THE CURE - The Top (Deluxe Edition)


Erstveröffentlichung: Doppel-CD 2006 / Fiction-Polydor / Universal / 9840012

Weiter geht’s in der Reihe der Deluxe-Wiederveröffentlichungen der klassischen THE CURE-Alben, diesmal mit „The Top“, lange Jahre mein Lieblingsalbum der Band.
Über das Neo-Psychedelic-Album von 1984, das neben The Gloves „Blue Sunshine“ und Siouxsie And The Banshees’ „Hyaena“ steht, kann der geneigte Leser an anderer Stelle nachlesen, hier soll es wieder einmal um die Bonus-CD gehen, die für CURE-Liebhaber einmal mehr ein Leckerbissen ist.
Wie immer gibt es eine Mischung aus unveröffentlichten (Demo-) Songs, Livemitschnitten , alternativen Mixen und Studiodemos.
Die Fans sind natürlich am ehesten heiß auf die unveröffentlichten Stücke. „Ariel (Home Demo)“ kennen die meisten noch, denn das Stück wurde 1983 in einer Kid Jensen-Session gespielt und tauchte auf diversen Bootlegs auf. Ein sehr schöner Song, der auch gut in die „Japanese Whispers“-Phase gepasst hätte. Sehr schräg und schwer verdaulich ist „You Stayed (Home Demo)“, eigentlich ein guter Song, hier aber einfach noch nicht ganz fertig. „A Hand Inside My Mouth (Studio Demo)“ ist keine frühe Version des später ähnlich betitelten „A Man Inside My Mouth“ von 1985 und klingt irgendwie wie eine Mischung aus „Japanese Whispers“, „Blue Sunshine“ und „The Top“, hätte aber dennoch nirgendwo so richtig draufgepasst, Als B-Seite wäre das Stück aber ordentlich gewesen. In eine ähnliche Richtung geht es bei „Sadadic (Home Demo)“, wobei es auch schon ein bisschen in die „Kiss Me Kiss Me Kiss Me“-Richtung geht. Aber auch dieser Song ist einfach noch nicht richtig fertig, so dass an unveröffentlichten Songs diesmal kein Knaller, aber für Fans allemal spannendes Material dabei ist.
Es folgen die Studiodemos von „Shake Dog Shake“, „Piggy In The Mirror“, „Birdmad Girl“, „Give Me It“, „Throw Your Foot“, „Happy The Man“ und „The Caterpillar“, die ja von Bootlegs auch schon bekannt sein dürften. Während einige Versionen schon nahe an den späteren Albumaufnahmen sind („Piggy...“, „Throw Your Foot“ (Single B-Seite)), präsentieren sich andere Stücke noch weitaus rauer, als später, so „Shake Dog Shake“, das tatsächlich noch an „Pornography“-Zeiten erinnert, genau wie die druckvollen Drums in „Give Me It“. „Happy The Man“ (Single B-Seite) könnte auch auf dem The Glove-Album gewesen ein und dürfte aus dieser Phase stammen. „Birdmad Girl“ klingt noch ziemlich anders, als auf dem Album und ein bisschen unfertig. Der Höhepunkt ist aber die frühe Version von „The Caterpillar“, die noch weitaus düsterer klingt, aber trotzdem melodiös, wohl der Song, der sich zwischen Demos und Album am meisten verändert hat. Sehr spannend. Schließlich gibt es noch zwei alternative Mixe von „Dressing Up“ und „Wailing Wall“, die beide recht gelungen sind, wobei der zweit genannte Track noch einmal seine ganze psychedelische Atmosphäre zeigen kann. Und wie gewohnt gibt es dann zum Ende hin noch ein paar Liveaufnahmen („The Empty World“, „Bananafishbones“, „The Top“ und „Forever“), die zumindest Sammler schon von Bootlegs und Livetapes kennen dürften.
Das schicke DigiPak im Schuber und vor allem das informative Booklet mit einigen weniger bekannten Fotos machen die Veröffentlichung zu einer runden Sache die alle Fans und Sammler zufrieden stellen dürfte. (A.P.)



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