BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL - Halo Star


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Projekt Records / Projekt 158

Do I have to mention, that New York´s BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL are one of the finest Aetherial-(Dark)-Wave-Bands from the US of A? No, I don´t think so. BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL do not have to prove anything to anyone with their 9th album in their 18 year lasting band history. They are simply brilliant. The advance single „Tarnished“ promised a darker album, than the last few have been. I guess, that results from the close cooperation with the Helm-brothers of the wonderful band Audra. „Halo Star“ opens with „Glow“ an instrumental Intro with archaic rhythms and oriental flair, followed by the great Dark Wave-Single „Tarnished“. Then comes „The Gravedigger“, a much more minimalistic and dark track, which reminds me a bit on Bowie´s classic „Low“. „Your Love Is Sweeter Than Wine“ is more typical for the last albums, aetherial and poetic with fairylike vocals. “Indefinable, Yet“ could have been a track for the Soundtrack of „Lord Of The Rings“, it has a certain hypnotic feeling. Somewehere between very early 4AD stuff and Postpunk/Wave-Sound like Mecano comes „Knock Three Times“. It is also close to the sound of Audra and one of the hits of „Halo Star“. „Scarecrow“ has a more folky character and „Damn Swan!“, known from the „Tarnished“-single, too, is really dark and gloomy. „Already Forgotten“ is in the similar style and reminds a lot on some solo works of Goth´s only queen Gitane Demone, simply wonderful! „The Fourth Footstep“ is very ambient with (very little) Dead Can Dance influences. Next comes „Dagger“, a very strange song...think of Peter Murphy doing a Dark Ambient project in collaboration with Psychic TV and Rozz Williams. You can´t imagine that? Just listen to this song! Finally the title song „Halo Star“ closes the album really relaxed. Well, what else can I say, that this album of BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL ist really great again, maybe a bit darker, but also more many-sided than before. Just one question holds me awake in the night: Are BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL able to produce anything else than perfect and brilliant albums with beautiful artworks? Anyone out there, who ever heard a really bad song of the band? Let it hear me, too! (A.P.)

Webadresse der Band: www.projekt.com

THE FLYING KLASSENFEIND - The Flying Klassenfeind

Wiederveröffentlichung: Maxi-CD 2001 / Line Music – Sireena Records
Erstveröffentlichung: 12 Inch 1982

Was kommt dabei raus, wenn Leute, die eigentlich über Musik schreiben, selber Musik machen? Die Pet Shop Boys sind ein Beispiel, dass daraus eine weltweit erfolgreiche Band werden kann. THE FLYING KLASSENFEIND sind ein Beispiel, dass dabei eine ganz neue, humorvolle Seite der Journalisten hervorgekehrt werden kann.

Nun haben alle Leute bei THE FLYING KLASSENFEIND beiderseits Erfahrung, zum einen als Musiker, zum anderen als Schreiber oder in anderen Kunstrichtungen. Michael Ruff war Sounds-Schreiberling und Sänger bei den Geisterfahrern, Diedrich Diederichsen schrieb ebenfalls für Sounds und war bei den Nachdenklichen Wehrpflichtigen, Detlef Diederichsen schrieb für das gleiche Blatt und spielte bei den Zimmermännern, Markus Oehlen war bei Charleys Girls und Mittagspause und wurde dann Maler und auch Chris Lunch (Palais Schaumburg und solo) und Jörg Gülden (noch ein Sounds-Schreiber) sind keine ganz unbekannten in der frühen deutschen NDW-/Wave/Punk-Szene gewesen.

Diese illustre Schar von Leuten machte sich also 1982 daran, eine Platte aufzunehmen. Da ja nun von anderen Veröffentlichungen her bekannt ist, dass sie nicht völlig untalentiert waren, muss man die vier Stücke auf der Platte wohl als Parodie anhören und davon ausgehen, dass eine bewusst kaum anhörbare und schräge Platte entstehen sollte. Mit dem Country-Rock-Klassiker „Sin City“ von Gram Parsons geht es los. Das ist noch fast eingängig, eine gute Melodie macht schließlich auch der schleppendste Takt und der leierndste Gesang nicht kaputt. Heftiger wird es dann bei „Venus In Furs“, das man von The Velvet Underground gecovert hat. Das hätte Lou Reed sicherlich gefallen, weil seltsamerweise trotz der völlig disharmonischen Umsetzung der Geist des Originals getroffen wird - mysteriös.

Es folgt die Eigenkomposition „Ulan Bator“, deren Text fast nur aus Städtenamen aus aller Welt besteht. Sehr theatralisch und pseudokünstlerisch umgesetzt, aber doch schon fast mit gängigen Songstrukturen versehen. Auch die zweite Eigenkomposition „Out Demons Out“ ist aus heutiger Sicht lange nicht so abgedreht, wie sie 1982 erschienen sein muss. Alleine Michael Ruffs Stimme zwingt schon zum Vergleich mit den Geisterfahrern und seinem anderen Kurzzeitprojekt Die Schönsten.

Nein, ernst gemeint haben die Journalisten die Platte 1982 sicher nicht, vielmehr wollten sie wohl klugscheißerische Kollegen verwirren und pseudointelektuellen Musikern zeigen, dass nicht alles, was den gängigen Hörgewohnheiten widerspricht Kunst sein muss.

Obwohl hier überwiegend englisch „gesungen“ wird, macht es Sinn, die Platte in der NDW-Rubrik einzusortieren, da alle Beteiligten eindeutig in dieser musikalischen Blüte ihren Ursprung haben. (A.P.)

FOETUS INC. - Butterfly Potion


Erstveröffentlichung: 12 Inch 1990 / Big Cat Records / Rough Trade

Einmal mehr zerstört James Thirlwell unter einem seiner vielen Namen einen Rocksong in seinem ganz eigenen Stil. Ich liebe diesen Mann, den bisher noch kein Musiker kopieren konnte oder wollte. In seiner Karierre mit unzähligen Veröffentlichungen ist schon so manche Perle zum Vorschein gekommen. „Butterfly Potion“ gehört eher zu den durchschnittlichen Platten des Meisters, sehr schräg, ein bißchen doomig, viele typische FOETUS-Sounds, teilweise krachig, aber eher düster, als hart und doch springt der Funke nicht so richtig über. Vielleicht weil der Sound der Platte eher unterdurchschnittlich ist? Auch dieser Held der 80er Jahre Indie-Szene darf mal eine schwächere Platte machen, nach allem, was er uns sonst schon so geschenkt hat, da drückt man dann mal ein Auge zu. (A.P.)

FORCE OF EVIL - Black Empire


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Escapi New Media / Alive Music

Wenn sich eine Band FORCE OF EVIL nennt und Lieder schreibt, die zum Beispiel “Back To Hell”, “Death Comes Crawling” oder “Days Of Damien” heißen, mit welcher Musikrichtung haben wir es dann zu tun? Sicherlich nicht mit Volksmusik, natürlich spielt diese Band hier Metal. Ich verstehe manchmal wirklich nicht, wieso man heutzutage noch so viele Klischees bemühen muss und ob man das tut, weil man irgendwen beeindrucken möchte mit angeblichen Teufelsriten. Abgesehen davon bietet diese dänische Band mit ihrem zweiten Album den erwarteten Powermetal mit fetter Gitarrenarbeit, guter Produktion, metal-ansprechenden Songs im melodiösem Bereich und einem adäquaten Sänger, der Erinnerungen an die 80er-Jahre-Metalbands aufkommen lässt. Alles in Butter also, wenn auch nicht die Metalplatte des Jahres. Das ist es, was man als „solide Veröffentlichung“ bezeichnen kann. Anspieltipp ist meiner Meinung nach übrigens das bereits erwähnte „Days Of Damien“. (H.H.)

FORCE OF EVIL - Force Of Evil


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Escapi New Media / Alive Music

FORCE OF EVIL bestehen aus den beiden genialen MERCYFUL FATE-Gitarristen Hank Shermann und Michael Denner sowie Drummer Bjarne T. Holm, der ebenfalls hauptamtlich bei MERCYFUL FATE hinter den Kesseln sitzt. Hinzu kommen Bassist Hal Patino, der sonst für KING DIAMOND den 4-Saiter zupft, und Sänger Martin Steene von IRONFIRE. Keine Frage welch enormes Potential diese Band besitzt. Und dieses schöpfen sie auf ihrem selbstbetitelten Album voll aus! Geboten wird einem traditioneller Heavy Metal im Stile der 80er Jahre, in leicht düsterer und etwas trashiger Ausprägung, verfeinert mit deftigen Power Metal-Riffs. Dass die Roots der Band bei MERCYFUL FATE liegen ist nicht zu überhören. Die komplizierten, akrobatischen Soli tragen eindeutig die Marke Denner & Shermann. Sehr überzeugend ist auch der emotionale, kraftvolle Gesang, der mit hohen Shouts wechselt. Eine atmosphärische CD der Spitzenklasse, die mit dem etwas balladigen ""Eternity"" wunderbar ausklingt. Weitere, sehr geeignete Anspieltipps: Hell On Earth, Mindbreaker, Eye Of The Sorm, Samhain. (Daniel Hinrichsmeyer)

FORLORN - Forlorn


Erstveröffentlichung: CD / Voices Of Wonder

Upps, eine Band, die sich an Wikingern orientiert. Da denkt man doch in erster Linie entweder an Deathmetal-Einheitsbrei oder gar an Torfrock. Beides ist hier gottseidank nicht der Fall, auch wenn einige der Bandmitglieder teilweise dem Black Metal frönen. Die Texte der norwegischen Band, die bislang keine Konzerte gab, sondern als Studioband bezeichnet werden kann, drehen sich nicht um satanische Dinge, es geht nicht um Politik oder Religion, sondern es geht hauptsächlich um Sagen, Geschichten und Märchen aus Wikingerzeit und aus der skandinavischen Folk-lore und die gedankliche Arbeit der Band zu diesen Themen. Es geht um Helden und Charaktere. In der Musik ist so vieles enthalten. In erster Linie doch etwas metallig angehaucht, doch wenn jetzt Eure Schultern vor Enttäuschung nach unten sacken, laßt Euch sagen, das ist hier vollkommen in Ordnung und alles Drumherum, wie z.B. die supergelungen Keyboards und vor allem die Atmosphäre der Songs ziehen einen in den Bann! Ganz besonders angetan hat mir das Instrumentalstück „Drommefanger"", betont skandinavisch kann man hier wirklich Wikinger im Kopf spuken hören. Das hört sich vielleicht doof an, aber ich bin wirklich allerpositivst überrascht. Leider sind auf der CD nur fünf Stücke enthalten, was wirklich schade ist, denn jedes einzelne davon ist auf seine Art genial. Anders und nicht alltäglich, vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber genial. Und ich muß es wieder betonen: VOICES OF WONDER ist immer für eine Überraschung gut, man weiß bei den Veröffentlichungen nie, was einen erwartet und bislang wurde ich bei noch keiner enttäuscht (zugegeben, viel ist auch noch nicht gekommen). So, Ihr merkt sicher, ich bin vor lauter Lobhudelei schon völlig außer Atem bin und schließe deshalb die Kritik, aber nur, um in den Keller zu gehen und mir meinen alten Gummi-Wikingerhelm zu holen, den ich morgen auf der Arbeit tragen werde. (H.H.)

45 GRAVE - Only The Good Die Young


Erstveröffentlichung: CD / Restless Records

Some years after the split of 45 GRAVE, the band reunited to do a gig in Hollywood in 1988, which was released on this CD via Restless Records in 1989. The band plays all the great Death-Rock hits and some less known tracks in a very authentic sound. Some time it is more Metal, than Death-Rock, but the uncomparable voice of Dinah Cancer makes this album a necessary item for every 45 GRAVE fan. (A.P.)

FOYER DES ARTS - Ein Kuss in der Irrtumstaverne

Wiederveröffentlichung: LP 1988 / Fünfundvierzig / Efa
Erstveröffentlichung: CD 1988 / Fünfundvierzig / Efa

Obwohl 1988 schon lange niemand mehr von der Neuen Deutschen Welle sprach, kommt man nicht umhin, diese Platte in der Rubrik einzusortieren, auch, wenn Max Goldt und Gerd Pasemann das bestimmt nicht wollen, aber wer nach FOYER DES ARTS sucht, wird das fast immer im Zusammenhang mit der NDW tun. Der Fluch von „Wissenswertes Über Erlangen“?

Egal, ist ja nicht böse gemeint. FOYER DES ARTS waren von Anfang an eine sehr eigene Band, die eben zufällig zu Hochzeiten der NDW ein paar Hits hatten und deshalb, und weil sie deutsche Texte hatten, in den großen Topf geschmissen wurden. Aber schon vorher und lange danach machte das Projekt um den auch solo sehr erfolgreichen Max Goldt immer ihr ganz eigenes Ding, nämlich die musikalische Umsetzung von Goldt´s auf den ersten Blick skurrilen, bei genauerem Hinsehen aber hintersinnigen Texten. An irgendwelche musikalischen Trends hat man sich dabei nie angepasst, sondern immer aus allen Stilrichtungen das gerade passende genommen und zu etwas Neuem zusammengesetzt. Von Pop über Chanson, Schlager, Wave bis hin zu minimalistischer Elektronik gibt es alles zu hören, wobei auf dieser Platte ein wenig melancholische Atmosphäre vorherrscht. Also keine Musik zum abtanzen in den Clubs, sondern zum Hören am Sonntagnachmittag zu Hause, wo man die Texte intensiv in sich aufsaugen kann. Von der fast reinen Minimalistik des Debutalbums „Von Bullerbü Nach Babylon“ ist wenig geblieben und auch an „Die Unfähigkeit Zu Frühstücken“ erinnert nur noch wenig. Wie es scheint, haben sich FOYER DES ARTS von Album zu Album neu erfunden. Sicherlich ist das keine Musik zum nebenbei hören, aber wer sich auf den Mikrokosmos der Musiker einlässt, wird viele Wahrheiten entdecken. Zu den „Hits“ auf diesem Album gehört ganz klar die Singleauskopplung „Penis -> Vagina“, aber auch das textlich abgedrehte „Senf Drauf“ oder das poppige „Ein Fuß Der Dame Anton“ wissen zu überzeugen Wirklich schräg und abgefahren ist auch „Familie, Pubertät Und Haarwuchs“. Das man mit solchen Songs natürlich im kommerziellen Bereich nicht wirklich erfolgreich sein kann, ist klar, aber eine kleine, treue Fanschar ist dankbar für jeden Ton einer der ungewöhnlichsten deutschen Bands der 80er Jahre.

Die CD Version dieses Albums enthält als Bonus noch vier Songs, nämlich die B-Seite der „Penis-> Vagina“ Single, eine lange Version von „Ein Haus Aus Den Knochen Von Cary Grant“, den wirklich minimalistischen „Minimal Mix“ von „Könnten Bienen Fliegen“ und eine ältere Version von „Das Leben Ist Uninteressant“. (A.P.)

FOYER DES ARTS - Penis > Vagina


Erstveröffentlichung: 7 Inch 1988 / Fünfundvierzig / Efa

Klar, 1988 war die NDW-Zeit lange vorbei, aber FOYER DES ARTS gehörten definitiv zu den Großen dieser Welle und da sie ihren Stil nicht besonders verändert haben, muss man diese Platte definitiv zur NDW zählen. Der erste Song „Penis > Vagina“ ist ein eingängiger Popsong mit leichten Funkeinflüssen und einem Max Goldt-typischen sarkastischen Text mit Hintersinn. Natürlich ist es heute keine Aufregung mehr wert, ein Lied nach den männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen zu benennen, aber 1988 dürften Titel und Text zumindest so manchem Kirchenmann noch kräftig auf die Eier (!) gegangen sein. Da die Single aber leider kein großer Hit wurde, hat es wohl keine Schwierigkeiten gegeben.

Die B-Seite enthält den Titel „Schleichwege Zum Christentum“, bei dem es in eine ähnliche Richtung geht. Auch hier ist Goldt´s Text gnadenlos spitz und unverhohlen kirchenkritisch, ohne jedoch das plump und parolenhaft rauszuschreien. Ich liebte schon immer die Ergüsse von Max Goldt und habe seine Glossen in der Zeitschrift Titanic immer in mich aufgesogen („Ich war so wütend, ich hätte beinahe einen Apfel gegessen“). Für FOYER DES ARTS Fans ist diese Single unverzichtbar, da „Schleichwege Zum Christentum“ nicht auf dem damals aktuellen Album „Ein Kuß In Der Irrtumstaverne“ enthalten war. (A.P.)

FOYER DES ARTS - Von Bullerbü Nach Babylon


Erstveröffentlichung: LP 1982 / Wea

Die Debut-LP von FOYER DES ARTS ist heute ein teuer gehandeltes Sammlerstück unter NDW-Fans, obwohl die Platte bei der Wea erschienen ist und somit eigentlich gar nicht so extrem selten sein dürfte. Aber Qualität ist immer hochgeschätzt und so wollen offensichtlich mehr Leute diese Platte haben, als es Exemplare davon gibt. Das hat natürlich gute Gründe. Zum einen enthält die Platte die beiden grandiosen Singlehits „Wissenswertes Über Erlangen“ und „Eine Königin Mit Rädern Unten Dran“, die auch kommerziell erfolgreich waren und zum anderen finden sich hier solche Perlen wie „Komm In Den Garten“ und das brilliante „Hubschraubereinsatz“. Die Musik ist minimalistisch, aber meist doch recht eingängig und wird durch die teils surrealistischen, teils zynischen, aber immer guten Texte von Max Goldt prima ergänzt. Als Max Goldt Verehrer (in seiner „Titanic“-Kolumne schrieb er sinngemäß mal: „Das hat mich so wütend gemacht, daß ich beinahe einen Apfel gegessen hätte“ - im Moment kann ich das Zitat leider nicht wörtlich wieder geben) ist diese Platte für mich natürlich Pflichtprogramm, genauso, wie die späteren Werke („Ein Haus Aus Den Knochen Von Cary Grant“, „Penis-Vagina“ und die Goldt-Solowerke). Neben den genannten Titeln überzeugt mich besonders „Wolfram Siebeck Ist Tot“, ein echter NDW-Song mit monotonem Rhythmus, der zum tanzen animiert und textlich natürlich weit entfernt ist von schlagerhaften Machwerken á la Relax, Spider Murphy Gang, Frl. Menke und so weiter. Gelegentlich wird auf dieser Platte auch mal englisch gesungen, was aber nicht besonders stört. Grundsätzlich sollte „Von Bullerbü Nach Babylon“ in jeder NDW-Sammlung stehen, wenn man´s irgendwo auftreiben kann. ( (A.P.)

FR/ACTION - Last Man Standing


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Decadance Records / Audioglobe-SXDistribution-Cyberdelia

FR/ACTION ist ein Projekt von David Friede, der sonst auch in anderen Electro-Projekten und mit seinem Electro-Label Coohagen Music aktiv ist. Nachdem dieses Album des Amerikaners bereits 2004 in den USA erschienen ist, gibt es nun auch ein Release in Europa, für das das italienische Label Decadance Records verantwortlich ist.

FR/ACTION bietet in erster Linie modernen Synthie-Pop, der seine Wurzeln trotz aller aktuellen Sounds hörbar in den 80er Jahren hat...Future-Pop nennt man das heute wohl. Die Melodien sind extrem eingängig, Ecken und Kanten finden sich in der Musik kaum, auch, wenn hier und da ein paar EBM-Anklänge zu vernehmen sind. Die CD wimmelt nur so vor Ohrwürmern, man höre sich nur das wunderbare „New Flesh“ an! Ich bin ziemlich sicher, dass einige der Tracks in den Clubs ziemlich einschlagen werden. Wenn ich mich nicht ganz täusche, sind (fast?) alle Songs nach Filmtiteln benannt, der Albumtitel sowieso und auch das Cover ist im Anime-Stil gehalten. Leider sind die Songtexte nicht im Booklet abgedruckt.

Abgesehen von den acht regulären Titeln des Albums gibt es jeweils ein kurzes Intro und Outro und einen Remix als Bonustrack, dazu außerdem zwei Videoclips, die eigentlich schon eher richtig gut gelungene Kurzfilme sind. Die Filmleidenschaft und hier offenbar besonders für Filme wie „The Usual Suspects“ oder „Reservoir Dogs“ ist offensichtlich und Geschmack hat der Musiker und Filmemacher auf jeden Fall. Das ist dann eine runde Sache und Future-Pop-Fans sollten hier mal ein Ohr riskieren. Mir gefällt es, auch wenn das Album nicht spektakulär ist, sondern eher Musik zum immer hören bietet. Auf jeden Fall hat David Friede Talent, schöne, elektronische Popmusik zu produzieren, die zwar nicht wehtut, aber das muss ja auch nicht immer sein. (A.P.)



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