ARTICA - Plastic Terror


Erstveröffentlichung: CD 2006 / Decadance Records / CD 0112

Im Musikbereich ändert sich vieles schnell, auch im Underground, Bands und Trends kommen und gehen. Schön, wenn es dann noch Fixpunkte gibt, die einen durch die Jahre begleiten. ARTICA ist so eine Band, die irgendwie immer mal wieder auftaucht und einen überrascht, dass es sie noch gibt. Anfang der 90er Jahre in Italien gegründet, veröffentlichte die Band erst einige Tapes, dann 1995 und 1997 zwei CDs mit feinstem, typisch italienischen Gothic-Rock und verschwand dann nahezu spurlos aus meiner Wahrnehmung. Nur die alten Alben habe ich immer wieder gerne gehört, weil es eben ziemlich genau die Art von Gothic-Rock ist, die ich gerne mag.
Und nun, 8 Jahre später landet plötzlich ein neues Album der Gruppe um Alberto Casti bei mir im Briefkasten, veröffentlicht auf dem italienischen Label Decadance Records. Das ist doch mal eine Überraschung. So einiges hat sich bei der Gruppe verändert, vor allem werden inzwischen nicht ausschließlich italienische Songtexte verwendet, sondern auch englische und sogar ein deutscher. Meiner Meinung nach wäre das nicht nötig gewesen, denn die italienischen Bands hoben sich doch immer vor allem durch den so sehr zum Gothic-Rock passenden Klang ihrer Sprache von der Masse ab. Aber mit englischen Texten sind wohl die Vermarktungschancen auf dem internationalen Markt besser. Nun gut...
Musikalisch ist man dem Genre treu geblieben, verarbeitet heute aber mehr Einflüsse, vor allem aus dem Metal-Bereich, was mir persönlich in einigen Songs zu viel ist. Auch scheint HIM zu den Bands gehören, die die ARTICA-Leute gerne hören. Wenn man sich „Ocean“ anhört, wird aber auch klar, dass immer noch The Mission zu den Vorbildern der Italiener gehören dürften. In einigen Songs gibt es auch ein paar elektronbische Klänge oder Dark Wave-Einflüsse zu hören.
Elf mal melodiöser Gothic-Rock, der recht gut den Spagat zwischen den klassischen Vorbildern aus den 80er Jahren und den modernen, häufig auch kommerziell erfolgreichen Bands schafft. Mir gefallen nach wie vor die italienischsprachigen Songs am besten, aber insgesamt ist es schon schön, dass man sich auf so manch alten Helden noch verlassen kann. (A.P.)

Webadresse der Band: www.decadancerecords.it


[ ZURUECK ]