FEUERSCHWANZ - Prima Nocte


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Deaf Sheperd / Indigo

Mit Lanze und Laute bekehren die Ritter um Hauptmann Feuerschwanz das Publikum zum Glauben an das wahre Gelage. Tröten, Flöten und folkige Lautenrhytmen, ungewöhnliche, freche und manchmal sogar tabulose Texte, schlagen das Publikum in den Zauberbann von minniglicher Metseeligkeit. Das ist das brünftige Geheimnis von Feuerschwanz, des Hauptmanns geilem Haufen.

"„So kommt herbei zu Met und Tanz und feiert mit dem Feuerschwanz...“

Mittelalterlich inspirierte Musik boomt wie nie zuvor. Bands wie In Extremo, Corvus Corax oder Schandmaul stehen in den deutschen Charts und sind trotzdem noch kult- und szenekompatibel. Doch bislang ging es verhältnismäßig ernst zu.
Nun kommt mit Feuerschwanz das Lachen zurück ins Mittelalter. Tabus gibt es für die Erlanger Band keine. Wo die Geschichten anderer schweigen, schreit Feuerschwanz die lüsterne, komische oder manchmal auch etwas eklige Wahrheit hinaus. Feuerschwanz schafft sich eine eigene musikalische Nische und ein eigenes, unverkennbares Erscheinungsbild. Die „trashigen Glamritter“ lassen eingängige Melodien mit mittelalterlichem Touch auf zeitgemäße Folk- und Rockmusik prallen und verkünden dabei ihre lüsternde Botschaft vom wahren Rittergelage.
Die ersten Ideen zu Feuerschwanz entstehen im Jahr 2000. Peter Henrici alias Hauptmann Feuerschwanz ist die Mittelalterszene zu humorlos und tabuisiert. Das war der „Rock“ mit Bands wie JBO längst für sich entdeckt hat fehlt der Szene mit den Dudelsäcken noch. So entstehen die ersten Feuerschwanzsongs wie „Prima Nocte“ oder „der Teufel“. Doch vorerst lebt Feuerschwanz nur in einer Schreibtischschublade bis Anfang 2003. Tobias Heindl – Geiger der Irish Speedfolker „Fiddlers Green“ - das erste Material hört und sofort Feuer und Flamme ist für des Hauptmanns brünftiges Mittelalter. Seine folkigen Geigenmelodien fließen in das bestehende Songmaterial ein und erhöhen die Tanzbarkeit der einzelnen Songs. Vom grünen Geiger infiziert findet auch Bassist Andre Linke zu Feuerschwanz. Flöte, Gitarre und Schlagzeug rekrutiert Henrici bei Merlons Lichtern.

Ein Jahr später ist es soweit. Im Erlanger Omega gibt Feuerschwanz am 15. Mai 2004 sein Debüt. Doch nach diesem Auftritt steht die junge Band erstmal kurz vor dem Aus. Die Hälfte der Band steigt aus, da sie sich mit den expliziten Texten und der trashigen Bühnenshow nicht identifizieren können. In dieser Stunde der Not stößt Bastian Brenner zum geilen Haufen und füllt als Flöter eine der entstandenen Lücken. Neben dem Hauptmann ist der die zweite Front des geilen Haufens. Jan Schinder übernimmt den Platz des percussionisten. Nun geht es wieder bergauf. Durch mehrere Supporte bei der befreundeten Band Fiddlers Green erspielen sich die Feuerschwänze bald einen Namen und den Rang eines Geheimtipps in der Szene und begeistern so auch beim Veldensteiner Festival 2005 die Massen.

Feuerschwanz verarbeiten historische Motive ob in textlicher oder Melodieform. Man beschränkt sich aber nicht darauf eine jahrhundertealte Kunst fortzuführen, sondern entwickelt durch Überspitzung der klassischen Themen und der Persiflage des „Mittelalters“ und der heutigen Mittelalterszene eine eigenständige Form, die sowohl auf Rock-Festivals, in Konzerthallen und auf Mittelaltermärkte passt. (Maximilian Nitzschke)



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