THE NOUVE - The Last Goodbye Is Not Always The End


Erstveröffentlichung: CD 2006 / Nouve Recordings / nois 101

THE NOUVE? Nie vorher gehört. Ob das verzeihlich oder einfach Ignoranz ist, weiß ich nicht so genau. Allerdings gebe ich zu, dass ich seit den späten 80er Jahren, als Depeche Mode mit „Violator“ ihr letztes echtes Meisterwerk vorlegten dem Synthie-Pop nicht mehr so ganz viel abgewinnen konnte, natürlich mit positiven Ausnahmen. Und Synthie-Pop gibt es auf diesem Album von THE NOUVE, wohl einem Einmann-Projekt von Robert Nouve. Vermischt wird der meist eher seichte Synthie-Pop mit einigen anderen Stilen, so dass die CD sicher auch für einige Dark Waver, aber auch für den einen oder anderen „Normal“-Pop-Hörer ein reinhören wert ist. Recht gelungen ist zum Beispiel das elegische „Track-4“. Interessant auch die Silke Bischoff-Coverversion „I Don’t Love You Anymore“. Extrem eingängig sind die mittelschnellen Stücke wie „The Completion“, in denen neben Synthies auch „echte“ Instrumente wie hier ein schön wummernder Bass benutzt werden und die Musik abwechslungsreicher machen als erwartet. Auch ein paar New Order-Einflüsse dürften mitgespielt haben. Absoluter Hit ist aber das wunderbare „Kathie Doesn’t Come“ mit einer schönen Gitarren und fast vollkommener Ohrwurmmelodie. Kategorie: (beinahe) perfekter Popsong, der dem Projekt eigentlich den Durchbruch in die Charts hätte verschaffen müssen. Ganz anders hingegen „Love’s Philosophy“, das mit einem Text von Percy B. Shelley musikalisch ein wenig (entfernt) an Nick Cave erinnert. Ich gebe zu, dass ich mich darauf vorbereitet hatte, die CD nach dem Hören auf den „aussortiert“-Stapel zu packen, aber die genannten Songs und einige mehr haben mich doch dazu bewogen, die CD in meine eigene Sammlung einzureihen. Sicher werde ich sie nicht jede Woche hören, aber ein paar mal im Jahr bestimmt, alleine schon wegen „Kathie Doesn’t Come“, das sogar noch in einem Ascii.Disco-Remix zusätzlich enthalten ist. (A.P.)

“Kein Trend, keine Posen – nur Musik”. Das ist das Motto, unter dem diese CD von Robert Nouve produziert wurde. Dieses Motto zeigt sich denn auch tatsächlich in dieser CD, allerdings in einer gewissen Stillosigkeit. Meine erste Begegnung mit THE NOUVE war die Maxi „Kathie Doesn´t Come“, wo das gleichnamige Lied von Ascii.Disko remixt wurde. Das fetzte tatsächlich und hatte elektro-minimalistische Ansätze mit einem synthiepoppigen Element. Das Album allerdings lässt ein wenig diese Fetzigkeit vermissen, hier geht es eher einigermaßen poppig zu, teils kommen dann noch rockige Gitarren hinzu und jazzigere Klänge. Mit der Album-Version von „Kathie Doesn´t Come“ gibt es dann sogar noch einen echten Hit, der höchstens durch die etwas unkonforme Produktion einem möglichen Charterfolg Charterfolg im Wege stehen könnte. Durch die Stilvielfalt der ganzen CD könnte es aber relativ schwer sein, eine Zielgruppe zu finden. Die Grundtendenz des Albums ist eher ruhig und vielleicht auch ein wenig melancholisch und auf jeden Fall gibt es interessante Texte, denen man lauschen kann. Wer also nicht allzu festgefahren ist und ein offenes Ohr in jede Richtung hat, der sollte hier mal definitiv reinhören. (H.H.)

Webadresse der Band: thenouve.com


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