DR. CHUD'S X-WARD - Diagnosis For Death


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Bloodwork Records

Nach dem gemeinsamen Ausstieg bei den Misfits im Oktober 2000 schien es zuerst so, als würde der Doktor mit Michale Graves gemeinsame Sache machen. Allerdings zerbrach die hieraus entstandene Band (Graves) schon nach einer EP, die zudem recht halbherzig wirkte.
Auch der Neuanfang in Form dieser 8-Track-CD hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: Zuerst fallen die beiden überaus eingängigen Horrorpunk-Tracks („Mommy Made Luv 2 An Alien“ & „Bury You Alive“) auf, bei denen Argyle Goolsby (Blitzkid) den Bass bedient. Insgesamt geben sich hier zehn schaurige Gestalten die Klinke in die Hand, wobei aber immer nur vier gleichzeitig am Werk sind. DR. CHUD singt durchgängig, was von „richtig cool“ bis „na ja“ reicht. Vermutlich hat der Doktor seinen gewohnten Hocker hinter den Drums nur widerwillig geräumt, allerdings macht er auch an der Gitarre und am Keyboard eine ziemlich gute Figur. Aufgenommen wurde die Platte in drei verschiedenen Studios und das hört man den Songs auch überdeutlich an. Hier liegt auch die wesentliche Schwäche der Platte: Einige Stücke klingen unfertig und passen zudem nicht besonders gut zusammen. Wenn dann auch noch ein sehr fragwürdiger Hardrock-Einschlag ins Spiel kommt („Heavy Metal“), kann ich der ganzen Sache nicht mehr viel abgewinnen. Eine Vinyl-Single mit dem hitverdächtigen „Spiderbaby“ und einem der oben genannten Tracks als B-Seite, hätte sicherlich einen runderen Eindruck hinterlassen. Ach ja, die Texte und das Comic-Artwork spielen wie gewohnt mit Horror-Klischees und fallen dabei überaus unterhaltsam und augenzwinkernd aus. Alles in allem sind also gute Ansätze da, auch wenn das Gesamtergebnis nicht so richtig zu überzeugen weiß. Aber vielleicht folgt nach dieser ‚Experimentierphase’ ja der große Wurf…mal abwarten. (M.E.)



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