KLAUS N. FRICK - Vielen Dank, Peter Pank


Erstveröffentlichung: Buch 1998 / Verlag Thomas Tilsner / ISBN 3-910079-56-3

Dieser Roman beschreibt einige Tage im Leben des Punks Peter Meißner, genannt Peter Pank, der Mitte der 80er Jahre in einer süddeutschen Kleinstadt lebt. Sein Leben besteht hauptsächlich aus Saufen, dem Besuch von Konzerten und Parties, Saufen, der Suche nach dem nächsten Fick, Saufen, Hass auf den Staat, die Gesellschaft und die Bullen und vor allem Saufen bis zum Koma. Nachdem Peter Pank seinen Aushilfsjob in einem Supermarkt verloren hat, gleitet sein Leben ins totale Chaos ab, wobei Alkohol eine nicht geringe Rolle spielt. Immer wieder denkt er an Ereignisse aus seiner Vergangenheit zurück, z.B., wie er erstmals Punk-Rock im Radio gehört hat oder diverse chaotische Aktionen mit verschiedenen Leuten...

Wer sich irgendwie mit Punk-Rock in Deutschland beschäftigt, wird bestimmt schon mal über den Namen KLAUS N.FRICK gestolpert sein, sei es durch seine Schreiberei für diverse Fanzines (z.B. Zap), sein Engagement für die APPD oder durch sein geniales Egozine „Enpunkt“. Der hier vorliegende Roman erschien erstmals als Fortsetzungsgeschichte im Zap und dürfte eine Mischung aus autobiographischen Ereignissen des Autors und „romantischer“ Punk-Rock-Attitüde sein. Ich glaube, Peter Pank ist das, was KLAUS (und, ich gebe es zu: ich auch) rückblickend gerne gewesen wäre, ein kompromissloser Rebell, dessen Leben ein einziges Abenteuer ist, sei es bei Schlachten mit der Polizei in Wackersdorf oder als Opfer von willkürlicher Polizeigewalt in Köln. Welche dieser Ereignisse welchen Wahrheitsgehalt haben, kann ich nicht beurteilen, ist aber auch egal, denn das Buch liest sich sehr gut, weil KLAUS einen lockeren Schreibstil hat und offensichtlich weiß, über was er schreibt. Nach Moses Arndt´s „Chaostage“ ist dies der zweite wichtige Punk-Roman der 90er Jahre direkt aus der Szene. Irgendwie ist es eine Mischung aus „Chaostage“, Salinger´s „Der Fänger im Roggen“ und einer Charles Bukowski-Geschichte. Letztendlich nichts anderes als pure Unterhaltung und Punk-Rock-Geschichtsunterricht aus absolut subjektiver Sicht des Autors. Auf jeden Fall aber völlig genial! Vielleicht Radikal-Existenzialismus??? (A.P.)



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