CARLOS PERON - La Salle Violette


Erstveröffentlichung: CD 2001 / 10´000 Zippers / Warner Chappell

Schon früh hat CARLOS PERON sich musikalisch mit der Fetisch-Szene auseinandergesetzt, bevor sie sich im Laufe der 90er Jahre optisch und inhaltlich mit der Dark Wave-Szene immer mehr vermischte. Gemeinsam mit RADU MAARINESCU ist nun ein weiteres Werk erschienen, dass diesem Bereich zugeordnet werden kann und wie man es von dem vielseitigen Musiker PERON nicht anders erwarten konnte, hat er einen ganz eigenen Blickwinkel. Statt plumper, tanzbarer Electro-Sounds mit Stöhn-Samples, schaffen PERON und MARINESCU eine ganz eigene, vielschichtige Klangwelt, die schon eher einem Soundtrack gleicht, als normalen Song-Kompositionen. „La Salle Violette“ ist eine durchgehende über 50 minütige Komposition, die sich ständig verändert und sehr abwechslungsreich ist, definitiv aber nicht zum nebenbei hören. Man sollte sich schon die Zeit und Ruhe nehmen, in die Klangwelten einzutauchen und möglichst viele Feinheiten entdecken und in sich aufnehmen. Die Sounds sind meist atmosphärisch und tragend, immer wieder auch rhythmisch, wobei das dann die weniger gelungenen Passagen sind. Etwa nach elfeinhalb Minuten kommt eine Passagen, die sich nach einem fiesen 70er Jahre Pornofilm anhört, aber auch das geht vorbei. Die teilweise trancigen Sounds sind ständig mit verschiedensten Samples ergänzt, was das ganze Werk recht lebendig erscheinen lässt. „La Salle Violette“ kling vom Sound her ausgesprochen modern, ohne die derzeit so angesagten, wie nervenden Dance- und Technostrukturen zu verwenden. An Klangqualität und dem passenden Artwork gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, so dass diese CD für Fans von anspruchsvoller, konzeptioneller Elektronik allemal eine Chance verdient, auch wenn „La Salle Violette“ sicher nicht für ein Massenpublikum geeignet ist. (A.P.)



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