AMBER ASYLUM - GardenOfLoveAutonomySuiteStillPoint


Erstveröffentlichung: 10 Inch 2005 / Bio-Fidelic

AMBER ASYLUM aus San Francisco/USA veröffentlichen bereits seit Mitte der 90er Jahre ihre Musik und bringen es seitdem auf 4 Alben, einige Single und unzählige Compilation-Beiträge, sowie Kollaborationen. Damit haben sich die vier Damen einen guten Namen gemacht, vor allem in der weltweiten Gothic-Szene. Doch ihre Musik ist weitaus mehr, als Gothic. Sie selbst beschreiben es als „Moderne Klassik gepaart mit Post Rock, wo Arien und künstlerische Songs im blassen Feld von elektronischer Unruhe zusammentreffen“. Zugegeben, das ist jetzt nicht ganz flüssig übersetzt, trifft es aber recht gut. Auf ihren Fotos sieht die Band ein bisschen aus, wie so manche 4AD-Gruppe der späten 80er und frühen 90er Jahre, Breeders, Throwing Muses, Frazier Chorus und andere kommen einem in den Sinn. Musikalisch geht es aber in eine ganz andere Richtung, von Indie-Rock oder –Pop ist nichts zu hören und doch wäre AMBER ASYLUM in den 80er Jahren wahrscheinlich bei 4AD gelandet.
Die Klänge auf dieser 10“ sind wunderschön, atmosphärisch, elegisch und tief gehend. Die Stimmung ist melancholisch, nicht düster und verdient die Bezeichnung „Herbstmusik“ mehr als alles sonst, was ich in letzter Zeit gehört habe. Ich könnte mir die Veröffentlichungen der Gruppe problemlos auf Projekt Records oder Middle Pillar vorstellen, die ja seit den 90er Jahren zwei der besten Labels für derartige Musik sind.
Da dies die erste Platte von AMBER ASYLUM seit fünf Jahren ist, mal abgesehen von einigen exclusiven Sampler-Beiträgen, hat die Band derzeit kein Label im Rücken und veröffentlicht sie selbst. Auch die gesamte Promotion wird selbst gemacht und die Scheibe ist nur bei Konzerten, über die Webseite und wahrscheinlich einige kleine Mailorder, sowie in ein paar Plattenläden in San Francisco erhältlich. Ein echtes Sammlerstück also, zumal ich das 10“-Format sehr liebe. Die Musik klingt sofort sehr vertraut, ohne dass ich genau sagen könnte, wo ich etwas ähnliches schon mal gehört hätte. Geprägt wird der teilweise neo-klassische Sound vor allem durch die klassischen Streichinstrumente, was einen sehr warmen Sound erzeugt und in mir den Wunsch erweckt, die Platte den ganzen Abend lang wieder und wieder anzuhören. Leicht ambient-ätherische Momente und ein gewissen Soundtrack-Flair runden das ganze ab und machen die 10“ mit knapp 25 Minuten Musik zu einem Werk, das mich wahrlich verzaubert. Musik voller Emotionen! (A.P.)

Webadresse der Band: www.amberasylum.com


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