CELEBRATE THE NONE - Arthur Have You Eaten All The Ginger-Biscuits


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2002 / Himmelpforten / Alive

CELEBRATE THE NUN war Ende der 80er Jahre wohl so eine Art Vorgängerband von Scooter, jedenfalls haben hier 2 spätere Scooter Leute mitgemacht. Die ganzen 90er Jahre hindurch lag CELEBRATE THE NUN dann auf Eis, bis im August 2002 eine neue MCD erschien, eben die hier besprochene. Allerdings ist nur noch ein Mitglied der Original-Besetzung dabei, deshalb, und weil es sich (laut Info) „um ein völlig neues Projekt handelt“ hat man den Namen zu CELEBRATE THE NONE abgeändert. Naja, wenn ich „ein völlig neues Projekt“ mit fast komplett anderer Besetzung beginne, denke ich mir doch auch einen neuen Namen aus, oder? Hat so ein bisschen den Beigeschmack, als wenn man vom guten alten Namen noch profitieren möchte...

Und was gibt´s zu hören? Synthie-Pop, der deutlich die Stimmung der 80er Jahre in sich hat, aber mit den heutigen Möglichkeiten produziert wurde, also nicht altmodisch klingt.

„Arthur Have You Eaten All The Ginger-Biscuits“ ist ein melodiöser Song, der schnell im Ohr bleibt und durchaus Hitpotential hätte...wäre da nicht der bemühte englische Gesang, klingt irgendwie gekünstelt und seltsam.

Der „Radio Mix“ des Songs ist dennoch sehr gelungen und hat einen leicht naiven Charme, dem man sich kaum entziehen kann. Erinnert mich stark an die Sparks (für die CELEBRATE THE NONE auch schon im Vorprogramm gespielt haben). Der „Eat Them All Mix“ überzeugt da weniger, da wollte man einfach zu viel reinpacken. Wer aber stets moderne Techno-angelehnte Klänge braucht, sollte hier mal reinhören.

Dazu gibt es noch den Song „Will You Be There“, der noch aus alten Bandtagen stammt und damals ein kleinerer Hit war, auch in Amiland. Hier gibt es das sehr treibende, eingängige Stück natürlich in einer Neuaufnahme zu hören, hat aber auch nach so vielen Jahren Hitcharakter. Naja, und dann ist da noch das Instrumentalstück „Uno Estate Nuovo“, das die Interpretation einer Vivaldi Komposition ist und klingt, als wenn Rondo Veneziano jetzt Electro-Pop machen würden. Ganz nett und vielleicht als Konzertintro geeignet...

Alles in Allem macht diese MCD Appetit auf mehr und so darf man gespannt auf das angekündigte Album warten und sich überraschen lassen, ob sich CELEBRATE THE NONE auf dem doch schon stark bestellten Synthie-Pop-Acker durchsetzen können. (A.P.)

THE ASHES OF CREATION - First Breath After Coma


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Capitol East Road Records / Radar Music / CER 2006-01

Ziemlich hämmernd und wavig geht es in „77 Barton Street“ los, die ersten Textzeilen klingen fast so, als wolle man Ian Curtis wieder zum Leben erwecken. Im Refrain wird es dann eher folkig. Eine sehr gelungene Mischung und gleich ein echter Hit am Anfang des neuen Albums von THE ASHES OF CREATION, der Lust auf mehr macht. Schon mit dem Vorgänger-Album „The Porcelain Songs“ konnte die Band einen guten Eindruck hinterlassen. Mit „First Breath After Coma“ setzt die Band ihren Weg erfolgreich fort, vielleicht eine Spur rockiger, insgesamt wird aber einfach schöner Indie-Pop geboten, der hier und da ein paar folkige Elemente aufnimmt. So manches 70s-Gitarrensolo muss man zwar immer noch ertragen, ansonsten gibt es aber hauptsächlich schöne Melodien zu hören, auch wenn kein weiterer Hit wie „77 Barton Street“ auf dem Album ist. Ob es der Band hilft, im Info Gun Club und Franz Ferdinand zu erwähnen? Ich denke, da wird die Messlatte unnötigerweise zu hoch gelegt. Musik, die man immer gut hören kann, im positiven Sinne, und Musik, die ich mir irgendwie live vor allem auf Bühnen von Stadtfesten und von Bürgerhäusern vorstellen kann. Ist nicht böse gemeint, auf solchen Bühnen habe ich schon manch mitreißendes Konzert erlebt in den letzten rund 20 Jahren.
Und: das Booklet gefällt mir diesmal sogar noch besser, als bei der letzten CD, da macht sich jemand bei der Gestaltung wirklich Gedanken, um auch was fürs Auge zu bieten. (A.P.)

Webadresse der Band: www.ashes.de

COMPILATION - Die Deutsche Punkinvasion Vol. 5


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Nix Gut Records / NG83

Gerne wurde Nix Gut Records mit dem verblichenen A.M. Records-Label in Verbindung gebracht, hat sich davon aber inzwischen distanziert. Eine Verbindung gibt es da nicht, außer, dass einige der alten A.M. Releases bei Nix Gut wieder erschienen sind und dort Fortsetzungen der bekannten Samplerserien erscheinen. So gibt es neben neueren „Schlachtrufe BRD“-Samplern nun auch „Die Deutsche Punkinvasion V“ im altbekannten Konzept und Design.
Mit sicherer Hand werden Größen des Genres mit bekannten Szenebands und weniger bekannten Gruppen zusammengestellt, denen vor allem gemein ist, dass sie ordentlich losrocken und deutsche Texte haben. Die alten Bekannten sind TERRORGRUPPE, OHL und die MIMMI´S, einen seit längerem guten Namen haben auch A.C.K., POPPERKLOPPER, S.I.K., KOLPORTEURE, BROILERS, IRRENOFFENSIVE und die KAFKAS. An Namen wie FRUSTKILLER, WILDE ZEITEN, LAK, SPEICHELBROISS, DIE SIFFER, WÄRTERS SCHLECHTE, MONTREAL und FREE LIVING INSANITY muss ich mich erst noch gewöhnen. Die meisten Songs sind große oder kleine Hits, wobei die üblichen Deutsch-Punk-Themen abgehandelt werden. Richtige Ausfälle gibt es nicht zu vermelden. Mit 19 Tracks in unter 50 Minuten wird es auch nicht langweilig und so kann man „Die Deutsche Punkinvasion V“ gut am Stück hören und auch auf Cassette kopieren, um sie beim nächsten Punktreffen unter freiem Himmel einzulegen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.nix-gut.de

HYSTERIC HELEN - U.F.O.


Erstveröffentlichung: CD-EP 2005 / Eigenveröffentlichung

Nach der schon sehr guten EP „Original Snuff Soundtrack“ gibt es nun eine neue CD-EP der slowakischen Band HYSTERIC HELEN „U.F.O.“ steht für „Unidentified Fetish Object“ und enthält zwei neue Songs und zwei Livetracks.
Gleich der Opener „Only Myself“ ist wieder ein (Electro-)Gothic(-Rock)-Ohrwurm vom feinsten, der mit seiner kraftvollen Produktion sicher in einigen Clubs für Furore sorgen dürfte. Und nicht vom dumpfen Anfang täuschen lassen, das gehört so. „Blinded By Light“ ist eher an klassischen Death-Rock angelehnt und macht die CD für Fans dieser Art von Musik lohnenswert. Im Verhältnis dazu fehlt den Livesongs in der Abmischung etwas Power, aber die Songs an sich sind ziemlich gruftig und klischeehaft, ohne dabei peinlich zu wirken. Die Band dürfte auf der Bühne in der Tat sehr unterhaltsam sein. Mich erinnert das alles ziemlich an die ganz frühen Ghosting (zu Zeiten ihrer Tapes „Black Romantic“ und „Secret Books“), als die Gruppe noch richtig gut war. Ansonsten wie gehabt eine Mischung aus dem Sound von Diva Destruction, dem Gesang der Virgin Prunes, Ohrwurmmelodien und vielen anderen Einflüssen. Macht Spaß, gerade, weil es so übertrieben ist. Schönes Cover gibt es auch gleich dazu. Hey liebe Labels (Alice In..., Strobelight und Konsorten), warum sichert sich keiner diese Band und schickt sie zusammen mit Miguel And The Living Dead auf Tour? Das dürften unvergessliche Abende werden!!! (A.P.)

E-Mail-Adresse der Band: hysteric@pobox.sk
Webadresse der Band: www.kde.cz/hysteric/helen

FORTUNAS FAVOURITES - Born By The Sun


Erstveröffentlichung: CD-EP 2005 / Eigenveröffentlichung

Das ist doch mal nett, zwei Sozialpädagogen/Sozialarbeiter, eine Multimediadesignerin, ein Fliesenleger und ein „Fußballstar“ aus Österreich machen unter dem Namen FORTUNAS FAVOURITES gemeinsam Musik und haben mit „Born By The Sun“ ihre erste „offizielle“ CD-Single vorgelegt. Was kann man da für Musik erwarten? Ich hatte mal vor dem Hören auf Indie-Pop/Alternative_Rock getippt und ziemlich genau in diese Richtung geht es dann bei den 5 Songs auch. Durchaus eingängig und leider ohne viele Ecken und Kanten spielt die Gruppe vor sich hin. Das ist absolut gefällig und ohrwurmig, aber eben auch ohne zu stören jederzeit nebenbei zu hören. In US-Collegeradios dürfte das gut laufen und auch in den typischen Highschoolfilmen aus Hollywood gibt es so was häufig zu hören. Wer noch die TV-Serie „Buffy The Vampire Slayer“ kennt, erinnert sich an ähnlich klingende Bands im dortigen „Bronze“-Club. Das ist alles schön und gut, aber irgendwie springt der Funke bei mir nicht so richtig über, das Besondere fehlt und etwas schräger dürfte es auch ruhig sein.
Gitarren-Pop zum immer hören und geeignet vor allem für Bühnen auf Stadtfesten und im örtlichen Juz.
Als Bonus gibt es dann auch noch einen hübschen Videoclip zum Titelsong. (A.P.)

Webadresse der Band: www.fortunasfavourites.net

EINSTüRZENDE NEUBAUTEN - Seele brennt / Nihil


Erstveröffentlichung: DVD 2005

Wie schon gesagt, die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN haben 2005 einen Haufen DVDs auf den Markt gehauen und eine DVD davon ist also dieses Double Feature. „Seele brennt“ ist eine weitere Dokumentation über die Bandgeschichte, die allerdings dieses Mal bis zum Album „Silence Is Sexy“ reicht und ca. 60 Minuten lang ist und in der die Musiker und sogar Nick Cave zu Worte kommen. Zur Geschichte der Band müssen wir hier wohl nicht mehr viel sagen, Fakt ist aber auf jeden Fall, das auch diese Doku fesselt und irgendwie sehr stark lebt von der Erzählstimme von Katharina Thalbach, deren markantes Organ sicherlich jederman von irgendwoher kennt.

Als zweites befindet sich auf der DVD ein Film namens „NIHIL“ aus dem Jahre 1987. Es ist kein Film der EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN, allerdings spielt BLIXA BARGELD eine darstellende Rolle und der Soundtrack stammt von ALEXANDER HACKE, den er zusammen mit den restlichen NEUBAUTEN (außer BLIXA) aufgenommen hat. Der Film ist schwarzweiß, körnig und kontrastreich und verbreitet zusammen mit der guten Musik auch so richtig schön Endzeitstimmung. Die Geschichte ist etwas abstrakt, so dass ich einfach mal kurz den Covertext zitiere: „Eine Gruppe junger Terroristen kämpft verzweifelt und aussichtsos gegen einen nebulösen „Professor“, der als Personifizierung des Bösen mit der Genialität eines Dr. Mabuse die Ruinen der Zivilisation beherrscht“. Diese jungen Leute wollen sich befreien und sind auf dem Weg zu einer Insel und fast der ganze Film spielt auf dem Watt, über das sie zur Insel gelangen wollen, sich ihr aber trotzdem niemals nähern. Ein toller Film, der für sich alleine schon eine Veröffentlichung wert gewesen wäre und der Soundtrack von ALEXANDER HACKE hätte es ebenfalls auf einen Tonträger geben sollen, so gut ist er. So ist „Seele brennt/Nihil“ eine absolut geniale Veröffentlichung, die nicht nur was für NEUBAUTEN-Fans ist, sondern auch für Freunde der Frühachtziger Endzeitstimmung (auch wenn der Film von 1987 ist). (H.H.)

TUESDAY - Geld Für Den Soldatenkönig


Erstveröffentlichung: MC 1986 / Leech-Music Productions

TUESDAY war ein kurzlebiges musikalisches Projekt, das sich 1986 in Hamburg gründete und grundsätzlich nur dienstags probte, da die drei Musiker da immer zwei Freistunden in der Schule hatten. Dabei entstand in kürzester Zeit ein 60 Minuten Tape mit überwiegend spontaner Musik, die wohl zu dem unhörbarsten gehört, was man sich vorstellen kann. Ganz in der Tradition der Früh 80er Genialen Dilletanten in Berlin wurde von den drei Leuten, von denen zwei praktisch keinerlei musikalische Erfahrung hatten, geschweige denn ein Instrument auch nur annähernd beherrschten, einfach drauflos musiziert, mit allem, was so im Jugendzimmer rum stand. Lediglich ein paar auf dem guten alten C-64 Computer vorprogrammierte Rhythmen gaben einigen Stücke eine gewisse Struktur. Billigste Casio Synthesizer, Aufziehroboter, Mülleimer, Xylophon, verstimmte Gitarre, übergroße Sitzmöbel im Coladosen-Design und vieles mehr wurden zur Klangerzeugung genutzt, dazu mehrstimmiger Gesang, Geschrei und sonstiges Rumgedröhne, aufgenommen mit einem einfachen Cassettenrecorder. Das ist schon wirklich genial dilettantisch, irgendwo zwischen purem Krach, Chaos, Minimal-Electro, Industrial, Punk, Neue Deutsche Welle und den frühen Klängen von Harald „Sack“ Ziegler und anderen Helden der guten alten Cassettenszene. Sogar eine frühe Form des Samplings wurde genutzt.
Mit „No Danger“ ist ein richtiger, hitverdächtiger Minimal-Electro Song dabei, , mit „Happy Day (Fuck Off“ ein weiterer, wobei es minimalistischer wohl kaum noch geht. In „Datenschutz (The Class Of 1986)“ wird einfach die komplette Liste einer damaligen Schulklasse verlesen, inklusive aller Namen, Adressen und Telefonnummern und so weiter, was dadurch entstand, dass der Songtext, der auf der anderen Seite des Zettels von einer jungen Dame für die Band verfasst wurde derart schleimig-schlagerhaft-banal war, dass niemand ihn vertonen wollte. Solch absurde Ideen durchziehen das gesamte Tape und erzeugen so manchen Lachanfall, nicht nur beim Hörer, sondern auch bei den Musikern selbst.
Wunderbar, definitiv unhörbar und ich würde Wetten eingehen, dass sich NIEMAND, kein Label je trauen würde, das offiziell auf einem Tonträger zu veröffentlichen. (A.P.)

E-Mail-Adresse der Band: sam@backagain.de

MIDGE URE - Cold, Cold Heart


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1991 / BMG Music / BMG Ariola

MIDGE URE kennt man wohl hauptsächlich von seinen Zeiten als ULTRAVOX-Sänger, der einst JOHN FOXX ablöste. Doch er hat auch mehr getan, so zum Beispiel VISAGE mitgegründet, den Welthit ""Do They Know It´s Christmas"" mitgeschrieben und seit 1986 ist er auf SOlopfaden unterwegs. ""If I Was"" oder auch der Swatch-Werbesong ""Breathe"" waren dann seine größten Hits, ""Cold, Cold Heart"" hatte nicht mehr so den durchschlagenden Erfolg, obwohl es wahrscheinlich fast jeder kennt. Recht fröhlich, erinnert fast ein wenig an 70er-Rockpop. Furchtbar dann die beiden Instrumentaltitel, die folgen. ""Flowers"" ist gerade noch so zu ertragen, aber ganz furchtbar ist ""Supernatural"" mit einem grauenhaften Solo, dass an Santana erinnert. Sollte man schnell vergessen und da auch ""Cold, Cold Heart"" kein Superhit ist, braucht man diese Maxi-CD auf keine Fall. (H.H.)

HUBERT KAH - C´est la vie


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1996 / Polydor

HUBERT KAH hatte nach dem Sterben der Neuen Deutschen Welle trotzdem weitergemacht und sogar noch im Jahre 1989 einen kleinen Hit in den USA gehabt. Außerdem hat der 1961 geborene Künstler viel hinter den Kulissen als Songschreiber und Backround-Sänger gearbeitet. Wegen einer schweren Depression zog er sich Anfang der 90er lange Zeit zurück, startete dann Mitte der 90er mit einem neuen Album namens ""Hubert Kah"", aufwändig produziert mit klassischen Elementen, die vom Wiener Symphonie-Orchester eingespielt wurden. Leider war dieses Album kein großer Erfolg und auch diese Singleauskopplung nicht, obwohl es ein sehr netter, angenehmer und unaufdringlicher Popsong ist, oder, anders ausgedrückt: Eine Ballade. Die Maxi präsentiert das Stück in gleich vier Versionen, einmal die ""normale"", dann folgt eine mit ausgeprägterem Streicherteil, dann natürlich die rhetorische Instrumentalversion und zum Ende hin eine etwas poppigere Fassung. Alles in allem unterscheiden sich die Songs nicht allzusehr in ihrer Wirkung auf den Hörer, so dass das Ganze eher wie eine 17 Minuten lange Version des Stückes klingt. Nett, wirklich nett. (H.H.)

JAMES MONACO - Film und neue Medien


Erstveröffentlichung: Buch 2000 / Rowohlt Taschenbuch / ISBN 3499606550

Es gibt ja zu allem ein Lexikon, selbst zu Michael Jackson und natürlich gibt es auch ein Lexikon zum Film. Auch wenn das Buch „Film und neue Medien“ heißt, geht es bei den 3.500 Begriffen, die ich mir übrigens von vorne bis hinten durchgelesen habe, fast ausschliesslich um Film. Internet zum Beispiel wird wirklich nur ganz oberflächlich angerissen und dass, obwohl diese Überarbeitung des Lexikons aus dem Jahre 2000 ist und das Internet nun wirklich zum Leben gehört. Doch davon abgesehen ist dieses Buch wirklich in Ordnung, es werden hier viele Fachausdrücke erläutert, wer was bei einer Filmproduktion macht und vor allem gibt es viel Historisches zu Produktionsfirmen und so weiter. Der deutsche Übersetzer hat sogar selbst noch Sachen dazugeschrieben, die speziell Deutschland betreffen. Das Werk selbst ist übrigens bereits 25 Jahre alt und wurde ständig überarbeitet und ergänzt. Am spannendesten neben solchen Erklärungen, was ein „Gaffer“ und so ist, sind die wirklich historischen Dinge aus der Stummfilmzeit und noch früher. Alles in allem ein gutes Buch, das eigentlich jeder Filminteressierte im Schrank haben sollte. (H.H.)

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EINSTüRZENDE NEUBAUTEN - Liebeslieder


Erstveröffentlichung: DVD 2005 / !K7

Die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN haben sich 2005 ja überschlagen mit DVD-Veröffentlichungen und eine davon ist diese hier, die sich „Liebeslieder“ nennt und eine Dokumentation aus dem Jahre 1993 ist, die von Klaus Maeck und Johanna Schenkel produziert wurde. Hier konzentriert man sich auf die Geschichte der Band, die mit alten und uralten, aber natürlich auch neueren Archivaufnahmen sowie jeder Menge Interviews aufgepeppt ist. Zu Wort kommen alle Mitglieder der Band, es ist also kein Blixa Bargeld-Sologang, es geht wirklich um die Band. Wir besuchen zum Beispiel die Autobahnbrücke, in der die Band einst ihre erste Platte aufnahm, den legendären Wasserturm und einigs mehr. Man schwelgt im Krach, der für mich einst der Inbegriff von Kunst war und der mir hier nicht nur gute Retrogefühle beschert, sondern zeigt, dass die Neubauten wirklich Wegweiser waren. Ein Weg zwar, den dann kaum einer gegangen ist, jedenfalls nicht in dieser Kompromisslosigkeit, aber immerhin. Von dieser Doku allerdings darf man nicht allzu viel Tiefgang erwarten. Die Musiker dürfen zwar ihre Gedanken kundgeben, doch der Film an sich analysiert nicht, gibt kaum Zeitgeist außerhalb der Band preis und ist im Grunde doch kaum mehr als eine Aneinanderreihung von Videos, Liveauftritten und Interviews. Ist aber auch nicht so schlimm, wie man vielleicht meint. Etwas schade allerdings finde ich, dass kaum mal ein Song ganz ausgespielt wird, wobei ich allerdings in dieser Hinsicht auch schon schlimmere Musikdokus gesehen habe, wo der Musik noch viel weniger Freiraum geboten wird. Wie heißt es doch so schön? Über Musik zu reden, ist wie zu Architektur zu tanzen, ich denke, diese Band hat es geschafft, dass man zu Architektur tanzen kann, mit der kleinen Einschränkung, dass die Architektur kontinuierlich eingerissen wird und Tanzen sowieso relativ ist. (H.H.) (H.H.)

Webadresse der Band: www.neubauten.org


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