GRAPHIK MAGAZIN - Reklame Und Schatten


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Kompuphonik Musik

GRAPHIK MAGAZIN haben bereits eine gute Maxi-CD und ein sehr gutes Album veröffentlicht. Auf dem Label Kompuphonik Musik kommt nun die zweite komplette CD „Reklame Und Schatten“. Stilistisch hat sich glücklicherweise nicht allzu viel verändert, das Projekt von Peter Montage bleibt sich treu und bietet eine fast immer sehr tanzbare Mischung aus 80er-Jahre Synthie-Pop, Minimal-Electro, New Wave und einigen experimentellen Anklängen. Jeder Song hat ein Grundthema, das meist sofort im Ohr bleibt. Dazu gibt es den einprägsamen, ungewöhnlichen und schön rotzigen Sprechgesang von Peter, viele kleine Soundspielereien und schöne Melodien. Ich weiß, dass Musiker es nicht besonders mögen, mit anderen Bands/Projekten verglichen zu werden, aber es ist sicher keine Schande, wenn ich schreibe, dass die Musik auf „Reklame Und Schatten“ irgendwo zwischen Ascii Disko, ZE422 und der längst vergessenen Schweizer Band Nurges zu finden ist. Die meisten Tracks sind so eingängig, dass ich mich schon frage, warum nicht längst ein größeres Label GRAPHIK MAGAZIN unter Vertrag hat, denn kommerzielle Chancen gibt es in Zeiten von Bands wie eben Ascii Disko, Die Türen, Spillsbury, Warren Suicide, Die Perlen und so weiter allemal. Umso mehr würde ich es dem kleinen Label Kompuphonik Musik gönnen, wenn sich bald die Qualität dieser CD rum spricht. Aber vielleicht haben größere Labels auch nur Sorge, dass die guten Texte, die sich wieder einmal vor allem um das Thema Fernsehen drehen, beim Massenpublikum, das von Bohlenésquem Dünnsinn verseucht ist, ein Stirnrunzeln erzeugen könnten.

Mich freut besonders, dass das Album die klassische LP-Länge von knapp 42 Minuten hat und somit kein unnötiges Füllmaterial dabei ist, um die CD-Länge voll zu machen. Schade nur, dass es offensichtlich keine Vinylfassung von „Reklame Und Schatten“ gibt.

Ich muss sagen, dass mir Electro-Musik in dieser Art erstmals seit einiger Zeit wieder richtig Spaß macht. Vor allem Minimal-Electro-Freaks sollten mal ein oder zwei Ohren riskieren. Zudem klingt es so, als wenn auch ein gewisser Punk-Spirit vorhanden ist und das erfreut mich nun wirklich! (A.P.)

Webadresse der Band: www.graphik-magazin.de


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