HEAD RESONANCE COMPANY - 80 – 84 – 15 Tracks For Unknown People


Erstveröffentlichung: Doppel-CD 2004 / Vinyl-On-Demand

HEAD RESONANCE COMPANY ist ein multimediales Projekt, das bereits 1978 gegründet wurde. Arbeiten in den Breichen Video, Fotografie, Intallation, Performance und anderen stehen neben der Musik, von der wir auf der ersten LP einen Überblick über die Schaffensjahre 1980 – 84 bekommen. Der Sound ist schwer zu beschreiben, kann aber wohl mit dem Überbegriff Avantgarde beschrieben werden, allerdings nicht in einer Form, wie zur gleichen Zeit die Einstürzenden Neubauten, Die Tödliche Doris und P16.D4 es praktiziert haben, sondern eher in einem frühen Ambient-Stil, der durch unterschwelligen Lärm ergänzt wird. Die Stücke sind klar strukturiert und reproduzierbar und der Ansatz scheint eher künstlerisch motiviert zu sein, als von dem punkbeselten Gedanken, einfach drauflos zu musizieren. Das scheint dann noch klar die Wurzeln in den 70er Jahren zu haben und, wahrscheinlich wird das keiner nachvollziehen können, manche Stücke könnten von der experimentelleren Seite Kraftwerks beeinflusst sein. Wenn´s dann unterschwellig krachig wird, kommt in mir auch der Gedanke an die frühen Controlled Bleeding auf, was auch die interessantesten Momente sind. Ansonsten sind die Klänge fast schon hypnotisch und sicherlich am besten dazu geeignet, die in einem dunklen Raum auf sich wirken zu lassen.

Die zweite Platte enthält dann (aktuelle?) Aufnahmen von HEAD RESONANCE COMPANY-Mitglied PETER PIXEL, die weitaus einfach zugänglich sind, weil sie dem gewohnten Minimal-Electro-Sound deutlich mehr entsprechen, als die teilweise schweren Klänge des Hauptprojektes. Los geht es mit dem 10minütigen „Mammaschin“. Eigentlich ein Widerspruch, dass ein Minimal-Stück diese Länge hat, aber in diesem Falle macht gerade das die Faszination aus, denn der Song bekommt dadurch eine fast rituell-hypnotische Dimension. Die Musik selbst ist monoton-minimalistisch. Passend dazu der Sprechgesang, der sicherlich seinen Ursprung in einer großen Kraftwerk-Bewunderung von PETER PIXEL haben dürfte. Definitiv ein Hit, der perfekt zwischen dem Minimal-Electro, wie wir ihn aus der frühen Tapeszene kennen, und gutem New Wave balanciert. Stilistisch geht es ähnlich weiter, wenn auch nicht ganz so ausufernd. Die B-Seite beginnt dann mit einem eher tanzbaren, rhythmischen Song, der das Zeug zu einem kleinen Hit hat und auf so mancher Old School-Wave/Minimal-Party für Bewegung sorgen dürfte. Weiter geht es mit einem Stück, das mich irgendwie ein ganz klein wenig an die frühen (italienischen) Pankow erinnert, ganz wunderbar. Und auch der letzte Track, ist ein gutes, dunkles Wave Stück, das seine Fans finden wird.

Eigentlich eine geniale Idee von Vinyl-On-Demand. Man veröffentlicht ein Doppelalbum mit zwei zusammen gehörenden Projekten, einmal Avantgarde, einmal Minimal-Electro-Wave und Fans beider Musikstile, die mit dem jeweils anderen weniger anfangen können, müssen zugreifen. Und natürlich gibt es auch noch Leute, die beides mögen, die haben dann gleich ein Doppelpack mit guter Musik. (A.P.)

Webadresse der Band: www.vinyl-on-demand.com


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