ABSOLUTE BEGINNER - Fückse/K2


Erstveröffentlichung: MCD / Motor Music

Puh, ich bin sowieso nicht gerade der Hiphop-Fan und ich persönlich fand gerade die ABSOLUTE BEGINNER mit ihrem Liebeslied erst recht unterste Kajüte. Nun habe ich die neueste Maxi-CD zugesandt bekommen und sehe mich eigentlich bestätigt, obwohl ich auch wiederum zugeben muß, daß die zwei Tracks hier recht witzige Texte haben. Nun ja, „Füchse“ ist die vierte Auskopplung aus dem Album „Bambule“ und „K2“ ist ein Exklusivtrack, der nur auf der Erstauflage erhältlich sein wird. Na ja, auch wenn die ABSOLUTE BEGINNER nicht meinem Geschmack entsprechen, es gibt ganz sicher ein Publikum dafür, denn sonst wären sie nicht so erfolgreich, wie sie es sind. Ich habe hier übrigens nur eine Promo-CD, auf der richtigen Maxi-CD sind noch etliche ""Füchse""-Mixe enthalten. (H.H.)

BAZZOKA - Premium Entertainment


Erstveröffentlichung: CD-EP 2005 / Spice Records

Um es gleich abzuhaken und nie wieder zu erwähnen: nein, im Bandnamen habe ich keinen Schreibfehler platziert, der schreibt sich wirklich so.
Die Band aus dem bayerisch besetzten Teil unseres Landes gibt es seit Ende 2001 und hat sich dem eingängigen Gitarren-Rock verschrieben, wobei sie selbst im Info Bands wie Weezer, Oasis, Stereophonics und Ramones als Eckpunkte nennen. Dem kann ich voll zustimmen und würde vielleicht noch Bands wie Wheatus zusätzlich nennen. Extrem poppige Melodien werden mit der Energie des Punk und den Schrammelgitarren des Brit-Pop gepaart, dazu eine leichte Neigung zu hymnenhaften Songs und heraus kommt eine durchaus ambitionierte Mischung, die auf der CD fünf Songs lang in angemessenem Sound präsentiert wird. Dass das Ganze live auf der Bühne in einem kleinen, verqualmten Club noch mal eine ganze Spur geiler rüberkommen dürfte, ist sicher. Aber auch im Studio behauptet sich die Gruppe gut und hat fünf feine Songs auf die hoffentlich wachsende Fangemeinde losgelassen. Ich mag besonders das sehr amerikanische „Lovesong“ und „Star“ mit seinen „uuuhuuuhuuu“-Gesängen. Ein richtig guter Ohrwurm, der mich irgendwie an irgendeine ganz große Band erinnert, auf die ich gerade nicht komme.
Mir gefällt diese sympathische Scheibe ausgesprochen gut. Und wenn man so schöne Spitznamen wie „Mucki/Flo“, „Mecki“, „Basti“ und „Jogi“ hat, sind einem die Mädchenherzen sowieso sicher. Vielleicht zusätzlich mal deutsche Texte ausprobieren, dann würde garantiert ziemlich schnell die eine oder andere Plattenfirma auf die Gruppe zukommen und der Eroberung der Welt stünde nichts mehr im Wege.
Ich mag die Band für ihren schnörkellosen, melodiösen Gitarren-Rock. (A.P.)

E-Mail-Adresse der Band: mucki@bazzoka.de
Webadresse der Band: www.bazzoka.de

NUUK - Cold Kissed Eyes


Erstveröffentlichung: CD 2004 / VoXroads Records / CodeXpress / VR CD 24001

Schon die „Hetrodyne“-Maxi von den Schweizern NUUK hatte mir sehr gut gefallen...Wave-Rock mit deutlichen Cure-Einflüssen bei der Musik, nicht aber beim Gesang. Da ich seit rund 20 Jahren guten Gitarren-Wave einfach liebe und Bands wie die Chameleons oder Echo And The Bunnymen verehre, bin ich für eine Band wie NUUK, die den Geist dieser Musik ins Heute transportiert, immer dankbar. Abgesehen davon, dass es mit Coldplay, Interpol, Franz Ferdinand und den Killers derzeit gleich eine ganze Reihe kommerziell erfolgreicher Acts dieses Stils gibt, ist es immer noch spannend, ganz neue Bands zu entdecken. Wobei das natürlich nicht richtig ist, denn dies ist bereits das dritte Album der Gruppe (inclusive einem Livealbum).
Musikalisch geht es gleich mal wieder curig los bei „Flood“, wobei der Gesang eher nach Bono Vox klingt. Ähnlich, aber noch atmosphärischer, geht es bei „Harmless Death“ weiter. Hier dürfte gesanglich auch David Bowie Spuren hinterlassen haben. Ein wenig fühle ich mich bei dem ganzen Album auch an Pink Turns Blue´s Meisterwerk „Meta“ erinnert, die Grundstimmung ist ähnlich. Das kommt besonders auch beim Gesang von „It´s Always You“ hervor. Bei „Drowned“ kommt schließlich auch die offenhörbare Vorliebe für The Mission durch. Wer aber mal eine ziemlich perfekte Mischung aus Cure und Coldplay hören will, wird an „Why“ nicht vorbeikommen. Und so geht es noch vier Songs lang weiter. Bei jedem Stück fallen einem sofort vergleichbare Bands aus der guten alten Zeit ein und doch klingen NUUK nicht wie eine Kopie der alten Helden, sondern modern und eigenständig. Dass sich NUUK von purem Epigonentum wohltuend abheben liegt vor allem daran, dass die Musiker einfach wunderbare Songs schreiben, die über Tiefe UND Ohrwurmqualitäten verfügen. Das schaffen wirklich nicht viele Bands und es ist zu hoffen, dass im Zuge des Erfolges der erwähnten Bands auch NUUK mit nach oben geschwemmt werden, denn schlechter sind sie auf keinen Fall. Live dürfte die Musik zudem ein wirkliches Erlebnis sein, wenn die Band es schafft, die Atmosphäre der CD auf der Bühne umzusetzen. Ein wirklich schönes Artwork tut das übrige, um „Cold Kissed Eyes“ zu einem wunderbaren Album zu machen, an dem kaum ein Gitarren-Wave-Fan vorbeikommen wird. Ich fühle mich gleich wieder viiieeel jünger. Großartig! (A.P.)

Webadresse der Band: www,nuuk.ch

MICHAEL ELEKTRICH - The Milkman, Hit By Winging Electronics


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Milchmann Records / Milchmann Records

Wer hat schon jemals von einem Musiker namens MICHAEL ELKTRICH oder dem Label Milchmann Records gehört? Ich zumindest nicht und gerade deshalb war ich ziemlich gespannt, was mit dieser CD auf mich zukommen würde.
Der Name des Musikers und der CD-Titel lassen irgendwie auf elektronische Klänge schließen, doch das ist nur bedingt richtig. Am Anfang steht ein Songwriter-Stück mit Akustikgitarre und dann kommt ein etwas rockiger Song, der gut in die derzeitig so erfolgreiche Deutsch-Pop-Schublade passt. Dabei sind aber immer auch elektronische Klänge zu vernehmen und alles ist angenehm schräg. Jeder Song klingt anders, wobei einige schön im Ohr bleiben, aber irgendwie hapert es noch ein wenig an der Produktion, so dass der große Durchbruch mit diesem Album wohl noch nicht zu erwarten ist. Lasst mal einen bekannten Produzenten an einige der Songs ran und ich könnte mir sogar Einsätze im kommerziellen Radio vorstellen. Eine kleine Perle ist zum Beispiel „The Man Who Doesn´t Know Nothing“ und auch „Nennen Wir´s Seriös“ hat Hitpotential.
So richtig zünden tut diese Popmusik mit einigen Singer/Songwriter-Anleihen noch nicht, das liegt aber ganz sicher nicht an den Songs. Sympathisch ist es allemal. (A.P.)

Webadresse der Band: www.milchmannrecords.de

DAS KREFT - Plakette Klebt


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Private Release / Private

Ich habe noch nie von DAS KREFT gehört oder gelesen, was wenig verwunderlich ist, denn die Band, die Ende 2003 gegründet wurde, legt mit „Plakette Klebt“ ihre erste selbst produzierte CD vor. Sympathisch ist schon mal, dass das Teil komplett selbst gemacht ist, von den qualitativ guten Homerecording-Aufnahmen bis hin zur gebrannten CD und dem fotokopierten Cover.
Der erste Song heißt sinnigerweise „Entschuldigung, Das Rockt Nicht“ und rockt doch sofort heftig los. Im Info wird dann von „punkigem Deutsch-Rock“ geschrieben, was die Sache ziemlich genau auf den Punkt trifft. Für richtigen Punk ist das einfach zu radiokompatibel und zu brav, schlechter Deutsch-Rock ist es aber auch nicht. Die Band selbst nennt es „Ethylen-Rock“, was man so hinnehmen kann, oder auch nicht, je nachdem, wie gut einem der Begriff gefällt. Hier und da klingen auch mal die Ärzte als Einfluss durch, aber doch nicht so stark, dass man die CD bedenkenlos Ärzte-Fans empfehlen kann. Die unpeinlichen deutschsprachigen Texte verstärken diesen Eindruck ein wenig.
Live dürfte die Band ziemlich viel Spaß machen und sicherlich auch etwas punkiger und weniger rockig sein. Durch einige poppige Melodien ist sogar das Potential da, um sich auch einem breiteren Publikum erfolgreich zu präsentieren.
Ich schwanke noch etwas. Unterhaltsam ist die Band allemal, mir persönlich aber eben doch ein wenig zu „normal“. Erinnert irgendwie an Hamburgs Uralt-Underground-Helden Total Defekt oder Münchens Rauschangriff.
Etwas albern finde ich die „Künstlernamen“ der Bandmitglieder „Pit Brett“, „Harry Gelliwell“, „Sapiens ²“ (Zitat Info: „sprich Sapiens Quadrat“ – armselig, wenn man den Spitznamen noch erklären muss) und „Commander Xu“ (Zitat Info: „Heißt mit bürgerlichem Namen Manuel Magno. Wirklich!“). Aber: wozu Künstlernamen, wenn dann doch die richtigen Namen dabei stehen?
Eine noch etwas zwiespältige Veröffentlichung, aber der Daumen tendiert bei mir doch eher nach oben. (A.P.)

E-Mail-Adresse der Band: kontakt@kreftwerk.de
Webadresse der Band: www.kreftwerk.de

THE CURE - Three Imaginary Boys (Deluxe Edition)


Erstveröffentlichung: Doppel-CD 2005 / Fiction Records/Polydor / Polydor / 982 182-8

Als irgendwann 2004 die Nachricht kam, dass die ersten vier CURE-Alben „Three Imaginary Boys“, „Seventeen Seconds“, „Faith“ und „Pornography“ als remasterte CDs wieder auf den Markt kommen sollen, war die Freude unter den Fans zwar groß, aber noch nicht frenetisch. Als dann aber bekannt wurde, dass die Platten als digital überarbeitete Deluxe Editions im DigiPak mit jeweils einer Bonus-CD voller unveröffentlichter Tracks und Versionen in die Läden kommen, wurde der Jubel lauter, denn es war schon vorher bekannt, dass es aus der Frühzeit der Band noch einiges interessantes Material gibt, das nun erstmals offiziell die Ohren der Fans erreichen sollte. Einiges gibt es zwar auch auf Bootlegs, doch echte Sammler sind natürlich vor allem scharf auf offizielle Veröffentlichungen.
Den Start machte im Herbst 2004 „Three Imaginary Boys“. Das reguläre Album bietet nichts Neues, aber dafür lupenreine Soundqualität.
Interessanter ist natürlich die zweite CD, die über eine Stunde rares und unveröffentlichtes Material bietet. Los geht´s mit „I Want To Be Old (Studio Demo)“ und „I´m Cold (Studio Demo)“. Beide Stücke stammen aus Studio-Sessions von 1977 und dürften so ziemlich die frühesten Aufnahmen der Band überhaupt sein. Während „I´m Cold“ es später in anderer Version auf die Single-B-Seite von „Jumping Someone Else´s Train“ schaffte, fristete „I Want To Be Old“ nur auf Bootlegs sein Dasein, obwohl der Song perfekt den damaligen Stil der Band wieder gibt. „Heroin Face“ gibt es als Live Aufnahme von Dezember 1977 zu hören. Hier ist noch ganz deutlich der Punk-Ursprung von THE CURE zu hören, kombiniert mit typischen 70er Jahre Rock-Sound. Sicher nicht einer der besten Songs der Band, aber auf jeden Fall ein echtes Zeitdokument. Bisher gab es dieses Stück nur auf der Cassetten-Version des 84er Albums „Concert – The Cure Live“ offiziell zu hören. Unter Fans von diversen Bootlegs bekannt ist danach auch „I Just Need Myself“, hier in einer Demoversion von Anfang 1978. Ebenfalls typisch für THE CURE in ihrer frühen Phase. Einer der Höhepunkte auf dieser CD ist aber danach „10:15 Saturday Night“ in einer unglaublichen Version, die Robert Smith zu Hause mit einer Hammond-Orgel und Bossanova-Rhythmus eingespielt hat, während er das selbst gebraute Bier seines Vaters trank (so steht es jedenfalls in den Liner Notes im Booklet). Abgesehen davon, dass dieser Song sowieso schon einer der großen CURE-Klassiker ist, dürfte diese Version so ziemlich das skurrilste sein, was Robert Smith je offiziell veröffentlicht hat. Echte Fans lieben es! „The Cocktail Party“ ist ein weiterer komplett unveröffentlichter Song. Die hier zu hörende Demoversion leidet unter schlechter Soundqualität und ist ähnlich seicht, wie der Titel vermuten lässt. Kein Höhepunkt, aber immerhin unveröffentlichtes CURE-Material. „Mit „Grinding Halt“, „Boys Don´t Cry“, „It´s Not You“, „10:15 Saturday Night“ und „Fire In Cairo“ kommen dann bekannte Songs in Demoversionen von Frühjahr 1978, die man teilweise schon von Bootlegs und der „Curiosity“-Cassette von 1984 kennt. Die Versionen unterscheiden sich teilweise noch stark von den später Veröffentlichten Aufnahmen. Bei allen hier veröffentlichten Aufnahmen bis April 1978 („Grinding Halt (Demo)“) war übrigens noch Porl Thompson an der Gitarre, der die Band dann verließ und erst Jahre später 1984/85 zurückkehrte. „Winter“ ist ein nicht verwendeter Song aus den „Three Imaginary Boys“ Sessions von Oktober 1978. Der Song hätte tatsächlich kaum auf das Album gepasst, klingt er doch schon wie ein „richtiger“ CURE-Song. Der andere „richtige“ Song der frühen Zeit, der es aber aufs Album geschafft hat war „Three Imaginary Boys“ selbst. Beide Songs zeigen schon deutlich den Weg, den die Band hin zu „Seventeen Seconds“ nehmen sollte. Ebenfalls aus den Aufnahmesessions zur LP stammen die unveröffentlichten Lieder „Faded Smiles“ und „Play With Me“, die beide besser in diese Phase passten und durchaus auch eine schöne Single abgegeben hätten. Dann wieder bekanntes Material mit „World War“, „Boys Don´t Cry“ und „Jumping Someone Else´s Train“, die alle drei nur als Singles (bis auf „World War“), beziehungsweise auf der für den Ami-Markt zusammen gestellten LP „Boys Don´t Cry“ zu finden waren. „World War“ war sicher bisher einer der seltensten offiziell erschienenen Titel, da er nur auf der LP-Version und den ganz frühen CD-Pressungen von „Boys Don´t Cry“ zu finden war. Es ist aber auch kein besonderer Song und Robert Smith mag ihn wohl selbst auch nicht besonders. Schließlich gibt es mit „Subway Song“ (auch auf „Curiosity“ zu finden), „Accuracy“ und „10:15 Saturday Night“ noch drei Livetracks, die 1979 in Nottingham aufgenommen wurden. Dass „10:15 Saturday Night“ alleine auf dieser Bonus CD dreimal auftaucht zeigt wohl deutlich, für wie wichtig Smith diesen Song in der Bandgeschichte ansieht.
Das mehrfach aufklappbare DigiPak kommt im Original-Artwork in einem durchsichtigen Schuber, der die Titellisten enthält. Dazu gibt es ein 12-seitiges Booklet mit genauen Angaben zu allen Tracks, interessanten Liner-Notes und vielen seltenen oder unbekannten Bildern. Eine rundum gelungene Veröffentlichung, die ihr Geld wert ist und auch Fans, die das reguläre Album haben, überzeugen wird. So darf es mit den nächsten Alben gerne weiter gehen! (A.P.)

Webadresse der Band: www.thecure.com

COMPILATION - Trumpett Sounds


Erstveröffentlichung: LP 2005 / Enfant Terrible/Trumpett / Enfant Terrible / enfant02

Als enfant02 erscheint auf dem holländischen Enfant Terrible-Label nach der Split LP von CFX und XNDL nun die zweite Veröffentlichung, die sich dem legendären Trumpett-Label widmet, das uns auf unzähligen Tapes und anderen Formaten jede Menge gute Minimal-Electro-Musik geschenkt hat und seit den frühen 80er Jahren aktiv ist.
Bekanntester Act von Trumpett dürfte ganz klar THE ACTOR sein, aber auch ENDE SHNEAFLIET können auf einige gute Veröffentlichungen zurück blicken. Acts wie TRÔMBOH, DOXA SINISTRA, TRUMPETTO & EINSTEIN und A VAN GARDE sind hingegen der breiten Masse eher unbekannt geblieben, aber ganz sicher nicht schlechter.
Die meisten Bands sind mit mehreren Tracks auf dieser schlicht aber gut gestalteten LP vertreten, so dass man sich ein umfassendes Bild machen kann. Alle Aufnahmen stammen aus den Jahren 1981 -1983 und dürften alleine deshalb den Sammlern das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.
Los geht´s mit „Twistin´ On The Tombstones“ von ENDE SHNEAFLIET, einem düsteren Minimal-Stück, das durchaus auch aus dem Soundtrack eines experimentellen Films stammen könnte. Gängiger Ohrwurm-Minimal-Electro ist dann „Wählerisch!“ von THE ACTOR. Ich weiß nicht, welchen Bezug die Band nach Deutschland hat, aber es fällt schon auf, dass immer wieder deutsche Texte benutzt werden. Der Song ist auf jeden Fall ein kleiner Hit, der bestimmt auf so mancher Party laufen wird. „Deutschland Rundfahrt“ von TRÔMBOH ist stark an Kraftwerk angelehnt, während THE ACTORs „UCX-S“ wieder Minimal-Electro mit leichten Synthie-Pop-Anleihen bietet. DOXA SINISTRA ist nicht nur ein ungewöhnlicher Bandname, sondern man bekommt auch ungewöhnliche Klänge zu hören. Maschinenhallen-Sound mit verzerrten Stimmen, sehr experimentell und atmosphärisch. Einstürzende Neubauten oder die „Stahlwerksymphonie“ von den Krupps kommt einem da in den Sinn. Minimalistische (Casio-?) Sounds gibt es dann wieder von ENDE SHNEAFLIET, wobei auch eine schön wavige Stimmung erzeugt wird.
Seite 2 der Platte beginnt mit TRUMPETTO & EINSTEIN. Ihr „Parkeergarage II“ ist ein tanzbares, monotones Stück, das in einigen Clubs sicher eingesetzt wird. Kurz und gut. Gewohntes bekommt man auch beim dritten Titel von THE ACTOR zu hören und es wird klar, warum diese Band seit rund 25 Jahren ihren kleinen, aber ausgewählten Fankreis immer wieder begeistern kann. Einer der schönsten, weil atmosphärischsten Titel ist „Session Zeitgeist“ von ENDE SHNEAFLIET. Das erinnert fast ein bisschen an den Cold Wave der frühen Trisomie 21 und ähnlicher Bands. Wieder etwas düsterer und experimenteller wird es bei DOXA SINISTRAs zweitem Beitrag „Entomorbide/Falkenhagen Schnitt“. Ein sehr interessantes Projekt, von dem ich gerne mal mehr hören würde. Als letztes gibt es noch das Stück „Sro/Sgias“ von A VAN GARDE. Minimalistisch, soundtrackartig, stimmungsvoll.
Damit endet eine der konsequentesten Minimal-Electro-Compilations der letzten Zeit. Man kommt als Liebhaber solcher Klänge hier einfach nicht vorbei. Da die Veröffentlichung auf 521 Exemplare limitiert ist, sollte man schnell zuschlagen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.enfant-terrible.nl

TWILIGHT RITUAL - Rituals

Wiederveröffentlichung: CD 2005 / Genetic Music / GEN020
Erstveröffentlichung: LP 1985 / Auxilio De Cientos

Nach rund 20 Jahren liegt das als Original-Vinyl extrem gesuchte „Rituals“-Album nun erstmals auf CD vor. Genetic Music hat es sich nicht nehmen lassen, das Album durch einige bisher unveröffentlichte Bonustracks aus der damaligen Zeit, einen Videoclip und ein fettes Booklet weiter aufzuwerten, so dass auch die glücklichen Vinylbesitzer nicht an der CD vorbeikommen.
TWILIGHT RITUAL gibt es nun seit rund einem Vierteljahrhundert und genießt in der Minimal-Electro/-Wave Szene und unter Cold Wave-Freunden ein hohes Ansehen. Das liegt sicher daran, dass diese Gruppe einen sehr eigenen Stil hat, der zwar minimalistisch, aber doch auch immer atmosphärisch ist, vergleichbar höchstens mit solchen Legenden wie Twice A Man oder Trisomie 21.
Der Sound ist derart 80er-Jahre-typisch, dass man sich eigentlich fragen muss, warum die Gruppe nicht auch kommerziell gesehen etwas mehr Aufsehen erregt hat. Nicht, dass das jemand falsch versteht: die Musik von TWILIGHT RITUAL ist nicht wirklich kommerziell und vor allem nicht oberflächlich, aber gerade Anfang/Mitte der 80er Jahre hat es diese Art von Musik, die zwar eingängig, aber trotzdem nicht hohl ist, immer mal wieder in die Charts geschafft. (New) Wave war damals eben eine erfolgreiche Musikrichtung, aber vielleicht war „Rituals“ 1985 auch einfach etwas spät dran, um im Zuge der New Romantic-Welle den Durchbruch zu schaffen. Und vielleicht doch auch etwas zu dunkel.
Stattdessen entwickelte sich das Album dann zu einer schwer gesuchten und entsprechend teuren Kultplatte, die nun endlich in einwandfreier Soundqualität jedem zugänglich ist.
New Wave, New Romantic, Cold Wave, Minimal-Electro...wer auch nur auf eine dieser Musikrichtungen steht, sollte zugreifen.
Wieder mal ein wichtiges Werk in der Liste „Notwendige Re-Releases“ abgehakt, mal sehen, was bei Genetic Music als nächstes kommt. (A.P.)

Webadresse der Band: www.twilightritual.com

FR/ACTION - Last Man Standing


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Decadance Records / SX Distribution / CD 0109

FR/ACTION ist ein Projekt von David Friede, der sonst auch in anderen Electro-Projekten und mit seinem Electro-Label Coohagen Music aktiv ist. Nachdem dieses Album des Amerikaners bereits 2004 in den USA erschienen ist, gibt es nun auch ein Release in Europa, für das das italienische Label Decadance Records verantwortlich ist.
FR/ACTION bietet in erster Linie modernen Synthie-Pop, der seine Wurzeln trotz aller aktuellen Sounds hörbar in den 80er Jahren hat...Future-Pop nennt man das heute wohl. Die Melodien sind extrem eingängig, Ecken und Kanten finden sich in der Musik kaum, auch, wenn hier und da ein paar EBM-Anklänge zu vernehmen sind. Die CD wimmelt nur so vor Ohrwürmern, man höre sich nur das wunderbare „New Flesh“ an! Ich bin ziemlich sicher, dass einige der Tracks in den Clubs ziemlich einschlagen werden. Wenn ich mich nicht ganz täusche, sind (fast?) alle Songs nach Filmtiteln benannt, der Albumtitel sowieso und auch das Cover ist im Anime-Stil gehalten. Leider sind die Songtexte nicht im Booklet abgedruckt.
Abgesehen von den acht regulären Titeln des Albums gibt es jeweils ein kurzes Intro und Outro und einen Remix als Bonustrack, dazu außerdem zwei Videoclips, die eigentlich schon eher richtig gut gelungene Kurzfilme sind. Die Filmleidenschaft und hier offenbar besonders für Filme wie „The Usual Suspects“ oder „Reservoir Dogs“ ist offensichtlich und Geschmack hat der Musiker und Filmemacher auf jeden Fall. Das ist dann eine runde Sache und Future-Pop-Fans sollten hier mal ein Ohr riskieren. Mir gefällt es, auch wenn das Album nicht spektakulär ist, sondern eher Musik zum immer hören bietet. Auf jeden Fall hat David Friede Talent, schöne, elektronische Popmusik zu produzieren, die zwar nicht wehtut, aber das muss ja auch nicht immer sein. (A.P.)

Webadresse der Band: www.fractionhq.com

MARLA TURNS PALE - Site Seeing Tour


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2005 / Private Release

MARLA TURNS PALE aus Westdeutschland legen mit „Site Seeing Tour“ ihre zweite Demo-CD vor. Die Band existiert seit 2003 unter diesem Namen und lässt sich erstmal wertungsfrei in die Alternative Rock-Schublade packen oder, wie die Band es selber beschreibt: „Indie-Rock mit unverkennbaren Emo-Einflüssen“. Das würde ich mal so unterschreiben, auch, wenn ich zu diesen Sachen eher wenig Bezug habe und eigentlich bei „Emo“ immer an eher schwermütige Klänge denke. MARLA TURNS PALE, schöner Bandname übrigens, klingen aber alles andere als schwermütig, sondern voller Energie und Spielfreude. Und sie haben anderen Bands etwas voraus: eine gute Sängerin, der man gerne zuhört, weil sie eine kraftvolle Stimme hat, die ruhig noch etwas mehr in den Vordergrund gemischt werden könnte bei zukünftigen Aufnahmen. Aber auch die hier und da auftauchenden ruhigeren Töne trifft die Sängerin gut und überzeugend. Der Sound ist, nun...rau würde ich mal sagen, klingt dafür aber sehr authentisch und überhaupt nicht glatt gebügelt. Ich bin sicher, mit einer aufwendigen Produktion könnte man MARLA TURNS PALE ziemlich schnell massenkompatibel machen, aber ich glaube auch, dann wäre die Band nur noch langweilig. Lieber die Ochsentour mit jedem möglichen Auftritt durchziehen, dann wird das was. Gute Sängerin, gute Melodien, kraftvoller Rock...die Band sollte noch ein Jahr alle Jugendzentren der Republik berocken und dann auf die Suche nach einem guten Label gehen und größere Clubs bespielen, dann darf man von MARLA TURNS PALE sicher noch eine Menge erwarten. (A.P.)

Webadresse der Band: www.marlaturnspale.de

BAT ATTAKK - Teratophobia


Erstveröffentlichung: CD-EP 2005 / Private Release

Nach der ersten, selbst produzierten CD mit einem unaussprechlichen Namen, hat die deutsche Band BAT ATTAKK den Hörern gegenüber diesmal Gnade walten lassen, und einen aussprechbaren Namen für das neue Werk gewählt. Ansonsten bleibt fast alles gleich. Die beiden Horror-B-Movie-Fans Dr. G. Metzel und Riediger haben sich einmal mehr in ihren modernden Keller zurückgezogen und neue Songs produziert. Dabei bekommt man wieder ziemlich genau das geboten, was der Bandname, das Artwork und die Songtitel versprechen: puren Halloween-Rock, der eher zum Gothic, als zum Punk neigt. Dabei tendiert die Band diesmal aber mehr in Richtung (synthetischer) Death-Rock, was mir sogar noch besser gefällt, als auf der ersten CD, alles wirkt irgendwie trashiger, und das im positiven Sinne. Songtitel wie „Zombie-Disco“ (ein echter Hit!), „This Is A Bat Attakk“ und natürlich „Triple Six-Zero“ (noch so ein zukünftiger Klassiker!) könnten direkt aus den Grüften von Bands wie 45 Grave, The Cramps oder den frühen Morticia stammen und auch, wenn BAT ATTAKK an diese Größen des Genres noch nicht ganz heran kommen, so sind die Grundlagen doch da und die Tracks von „Teratophobia“ dürften in der Death-Rock-/Batcave-Szene schnell viele Freunde finden.
Schön wäre es, wenn die Songs mit noch mehr Druck produziert werden würden, aber ich nehme an, dass hier alles direkt in den PC eingespielt wurde und da geht dann leider doch immer etwas von der eigentlich Energie verloren. „Zombie Disco“ und „Triple Six-Zero“ in einem richtigen Studio aufgenommen und abgemischt und als 7“ veröffentlicht würden der Band ganz schnell gigantischen Kultstatus bescheren, da bin ich absolut sicher. Bis es soweit ist, sind aber auch die CDs sehr schönes, blutiges Gedärmefutter für die deathrockgeile Kreatur , die in den tiefen Gemäuern der Burgruine angekettet ist und auf ihre Befreiung wartet, um grausame Rache an dem Wissenschaftler zu nehmen, der sie in seinen verbotenen Experimenten geschaffen hat. Würde mich übrigens nicht wundern, wenn die Musiker ansonsten in anderen Bands spielen würden und hier mal ihre Liebe zu B-Movies ausleben. (A.P.)

Webadresse der Band: www.bat-attakk.com

PLANEAUSTERS - Flying Home


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Tank Records

PLANEAUSTERS ist mal wieder etwas wunderschönes zwischendurch. Wunderbarer, wunderschöner, wundermelodischer und wunderbarer Gitarrenpop der supersympathischen Sorte. Michael Moravek von der Band bezeichnet es so: ""Unsere Songs sind Reaktionen auf das Leben und unser Sound hat sehr viel mit dem zu tun, was unser Name ausstrahlt: eine schwerelose und die Schwerkraft überwindende Abwandlung von dem, was die Leute gemeinhin als Alternativ Rock bezeichnen“. Die Musik ist tatsächlich irgendwie schwerelos, was der Bandname auch ausdrücken möchte. Leicht, aber trotzdem irgendwie vorwärtstreibend. Die Band selbst hat sich 1998 in Berlin gegründet und sofort viel live gespielt. Einen Bandwettbewerb des Visions-Magazin wurde dafür genutzt, Studioaufnahmen zu machen. Das „Flying Home“-Album ist, wie eben eingangs erwähnt, einfach wunderbar, echte Wohlfühlmusik, aber ohne dabei kitschig oder schleimig zu wirken. Mein absolutes Lieblingslied auf der CD ist „Rose“. Ebenfalls einfach wunderbar! (H.H.)

PLUSNOMINATION, THE - The Plusnomination


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Floppy Cow Records

THE PLUS NOMINATION, eine schöne Geschichte. Die Label-Inhaber von FLOPPY COW RECORDS heißen Andreas Steck und Michael Marti und sind zusammen in der Band THE PLUS NOMINATION tätig. Gegründet hat man sich 199 und man hat mit den aufgenommenen Demos schon so einen Erfolg auf unzähligen Konzerten erzielen können, dass nicht nur nationale, sondern auch diverse internationale Auftritte ein jubelndes Publikum hinterliessen. Im Jahr 2002 dann folgte endlich das Album und noch ausgedehntere Touren durch ganz Europa. Während dieser Sechs-Wochen-Tour erhielten sie auch schon das nächste Angebot aus den USA, wo sie zusammen mit NOFX und vielen anderen vor Hallen spielen, die bis zu 15.000 Gäste beherbergten. Musikalisch bieten THE PLUS NOMINATION auch perfekten Punkrock amerikansicher Gangart an, sogenannten Emo mit poppigen Melodien. Anspieltips sind zum Beispiel „Soft Exile“ oder auch „Buildings & Streets“, wobei aber auch gesagt werden muss, dass es keine schlechten Songs auf der CD gibt, so dass im Grunde alle Stücke als Anspieltipp gelten könnten. (H.H.)

POEMS FOR LAILA - Another Poem For The 21st Century


Erstveröffentlichung: CD / Vielklang / Efa

Sicher lächeln Fans jetzt und denken ""Der Idiot hat den Titel falsch geschrieben"". Nein, dies ist falsch, denn es handelt sich hierbei nicht um das Debutalbum ""Another Poem For The 20th Century"" aus dem Ende der Achtziger der Band POEMS FOR LAILA, sondern um eine brandneue CD aus heutigen Tagen. Es handelt sich auch noch um alte Songs der Band, die im Stil der heutigen Zeit ein wenig aufgemotzt wurden, sprich remixed von allen möglichen Leuten, von denen ich eigentlich keinen kenne. Davon mag man halten, was man will, viele Leser denken sich sicher ""Oh Gott, schon wieder eine gute, alte Band, die mit billigen Techno-Dancebeats verhunzt wird"". Doch schon wieder falsch. Sicherlich gibt es hier und da mal einen Dancebeat, aber wie schon damals wird bei POEMS FOR LAILA stilistisch einiges zusammengewürfelt. Früher waren es halt poppiger Rock, Schlager und Folklore, heute ist das ebenfalls so, bloß kommt noch ein wenig mehr modernes dazu. Das Solo-Album von NIKOLAI THOMAS hat dieses Album im Prinzip ja schon erahnen lassen, doch wer dies nicht kennt und ausschliesslich die POEMS... hörte, der könnte womöglich leicht schockiert oder pikiert sein. Mir jedenfalls gefällt es recht gut. (H.H.)

POESIE NOIRE - Timber


Erstveröffentlichung: 12 Inch 1987 / Antler Records / Play It Again Sam

Die Band POESIE NOIRE kommt aus Belgien, besteht aus sieben Leuten und hat im Jahre 1985 einen belgischen Rock Contest gewonnen und hat bereits im Jahr darauf zusammen mit Dead Can Dance und Sisters Of Mercy zusammen getourt. Dazu kamen noch jede Meng Solo-Auftritte. Die Leute in der Band wurden immer weniger und nach einigem Hickhack hat man Anfang der Neunziger Jahre hat man unter dem Namen TBX ein Album auf einem großen Majorlabel herausgebracht, doch die Umbenennung war ein Fehler und die Musik war ja auch kein Pop, der für das Massenpublikum kompatibel war. Seitdem hat man von der Band nichts neues mehr gehört. Diese Vinyl-Maxi war einer ihren größten Erfolge. Den Song „Timber“ hatte ich das erste Mal in einer Radioshow gehört und hatte gemeint, dass Lied heißte “Tittenbär”, weil es so komisch gesungen wurde. Da ich in der Radioshow nicht gehört hatte, welche Band das war, war ich jahrelang auf der Suche nach diesem Song einer unbekannten Band. Durch Zufall kam dann diese Platte in meine Hände, ein Freund hatte sie erstanden. Zu allem Überfluss war sie auch noch so verbogen, dass man sie kaum abspielen konnte. Ich glaube, sie ist in der Hitze in meinem Auto so verbogen, nachdem ich sie mir geliehen hatte, doch ein paar Wochen pressen unter einem Schrank machten sie wieder halbwegs plan. Ich glaube auch, dass dieser Freund sie nie wieder gehört hat, sonst wäre ihm wohl aufgefallen, dass sie eine merkwürdige Form hat. Na ja, wenn ihm das heute einfallen würde, könnte er sich sicher nicht erinnern, dass er sie mir damals (ist bestimmt sechs Jahre her) geliehen hatte. Ja, das Leben meint es manchmal gut. Die Maxi-CD beinhaltet einmal das Stück „Timber“ in der normalen, unveränderten Version, zwei wirklich guten weiteren Songs und dann noch einer Instrumentalversion von „Timber“. Ich muss sagen, dass die Maxi wirklich klasse ist, jedenfalls bedeutend besser, als das komplette Album, dass ich von dieser Band habe. (H.H.)

THE POGUES - Pogue Mahon


Erstveröffentlichung: CD / Wea

Im letzten BACK AGAIN mußte ich ja leider schon schreiben, daß die CD ""Waiting For Herb"", die erste CD ohne Shane MacGowan, leider ohne ihn nicht mehr die Substanz früherer Platten hatte. Aber trotz allem war die CD damals recht hörbar gewesen und hatte einige ziemlich gute Stücke zu bieten, doch was einem heute von den restlichen POGUES geboten wird, ist leider nur noch relativ dünn. Okay, teils schöne irische Melodien (seit neuestem mit einem neuen Flöter (nicht Carsten!), der so´ne Art Inkaflöte spielt, aber leider besitzen sie nicht mehr diese Suffbegleiterscheinung und kommen heute einfach viel zu clean und perfekt, man könnte sie glatt zu einem Kindergeburtstag einladen und man müßte sich keine Sorgen um die lieben Kleinen machen. Die POGUES sind einfach am Ende, leider. (H.H.)

POHJANNAULA - Kivi


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Humppa Records / Indigo

Das Label HUMPPA RECORDS hat sich ja auf Veröffentlichungen aus Finnland spezialisiert und man muss immer sofort an Eläkeläiset denken, wenn man Humppa hört, aber es gibt auch ernsthaftere Musik aus dem Land der Lappen. POHJANNAULA zum Beispiel. Sie spielen fast ausschliesslich auf akustischen Instrumenten, was man bisweilen gar nicht glauben mag, wenn man die Songs hört, so kräftig und voll kommen sie rüber. 1995 hat man sich gegründet und das hier ist das Debutalbum, das eigentlich schon 1998 rausgekommen ist, nun aber in Deutschland zum ersten Mal rauskommt, aufgepeppt mit einigen Bonustracks einer vergriffenen EP namens „Halajan“. Die Songs sind wirklich klasse, man muss, wenn man ein wenig auf Folk steht, POHJANNAULA sofort ins Herz schließen. Das ist ganz großes Songwriting zwischen Pogo („Matkalaulu“), hypnotischen Psychedelicstücken („Tämän kaiken saat“) und fröhlichen Polkastücken („Halajan“). Das Album wächst bei jedem Hören und wirkt irgendwie naturverbunden, ich weiß gar nicht, wieso. Jedenfalls absolut klasse! (H.H.)

POINTER SISTERS - In Africa - All Night Long


Erstveröffentlichung: DVD / Icehouse

Die POINTER SISTERS kennen die meisten wahrscheinlich hauptsächlich durch ihren “Neutron Dance”, den sie für Eddie Murphys “BEVERLY HILLS COP” dargebracht haben, oder ihrem größten Hit „I´m So Excited“. Die drei Amerikanerinnen sind aber schon viel viel länger im Geschäft. Die Schwestern Anita Pointer, Bonnie Pointer, June Pointer und Ruth Pointer wuchsen als Töchter eines Pastoren in Oakland in Kalifornien auf. Früh begannen sie schon in Gospelchören ihr Können unter Beweis zu stellen und gründeten 1969 die POINTER SISTERS. Sie starteten als Backgroundsängerinnen, erarbeiteten sich aber eine eigene Show, eine Mixtur aus Revue, Pop, Jazz und 40er Jahre-Gesang und brachten 1972 ihre erste Single „Don´t Try To Take The Fifth“ auf den Markt, die gefloppt ist. Sie konzentrierten sich fortan auf Soul und Pop und brachten eine Coverversion von Bruce Springsteen´s „Fire“ auf den Markt, die einschlug. Fortan waren die vier Schwestern aus dem Pop-Business nicht mehr wegzudenken.

Die DVD beginnt mit einem Blick in den Backstage-Raum der Pointer Sisters und begleitet die Damen dann hinaus auf die Bühne vor 80.000 Zuschauer. Sie sangen auf dem dreitätigen Musik- und Sportfestival, welches im Rahmen des legendären Boxkampfes zwischen Muhammed Ali und George Foreman stattfand. Die Laufzeit des Konzertes beträgt 40 Minuten und gefilmt wurde es von Leon Gast, Regisseur von „WE WERE KINGS“ aus dem Jahre 1996. (H.H.)

POKER FACE - Next!


Erstveröffentlichung: CD / PhD Music

Das zweite Album der Band, das dritte ist schon in Vorbereitung. Im großen und ganzen würde ich die Band POKER FACE aus den Staaten als Pop-Rock bezeichnen. Kopf der Band ist PAUL TOPETE, anscheinend ein Musiker, der mit Herzen dabei ist und dessen Eltern enttäuscht waren, daß er deshalb nicht ""richtig"" arbeitet, bis sie seine Musik gehört hatten. Rockmusik, pendelnd zwischen brav und verspielt, aber irgendwie immer sauber und zu wenig auf Experimente sinnend. Es ist halt vollkommen radio-kompatibel und gut was zum nebenbei hören. Ein Zeitungsbericht nennt die Musik auch Power-Pop Balladen, was den Kern der Sache eigentlich trifft. Aber wer auf derartige Musik steht, dem gefällt das Album ganz sicher. (H.H.)

POLYGON - Beyond Nothing


Erstveröffentlichung: 7 Inch 1998 / White Head Records / A & T Records Group

Die Band Mortal Constraint ist in der Electro-Szene nicht ganz unbekannt und wie bei fast jeder Band, gibt es auch hier Side-Projekte. Eines davon ist POLYGON, von Ingo Lindmeier. 1998 erschien diese Single auf dem kleinen aber feinen White Head Records Label aus Stuttgart. Die Überraschung über die gebotenen Klänge hält sich in Grenzen. Klar, es handelt sich um Electro, stark beeinflusst vom Sound der 80er Jahre. Uwe Marx verkaufte mir diese Platte als „klingt wie alte Klinik – sehr ruhig, sehr düster, sehr geil“, und er liegt damit absolut richtig. Einmal etwas eingängiger und für den einen oder anderen Club geeignet, einmal finster, experimentell. Muss man mehr über diese Veröffentlichung schreiben, die auf 220 Exemplare limitiert ist und dementsprechend wohl nur noch bei dem einen oder anderen Mailorder in Restexemplaren erhältlich sein dürfte? Ich denke nicht. Auch, wenn POLYGON die Electro-Musik sicher nicht neu erfindet, ist dies hier eine wirklich gute Platte, die Sammlern sicher feuchte Finger bescheren wird und auch sonst ihre Freunde findet. Probiert´s mal bei www.bakterielle-infektion.de . (A.P.)

POLYPHONIC SIZE - Mother´s Little Helper


Erstveröffentlichung: 12 Inch EP 1982 / Enigma Records

US release of this belgian cult-band with their famous Rolling Stones cover ""Mother´s Little Helper"" plus 4 more tracks, including the great ""Nagasaki Mon Amour"".

The music is as usual very minimalistic with french lyrics. It sounds sometimes like very early, experimental tracks by OMD and a bit like the Flying Lizards. ""Mother´s Little Helper"" is another good and collectable POLYPHONIC SIZE record. The cover photos are taken by Ed Colver, who worked also for bands like Christian Death and others. (A.P.)

PONE - Pone


Erstveröffentlichung: 7 Inch / Rewika Records

PONE kommen aus Wiesbaden und machen recht heftigen, monströsen und fetten Rock mit Hardcore-Tendenzen. Diese Vinyl-7“ ist das Debüt der Band, die zwei Bässe und nur eine Gitarre bedient, dementsprechend kann man sich sicherlich den Sound vorstellen: Dunkel und krachig. Auf der Platte befinden sich drei Stücke, die allesamt die Ohren kaputtdröhnen, aber auf der anderen Seite trotzdem melodisch und treibend sind. Mal schauen, was wir von der Band in Zukunft noch so erwarten können. (H.H.)

DAS POP - The Human Thing


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Haldern-Pop Recordings / Cargo

Ewig ist es her, das Debut-Album, genauso genommen im Jahre 2000, und nun, 40 Kompositionen und einen Soundtrack zu „Les Enfants de l´Amour“ später, gibt es neues Futter. Beim allerersten Mal hören glaubt man, dass die Musik von DAS POP seichtes Geplänkel ist und uninteressant an einem vorüber zieht, doch im Laufe der Spielzeit wird man immer mehr gefangen von dem lieblichen Sound dieser belgischen Band um Bent van Looy. Unaufdringlich und immer ein bisschen vergnüglich-süßlich erinnert mich das Ganze manchmal an Throw That Beat In The Garbage Can. Als Anspieltipps muss man die Titel „All Wrong“ und „Never There“ nennen, aber den Vogel schiesst DAS POP ab mit dem titelgebenden „The Human Thing“ und „Du (Geman Version)“, das sind zwei echte POP-Perlen, die ich momentan rauf und runter dudel. „The Human Thing“ hat tatsächlich ein bisschen New Order-Anleihen, insbesondere vom Gesang und der Gitarre sowie dem ganzen Rhythmus her und „Du“, bitte nicht lachen, klingt vom Feeling her ein bisschen nach Chris Rea, den ich im Übrigen sehr verehre (auch hier bitte nicht lachen). Man sollte unbedingt mal reinhören in das Album und immer dabei im Hinterkopf haben, dass die Musik immer besser wird, je öfter man sie laufen lässt. (H.H.)

DAS POP - I Love


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Pias / Connected

Die Band DAS POP kommt aus den Beneluxstaaten und hat sich im Jahre 1997 gegründet. Eine erste Single wurde selbst produziert und veröffentlicht, im Jahre 1999, nachdem man bei Pias gelandet war, folgten zwei weitere. Heir ist nun das Debut-Album, wobei Sänger Bent Van Looy allerdings dazu sagen muß, daß es eigentlich schon das zweite sei, da das erste bereits im Kopf veröffentlicht wurde. Dies hat man gemacht, um Erstlingsfehler zu vermeiden. Beschreiben tut er die Musik als „Melange aus Beatles, Pink Floyd, Blur, Smiths mit einem Schuss ´Game Boy“-Melodien“. Schöner kann man diese wunderbare CD, die wirklich Pop ist, eigentlich gar nicht beschreiben. Aus der Aufzählung dieser Bands läßt sich auch schliessen, daß es nicht um diesen süßlichen Muzak-Seiher-Pop der Boybands heutiger Zeit handelt, sonder um Gitarrenpop mit echten Melodien. In den Benelzx.Staaten hat DAS POP schon sehr großen Erfolg, man kann nur hoffen, daß in Deutschland mit einer ähnlichen Hysterie und auch Charterfolgen zu rechnen ist. DAS POP sind sicherlich auch eine Band, die live sehr viel Spaß machen würde. Übrigens ist auch das Hochglanz-Hochglanz-Booklet sehr sehenswert! (H.H.)

Webadresse der Band: www.daspop.com

POPA CHUBBY - Peace, Love & Respect


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Dixiefro Records / Fenn Music

Popa Chubby, in Wirklichkeit heißt er Ted Horowitz, wurde in der Bronx geboren und hatte einen eigenen Musikkeller, in dem er sein Musik einspielte. Sein Genre ist der Blues, vermixt mit einem bisschen Jazz und Funk, auch ein wenig Rap ist dabei. Das klingt einerseits sehr modern, doch auf der anderen Seite weiß der gute Musiker auch die Traditionen des Blues zu würdigen. Jede Menge Alben hat er produziert, natürlich alle verkauft bis zum Abwinken und er ist auch ständig live zu sehen. Das neue Album heißt „Peace, Love & Respect“ und, das ist mir ja besonders sympathisch, POPA CHUBBY mokiert sich ganz ausführlich und deutlich gegen die Regierung Bushs und ihre verlogenen Kriegstreibereien. Zu diesem Thema sollte man sich unbedingt „Un-American Blues“ anhören, was Hoffnung gibt. In den heutigen Zeiten glaubt man ja wirklich, dass die Amerikaner komplett nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, doch es gibt sehr viele, die sehr kritisch mit dieser Regierung umgeht, die nicht durch Wahlen, sondern durch das Gerichtsurteil einer republikanischen Richterin an die Macht gekommen ist. Es sollte viel mehr Leute wie POPA CHUBBY geben. Aber auch sonst hat der Mann einiges zu sagen. Ein Album, das wirklich Klasse hat und wer auf traditionellen Blues steht, aber auch keine Angst hat vor einigen Modernisierungen hat, dem sei das Album ans Herz gelegt. Ich denke aber, wer diese Musik mag, wird eh POPA CHUBBYs Musik kennen. (H.H.)

POP WILL EAT ITSELF - Unspoilt By Progress


Erstveröffentlichung: Video 1991 / BMG

Ende der 80er/Anfang der 90er gab es in England einen kurzen musikalischen Hype, der seltsamerweise “Grebo” genannt wurde und dessen bekannteste Bands Zodiac Mindwarp & The Love Reaction und eben POP WILL EAT ITSELF waren. Die „Poppies“, wie sie liebevoll von ihren Fans genannt wurden, haben einige geniale Platten veröffentlicht und sind dann wieder spurlos von der Bildfläche verschwunden, aber Songs wie „There´s No Love Between Us Anymore“ und vor allem der Megaknaller „Wise Up! Sucker“ gehören wohl zu den powervollsten Liedern überhaupt. Musikalisch war es eine seltsame Mischung aus Punk und elektronischen Sounds, teilweise mit poppigen Melodien. Man stelle sich eine Mischung aus Sigue Sigue Sputnik (deren Love Missile F1-11“ auch gecovert wurde) und Nirvana (nur früher, als es den Begriff „Grunge“ noch nicht gab) vor. Die Videoclips sind bunt, abgedreht und wahrscheinlich manchmal unter Drogeneinfluss entstanden. Dazwischen gibt es immer wieder Live-Clips und anderen schrägen Kram, Faninterviews und was sonst noch so dazugehörte damals, um im prüden England eine zeitlang die Schlagzeilen der Musikpresse zu beherrschen. So hat man sogar ein Video mit der italienischen Ex-Pornodarstellerin und Parlamentsabgeordneten „Cicciolina“ produziert. Es macht einfach Spaß, diese kraftvolle Band mal wieder zu sehen, leider war es mir nicht vergönnt, sie damals live zu erleben, das wäre wahrscheinlich endlos genial gewesen. Auf jeden Fall sollte man die Cassette nicht stehen lassen, wenn man sie irgendwo mal sieht! (A.P.)

PORRETAS - El Directo


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Locomotive Music

PORRETAS kommen aus Spanien und haben sich vor satten 18 Jahren gegründet und bis heute acht Alben aufgenommen. Nun veröffentlichen sie eine Live-Doppel-CD, die in Sala Aqualung aufgenommen wurden. Auf der Rezensions-CD sind allerdings nur zwei Stücke verfügbar („Mansajeros“ von 1993 und „Marihuana“ von 1997), so dass man nicht viel zum Komplettalbum sagen kann, aber eines kann man schon ganz klar sagen. Das Konzert muss ein grandioser Erfolg gewesen sein, wenn man mitbekommt, wie intensiv das Publikum beim Song „Marihuana“ mitgeht. Der Sound der zwei Songs ist fett und die Stimmung mindestens ebenso, ich nehme an, das zieht sich durch das gesamte Album, es sollen auch Gäste von den Bands BOIKOT und SUBLEVADOS ihr Stelldichein gegeben haben. Ach so, habe ich schon erwähnt, dass man PORRETAS am besten in die Punkecke steckt? Irgendwie sollte man vielleicht auch Powerpunk nennen, denn wenn die restlichen Songs des Doppelalbums genauso kraftvoll daherkommen, dann ist das eine echte Knallerveröffentlichung. (H.H.)

POTENTIA ANIMI - Das erste Gebet


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Stars In The Dark / Soulfood

POTENTIA ANIMI bedient mit ihrem Debut-Album das Mittelalter-Genre, doch bevor Ihr die Hände über den Kopf zusammenschlagt und fragt, wieso noch eine Band daher kommt und so etwas spielt, solltet Ihr Euch mal diese Album hier anhören. Gerade in der ersten Hälfte gibt es soundtechnisch gesehen extrem interessante Dinge zu bemerken. Gerade der als Clubhit genannte „Domina“ mit seinen spannenden Blasinstrumenten oder „Nachfrass“ und „Bruder Titus“, die mit tollen und schepprigen Schlagzeugklängen aufwartet. „Bruder Titus“ zudem noch mit einer angenehm rockigen Gitarre. Gut wird es auch immer, wenn die Mönchsgesänge einsetzen, manchmal hat das fast rumänische oder bulgarische Anklänge. Die zweite Hälfte der CD bietet dann aber Mittelalter pur und das sind dann auch die Momente, in denen sich POTENTIA ANIMI nicht großartig von anderen Bands abheben. Als besonders angenehm muss ich noch anmerken, dass der Metal-Anteil in der Musik relativ niedrig ist und dass die Mönche dank elektronischer Hilfsmittel auch hier und da entscheidende I-Tüpfelchen setzen können. Alles in allem also keine Offenbarung, aber eine sehr anständige Platte, die man öfters mal auflegen kann. Nur: Ich hasse diese blöden Hidden Track-Spielereien auf CDs. ( (H.H.)

Vier skurrile Mönche, allesamt in schwarze Büßerkutten gehüllt, bilden gemeinsam die Bruderschaft „Potentia Animi“, was übersetzt soviel wie Kraft der Seele bedeutet.

Und fürwahr Seele haben diese Brüder! Zum Wave Gotik Treffen 2004 brachten sie die Moritzbastei in Leipzig förmlich zum bersten, denn plötzlich dudelten, pfiffen und trommelten diese Mönche was das Zeug hielt! In neuerer Zeit konnte man sie als Vorgruppe von „Corvus Corax“ genießen, die diesen aussergewöhnlichen Geheimtip nun mit ins Boot von Pica Records nahmen und damit unter ihre Fittiche. „Wir haben einfach festgestellt, dass Potentia Animi mit ihren ungewöhnlichen Interpretationen und der Spielfreude auf der Bühne gut zu uns und unserem Label Pica passen würden, und haben daraufhin Gespräche in Richtung ins Boot holen erfolgreich gestartet,“ erklärt Hartmann der Drescher nach dem Konzert von Corvus Corax in der Münchner Muffathalle.

Mal ehrlich, haben wir es nicht schon immer geahnt? Die Mönche in den alten vergangenen Tagen waren gar nicht so rein und keusch wie es uns die liebe Mutter Kirche noch glauben machen will. „Na ja man sieht ja auch heute in diesem Tempel der Sodomie genannt Sankt Pölten, wie fromm wir Mönche doch sind,“ witzelt Bruder Nachtfrass. Diese Bruderschaft hier gibt uns Mittelalterfans jedenfalls auf ihrem Debütalbum mit dem Titel: „Das erste Gebet“ die Kunde vom schmutzigen, sinnlichen und wilden Treiben hinter den dunklen Klostermauern. Frontmann Mario Gericke alias „Bruder Nachtfrass“, treibt sich seit Jahren in allen Himmelsrichtungen herum. Spielt Theater, oder dreht bei Film und Fernsehen. Seine große Leidenschaft aber ist und bleibt die Musik. Auf diesem Wege lernte er auch Titus Jany, „Bruder Liebe“ genannt, den Schlagzeuger der Inchtaboktables kennen.

Bruder Stoch, der Novize der sie von Anfang an begleitete, verließ die Gemeinschaft Ende 2003 und wandte sich dem weltlichen Geschehen zu, nachdem die Glaubensbrüder ihn in Wernesgrün an eine ältere Dame verschenkt hatten und er mit hochgezogener Kutte auf den Tischen tanzte... Hinzu kam „Bruder Schaft“, Phaedro T. Fedrowitz, der bisher als Schauspieler und Musiker bei den Schmierenkomödianten oder solo sein weltliches Dasein fristete. Als ständiger Begleiter im Hintergrund agiert Bruder Moeh, der elektronische Mönch, er fungiert als Produzent des ersten Gebetes, spielt, wie der Herr dero selbst, Bass und glänzt durch hervorragendes gepflegtes Aüßeres, wie er betont.

Nun als aus dem Kloster geworfene unsittliche Bettelmönche kommen sie daher. Doch wer jetzt denkt, er bekäme auf „das erste Gebet“ eine Stunde lang gregorianische Choräle ins Ohr geblasen, wird schnellstens eines besseren belehrt. Denn was nach ihrem durchaus sakralen Intro, geläuteten Kirchenglocken, folgt, endet im Laufe der CD in wilden Trommeleien, Schalmeien- und Sackpfeifenwänden. Kraftvoller Gesang mit originellen Texten, der die nach außen hin gewahrte Form der frommen Bruderschaft förmlich persifliert dominieren dieses Album und lassen den Hörer teilhaben an Spielfreude, bzw. geben einem Einblicke in das unsittliche Klosterleben. Die meisten Titel komponieren Potentia Animi selbst, und was man da hört, hat nicht mehr sehr viel mit der Musik aus der Zeit des Walther von der Vogelweide zu tun. Das liegt wohl nicht zuletzt an der Art, wie die Titel arrangiert sind:

Man beschränkt sich musikalisch auf das Nötigste, beweist jedoch Gespür für straighte Melodien etwa mit „Domina“ oder „Nachtfrass“ und tanzbaren Sound. Die Gesänge sind mal kraftvoll wie „Bruder Titus“ beweist, mal gefühlvoll wie in „me novarem“ aber immer mit der Portion Schalk im Nacken, wie der zutiefst gotteslästerliche und hochoriginelle Song „gaudete“ beweist.

Nun, dass sie sich Brüder nennen, wie das bei Mönchen halt so üblich ist, darf uns Hörer nicht verwundern und auch so manche Ordensregel mutet führwahr etwas abenteuerlich und mitnichten gottesfürchtig an!

Bleibt mir nur noch zu sagen, lauscht selbst und Hut ab zum Gebet! (Maximilian Nitzschke)

POTHEAD - Grassroots


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Janitor Records

Im Jahre 2000 hat sich die Berliner Rockband POTHEAD selbständig gemacht und sich von ihrer großen Plattenfirma getrennt, um ein eigenes Label zu gründen und independent zu bleiben. Mittlerweile ist das hier das achte Album (innerhalb der zehnjährigen Bandgeschichte) und bietet, wie gewohnt, den andersartigen Rockstil, der POTHEAD von allen anderen Bands abhebt. Natürlich ist die Musik immer noch Rock und natürlich haben sie nicht von ihrem Erfolgsrezept abgelassen, alle Songs klingen tatsächlich so, wie man es von ihnen kennt. Ein interessanter Bass, ein abwechslungsreiches Schlagzeug, das alle Facetten zwischen brettern und streicheln beherrscht, eine Gitarre zwischen zartem Zupfen und hämmernder Riffs und einem Songwriting, das man schon als komponieren bezeichnen kann. Ein Rockalbum für die künstlerischen Sinne sozusagen. (H.H.)

POTHEAD - Fairground


Erstveröffentlichung: CD / Orangehouse Records / BMG

POTHEAD kommen aus Seattle, machen aber kein Grunge, denn zu dieser Zeit waren sie schon in Berlin. POTHEAD selbst sind drei Musiker, Gitarre, Baß, Drums, also die klassischste aller klassischen Besetzungen. Musikalisch geht es bei den Jungs um Rock, etwas Rock´n Roll, ein wenig Blues und damit haben sie das inzwischen sechste Album vollgemacht. Inzwischen sind sie auch bei Goldrush Entertainment/BMG gelandet, was ihnen wohl den großen Deal einbringen dürfte. Für mich persönlich passiert auch dem Album aber zu wenig und es fehlt mir persönlich ein wenig an Außergewöhnlichem. Sicher, die Band versteht ihr Handwerk, kann Songs schreiben und darbieten und hat auch ganz sicher ihre Fans, aber wie gesagt, ich werde mich nicht unbedingt dazu zählen. (H.H.)

POVERTY´S NO CRIME - Slave To The Mind


Erstveröffentlichung: CD / InsideOutMusic

POVERTY´S NO CRIME gründeten sich im Jahre 1991 und haben nach zwei Demos die erste CD im Mai 1995 bei Noise Records veröffentlicht. 1996 folgte der zweite Tonträger und man begann als Support von Skyclad, Waltari und Depressive Age auch live sich hervorzutun. Nun gibt es das dritte Album auf dem neuen Label InsideOutMusic. POVERTY´S NO CRIME macht diesen luftigen Ferne-Weiten-Metal mit melodiösem Gesang, angenehmen Quietsch-Gitarren und rockigem Outfit mit harmonischen Synthesizern durchsetzt. Alles in allem ein wenig zu sehr angepasster Wohlfühlmetal, genau das richtige zum Kuscheln. (H.H.)

POWERHOUSE - Quadra


Erstveröffentlichung: Mini-CD / Desert Inn Tonstudio

Diese Mini-CD mit vier Stücken der Band kann man kaum mit der anderen CD der Band vergleichen, denn sie ist bedeutend experimenteller ausgefallen, es gibt kaum noch Metal-Anleihen, dafür jede Menge interessante Breaks, Keyboards-Parts und Dinge, die sich auszuprobieren gelohnt haben. ""Sorrows"" ist eigentlich der Song, der noch am ehesten der Erwartungen aus der anderen CD entspricht, einem Rockstück mit 80er-Jahre-Flair. ""A Talk About"" ist irgendwie mit einem trancigen Space-Reggae-Stück vergleichbar, wobei das Wort vergleichbar nicht stimmt, denn vergleichbar ist es eigentlich mit gar nichts. ""B 3.2.1"" fasziniert mit einer gemeinen Roboterstimme und einem Queen-artigen Chor und ist das witzigste Stück der CD. ""The Funky Stuff"" ist dagegen das experimentellste Stück der CD, eine Art Funky Metal, kurz und prägnant, etwas über eine Minute lang. ""Quarda"" ist eine CD, die leider viel zu kurz ist und neugierig macht, auf einen Longplayer, bei dem man hofft, das er ähnlich experimentelle Klänge anschlagen wird. (H.H.)

POWERHOUSE - The Powerhouse Trial


Erstveröffentlichung: Mini-CD / Desert Inn Tonstudio

Zu der Band POWERHOUSE haben wir leider keinerlei Informationen, ich vermute aber, daß sie aus Deutschland stammt, da das DESERT INN TONSTUDIO, welches uns die CDs zusandte, aus der BRD kommt. POWERHOUSE machen eine gewisse Art Rock mit ganz dollen 80er-Jahre Einflüssen, mitunter meint man ein wenig Duran Duran zu hören, auch ein wenig Moti Special meint man zu vernehmen. Darüber hinaus sind bei """"Green Dove In A Sea Of Grey"" gar klassische Töne zu hören sowie starke Melodic-Metal-Anleihen. Auf der 4-Track-CD ist noch das Video zum Stück ""Variations"" enthalten, welches ein wenig mehr Einblick in die Band gibt und das Gefühl der 80er noch stärker hervortreten läßt, nicht zuletzt durch die Verwendung eines Umhänge-Synthies. Leider konnte ich keine Web-Adresse der Band ausmachen, doch wer sich ein wenig über das DESERT INN-Tonstudio informieren möchte, schaut am besten mal unter www.desertinn.de nach. (H.H.)

PRESSUREFLIP - Carefree Days


Erstveröffentlichung: CD / Epistrophy

Sind vielleicht nicht die originellste Punkband derzeit, aber ganz sicher bringen PRESSUREFLIP gute Laune in Eure Stuben und das sollte wohl auch ein sehr wichtiger Aspekt sein. PRESSUREFLIP sind eine eindeutig deutsche Punkband mit dem oftmals typischem Background-Gesang und den eingängigen Melodien. Nicht das mich jetzt einer falsch versteht, PRESSUREFLIP vereinen eigentlich all die sympathischen Dinge des Deutschpunkrocks, nämlich die guten Melodien, die lockere Flockigkeit und Songs, die ins Ohr gehen und um dieses noch zu unterstreichen, hat man ""Vollmilch"" gecovert mit einem eigenen, englischen Text. Im Ganzen gesehen ist diese CD eine runde Sache! (H.H.)

PRIDE - Signs Of Purity


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Point Music

Nun ist das zweite Album vom PRIDE erschienen und stilistisch hat sich bei den Mannen um Ex-Balance Of Power-Keyboarder Ivan Gunn im Grunde nichts geändert. Weiterhin ist das lupenreiner, klassischer Melodic Rock. Insgesamt ist das Album eher ruhig gehalten, aber die Rockballaden sind trotzdem wuchtig. Ich denke, ich trete auch niemandem zu Nahe, wenn ich behaupte, dass manch ein Song auch tatsächlich auf einem Kuschelrock-Sampler passen würde, man denke da nur an ""Heaven´s Waiting"". Vergleiche zu Bon Jove fallen nicht nur bei diesem Stück ein. Natürlich gibt es auch eher rockige Stücke zu hören, wie zum Beispiel bei ""Learn To Fly"", doch das Schlagwort ""Rockpop"" scheint für PRIDE wie gemacht zu sein. Meine Anspieltips sind das eben erwähnte ""Learn To Fly"" und ""I.O.U."". (H.H.)

PRIDE - Far From The Edge


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Point Music

Die Band PRIDE wurde von Keyboard-Spieler Ivan Gunn gegründet, der vorher bei BALANCE OF POWER in die Tasten gegriffen hat. “Far From The Edge” ist das Debut-Album der Band und präsentiert dem geneigten Hörer Melodic Metal, wie Fans dieses Genres ihn sicherlich lieben werden. Das die Bandmitglieder zusätzlich virtuos ihre Instrumente beherrschen, ist bei dieser Musikrichtung natürlich klar. Augenommen wurde das Album im Paar St-Tonstudio in Liverpool und Tonmeister war Pete Coleman, der schon für den Sound von Bands wie Wildhearts, Paradise Lost, Black Sabbath und Fear Factory verantwortlich war. Alles in allem ein rundes Album. (H.H.)

PRIDE OF LIONS - Pride Of Lions


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Frontiers Records

Nach einer kürzlich erschienenen Mini-CD gibt es nun das erste Full Length-Album des Duos PRIDE OF LIONS. PRIDE OF LIONS besteht auf der einen Seite aus Hardrock-Veteran JIM PETERIK, den man wohl in erster Linie natürlich von SURVIVOR kennt, aber selbstverständlich auch von Bands wie IDES OF MARCH, 38 SPECIAL und SAMMY HAGAR. Auf der anderen Seite ist es der 25-jährige TOBY HITCHCOCK, der als Sänger bislang noch nicht von sich reden machte, aber das in Zukunft bestimmt wird. Bei PRIDE OF LIONS wollte JIM PETERIK auch mal auf neues Blut zurückgreifen, um in den klassischen Hardrock, den er macht, einen frischen Wind zu blasen. TOBY HITCHCOCK, der übrigens seine Stimme über vier Oktaven beherrscht, kann dies auch mit Nachdruck tun. Die erste Single heißt übrigens „Sound Of Home“ und sollte auch als Anspieltip angesehen werden. Ein Video hierzu soll noch produziert werden und dann wird PRIDE OF LIONS wahrscheinlich durch Japan und Europa touren. (H.H.)

PRIMUS - Antipop


Erstveröffentlichung: CD / Motor Music

PRIMUS gründeten sich bereits im Jahre 1984 und hatte einen unglaublichen Drummer-Verschleiß, so daß heute bereits der achte dabei ist. Das erste Album der Band war ein selbstfinanziertes Live-Album, bald darauf folgte dann das erste Studioalbum mit Titel ""Frizzly Fry"", für welches PRIMUS mit dem ""Bay Area Music Award"" ausgezeichnet wurden und was ihnen verhalf, mit Größen wie Faith No More oder auch Jane´s Addiction zu touren und einen Vertrag bei einer großen Plattenfirma zu bekommen. Nach ihrem nächsten Album ""Sailing The Seas Of Cheese"" konnten sie dann sogar mit U2 und Ruh auf Tour gehen. Ein Album und eine Hitsingle. Noch ein Album, eine EP mit Covers und ein Beitrag zum Zeichentrickhit ""Southpark"" folgten. Beim Album ""Antipop"" haben sich einige Bekanntheiten ans Produzieren bzw. Mitspielen gemacht, so z.B. Tom Waits, Martina Topley Bird (Tricky), Tom Morello (Rage Against The Machine), Fred Durst (Limp Bizkit), Jim Martin (Faith No More), Stewart Copeland (The Police), James Hetfield (Metallica) und ein paar mehr. In der Hauptsache ist PRIMUS Rockmusik, wie die ganzen Namen wohl auf vermuten lassen. Interessant macht die Musik allerdings die Vertracktheit der Songs und das Bemühen, die Musik niemals langweilig werden zu lassen und alles mit kleinen Gadgets und interessanten Einfällen aufzupeppen. In jedem Fall haben PRIMUS ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Stil, so daß sie immer wiederzuerkennen sind. (H.H.)

PROBOSCIS - Stalemate


Erstveröffentlichung: CD / Die Hard / Progress Records

Diese Band hier kommt aus Stockholm und fand sich dort im Jahre 1992 zusammen, wobei die ersten Jahre eher eine Art musikalisches Projekt waren. Erst im Jahre 1995 hat PROBOSCIS dann als echte Band gestartet, Demos veröffentlicht und auf einigen Compilations sich präsentiert. Nach einigen Umbesetzungen, da viele der Mitstreiter auch in anderen Bands spielten, wurden die ersten Studioaufnahmen gemacht, doch das Label spielte nicht mehr mit und so verging einige Zeit, bis DIE HARD sich der Band annahm und uns nun deren Album beschert. PROBOSCIS machen eine Art aggressiven Hardcore oder auch Deathrock mit kleinen Metaleinflüssen, der sie aber durch eigenen Stil und Originalität von anderen Bands deutlich unterscheidet und es nicht einfach macht, sie in eine Schublade mit nur einer Beschriftung zu stecken. Ganz besonders interessant an der Musik ist der Einsatz eines Synthesizers, der sich hervorragend in die Musik einbettet. Die Texte handeln eigentlich von allem, hauptsächlich aber über die Realität von einer Weise aus gesehen, wie sie nicht gewöhnlich ist. (H.H.)

PROJECT PITCHFORK - The Early Years (89-93)


Erstveröffentlichung: CD 1996 / Off Beat

Zusammenstellung der frühen PITCHFORK-Werke hauptsächlich für den amerikanischen Markt. Vertreten sind Songs von den ersten Platten ""Dhyani"", ""Psychic Torture"" und ""Lam-Bras"", über das erste große Erfolgsalbum ""Entities"" bis zur Hitsingle ""Souls"" und als Bonus noch Material von der sehr guten ""Corps D´Amour"" EP. Im Booklet sind zudem die Texte abgedruckt, sowie eine Discographie bis hin zur ""Ch´i"" Maxi, außerdem eine kurze Biographie in recht holperigem Englisch. Für Fans der Band ist keinerlei unveröffentlichtes Material enthalten, für neue Hörer ist die Zusammenstellung aber gut geeignet, um die älteren Aufnahmen von Europa´s führender Electro-Dark-Wave-Band kennenzulernen. (A.P.)

PROJECT PITCHFORK - Va I Luce...


Erstveröffentlichung: Video / Project Management

„Va I Luce...“ war das erste offizielle Live-Video der heute auch über die schwarze Szene hinaus bekannten Band, die inzwischen sogar mehrfach in der Bravo aufgetaucht ist. Das ganze ist recht einfach abgefilmt, Effekte halten sich eher in Grenzen, aber dennoch kommt die Atmosphäre der frühen PITCHFORK-Auftritte gut rüber und interessant ist, wie die Band sich bis heute entwickelt hat. Wer ein profesionelles Video erwartet, wird natürlich enttäuscht sein, für Fans dürfte es sich aber um eine Offenbarung handeln, zu sehen, wie ihre Lieblinge einmal angefangen haben. Im Liveteil sind Songs der ersten beiden Alben vertreten, der Sound ist zwar nicht überragend, aber doch okay. Dazu gibt es einen einfach gestrickten Clip zu „Conjure“. Auch hier sind die PITCHIES heute einige Stufen weiter vorangekommen. Als Bonus gibt es noch den kultigen Titel „Fire Trap“, der mit privaten Videoaufnahmen hinterlegt ist. Wirklich unterhaltsames Video und heute eine absolute PROJECT-PITCHFORK-Rarität. (A.P.)

PROLLHEAD - Fuck Jaques Chirac!


Erstveröffentlichung: 7 Inch / Vielklang / Efa

Was dieser Mensch ja vorhatte, wissen wir ja alle, hat ja wohl jeder was von gehört, was bei Erscheinen dieser Ausgabe wohl passiert ist in dieser Sache weiß ich nicht (logisch, liegt ja in der Zukunft). Nun ja, jeder hat wohl gegen diese Atombombentests protestiert, die meisten von uns wohl innerlich und leise, was ja natürlich am meisten Wert hat, andere sind lauter und prolliger dabei und hier ist denn auch PROLLHEAD, deren Mannen und Frauen mit ihrem Lied nochmal aufwühlen wollen, leider sind die Ideen und Sprüche in dem Song etwas zu aufgewärmt, um neu zu sein, aber eine fast schon Torfrock-mäßige Gesangseinlage zusammengepfercht mit Rock´n Rolligen Jesus And Mary Chain Schrammel-Billig-Akkorden ist trotzdem schon mal ein wenig was anderes. Auf der Rückseite der Single geht es auch gleich dann etwas härter zu. (H.H.)

PROMISES OF RAIN - Snowburn


Erstveröffentlichung: CD-EP 1999 / Eigenproduktion

„Snowburn“ ist die zweite EP der belgischen „Heavenly Pop“-Band (Eigenbeschreibung) PROMISES OF RAIN.
Im Info nennt die Gruppe um Sängerin Catherine Boito Gruppen wie die Cranes, Slowdive, Cocteau Twins, Sundays und Dark Orange als Einflüsse und dazu muß man eigentlich auch gar nicht mehr schreiben. Vor allem die Cocteau Twins in der zweiten Hälfte der 80er und Dark Orange zu Zeiten ihres ersten Albums haben deutliche Spuren hinterlassen. Das Cover der CD deutet weiterhin auf eine große Verbundenheit mit dem 4 AD-Label hin. Wer sich noch an die Rough Trade Samplerreihe „Music for the 90s“ erinnert und diese mochte, kann auch bei „Snowburn“ bedenkenlos zugreifen, wer melancholischen Indie-Pop liebt, kommt gar nicht daran vorbei. (A.P.)

PRONG - Scorpio Rising


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Locomotive Music

Letztes Jahr im Oktober hat sich PRONG nach längerer Pause wieder zurück gemeldet mit einem Livealbum, um die Gemeinde auf ihre Rückkehr ins Rampenlicht vorzubereiten. Das hat offenbar überzeugt, denn nun melden sich die Jungs mit einem komplett neuen Studioalbum wieder, auf das Fans gespannt warteten. Würde die Musik heute noch genauso klingen? Immerhin sind ja etliche Jahre vergangen. Um die Katze aus dem Sack zu lassen: Die Musik ist grundlegend immer noch das gleiche, wenn man ihren letzten Tonträger „Rude Awakening“ zugrunde legt. Vielleicht sind PRONG allerdings nicht mehr so „verspielt“ wie früher, wobei dieser Begriff eh schon nicht so richtig passt. Die neuen Stücke sind geradliniger, werden ohne Umwege an die Luft gesetzt und erreichen den Zuhörer dadurch wahrscheinlich noch einfacher. Das passt ganz gut zu den Texten. Hat man bei „Rude Awakening“ zum Beispiel noch verzweifelte Schreie ausgestoßen, weil man die Welt nicht versteht, so nimmt man heute hin, dass man die Welt einfach nicht versteht, aber so ist das nun mal und so und so kann man mit dieser Einsicht leben. Das neue Album ist eine gnadenlose Mischung aus Hardcore und Trashmetal mit einigen melodischen Parts und einer Stimme, die man immer wieder erkennen muss. Also, Fans, Ihr macht nichts falsch, in diese Platte reinzuhören. Und Leute, die keine Fans sind, sich mit dieser Musikrichtung aber anfreunden können, denen sei ebenfalls eine Empfehlung ausgesprochen. (H.H.)

PRONG - 100% Live


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Locomotive Music

Fünf Jahre hat die Welt nichts mehr von PRONG vernommen. Hardcore ist in der Zwischenzeit gesellschaftsfähig geworden und hat in etwas poppigeren Abwandlungen sogar Einzug in die Charts erhalten. Es wird also Zeit, dass den „Weicheiern“ mal wieder etwas Dampf unterm Hintern gemacht wird und deshalb haben sich PRONG entschieden, wieder in der Musikwelt tätig zu werden. Es beginnt mit einer Live-CD, um sich wieder in Erinnung zu bringen, ein neues Album soll im Mai 2003 kommen. Auch neue Konzerte sind angesagt und auf diesen sowie auf dieser CD hier werden altbekannte Stücke, wie zum Beispiel „Rude Awakening“ zum besten gegeben. Übrigens geht die Band inzwischen wieder etwas straighter zur Sache. Bei den letzten Alben wurde die Musik ja auch schon ein wenig poppiger, schnörkeliger und auch softer, aber auf „100% Live“ geht es wieder richtig knallhart zur Sache. (H.H.)

PROPAGANDA - Outside World


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Repertoire Records

CD + DVD
PROPAGANDA gehören bis heute zu den wenigen deutschen Bands, die auch in England Erfolg hatten. Dazu muss man sagen, dass die Band auch gar nicht „typisch“ Deutsch klang, sondern einen sehr internationalen Stil kreierte.

1984/85 war die Band durchgehend präsent und hatte mit „Dr. Mabuse“, „Duel“ und „P-Machinery“ drei Singlehits und mit „A Secret Wish“ ein ebenfalls sehr erfolgreiches Album auf dem Markt. Dazu kam noch das gelungene „Wishful Thinking“ Remix Album und dann war es erstmal vorbei mit der Band. Man ging verschiedenen Soloprojekten nach (Rififi, Act...) und versuchte sich Ende der 80er/Anfang der 90er noch mal in veränderter Besetzung mit einem neuen Album, was aber leider ziemlich floppte.

Zumindest zwei der drei frühen Singles sind bis heute Standard auf jeder 80er Party und tauchen auf mindestens jedem zweiten 80er Sampler auf.

Repertoire Records hat sich nun die Mühe gemacht, eine „Best Of“ CD von PROPAGANDA zusammen zu stellen, auf der auch die eine oder andere Rarität zu finden ist. Als ob das nicht schon genug wäre, gibt es dazu eine DVD, die alle frühen Videoclips der Gruppe enthält, und das ist für die nicht wenigen Fans sicher das größte Geschenk, denn die Clips kriegt man nicht häufig zu sehen.

Zunächst zur CD...PROPAGANDA gehörten zu den ersten Bands, die ihren Songs zahlreiche Remixe verpassten und damit verschiedene Seiten abgewannen. Einige dieser teilweise seltenen Remixe gibt es hier zu hören. So findet der Liebhaber drei sehr unterschiedliche Versionen von „Dr. Mabuse“, zwei Mixe von „P-Machinery“ und diverse weitere DJ Remixe, Promo-Mixe etcetera. Mir gefällt das ausgesprochen gut, da die Versionen sich meistens wirklich stark unterscheiden. Zudem sind ein paar sonst absolut nicht erhältliche Sachen dabei, zum Beispiel „P-Machinery (Connected)“, das vorher nur auf einer Cassetten-Compilation im Jahre 1985 erschienen ist. Das dürften sogar nur wenige Sammler haben, oder? Unsterblich ist auch die Velvet Underground Coverversion „Femme Fatale“, denn so sollte ein Cover sein, den Geist des Originals bewahrend, aber doch eigenständig.

Der wirkliche Hammer ist aber die DVD! Sie enthält insgesamt sieben Clips, genauer gesagt jeweils zwei unterschiedliche zu „Dr. Mabuse“ und „Duel“, einen zu „P-Machinery“ und dazu noch zwei kurze TV-Spots, die als Werbung für die ersten beiden Singles produziert wurden.

Der erste „Dr. Mabuse“ Clip ist der, den wohl die meisten Leute kennen, nämlich der einem schwarz-weiß Film nachempfundene, der die Stimmung des Songs perfekt einfängt und ziemlich düster daher kommt. Ausgesprochen witzig ist die zweite Version (die auch schon auf der „Wave To The 80s“ DVD dabei war). Hier steht die Band in einer Kulisse aus alten Badewannen, Kanonenrohren und sonstigem Schrott und performed das Lied. Man sieht deutlich, wie unernst die Bandmitglieder diesen Dreh (vielleicht ursprünglich für eine Fernsehsendung entstanden?) genommen haben und sich teilweise das Lachen verkneifen müssen. Ernst kann man das natürlich auch als Zuschauer nicht nehmen, aber unterhaltsam ist es allemal!

Danach folgt der normale Clip zu „Duel“, der wie ein kleiner, sehr bunter Film erscheint und sehr passend zur Musik ist. Dann folgt der gleiche Clip noch mal, diesmal allerdings nachbearbeitet mit jeder Menge kleiner Effekte, die sehr wirkungsvoll sind und dem Ganzen eine andere Atmosphäre geben. Schließlich darf der Zuschauer sich am Clip zu „P-Machinery“ erfreuen, den ich für den gelungensten halte. Die Fabrikhalle, in der der Clip gedreht wurde spiegelt sehr gut die Stimmung des Songs wieder. Zudem verstärken die Marionetten, als die drei Bandmitglieder zu sehen sind, gut die dunkle Atmosphäre. Für mich das beste Video von PROPAGANDA. Die beiden TV-Clips sind für die Fans ein netter Bonus. Das war es dann auch leider schon wieder. Schön wäre es gewesen, wenn man noch den einen oder anderen TV-Auftritt der Gruppe dazu genommen hätte, aber da bekommt man wahrscheinlich nicht so einfach die Rechte.

Egal, mit dieser „Best Of“ CD und DVD hat Repertoire Records sicher viele Fans glücklich gemacht. Vielleicht wäre es noch sinnvoll gewesen, von den drei Hits jeweils die normale Singleversion mit auf die CD zu nehmen, denn der eine oder andere „normale“ Hörer tut sich sicher schwer mit den teilweise schrägen Mixen.

Wer für sich jetzt vielleicht die Band wieder entdeckt hat und mehr wissen will, sollte mal im Internet bei http://home.t-online.de/home/propaganda.de/d_home.htm vorbeischauen, eine sehr umfangreiche und gute Fanpage. (A.P.)

PROPAGANDA - A Secret Wish


Erstveröffentlichung: CD 1985 / ZTT / Island

Als 1984 die Single „Dr. Mabuse“ der bis dahin unbekannten Band PROPAGANDA die deutschen und englischen Charts stürmte, war man ziemlich überrascht, denn von der Gruppe hatte niemand vorher etwas gehört. Schnell kam heraus, daß es sich dabei um eine deutsche Band handelte, die aber auf einem englischen Label veröffentlichte und von dort weltweit Hits lieferte. Ganz neu im Musikbusiness war die Gruppe jedoch nicht, schließlich durfte man sich zumindest teilweise mit dem Prädikat „Krupps“ schmücken, einer Gruppe, die im Zuge der NDW neben ihrer „Stahlwerksymphonie“ auch mit dem Album „Volle Kraft Voraus“ zumindest Achtungserfolge verbuchen konnte. „Dr. Mabuse“ war eingängig und doch nicht oberflächlich, eigentlich schon fast düster und vom Songwriting her eher in der New Wave Ecke anzusiedeln. Die topmoderne Produktion machte den Song jedoch zu einem Ohrwurm. Es folgte die weniger erfolgreiche Single „Duel“, die nicht schlechter war und der Hit „P-Machinery“, das mit Sicherheit auf keiner 80er Jahre Party fehlt, aber auch in Wave Discos immer wieder gerne aufgelegt wird. Natürlich sind alle diese Knaller auch auf dem Debutalbum „A Secret Wish“ enthalten, das 1985 erschien und ebenfalls ein großer Erfolg wurde. Die Mischung aus düsterem Electro-Wave und ohrwurmträchtiger Pop-Produktion war zu der Zeit konkurrenzlos. Dazu Claudia Brücken´s unvergleichliche Stimme und teilweise eine ordentliche Portion Tanzbarkeit kombiniert mit großen Melodien machen das Album zu einem ewigen Klassiker und zumindest für die 80er Jahre zu einem wegweisenden Album, das nicht nur ich immer wieder gerne auflege. Vielleicht die elektronische Popvariante von X-Mal Deutschland? Ähnlich wie vorher Soft Cell und bald danach die Pet Shop Boys schob man kurz darauf ein Remix-Album namens „Wishful Thinking“ nach, das ebenfalls ausgesprochen gut ist. Danach wurde es ruhig um PROPAGANDA und bald gingen die Bandmitglieder eigenen, neuen Projekten nach. Claudia Brücken versuchte sich solo und später nochmal unter dem Namen PROPAGANDA, konnte aber nie an die alten Erfolge anschließen. Ihre Stimme alleine, ohne Ralf Dörper´s Kompositionen reichte offenbar nicht aus. Vielleicht war das Pulver mit den ersten Singles und dem Album aber einfach schon verschossen. Anspieltips, neben den genannten Liedern, sind hier auf jeden Fall „Jewel“ (einer Variante von „Duel“) und „Sorry For Laughing“, aber eigentlich auch alle anderen Songs. „A Secret Wish“ ist eine Platte, die definitiv in die Schublade „Sound of the 80s“ gehört und das im allerbesten Sinne. (A.P.)

THE PROPHETEES - Dichotomy


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

Etwas ganz besonderes und absolut vielseitiges erreicht uns hier aus den Vereinigten Staaten. Es ist eine Band, die sich, um es kurz vereinfacht auszudrücken, mit Darkwave beschäftigt, dabei aber so viele Facetten intelligenter, musikalischer Vielfältigkeit an den Tag legt, daß man nur staunen kann. Ihre visionäre Musik beginnt mit einem absoluten Knall-Opener namens ""All I Want"", der mir stundenlang im Ohr blieb. Auch die weiteren Stücke wissen zu begeistern und es schwirren einen Bandnamen wie Christian Death, Cancer Barrack, Girls Under Glass oder Echo & The Bunnymen durch den Kopf. Teils dichte, geflangte Gitarrenteppiche, teils gothische Riffs und sogar eine Klavierballade sind enthalten. THE PROPHETESS waren früher bei Cleopatra Records, haben sich nun aber losgesagt und vertreiben diese grandiose CD über ihr eigen-selbstgegründetes Label BELTANE. Ob sie hier in Deutschland so einfach im Handel zu haben ist, weiß ich leider nicht, am besten einfach mal nachfragen. Ansonsten gibt´s die sicherlich (für eine unbekannte Menge Geld) bei oben angegebener Adresse. (H.H.)

LES PROVISOIRES - Loin De La Plage


Erstveröffentlichung: LP 1984 / L´Invitation Au Suicide

Dass das Label L´Invitation Au Suicide zu den sammelnswertesten französischen Labels überhaupt gehört, ist wohl keine Frage. Dort sind die ersten europäischen Christian Death-Platten erschienen, die wunderbare „Heresie“-Box von den Virgin Prunes und jede Menge andere sehr gute Platten wie die 12“ von Red Wedding oder Scheiben von Inertia, Ausweis, Circle X, No Trend, Party Boys, Persona Non Grata, Super Heroines, 3 Teens Kill 4 und so einiges mehr. Und eben diese Platte von LES PROVISOIRES.

In den 80er Jahren war Frankreich eine gute Quelle, was New Wave-Musik angeht und vor allem der sehr eigene Cold Wave Stil hat eine Menge Perlen hervorgebracht, die heute extrem gesucht und in Zeiten von Ebay entsprechend teuer sind.

LES PROVISOIRES haben mit ihrem wohl einzigen Album „Loin De La Plage“ (es gibt noch eine Single) ein kleines Meisterwerk im damals beliebten Post Punk-Genre veröffentlicht, die sehr intensiv und atmosphärisch geraten ist. Klar vom Punk beeinflusst, spielt die Band einen sehr eigenen Cold Wave, bei dem vor allem der Gesang hervorsticht. Der Sänger „kotzt“ förmlich seine Wut und Aggression heraus, was zwar nicht gerade preiswürdig ist, aber doch sehr eigen und authentisch. Wenn die frühen Virgin Prunes eine Punk band gewesen wären hätte es vielleicht so ähnlich geklungen. Wummernder Bass, trockenes Schlagzeug und extrem scharfe Gitarren unterstützen den immer im Vordergrund stehenden Gesang. „Last Tango“ ist hier ein exemplarisches Beispiel und ein richtiger Hit. In den ganz frühen 80er Jahren hätte die Platte auch beim englischen 4AD-Label erscheinen können, als dort noch Bands wie „Rema Rema“ ihre Genialität ausleben konnten.

Und dann ist da natürlich noch der Über-Song „The Sense Of Doubt“, der trotz aller Schrägheit ein absoluter Post Punk-Ohrwurm ist und in meinen ewigen Top 50 der besten Lieder aller Zeiten sicher in der oberen Hälfte zu finden ist. Alleine dieser Track macht die Platte kaufenswert und man sollte sie auch nicht stehen lassen, wenn dafür etwas mehr Geld verlangt wird. Es lohnt sich! ( (A.P.)

PSEUDO - Introversion


Erstveröffentlichung: CD-R 2003 / Eigenproduktion

PSEUDO, das ist Toni Meier aus Chemnitz und ""Introversion"" ist das düsterste Album, das mir seit langer Zeit untergekommen ist. Anfang 2001 hat er seinen ersten Song in Zusammenarbeit mit Guido Zimmermann aufgenommen und dann innerhalb von zwei Jahren weitere Lieder komponiert. Besonders wichtig ist es ihm, so viel wie möglich selbst zu machen, um seine Vorstellungen und seine Emotionen so geballt wie möglich in diese Tracks hinein zu packen. Herausgekommen ist ein Album, das von Anfang mitreisst, oder vielleicht eher runterzieht, aber auf so angenehme Weise. Die Texte sind in deutsch und englisch gehalten, sind sehr lyrisch und wunderbar schwarz. Sakral, melancholisch, extrem ruhig und getragen, das ist die Musik von PESUDO. Schlagzeuge gibt es so gut wie keine, vielleicht mal ein paar entfernte Pauken. Toni Meier gibt sich gar keine Mühe, klischeehaft gotisch klingen zu wollen, er macht die Musik einfach so, wie er sich das vorstellt und heraus kommt Gothik jenseits anderer Gothicreleases, die heute ja auch in erster Linie in den Metal abdriften oder für Clubs produziert werden. PSEUDO ist schleichend langsam, tanzen ist hierzu völlig unmöglich, vielmehr muss man sich ruhig hinsetzen und genießen, um den Zauber der mitunter sehr minimal instrumentierten Stücke herauszuhören. (H.H.)

P.S.R. (PROJECT SCHWARZ ROT) - Jammerland


Erstveröffentlichung: CD / Impact Records / SPV

Vor einiger Zeit hat IMPACT RECORDS eine CD-Compilation veröffentlicht, die sich da nannte: „Punkrock - The Next Generation“. Ziel dieses Sampler war es, ein paar unbekannte Punkrockbands vorzustellen und der Zuhöre sollte dann seinen Favoriten wählen. Die Gewinnerband hat dann einen Gewinn erhalten in Form eines Vertrages bei IMPACT RECORDS. Und hier haben wir nun also den Gewinner, es handelt sich um P.S.R., einem Trio aus Neufahrn, welches sich ausgeschrieben anhört wie Projekt Schwarz Rot. Die Band hat fast ausschließlich politische Anklagetexte und musikalisch bringen sie uns rohen, gut gemachten Punkrock mit einigen Ecken und Kanten und guten Breaks. Im Booklet sind alle Texte abgedruckt, weil es sich auch lohnt, diese zu lesen und das Ganze wird dann noch mit einigen Bildchen aufgelockert, die irgendwie so aussehen, als sei der Zeichner noch ziemlich jung. Wer vorher in die CD mal reinhören möchte, sollte dies mit den Stücken „Jammerland“, „Kopf“ und „Goldfinger“ ausprobieren. Hoffen wir, daß die nächste „Punkrock - The Next Generation“-Aktion wieder eine gute, neue Band hervorbringt. (H.H.)

PSYCHE - Live At Belvedere Hall


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Psyche

Das ist doch mal was wirklich Feines. Ich war ja nie ein riesiger Fan von PSYCHE, mochte ihre Musik aber immer sehr gerne und einige Songs sind echte Klassiker. Auch live bieten Darrin Huss und Verstärkung immer einwandfreie Unterhaltung. Nun hat Mr. Huss persönlich eine Live-CD-R raus gebracht, die auf 1000 Exemplare (wenn ich mich nicht täusche) limitiert ist und ein ganz frühes Konzert der Kanadier bietet. Damals noch in Originalbesetzung als Brüderpaar Darrin und Stephen Huss. Der Auftritt ist am 31.10.1983 in der Belvedere Hall in Edmonton/Kanada aufgenommen worden und umfasst 12 Songs in zwar nicht perfekter, aber doch ordentlicher Qualität. Letztendlich ist diese CD sowieso eher für Fans gedacht und nicht für Gelegenheitshörer und die Möglichkeit, so alte Aufnahmen zu bekommen, dürfte bei manchen Leuten feuchte Finger erzeugen. Natürlich ist auch einer der kultigsten Electro-Songs überhaupt dabei: „Brain Collapses“. Als Bonus gibt es noch vier Original Demos, an denen auch Skinny Puppy´s Dwayne R. Goettel mitgearbeitet hat, zumindest an einem Song. Dabei covern PSYCHE sogar Fad Gadget´s New Wave-Meisterwerk „Back To Nature“ und das gar nicht mal schlecht. Keine Ahnung, ob der viel zu früh entfleuchte Frank Tovey diese Version jemals gehört hat, aber heute freut er sich bestimmt darüber, von wo aus er das auch immer hören mag. Zu einem echten Minimal-Electro-Knaller mutiert auch das Cover von PIL´s „(This Is) Not A Love Song“, die fast schräger als das Original ist. Dazu spielen PSYCHE auch noch eine wohl nicht ganz ernst gemeinte Version von „Living On Video“ von den kanadischen Landsleuten Trans X. Somit sind also für Freaks eine ganze Reihe wirklich lohnenswerter Tracks vertreten, die so vorher noch nicht erhältlich waren. Man mag es gar nicht glauben, aber PSYCHE sind nun auch schon 20 Jahre dabei und erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit, auch, wenn es unverdienterweise nie zum ganz großen kommerziellen Durchbruch gereicht hat. Wem, wenn nicht Darrin Huss sollte man das gönnen? Ein Tipp sei mir noch erlaubt: man sollte diese CD möglichst laut hören, sonst könnte es sein, dass man vom Sound doch enttäuscht ist. Bei der richtigen Lautstärke treibt das aber schon ganz schön nach vorne. Minimal-Synthie-EBM-Pop vom feinsten. Die CD wird sicher auf den zahlreichen Konzerten der Band verkauft, ansonsten einfach mal im Mailorder Bereich von www.bakterielle-infektion.de versuchen. (A.P.)

PSYCHE - Unveiling The Secret (Re-Release)


Erstveröffentlichung: CD 1999 / Synthetic Symphony / SPV

Gleichzeitig mit „Insomnia Theatre“ hat SPV 1999 das zweite PSYCHE Album „Unveiling The Secret“ wieder veröffentlicht und vielen Electro-Fans damit bestimmt eine große Freude gemacht. „Unveiling The Scret“ ist definitiv ein Electro-Klassiker der 80er Jahre und ich kann mich noch gut daran erinnern diese Platte damals unzählige Male gehört zu haben. Mit dieser Platte hatten PSYCHE endgültig ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Stil gefunden, irgendwo zwischen Soft Cell und Electronic Body Music. Irgendwie ist es schon Synthie-Pop, klingt aber doch ganz anders, als die heutigen Bands, halt viel eigenständiger. Das beweist einmal mehr, dass PSYCHE Vorbild für viele andere Bands waren und eigentlich ist es ein Wunder, dass nie der ganz große kommerzielle Durchbruch gelungen ist, an den Songs kann es nicht gelegen haben, wohl eher daran, dass keine große Plattenfirma hinter der Band stand. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so, wer weiß, was sonst aus PSYCHE geworden wäre...

Der absolute Klassiker auf „Unveiling The Secret“ ist natürlich der Titelsong, aber auch alle anderen Songs überzeugen und könnten heute problemlos auf 80er Wave/EBM Parties die Tanzflächen füllen. Naja, die 80er sind vorbei und heute kann man mit derartiger Elektronik kaum noch die Massen begeistern, Mitte der 80er Jahre war dieser Sound aber bahn brechend und somit sind PSYCHE heute immer noch beliebt, verdientermaßen! „Unveiling The Secret“ und das Debut „Insomnia Theatre“ sind Pflichtstoff in jedem Electro-Geschichts-Unterricht!!!! (A.P.)

PSYCHE - Insomnia Theatre


Erstveröffentlichung: CD / Synthetic Symphony / SPV

PSYCHE sind sicherlich neben Skinny Puppy und Front Line Assembly die populärste Electro-Band aus Kanada und haben sowohl im Genre Electronic Body Music als auch im Sythie-Pop stilprägend gewirkt. Hier gibt es eine remasterte Wiederveröffentlichung des Debut-Albums der Huss-Brüder von Anfang der 80er Jahre incl. 6 Bonus-Tracks, die die CD auch für Sammler interessant machen. Die Songs sind auch heute noch gut, wenn auch weitaus schräger und manchmal fast atonal im Vergleich zu den neueren Platten. Als Hit der Platte und EBM.Klassiker hat sich damals schnell ""Brain Collapse"" entwickelt und der Titel hat auch heute nichts von seiner Intensität eingebüßt. Ob man mit dieser Platte heute nochmal den Durchbruch schaffen könnte? Keine Ahnung, damals waren PSYCHE ihrer Zeit aber auf jeden Fall voraus. (A.P.)

THE PSYCHIC FORCE - Traces


Erstveröffentlichung: CD 1994 / KM Music / Semaphore

Gegen PSYCHIC FORCE hatte ich eigentlich seit ihrer Vergewaltigung des John Foxx-Klassikers “Underpass” eine Abneigung und als mir die neue CD ins Haus flatterte, bereitete ich mich schon mal grinsend auf den heftigsten Verriss im Back Again vor. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Abgesehen von einem neuen, immer noch grausamen Mix von „Underpass“ gefällt mir die CD doch recht gut. Nach dem eher mittelmäßigen Vorgänger „Mutilation“ haben sich THE PSYCHIC FORCE auf eingängigere und atmosphärische Klänge besonnen, die manchmal schon hart an der Grenze zum Ambient Techno sind. Natürlich sind auch rhythmischere, d.h. tanzbare Songs vertreten. Einige Stücke könnten sogar recht gut in leicht veränderter Form als Soundtracks zu John Carpenter-Filmen benutzt werden. Ein Hit sicherlich der ziemlich eingängige Titel „Killing Is An Art“. Die Einflüsse zeigen sich von Technopop bis hin zu Project Pitchfork-artigen Sounds, also jede Menge Spielarten der elektronischen Musik. Gelegentlich finden sich sogar einige Jean Michel Jarre-Einflüsse, so z.B. in „Intervall 1“. Wenn man die beiden CDs der Band vergleicht, so könnten sie wahrlich von zwei verschiedenen Bands stammen. Mir ist der neue Weg, den THE PSYCHIC FORCE eingeschlagen haben, lieber. Allerdings, „Underpass“ von THE PSYCHIC FORCE nachgespielt, bleibt absolut Scheisse. Kann man eigentlich gegen Bands vorgehen, die anderer Künstler Liedgut missbrauchen? (A.P.)

PSYCHIC TV - Trip Reset


Erstveröffentlichung: CD / Cleopatra Records

Endlich eine neue Studio-CD von PSYCHIC TV. Die Band bzw. das Projekt um GENESIS P-ORRIDGE ist ja die Band mit den meisten Live-Alben, aber gerade auch die Studioalben sind ja von besonderem Interesse, so gab es doch die berühmte ""Dreams Less Sweat"", die man ohne mit der Wimper zu zucken, als echte Kultplatte betiteln muß. Der Tonträger beginnt schon gleich mit einem echten Hitsong á la ""White Nights"" mit naiver Soft-Melodie. ""Set The Controls For The Heart Of The Sun"" ist nicht nur der längste Songtitel der CD, sondern auch das längste Lied mit über 10 Minuten. Ein wenig spacig und noisig, passend zu einem düsteren Film und nebenbei noch eine Coverversion von Pink Floyd. ""I Believe What You Said"" ist ein sehr ruhiges Stück mit schöner Violine, wenn auch elektrisch, im Hintergrund. ""Wrongs Of Spring"" ist wieder ein sehr unheimliches, düsteres, ruhiges Stück, welches sich aber von Minute zu Minute (gesamt fast neun) steigert, ohne aber einen wilden Höhepunkt zu erreichen, sondern nach einigen lauten Teilen wieder in der Ferne verschwindet. ""Black Cat"" ist wieder ein sehr schönes Stück mit erinnerungswürdiger Melodie, das ein irgendwie an grüne Wiesen und weite Felder erinnert. Der größte Hit der CD ist allerdings der ""West Coast Experimental Pop Art Mix"" von ""Suspicios"", eine toll-typische PSYCHIC TV-Melodie, einfach genial! Kein einziges Instrumentalstück ist übrigens auf dieser CD zu finden, was alleine auch schon eine Neuerung ist und das Beste ist, daß die nächsten Songs für das nächste PSYCHIC TV-Studioalbum namens ""Brutal"" schon in Arbeit sind, dieses wird düsterer und härter werden. Nebenbei bemerkt muß man unbedingt anmerken, daß ""Trip Reset"" daß bislang beste PSYCHIC TV-Album seit ""Dreams Less Sweat"" ist!!! (H.H.)

PSYCHOPHILE - Transition


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Wasp Factory Recordings

Die Band PSYCHOPHILE kommt aus England und hat bisher zwei selbstproduzierte CD-Rs unters Volk gebracht. Nun kommt das erste „richtige“ Album auf den Markt, dass ich deshalb hier mal als Debut bezeichne. PSYCHOPHILE ist wirklich schwer einzuordnen, doch als allererstes würde ich sie in die Darkwave-Schublade stecken. Das ist aber nicht die endgültige Kategorisierung der Musik, denn sie ist einfach viel zu verspielt, um fest in der Schublade verankert zu sein. Irgendwo ist PSYCHOPHILE auch eine Electroband, allerdings mit echter Gitarre und echtem Bass, irgendwie irgendwo zwischendurch EBM, dann ist es irgendwie doch auch ziemlich Gothic wegen einiger entsprechend rockiger Gitarren und dann gibt es auch experimentelles, nicht nur in Bezug auch Sound, sondern auch in Bezug auf Songstruktur. Dazu gibt es kräftigen Gesang von Lucy Pointycat, die mir ihrer vollen Stimme geschickt Akzente zu setzen weiß. PSYCHOPHILE machen es dem Otto-Normal-Zuhörer nicht leicht, sich eine abschließende Meinung zu bilden, doch genau das finde ich so gut an dieser CD. Sie ist schön vielseitig, dabei kraftvoll und fantasievoll. Als Anspieltips würde ich die Stücke „Surplus“ und „Illumination“ vorschlagen und für die Tanzfläche „Intense“ und „Darklight“. (H.H.)

PSYCHOTIC YOUTH - Stereoids


Erstveröffentlichung: CD / Wolverine Records / SPV

Unzählbare Alben haben die Schweden herausgebracht, aber ich kenne sie leider erst seit „Bamboozle!"". Eines ist bei dieser Band wirklich unglaublich: Es ist so unglaublich melodisch, daß man es gar nicht wirklich realisieren kann. Surf-Punk von alleroberster Güteklasse. Auf „Bamboozle!"", die ich heute noch oft höre, gab es einen Haufen wirklich sommercooler Hits wie „Summer Is On"", „MTV"" oder „Japanese Boy"" und auch die neue „Stereoids"" hält einen Haufen wirklich geiler Songs bereits, wie zum Beispiel „Stereo"", ein richtig fetziger Popbringer im Punkgewand. Wenn diese Frauenstimme einsetzt, muß man gleich an Abba denken. „Girls Out Of Reach"" ist ein weiterer heißer Anwärter für den Song des Sommers 98 (auch wenn der schon längst vorbei ist). Die CD geht von vorne bis hinten nach vorne los, es bleibt schnell, kraftvoll und der Sound ist satt wie er sein soll. Eine Pause wird hier jedenfalls für niemanden gemacht und jeder einzelne, und ich meine das nicht Honig-um-den-Bart-schmierend, auch nicht lieblich säuselnd, sondern ganz beinhart und ehrlich, jeder einzelne Song ist für sich genommen ein Ohrwurm! (H.H.)

PSYCHOTIC YOUTH - Split-CD mit Surf Trio


Erstveröffentlichung: CD / Wolverine Records / SPV

Wenn man sich eine CD für den Sommer kaufen will, dann ist diese CD hier die absolute Pflicht. Surfpunk ist das Wort und zum Strandliegen kann nichts besser geeignet sein, als der Hörgenuß verursacht durch PSYCHOTIC YOUTH und SURF TRIO und das Ganze auf einer einzigen CD! Wobei ich zugeben muß, daß mir die psychotische Jugend aus Schweden doch noch ein wenig mehr gefällt als die surfenden Drei aus Kalifornien, die sind irgendwie einfach fetziger. Ich mach es sonst ja nie, aber ich muß einfach zwei Sätze aus dem Info zitieren, da man es eigentlich nicht treffender formulieren kann: Die Bands „machen einen Glauben in Californien am Strand zu liegen, hübsche Beachgirls zu beobachten und für einen Wellenritt auf sein Board zu steigen ud danach im Mustang Cabrio auf dem US Highway 1 die Küste entlang zu cruisen. Also nichts anderes als die ultimative Scheibe für den Sommer“. Der Sommer steht kurz bevor, bzw. ist schon da, also kauft Euch keinen Frustscheiß, sondern das hier! (H.H.)

SURF TRIO - Split-CD mit Psychotic Youth


Erstveröffentlichung: CD / Wolverine Records / SPV

Wenn man sich eine CD für den Sommer kaufen will, dann ist diese CD hier die absolute Pflicht. Surfpunk ist das Wort und zum Strandliegen kann nichts besser geeignet sein, als der Hörgenuß verursacht durch PSYCHOTIC YOUTH und SURF TRIO und das Ganze auf einer einzigen CD! Wobei ich zugeben muß, daß mir die psychotische Jugend aus Schweden doch noch ein wenig mehr gefällt als die surfenden Drei aus Kalifornien, die sind irgendwie einfach fetziger. Ich mach es sonst ja nie, aber ich muß einfach zwei Sätze aus dem Info zitieren, da man es eigentlich nicht treffender formulieren kann: Die Bands „machen einen Glauben in Californien am Strand zu liegen, hübsche Beachgirls zu beobachten und für einen Wellenritt auf sein Board zu steigen ud danach im Mustang Cabrio auf dem US Highway 1 die Küste entlang zu cruisen. Also nichts anderes als die ultimative Scheibe für den Sommer“. Der Sommer steht kurz bevor, bzw. ist schon da, also kauft Euch keinen Frustscheiß, sondern das hier! (H.H.)

PSYCORE - Your Problem


Erstveröffentlichung: CD / V2 Records

Hier kommt Hardcore aus Schweden. Das sagt schon alles, werden einige sagen, aber das sagt soweit nicht viel. Auf alle Fälle kommt man am Begriff Hardcore nicht rum, auch wenn die Musik manchmal zu komplex, zu kantig und oftmals zu ausgefallen ist, um einfach nur diese Schublade zu ziehen. Untersucht diese Band selbst, indem Ihr Euch die CD zuzieht, oder im Internet guckt unter http://www.psycore.com. (H.H.)

PULSE - Pulse


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Frontiers Records

Gitarrist Vince O´Regan hat schon unendliche Zeiten sein Saiteninstrument genutzt und in den diversesten Bands sein Können zum Besten gegeben. Auch als Livegitarrist konnte er überall überzeugen. Zusammen mit dem Sänger Simon Abbots hat er nun einen Haufen Songs erarbeitet und dafür PULSE gegründet. Ein paar weitere Musiker kamen hinzu und nun hat man das selbstbetitelte Debut-Album fertiggestellt. Präsentiert wird dem Zuhörer eine Mischung aus Metal und Rock, wobei der Rock-Anteil stark überwiegt. Es kommt einem so vor, als sei die Musik nicht aus unserer Zeit. Irgendwie Retro aus den 80ern. Brachial, groovend und extrem kraftvoll, mit Energie und Spass bei der Sache, das merkt man den Musikern an. Live garantiert ein Erlebnis. (H.H.)

PUMPKINHEAD - Sloth


Erstveröffentlichung: CD / Wildside Records

Auf der WIlDSIDE RECORDS-Compilation haben wir ja schon diese Band gehört und hier ist sie mit einer langen CD, Longplayer genannt. Leider hab ich irgendwie keine Informationen zu den Musikern und deren Geschichte, so daß ich Euch hierzu gar nix schreiben kann. Musikalisch gesehen und pauschal gesagt machen PUMPKINHEAD sogenannten Grunge in vielen Variationen. Es gibt die eher typischen Nirvana-mäßigen Songs, dann aber wird es sogar mit „Treakle“ ziemlich soft, aber nur, um dann mit „Bateman“ wieder zu erhärten und es klingt schon fast wie dieses sogenannte Crossover. Lieblingsstück dieser Band mit dem Ralley-Jeep auf dem Cover ist aber „The Third Eye“. Grunger bitte mal reinhören, gefällt Euch bestimmt und PUMPKINHEAD ist denke ich mal auch noch ein Geheimtip. (H.H.)

PUNISH YOURSELF - Disco Flesh: Warp 99


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Geisha Records Machine

Die Band PUNISH YOURSELF kommt aus Frankreich und betreibt eine Art Gitarren-Electro-Hardcore mit Rock´n Roll-Einflüssen und auch jeder Menge Electronic Body Music, um es mal so auszudrücken. Ihre Musik ist sehr ryhtmusbezogen und richtiggehend groove-fixiert, auf Eingängigkeit wird grundsätzlich verzichtet, was aber nicht heißen soll, dass „aus Versehen“ mal ein eingängiger Part dazwischen ist. Industrial-Rock nennt man so was wohl, aber mit eindeutigen tanzbeinschwindenden Attitütden und EBM-Einflüssen. „Disco Flesh: Warp 99“ ist zweite Album der Band und erinnert mich in seiner Schwere mitunter an Skinny Puppy. Zwei Jahre hat es gedauert, bis man es aufgenommen hat und es kommt richtiggehend fett daher. Live muss die Band sicherlich ein Erlebnis sein. Apropos live, sie haben auch schon mit vielen Bands getourt, wie zum Beispiel Das Ich, Rozz Williams, Gitane Demone und vielen mehr, auch vielen französischen Lokalgrößen, die man hierzulande gar nicht kennt. Die Aufnahmen für das nächste Album sind schon im vollen Gange, doch freuen wir uns doch erst einmal über „Disco Flesh: Warp 99“, dass Boxen platzen lässt. Meine Lieblingstracks sind übrigens „Sexy“ und „Enter Me Now“. (H.H.)

THE PUNKLES - The Punkles


Erstveröffentlichung: CD / Wolverine Records / SPV

Auf die PUNKLES wurde ich das erste Mal aufmerksam durch einen Aufkleber in der Hamburger Kneipe Titanic, der dort im Klo aufgeklebt war. Um es kurz zu machen, die Band bezeichnet sich selbst als die vier unehelichen Söhne der Beatles, was sicherlich wahr ist, denn sonst würden sie das nicht so einfach behaupten und im Info steht es schwarz auf weiß. Auf der anderen Seite gibt es das eher unbestätigte und selbstverständlich unglaubwürdige Gerücht, daß es sich hier um ein Sideproject von PROLLHEAD handelt. So einen Blödsinn lassen wir uns aber gar nicht erst einreden und deshalb nehmen wir es, wie es ist. Weil die berühmten Väter die mißratenen Söhne nicht finanziell unterstützen, klauen diese einfach deren Songs und bringen sie auf dieser CD hier zum besten. So kann man also Beatles-Klassiker der eher frühen Ära im Punkgewand hören sowie ein paar Liveaufnahmen, die Lust auf ein Konzert machen, aber unbestreitbarer Höhepunkt ist ein Punk-All-Star Version von Kai Pflaume´s Lieblingssong ""All You Need Is Love"" mit Bela, Archie, Zimbl, Fabsi und einigen mehr. Sicherlich kann man den PUNKLES ganz sicher keinen Pluspunkt für originelles Covern bescheinigen, aber beim Nachspielen von Beatles-Liedern kann man ja eigentlich keine Fehler machen. (H.H.)

PUNK LURX OK - Veljet, Siskot!


Erstveröffentlichung: 7 Inch / Teenage Rebel Records

Eine weitere Band aus den finnischen Staaten und ich muß schon wieder ein Kompliment loswerden. Die Band, aus zwei Damen und zwei Herren bestehend bringt unaufdringlichen Midtempo-Punkrock mit hervorragendem, weiblichem Gesang mit kristallklarer Stimme dargebracht, manchmal auch zweistimmig, sanft mit schönen Melodien versehen und durch die finnische Sprache, die irgendwie einen richtig sympathischen Klang hat. Es klingt sogar mal ein Akkordeon hier und da durch, welches der Musik einen eigenen Stil gibt. Diese EP ist übrigens eine Lizenz-Vinylveröffentlichung des finnischen Labels HILJAISET LAVYT und ist dort als Maxi-CD erschienen. Hier in Deutschland gibt es das Ganze als Plastik, aber trotzdem immerhin 18 Minuten lang. (H.H.)

P. VAMPIRE - After Dark


Erstveröffentlichung: CD / Venture Beyond Records

This was the third album of the US band P.VAMPIRE, released back in 1995. They are a Gothic-Rock band with some mainstream-rock- and pop elements, somewhere between 45 Grave, early Cranes, Nosferatu, Morticia and Gothic Sex. Nothing very special to call it a classic, but nice to take part as a soundtrack for the regular Helloween-Party. (A.P.)

PYRAMID - Gaudi´s Legacy


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Locomotive Music

Über die Entstehungsgeschichte der spanischen Band PYRAMID haben wir ja schon im Zuge des Debutalbums „The Immaculate Lie“ berichtet. Nun, ein Jahr später schon folgt dann auch das zweite Album und dieses Tribut an den Künstler Antonio Gaudi´s ist ein gutes Stück abgefahrener. Natürlich ist es immer noch eine Art Progressive Metal, aber man hat inzwischen noch mehr Gefallen daran gefallen, die Musik kompliziert zu machen. Es gibt noch mehr Schnörkel, man verliert sich noch mehr in endlosen Gitarrensoli und vielen fiesen kleinen Breaks, so dass ein bunter Blumenstrauss aus Rockmusik, Metal und teils soundtrackartigen Passagen zusammengewürfelt wird. Der Sänger gehört auch ein wenig in die Kategorie „fies“, hat er doch eine sehr aussergewöhnliche Art zu singen, die zwar auf der einen Seite schon typisch Metal ist, aber auf der anderen Seite auch wieder einen ziemlich experimentellen Gesangsstil hat. Das ist wahrscheinlich nicht jedermans Sache, aber es doch auch schön, wenn eine Band nicht alle überzeugt, sondern ein wenig polarisiert. (H.H.)

PYRAMID - The Immaculate Lie


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Locomotive Music

Die Spanier PYRAMID haben bei Locomotive Music unterschrieben und präsentieren hier ihr Debüt-Album auf diesem Label. Gegründet wurde die Band vom Gitarristen TONY VALLÉS, der schon seit langen Zeiten in diversen anderen spanischen Metalbands gespielt hat. 1998 erschien die erste CD ""Pyramid"" und 1999 nahm man Teil bei einem spanischen Iron Maiden-Tribut-Sampler. Nun, im Jahre 2001 erscheint das neue Album ""The Immaculate Lie"". Es beginnt mit einem fast soundtrackartigen Intro und geht dann über in melodiösen und abwechslungsreichen Progressiv-Metal mit wirklich klaren Strukturen, ohne dabei langweilig zu werden. Für Metal-Fans, die es nicht allzu straight mögen und auf Melodien, dargeboten von einer fast feminin wirkenden, aber für das Genre typischen, Männerstimme und ausgeprägten Gitarrensoli, ist ""The Immaculate Lie"" garantiert das richtige. (H.H.)

PZYCHO BITCH - Master Of Myself


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2001 / ProNoize / SPV

PZYCHO BITCH ist ein Projekt von Musikern der Bands Mono No Aware, S.I.N.A. und Die Farben, die ich alle leider nur dem Namen nach kenne. Was die drei Leute hier aber auf CD vorlegen, macht mich schon neugierig darauf, was sie in ihren eigenen Bands so fabrizieren. Im Info wird der sehr eigene Stil der Band „E-TripNoise“ genannt, worunter man sich natürlich erstmal recht wenig vorstellen kann. Auf jeden Fall ist der rein elektronische Sound sehr tanzbar, dazu durchaus aber auch düster, was vor allem durch den sehr mit Effekten belegten Gesang von Sängerin Sina kommt. Vielleicht hören die Musiker das selber gar nicht so gerne, aber ich würde es aufgrund der gar nicht so electrotypischen Sounds fast schon als Electro-Gothic beschreiben. Klingt wie eine Kombination von Elementen der Musik von Skinny Puppy, Deathride 69 und Up/Rotor, was ja alles coole Bands sind/waren. Irgendwie fühle ich mich aufgrund eines leicht trashigen (im positiven Sinne) Charakters auch ein bißchen an Alien Sex Fiend erinnert (so eine Mischung der Alben „Who´s Been Sleeping In My Brain“ und „Nocturnal Emissions“). Ich muß sagen, in der Masse der täglichen Electro-Veröffentlichungen, die letztlich doch alle gleich klingen, stechen PZYCHO BITCH absolut positiv hervor und ich bin sehr auf weiteres Material gespannt. Spannend wäre mit Sicherheit auch eine Liveumsetzung des Konzeptes. (A.P.)

QUEENS OF THE STONEAGE - Feel Good Hit Of The Summer


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2000 / Motor Music

Na, wir haben Dezember und die QUEENS OF THE STONE AGE bringen einen ""Feel Good Hit Of he Summer"". Es ist die zweite Auskopplung aus dem Album ""Rated R"" und Rob Halford von Judas Priest singt beim Refrain mit. Auf dieser Maxi gibt es noch drei weitere Tracks, die allesamt auf keinem anderen Tonträger zu finden sind, unter anderem eine Coverversion von den KINKS und eine von ROMEO VOID sowie ein eigenes Stück. Die Maxi kommt in einem nett gestalteten Digi-Pack daher. Zur Musik der QUEENS OF THE STONE AGE, die ja ehemals KYUSS waren, muß man ja sowieso nichts mehr sagen, der Fan wird hier garantiert nicht enttäuscht und neue Fans können hiermit garantiert auch gewonnen werden. (H.H.)

QUEST - Killer


Erstveröffentlichung: Mini-LP 2001 / Lava Jam / Zyx Music

Diese Band bewegt sich auf den Pfaden von Bands wie Limp Bizkit und präsentiert uns ein eigenwilliges Crossover aus Rock, Metal, Rap und HipHop. QUEST kommen aus Paderborn und bringen hiermit ihre Debut auf den Markt. Um die Sache in Schwung zu bringen, hat man diesen Song in dem deutschen Teenie-Slasher-Horrorstreifen „SWIMMING POOL“ untergebracht. Es beginnt mit dem „Radio Cut“, der komprimiert nach vorne geht. Die „Album Version“ klingt ähnlich, ist aber halt ein bißchen länger geraten. Es folgt ein Remix von Megaherz mit wirklich schweren und wummernden Drums. „Peter´s Killer Mix“ ist dafür eher mit klickerklackerhaften HipHop-Rhythmen unterlegt und wird auch noch von dem gleichen Mix, nur instrumental, gefolgt. Zu guter Letzt gibt es noch einen anderen Song namens „Get It Right“, der allerdings auch auf dem, im November erscheinenden Album erscheinen wird. Alles in allem nett, aber nicht weltbewegend neu. Passt gut in die heutige Zeit, in der alles möglich wäre. (H.H.)

STEFAN RAAB - Wir kiffen


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2001

Da ist ihm endlich mal wieder ein richtiger Schlag gelungen. Als Anti-Drogen-Kampagne getarnt, hat Herr Raab mal wieder bewährte Zutaten zusammengeschmissen. Zur bakannte Melodie von Afroman´s ""Because I´m High"" hat er den Sample der alten Frau, die ""Wir kiffen, wir kiffen, wir kiffen"" sagt, dazugemixt und einen Hit generiert. Nach tagelanger Schwerst-Promotion in seiner Show ""TV-TOTAL"" hat er einige selbstgedichte Strophen erfunden, ein paar Prominente verulkt und, tja, einfach mal wieder so einen Hit gelandet. Einfache Strickart, aber maximale Wirkung. ""Wir kiffen"" ist Ohrwurm erster Güteklasse und die deutsche Zivilisation kann sich schon gar nicht mehr an das Original von Afroman erinnern, obwohl das Stück nur wenige Wochen älter ist. Das Stück hat eine erstaunliche Länge von 16:44 Minuten und kommt einem im Grunde viel kürzer vor. Gedankt wurde dem ehemalige Metzger mit einer Chartplatzierung 2. Sicherlich, man kann sagen, was man will, auch wenn ""TV-TOTAL"" langweiliger und harmloser geworden ist, hat der gute Raab es trotzdem noch drauf, echte Highlights zu bringen. Mir jedenfalls gefällts. (H.H.)

STEFAN RAAB - Ho mir ma ne Flasche Bier


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2000 / Rare / Edel

STEFAN RAAB hat oftmals ein glückliches Händchen bewiesen. „Maschen-Drahtzaun“ mit einem Sachsen-Sample aus einer Gerichtsshow war ein absoluter Knaller und eine echte Perle feiner Satire. Mit dem Gerhard Schröder-Sample hatte er dann wieder einmal experimentiert und dabei eine lustige Sache kreiert. Fakt ist aber, dass „Ho mir ma ne Flasche Bier“ im Ganzen ziemlich hingeschludert wirkt. Angefangen von dem einfachen Lied über das einfach gestrickte Cover, dessen Entwurf ungefähr 30 Sekunden gekostet haben dürfte und drei einfallslose Mixe, wovon einer ein Instrumentalmix ist, aus dem man nur den Schröder-Sample runtergedreht hat. Sicher, RAAB hat dies auch sicherlich wieder als Satire gesehen, einen Hit mit einem Handstreich zu kreieren, doch das kommt hier nicht ganz rüber. Alles in allem eine der schwächsten Singles, die im Rahmen von „TV-Total“ veröffentlicht wurden. (H.H.)

STEFAN RAAB - TV Total - Das Album


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Rare / Edel

Es gab mal eine Fernsehshow, die hatte echten Kultstatus und hieß „TV TOTAL“. Das war zu der Zeit, als die Sendung wöchentlich lief und vielleicht auch noch in den ersten paar Monaten, als sie viermal die Woche lief. Aus dieser guten Zeit wurde ein Album zusammengestellt und es bietet eine ganze Menge guter Dinge wie diverse Raabigramme an ECHT, HARALD SCHMIDT, DIETER BOHLEN, die KLITSCHKO-Brüder, RUDI CARRELL und einigen mehr. Dazu gibt es einige Singles, wie zum Beispiel den legendären „Maschen-Draht-Zaun“ (auch in einer Live-Version enthalten), die Grand Prix-Single „Wadde Hadde Dudde Da“ und das komische „Ö LA PALÖMA“ von den Ö LA PALÖMA-Boys. Dazwischen gibt es auch ein paar laue Beiträge, wie zum Beispiel „Cosma ´Schiefer´ Hagen“ oder „Die geile Schwedin vom letzten Jahr“ sowie einige andere. Höhepunkt ist aber sicherlich die „Dieter Bürgy“-Reihe. Man erinnere sich: Herr RAAB wollte Calgon-Waschmaschinen-Reparierer Dieter Bürgy, doch dieser weigerte sich zu kommen und so widmete ihm RAAB wöchentlich ein neues Lied. Alles in allem ein gutes Album, das Erinnerungen an eine gute TV-Show bietet. Schade, dass sie sich selbst so runtergewirtschaftet hat. Nichts ist für immer. (H.H.)

STEFAN RAAB - Maschen-Draht-Zaun


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1999 / Rare / Edel

Es gab Zeiten, da hat die Fernsehsendung „TV TOTAL“ noch wirklich innovative und satirische Unterhaltung geboten. Die vorliegende Maxi-CD ist sicherlich der Höhepunkt des musikalischen Schaffens vom Satirestandpunkt aus gesehen, der kompletten „TV TOTAL“-Zeit. Nur zur Erinnerung: In der nachmittäglichen Gerichtsshow „Barbara Salesch“ hat eine Regine Zindler sich über ihren Nachbarn aufgeregt, der mit einem Knallerbsenstrauch ihren Maschendrahtzaun zerstört hat. Dabei wurde von ihr das Wort „Maschendrahtzaun“ alle drei Sekunden benutzt und mit einem ekligen Sachsen-Slang ausgesprochen. STEFAN RAAB hat aus diesem Wort einen Hit kreiert, einen Countrysong über einen Mann im wilden Westen, der in der Wildnis Maschendrahtzäune aufstellt und auch sonst ein harter Kerl ist. Eingespielt wurde dieses countrymäßige Stück mit TRUCK STOP und immer, wenn das Wort „Maschendrahtzaun“ benötigt wurde, hat STEFAN RAAB auf einen roten Knopf gehauen, der dann die Einspielung eines Videoclips einblendete, der Regina Zindler mit ihrem Lieblingswort einblendete. Die Maxi-CD bietet neben dem normalen „Radio Edit“ eine „Extended X-Rated Version“ sowie einen Instrumentalmix und einen „Early 60´s Full Stereo Mix“. Wie gesagt, von allen veröffentlichten RAAB-Singles ist „Maschen-Draht-Zaun“ die gelungenste. (H.H.)

RADICAL DIN VAL - Valuri


Erstveröffentlichung: MC 2001 / Htonian Records

Aus Timisoara/Rumänien kommen RADICAL DIN VAL welche mit „Valuri“ ihre zweite Veröffentlichung vorlegen. Das schicke Cover ziert eine (beim Tierarzt?) festgeschnallte Kuh. Die Musik lässt sich allerdings gar nicht so leicht beschreiben. Nach einem Intro geht es mit „Suflet Comun“ ziemlich electro-wavig los. Ein sehr netter Popsong. Den gibt´s am Ende gleich noch mal in einer klasse Gitarren-Version. Eher melancholisch ist die Musik von RADICAL gehalten, wobei die einzelnen Stücke sehr unterschiedlich ausfallen. Mal gibt´s einen 6/8-Takt aus der Drumbox, dann beschwört der Synthesizer eine verrauchte Baratmosphäre und schließlich gibt´s sogar so was wie Breakbeats! Der synthie-lastige Sound wird von dem eindringlich-emotionalen Gesang des Sängers Bozo dominiert. Die Gitarren sind (im Gegensatz zu den Liveaktivitäten) allerdings ziemlich in den Hintergrund gemischt. So direkt als Wave würde ich RADICAL´s Musik nicht bezeichnen, auch wenn dies ein wesentlicher Einfluss ist. Irgendwie lässt sich das Ganze nicht gut vergleichen, durch den rumänischen Gesang wird der eigentümliche Charakter noch verstärkt. Also ich mag die Kassette ziemlich gern. Hört Euch am besten mal „Suflet Comun“ bei MP3.com an. Die Chancen das Tape hier in Deutschland zu bekommen dürften wohl so gegen null gehen. Wie ich gerade gehört habe, hat sich die Band wohl aufgelöst. Abwarten... (Franz Vojtech)

RADIO HAMBURG 80ER PARTY - Werbeveranstaltung mit Stargästen...


Erstveröffentlichung: Konzert/Veranstaltung 2004

Seit Wochen wurde auf dem lokalen Hamburger Privat-Radiosender („Die Megahits der 80er und 90er und das beste von Heute“ - was sich, wie bei allen privaten Formatradios auf die immer gleichen Songs für den Massengeschmack beschränkt, ohne eigenes Profil und mit „unglaublich lustigen“ Moderatoren) Radio Hamburg für die 80er Party in der Hamburger ColorLine Arena geworben. Auftreten sollten SNAP (hmmm, eigentlich eher 90er, oder?), das One Hit-Projekt BLACK BOX, TONY HADLEY (Sänger von Spandau Ballet), MARTIN FRY (Sänger von ABC), SAMANTHA FOX, HOWARD JONES, PAUL YOUNG und LEVEL 42, eine solide Front großer Stars von damals. Nun ist die ColorLine ARENA die größte Veranstaltungshalle Hamburgs, in die bei Konzerten so 11 – 12000 Zuschauer passen. Dass der Kartenabsatz nicht den Erwartungen entsprach, konnte man in den Tagen vor dem Event daran erkennen, dass auf Radio Hamburg durchgehend wie Sauerbier angepriesen wurde, dass es noch Karten gibt. Zudem wurden unzählige Karten verlost, so dass wahrscheinlich jeder, der bei den Aktionen angerufen hat, letztlich auch Karten erhielt. Bei Preisen von 39 bis 49 € wundert es kaum, dass viele Leute es sich zweimal überlegt haben, ob sie zu einer Kommerzveranstaltung des Senders gehen sollte, denn wer ihn kennt weiß, dass hier pure kommerzielle Interessen im Vordergrund stehen und kein Idealismus.

Auch meine Kollegin hatte Karten gewonnen und gefragt, ob ich mitkommen wollte. Keine Frage...ich wollte! Ein großer Glücksfall, denn wenn ich für eine solche Werbeveranstaltung (Holsten Bier, Tri Top-Sirup und anderes), die nur von Auftritten Halbplayback-singender Ex-Stars unterbrochen wurde, viel Geld ausgegeben hätte, würde ich mir noch jetzt den Arsch wegärgern. Um es vorweg zu nehmen: dies war die kommerziellste Musikveranstaltung, bei der ich je war und es ist eine Frechheit, den Leuten dafür noch Geld abzunehmen, dass sie sich von berufsjugendlichen „Moderatoren“ dauernd Bier und Sirup aufschwatzen lassen müssen.

Los ging es gegen 20:15 Uhr in der ordentlich gefüllten, aber bei weitem nicht ausverkauften Arena mit einem Kurzauftritt von Ex-Harald Schmidt-Bandleader Helmut Zerlett, der unbestritten ein exzellenter Musiker ist, aber mit dem Sound der 80er Jahre heute in etwa so viel zu tun hat, wie Fußpilz mit einem Fernseh-Kochkurs. Dazu gesellten sich zwei in weiße Anzüge gewandete Radiomoderatoren, die mit innovativen Sprüchen wie „Seid Ihr gut drauf?“ das Publikum anheizen wollten. Das gelang von Anfang an nicht wirklich.

Den ersten Auftritt absolvierten dann SNAP mit Ihren Hits „The Power“ „Oops Up“ (oder so ähnlich) und „Rhythm Is A Dancer“, sowie einer mittelmäßigen Einlage des Rappers als Human Beatbox. Die frühere Sängerin war nicht mehr dabei und die neue sieht zwar nicht übel aus, lässt aber die Titel gebende Power in der Stimme vermissen. Dazu zwei wie Flummis rumhüpfende Typen in roten Jogginganzügen und nach zwanzig Minuten war der Spuk vorbei. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen und Zugaben wurden gar nicht erst gefordert. Es folgte, nach einem Kurzintermezzo der Radiosprecher, in denen sie auswendig gelernte Werbung „locker“ rüber brachten und ein Bonanza-Rad verlosten, der Auftritt von TONY HADLEY, der Anfang bis Mitte der 80er Jahre in der erfolgreichen Popper-Band Spandau Ballet sang. Zu meiner Freude begann er, alleine auf der großen Bühne stehend, zum Sound vom Band den eher unbekannten Hit „To Cut A Long Story Short“ zu singen. Leider war der Sound mäßig, zumindest auf dem Oberrang, auf dem wir saßen. Zudem schienen sehr sehr viele Zuschauer den Song gar nicht zu kennen. Mit „Lifeline“, „Through The Barricades“ und „True“ ging es mit bekannten Hits weiter, bevor „Gold“ den Auftritt beschloss und erstmals richtig Stimmung aufkommen ließ. Schon hier merkte man, dass es zu wenig ist, den Sänger einer ehemals erfolgreichen Band alleine mit seinen Hits auf die Bühne zu stellen. Hier hätte man wenigstens einige Dummy-Musiker im Hintergrund hinstellen sollen, damit ein kleiner Showeffekt entsteht. Stattdessen kam vom Band eine Musik, die offenbar ein Studiomusiker in einer lustlosen Stunde mit vorgefertigten Sounds zusammen geschustert hat. Wie man schnell merken sollte, scheint derselbe Computerfachmann auch für fast alle anderen Auftritte an diesem Abend die Musiken aufgenommen zu haben, denn rein musikalisch klang alles ziemlich gleich, mit wenigen Ausnahmen, und absolut seelenlos.

Danach wieder Werbebotschaften der „witzigen“ Radioangestellten und drei Lieder von Helmut Zerlett und Band. In der Arena leerten sich ganze Zuschauerblöcke zum Bierholen und beim dritten Lied waren erstmals ausgiebige Pfeifkonzerte zu hören. Das wirkte alles so, wie bei Konzerten in Kleinstadtbürgerhäusern, in denen Konzerte eine Pause haben, um den Getränkeverkauf anzukurbeln. Weiter ging es mit BLACK BOX, jenem längst vergessenen Dancefloor-Studioprojekt, das irgendwann mal einen Hit mit „Ride On Time“ hatte und danach eine weitere leidlich erfolgreiche Single vorlegte. Jene beiden Lieder wurden dann auch von einer einsam auf der Bühne herum laufenden Sängerin mit zwei rumhampelnden Tänzern performt. Zumindest eine gute Stimme hat die Frau. Was aber tun, wenn man nur zwei erfolgreiche Lieder hatte, aber 20 Minuten Programm füllen musste? Einfach aus beiden Liedern noch mal eine Art Megamix machen und wie Kaugummi in die Länge ziehen. Super.

Danach, wie immer durch Werbung von Anzug tragenden Witzbolden unterbrochen, endlich der, wegen dem ich überhaupt den Veranstaltungsort aufgesucht hatte: HOWARD JONES. Dieser Mann ist ein richtiger Musiker, der Instrumente spielen kann und seine Hits selbst geschrieben hat. Mit „Things Can Only Get Better“, „Life In One Day“ und „Like To Get To Know You Well“ (wenn ich mich richtig an die Songs erinnere), konnte der Sänger mich begeistern, der mit Backgroundsängerin, Keyboarder und Gitarrist auftrat und auch selbst immer wieder in die Tasten griff. Richtige Musik von einer Band! Leider schien ein Grossteil des Publikums die Lieder nicht zu kennen, nicht einmal der folgende Superhit „New Song“ schien bekannt zu sein und alle warteten nur auf „What Is Love“, das dann am Ende des Auftritts erstmals das gesamte Publikum aus der Lethargie weckte.

Nach der inzwischen üblichen Werbung dann eines der absurdesten Phänomene der 80er Jahre: SAMANTHA FOX. Das ehemalige Seite 3-Model aus der englischen Boulevard-Presse begann im Zuge ihres Bekanntheitsgrades eine Gesangskarriere und konnte tatsächlich mit ein wenig Talent überzeugen. Ihre erste Single „Touch Me“ war in unzähligen Ländern in den Top 5 und auch einige Nachfolgesingles konnten daran anknüpfen. Der Auftritt war unterhaltsam. Frau FOX tanzte gut gelaunt mit zwei knapp bekleideten Tänzerinnen über die Bühne und bot genau das, was die Leute sehen und hören wollten. Dass die Songs sehr durchschnittliche 80er Jahre-Standard-Produktionen waren, störte dabei nicht. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet SAMATHA FOX zu den Gewinnern des Abends gehören würde?

Dann MARTIN FRY, ehemals Sänger von ABC, den das gleiche Schicksal traf, wie TONY HADLEY: alleine auf einer zu großen Bühne mit einem Playback, das nicht mehr als schlechten Computer-Standard-Rhythmus lieferte. Zudem wartete das Publikum natürlich ausschließlich auf „The Look Of Love“ und spendete den anderen Songs wie „When Smokey Sings“ nur Anstandsbeifall. „The Look Of Love“ war dann natürlich einer der Höhepunkte des Abends, auch, wenn ABC immer eine schleimige Popperband waren. MARTIN FRY machte gute Mine zum bösen Spiel und bedankte sich artig bei „großartigen Hamburger Publikum“.

Dann wurde es wirklich peinlich für die Veranstalter, denn Helmut Zerlett durfte ein weiteres Mal auftreten, was schon bei der Ankündigung zu einem lauten Pfeifkonzert führte und bewirkte, dass ein Menschenstrom an die Bierstände begann. Diesmal stand eine Sängerin mit auf der Bühne, die in etwa die Ausstrahlung einer holländischen Tomate besaß und ähnlich viel Pfeffer im Arsch hatte (wie meine Kollegin korrekt anmerkte). Und der Song „You Really Got Me“ hatte ja nun wirklich überhaupt nichts mehr mit den 80er Jahren zu tun, oder? Spätestens beim dritten Song waren die Pfiffe auch während des Liedes laut zu hören und dann war es auch überstanden.

Endlich durfte PAUL YOUNG auf die Bühne und wurde dankbar vom Publikum empfangen. Mit „Everytime You Go Away“ hatte der Sänger, der sich sowohl stimmlich, als auch optisch gut gehalten hat, das Publikum sofort auf seiner Seite, was er mit „Whereever I Lay My Hat (That´s My Home)“ fortsetzte. Dann ein Song, den ich wegen des völlig vermixten Sounds nicht wirklich erkannte und dann seine große Hymne „Come Back And Stay“, die die Zuschauer noch einmal in verzückte Bewegungen versetzte. Etwas befremdlich wirkte lediglich, dass die Songs am Ende einfach ausgeblendet wurden, das hatte dann doch ein bisschen was von ZDF-Hitparade. Trotzdem, PAUL YOUNG war auf jeden Fall einer der Höhepunkte des Abends und bewies, dass er noch nichts verlernt hat. Zudem kam er mit der unangenehmen Situation, alleine, ohne Backing-Band auf der Bühne zu stehen, am besten zu recht.

Danach, inzwischen war es circa 23.40 Uhr, wurde die Bühne ein letztes Mal umgebaut und richtige Instrumente, Schlagzeug und so weiter wurden flugs herbei getragen. LEVEL 42 kündigten sich, als einzige richtige Band des Abends neben HOWARD JONES, an. Leider dauerte das alles ein bisschen und die beiden Radio-Fritzen laberten auswendig gelerntes herunter. Dabei wollten sie dem Publikum weismachen, was angeblich alles typisch für die 80er Jahre gewesen sei. Das hat Oliver Geißen auf RTL vor längerer Zeit schon weitaus unterhaltsamer gemacht. Das Publikum war inzwischen auch von den Kaspern genervt und pfiff gnadenlos, was dazu führte, dass einer der Beiden versuchte zu erklären, warum der Umbau länger dauerte und darum bat, mit dem Pfeifen aufzuhören. So etwas Unsouveränes habe ich lange nicht erlebt. Hätte nur noch gefehlt, dass die Beiden anfingen zu weinen. Für mich war das der Punkt, an dem ich beschloss, den Veranstaltungsort zu verlassen, ohne mir LEVEL 42 noch anzusehen. Sicher ist die Band musikalisch sehr gut, aber ich mochte die Musik schon in den 80er Jahren nicht und glaubte nicht, durch mein Gehen etwas zu verpassen. Wie sich bei einem Gespräch mit einem Taxifahrer vor der Halle heraus stellte, war ich nicht der Erste, der die ColorLine Arena früh verließ. Er meinte, er hätte schon zwei Touren mit anderen Leuten gehabt, und auch vier Leute, die um uns herum saßen, waren längst weg.

Auch, wenn es wahrscheinlich in diesem Bericht nicht so klingt, war der Abend auf Grund seiner Absurdität doch recht unterhaltsam und mit HOWARD JONES, PAUL YOUNG und SAMANTHA FOX waren drei spaßige bis sehr gute Acts auf der Bühne. Und wer von einer Radio Hamburg Veranstaltung etwas anderes erwartet hatte, ist wohl etwas weltfremd.

Nett auch, was am nächsten Morgen die beiden Boulevardblätter Hamburger Morgenpost und Bild schrieben. Bild schrieb PAUL YOUNG den Song „Common People“ zu (richtig „Love Of The Common People“, den er gar nicht performt hat, dazu wurden SNAP angeblich „stürmisch gefeiert“ (???) mit ihrem Hit „I´ve Got The Power“ (richtig „The Power“). Und so „schräg“ 80er-mäßig, wie Bild meinte, sah das eher durchmischte Publikum nun wirklich nicht aus. Und wenn die MoPo schreibt, dass 11000 Besucher da waren (also praktisch ausverkauft), so ist das schlicht und einfach eine Lüge. Auch war „Touch Me“ von SAMANTHA FOX zwar sicher ihr größter Hit, aber bei weitem nicht ihr einziger, nur sind „Nothing´s Gonna Stop Me Now“, „Do Ya Do Ya“, „I Surrender (To The Spirit Of The Night“, I Only Wanna Be With You“ und „Naughty Girls (Need Love Too)“ heute nicht mehr so bekannt, waren aber alle weltweite Top 10 Hits, ebenso wie einige der sechs Alben. Da wird zum einen deutlich, dass die Schreiberlinge zur Spezies der „nur die Megahits kennenden“-80er Jahre-Pseudo-Spezialisten gehören und garantiert nicht den ganzen Abend beim Konzert waren, denn von den berechtigten Pfeifkonzerten für Helmut Zerlett und die Moderatoren wurde kein Wort erwähnt. Dass darüber natürlich auch nichts auf der Radio Hamburg-Website zu lesen war, dürfte eh klar sein. (A.P.)

RADIOHEADS - The Bends


Erstveröffentlichung: CD 1995 / Parlophone / Emi

Das ist hier RADIOHEAD´s zweites Album und es zeigte sich, dass diese Gruppekeine Eintagsfliege war, obwohl die britische Band mit diesem Album ihren Zenit erreicht haben sollte. Nach dem Erstlingswerk hat am auch seinen eigenen Stil weiter erarbeitet und so den Sound unverwechselbarer gemacht. Erwähnenswert an RADIOHEAD ist, dass sie sich nicht dem Mainstream verschrieben haben und ihre Songs nach ihrem eigenen Gutdünken schreiben und spielen. Es ist offensichtlich egal, im Radio gespielt zu werden oder nicht und das macht die Band schon einmal grundsätzlich sympathisch. Ich persönlich würde die Band in eine Schublade stecken mit Suede, Oasis, den Manic Street Preachers oder vielleicht auch im gewissen Sinne mit Blur. Mir persönlich allerdings ist die Platte ein wenig zu leierig und lau, einfach irgendwie zu ruhig, was mir jetzt sicherlich viele Fans krumm nehmen werden, aber alles ist ja nun mal Geschmackssache. (H.H.)

RAGE - Ghosts


Erstveröffentlichung: CD 1999 / Gun Records / BMG

Na, das ging ja flott. Hatte ich mich gerade von dem letztjährigen Überflieger ""XIII"" erholt, schiesst uz' fave-Pottler Peavy gerade mal ein Jahr später den nicht minderwertigen Nachfolger ""Ghosts"" in die Verkaufsregale.

Und man durfte gespannt sein: nachdem Herr Wagner und seine Mannen auf besagtem Vorgänger eine stilistisch wie auch songwritingtechnisch einzigartige Symbiose aus Klassik und Metal verwirklicht hatten, stand nach unaufhörlicher Ohrwurm-Jagd die Frage im Raum: Jungs, wie wollt Ihr DAS noch toppen? Die Antwort rotiert nun seit – keine Ahnung, ich hab' die Zeit vergessen – in meinem CD-Player.

""Ghosts"" ist ein Konzeptalbum, aufgebaut um eben diese Thematik: Geister beherrschen den Silberling. Und irgendwie geht es auch nicht mit rechten Dingen zu: wie sonst ist es zu erklären, dass unser Herner Wunderkind es in solch kurzer Zeit und ohne regelmässiges Line-Up schaffte, uns derartig ausgereifte künstlerische Ergüsse auf das Scheibchen zu bannen?

So wird die Thematik musikalisch perfekt beherrscht, schon der Opener ""The beginning of the end"" haut vom Hocker, und wenn man die ersten Zeilen ""in the top of the trees all these eyes

follow me"" vernimmt, dann wird das so authentisch umgesetzt, dass man für einen Moment glaubt, tatsächlich im Wald zu stehen. Mit ""Back in Time"" folgt der erste oberamtliche Kracher von bester Ohrwurmqualität, bevor man sich den Mystery-Klängen des Titeltracks hingibt. Im Anschluss daran haut einen der nächste echte Kracher in Form von ""Wash my sins away"" vom Hocker, das beatmässig an das letztjährige ""Days Of December"" erinnert. Die fünfte Nummer ""Fear"" rockt zwar nicht, weiss aber durch die musikalisch sehr gelungene Interpretation des Textes zu überzeugen. Hier geht es vornehmlich um Grusel, aber hört selbst....

Wir befinden uns jetzt ca. auf der Mitte des Albums, welches sich bis hierher durch Höhepunkte auszeichnet. Da ist es auch verzeihbar, wenn Sachen wie ""When love and fear unite"", ""Spiritual Awakening"" oder ""Love after death"" wohl eher als Füller durchgehen. Entschädigt wird man zu genüge durch die balladeske Ausrichtung der letzten Tracks: ""Vanished in Haze"" ist eine typische Rage-Ballade, ""More than a lifetime away"", mal Hymne, mal Rocker, hätten Savatage auch nicht besser vertonen können und mit ""Tomorrow's Yesterday"" sucht den Hörer – besonders in der Bridge, welche von einer wunderschönen Melodie geprägt und mit einem ebenso feinfühligem wie dezentem Chor unterlegt ist - noch einmal die symphonische Gänsehaut heim, bis die Nummer schliesslich in eine sehr opereske und rockige Beschwörungsarie mündet.

Stilistisch ist noch darauf hinzuweisen, dass die klassischen Elemente wieder weiter in den Hintergrund gerückt sind, was dem Rockfaktor des Silberlings hörbar guttut. Ausserdem gewinnt der verwöhnte Rage-Anhänger den Eindruck, die beiden Stile vertrügen sich noch besser als in der Vergangenheit.

Unterm Strich ist ""Ghosts"" eine Scheibe, an der ""XIII""-Fans, Freunde opulenter Konzept-Arbeiten und alle anderen Rage-Anhänger wohl kaum vorbeikommen werden, zeigt das Opus doch Hauptakteur Peavy Wagner auf dem bisherigen Zenit seines künstlerischen Könnens. (Bört)

RAGE AGAINST THE MACHINE - The Battle Of Mexico City


Erstveröffentlichung: DVD 2001 / Sony Music

Die DVD ""The Battle Of Mexico City"" enthält das grandiose Konzert von Rage Against The Machine vom 27.10.1999 sowie eine Dokumentation, in welcher Zack de la Rocha durch Mexiko reist und einem die teils armen Verhältnisse verdeutlicht. Außerdem gibt es noch ein paar Special Video Features, darunter ein Background Interview. Kommen wir aber zu dem atemberaubenden Live-Konzert, welches einem auf Englisch, wahlweise mit Englisch oder Spanisch als Untertitel, sowie in Dolby Digital 5.1 Surround Sound oder PCM Stereo präsentiert wird: Das kurze Intro macht schon mal etwas Stimmung, kurze Konzert-Ausschnitte mit Sounds aus ""Testify"" und Versen aus ""Guerrilla Radio"". Danach sieht man das Sports Pavilion von Mexiko City gleich brodeln, die nur 5.000 Fans (viele Hundert bereiten noch einen Aufstand vor den Zäunen des Pavilions) fordern mit Mittelfingern und anderen Gesticken sowie dem Ausruf ""Rage"" die Band auf die Bühne. Als dann Zack & Co. die Bühne stürmen ist erster Jubel zu hören und nach kurzer Begrüßung fängt die Band mit ""Testify"" an das Publikum aufzuheizen, welches gleich fieberhaft mitgeht. Der Sound ist glasklar, übertönt Zack de la Rocha's Vocals zu Anfangs deutlich. Dies bessert sich aber, als schließlich ""Guerrlla Radio"" folgt und Gitarrist Tom Morello vor den riesigen Verstärkern knieend, die anfänglichen Riffs durch die Halle prasseln läßt. Zack fegt darauf wie von der Tarantel gestochen über Bühne (sowieso ein Wunder, dass er nie über das Mikro-Kabel stolpert), die mexikanischen Zuschauer hüpfen, als hätten sie Tabasko im Hintern, fanatisch immer auf und ab. Nach dieser fast kultigen Nummer folgen ""People Of The Sun"", ""Calm Like A Bomb"" (dieser ist übrigens auf dem Soundtrack zu ""Matrix: Reloaded"" enthalten) und ""Sleep Now In The Fire"", letzterer ist zu den vielen Höhepunkten der DVD zu zählen. Nun aber ertönen diese unglaublichen Riffs von ""Born Of A Broken Man"", Zack's persönlichstem Song, die sich immer wieder mit melodischen Passagen abwechseln. Jetzt droht der Kessel wirklich überzukochen. Weiter gehts mit ""Bombtrack"", der allerersten Veröffentlichung der Band. Mit ""Know Your Enemy"" folgt danach wieder ein Highlight, auch hier starke Riffs. Im Anschluss daran gibts den ersten No-Album Song, ""No Shelter"", der sich nur auf dem Godzilla-Soundtrack findet und es mir persönlich sehr angetan hat. Der andere Song heißt ""Zapata's Blood"" (die vorletzte Darbietung) und spricht, genauso wie ""War Within A Breath"", der auf ""No Shelter"" folgende Track, das mexikansiche Volk wohl am meisten an. Weiter gehts mit ""Bulls On Parade"". Bei den Versen ""Fuck you, I won't do what you tell me!"" in ""Killing In The Name"" ist es dann eine einzige Mittelfinger-Show von den Fans sowie Frontmann Zack de la Rocha. Mit den letzten hyperaggressiven Schreien von ""Freedom"", nach denen Zack showmäßig auf dem Bühnen Boden liegt, ist es aber noch nicht gegessen: Nach einigen Sekunden Besinnung und Erholung erhebt er sich unter göllendem Beifall des Publikums für ein paar Schluss-Passagen aus ""Township Rebellion"", die vor Genialität nur so strotzen. Hinterher verlässt die Band die Bühne. Ich möchte im Endeffekt betonen, dass jeder, der dieser Band auch nur ein bisschen abgewinnen kann, sich diese DVD zu legen sollte. Wäre das Menü auch noch mit Musik hinterlegt, wäre sie nämlich perfekt. Einer der beeindruckensten Live-Gigs die ich je gesehen habe! (D.H.)

RAGE AGAINST THE MACHINE - Renegades


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Epic / Sony

2000 veröffentlichen ""Rage Against The Machine"" mit ""Renegades"" ihre letzten gemeinsamen Studio-Aufnahmen. Danach steigt Sänger und Frontmann Zack de la Rocha aus. Zum Abschluss allerdings hat man wieder ein klasse Album vorgelegt. Ungewöhnlich ist es trotzdem, dass ""RATM"" nach nur einem Jahr erneut eine Platte rausbringen. Auch wenn es zuerst unkreativ und deshalb sehr schade erscheint, dass es sich bei den Songs um stark veränderte Coverversionen handelt, muss man zugeben, dass die Songs wirklich total gelungen sind. Die Eröffnung mit ""Microphone Fiend""(ursp. Erik B. und Rakim) gehört eindeutig zu den besten der enthaltenen Tracks. Darauf folgt dann ""Pistol Grip Pump"" von ""Volume 10"", aus dem man einen wirklichen Hit gemacht hat: Ein wahnsinnig guter Rhytmus, überschwappender Bass und schleppende, ""funky"" Gitarrenpassagen. Desweiteren ist Cypress Hills ""How I Could Just Kill A Man"" ein echter Hinhörer! HipHop mit energisch rockigem Refrain wie auch Track.1 ""Microphone Fiend"" und Nr.6, ""I'm Housin"" von EPMD. Außerdem sind ""Rage Against The Machine""-ierte Versionen von Bruce Springsteens ""The Ghost Of Tom Joad"", ""Down On The Street"" von ""The Stooges"" und einem Rolling Stones Song der 60er, ""Street Fighting Man"", enthalten. Witzig ist auch ""Beautiful World"", eigentlich von Devo, bei dem sich Zack im Singen versucht. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass ""RATM"" hier die Songs gecovert haben, die tatsächlich als abtrünnig bezeichnet wurden, daher ja auch der Name ""Renegades"". Mit ""Rage Against The Machine"" hat sich auf jeden Fall eine ganz große Band verabschiedet, doch ""Renegades"", genauso wie ihre anderen genialen Alben sorgen nochmal für ein riesen Echo, welches noch immer wacker schallt, sodass diese Musik hoffentlich ewig modern bleibt. Es existiert auch noch eine Limited Edition mit zwei Bonustracks. (D.H.)

Korrektur/Nachtrag: ""Renegades"" wurde im Dezember 2000 von den übrigen drei Bandmitgliedern veröffentlicht, somit also 2 Monate nach dem Ausstieg von Zack de la Rocha, mit dem man die Scheibe zuvor noch eingespielt hatte.

RAGE AGAINST THE MACHINE - The Battle Of Los Angeles


Erstveröffentlichung: CD 1999 / Epic / Sony

Mit ""The Battle Of Los Angeles"" bringen ""Rage Against The Machine"" Ende'99 erst ihr drittes Album heraus. Lange durfte man warten, doch es hat sich natürlich gelohnt: Nach dem relativ enttäuschenden ""Evil Empire"" (besonders im Vergleich zum Debüt-Album ""RATM"") haben Zack de la Rocha & Co. wieder eine Rock-Scheibe hingelegt, wie sie sein soll.Die Eröffnung mit ""Testify"" und ""Guerrilla Radio"" ist grandios, die Songs sind auf jeden Fall gute Tipps zum reinhören. Kreissägen-ähnliche Geräusche besonders am Anfang und der energische, teils gewollt nervige Gitarrensound machen ""Testify"" zu einer 'heavy' Powerbombe. Auf diesen Eröffnungssong folgt dann ""Guerrilla Radio"", ein sehr bekannter Track, arg gegen die amerikanische Demokratie gerichtet. Auch hier muss man sagen: Das ""rockt""!Der dritte Track ist ebenfalls einen Reinhörer wert, denn bei ""Calm Like A Bomb"" legt der verspielte Tom Morello wieder einen flotten Gitarrensound hin. Außerdem sehr gelungen sind ""Sleep Now In The Fire"" und ""Born Of A Broken Man"". Also, vom Sound her hat sich wenig verändert. 12 Tracks, nach Aussage von Tom Morello ""heavier"" den je. (D.H.)

RAGE AGAINST THE MACHINE - Evil Empire


Erstveröffentlichung: CD 1996 / Epic / Sony

Ganze vier Jahre haben die damaligen Newcomer ""Rage Against The Machine"" auf ihr zweites Album warten lassen. Und ich muss zugeben, dass ich anfangs ein bisschen enttäuscht von der Platte, nach einer Zeit allerdings total zufrieden war! Trotzdem vorweg: ""Evil Empire"" toppt das Debüt-Album nicht. Egal, solange einem elf brilliante, brandneue ""RATM""-Tracks geboten werden. Am Stil hat sich nicht viel verändert: Energische Raps, funky Gitarrenkunststücke - das sind wahrlich musikalische Wutausbrüche, wie gewohnt gegen die Politik usw. gerichtet. ""Evil Empire"" enthält eine Menge guter Songs, wie z.B die Eröffnungsgranate ""People Of The Sun"" oder darauffolgend ""Bulls On Parade"", der von der US-Army handelt. Krass sind vorallem auch ""Vietnow"" und ""Year Of Tha Boomerang"", mit letzterem nimmt das Album sein Ende. All diese eben genannten Tracks sind totale Megagrooves, viele dieser sind mit einigen Punk-Elementen versehen. Alle ""RATM""-Alben sind unglaubliche Kracher, so auch dies, ganz egal ob vielleicht das schwächste von den vieren. Hoffentlich verkaufen sich die CD's der Band auch weiterhin wie Eier zu Ostern! (D.H.)

RAGE AGAINST THE MACHINE - Rage Against The Machine


Erstveröffentlichung: CD 1992 / Epic / Sony

""Rage Against The Machine"" gehören unumstritten zu den ganz großen Metal-Bands der 90er Jahre. Zugleich sind die vier Kalifornier wohl die Schöpfer des modernen Crossover-Stils. Ihre revolutionäre Verbindung zwischen Heavy Metal und Hip-Hop, mit Punk und Jazz Elementen ist einfach unverkennbar. Dazu kommen Frontmann Zack de la Rocha's extrem sozialkritische Lyrics, die er wütend ""herausrappt und Tom Morellos ausgefallener, filigraner Gitarrensound, beides, begleitet von Brad Wilks beeindruckenden Beats und Tim Commerfords Bass. Die Politik der Band ist ""links"" einzuordnen, so unterstützen sie z.B. Demonstrationen usw. oder setzten sich für Randgruppen ein.Musik also, hinter der auch noch eine Menge Engagement steckt. Ihr Debüt-Album, ""Rage Against The Machine"", ist ein vorbildlicher Hardrock-Silberring! Intelligent, aggressiv und teils so richtig funky, höre man sich nur den Eröffnungssong ""Bombtrack"" an. ""Bullet In The Head"", ""Fistful Of Steel"" und ""Township Rebellion"" sind aber auf jeden Fall bessere Beispiele hierfür. Als Anspieltip möchte ich ""Killing In The Name"" nennen. Es folgen noch drei, ebenfalls geniale Alben. Zum Entsetzen der Fans verlässt Sänger Zack de la Rocha 2000 die Band. Seitdem wartet man auf sein angekündigtes Solo-Album. Die restlichen drei Mitglieder gründen mit Ex-""Sound-Garden""-Sänger Chris Cornell eine neue Band namens ""Audioslave"". (D.H.)

RAGNAROK - Diabolical Age


Erstveröffentlichung: CD / Voices of Wonder

Ein erneuter Tonträger der Band RAGNAROK hat die Redaktion vom BACK AGAIN erreicht. Wie auch schon beim ""Arising Realm"" hat die Band ihren Brutal-Sound nicht geändert, doch ich bin der Meinung, daß man noch monumentaler geworden ist, es ist eine einzige Soundwand, die einen vom Stuhl drückt. Es handelt sich hierbei um die totalen Blackmetal-Kompositionen, nicht ein Song ist unter fünf Minuten, es gibt keinerlei langsame Parts, doch dafür echt heiße, wie schon gesagt, monumentale Gitarrenduelle, die in Rekordgeschwindigkeit runtergeschrammelt werden. Wenn dann auch noch hin und wieder mal ein Keyboard die Führung übernimmt, ist das Glück perfekt. (H.H.)

RAGNAROK - Arising Realm


Erstveröffentlichung: CD / Voices of Wonder

HEAD NOT FOUND ist ein Unterlabel von VOICES OF WONDER und hat sich dem Blackmetal verschrieben. Darum ist es wohl auch nicht verwunderlich, wenn RAGNAROK auf eben jenem Label sich eben jener Musikgattung verschrieben haben. Ist man von VOICES OF WONDER eigentlich eher wirklich Hits gewohnt (siehe Forlorn oder auch die Stiff Miners), handelt es sich bei RAGNAROK dann doch eher um eine der eher typischen Blackmetal-Bands, wobei sie nicht so krachig klingen, wie manche Vertreter ihres Genres. Vielleicht kann man sagen, daß RAGNAROK Pop-Deathmetal machen? Nee, sicherlich nicht, eher treibend, aggressiv und mit der üblichen Kotzstimme. Und das muß ich sagen, sonst holt mich doch womöglich ein Dämon in die Hölle und das will ich nicht. (H.H.)

RAMMSTEIN - Links 2 3 4


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2001 / Motor Music

Hier ist dann also auch die zweite Auskopplung aus dem neuen RAMMSTEIN-Album „Mutter“. Es ist das Lied „Links 2 3 4“, das wieder einmal bewußt einen etwas provokanten Text hat, aber ein recht guter, aber auch sehr RAMMSTEIN-typischer Song ist. Auf der Maxi-CD befindet sich ein brandneues Stück mit Namen „Halleluja“, welches ebenfalls im gewohnten Sound herüberkommt, aber ebenfalls recht gelungen ist. Danach folgt der „Clawfinger Geradeaus Mix“, der das Lied etwas verändert, aber im Grunde nicht viel neues beiträgt. Danach kommen zwei Mixe von Techno-Jünger WESTBAM, der „Technolectro Mix“ ist natürlich entsprechend gut tanzbar und die Stimme von Sänger Till ist roboterisiert. WESTBAM´s „Hard Rock Cafe Bonus Mix“ hat natürlich nicht viel mit Rock zu tun, sondern ist schon ein wenig experimenteller gehalten. Alles in allem eine nette Maxi, aber ob dies der Hit der Longplay-CD ist, wage ich zu bezweifeln. (H.H.)

RAMMSTEIN - Sonne


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2001 / Motor Music / Universal

Da kommt denn auch mal wieder was von den geliebten und gehassten RAMMSTEIN. Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht das eine oder andere Extrem in Sachen Meinung zu dieser Band hat. Es sei gleich vorweg gesagt: RAMMSTEIN haben kaum an sich gearbeitet und bieten den gleichen Sound an, den man von ihnen gewohnt ist. Manch einer mag sagen, dass dies gut sei, manch einem ist das nicht genug. Für mich persönlich ist das okay, ich mochte die Songs der Band eigentlich schon immer und eine kleine Veränderung muß man doch bescheinigen: Es ist einen Tick, aber wirklich nur ein kleiner Tick melodischer geworden. ""Sonne"" allerdings ist nicht unbedingt das Stück, das man hätte auskoppeln müssen, da gibt es auf dem Longplayer einige bessere Tracks. Die Maxi-CD enthält einmal die normale Version, dann folgt ein ""Non Album""-Track mit Namen ""Adios"", das heftig und schnell den Hörer an die Wand drückt. Zwei Clawfinger-Mixe folgen, die einigermaßen nett sind, aber dem Lied eigentlich keine neuen Aspekte abgewinnt und niemanden davon abhalten wird, die richtige Version zu präferieren. Zum Ende gibt es dann noch eine Instrumental-Version. (H.H.)

RAMMSTEIN - Live aus Berlin


Erstveröffentlichung: CD / Motor Music / Polygram

Tja, RAMMSTEIN hat sich aufgebraucht. Nach zwei Longplayern kam dann noch ein Remake ihres eigenen Hits „Du riechst so gut“ und dann eine völlig mißratene, da total langweilige Version des besten Stückes von Depeche Mode „Stripped“ als Maxi-CD. Von da an war es klar, daß RAMMSTEIN-Konzept ist durch, ohne Veränderungen geht es nicht weiter. Nur leider kommen diese nicht so ohne weiteres, anscheinend hat sich die Band festgespielt und da das Geld anscheinend mittlerweile auszugehen scheint, hat man dann eine Live-CD auf den Markt gebracht, die wirklich logische Konsequenz aus dem Dilemma, denn so hat man sich vor einem neuen Album perfekt drücken können. Es hätte auch ein wirklich tolles Live-Album sein können, wenn RAMMSTEIN sich die Mühe gemacht hätte, die Songs zu variieren, aber sie werden genauso runtergedudelt, wie die Originaltitel von den Studio-CDs, einzig anders ist, daß das Publikum im Chor mitsingt. Trotz allem sind eigentlich alle Songs immer noch prima und fett. Dies hier gibt es übrigens nicht nur als CD, sondern auch als Video und DVD. (H.H.)

RAMMSTEIN - Sehnsucht / Du hast


Erstveröffentlichung: Maxi-CD / Motor Music / Polygram

Also, ich muß jetzt doch einmal eine Lanze brechen (hab ich dieses geflügelte Wort richtig benutzt?) für diese Ostcombo namens RAMMSTEIN. Als ich irgendwann 1996 diese Band live auf dem Bizarre-Festival im Fernsehen gesehen habe, habe ich mich noch gut amüsiert, weil sich die Typen doch teilweise recht peinlich benahmen. Als sie 1997 wieder auf dem Bizarre-Festival in Köln gespielt haben, hat mich der Auftritt doch überzeugt, obwohl es teilweise immer noch recht unangenehm war (Ihr habt das sicherlich auch mal gesehen, diese pyrotechnischen Budenzauber). Doch diesmal habe ich mehr auf die Musik geachtet und ich finde, RAMMSTEIN bringen seit langem mal wieder etwas frischen Wind in das kommerzielle Musikgefüge Deutschlands. Sicherlich ist die Musik nichts neues und der Gesang etwas pathetisch (hab ich dieses Wort jetzt richtig benutzt?), manchmal vielleicht etwas wie Laibach, doch je öfter mir das Ganze vorkommt, desto mehr muß ich Melodien und Originalität zugestehen. Man muß den Mannen zugestehen, daß sie in ihre Liveshows Action bringen und dem Publikum auch etwas für das Auge bieten. Auch wenn man sich die Texte anguckt, sind die nicht so oberflächlich, wie man vielleicht zuerst vermutet. Als ich mir dann die CDs besorgte, unter anderem die beiden oben genannten, mußte ich zwar feststellen, daß der Sound nicht so voll und satt rüberkommt wie bei dem Konzert, doch trotzdem: RAMMSTEIN ist einfach gut (und ich weiß, viele von Euch schütteln jetzt verständnislos mit dem Kopf). (H.H.)

RAMMSTEIN - Du riechst so gut ´98


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1998 / Motor Music / Universal

Die ersten Demobänder entstanden bereits Anfang der Neunziger und 1993 gewann man einen Bandwettbewerb, woraufhin sich RAMMSTEIN dann 1994 erst wirklich gegründet hat. Vier der Bandmitglieder kommen aus Ostberlin, zwei aus Schwerin. 1995 dann kam das erste Album „Herzeleid“ auf den Markt und hatte großen Erfolg, ja selbst eine goldene Schallplatte konnte man einheimsen. Ihre Musik, eine Mischung aus Metal, Hardcore, Pop, Industrial und Rock, prägte den Begriff „Neue Deutsche Härte“ und mit ihren aggressiven, mitunter zweideutigen Texten haben sie schon immer einen zweifelhaften Ruhm erlangt, das sie in irgendeiner Form Rechts sind oder anderweitig radikal, wird ihnen oft angekreidet, doch wie es heutzutage nun mal ist, ist das alles nur Gepose. In Wirklichkeit sind die Herren Familienväter und nette Leute von Nebenan. Das Lied „Du riechst so gut“ ist eines der besten Stücke der ganzen CD und ist im Jahre 1995 das erste Mal ausgekoppelt worden. Weil RAMMSTEIN aber erst viel später ihre großen Erfolge feiern konnten und sich „Du riechst so gut“ bei vielen als Lieblingstrack der CD herausgestellt hat, hat man das Lied 1998 gleich noch einmal als Maxi-CD rausgebracht. Die 98er-Version unterscheidet sich allerdings nicht grundsätzlich oder irgendwie bemerkenswert von der Album-Version, die man kennt. Der zweite Track ist von FAITH NO MORE und wider Erwarten sehr elektronisch gehalten. Der Mix von Günter Schulz (KMFDM) und Hiwatt Marshall hat eine experimentelle Note, der Mix von Sascha Konietzko (ebenfalls KMFDM) ist im Ganzen etwas verzwickter, abgehackter, aber auch sehr elektronisch. Der fünte Mix ist von Olav Bruhn (BOBO IN WHITE WOODEN HOUSES) und ist ein sehr gelungener und vor allem sehr furioser Wirbelwind-Mix. Sascha Moser (ebenfalls von BOBO IN WHITE WOODEN HOUSES) baut in seinen Mix ein bisschen Damengestöhne ein, was dem Lied sehr gut steht. Der siebte Mix ist von Jacob Hellner und Marc Stagg und bringt nichts neues zum Thema. Noch einmal furios und wild bis wirr wird es dann beim letzte Mix, der noch einmal von Günter Schulz ist. Acht Mixe sind noch nicht genug, denn als Bonus gibt es noch das Originalvideo von „Du riechst so gut ´95“. Alles in allem eine Maxi, die ihr Geld wert ist. Trotzdem, die wirklichen Innovationen kommen bei den Songs nicht rüber. (H.H.)

RAMMSTEIN - Engel


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1997 / Motor Music / Universal

Sicher ist, dass RAMMSTEIN mit dem Titel „Engel“ ihren Durchbruch hatten und diese Maxi eh im Regal eines jeden Fans steht und wahrscheinlich auch in den Regalen der Bravoleser. Für Neueinsteiger ist die Maxi eher zweitrangig, denn „Engel“, „Sehnsucht“ und „Rammstein“ kennt man in dieser Form eh schon von der LP „Sehnsucht“. Erwähnenswert sind aber noch die beiden „Eskimos & Egypt“ Mixe von „Rammstein“, die wirklich gelungen sind, wobei der zweite Mix eigentlich auch eher nur eine Instrumentalversion ist. (H.H.)

RAMONES - Adios Amigos


Erstveröffentlichung: CD / Chrysalis Records/Radioactive Records / Emi

Es ist ja doch irgendwie immer wieder erstaunlich, daß sich der Sound und die Songs der RAMONES in dem Laufe der vielen Jahre nicht geändert hat und das nichts wirkliches dazugelernt wurde, klar, das macht die Songs natürlich unverwechselbar, könnte aber auch ein bißchen langweilig sein. Könnte, ist es aber nicht. Nun ja, wer die RAMONES mag, dem muß manwohl nichts über diese CD erzählen, allen anderen sei gesagt: ""Hast du eine RAMONES-CD, hast Du alle"". Trotzdem sollte man sie alle haben, denn wo wird schon von einer Band durchgängig guter Punk´n Roll geboten? Äußerlich hat sich die Band auch nicht verändert, immerhin, das kann man als konsequent bezeichnen und ich glaube, die RAMONES sind eine der konsequentesten Bands, die ich kenne. Leider sind sie inzwischen Geschichte. (H.H.)

RANOLA - Ranola


Erstveröffentlichung: LP 1984 / After Aids Records

Die Platte sagt uns, daß man sie laut hören soll und das sie aus dem Jahre 1984 ist, doch neben den Titeln der Songs gibt es keinerlei weitere Informationen und ich konnte zu dieser Band auch nichts weiter herausfinden. Die Leute scheinen wie vom Erdboden verschwunden zu sein, vielleicht melden sie sich ja bei uns aufgrund dieser Kritik, denn es würde mich schon interessieren, was sie heute machen. RANOLA würde ich jedenfalls nur bedingt zur Neuen Deutschen Welle zählen, da sie zum Abflauen der Musikbewegung erschienen sind. RANOLA ist eigentlich eher ein wenig punkig, wobei es nicht wirklich Punk ist. Die Stimme klingt wie bei EA80, die Gitarren sind kaum verzerrt und irgendwie ist es eher düster im Stile von Fliehende Stürme. Die Texte sind recht politisch, andere wiederum sind eher Spaß, wie z.B. die ""1. Englischstunde"". RANOLA ist eine Platte, die ich seit vielen Jahren immer wieder gerne höre und die mir bis heute immer noch sehr gut gefällt. (H.H.)

RASTA KNAST - Legal Kriminal


Erstveröffentlichung: LP / Höhnie Records

Nach der legendären, aber nur kurzlebigen Band Psychisch Instabil („Unpolitisch macht Hirntod"") macht HÖHNIE nun wieder Musik. Eine 7""EP von RASTA KNAST gab es schon und seit einiger Zeit gibt´s auch die erste LP, und die hat es wirklich in sich. Unüberhörbar lieben MARTIN, KONRAD und HÖHNIE den guten alten Schweden-(Sauf-)Punk, schon der Bandname dürfte an die großen Asta Kask angelehnt sein und so werden gleich ein paar Lieder der Schweden mit neuem deutschen Text gecovert, dazu noch Songs von Radioaktiva Räker und Troublemakers plus ein paar eigene Lieder. Schwedenpunk ist schnell, melodiös und super eingängig.
Beim Hören dieser Platte mußte ich spontan wie blöd durch die ganze Wohnung hüpfen und beim zweiten anhören kannte ich die Texte schon so gut, daß ich lauthals mitgröhlen mußte. Nicht mehr und nicht weniger die beste Punk-Veröffentlichung 1998! (A.P.)

THE RAVEONETTES - Chain Gang Of Love


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Columbia / Sony

Irgendwann vor einigen Wochen sah ich auf einem der vielen Musiksender, wahrscheinlich bei der Sendung von Charlotte Roche, einen Videoclip der dänischen Band THE RAVEONETTES, der sehr kraftvoll und laut war. Ich notierte mir gleich den Bandnamen und kaufte mir dann dieses Album der Gruppe…ein absoluter Glücksgriff, wie sich schnell herausstellte, denn die CD ist ein echter Knaller, voller Power, lauter Gitarren und zuckersüßer Melodien, die man unter den verzerrten Gitarren schnell entdeckt. Im Zuge des Erfolges von Bands wie The Strokes und White Stripes dürften auch THE RAVEONETTES gute Chancen haben, ein breites Publikum anzusprechen, obwohl sie eigentlich zu schräg für den Popmarkt sind. Klingt alles ziemlich nach der Erfolgsgeschichte von The Jesus And Mary Chain in den 80ern, oder? „Automatic“ von den Engländern ist dann auch gleich der treffende Vergleich, denn THE RAVEONETTES könnten die Jesus And Mary Chain des neuen Jahrtausends werden. Lange hat mich kein Gitarrenalbum so sehr begeistert, wie dieses. Wer dazu auch noch ein wenig die guten alten The House Of Love mag, abgerundet mit einer Prise 60s Westcoast-Rock´n´Roll, liegt hier goldrichtig. Jeder einzelne Song hat etwas ganz eigenes, mal kreischend und schnell, mal bluesig-ruhig, mal einfach poppig, aber immer gut. Wahrscheinlich ist „Chain Gang Of Love“ das lauteste Popalbum des Jahres 2003, auf jeden Fall ist es aber eines der besten. Der gute alte Indie-Rock/Pop lebt also immer noch…gut so! (A.P.)

RAZED IN BLACK - Shrieks, Laments And Anguished Cries


Erstveröffentlichung: CD / Cleopatra Records

Hier haben wir wieder eines von CLEOPATRA´s Lieblingsthemen, diesen sogenannten Crossover aus harten, elektronischen Tönen und Gitarren, ein wenig erinnern tut das Ganze an Die Krupps. Ist die erste Hälfte dieser CD noch eher den gewöhnlichen Sounds dieses Genres gewidmet, so beginnt ab Stück Nummer 6 ein Feuerwerk an Songs, die allesamt für eine Singleauskopplung gut wären, ganz besonders gut sind ""Pursuit"", ""Just Let It Go"" und ""Future Unknown"". (H.H.)

REARDON - Free From Code


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Eigenproduktion

MATT REARDON fährt seit 10 Jahren Ski. Gut, dass alleine rechtfertigt vielleicht noch keine CD, aber MATT REARDON ist ein sogenannter Freeskier. Ich persönlich habe ja gar nichts mit Sport am Hut und kann deshalb nur vermutet, dass dieses Wort so etwas wie Freestyle-Skifahren bedeutet und aller Wahrscheinlichkeit nach ziemlich extrem ist. Geboren wurde er in Louisiana und seit fünf Jahren lebt er in Frankreich. Als Freeskier hat er diesen Sport nicht nur als Hobby, sondern macht diese Leidenschaft zum Beruf. Für Film und Fernsehen hat er die Skier betreten, bei großen Sportevents und Veranstaltungen ebenfalls. Bei einer solchen hat er im Jahr 2000 während der ISPO in München Jörn Kachelriess kennen gelernt und die beiden haben musikalisch zusammengepasst, denn MATT REARDON ist obendrein noch leidenschaftlicher Musiker. Dies hier ist die Debut-CD. Präsentiert wird hier lupenreiner Rock, der zwischen Radiorock, Kneipenrock und ein bisschen Alternative schwankt. Mein persönlicher Geschmack ist das nicht, doch Freunde gut gemachter, vielleicht manchmal etwas altmodischer Rockmusik werden hier gut bedient. (H.H.)

REB BEACH - Masquerade


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Frontiers Records

REB ist die Abkürzung für Richard Earl Beach und steht für einen professionellen Musiker, der zusammen mit Eric Clapton, Bob Dylan, Roger Daltrey, den Bee Gees und auch Howard Jones Musik gemacht hat, bevor er mit KIP WINGER zusammen die Band WINGER gründete, die sicherlich jeder Hardrock-Freak kennt, da sie in der Szene einen ungemeinen Erfolg hatten. Nach einiger Zeit wollte REB allerdings wieder etwas anderes machen, nämlich ein Soloalbum. Das hat er zwar hinbekommen, dDoch die Arbeit ließ nicht nach und Gitarrist für Alice Cooper und der Einstieg bei DOKKEN haben ihm die letzte Zeit geraubt. Gerade mit DOKKEN, wo er George Lynch ersetzte, konnte er grosse Erfolge feiern, doch die Solokarriere war ihm weiterhin wichtig und so verließ er die Band, um endlich das Soloalbum fertig zu stellen und hier liegt es nun vor, „Masquerade“, ein erwachsenes und ausgereiftes Hardrock-Album mit ausgereiftem Songwriting, vernünftigen Texten und bodenständiger Musik. (H.H.)

RECHARGE - Hamburg 42


Erstveröffentlichung: CD / Epistrophy / Semaphore

Hier haben wir es mal wieder etwas heftiger, RECHARGE aus Hannover (glaube ich) hat sich 1992 zusammengefunden und, der Name verrät es schon fast, als Discharge-Coverband betätigt. Doch gott sei dank kam man auf den Trichter, eigenes sich auszudenken und nach einigen Umbesetzungen und der Entscheidung, lieber deutsch als englisch zu singen, hat man dann Ende letzten Jahres, also 1995, die Songs für dieses Album eingespielt. Musikalisch sind die Wurzeln der Band unbedingt noch herauszuhören, originell an der ganzen Sache ist der deutsche Gesang, der der Musik etwas exotisches gibt (klingt paradox, oder?). Textlich geht es auch etwas härter zu, oder besser gesagt kritischer. Der Krieg wird angeklagt mit dem Titelstück „Hamburg 42“, angebliche politische Korrektheit wird angeklagt, über Einsamkeit wird berichtet, über Hass und Gewalt und die Verfaultheit unserer Gesellschaft in all ihren Auswüchsen und Facetten. Das Ganze in direkten, klaren, harten, aber doch auf ihre eigene Weise poetischen Worten. Die CD hat mir wirklich gut gefallen und hat durch die schwarzweiße Aufmachung und dem provozierenden Cover noch einen Extrapluspunkt! (H.H.)

RECLAIM - Crazy Minds / Greed


Erstveröffentlichung: CD / Glasnost

Synthie-Pop ist immer noch in und derzeit kann wohl auch jede drittklassige Band in diesem Genre CDs veröffentlichen. Erfreulich ist es dann, wenn ab zu in der Masse der Bands Gruppen wie RECLAIM auftauchen, die zwar musikalisch nix neues bieten, denen man aber das Herzblut beim musikmachen deutlich anhört. Wo die Wurzeln von RECLAIM liegen ist jederzeit hörbar, dennoch ist sich die Band nicht zu schade, auch modernere Einflüsse zu verarbeiten, so finden sich sogar ein paar wenige Trance-Techno-Einflüsse wieder, die aber glücklicherweise eher beiläufig verarbeitet werden. Die „Crazy Minds"" EP bietet recht tanzbaren Stoff ist aber kaum mehr, als ein Appetitanreger für das Album „Greed"". Hier finden ich discothekentaugliche Stücke neben eher ruhigen, zum zuhören einladenden Stücken mit einer Stimme, die kein Klischee bedient, sondern einfach nur angenehm ist. Manchmal erinnert sie ein wenig an New Order, und diese Gruppe hat die vergangenen 15 Jahre meines Lebens musikalisch nicht unerheblich geprägt. Neben Avantgarde aus Schweden sind RECLAIM eine der angenehmeren Überraschungen auf dem überfüllten Synthie-Pop-Markt. Dazu gibt es übrigens ein sehr schönes Cover-Artwork, besonders die Maxi bietet da ein optisch einiges. (H.H.)

RED HARVEST - NewRage World Music


Erstveröffentlichung: Mini-CD / Voices of Wonder

RED HARVEST sind Norweger und die Gruppe hat schon diverse CDs veröffentlicht, bis jetzt leider, ohne größeren Erfolg verbuchen zu können. Wenn ich mich nicht ganz täusche, war die Gruppe früher elektronischer und düsterer, als auf dieser neuen MiniCD, was aber nicht heißen soll, daß die fünf Titel dieses Werkes schlecht wären. Die Musik strotzt nur so vor Energie und man fühlt sich unwillkürlich an Ministry Anfang der 90er erinnert, wobei die Metal-Einflüsse jedoch stärker sind. Der Gesang kann so mancher Hardcore-Band Konkurrenz machen, aber trotzdem achtet die Gruppe weiterhin darauf, auch Melodien einzubauen, die im Ohr hängenbleiben. Wenn im Info Begriffe wie „raw"", „powerful"", „aggressive"" und „bloodthirsty"" benutzt werden, so kann man dem eigentlich zustimmen. Die Produktion ist wirklich sehr gut, nicht zu glatt, aber dennoch eingängig. Auch wenn´s eigentlich nicht so mein bevorzugter Stil ist, so muß ich doch gestehen, daß mich diese MiniCD ziemlich mitgerissen hat. Ob ich es über eine komplette Albumlänge auch mögen würde, weiß ich nicht, in ihrem musikalischen bereich gehören RED HARVEST aber auf jeden Fall zu den interessanteren Bands. (A.P.)

RED HOT CHILI PEPPERS - One Hot Minute / Warped / My Friends


Erstveröffentlichung: CD / Wea

Ja, der Riesen-Chili-Peppers-Fan war ich noch nie, deshalb kann es sein, das diese Kritik etwas unobjektiv ist. Seit ihrem letzten Album ""Blood Sugar Sex Magik"" konnte man ja von diesen Leuten nix mehr hören und das hatte ja auch seine Gründe: Der Gitarrist John Frusciante beendete seine Chili-Karriere, weil er keinen Bock auf den drogenabhängigen Sänger hatte und selbiger dann auch in eine Entziehungsklinik mußte. Nun ist das Thema gegessen und der ehemalige Gitarrist von Jane´s Addiction stieß hinzu. So kommt dann auch diese CD namens ""One Hot Minute"" raus, im Ganzen noch etwas funkiger geworden, dadurch auf keinen Fall besser, bringen die RED HOT CHILI PEPPERS ein durchaus gemischtes Album auf den Markt. Es reicht von ""Scheisse"" über ""na ja"" bis zu ""nichts besonderes"".

Mit ""Warped"" bringen die RED HOT CHILI PEPPERS endlich mal wieder einen Song raus, der mal wieder etwas Würze hat und Wiedererkennungswert und Härte und eine leichte Monumentalität. Dann folgt ein weiterer Song von der LP ""One Hot Minute"" und eine kleine Ballade begleitet mit akustischer Gitarre und Bongos, könnte glatt als Barhintergrundsmusik zu bezeichnen sein und ist relativ gut/schlecht.

Die Maxi-CD ""My Friends"" wartet mit einer typischen, amerikanischen Chili-Rockballade auf, kein großer Hit in meinen Augen, eher leicht gewöhnlich, die CD wartet aber mit zwei neuen Songs auf, ""Let´s Make Evil"" ist ein weiterer, gewöhnlicher Rocksong und ""Stretch"" geht ganz beschissen in Funkrichtungen und regt richtig zum Kotzen an. (H.H.)

REDLAND - Ich Muß Nun Geh´n


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Eigenproduktion

This is the second CD of REDLAND and it looks and sounds much more professional than ""Schwarz & Dekadent"" from 1999.

Again it is an mostly electronic Gothic-Industrial-Dark Wave-Minimal Electro crossover, which is uncomparable to any known band. The voice of singer Jana is somewhere between Lisa Hammer (Mors Syphilitica, Requiem In White), Diamanda Galas and Stefan Ackermann (Das Ich) and has developed a lot from the first album to this new one. Cover and booklet are well created and the sound of the recordings is mostly okay, but in my opinion, some more guitars would give some songs a more personla note, so the music sounds very cold.

Anyway, there are some really dancable songs like ""Schwarz & Dekadent"" and especially ""Doom"", which could become a floorfiller, if the DJs in the Clubs would play it, but there are other great tracks like ""Zweigesicht"", which is the best song in my opinion.

If you like really ambitious Dark Wave with a great female voice and cold electronic sounds, try ""Ich Muß Nun Geh´n"" (""I have to go now"") out. (A.P.)

REDLAND - Schwarz Und Dekadent


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

Well, REDLAND are a totally new band to me, I saw them playing live in Frankfurt together with Lore Of Asmoday. I can´t say why, but I like the band´s name very much, it is short, easily to remember and does not give any hint, what kind of music we have to exspect. The three musicians come from various musical styles and so the sound of REDLAND is not to be explained in a few words. All in all it is Dark-Wave, mostly based on electronic sounds, supported with a natural drumset. As far as I know, there will be included more guitar sounds in the future. Over all there is the very many-sided voice of female singer JANA, which can be described as somewhere between Danielle Dax, Anne-Marie (of GhostDance) and the singer of Malaria from the early 80s.

There are also very few Heavenly Voices moments. The music seems to be an electronic version of Inkubus Sukkubus, the songs are really good compositions, but the recording has a real demo-character. I miss more guitars and bass, which would give the songs more power, but anyway, this IS a demo and not an official release, so we have to wait for future recordings with the new guitar-player. I guess, the real qualities of the band are live gigs, JANA is really present on the stage and if the band will have more experience soon, they will be ready for an official CD-release next year or so. Until then, try to see the band live and try to get this soon-to-be-rare-CD with hits like ""Schwarz & Dekadent"" (really sarcastic view on the Gothic scene), ""The Light"" or ""Ich liebe Dich"".

With this CD the band cannot set new standards in dark music, but REDLAND are one of the most promising bands, I heard for a long time. (A.P.)

RED LIGHTS FLASH - Free…


Erstveröffentlichung: CD 2004 / A-F Records / SPV

RED LIGHTS FLASH haben im Frühjar 2004 ANTI FLAG auf einer Tour in Europa begleitet und bei den US-Amerikanern offenbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen, jedenfalls sind sie die erste Band aus dem deutschsprachigen Raum, die auf dem Anti Flag-Label A-F Records eine CD herausbringen durften. Hier also ist sie nun und ich darf freudig verkünden, dass das Album ein echter Knaller ist. Das ist nicht nur Werbegerede eines Möchtegern-Kritikers, sondern eine ernstgemeinte Kaufempfehlung aus Überzeugung. Ich wollte beim Hören der CD aufschreiben, welche Songs ich als Anspieltipps in dieser Kritik nennen könnte, doch als ich bei Song 6 angekommen war und da schon alle 6 Songs als Anspieltipps auf meinen Notizzettel geschrieben habe, habe ich dieses Unternehmen aufgegeben. Die Songs sind eine Mischung aus Punkrock und Hardcore, dabei aber immer melodisch und, das ist das Beste, immer mit einer eigenen Note. Das klingt nicht wie der x-te Aufguss einer US-Punkrockband, das klingt nach mehr. Dazu ist alles schön kraftvoll produziert und nach den 13 Songs darf man dann noch auf dem Computer ein Livevideo begutachten. Und dann ist auch noch das Cover sehr schön, das Booklet präsentiert alle (kritisch-politischen) Texte und überhaupt ist alles super. Für mich schon jetzt eines der besten Punkrock-Alben des Jahres. (H.H.)

RED WEDDING - Interview




I first discovered the L.A.-band RED WEDDING some years ago, when I bought one of their records, which was liscensed from Bemisbrain Records to the very collectable early 80s French label L´Invitation Au Suicide. The music had a heavy New Wave feeling, but even showed influences from Punk to Gothic. In the early 80s, when RED WEDDING have been well-known in the L.A. underground scene, the music was mostly called Post-Punk, I think.

The band only released two 12”Eps and played a lot of shows.

By chance I got in contact with Michael and Spider, who now live in Arizona. They were so kind to answer some of my questions in mid 2002...

BACK AGAIN (BA): Can you give a SHORT introduction about your long lasting work? (A complete history about The Tracers, Hey Taxi and RED WEDDING can be read here: www.theoretical.com/redwedhome.html )

SPIDER: In 1979, Michael and I were in our first band together. It was a Pasadena based punk band called The Tracers. I was one of two guitar players and Michael sang back-up for a female singer named Lynn. We didn’t stay long with The Tracers because there was tension between Michael and Lynn. I’m sure this was due to the fact that Michael was getting so much of the attention from audiences.

MICHAEL: Animosity aside, I will always be grateful to Lynn for inviting me to join the band. She was one of the first people to realize that there was a struggling performer inside of me waiting to get out. To this day, Lynn is still my favorite female punk rock singer. Her voice was so raw, so unadorned, and so real.

SPIDER: After Michael and I left The Tracers, we started our own band called Hey Taxi. Hey Taxi was a kick-ass little punk band, although the inside joke was that we were really more of an anti-punk band. We gained a lot of attention, primarily due to Michael’s stage antics.

MICHAEL: It was in 1981 that Spider and I put together Red Wedding. We played our first gig at the now legionary Brave Dog Club that was located in the heart of downtown L.A., and we sort of became the house band. This was due in large part to the unwavering support we received from Jack and Claire, the Brave Dog owners.

BA: The Punk/New Wave/Underground scene always is called to be very tolerant, but in fact today’s Punks are mostly the same way as their parents...has your homosexuality ever been a “problem” in this early California scene?

MICHAEL: Red Wedding was sometimes labelled a “gay band,” but that was not entirely true. Although he is my soul-mate and partner in life, Spider is not really gay. Trust me, he doesn’t have a single gay sensibility in his body. Spider is 100% bisexual, and he views the world through the eyes of a heterosexual. Also, both of the drummers in Red Wedding were straight, as was our second bass player. As for Marc, John and myself, yes, we were gay, but we didn’t identify with the gay mainstream. We often referred to ourselves as “double outsiders.”

SPIDER: For the most part, audiences were very supportive of Red Wedding. I think those who came to our live shows expecting to see a “gay band” were surprised to discover that, in spite of the theatrical and glam elements in Red Wedding, we were primarily a band that was fueled by a masculine energy.

MICHAEL: That’s not to say that there were not people who talked about us behind our backs, or that we didn’t experience our share of blatant homophobia (people can be very cruel), and I’m fairly convinced that the “gay” label kept the record companies away (after all, this was long before it was considered fashionable for gay performers to step out of the closet, especially rock musicians), but the truth is, Red Wedding really didn’t give a fuck about what people thought of us. We were too busy running around town having a good time and seducing all the “straight” boys!…Okay, I’m not being totally honest here. Of course we gave a fuck. We wanted to be liked just like everyone else, and there were many times when we felt alone and alienated even within the underground music scene.

BA: Nearly everybody dreams of a “white Wedding”, so why did you call your band RED WEDDING. Was it a kind of showing to be “different”?

MICHAEL: The name Red Wedding was loosely based on an old world custom in which blood-stained sheets were displayed from a window balcony in order to show people passing by that the bride was a virgin on her wedding night. Of course, I’m sure there were many instances where the bride was not a virgin, and animal blood was used…

BA: Why did you release only two EPs? Has no Label been interested in your music or haven’t you been interested in releasing records, but prefer playing live? Are there any further recordings existing? Have you been on any Compilations?

SPIDER: The reason Red Wedding only released two EPs during the five years we were together is because we had no money and no support. To answer your second question, yes, there was a Red Wedding cut called “Swimming” on a compilation album released back in 1984 (Radio Tokyo Tapes 2).

MICHAEL: Spider and I stopped performing live many, many years ago. Who in their right mind would want to pay to see a couple of old farts like us on stage? There is no age limit when it comes to being an artist and creating new music, but there does come a time when rock performers need to step down gracefully from the stage. Rock ‘n roll belongs to the young! I’m told that Patrick of Kommunity FK is still performing. I feel embarrassed for him. Do you have any idea how old he is under all that pancake makeup?

BA: Spider, you told me, that you personally knew all the people of early 80s bands like Kommunity FK, Nervous Gender and others, and that you could tell thousands of stories about this time...has your idea of writing a book about this period come to anything concrete yet?

SPIDER: Actually, Michael is more of the writer in the family.

MICHAEL: I suppose I could write a book about life in the early 80s L.A. underground music scene, but I don’t think it would be very interesting. The truth is, the vast majority of those people (both on and off stage) were extremely jaded and led boring lives. True, everyone was running around doing drugs and having sex like rabbits, but who cares?

BA: Can you tell us a bit about your live show? Was it more punky than your records? Did you use any show elements or was it “pure” music?

SPIDER: Red Wedding had a very dark, intense presence on stage, and I think our live performances were slightly more hardcore than perhaps what is reflected in our recordings. However, we were not a punk band (nor was Christian Death, Red Hot Chili Peppers, Gary Numan, Ultravox, Bauhaus, Romeo Void, Bronski Beat, Kommunity FK, Wild Kingdom, U2, The Psychedelic Furs, Killing Joke, The Sisters of Mercy, Jane’s Addiction, The Cure, and the list goes on and on…). Red Wedding was a “post punk” band. For Michael and I, the L.A. punk rock scene began and ended in the 70s. Yes, there were a zillion punk rock bands running around L.A. in the 80s, but for us it was old hat. There were notable exceptions such as Nervous Gender, but Nervous Gender was a band that played by their own set of rules and they were very experimental. I suppose today Red Wedding would be referred to as an “alternative band,” but that term did not exist back in those days, nor did the term “Gothic.” You know, when we first started Red Wedding, we endured a lot of flack from other bands and critics for daring to expand our music beyond the limited world of punk rock, but once audiences began to embrace us, it was somewhat amusing to see how quickly everyone began to jump on our bandwagon, and we were amazed to see the amount of punk bands that were suddenly changing their names exploring their gloomy, feminine sides (like when Smog Marines were suddenly transformed into Crown of Thorns)!

MICHAEL: The whole concept of Red Wedding was to create illusion, where nothing was as it appeared to be on the surface. We used every element and device known to man (including the kitchen sink) in order to confuse audiences, and yet I think we were a very honest band. If you looked closely under all the clutter, I think you would have seen that we were very real people acting out our rock ‘n roll fantasies on stage for all the world to see.

SPIDER: Getting back to Red Wedding’s recordings…It’s important to note that both of Red Wedding’s EPs were recorded on a very tight, shoestring budget, and we did not have the time for recording a lot of second takes, nor did we have the luxury of sitting back and analysing and reflecting on the sound we were creating. In fact, on our second EP, we were so pressed for time that Michael’s vocals were all recorded in one take, and he was not able to listen back to his tracks until the following day while we were already in the process of mixing. To make things worse, the engineer accidentally erased several of Michael’s vocal tracks for the songs “Bernardo” and “Satan in Cologne”, and we didn’t have the time or money to go back and re-record them. Considering all of this, I think Red Wedding’s recordings are pretty damn incredible, and I’m very proud of our work, even though it may not always have been the exact sound we were shooting for.

MICHAEL: I’m still proud of our music too, and just for the record I’d like to say that, despite what it says in our bio, we did not hate our first record and Thom Wilson was a wonderful, inventive producer who was very warm and kind to us, and had we become a truly successful band, Thom would have been our first choice as a producer on all of our recordings.

BA: How did you come in contact with the French Label L´Invitation Au Suicide/New Rose, which released your first EP in Europe? Did you get any feedback about this release from the “old world”?

SPIDER: It is still is not very clear to me how our first EP ended up on the New Rose label. We certainly didn’t get any money out of that deal!

MICHAEL: Yes, we’ve received lots of cool mail from our European friends. Sometimes I think Red Wedding would have faired much better at the time had we lived in Europe instead of L.A.

BA: How would you describe your music? In my opinion it neither is pure New Wave, nor Gothic or Punk, but it features elements of all these styles. Was it a problem, that you couldn’t be categorized clearly?

SPIDER: Keep in mind that Michael and I were not exactly young pups when we started Red Wedding. We had already been around the block several times, and we had a lot of musical influences under our belt. In creating Red Wedding, we decided not to follow trends, and we combined all the different kinds of music we loved (glam rock, psychedelic rock, punk rock, trash rock, synth rock, pop rock, death rock, even a hint of funk) all into one band. It was this wide range of musical influences that allowed us to cultivate Red Wedding’s chameleon-like reputation, as we were able to pick and choose which elements we wanted to focus on (and often exaggerate) from one performance to the next. Yes, this drove reviewers (who were all obsessed with labels back in those days) up a tree because they could not come up with an accurate label for us, but that was our exact intent. Did this work against us? Probably, but, again, it really didn’t matter. Red Wedding was our expression; it wasn’t created to make reviewers happy. To this day some people are still trying to get us to put a label on Red Wedding’s music. I don’t understand the need for this. After all, glam rock, punk rock, goth rock, grundge rock, its all nostalgia to me now.

MICHAEL: It’s true. Because we combined so many different elements in Red Wedding, we drove reviewers crazy as they scrambled around trying to find ways to describe our music. One reviewer described us as “neo-psychedelic post-punk dream-like romantic trance music,” while another reviewer described us as “imaginative, intelligent Rimbaud-goes-techno,” while still another reviewer described us as “intense, dark, explosive, theatrical, romantic, hypnotic, disturbing, tragic and humorous all at once.” Sometimes Red Wedding was compared and described in so many different ways that it was confusing even to us! Do you realize that just within the first year that Red Wedding was performing we were compared to The Doors, Roxy Music, Television, Jimi Hendrix, David Bowie, Devo, The Psychedelic Furs, The Rolling Stones, New York Dolls, Magazine, The Beatles and Xray Spex?!!! Some of these comparisons were totally bizarre to us.

SPIDER: Michael and I have always been open to all kinds of music from The Sex Pistols to Jimmy Reed. There was a time when we worried about what others would think based on the kind of music we listened to, but now I believe that people who are narrow-minded when it comes to music don’t understand music at all. These days I’m a big fan of Chris Whitley (a brilliant guitarist and lyricist).

MICHAEL: I’m a big fan of The Strokes. I love their punk / trash rock inspired music, and I think the singer is a hot little fuck. I also like Calexico (whom I believe originally started here in Tucson), and I still like Jeff Buckley (may he rest in peace). Last, but not least, people always ask me if I’m still obsessed with Barbra. The answer is yes. I suppose it’s a “gay” thing.

BA: What are you doing today? Do you have anything to do with the music business?

MICHAEL: Today we live in Southern Arizona. Spider is a jet mechanic and I’m a full time recluse. We are both desert rats.

SPIDER: We have our ups and downs and financial struggles like everybody else, but I’d have to say that life is really good for Michael and I right now. I think we’ve reached a stage in life where we are more comfortable and relaxed, a stage where we can stop to smell the roses once in a while and count our blessings.

BA: Are you still in contact with people from the old times?

MICHAEL: We turned our backs on L.A. long ago, but we are still in close contact with many of our friends from the old days. That is, those who are still alive….Unfortunately, many, many people from those days are now dead.

BA: What can we expect from Red Wedding in the future? Is there any chance of a re-release of the two Eps or even new material under this name?

SPIDER: We are working on putting together a CD collection of Red Wedding’s work. It will contain several selections from our two EPs (including a restored version of “Bernardo”), unreleased recordings (including “Fiction Theater,” the song that unconsciously inspired “Jane Says”) and some early demos. I’m not sure exactly when this will be available. Michael and I are sort of lazy when it comes to these things. Also, unfortunately, we don’t have the masters or even reel to reel tapes of most of our early recordings (including our first EP), so the real challenge is going to be how to enhance the sound quality of cassette tapes!

MICHAEL: Right now I’m more preoccupied with the new material that Spider and I have been working on (the first time we’ve worked on any music in years), thanks to our brand new, little computer studio (if only such technology had existed in the old days!). Our new material is a collection of soundscapes / movie music that is somewhat reminiscent of those old exotica records of Les Baxter, Arthur Lyman, Martin Denny and Yma Sumac, but with a very modern twist. I must say, it’s pretty awesome stuff. When we are finished, we’ll put it out on CD….if only to entertain our friends! We are also getting ready to collaborate with Edward (of Nervous Gender) and his wife Karene on some material (Edward and Karene are now creating interesting and original soundscapes along with poetry under the name of “Kali´s Thugs.” Check out their CDs). The important think is that Spider and I have found an outlet for our creativity once again.

BA: Do you miss the “old times” or was it only one of many periods in your life?

SPIDER: I miss performing. I miss the energy of being around people.

MICHAEL: I don’t miss performing at all. I hated being on display, and I hated having so many people in my face all at once. It caused me severe panic attacks; it’s no secret I’m a wee bit mentally ill. I prefer living a low-key life.

BA: Anything I forgot to ask or anything, you want to tell our readers?

SPIDER: Try to be kind to each other.

MICHAEL: Don’t eat animals. When you feed on animals, you are feeding on God, and when you feed on God, you are feeding on yourself. Peace and love! Namaste.

Thanx to Spider and Micahel for answering these questions and sorry for the long time, it needed to put the article online. Things are strange sometimes...

For more info about RED WEDDING and a lot of fine pictures visit www.theoretical.com/redwedhome.html , from where all the pictures have been taken. (A.P.)

REEL 2 REAL FEAT. THE MAD STUNTMAN - I Like To Move It


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1993 / Strictly Rhythm

Ein ziemlich witziges Lied mit einem gelungenen Drumtrack und Gesang, der an gerollten Latino-Rap und Reggae erinnert. REEL 2 REAL ist im Grunde ERICK MORILLO, ein New Yorker DJ und hat für seine Szene einen Haufen Hits geschrieben. Mit „I Like TO Move It“ hat er seinen wohl größten Hit geschrieben, den er zusammen mit THE MAD STUNTMAN, Mark Quashie aus Trinidad, produzierte. Das Lied ging um die Welt, wie man so schön sagt, und das Album folgte sogleich und wurde auch ein Hit. Das kurz darauf erschienene Album hat die Leute schon wieder weniger interessiert und im Grunde ist „I Like To Move It“ der einzige wirkliche Hit des Projektes geblieben. Das Lied war übrigens vom 28.4.1994 bis zum 21.07.1994 in den deutschen Top 20 und kletterte bis auf Platz 3. Es gab auch eine deutsche Version, wo immer gesungen wurde “Ich lieb mein Moped Moped, ich lieb mein Moped Moped, ich lieb mein Moped Moped – Moped!“. Von dem die war, kann ich aber leider beim besten Willen nicht mehr sagen. Und Ende der Neunziger gab es dann sogar noch mal einen Remix. (H.H.)

REFLECTION - Made In Hell


Erstveröffentlichung: CD 2004 / STF-Records / M-System

Nach einigen selbst produzierten Demos legt die deutsche Metal-Band REFLECTION auf STF-Records nun ihr Debutalbum vor. Wie man es von dem Label gewohnt ist, ist die Produktion recht gut gelungen und das Booklet sehr schön gestaltet. In diversen Metalmagazinen hat die CD zudem schon begeisterte Besprechungen bekommen. In den Besprechungen und im Waschzettel steht, dass die Band lupenreinen Trash-Metal spielt, was ich einfach mal so hinnehme, denn ich kenne mich da nicht wirklich gut aus. Auf jeden Fall beherrschen die Musiker ihre Instrumente sicher und die Songs knallen kraftvoll aus den Boxen, was live wahrscheinlich noch mal eine Spur heftiger ausfallen dürfte. Die Texte...nun ja, REFLECTION sind eine Metal-Band und verarbeiten größtenteils die typischen Themen. Da geht es gegen die Kirche und Religion allgemein, um die Vernichtung des Regenwaldes und um Wahnsinn.

Für Fans des Genres sicher eine lohnenswerte Platte, alleine schon wegen der Energie, die rüber gebracht wird. Übrigens hat die Band eine sehr schön gestaltete Homepage, also mal hinsurfen: www.reflection-metal.de. (A.P.)

REFUSED - Songs To Fan The Flames Of Discontent


Erstveröffentlichung: CD / We Bite Records / SPV

REFUSED ist eine Band, die sich 1991 im nördlichen Land der Schweden gegründet hat und seitdem kontinuierlich dem Erfolg entgegenarbeitete. Mehrere Veröffentlichungen auf CD und Vinyl sowie die bislang beste Veröffentlichung „This Just Might Be...The Truth“ (besprochen im Back Again 3) haben die Band auch jenseits des großen Wassers bekannt werden lassen. Dieses Mal bringen sie uns ihre brandneue CD „Songs To Fan The Flames Of Discontent“ und sie ist straighter und kraftvoller produziert als ihr Vorgänger, doch wie gewohnt gut gespielter Hardcore-Metal, der Fans dieses Genres eine prima CD zum Kaufen in die Läden bringt. Also bitte zugreifen!!! (H.H.)



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