SICKDOLL - Sickdoll


Erstveröffentlichung: 7 Inch EP 2006 / Hertz-Schrittmacher / Institut Zur Freundlichen Nutzung Von Kernkrach / Hertz 012

Nachdem SICKSOLL ja schon beim zweiten Kernkrach-Festival im Herbst 2005 zu den Überraschungen gehörte und wohl auch der Beitrag auf „2 Hemden Und 2 Hosen Vol. 5“ gut angekommen ist, haben sich die Kernkrachs entschlossen, die Debüt-7“EP des Einmann-Projektes auf den Markt zu bringen.
Eine weise Entscheidung, wie sich beim Anhören der schwarzen Vinylscheibe schnell herausstellt.
Nun macht SICKDOLL sicher keinen Sound, den man noch nie gehört hat, kommen einem doch bei jedem Track konkrete Bands oder so sogar bestimmte Songs in den Sinn, aber wen stört das schon? Die Musik ist eben klar im (Minimal-) Electro der 80er Jahre verwurzelt. „Sohn Geht Ab“ ist eindeutig durch Plastic Bertrands „Ca Plane Pour Moi“ inspiriert.
„Freiheit“ ist eher schon Synthie-Pop mit NDW-Einflüssen und hätte 1983 durchaus ein Hit werden können. Erinnert von den Synthies her auch ein bisschen an Q Lazzarus´ „Goodbye Horses“ oder eben an Synth-Wave-Bands wie Psyche, sehr schön. Auch „Schlafen“ ist Synthie-Pop, allerdings noch tanzbarer und ein bisschen im Stil von Trans-X und Konsorten. Die 80er Jahre sind eben nicht totzukriegen. Weniger minimalistisch, sondern fast schon monumental vom Sound her ist schließlich „Grüne Fee“, wo einem Erinnerungen an Belgier wie The Klinik oder Neon Judgement zu ihrer besten Zeit in den Sinn kommen.
Die musikalischen Wurzeln von SICKDOLL dürften somit ziemlich klar sein und wer ebenfalls auf Musik der genannten Gruppen steht, macht hier definitiv nichts falsch. Tolle EP, auch, wenn zu hoffen bleibt, dass der Musiker mit der Zeit etwas mehr Eigenständigkeit entwickelt.
Die Single ist, wie üblich, auf 300 Exemplare limitiert, hat ein Beiblatt und ein handbesprühtes-/autoreifenbearbeitetes Plastikcover, das mal wieder sehr einfallsreich und individuell ist. Kauf ist da natürlich Pflicht. (A.P.)

Webadresse der Band: www.kernkrach.de


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