VOLKSTROTT - Todeskunst


Erstveröffentlichung: CD 2007

Wer bei Dudelsack, Fidel und Bombarde gleich an den Wettstreit der Minnesänger, tapfere Recken und holde Maiden denkt, der ist bei „Volkstrott“ und ihrem Debütalbum „Todeskunst“ völlig schief gewickelt! Diesem stereotypen Bild entsprechen Volkstrott nicht und geben sich damit auch keinesfalls zufrieden. Thematisch im hier und jetzt verankert, setzen die Newcomer auf handfestes deutsches Textgut und griffigen Rock. Der Albumtitel birgt bereits die zweite Verwechslungsmöglichkeit, assoziert er doch Bezüge zum schwärzesten Musikgenre der 90er Jahre, der „Neuen deutschen Todeskunst“. Jedoch hat die Musik von Volkstrott ausgesprochen wenig mit diesem musiktheatralischem Ansatz gemein. Indes rocken die sechs Berliner, mitunter auch in türkisch, und beschreiben ihre Distanz zum Mittelaltergenre recht unverkrampft. Als Gastmusiker ist mit dabei: Meister Selbfried ehem. Mitglied von Corvus Corax.

Die Anfänge der Band liegen eher im Folkpunk als im Bereich des Mittelalter und so so hat sich die Band auch nie im klassischen Sinn Mittelalterthematiken gewidmet. Was allerdings nicht heißt, dass man privat nicht durchaus auch die Granden dieses Genres hört und im CD Schrank stehen hat. Auch das Outfit der Band hat nichts mit Mittelalter zu tun, weiße Hemden dazu Krawatte, Lackoberteil bei der Dame der Band, schwarze Shirts elegant geknöpft anstatt Schottenrock und Schellenschuhe. Auch vom Kompositorischen her bedient sich die Band bei Vorbildern aus der Rockmusik oder läßt sich von Kunstmusik des 17. Jahrhundertds inspirieren.“Eigentlich sind wir also ‚nur’ eine gewöhnliche Rockband, die bloß mit Instrumenten arbeitet, die für diese Musik ungewöhnlich ist.,“ meint Sänger Benjamin.

Auch der Bandname Volkstrott beinhaltet eine gewisse Gesellschaftskritik, erinnert an Gleichschritt und Stupidität. Die Band will aufmerksam machen, auf die konkrete Bedrohung des Abstumpfens gegenüber seiner Umwelt, thematisiert die Beziehungen einzelner Menschen zueinander. Sehr schnell verschwimmen feste Vorsätze und drohen Teil des Trotts zu werden. Die Frage die bleibt, wo endet dieser Kompromiss dann? Möglicherweise in Selbstverleugnung und Unterwerfung?

Was aber bedeutet denn nun der Albumtitel eigentlich konkret für die Band?
Bei „Volkstrott“ ist die Todeskunst die Unvereinbarkeit von gegensätzlichen Gedanken, Gefühlen und Situationen, die Leitschnur die sich durch das gesamte Album zieht.

Mit Volkstrott kommt frischer Wind in die Szene denk ich, fernab des üblichen „Totus Floreo“ Gedudels – sehr erfreulich das gab es lange nicht mehr! (Maximilian Nitzschke)



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