MARKUS - Kugelblitze & Raketen


Erstveröffentlichung: LP 1982 / CBS

MARKUS MÖRL ist in Bad Camberg im Taunus geboren worden und irgendwann nach Berlin gezogen. Nach der Schule hat er dort ein Jurastudium begonnen und seit einem London-Besuch war er begeisterter Punkrock-Anhänger. Das war auch der Grund, warum er zurück in Deutschland zuerst die Band DEUTSCHMARKS gründete und dann die Band NYLONEUTER, die eine LP auf den Markt brachte. Über die Punkmusik lernte er dann Axel Klopprogge kennen, der bei den STRASSENJUNGS spielte. Zusammen wollten sie eine Art „Unterhaltungsmusik“ machen und so spielten sie ein Demo mit einem Halbplayback ein und MARKUS begab sich damit auf die Suche nach einer Plattenfirma, wo er jeweils zu diesem Halbplayback auf Cassette live vorsang. Es hat geklappt und sie bekamen die Möglichkeit, eine ganze LP einzuspielen. Herausgekommen ist „Kugelblitze & Raketen“, eines der großen Aushängeschilder der kommerziellen Neuen Deutschen Welle und eine Platte, die mich auch heute noch ausnahmslos begeistert. Witzigerweise wussten MARKUS´ Eltern damals nicht, dass er eine Platte aufnimmt, denn sie glaubten, dass er in Berlin studieren würde. Irgendwann war der Erfolg dann aber so groß, dass er ihnen alles beichten musste. Ich persönlich mochte die Musik von MARKUS anfangs nicht, doch als ich das Levis Rockfestival in Hamburg (Markus, Hubert Kah, Relax und Nena) besuchte und MARKUS live (mit Teufelshörnern auf dem Kopf) erleben durfte, war ich begeistert. Gefangen hat mich vor allem „Schön sind wir sowieso“, das live wohl kaum zu schlagen ist. Gleich nach dem Konzert habe ich mir dann diese Platte zugelegt und bis heute höre ich sie noch gelegentlich. Ausnahmslos alle Stücke sind fantastisch, sei es „Dampfer dampfen auf See“, „Prinz Eugen von der Lahn“, „Ich bin heut böse“ oder aber auch die drei hervorragenden Singles „Ich will Spass“, „Kleine Taschenlampe brenn“ und „Schön sind wir sowieso“. Aber eines meiner absoluten und ewigen Lieblingslieder wird immer „Kling Klang Schicksalsmelodie“ sein, das Lied über Gabi T. aus Frankfurt. Den Text kann ich im Schlaf runterbeten. Textlich bewegen sich die Stücke der kompletten LP irgendwie zwischen kindlich und pubertär, was wohl zunächst sehr albern klingt, aber in seiner romantischen Naivität einzigartig ist. Wie gesagt, „Kugelblitze & Raketen“ ist eines der ganz großen NDW-Alben und die drei ersten Singles sind Dauerbrenner auf jeder NDW-Compilation. Erstaunlicherweise finde ich „Ich will Spass“ zwar gut, aber im Vergleich zu den restlichen Songs dieses Tonträgers doch verhältnismäßig unpassend und auch musikalisch nicht so ausgereift, wie der Rest. Aber das macht nichts. Was kann man also abschliessend noch sagen? Einfach eine rundum gelungene Platte, die in keinem Plattenschrank fehlen darf. (H.H.)



[ ZURUECK ]