WIRKSYSTEM - Der Himmel Brennt


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Private Release / Private

WIRKSYSTEM aus Deutschland sind bereits seit angeblich 1989 als Band aktiv und haben seit Mitte der 90er in Eigenregie satte 8 Alben veröffentlicht. Wenn die Altersangaben der Bandmitglieder im Info stimmen, dann waren sie 1989 so 6 – 10 Jahre alt...naja. Selbst bezeichnet die Band den Stil als „Alternative, Nu Metal / deutschsprachig“, was ich mal so durchgehen lasse, obwohl „Nu Metal“ doch eigentlich ein inhaltlich ziemlich leerer Begriff ist, den sonst kaum eine Band für sich benutzt. Das Besondere an WIRKSYSTEM ist, dass sie völlig unabhängig von Plattenfirmen und Vertrieben arbeiten und ihre Alben komplett kostenlos zum Download von der Website anbieten und ausdrücklich wollen, dass die Sachen weiter kopiert werden. Offenbar funktioniert das ganz gut. Das gute Konzept ändert aber leider wenig daran, dass ich persönlich mit dieser Musik wenig anfangen kann und sie mir nach dem Hören kaum im Ohr bleibt. Dabei sind die Musiker technisch gut und aufeinander eingespielt. Auch das Verwenden von deutschen Texten funktioniert und ist nicht peinlich. Die Band verarbeitet Einflüsse aus allen möglichen Musikrichtungen, von Metal über Hardcore und Punk bis Hip Hop und Breakbeat und schafft es auch, einen eigenen Stil daraus zu mixen, der mit viel Energie voll nach vorne losgeht, dürfte live ziemlich viel Power haben. Mir gefällt es am besten, wenn es punkig wird und Anspieltipp ist deshalb „Flieg Weg“. Ansonsten, wie gesagt, nicht so ganz mein Fall, aber wer auf etwas metalligen Alternative Rock steht, sollte die Website der Band mal besuchen und reinhören und dann downloaden und weiter verbreiten. (A.P.)

Webadresse der Band: www.wirksystem.com

INFINISYNTH - Shadow And Shade


Erstveröffentlichung: CD / Dark World Productions

Der Titel der CD ""Shadow And Shade"" sagt alles aus. Es ist düstere, aber sehr schöne und wavige Gothic-Musik, die meistens einigermaßen ruhig und kunstvoll daherkommt. Vielleicht auch ein bißchen einfach von der Instrumentierung, aber irgendwie schön, ganz besonders die verhallten Gitarren. Vielleicht ist düster auch garnicht der richtige Ausdruck für die Musik. Eher ist vielleicht sehr melancholisch aber irgendwie positiv richtig. Teilweise durch weiblichen und männlichen Duettgesang aufgelockert. Ganz besonders dazu angetan hat es mir die Ballade ""Rain"". (H.H.)

IN FLAMES - Reroute To Remain


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Nuclear Blast

Das Quintett aus Göteborg liefert mit REROUTE TO REMAIN ein arrangiertes, sehr facettenreiches Album ab, das ihre Roots trotzdem nicht vermissen lässt. Mit diesem Werk haben sie ihren Sound geschickt weiterentwickelt. Es werden einem 14 gut strukturierte Songs geboten, darunter sind mit dem folkloristischen ""Metaphor"" sowie ""Dawn Of A New Day"" zwei wirklich außergewöhnlich gefühlvolle Nummern enthalten. Hier zeigt Sänger Anders Fridén wie enorm er seine Stimme trainiert hat. Doch vorallem die Verwendung von Akkustik-Gitarren und Violine lassen die beiden Tracks so hervorstechen. Ein weiterhin abwechslungsreicher Song ist ""Cloud Connected"", der mit elektrischen Elementen versehen und leicht Keyboard-lastig ist. Mit dem Opener ""Reroute To Remain"" wird einem zwar noch kein Nackenbrecher, aber vielleicht ein kleiner Dauerbrenner geboten. Natürlich gibt es überwiegend Tracks für die Härtefraktion. Und diese zeigen, was IN FLAMES ausmacht: Dynamik, Melodie und Härte. Kombiniert wird das Ganze mit Refrains, die sich gnadenlos in den Kopf einbrennen. Gute Beispiele für all diese harten Stilmittel sind ""Egonomic, ""Drifter"", ""Minus"", ""Dismiss The Cynics"" und ""Black & White"". Insgesamt ein wirklich starker Silberling, den IN FLAMES da herausgebracht haben. Zur Zeit nimmt die Band ihr neues Album SOUNDTRACK TO YOUR ESCAPE auf, das vorraussichtlich am 29. März diesen Jahres veröffentlicht wird. (D.H.)

IN FLAMES - Whoracle


Erstveröffentlichung: CD 1997 / Nuclear Blast

""Whoracle"" ist das dritte und wahrscheinlich auch beste Album der schwedischen Melodic Death Metaller In Flames. Die Band fand sich gegen Anfang des vergangenen Jahrzehnts zusammen und besteht nach einigen Wechseln an den Instrumenten heutzutage aus Anders Fridén (voc), Jesper Strömblad (g), Björn Gelotte (g), Peter Iwers (b) und Daniel Svensson (dr). Die fünf Schweden spielen groovigen, unbeschwerten und extremst atmosphärischen Death'n'Roll, bei welchem die Härte dennoch nicht verloren geht. Gegrowle, flotte Drums, klasse Riffs sowie auch melodische Gitarren (teils sogar akkustisch!) zeichnen die 11 energiegeladenen Tracks der Scheibe aus. Mit diesem grandiosen Album haben In Flames den Death Metal auf jeden Fall ein Stück gesellschaftsfähiger gemacht. Als Anspieltipps eignen sich sehr diverse Songs. Empfehlen würde ich den Opener ""Jotun, ""Gyroscope"" und das darauffolgende Instrumentalstück ""Dialogue With The Stars"" sowie vorallem ""Episode 666"". Mit ""Everything Counts"" ist außerdem eine mutige, aber sehr gelungene Coverversion des gleichnamigen Depeche Mode Songs enthalten. Die CD existiert auch als Deluxe Edition. (D.H.)

INFORMATION SOCIETY - Don´t Be Afraid


Erstveröffentlichung: CD / Cleopatra Records

Achtung, dies ist ein Tip!!! Sehr vielseitig ist diese Band um KURT HARLAND. Mal ist sie sehr poppig, wobei vor allem folgende Stücke aufzuzählen sind: „On The Outside"" und „The Sky Away"". Dann ist INFORMATION SOCIE-TY manchmal auch eher düster, z.B. Song „Empyt"" ist recht dunkel angefärbt, fast wie im Stil von Das Ich und Konsorten. Dann tritt die Band auf mit einer Version von Gary Numan´s „Are Friends Electric"", wobei diese recht uneigenständig ausgefallen ist. Fast schon soundtrackmäßig sind „Ozar Midrashim"" und „Closing In"" mit fast monumentalen Orchesterparts. Doch über allem steht der Pop, angenehmer Pop á la Depeche Mode, OMD und so weiter, unterbro-chen von Stilbrüchen, die atmosphärisch, indu-strialig und teils EBM-mäßig sind. Totaler Crossover also, nicht festgelegt und immer für eine Überraschung gut. Und wie schon gesagt: Angenehme Überraschungen!!! Die CD erscheint übrigens mit einer Bonus-CD-Rom, auf der diverses zu finden ist. Es ist eine Sammlung von Programmen, Textfiles, Bildern und Videoclips, die entweder von INFORMATION SOCIETY-Fans oder auch von der Band selbst entworfen wurden. (H.H.)

INIQUITY - Serenadium


Erstveröffentlichung: CD / Progress Records

Das Label PROGRESS RECORDS aus Dänemark hat sich dem Death Metal verschrieben, dem Death Metal in all seinen Härtegraden und Abstufungen. Hier ist eine Band, ebenfalls aus Dänemakr, die das Label als Meilenstein im Death Metal bezeichnet. INIQUITY bringen uns hier ihre Debut-CD, die durch einige gute Details verblüfft und dadurch aufgewertet wird. So findet man hier und dort ein super-passendes Keyboard (wie z.B. in ""Prophecy Of The Dying Watcher"") oder auch mal ein Cello. Die Musik ist zwar vom Härtegrad her ziemlich weit oben angesiedelt, doch ist es noch nicht so weit, daß man vor lauter Verzerre und Gedröhne nichts mehr versteht und auch der Sänger ist meistens als solcher zu erkennen. Kann auf alle Fälle als Geheimtip aus den dänischen Landen angesehen werden! (H.H.)

SARCOPHAGUS - For We...Who Are Consumed By The Darkness...


Erstveröffentlichung: CD / Progress Records

SARCOPHAGUS bestehen schon etwas länger, ungefähr seit Ende der Achtziger Jahre. Die Band entstand aus den Ruinen einer amerikaniscen Hardcore-Band, doch mit Hardcore war nun Schluß, Death Metal war angesagt. Das erste Demo, das man aufnahm, verkaufte sich im Laufe der Zeit über 2000 Mal. Doch nach einer gewissen Zeit war die Luft etwas raus, die Lust, straighten Death Metal zu spielen, hat ein wenig nachgelassen. 1995 fand die Band sich wieder zusammen mit neuem Drive und neuer Energie und der Idee, endlich ein eigenes Ding zu drehen, sprich, der Musik eine wirklich persönliche Note zu geben. Und hier ist sie, die CD, eine düstere, harte, schnelle, brutale Scheibe mit dem gewissen Etwas in den ruhigen Parts. Auch wenn das Bild auf der Rückseite der CD ein wenig peinlich ist (es sei denn, es ist eine parodistische gemeinte Photographie), bringt die CD gekonnte Klänge, die aber nicht zu 100% aus der Hölle kommen, sondern noch menschliche Seiten an sich haben. (H.H.)

INKUBUS SUKKUBUS - Supernature


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Alice In... / Nova Media

INKUBUS SUKKUBUS have ever been INKUBUS SUKKUBUS and will ever be INKUBUS SUKKUBUS, they are unique, also on their 8th album „Supernature“. INKUBUS SUKKUBUS are one of UKs longest running Gothic-Rock bands, their musical style is often called „Pagan Rock“, which does not mean anything else than Gothic-Rock with Pagan inspired lyrics. The sound is still very comparable to Ghost Dance (from the 80s) and Die Laughing (from the 90s), very powerful and melodic and Candia´s voice is again very lovable. Many songs are even dancable and will be played in good Gothic-Clubs, I think. On the other hand, most of the songs are sounding very similar and even most of the albums do, too. If you wait for any new influences or ideas in INKUBUS SUKKUBUS´ work, you possibly will be a bit disappointed. I don´t mean, that the CD is not good, but some new attractions on future works would be very lovable for my taste. Anyway, I you liked the band before, you will also love „Supernature“. I was always a fan and will be one in the future.Don´t miss the band playing live! (A.P.)

Webadresse der Band: www.inkubussukkubus.com

INNERSELF - Emotional Disorder


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Locomotive

Nachdem die Band LEVIATHAN viele Auftritte hatte und mehrere Demos aufgenommen hatte, stellte sich der Erfolg leider nicht ein und so gab es ein paar künstlerische Umstrukturierungen und einen neuen Bandnamen, nämlich INNERSELF und nun, Anfang 2004, gibt es dann auch das Debut-Album, das gleich beim bekannten Metal-Label Locomotive erscheint. INNERSELF präsentieren Metal, deren Gitarrenarbeit aus Riffs besteht, die sich auch schon Rammstein ausgeborgt haben. Dazu gibt es dann traditionell quietschende Gitarren, doch die Rhythmusgitarre bestimmt die Songs. Da bleibt der Gesang auch ein bisschen hinten an. Irgendwie klingen INNERSELF extrem Retro und kommen mit einer gewissen Härte herüber, auch wenn die Stücke im Grunde allesamt im Midtempo daherkommen. Für mich klingt es so, als ob man noch nicht zu sich selbst gefunden hat und seinen eigenen Charakter noch nicht gefunden hat. Darüber hinaus klingen die Stücke auch allesamt sehr ähnlich. Was bleibt, ist ein kraftvolles, solide eingespieltes Album. Positiv bleibt im Ohr, dass es einige Ecken und Kanten gibt, die die Produktion nicht wegmixen konnte und die aus INNERSELF eine menschliche Band machen, die Musik mit dem Körper machen, nicht nur mit dem Kopf. (H.H.)

IN MITRA MEDUSA INRI - Commedia Del Arte


Erstveröffentlichung: CD / Spirit Production / SPV

""Commedia del Arte"" is the second album of the german dark-Wave-Band IN MITRA MEDUSA INRI. Really a name, that brings you all the cliche into mind, that exist about the Gothic/Dark-Wave-scene, but the whole thing is not such disappointing, as I thought. It´s more a really fascinating mixture of Dark-Wave atmospheres and Pop-melodies in the tradition of 80s Wave. Beside nice guitar-lines, IN MITRA MEDUSA INRI also use experimental electronic moods. Sometimes it reminds me a bit on good old Clan of Xymox and Sad Lovers And Giants, not the worst models, a young band can choose. Definetly a great and positive surprise. (A.P.)

IN MY ROSARY - Split mit Griffin´s Fall


Erstveröffentlichung: 7 Inch 1996 / Eigenproduktion

IN MY ROSARY kennt man im Romantic-Wave-Sektor schon seit vielen Jahren und die Gruppe zeichnete sich immer durch eigenwillige, aber stets qualitativ hochwertige Produktionen aus. GRIFFIN´S FALL war hingegen ein Projekt aus dem Umfeld der leider beinahe vergessenen Printed At Bismarck´s Death, die Anfang der 90er mehrere großartige Platten veröffentlicht haben, aber leider nie den richtigen Durchbruch erreichen konnten.

Beide Projekte haben nun vor einigen Jahren eine hübsche kleine Split-Single veröffentlicht, die zwar wenig spektakulär daher kommt, aber doch ein feines Sammlerstück ist, wenn man den deutschen Wave-Sound der 90er Jahre mag. GRIFFIN´S FALL bieten ein Stück ihrer schönen CD „A Medicine For Melancholy“, das sehr minimalistisch klingt. IN MY ROSARY hingegen haben zwei Stücke beigesteuert, einmal einen ungewöhnlich elektronischen Remix und einmal melancholischen New Wave. Die Single ist nicht mehr und nicht weniger als ein hübsches Sammlerstück für Fans, aber ich bin mir sicher, genau als das war sie auch gedacht. Ich freue mich jedenfalls, die Platte in meiner Sammlung zu haben. (A.P.)



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