EXPLIZIT EINSAM - Auf Ewig


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Cerebral Music / SX Distribution

Andreas Ohle betreibt sein Projekt EXPLIZIT EINSAM schon seit Anfang der 90er Jahre und man muss schon bewundern, wie konsequent und durchhaltewillig er das durchzieht und sich stetig weiter entwickelt.

Anfangs orientierte man sich nicht nur vom Namen her an den damals aktuellen „Neuen Deutschen Todeskünstlern“ wie Goethes Erben, Relatives Menschsein, Das Ich, Christian Dörge, Artwork, Misanthrope und wie sie alle hießen, sondern sehr stark auch musikalisch. Im Laufe von 12 Jahren und 6 Alben wurde die Musik vielfältiger und die Qualität der Aufnahmen und des Artworks immer besser. Trotzdem sind die Wurzeln immer offenhörlich und der Künstler selbst bezeichnet sich im Info noch als „Todespoet“. Wirklich mitgerissen hat mich dieser Stil schon damals nicht und er tut es heute noch viel weniger. Mir sind vor allem die Texte viel zu klischeehaft oder aber ich verstehe sie einfach nicht. Wer mir genauer erklären kann, was der Text „Eins plus eins macht zwei, zwei minus eins macht eins, eins minus eins macht null“ soll, der kriegt einen Preis meiner Wahl. Ich fürchte, man soll es so deuten, dass zwei Liebende zusammen ein Ganzes ergeben, wenn dann einer von beiden geht, man wieder alleine ist und am Ende der Selbstmord steht. Positiv muss man die musikalische Umsetzung anerkennen, Andreas Ohle verarbeitet vielfältige Einflüsse von Wave über Neoklassik und Dark-Wave bis hin zu Electro und minimalen Mittelaltereinflüssen. Sein Instrumentarium beherrscht der Künstler, lediglich die Produktion, beziehungsweise der Endmix hätte etwas mehr Druck haben dürfen.

Sorry Andreas, it´s not my cup of tea. Aber wer auf eine Mischung aus alten Goethes Erben, Das Ich und vielleicht L´ame Immortelle steht, sollte mal ein Ohr riskieren. (A.P.)



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