HOFFNUNG & PSYCHE - Hoffnung & Psyche


Erstveröffentlichung: 7 Inch 2004 / Kernkrach

„Veröffentlichungsflut“ aus dem Hause Kernkrach. Schon recht kurz nach der schönen Ich-Single gibt es wieder Minimal-NDW-Nachschub, diesmal in Form einer Single von HOFFNUNG & PSYCHE mit Aufnahmen aus dem Jahre 1981/82. Das ganze war ein Projekt von Stefan W., der ansonsten ein Projekt namens Fröhliche Eiszeit betrieb, und der Pfarrerstochter Jutta K.

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es absolut minimalistischen Electro-Sound, der sich leicht in die NDW-Schublade stecken lässt und vom ersten Augenblick an begeistern kann. Mit etwas mehr Möglichkeiten und etwas besserem Sound hätte das damals sogar ein kleiner Hit werden können. Stattdessen gab es die zwei Songs bisher nur auf Tape und heute dürfen sich wenigstens rund 300 Leute freuen, diese Kleinode auf Vinyl zu besitzen. Die A-Seite „Sie Bleibt Kalt“ ist ein fast schon synthiepoppiger Titel mit Ohrwurmgarantie. Die B-Seite „Das Auto“ kommt instrumental daher und scheint fast so, wie der Versuch, mit wenigen Mitteln nach einer Mischung aus Kraftwerk und Der Plan zu klingen. Klingt leicht monoton und anscheinend wurde auch ein Xylophon-artiges Instrument oder Sound benutzt, was dem ganzen eine leicht ostasiatische Stimmung verpasst, dazu wird der schleifenartige Endlosrhythmus von allen möglichen Sounds und Geräuschen bevölkert, so dass sich ein monoton-wirres Etwas ergibt, das einem nach einmaligen Anhören den ganzen Tag nicht mehr aus den Hirnwindungen geht. Sehr fein, beide Stücke sind so erfreulich, dass man sich fragt, warum nicht schon lange jemand das Material ausgegraben und veröffentlicht hat. „Sie Bleibt Kalt“ hat übrigens neben einem sehr schönen, leicht zynischen Text auch durchaus Tanzflächenqualitäten. Erinnert mich ein bisschen an das Album von Silvia, das vor kurzem bei Genetic Music wieder veröffentlicht wurde.

So soll es sein, wieder einmal einwandfreier Minimal-Electro-NDW-Sound, limitiert auf diesmal immerhin 315 Exemplare, mit zwei Beiblättern und wie immer in individueller, handgemachter Verpackung. Jörg und Heinz haben diesmal die hässlichsten 70er-Jahre Stoffe zusammen gesucht, die sie finden konnten. Diese wurden von Oma Kernkrach liebevoll zu Singlehüllen-großen Taschen zusammengenäht und schließlich noch mit einem (auf jedem Cover unterschiedlichen) Originalfoto bestückt. Da steckt also wieder viel Arbeit drin, die hat sich aber auf jeden Fall gelohnt! (A.P.)

Webadresse der Band: www.kernkrach.de


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