CELL DIVISION - Dissolve


Erstveröffentlichung: CD 2000

What about an often rumoured Gothic-Rock Revival? If I listen to bands like the German Reptyle or CELL DIVISION from Switzerland, I begin to believe in it!

„Dissolve“ is the first, self produced CD of CELL DIVISION and it features fantastic Dark-Rock (as the band calls their music themselves) with female vocals.

First of all, I thought, that CELL DIVISION would be a joy Division influenced band, not only, because of the name, but also of the cover artwork, which looks much like an old Factory Records cover. Anyway, CELL DIVISION sound different, they play very 80s influenced Gothic-Rock without any boring Metal moments. Their music remembers me a lot on Ghost Dance, All About Eve and Die Laughing, but sometimes also on Gitane Demone, Faith And The Muse and Siouxsie And The Banshees. If anybody still remembers the end 80s Hamburg based band Ill Omen or Infected Virgins, they give a good idea about, how CELL DIVISION sound. All in all a very fine mixture of influences and I am sure, the band is really great live on stage.

„Dissolve“ was recorded back in 2000 with singer Yvette G., who left the band later and was replaced by Gelgia C. So I await unpatiently new recordings of the band. Soon, we will interview the band to get more infos about a very promising Gothic-Rock band. The song „Skin Fetish“ is possibly a future classic! (A.P.)

Webadresse der Band: www.celldivision.ch

THE HUMAN LEAGUE - One Man In My Heart


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1995 / Warner Music

Fünf Jahre dauerte es nach “Romantic?”, bis THE HUMAN LEAGUE, inzwischen zum Trio geworden, ein neues Album veröffentlichten, nämlich „Octopus“. PHIL OAKEY wollte es noch einmal wissen und bezeichnete das Album als einen letzten Versuch, einen Hit zu landen. Das klappte, jedenfalls bei der ersten Auskopplung „Tell Me When“, die in England in die Top 10 gelangte, im Rest der Welt dann allerdings doch recht ungehört blieb. „One Man In My Heart“ ist die zweite Auskopplung. Der Song ist ein netter Popsong, ohne Zweifel, auch wenn der etwas penetrante „Uhlalala Uhlalala“-Chor auf Dauer etwas nervt. Es ist aber immer noch unverkennbarer HUMAN LEAGUE-Pop. Der zweite Song, der ""T.O.E.C. Radio Edit"", klingt frappierend so, als würde man Ace Of Base zuhören. Ich kann mir nicht helfen, aber eventuell könnte das auch eine Ace Of Base-Satire sein, so sehr versucht sich das Trio an der schwedischen Erfolgsband zu orientieren. ""T.O.E.C. Unplugged"" ist eine Version, die hauptsächlich mit Akustikgitarre gespielt wurde und zum Schluss gibt es dann noch eine Technoversion von ""These Are The Days"", die unwichtig und nicht weiter erwähnenswert ist. Alles in allem kein großer Wurf. (H.H.)

THE HUMAN LEAGUE - Tell Me When


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1994 / Warner Music

Nachdem THE HUMAN LEAGUE nur noch ein Trio war und seit fünf Jahren keine Platte mehr gemacht hatte, wollte man es noch einmal wissen und einen Erfolg feiern. Und zwar mit dieser Single hier. Und man muss sagen, dass das Stück ""Tell Me When"" auch ein echter Knaller ist, voll im Stil der 80er Jahre und mit vollem Recht hat die Single es in England bis auf Platz 6 geschafft und konnte hier insgesamt sogar einige Zeit verweilen. In Deutschland blieb das Werk allerdings relativ unbeachtet, in die Charts ist es nicht eingestieben, lediglich in den USA konnte man noch Platz 31 erreichen. Wie gesagt, das Lied ist aber trotzdem fantastisch, insbesondere im ""7"" Edit"", doch auch der ""Mix 1"" kann noch überzeugen. ""Kimi ni Mune Kyun"" ist in Zusammenarbeit mit dem Japaner YMO entstanden und verbindet eine schöne HUMAN LEAGUE-Melodie mit einem recht schnellen, tanzbaren Rhythmus in leichter Drum´n Bass-Manier. Die Maxi-CD schließt dann mit einem Instrumental, das noch ganz okay und genießbar ist. Kurz nach diesem Erfolg sollte dann die LP ""Octopus"" erscheinen. (H.H.)

LIQUIDO - Doubledecker


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1999 / Virgin Schallplatten GmbH

Nach dem Überhit ""Narcotic"" der deutschen Band LIQUIDO war es natürlich hart, mit etwas gleichwertigem Weiterzumachen. ""Doubledecker"" ist natürlich auch ein schönes Lied, ganz im LIQUIDO-Style: Recht sanft in den Strophen und dann im Refrain der große Ausbruch, dazu eine große Portion Ungeschliffenheit. Genauso geht es weiter. ""Six Strip Game"" ist ein hochmelodiöser Song mit den liebenswerten Schrammelgitarren und ""Clown"" im Grunde fast noch besser als der Titelsong dieser Maxi-CD. Zum Schluss gibt es dann noch die Demo-Version von ""Focus"", die erst recht ungeschliffen und rau klingt. Alles in allem eine ziemlich gute Maxi-CD, die keine Füllsongs oder abgeschmackte Remixe bietet, sondern echte Lieder, die man sich anhören kann. Wie schon angedeutet, im Vergleich zu ""Narcotic"" kann natürlich keiner der vier Tracks mithalten, aber totzdem ist alles schön deftig und hörenswert und es sollte sich ja auch herausstellen, das die Band keine Eintagsfliege bleiben sollte, auch wenn der Höhepunkt der Karriere schon überschritten wurde. Aber weitermachen auf hohem Niveau ist ja auch was Schönes. (H.H.)

RESURRECTION EVE - Ascension


Erstveröffentlichung: CD 2006 / Endless Records / Alive

RESURRECTION EVE sind zwei Männer aus Australien, nämlich MARK RAILTON und JORDAN ROBBINS und “Ascension” ist das mittlerweile dritte Album. Da das Vorgänger-Album „Rapture“ recht erfolgreich war und viele gute Kritiken bekam, war die Futurepop-Gemeinde gespannt auf das nunmehr vorliegende Werk. Man muss sagen, dass sie ein wenig härter geworden sind und auch die poppigen Klänge sind ein wenig in weiter in den Hintergrund geraten, aber immer noch deutlich vorhanden, besonders, wenn man Songs wie „Life“, „Wine“ oder auch „Guide Me Home“ anhört. Während es anfang noch recht flott vonstatten geht, wird das Album im Laufe der Zeit immer ruhiger, hat dann mit „Hope“ einen regelrechten Stilbruch mit Orchester und Piano. Alles in allem ein höchst zufrieden stellendes Werk. (H.H.)

KOLOSSALE JUGEND - Leopard II

Wiederveröffentlichung: CD 2004 / L´Age D´Or / Lado 17148-2
Erstveröffentlichung: LP 1990 / L´Age D´Or

Neben dem Debutalbum „Heile Heile Boches“, sicher eines der Weg weisenden Werke für die so genannte „Hamburger Schule“, ist 2004 auch das zweite und letzte Album von KOLOSSALE JUGEND endlich auf CD wieder veröffentlicht worden. „Leopard II“ ist eine konsequente Fortsetzung dessen, was mit „Heile Heile Boches“ angefangen wurde. Für mich ist das Debut bis heute eine der wichtigsten deutschsprachigen Platten seit Fehlfarbens „Monarchie Und Alltag“, ganz kommt „Leopard II“ da natürlich nicht heran, aber die Platte steht trotzdem meilenweit über dem, was uns sonst so als deutsche Rock-/Popmusik aufgenötigt wird. Musikalisch vielleicht etwas weniger roh, aber trotzdem sperrig und gesanglich rotziger kommt „Leopard II“ daher. Hits wie „Kinderlied“, „Grüße + Lügen“ oder „Fertig, Raus“ haben auf mich heute noch die gleiche aufrüttelnde Wirkung, wie vor 16 Jahren. In der Zeit zwischen Mauerfall und „Wieder“-Vereinigung war die Platte wichtig mit ihren klaren und vor allem unpeinlichen Kommentaren zur allgemeinen Euphorie. Und sie ist es heute noch, denn Musik und Texte haben nichts von ihrer Schärfe verloren.
KOLOSSALE JUGEND waren auch damals im Rahmen einer ziemlich aktiven Hamburger Musikszene immer unangepasst und stachen aus der Masse guter Bands hervor, mithalten konnten da wohl nur Die Erde.
Die CD-Version von „Leopard II“ enthält neben den Tracks des Albums noch einen Mitschnitt eines Konzertes von März 1989 mit 10 Stücken, die ziemlich gut die raue Energie der Band auf der Bühne rüberbringen. Im fetten Booklet gibt es neben den Texten und schönem Bildmaterial auch kurze Texte von Wegbegleitern über die Band. Eine insgesamt also mehr als runde Sache, diese CD. Wenige Bands haben es wohl geschafft, die Energie des Punk auf Platte zu bannen, ohne eigentlich Punk zu spielen. Nach „Leopard II“ trennte sich die Band für lange Zeit, wahrscheinlich war das gerade der richtige Zeitpunk, um nicht in Wiederholungen oder Belanglosigkeit abzudriften. Nur zwei LPs, eine Single und irgendwelche Samplerbeiträge und alles wirklich aufregend...welche Band kann das schon von sich behaupten? (A.P.)

PETER SCHILLING - Fehler Im System

Wiederveröffentlichung: CD 1992 / Wea
Erstveröffentlichung: LP 1982 / Wea

Mit „Major Tom (Völlig Losgelöst)“ hatte PETER SCHILLING einen DER Überhits der Neuen Deutschen Welle, die Nachfolgesingle „Die Wüste Lebt“ war auch noch recht erfolgreich und auch das dazugehörige Album „Fehler Im System“ war ein Hit.
Immerhin war PETER SCHILLING ein richtiger Musiker, der seine Songs selbst geschrieben hat und ein Gespür für monumentale Melodien hatte er auch immer. So ist „Fehler Im System“ dann auch ein richtig gutes Album geworden, das neben den beiden Singlehits auch einige weitere sehr gute Stücke enthält, vor allem natürlich den Titeltrack „Fehler Im System“, der zu den besten von SCHILLING überhaupt gehört. Aber auch „Dann Trügt Der Schein“ und „U.S.A.“ wissen zu gefallen. Textlich ist es teilweise ziemlich gesellschaftskritisch, ohne jedoch richtig politisch zu werden, ähnlich also, wie bei Nenas „99 Luftballons“ oder Geier Sturzflugs „Bruttosozialprodukt“.
Interessant sind vor allem auch „Major Tom“ als Fortführung der Single „Major Tom (Völlig Losgelöst)“ und die Interpretation des traditionellen Weihnachtsliedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“. „Ich Hab´ Keine Lust“ klingt beinahe wie eine Hommage an den frühen Joachim Witt und lediglich „Fast Alles Konstruiert“ ist nicht so ganz überzeugend und einfach zu lang.
Im Bereich der kommerziellen, industriell ausgeschlachteten Neuen Deutschen Welle von 1982/83 ist „Fehler Im System“ auf jeden Fall eines der besseren Alben, die sich vom Schlagereinerlei abheben, wunderbare Melodien haben und auch über textlichen Tiefgang verfügen. Auf jeden Fall eine Pflichtplatte des Genres. (A.P.)

DIETER KRONZUCKER - Asien


Erstveröffentlichung: Buch 2001 / Naumann & Göbel / ISBN 3625105543

Dies ist ein großformatiger Bildband im DIN A4-Format mit Fotos, die Korrespondent Dieter Kronzucker bei seinen jahrelangen Reisen durch die Welt geschossen hat, hier freilich reduziert auf die Asien-Aufnahmen. Es beginnt mit der sagenhaften Seidenstrasse, weiter geht’s durchs Gebirge des Himalaya, der Mekong, durch Klöster, Wüsten, durch Indien, durch Japan, durch Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und so weiter und so fort. Natürlich kriegt auch China einen großenTeil des Buches ab. Natürlich sind 190 Seiten nicht genug, um einen ganzen Kontinent abzuarbeiten. Die Texte sind relativ knapp, oberflächlich und nur auf wenige Punkte beschränkt, so dass man keinen tiefergehenden Einblick in irgendetwas erhält. Vielmehr ist der Band einfach dazu gedacht, sich einen groben Überblick zu verschaffen, ein bisschen zu schmökern und ein wenig Fernweh zu kriegen. Europa, Amerika, auch Afrika, diese Kontinente kennt man zur Genüge, Asien bietet so viel Unbekanntes, ich jedenfalls habe durch das Buch noch mehr Interesse an diesen Kontinent bekommen und denke, wenn der Geldbeutel und die Zeit es zulässt, hier auch mal weitere Reisen zu unternehmen. (H.H.)

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TIGA - Sexor


Erstveröffentlichung: CD 2006 / Pias

Der Kanadier TIGA ist eigentlich ein Mann, der im Dancebereich einen Namen hat und Acid liebt, ja, so etwas gibt es noch heute. Nun, wenn man sich die Kritiken zu der CD im Internet so anguckt, wird immer über Dance und Dance und Dance gesprochen. Das finde ich überhaupt nicht. Das ganze Album ist natürlich ein Popalbum, sicherlich oft tanzbar, aber trotzdem vielmehr Pop als Dance. Doch aus das ist nicht das Gute an diesem Silberling. Das Gute sind all die analogen (bzw. analog klingendenI) Sounds, die er benutzt. Beim ersten Mal hören könnte man noch denken, dass alles ein wenig langweilig erscheint, doch bereits beim zweiten Mal hören kristallisieren sich kleine Hits raus und beim dritten Genuss stellt sich echte Begeisterung ein. Sicherlich sind kleine Dance-Momente darin, die 80er aber dominieren, wenn auch ein bisschen modern dargeboten. Also, auch wenn TIGA eher für Dancehall-Süchtige ein Begriff ist, können sicherlich auch Frühachtziger-Fans einen Blick riskieren. Wichtig ist, dass man das Album mehr als einmal hört! (H.H.)

HIS DIVINE GRACE / NOVY SVET - Nachtfang


Erstveröffentlichung: 10 Inch 2005 / Reue Um Reue / R.U.R. 001

Reue Um Reue ist das Schwesterlabel von Treue Um Treue und ist für die eher ambient-industriellen Klänge zuständig. Die erste Veröffentlichung auf Reue Um Reue ist diese Collaborations-10“ der beiden bekannten Projekte HIS DIVINE GRACE und NOVY SVET. Auf beiden Plattenseiten ist jeweils ein langes Stück, wobei wahrscheinlich jeweils ein Projekt die Fäden in der Hand gehalten und das andere zuge-/bearbeitet hat. Wie nicht anders zu erwarten, gibt es ambiente, sehr ätherische Klänge zu hören, die bis hinein in hypnotische Welten gehen und möglicherweise sogar für Meditation geeignet sind, nicht aber, wie man vielleicht befürchten könnte, für irgendwelche Rituale.
Ich kenne mich nicht gut genug mit diesem Stil aus, um irgendwelche Vergleiche nennen zu können, auf jeden Fall ist die Musik aber eher entspannend als düster und unterscheidet sich beispielsweise sehr von HIS DIVINE GRACEs CD „Eurydice“, die doch zugänglicher ist.
Wer diese Art von Musik mag, macht hier nichts falsch, ich muss allerdings in sehr spezieller Stimmung sein, um die Platte aufzulegen.
Trotzdem würde ich die Platte für keinen Preis der Welt hergeben, denn von der Aufmachung her ist es eine der schönsten Platten, die ich bisher in meiner nicht so ganz kleinen Sammlung habe. Das Artwork ist komplett in sehr schönem grau gehalten, wobei das schlicht gestaltete Cover aus strukturiertem festem Papier ist. Dazu gibt es fünf knapp DinA5-formatige Beilagen aus dem gleichen Material und die 10“-Platte selbst kommt in grauem Vinyl mit farblich passenden Etiketten daher, was einfach unglaublich genial aussieht.
Da die Veröffentlichung aus noch auf 525 Exemplare limitiert ist, heißt es definitiv: zugreifen! Mehr geht nicht, was die Gestaltung angeht! (A.P.)

Webadresse der Band: http://eys.online.fr/tutrur

EDWARD ARTEMYEV - The Odyssey


Erstveröffentlichung: CD 1998 / Electroshock Records / ELCD 008

EDWARD ARTEMYEV ist einer der bekanntesten zeitgenössischen russischen Komponisten. Er hat seit Mitte der 60er Jahre unter anderem die Filmmusik zu legendären Werken wie „Solaris“ und „Stalker“ komponiert und gilt als einer der Vorreiter elektronischer Musik in Russland. 1997 schließlich war er verantwortlich für die musikalische Untermalung der TV-Verfilmung von Homers „Odyssee“, die vom London Philharmonic Orchestra eingespielt wurde. Die Verfilmung mit Weltstars wie Christopher Lee, Greta Scacchi, Isabella Rosselini und Geraldine Chaplin war leidlich unterhaltsam, aber sicher kein Meisterwerk, da zu sehr auf den Geschmack des TV-Publikums abgezielt wurde, eine typische Hallmark-Produktion eben, nett und bunt, aber ohne zuviel Tiefgang. Die Musik jedoch ist grandios, wie man es von solch einem Komponisten und diesem Orchester nicht anders erwarten durfte.
Hier wird uns ein klassischer Soundtrack geboten, dessen einzelne Stücke auf konkrete Filmszenen zugeschnitten sind und perfekt die jeweilige Atmosphäre transportieren. Sicher eine Auftragsarbeit, aber doch offenbar mit viel Liebe zum Detail komponiert. Thema und Sound erinnern an die Monumentalfilme der 50er und 60er Jahre und Soundtrack-Fans, die den alten, orchestralen Stil bevorzugen, werden hier begeistert sein. Von monumental-hymnisch über romantisch-entspannt bis ruhig-bedrohlich ist immer die passende Musik zum Film entstanden. Wundervoll.
(A.P.)

Webadresse der Band: www.electroshock.ru


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