeaks

THE EVIL SPEAKS - The Evil Speaks


Erstveröffentlichung: MC / Eigenproduktion

THE EVIL SPEAKS have been a German Death-Rock-Band in the very early 90s and as far as I know, they only released one tape, a track on a 7"" sampler and another track on a French tape sampler.

Death-Rock has been not very wide spread in Germany and so THE EVIL SPEAKS did not have many other bands beside them, playing this style, except the early Madre Del Vizio.

The music is very raw and dark, a bit sounding like the ""Deathwish"" EP of Christian Death, but harder. Their track ""Dead Embryos"" should have been a Death-Rock classic and could have been featured on classic compilations like ""American Gothic"" or ""Hell Comes To Your House"" but anyway, the band split and is forgotten today. That´s a shame, because they had something very special... (A.P.)

EXCESSION - The Writing On The Wall


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2004 / Celestial Records / Strobelight Records

Während es in Deutschland Gothic-Rock Bands immer noch schwer haben, sich mit ihren Alben durchzusetzen (obwohl das in letzter Zeit doch etwas besser geworden ist), wird in England dieser Stil immer noch auf dem etwas aus der Mode gekommenen Format der Maxi-CD verbreitet, was nicht heißt, dass Gothic-Rock auf der Insel ein großes Thema ist, aber zumindest trauen sich Bands dort auch mal mit einer Single an die Öffentlichkeit.

EXCESSION ist das neue Projekt des ehemaligen Vendemmian (auch so eine leider fast vergessene Band aus den 90ern...) Musikers Dave zusammen mit seiner Frau Yasmin, die für den Gesang zuständig ist. Den Vertrieb im deutschsprachigen Raum hat das Label Strobelight Records übernommen und man darf hoffen, dass deren guter Name für eine Verbreitung in der Szene sorgen wird.

Das Cover der CD ist sehr stimmungsvoll, obwohl es einfach gehalten ist. Dazu steht im Waschzettel „4 AD feeling für das neue Jahrtausend“. Das schraubt meine Erwartungen natürlich nach oben, immerhin war 4 AD in den 80ern das wohl beste Plattenlabel überhaupt!

Tatsächlich beginnt der Titeltrack „The Writing On The Wall“ fast wie ein Clan Of Xymox Track aus ihrer Zeit bei 4 AD, wird dann aber eher zu einem atmosphärischen Gothic-Rock-Stück (mit einigen elektronischen Elementen) im Stile von Inkubus Sukkubus oder den leider auch nicht mehr so bekannten Die Laughing. Bei Sängerinnen in diesem Musikstil denkt man natürlich auch immer schnell an All About Eve oder Ghost Dance...alle diese Bands haben zumindest Spuren hinterlassen. Dazu sehr schöne Goth-Gitarren...so mag ich es. Der zweite Track „Souls“ führt den Stil des ersten Songs konsequent weiter. Beide Songs sind absolut überzeugend und dürften allen Fans des typischen 90er-Brit-Goth vor Freude die Tränen in die Augen treiben. Vielleicht hätte die Produktion noch etwas druckvoller ausfallen können, aber zumindest live werden da sicher keine Wünsche offen bleiben und auf dem angekündigten Album hoffentlich auch nicht.

Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich den Remix von „The Writing On The Wall“ in dieser Besprechung gar nicht erwähne, tue es aber aus Vollständigkeitsgründen doch. Leider ist dieser Electro-Remix völlig belanglos und entweder will man mit aller Macht in die Clubs gelangen oder die Musiker hatten bei den Aufnahmen noch so viel Studiozeit übrig, dass sie aus Langeweile diesen Mix angefertigt haben. Mit Gothic (-Rock) hat das nichts mehr zu tun, aber auch Future-Pop-Fans sollten sich nicht zu früh freuen, denn davon ist auch nichts zu hören. Unnötig, aber in der heutigen Zeit wohl nicht verzichtbar, wenn man Erfolg haben will. Bei mir wird sich das Anhören dieser Maxi-CD in Zukunft garantiert auf die ersten beiden, sehr schönen Titel beschränken. Diese machen den Kauf der CD auch alleine lohnenswert. (A.P.)

Webadresse der Band: www.strobelight-records.com


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