CHANDEEN - Spacerider - Love At First Sight


Erstveröffentlichung: CD / Synthetic Symphony / SPV

Auch CHANDEEN hat es nun von Hyperium zu SPV verschlagen. Die Gruppe kenne ich bereits aus ihren Tape-Tagen, habe sie aber während ihrer Heavenly Voices-Zeit eher geringinteressiert verfolgt, auch wenn mir die Lieder, die ich gehört habe eigentlich ganz gut gefallen haben. Gespannt legte ich also das neue Album ein und war von dem instrumentalen Intro-Stück erstmal schwer geschockt. Langweiligste und seichte Popmusik, mit leichte an die 70er erinnernden Space-Gitarren. Etwas angenehmer wird es dann beim Titelsong, der mit hübschen Frauengesang aufwarten kann und teilweise sehr minimalistisch arrangiert ist, allerdings stört der Rhythmus ein wenig, ich glaube, man nennt das Trip Hop oder so. Es folgen weitere schöne Popsongs. Laut Info hat man aus allem möglichen seine Einflüsse gezogen, von Blues, über Pop, Country und Rock bis hin zu modernen Dancerhythmen. Es kommt zwar eine recht eigene Mischung dabei heraus, aber mehr als eine arg verkommerzialisierte Musik, die manchmal, mit viel Wohlwollen, an Lorrena McKennit (schreibt man die so?) erinnert kommt leider nicht dabei heraus. Im Studio wurden alle Ecken und Kanten weggemischt, so daß es meistens eine Spur zu glatt wirkt. Sicherlich spekuliert man mit dieser CD auf Radioeinsätze und eventuell einen ersten kleinen Charterfolg, ob das aber gelingen wird, wage ich zu bezweifeln. Vielleich als erwachsenere Alternative zu X-Perience??? Mit Wave oder Underground in irgendeiner Art und Weise hat das nun aber auch absolut nix zu tun, das ist reinste Popmusik, nicht unbedingt das richtige für mich, aber doch mit dem Potential (in Zukunft: Potenzial) für eine breitere Hörerschicht. (A.P.)

CAMERA OBSCURA - Strange Faces / Moving The Mercury


Erstveröffentlichung: 7 Inch 2006 / Anna Logue Records / Anna 002

Nachdem als erste Veröffentlichung auf dem feinen Anna Logue Records-Label 2005 eine LP der englischen Früh 80er Band CAMERA OBSCURA erschienen ist, wird nun eine 7“ mit zwei bisher unveröffentlichten Songs von 1983/84 nachgelegt. Wie sollte es anders sein...beide Songs sind wieder lupenreiner Minimal-Wave, der Fans der guten alten Zeit wohlige Schauer über den Rücken laufen lässt. Klingt irgendwie, wie eine Mischung aus Real Life und Twice A Man, einmal eher atmosphärisch, einmal tanzbarer. Wunderbare Mischung, die die Single zu einer weiteren Perle in jeder Sammlung macht. Die schlichte Aufmachung ist sehr geschmackvoll, dazu gibt es ein Textblatt und die Reproduktion einer Anzeige zur ersten Single auf Small Wonder Records. Da diese Platte wieder auf 400 Exemplare limitiert ist, sollte man nicht lange überlegen und zuschlagen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.annaloguerecords.com

OFF-TOPIC - Antihaftbeschichtung erleichtert den Transport von klebrigen Zutaten


Erstveröffentlichung: Sonstiges

Pressemitteilung:

Im Nu gereinigt
Antihaftbeschichtung erleichtert den Transport von klebrigen Zutaten

Lüneburg, 24.05.2006

Bei der Herstellung von Fruchtschnitten bleiben Teigreste an den Transportbehältern hängen. Damit das nicht passiert, empfiehlt das Lüneburger Unternehmen Impreglon AG den Einsatz einer speziellen Antihaftbeschichtung.

Bei der Herstellung von Fruchtschnitten wird klebrige Rohmasse verwendet. Dabei gelangt der fertig gemischte Früchteteig mit Transportwagen zur Portionierungsanlage. ""Die Rohmasse ist so klebrig, dass Teigreste an den Transportbehältern hartnäckig kleben bleiben. Die Reinigung ist sehr mühsam und aufwendig"", weiß der technische Kaufmann Christian Röhling zu berichten, der die Anwendung bestens kennt. Durch das Beschichten der Transportbehälter mit ChemCoat entfällt der Reinigungsaufwand fast vollständig. Die verbesserten Antihafteigenschaften verhindern das Festkleben der Teigreste. Rückstande lassen sich einfach abspülen. Reinigungszeit wird zu Produktionszeit. ""Fast alle Behälter und Vorrichtungen, mit denen Lebensmittel transportiert werden, eignen sich für den Einsatz einer Antihaftbeschichtung"", sagt Röhling. ""Wir beschichten z.B. Behälter, Rinnen, Bleche und Fördereinrichtungen, an denen Tiefkühlfrüchte, Fruchtzubereitungen, und Marmelade nicht haften bleiben dürfen"". Eine Beschichtung hält in der Regel mehrere Jahre - je nach Anwendung und Materialbeschaffenheit unterschiedlich. Das jeweilige Maschinenteil wird lediglich einmal aus- und eingebaut. Dies geschieht normalerweise während eines Wartungsintervalls oder am Wochenende. Innerhalb von einer Woche ist das beschichtete Teil wieder zurück.

Über Impreglon:

Die Impreglon AG veredelt Oberflächen verschiedenster Teile aus nahezu allen Branchen. Durch das Aufbringen speziell entwickelter Materialien werden Antihafteigenschaften, Verschleißbeständigkeit, Gleitfunktion und Korrosionsschutz erheblich verbessert. Als Oberflächenveredeler hat man sich neben Fluorpolymer-Beschichtungen auf das thermische Spritzen verschiedenster Metalle, sowie die Verarbeitung umweltfreundlicher Korrosionsschutzschichten spezialisiert. Neben dem Stammwerk in Lüneburg ist die Impreglon AG weltweit mit Niederlassungen in Frankreich, Großbritannien, Holland, Italien, Japan, Ungarn, den Vereinigten Staaten, Schweden, und der Schweiz vertreten. Die Firmengruppe erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 22 Millionen Euro und verzeichnet Jahr für Jahr zweistellige Wachstumsraten. Zu den Kunden gehören namhafte Hersteller aus den Branchen Lebensmittelindustrie, Papier und Verpackung, Kunststoffproduktion, sowie Chemie und Maschinenbau. Für sie ist neben dem Reinigungsaufwand vor allem die Vermeidung von Maschinenstillstand und Ausschuß wichtig. Denn angesichts schwacher Konjunktur und steigendem Wettbewerbsdruck konzentrieren sie sich verstärkt auf die Einsparung von Produktionskosten. Interessenten, die die Oberfläche testen wollen, kommt Impreglon mit einer Musterbeschichtung zu stark reduzierten Konditionen entgegen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.impreglon.de

SUDDENMOOD - Disconnected


Erstveröffentlichung: CD-EP 2006 / Private Release

SUDDENMOOD sind mir erstmals 2002 auf dem guten „New Swiss Waves“ CD-Sampler aufgefallen, wo sie mit einem sehr schönen Gitarren Wave-Track vertreten waren, der mich spontan zu der Äußerung veranlasste, dass ich gerne mehr von der Gruppe hören möchte. Nun ist das möglich geworden, denn der Schweizer Vierer legt eine (Demo-) CD-EP vor, die die Gruppe allerdings soundmäßig stark gewandelt präsentiert.
Zunächst einmal fällt die genauso schlichte, wie wunderschöne Verpackung der CD auf (die ich leider weder gut scannen, noch abfotografieren konnte), die sich wohltuend vom sonstigen Einerlei abhebt und schon mal ein echter Hingucker ist.
Musikalisch hat sich SUDDENMOOD klar weg vom Gitarrensound hin zu überwiegend elektronischen Klängen entwickelt, wobei allerdings der wavige Charakter erhalten geblieben ist. Als Einflüsse nennt die Band selber Depeche Mode, The Cure und New Order, wobei zwei dieser Bands meine ewigen Lieblingsgruppen sind und die dritte auch fast 10 Jahre lang in diese Kategorie gehörte. Nun ja, allzu offenhörlich ist der Einfluss dieser Gruppen nicht, stattdessen gibt es fast durchgehend puren Electro-Wave zu hören, der teilweise sehr tanzbar ist und dann auch leichte EBM-Einflüsse zeigt, ergänzt durch Bass- und Gitarrenklänge. Man stelle sich vor, der Sänger einer Gothic Rock-Band würde bei Psyche singen, dann kommt man schon ganz gut in die Richtung von SUDDENMOOD. Das klingt doch recht viel versprechend und macht auch beim Anhören viel Spaß. Dürfte vor allem für Waver der alten Schule interessant sein, aber den einen oder anderen Track kann man auch problemlos in den heutigen Dark Wave-Discos spielen. Schöne Melodien tun ihr übriges, um „Disconnected“ zu einer schönen Perle in der Sammlung zu machen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.suddenmood.ch

MALORY - Not Now - Not Here


Erstveröffentlichung: CD 1999 / Alison Records

Bei der deutschen Band MALORY kann man sich darauf verlassen, das man genau das bekommt, was man erwartet, nämlich feinsten Shoegaze-/Dream-Pop, der einen in ferne Welten entführt.
Das war schon auf dem 1999 aufgenommenen ersten Album „Not Now – Not Here“ so, wobei der Titel passender nicht sein könnte. Acht teilweise sehr lange Kompositionen nehmen einen mit auf eine Reise, die man an regnerischen Herbstabenden bequem aus dem Wohnzimmersessel beginnen kann und die einen dahin führt, wo immer man hin will. Die Musik ist extrem schwelgerisch und atmosphärisch und doch eingängig, ohne Pop zu sein.
Irgendwo zwischen den unvermeidlichen Slowdive, Frazier Chorus und The Durutti Column, was ja eine exquisite musikalische Nachbarschaft ist, wie ich finde. Wunderschön. (A.P.)

Webadresse der Band: www.malory-music.com

MEMOIRES D´AUTOMNE - Cliché


Erstveröffentlichung: MC 1996 / Eigenveröffentlichung / MA02

MEMOIRES D´AUTOMNE waren Anfang bis Mitte der 90er Jahre eine französische Wave-Band, die neben diesem und anderen Tapes hauptsächlich auf einigen Compilations zu hören war. Die Gruppe um Hervé Becouse hob sich von den vielen französischen Cold Wave-Gruppen ab und spielte einen eher englischen Gitarren Wave-Stil. Ihre Cassette „Cliché“ enthielt acht wunderschöne Songs, die sich irgendwo zwischen The Cure, Play Dead und And Also The Trees ansiedeln lassen und eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten. Dazu ist es leider nicht gekommen und irgendwann löste sich die Gruppe dann unbemerkt auf. Selbst im Internet ist nicht viel zu finden, außer die üblichen Treffer, was die diversen Samplerbeiträge betrifft. Schade, denn hier hatten wir eine sehr authentische Band, die den Früh 80er-Wave perfekt in die 90er Jahre transportiert hat und gerade die damals schon älteren Fans dieser Musik ziemlich begeistern konnte. Die Chance, dieses Originaltape, übrigens in sehr schöner und hochprofessioneller Aufmachung, in die Finger zu bekommen, dürfte gering sein. Wenn man die Chance hat und den Musikstil mag, sollte man sofort zugreifen! (A.P.)

TIGERBOMBS - Crazy Kids Never Learn


Erstveröffentlichung: CD 2006 / Paul!

Dass aus Finnland immer wieder interessante und spannende Beiträge kommen, weiß man nicht erst seit dem diesjährigen Grand Prix, wo finnische Ork poppigen Hardrock spielen und dabei europaweit höchste Punktzahlen erhielten. Nein, diverse Hummpa-Polka-Bands und anderes abgefahrenes Rock- und Popspektakel kennen wir. Neben all diesem recht abgefahrenen, aber stets höchst sympathischen Kram (abgesehen vielleicht von LORDI, die dann doch eher ein bisschen peinlich sind) wirken die TIGERBOMBS sehr gesittet. Aber trotzdem außerordentlich ansprechend. Die TIGERBOMBS machen eine Mischung aus Schrammelpop, Punk und Garagenrock, alles auf recht raue Art und Weise, aber mit wunderbaren Melodien zum Mitsingen – gottseidank jenseits von billigem Stadiongröhlgesängen. Indie-Rock dürfte eigentlich das richtige Wort sein, aufgepeppt mit Hammond-Orgel, die aber trotzdem irgendwie nicht retro klingt, nicht penetrant wirkt und sich hervorragend in die Musik einfügt. Die beiden Herren Pepe Trouble und Kido Retro spielen übrigens alle Instrumente selbst, jedenfalls im Studio. Live ist das sicherlich recht schwierig. Wenn die Welt gerecht wäre (und das wollen wir doch mal hoffen), dürfte das Album einschlagen. Hoffen wir das Beste… (H.H.)

LIBITINA - Parhelion


Erstveröffentlichung: CD 2006 / Libation Records / LIB 005CD

Nachdem der „typische“ Brit-Goth-Rock so 1985 bis 1988 mit den Sisters Of Mercy, All About Eve, Fields Of The Nephilim, The Mission und einigen anderen Bands seinen ersten Höhepunkt hatte (Früh 80er-Batcave Zeiten mal außen vor gelassen), entstand Anfang der 90er Jahre eine zweite Welle mit Gruppen wie Restoration, Return To Khaf´ji, Children On Stun, Vendemmian, Passion Play, Dream Disciples, All Living Fear und unzähligen anderen Bands, bevor es etwas ruhiger in diesem Musikstil wurde. Ganz weg war er aber nie und seit Ende der 90er Jahre zeigen Bands wie LIBITINA, dass diese wunderbare Musik einfach nicht totzukriegen ist. Daneben beweisen auch zum Beispiel Voices Of Masada oder The Faces Of Sarah oder die deutschen Reptyle und Avaritia (die genialen Funhouse aus Schweden mal nicht explizit genannt), dass 80er beeinflusster Gothic-Rock absolut nicht altmodisch klingen muss.
LIBITINA legen nun ihr viertes Album (+ ein Remixalbum) seit 1997 vor und können, wie schon auf den Vorgängern, absolut überzeugen. Kraftvoller Gothic-Rock (dessen Produktion ruhig noch etwas druckvoller hätte ausfallen dürfen) mit vielen Electro-Einflüssen und fast durchgehend sehr tanzbar. Man hört der 1994 gegründeten Band die Erfahrung der fast 100 Liveauftritte deutlich an und wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich ihre Gigs nicht entgehen lassen.
Am besten gefallen mir die Stücke, die am meisten nach klassischem Gothic-Rock klingen, weniger die, die fast schon purer Synth-Pop oder Dark-Wave sind („Landfill“, „Alea Iacta Est“). Ganz großartig ist zum Beispiel der Opener „Duty Unbound“, der beim Intro stark an John Carpenters „Halloween Theme“ angelehnt ist, danach aber zu einem tollen Gothic-(Electro-)Rock-Ohrwurm wird. Das hat fast schon was von den legendären Hamburgern Cancer Barrack.
Ansonsten kriegt man hier ein durchweg gutes Album geboten, das vielleicht hier und da eine Spur rotziger und dreckiger hätte sein dürfen, aber vielleicht finde ich das auch nur, weil ich gerade vorher Every New Dead Ghost gehört habe. Fans dieser Band dürften besonders an „Panopticon“ von LIBITINA gefallen finden, ein Song, der sicher schnell seine Marke auf den Old School-Goth-Partys setzen wird. Ein absolut tanzbarer Knaller und Höhepunkt von „Parhelion“. (A.P.)

Webadresse der Band: www.libationrecords.co.uk

FRITZ-RADIO - Irgendwie, irgendwo, irgendwann - Die 80er


Erstveröffentlichung: Buch / Ullstein Taschenbuch / ISBN 3548362141

Die 80er werden immer als das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks angesehen. Vielleicht mag das sein, aber es war immer noch eines der innovativsten und fantasievollsten Jahrzehnte. Die Leute, die in den 90ern aufgewachsen sind, mögen lachen, doch mal ehrlich, die Leute, die in den Neunzigern aufgewachsen sind, sind wirklich arme Würstchen, ihr Jahrzehnt hat nichts neues hervorgebracht, alle Wurzeln der Dinge, die hier stattfanden, hatten ihre Wurzeln in den Siebzigern und Achtzigern und können leider nur noch als armseliger Abklatsch bezeichnet werden. Wenn ich höre, wie 14-jährige Punkbands sagen, dass die typischen Punkthemen Spaß und Parties sind, der hat doch noch lange keine Ahnung. Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden, doch das sprengt den Rahmen dieser Besprechung.

Der Berliner Radiosender Fritz spielte Ende des Jahrtausends eine Woche lang nur Songs aus den 80ern und erhielt dermaßen viel Zuspruch, dass man die Aktion gleich auf zwei Wochen verlängerte. Und dann entstand auch noch dieses Buch, wo Fritz-Moderatoren und ein paar andere Leute wie Campino, Kai Havaii, Oliver Kalkofe und einige mehr Rückblicke zu verschiedenen Themen schreiben. Selbstironisch und mit viel Witz. Dabei geht es um Musik, Politik, Film, Autos, Mode und vieles mehr und zwar diesseits und jenseits der Mauer, die Ende des Jahrzehntes nicht nur bröckelte. Natürlich wird keine Peinlichkeit ausgelassen, doch das Ganze ist halt leichte Kost, auf schnelle Unterhaltung ausgelegt und das funktioniert dann auch. Als Enziklopädie der 80er Jahre keineswegs geeignet. (H.H.)

DILEMMA - Dracula


Erstveröffentlichung: 7 Inch 2006 / WSDP / Mauerstadtmusik / WSDP 109 / Mauerstadtmusik 03

Neues aus dem Hause WSDP, diesmal in Kollaboration mit Mauerstadtmusik. Es gibt eine 7“ mit drei Stücken der alten Tape-Szene-Band DILEMMA, die so um 1982/83 herum ihre Musik veröffentlicht hat. Ich muss zugeben, dass das eine Tape, das ich von der Gruppe kenne, nicht so berauschend fand, aber Mauerstadtmusik und WSDP haben für die Single drei Tracks von diversen (Tape-)Samplern ausgewählt, die allesamt feinen NDW-/Minimal-Electro-/Minimal-Wave-Sound bieten. „Dracula“ auf Seite A ist recht düster und wavig und dürfte auch Schwarzkittel über die Minimal-Electro-Szene hinaus ansprechen. „7 Weltwunder Der Technik“ ist eher eine Klangcollage, die entfernt an Die Tödliche Doris erinnert und, wie auf der beiliegenden Postkarte vermerkt, recht dadaistisch wirkt. Der Hit der Single ist aber definitiv „Heisser Typ“, ein NDW-/Minimal-Electro-Hit allererste Güteklasse, der bestimmt bei einigen Partys in Zukunft viele Leute auf die Tanzfläche lockt. Schöne Single, schönes Cover und limitiert auf gerade mal 300 Exemplare, da muss man einfach zugreifen, oder? (A.P.)

Webadresse der Band: www.wsdp.de

ELäKELäISET - Das Humppawerk EP


Erstveröffentlichung: CD-EP 2006 / Humppa Records / Indigo

Große Einnführungsworte zu den Finnen ELÄKELÄISET kann man sich sicherlich inzwischen sparen, die Band dürfte hinreichend bekannt sein und baut sich in Deutschland einen immer größeren Fankreis auf. Allerortens werden zurzeit Fussball-Geschichten veröffentlicht, um der hiesigen WM zu frönen, bzw. vom Hype ein bisschen Kuchen abzuschneiden und so kommt nun auch was von den Finnen. Auf der Frontseite sind sie in Fußballkostümen abgebildet und darüber hinaus wird auf dieser 5-Track-EP komplett in Deutsch gesungen. Es beginnt mit einer Coverversion von Kraftwerks „Das Model“, womit auch schlagartig die Farbgebung des Covers und der Titel dieser EP klar wird. Die Coverversion ist im Grunde wie immer, höchst gelungen und obskur, neu ist halt, dass die Finnen hier deutsche Sprache zum Besten geben. Die anderen vier Stücke aber sind keine Coverversionen, sondern Eigenkompositionen – und diese haben es in sich! „Auf Entzug-Humppa“ ist für mich beim ersten Durchhören das schwächste Stück, hat sich nach dem fünften Mal hören aber zum Besten gemausert. Tolle Melodie, ein echter Sommerhit – Knorkator auf Polka irgendwie. „Ona Nur“ ist ebenfalls extrem nett. Hier werden im Stile von „Ich wäre alles, was du dir wünscht…“ deutsche Namen durch die Gegend geworfen, wie zum Beispiel Michaele Schaffrath, Franz Beckenbauer, Götz George, ja selbst Heino und Hannelore, die sogar bis in den Refrain gerutscht sind. „Samstagtanzen“ ist gleich das nächste Stimmungslied und ebenfalls extrem genial. Das letzte Stück ist dann „Humppakavalier“ und ein ziemlich untypisches Stück. Fast nur mit Akustikgitarre gespielt gibt es hier ein wenig Katerstimmung. Im Ganzen bleibt einem wieder nichts anderes übrig, als auch diesen Tonträger der verrückten, irren Finnen zu empfehlen! (H.H.)



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