THE CURE - Kiss Me Kiss Me Kiss Me (Deluxe Edition)


Erstveröffentlichung: Doppel-CD 2006 / Fiction/Polydor / Universal / 984 008-0

Nachdem mit „The Head On The Door“ in England der ganz große Durchbruch geschafft wurde, klappt das spätestens mit „Kiss Me Kiss Me Kiss Me“ auch in Deutschland. Jetzt wurden hierzulande ebenfalls die größten Hallen gefüllt und die Bravo berichtete regelmäßig und brachte einige schön Poster von The Cure.
Die ausführliche Kritik zum Album gibt es an anderer Stelle, hier nun die Anmerkungen zur „Deluxe Edition“, die, man muss es vorweg nehmen, bisher die schwächste ist, was das Bonusmaterial auf der zweiten CD angeht. Kein einziger unveröffentlichter Song, nur Demos und Livetracks. Das ist dann schon ein bisschen überraschend, hieß es doch immer, dass aus den Aufnahmesessions zu „Kiss Me Kiss Me Kiss Me“ noch jede Menge Stücke übrig seien. Auch im Booklet steht, dass es zu circa 40 Songs Demosessions gab, von denen 30 als „possible“ fürs Album ausgewählt und schließlich 27 aufgenommen wurden. Nimmt man die 18 Tracks, die es schließlich auf die Doppel-LP geschafft haben plus die 5 B-Seiten-Songs von „Why Can’t I Be You?“, „Catch“ und „Just Like Heaven“ und eventuell „To The Sky“ von „Stranger Than Fiction“-Sampler, das wohl aus dieser Zeit stammt, fehlen immer noch 3 Songs. Die hätte man doch gerne mal gehört oder zumindest erfahren, was aus ihnen geworden ist. War „Love Song“ vom „Disintegration“-Album vielleicht so ein Überbleibsel?
Stattdessen gibt es jede Menge Studio Demos, die häufig noch instrumental sind und oft leider auch nicht besonders spannend. Aber natürlich gibt es auch überraschendes, so die „Robert Smith Home Demo“-Aufnahme von „The Kiss“, die sehr minimalistisch ist und völlig anders klingt, als die Album-Version. Sehr gut, weil anders, auch „All I Want“, eigentlich nicht gerade der beste Album-Track, aber als „Studio Demo“ roher, irgendwo zwischen „Pornography“ und „Seventeen Seconds“. Das dürfte jeden Fan glücklich machen. Die instrumentale Demo-Version von „Shiver And Shake“ klingt schön kantig und gefällt mir fast besser, als die bekannte Fassung und „Just Like Heaven“ hat als Demo ein deutlich dominanteres Schlagzeug zu bieten, als der später ausgekoppelte Popsong. Gesanglich noch schräg als schöner Kontrast zur schmalzigen Ballade kommt „A Thousand Hours“ rüber. Nett, aber für echte Fans wenig überraschend sind die Liveversionen, unter denen „How Beautiful You Are...“ etwas hervorsticht.
Tiefpunkt ist einmal mehr „Hot Hot Hot!!!“ in der Instrumental-Version, was so ganz ohne Gesang nun überhaupt nicht mehr nach THE CURE klingt. Als Instrumental wirkt auch „If Only Tonight We Could Sleep“ etwas langweilig, sonst ist der Song eigentlich ein Cure-Fan-Favorit bei allen Konzerten. Beim alternativen Mix von „Icing Sugar“ erfreut wenigstens noch der rohe Gesang, ansonsten wirkt das Lied hier fast lahm. Ebenfalls nur wegen des Gesangs interessant ist der „Studio Alternative Mix“ von „One More Time“.
Nun, so negativ wie es hier klingt, ist das alles natürlich nicht, für CURE-Fans ist das Material sogar unverzichtbar, vor allem wegen „The Kiss“ und „All I Want“, aber ob der Durchschnittskäufer so richtig was damit anfangen kann, mag ich nicht beurteilen. Man hat einfach mehr erhofft. Wie immer kommt die Veröffentlichung als Doppel-CD im schicken DigiPak und mit fettem Booklet inklusive Linernotes und seltener Bilder, sowie allen wichtigen Angaben zu der Produktion und den Tracks. (A.P.)



[ ZURUECK ]