ION - Madre, Protégenos


Erstveröffentlichung: CD 2006 / Equilibrium Music

Der Ire Duncan Patterson legt mit „Madre, Protégenos“ einAlbum auf dem stets für hohe Qualität bekannten portugiesischen Label Equilibrium Music vor, für das man sich Zeit nehmen und sich fallen lassen muss. Mit mehr als einem Dutzend Gästen hat er eine CD zwischen Neofolk und Neoklassik geschaffen, die etwas für ruhige Stunden an Winterabenden ist. Dabei sind Einflüsse keltischer oder ähnlicher Musik kaum vorhanden, wie man vielleicht hätte annehmen können. Patterson kommt ursprünglich aus eher metallastigen Gefilden und war Mitglied bei Anathema und Antimatter, nun bewegt er sich also auf Solopfaden.
Mit „Madre, Protégenos“ fängt das Album sehr melancholisch an. Akustische Klänge und liebliche, weltentrückte Frauenstimmen schaffen gleich die richtige Atmosphäre. Und in diesem Stil geht es weiter, wobei auch dezente elektronische Klänge benutzt werden und so manches klassische Instrument hier und da für dramatische Momente sorgt, beispielsweise in „O Efeito Do Verao“, das ein kleines bisschen auch an Dead Can Dance erinnert, ein Vergleich, den der Musiker sicher nicht zum ersten Mal hört. Man könnte es hier und da auch eine Akustikversion von In The Nursery nennen, nur ohne die typischen Military Drums und eben melancholischer. Oft wird der Minimalismus, ja, fast die Stille als Stilelement genutzt und man muss schon genau zuhören, um jeden Klang wirklich wahrzunehmen.
So manche Melodie der durchweg schönen Frauenstimmen ist durchaus eingängig, aber eben nie so oberflächlich, dass es für einen richtigen Ohrwurm im kommerziellen Sinne reicht. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn diese Musik ist für Liebhaber geschaffen, nicht für die Massen. Wer auf extrem fragilen Neofolk steht, der sich von den üblichen Verdächtigen des Genres meilenweit abhebt, sollte hier mal ein Ohr riskieren. Eine unscheinbare Perle. (A.P.)

Webadresse der Band: www.equilibriummusic.com


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