KRYPTERIA - Bloodangels Cry


Erstveröffentlichung: CD 2007

Man mag sich vielleicht als aufmerksamer Backagain Leser wundern, dass wir schon so schnell nach der Veröffentlichung von „Evolution Principle“ im August 2006 neues von Krypteria zu berichten haben, aber während wir hier darauf gewartet haben, dass erst der triste November und schließlich Plätzchen backen, Kaufrausch,Weihnachten und schließlich auch 2006 an uns vorüber geht, war die außergewöhnliche Formation um die smarte Sängerin Ji – In nicht untätig. Man hatte sich in Klausur begeben um kreativ am neuen Album „Bloodangel’s Cry“ herumprobieren zu können.

Hatte sich der Stil der Vier in den letzten Jahren schon deutlich wegbewegt vom ursprünglich eingeschlagenen Weg des Musical – Rock, hin zu einem härteren und düsteren Sound, so ist nun mit „Bloodangel’s Cry“ dieser Schritt kosequent weitergeführt worden. Auf der Scheibe findet der Hörer nun eine kraftvolle Mischung aus aggressivem Rock, verschiedenen Metallspielarten, ein wenig gotisches Flair, gepaart mit klassischen Elementen und abgerundet mit gregorianischen Chorälen.
Bereits der Opener „All Systems go“ macht deutlich, dass die Band an der Härteschraube gedreht hat, wie ich finde aber immer im Hinblick auf die Hervorhebung von Ji-In’s Stimme.
Ihre Stimme bildet das Fundament und der Klangteppich wird drumherum arrangiert.
Ganz anders hingegen kommt da schon der fünfte Track „Scream“ daher, dieser Song rockt ordentlich durch und klingt insgesamt sehr modern, ohne einen Anflug von Pathetik dabei.
Ein eher bassbetonter Song ist etwa „I can’t breathe“, wobei auch hier schon zum Beginn zu spüren ist, dass die Gitrarrenhooks eine bedrohliche Stimmung aufzubauen versuchen, aus der dann die Stimme Ji-In’s herausbricht. Vielleicht könnte man, da sich das bei den meisten Songs der Platte wiederholt, von einem aristotelischem Moment sprechen. Wir werden vom Klangteppich zu Beginn des Tracks in eine Anspannung versetzt, einen Zustand der Aufregung und der Bedrohung, die dann wiederum durch den Gesang der Sängerin, mal zerbrechlich und verletzbar, mal fordernd und aggressiv aufgelöst wird. Ich scheue mich nicht, hierin eine Reinigung im Sinne einer musikalischen Katharsis zu sehen. Vielleicht kann man sogar so weit gehen zu sagen, dass dieses Album die Elemente die ich grad am einzelnen Song beschrieben habe, umspannen. Das Album wird mit einem Opener begonnen der Spannung aufbaut, diese wird über 11 Songs hinweg gehalten, um dann mittels des 10 minütigen Abschlusses „At the Gates of Retribution“, der die Grundthemen der anderen Songs aufgreift und variiert, aufgelöst zu werden.

Ich denke das Erfolgsrezept für Krypteria sind einerseits die langjährige Freundschaft der Weggefährten Chris Siemons (Gitarre), Frank Sturmvoll (Bass) und S.C. Kuschnerus (Schlagzeug), die schon vor über einer Dekade zusammen in einer Band gespielt haben, und auf der anderen Seite niemand geringeres als Sängerin Ji-In selbst. Die sympathische Koreanerin hat in Köln Klavier und Gesang studiert und verkörpert mit ihrer variablen Stimme die verschiedensten Charaktere auf der neuen Scheibe. Auf „Bloodangel’s Cry“ findet sich sowohl der unschuldige Engel, wie die mächtige Walküre oder auch der laszive Vamp. Neben dem Gesang aber machte sich auch Chris Siemons Leistung und Talent bezahlt. Von klassischen Soli über traditionelle Riffs und modernen Gitarrenpassagen, konnte er alle Facetten hier einbringen. „Bloodangel’s Cry fühlt sich für uns wie ein Debüt an,“ betont Ji-In kurznach der Pressung der CD. „Wir können es kaum erwarten, die neuen Songs live zu spielen.“

Dies haben sie bereits zusammen mit Subway to Sally auf einer äußerst erfolgreichen Tour als Vorband getan, und sich schnell in die Herzen der deutschen Goth – Metall Fans gespielt.
Es wird also mit Sicherheit in nächster Zeit eher lauter als ruhiger um Krypteria werden, worauf ich mich persönlich sehr freuen werde! (Maximilian Nitzschke)



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