CELL DIVISION - Promo Mai 2003


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2003

Endlich was neues von den großartigen Schweizer Wave-Rockern CELL DIVISION. Zwar ist dies noch nicht das neue Album, aber immerhin war man in Berlin mit Thommy Hein im Studio und hat drei Songs aufgenommen.

Als erstes „Fingerprints“, dass das Zeug zum Überhit hat. Man stelle sich vor, Siouxsie Sioux und Gitane Demone hätten gemeinsam einen mittelschnellen Gothic-Rock Song aufgenommen, der zwar klar von den 80er Jahren beeinflusst ist, aber überhaupt nicht altmodisch klingt. Besonders faszinierend ist hier der wummernde Bass, der das Stück sehr kraftvoll macht. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Bassist früher so gar nichts mit der „schwarzen Szene“ zu tun hatte (siehe Interview) und deswegen nicht irgendwelchen Klischees verfallen kann.

Track 2 „The Limetrip“ ist schneller und härter und musikalisch irgendwo zwischen englischem Gothic-Rock und amerikanischem Death-Rock anzusiedeln. Auch hier wieder der treibende Bass und insgesamt absolut hittig.

Mit „Ra“ endet dieses kleine Meisterwerk auch schon wieder. Durch einige Keyboard-Spielereien und die eingängige Melodie ist das sicher der new-wavigste Song hier. Lediglich die Gitarren kommen teilweise fast zu fett rüber, dürften aber Fans des guten alten Brit-Goth mehr als gefallen.

Da wird die Spannung auf das zweite Album der Band doch ordentlich geschürt und besonders reizen würde es mich, die Band mal live auf der Bühne zu erleben, wo sie bestimmt richtig gut abrocken. Wer immer noch den großen Zeiten von Siouxsie And The Banshees nachtrauert (wie ich), könnte in CELL DIVISION eine geniale Aufmunterung finden, nicht, weil sie etwa genau wie die Wave-Punk-Göttin klingen würden (das hört die Gruppe sicher nicht so gerne), sondern, weil sie eine ähnliche Intensität in ihren abwechslungsreichen Songs rüber bringen.

Ich weiß nicht, ob es diese drei neuen Tracks regulär zu kaufen gibt, auf jeden Fall sollten sie schon neugierig auf das kommende Album machen und zu einem Besuch der Homepage von CELL DIVISION anregen.

Ein weiteres, aktuelles Interview wird es spätestens zum neuen Album geben, denn ich halte die Schweizer für eine der besten Gitarren-Wave/Gothic-Bands der letzten Jahre. (A.P.)

Webadresse der Band: www.celldivision.ch

WOLFGANG MüLLER - Geniale Dilletanten


Erstveröffentlichung: Buch 1995 / Merve / ISBN 3883960217

Die Genialen Dillentanten sind Musiker, die nichts können und trotzdem Musik machten (oder Kunst, um es nicht nur auf die Musik zu beziehen). Der Begriff hat sich 1981 begründet, als am 4. September 1981 im Berliner Tempodrom ein Festival mit gleichnamigem Namen stattfand. Hier traten Musiker auf, wie zum Beispiel BLIXA BARGELD mit seinen EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN, DIE TÖDLICHE DORIS, CHRISTIANE F. und einige mehr. Ihr Ziel war es, durch musikalisches Unvermögen eine neuartige musikalische Kunst zu schaffen, Althergebrachtes zu zerstören. Dieses Buch bietet 31 textliche Beiträge von BLIXA BARGELD (EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN), GUDRUN GUT (MALARIA), FRIEDER BUTZMANN, WOLFGANG MÜLLER (DIE TÖDLICHE DORIS) und viele mehr. Das Ganze ist natürlich recht strange, manches einfach nur dadaistisch, manches höchst intelligent, was oft freilich durch eine allzu experimentelle Darstellungsweise im Verborgenen bleibt. Das Buch ist teilweise recht anstrengend, will es wahrscheinlich auch sein, und vor allem ein echtes Zeitgeist-Werk. Es atmet den Geist der Endsiebziger/Frühachtziger, wo Konventionen einfach zum Einsturz gebracht wurden. Das beweist alleine schon die Schreibform von „Dilletant“, denn streng genommen müsste es „Dilettant“ heißen. Es liest sich manchmal wirklich nicht leicht und manchmal weiß man auch gar nicht, was eigentlich gesagt werden soll, aber nie wieder war Dilletantismus/Dilettantismus so künstlerisch wie damals. Dilettantismus heute hat eher etwas mit Dummheit der heutigen Jugend zu tun, damals gab es noch etwas, was Musik noch wirklich ausmachte: Rebellion. Das ist es, was ich heute so vermisse in der angepassten Musiklandschaft. (H.H.) (H.H.)

HIER IM SHOP ERHAELTLICH

COMPILATION - Teutonik Disaster


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Gomma / PP Sales Forces / Gomma032CD

Auf dem Cover dieser feinen Gomma-Produktion steht „Obscure german New Wave Funk, Trashdisko & Hobbyrock“, was eine sehr gelungene Umschreibung der enthaltenen Musik ist. Die Mischung aus bekannteren Acts der Zeit zwischen 1977 und 1983 und (zumindest mir) völlig unbekannten Sachen ist gelungen. Bei der Auswahl der Tracks wurde weitgehend auf Tanzbarkeit Wert gelegt und es gibt nicht unbedingt die „Hits“ der Bands zu hören, was auch gut so ist.
Los geht´s mit „Yellow Power“ von EXPLORER von 1982. Schöner, instrumentaler Synth-Rock zwischen „Blade Runner“-Soundtrack, Jean Michel Jarre und Synthie-Pop. Das gefällt mir, genau, wie der zweite Track des Projektes „Rabbits“, der in die gleiche Richtung geht. Beide Stücke sind gut produziert und schön treibend und extrem tanzbar.
EXKURS sind gleich mit drei Stücken aus ihrem legendären Album „Fakten sind Terror“ vertreten, dem Titelsong, sowie „Steril“ und „Natur“. Ein Klassiker des deutschen New Wave- und NDW-Sounds der frühen 80er Jahre. Das Album wurde vor einiger Zeit mit viel Bonusmaterial vom Label NLW auf CD wieder veröffentlicht. Von CARMEN gibt es danach den Album-Track „Schlaraffenland“ zu hören, sehr typischer NDW-Sound, der nicht mehr Underground ist, aber auch nicht zu sehr in die Schlager-NDW-Ecke rutscht. Und CARMEN Gaspers hört man immer gerne, seit sie bei Andreas Doraus Marinas mitgesungen hat. Schade, dass sie im Booklet als Carmen „Kasper“ falsch geschrieben ist (mal abgesehen davon, das da die Titel 2 und 3 verwechselt sind). SCALA 3 waren 1982 eine der vielen deutschen Bands, die kurz vor dem Durchbruch standen, es dann aber letztendlich doch nicht ganz geschafft haben. Ihr „Irrsinn In Dub“ erinnert stark an den englischen Funk-Wave Sound der damaligen Zeit, der von Gruppen wie Pigbag geprägt wurden. Sehr groovig, aber nicht so ganz mein Ding. Warum BBB und das Stück „Tag“ laut Booklet unbekannt sind und es keine weiteren Infos gibt, bleibt im Dunkeln, handelt es sich doch um nichts anderes als um „Alltag“ von der BERNWARD BÜKER BANDE in einer gekürzten Version. Mysteriös. THE TANZDIELE treten dann aber mit „MusikMusikMusik“ offen hervor. Hübscher Kling-Klang-NDW-Sound, auch ziemlich typisch für die damalige Zeit, auch, weil es sich mal wieder um eine Version eines alten deutschen Schlagers handelt. Leicht angeskat kommt dann die SCHWARZE BEWEGUNG mit „Traumfrau“ aus ihrer guten LP. Aus der frühen Düsseldorfer Szene stammten REIFENSTAHL, deren LP „Die Wunderwaffe“ ein Geheimtipp für Freunde von frühem Minimal-Electro und leicht schrägem Avantgarde-Wave ist. Müsste eigentlich auch mal auf CD wieder veröffentlicht werden. KLICK gehören zu den Gruppen, die mir gar nichts sagen. Ihr „Blauer Lumumba“ ist aber wohl schmeckend. Klicker-Rhythmus, gehauchte Worte und das damals so angesagte Avantgarde-Saxophon, da müsste man mal mehr hören. Auch AMPILLA´S DELIGHT kenne ich nicht. Einmal mehr eine Band, die durch den britischen Post Punk-Sound mit Funk-Bass beeinflusst ist. Nichts ganz aufregendes, aber doch ganz okay, weil ich den schlichten Sprechgesang der Sängerin mag. Völlig obskur und schräg, und wahrscheinlich aus der Tapeszene stammend, sind REIZ DES NEUEN, die eine gewisse „Gilda“ besingen. Wieder einmal, na, was wohl: typisch für die deutsche Musik um 1982/83 ist 50 TABLETTEN, sehr schöner NDW-Sound mit Funk-Bass. GEISTERFAHRER gelten zu Recht als eine der ersten und wichtigsten NDW-Bands, was sie mit dem düsteren „Blumen“ von ihrer zweiten LP „Fest der vielen Sinne“ einmal mehr beweisen. Schließlich noch die MYTHEN IN TÜTEN, bei denen ich immer nur mit einzelnen Songs was anfangen konnte. „Tortellini“ gehört auf jeden Fall dazu, eine sehr eigene Version von DAFs „Mussolini“.
Diese Songs machen „Teutonik Disaster“ zu einer sehr guten Compilation, wenn man auf tanzbaren deutschen Wave aus den ganz frühen 80er Jahren steht. Viele Hits und eigentlich keine größeren Ausfälle. Nur das Artwork finde ich ein wenig, na ja, hässlich, ist aber Geschmackssache. (A.P.)

Webadresse der Band: www.gomma.de

COMPILATION - Es Lebe Der Punk Vol.5


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Nix Gut Records / NG81

Nummer 5 in der Nix Gut-Samplerreihe „Es Lebe Der Punk“, die zum Minipreis dazu dienen soll, das Label- und Mailorder-Programm von Nix Gut vorzustellen. Bei einem Preis von lächerlichen 3 € kann man da auch gar nichts falsch machen, zumal es sogar noch ein fettes Booklet dazu gibt. Wie zu erwarten, gibt es eine ordentliche Portion Deutschpunk/deutschsprachigen Punkrock auf die Ohren, wobei es sogar Größen wie DAILY TERROR und ATEMNOT auf die CD geschafft haben, dazu jede Menge aktuelle Bands wie ABSTURTZ, FRUSTKILLER, NI JU SAN, EX NÖR SÄX, THANHEISER, ÜBERDOSISNICHTS und GAUNERI. Mit am besten gefallen mir wieder einmal KALTE KRIEGER und meine persönliche Entdeckung sind DDP. Über eine Stunde durchweg gute Musik für den Preis...was soll man dazu noch weiter sagen? Schöne CD, die man zum Beispiel auch vor entsprechenden Konzerten gut laufen lassen kann. Ausreden von wegen „zu teuer“ oder so gibt es hier definitiv nicht. Billiger kann man sich nun wirklich keinen Überblick über das, was es derzeit so bei Nix Gut gibt, holen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.nix-gut.de

DE/VISION - Subkutan


Erstveröffentlichung: CD 2006

Subkutan, lateinisch für unter der Haut liegend, heißt es kurz im Lezikon der „Zeit“ und bringt damit auf den Punkt, wie sich die Musik von De/Vision auf einen Begriff bringen lässt. Die Reduzierung auf ein Schlagwort ar stets ein Markenzeichen der Band, die nun bereits seit 17 Jahren schon erfolgreich alle Facetten des synthetischen Pop aufgegriffen und weiterentwickelt haben. Stets auf eine sehr organische, immer gefühlsbetonte Weise entsteht somit ein ureigener Stil, nämlich Elektro – Pop der unter die Haut geht. „Subkutan“ ist nun auch der Titel der neuen Scheibe von Steffen Keth und Thomas Adam. Nachdem De/Vision jahrelang – noch als Trio – erst alle konventionellen Spielarten des elektronischen Pop durchexerziert haben, sollte 1999 das Album „Void“ die Band an die Grenzen des Machbaren und Möglichen führen, experimentierte dabei großzügig mit rockigen Gitarren Arrangements und vertrackt – noisigen Electronics, doch verließ Gründungsmitglied Markus das bis dahin so harmonische Bandgefüge.
Für die beiden übrig Gebliebenen folgte nun die schwierige Phase einer umfassenden Neuorientierung. Mit dem Labelwechsel von WEA zu Drakkar und dem 2001 erschienen Album „Two“, dass sich mit der gewöhnungsbedürftigen Neukonstellation als Duo befasste, versuchten De/Vision sich nicht nur wieder auf ihre Tugenden zu besinnen, sondern auch aus der Erfahrung der gewagten „Void“ Produktion zu lernen.
Aber erst mit den beiden folgenden Alben „Devolution“ 2003 (backagain berichtete) und „6 feet Underground“ (backagain berichtete) stellte sich die offensichtlich nötige Konstanz ein, die De/Vision zu großen Pop Hymnen befähigt. Hier hatten sie mit Arne Schuhman und Joseph Bach auch zwei Produzenten gefunden, die genau die Fähigkeiten der Band herauszukristallisieren verstand.
So sind De/Vision mit „subkutan“ endlich wieder da angekommen, wo sie sich in der postmodernen Ausdrucksvielfalt hinbewegt haben, nämlich immer tiefer hinein in die Gefilde moderner elektronischer Musik, die durchaus offen ist für stilistische Veränderung. In erster Linie entstand dabei emotional tanzbarer Electro Pop.
Schon der Oppener „Subtronic“ macht dabei deutlich, dass sich Thomas und Steffen für das Erreichen ihrer Ziele nicht zwingend konventioneller Kompositionsmethoden bedienen, sondern sehr wohl auch zeitgemäße Einflüße aus dem Dance – Bereich aufgreifen. Der Electro – Clash ist eben auch bei De/Vision angekommen, wird hierbei aber nicht bis zum Exzess durchstilisiert, sondern von dem vorgegebenen Ziel, Ohrwürmer für den gereiften Pop Konsumenten zu produzieren, deutlich untergeordnet. So lebt dieser erste Song vor allem von den zwingenden Beats, die in sphärischen Electro Sequenzen fast instrumental eingespielt erscheinen, als vom Synthesizer hergestellt, bis Steffen mit verzehrter Stimme einsetzt. „The End“ hingegen ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie De/Vision inzwischen mit noisigen, rockig angehauchten Elementen arbeiten.
Wie sehr De/Vision auch als Songwriter gereift sind, demonstriert vor allem „Star crossed lovers“ sehr schön, wo ein balladesk anmutender Anfang erst in einen spannend aufgebauten, dreckig eingehauchten Beat übergeht und dann überhaupt sehr alternativ – rockige Züge annimmt. Auch ""Addict"" merkt man deutlich an, dass die Band das Komponieren zeitloser Pop Hymnen an sich relativ mühelos zu gelingen scheint und sie sich nur noch auf das möglichst interessante Ausstaffieren der Songs in elektronische Gewänder konzentrieren muss. Aber wir wollen auch die Balladen auf diesem Album nicht vergessen, die schon immer zu den markanten Wegpunkten in der Geschichte von De/Vision gezählt haben. So schleicht sich ""No Tomorrow"" mit spacigen Soundscapes und bedacht vorgetragenen Lyrics sehr behutsam in den Gehörgang, während ""In Dir"" zwar leicht grooviger daherkommt, aber mit dem einfühlsam interpretierten deutschen Text - der erst nach gut zehn Jahren an Intensität gewinnt.
So bewegen sich De/Vision auf ""subkutan"" wieder auf breit angelegten musikalischen Pfaden und in vielschichtigen Stimmungen, präsentieren dabei aber immer großartigen Pop fern von Genregrenzen um dabei immer unter die Haut zu gehen.
(Maximilian Nitzschke)

STERIL - 400 Years Of Electronic Music


Erstveröffentlichung: CD 2006 / Endless Records / Alive

Die Band STERIL hat bereits seit vier Alben mit Electronic Body Music geglänzt und so ist es offenbar an der Zeit, einen Rückblick zu tätigen mit diversen Stücken aus eben jenen CDs plus einigen Maxis und Mixen, wobei auch die bekannteren Songs der Band zu hören sind, als da sind „I Get Closer“, „Deep“ und „Egoist“. Dazu gib es noch ein Wendecover, so dass man sich das schönere Artwork ins Regal stellen kann. Da es sich um eine „Best Of“-CD handelt, ist das Material auch recht unterschiedlich. Plötzlich wird es hart mit metallenen Gitarren und dann tönen plötzlich poppige Electrosongs aus den Lautsprechern. Das Ganze wirkt so zusammengemischt recht uneinheitlich und zeigt, dass die Gruppe recht vielseitig ist. Nun denn, das nächste echte Album ist schon in den Startlöchern und soll „Realist“ heißen und dieses wird sich sicherlich wieder etwas homogener zeigen. (H.H.)

OMD - Pandora´s Box


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1991 / Virgin Records

Nach drei Jahren meldeten sich OMD 1991 wieder zurück mit einem neuen Album und neuer Single, nämlich ""Sailing On The Seven Seas"" und feierten damit ordentlich Erfolge. ""Pandora´s Box"" ist die zweite Auskopplung aus dem ""Sugar Tax""-Album und wurde ebenfalls ein großer Hit (Platz 7 in England, Platz 11 in Deutschland). Es ist ein hervorragender Track, der in den allerersten 2 Sekunden glauben lässt, nun käme die Titelmusik der Simpsons. Der Song wurde für diese Maxi-CD hier neu abgemixt, ist aber nicht grundsätzlich anders als die Albumversion. Dann kommt ein Lied namens ""All She Want Is Everything"". Das war erst für das Album geplant und ist nur OMD-Mittelklasse, was aber immer noch oberhalb der allgemeinen Niveau-Klasse der Popmusik ist. Die Erstpressung von ""Sugar Tax"" hatte durch einen Fehler übrigens anstelle des Stückes ""Neon Lights"" eben dieses ""All She Want Is Everything"" drauf. Der dritte Track auf der Maxi-CD dann ist der ""Constant Pressure 12"" Mix"" von ""Pandora´s Box"" und ist schon ein wenig discolastiger, aber schon noch gut hörbar. Der ""Diesel Fingers 12"" Mix"" ist dann eher ein intimer Clubmix mit Entspannungs-Attitüden, nicht mein Fall. Trotzdem ist diese Maxi hier durchweg hörbar und lohnt auch als Ergänzung für die Leute, die schon das Album ""Sugar Tax"" haben. (H.H.)

KELLY OSBOURNE - Shut Up


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2002 / Epic

Bis zur Reality-Soap “DIE OSBOURNES”, wobei Reality hier sicherlich auch in Frage gestellt werden muss, kannte man OZZY OSBOURNE-Tochter KELLY OSBOURNE nicht wirklich. Ich oute mich an dieser Stelle als Gerne-Gucker der Serie und habe alle DVDs tatsächlich mit Genuss angeschaut. Natürlich bleibt einem da die 1984 geborene KELLY OSBOURNE nicht verborgen, ihre Flegelhaltung zwischen Punk und verwöhntem Püppchen machte einfach Spaß und ihre Antihaltung gegenüber allem und auch ihre Mode war gut. Und da die Serie auch vielen anderen gefiel, wurde dann auch gleich eine Platte aufgenommen im Jahre 2002, nämlich der Longplayer „Shut Up“ mit der gleichnamigen Single. Beachtung konnte KELLY OSBOURNE zwar nur mit der Madonna-Coverversion „Papa Don´t Preach“ erlangen, doch „Shut Up“ ist wirklich um Klassen genialer. Ein echt hervorragender Punkrock-Song mit Mitsing-Qualitäten. Natürlich ist das alles gemacht, um den Osbourne-Hype auszunutzen, aber beim Scheisse-an-die-Wand-Schmeissen bleibt erfahrungsgemäß auch hin und wieder etwas kleben. Schön rotzig jedenfalls ist der Titelsong geworden, gefällt mir immer besser, je öfter es läuft. Der zweite Song auf der CD ist ebenfalls auch auf dem Album enthalten, hat ebenfalls eine hängen bleibende Melodie und erinnert irgendwie ein wenig an Helen Schneider. Zu guter Letzt kommt dann noch eine Instrumentalversion des Titelstücks, trendgemäß als Karaokeversion gekennzeichnet. Da die anderen beiden Songs auf dem Album zu finden sind, soll dieser Track den Kauf der Maxi-CD rechtfertigen, was er natürlich nicht tut. Trotzdem, „Shut Up“ ist ein echter Punk´n Roll-Hit. (H.H.)

OMD - Everyday


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1993 / Virgin Records

Dies ist nach ""Stand Above Me"" und ""Dream Of Me"" die dritte Auskopplung aus dem ""Liberator""-Album und ganz ehrlich, das Stück ist auch wirklich nur dritte Wahl. Sicher ist es unverkennbar OMD, aber der Song dödelt ohne Höhepunkte dahin und hinterlässt einfach einen bleibenden Eindruck, weil alles einfach zu ungriffig und langweilig ist. Die gleiche Aussage gilt eigentlich auch für den Rest der Maxi-CD, denn der Song ""Every Time"" ist vollkommen unspektakulär und ""Dream Of Me (Based On A Love´s Theme)"" im Interstella Mix ist eine echte Frechheit. Das Lied habe ich sonst mit Urlaub, guter Laune und Relaxing in Verbindung gebracht, dieser Version fehlt jeglicher Geist und Sinn für irgendeine Atmosphäre. Zum Schluss gibt es dann noch eine schlechte Version eines ohnehin schon öden Songs, das Ergebnis kann man sich sicher vorstellen. Obwohl ich OMD wirklich mag, aber mit dieser Veröffentlichung haben sie wirklich kein Glanzstück hingelegt. (H.H.)

THEJESUS AND MARY CHAIN - Sidewalking


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1988 / Blanco Y Negro / Wea

Als die CD so richtig ihren Siegeszug feierte, wurde dann auch dieses und jenes noch einmal auf CD herausgebracht, was schon älter war. ""Sidewalking"" war einst die Debutsingle der britischen Lärmorgiasten und ein Paradebeispiel für den Spagat zwischen herziger Ballade und ohrenbetäubendem Krach. Im Zuge von ""Barbed Wire Kisss"", der CD, die die Frühphase der Band beendete und die B-Seiten und Mixe enthielt und recht schwer zugänglich war, kam dann auch noch diese Maxi-CD heraus, übrigens im damals recht beliebten 3 Inch-Format. Zusätzlich zu diesem Song ist dann noch die Extended Version des Titeltracks enthalten mit einer satten Länge von 7:50 Minuten und man wird das Gefühl nicht los, dass diese Version nicht lange geprobt wurde, es wurde einfach ein bisschen heftiger Lärm mit den Gitarren gemacht. Dann gibt es noch ""Taste Of Cindy"", live aufgenommen in Detroit sowie eine dritte ""Sidewalking""-Version, die den Mixtitel ""Chilled To The Bone"" heißt und im Grunde auch nur aus Krach besteht. Diese 3""-CD-Single soll recht rar sei, sollte mans sich aber unbedingt zulegen, wenn man sie irgendwo sieht, da ja nicht alles auf den Longplay-CDs erschienen ist. (H.H.)

EDITORS - Munich (Re-issue)

Wiederveröffentlichung: 7 Inch 2006 / Kitchenware Records / SKX83
Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2006 / Kitchenware Records / SKCD83/SKCD832

„Munich“ war die zweite Single der EDITORS und ist inzwischen schon ein echtes Sammlerstück, da sowohl die MCD, als auch die 7“ im weißen Cover längst vergriffen sind. Nach dem riesigen Erfolg des Debutalbums „The Back Room“ wurde „Munich“ nun wie die erste Single „Bullets“ wieder veröffentlicht, diesmal gleich in drei unterschiedlichen Formaten. Man kann es Abzocke der Fans nennen, aber man kann es auch als Versuch sehen, einen der besten Albumsongs einer breiteren Hörerschaft zugänglich zu machen. Mit neuem Coverartwork und anderen „B-Seiten“-Titeln als die Originalveröffentlichung, darf der Sammler gleich dreimal zuschlagen, beziehungsweise muss dies sogar, wenn er alle Songs der Band haben will, denn beide MCDs und die Single enthalten zwar jeweils den gleichen Mix von „Munich“, aber durchweg andere zusätzliche Tracks.
So findet man auf der 2-Track-Single-CD in normaler MCD-Hülle den Titel „French Disko“, der einmal mehr an Echo And The Bunnymen erninnert und durch die EDITORS-typischen schneidenden Gitarren zu gefallen weiß. Mehr gibt es hier nicht zu hören. Das gibt es dann aber auf der zweiten MCD, die im DigiPak kommt und neben dem Titelsong in der bekannten Version auch den „Cicada Remix“ davon enthält, der tatsächlich etwas tanzbarer/elektronischer ist. Dazu den Videoclip zur Single und den typischen, sonst unveröffentlichten Song „Find Yourself A Safe Place“. Wer jetzt nicht um jeden Preis jede Veröffentlichung der Band besitzen muss und vielleicht auf einen einzelnen sonst nicht erhältlichen Song verzichten kann, ist mit dieser „normalen“ MCD am besten bedient und kriegt für sein Geld einen einwandfreien Gegenwert. Und dann gibt es noch die Leute wie mich, die dem guten alten Vinyl etwas abgewinnen können und sich besonders über die 7“ freuen, die als Belohnung auch noch die Demoversion des Albumtracks „Camera“ enthält.
Die EDITORS beweisen einmal mehr, dass die die perfekte Kombination aus der wavigen Eingängigkeit von Coldplay, der Dunkelheit von Interpol und der rohen Direktheit von Bloc Party sind. Was kann es besseres geben? (A.P.)



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