BAZZOKA - Premium Entertainment


Erstveröffentlichung: CD-EP 2005 / Spice Records

Um es gleich abzuhaken und nie wieder zu erwähnen: nein, im Bandnamen habe ich keinen Schreibfehler platziert, der schreibt sich wirklich so.
Die Band aus dem bayerisch besetzten Teil unseres Landes gibt es seit Ende 2001 und hat sich dem eingängigen Gitarren-Rock verschrieben, wobei sie selbst im Info Bands wie Weezer, Oasis, Stereophonics und Ramones als Eckpunkte nennen. Dem kann ich voll zustimmen und würde vielleicht noch Bands wie Wheatus zusätzlich nennen. Extrem poppige Melodien werden mit der Energie des Punk und den Schrammelgitarren des Brit-Pop gepaart, dazu eine leichte Neigung zu hymnenhaften Songs und heraus kommt eine durchaus ambitionierte Mischung, die auf der CD fünf Songs lang in angemessenem Sound präsentiert wird. Dass das Ganze live auf der Bühne in einem kleinen, verqualmten Club noch mal eine ganze Spur geiler rüberkommen dürfte, ist sicher. Aber auch im Studio behauptet sich die Gruppe gut und hat fünf feine Songs auf die hoffentlich wachsende Fangemeinde losgelassen. Ich mag besonders das sehr amerikanische „Lovesong“ und „Star“ mit seinen „uuuhuuuhuuu“-Gesängen. Ein richtig guter Ohrwurm, der mich irgendwie an irgendeine ganz große Band erinnert, auf die ich gerade nicht komme.
Mir gefällt diese sympathische Scheibe ausgesprochen gut. Und wenn man so schöne Spitznamen wie „Mucki/Flo“, „Mecki“, „Basti“ und „Jogi“ hat, sind einem die Mädchenherzen sowieso sicher. Vielleicht zusätzlich mal deutsche Texte ausprobieren, dann würde garantiert ziemlich schnell die eine oder andere Plattenfirma auf die Gruppe zukommen und der Eroberung der Welt stünde nichts mehr im Wege.
Ich mag die Band für ihren schnörkellosen, melodiösen Gitarren-Rock. (A.P.)

E-Mail-Adresse der Band: mucki@bazzoka.de
Webadresse der Band: www.bazzoka.de

PLANEAUSTERS - Flying Home


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Tank Records

PLANEAUSTERS ist mal wieder etwas wunderschönes zwischendurch. Wunderbarer, wunderschöner, wundermelodischer und wunderbarer Gitarrenpop der supersympathischen Sorte. Michael Moravek von der Band bezeichnet es so: ""Unsere Songs sind Reaktionen auf das Leben und unser Sound hat sehr viel mit dem zu tun, was unser Name ausstrahlt: eine schwerelose und die Schwerkraft überwindende Abwandlung von dem, was die Leute gemeinhin als Alternativ Rock bezeichnen“. Die Musik ist tatsächlich irgendwie schwerelos, was der Bandname auch ausdrücken möchte. Leicht, aber trotzdem irgendwie vorwärtstreibend. Die Band selbst hat sich 1998 in Berlin gegründet und sofort viel live gespielt. Einen Bandwettbewerb des Visions-Magazin wurde dafür genutzt, Studioaufnahmen zu machen. Das „Flying Home“-Album ist, wie eben eingangs erwähnt, einfach wunderbar, echte Wohlfühlmusik, aber ohne dabei kitschig oder schleimig zu wirken. Mein absolutes Lieblingslied auf der CD ist „Rose“. Ebenfalls einfach wunderbar! (H.H.)

PLUSNOMINATION, THE - The Plusnomination


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Floppy Cow Records

THE PLUS NOMINATION, eine schöne Geschichte. Die Label-Inhaber von FLOPPY COW RECORDS heißen Andreas Steck und Michael Marti und sind zusammen in der Band THE PLUS NOMINATION tätig. Gegründet hat man sich 199 und man hat mit den aufgenommenen Demos schon so einen Erfolg auf unzähligen Konzerten erzielen können, dass nicht nur nationale, sondern auch diverse internationale Auftritte ein jubelndes Publikum hinterliessen. Im Jahr 2002 dann folgte endlich das Album und noch ausgedehntere Touren durch ganz Europa. Während dieser Sechs-Wochen-Tour erhielten sie auch schon das nächste Angebot aus den USA, wo sie zusammen mit NOFX und vielen anderen vor Hallen spielen, die bis zu 15.000 Gäste beherbergten. Musikalisch bieten THE PLUS NOMINATION auch perfekten Punkrock amerikansicher Gangart an, sogenannten Emo mit poppigen Melodien. Anspieltips sind zum Beispiel „Soft Exile“ oder auch „Buildings & Streets“, wobei aber auch gesagt werden muss, dass es keine schlechten Songs auf der CD gibt, so dass im Grunde alle Stücke als Anspieltipp gelten könnten. (H.H.)

POEMS FOR LAILA - Another Poem For The 21st Century


Erstveröffentlichung: CD / Vielklang / Efa

Sicher lächeln Fans jetzt und denken ""Der Idiot hat den Titel falsch geschrieben"". Nein, dies ist falsch, denn es handelt sich hierbei nicht um das Debutalbum ""Another Poem For The 20th Century"" aus dem Ende der Achtziger der Band POEMS FOR LAILA, sondern um eine brandneue CD aus heutigen Tagen. Es handelt sich auch noch um alte Songs der Band, die im Stil der heutigen Zeit ein wenig aufgemotzt wurden, sprich remixed von allen möglichen Leuten, von denen ich eigentlich keinen kenne. Davon mag man halten, was man will, viele Leser denken sich sicher ""Oh Gott, schon wieder eine gute, alte Band, die mit billigen Techno-Dancebeats verhunzt wird"". Doch schon wieder falsch. Sicherlich gibt es hier und da mal einen Dancebeat, aber wie schon damals wird bei POEMS FOR LAILA stilistisch einiges zusammengewürfelt. Früher waren es halt poppiger Rock, Schlager und Folklore, heute ist das ebenfalls so, bloß kommt noch ein wenig mehr modernes dazu. Das Solo-Album von NIKOLAI THOMAS hat dieses Album im Prinzip ja schon erahnen lassen, doch wer dies nicht kennt und ausschliesslich die POEMS... hörte, der könnte womöglich leicht schockiert oder pikiert sein. Mir jedenfalls gefällt es recht gut. (H.H.)

POESIE NOIRE - Timber


Erstveröffentlichung: 12 Inch 1987 / Antler Records / Play It Again Sam

Die Band POESIE NOIRE kommt aus Belgien, besteht aus sieben Leuten und hat im Jahre 1985 einen belgischen Rock Contest gewonnen und hat bereits im Jahr darauf zusammen mit Dead Can Dance und Sisters Of Mercy zusammen getourt. Dazu kamen noch jede Meng Solo-Auftritte. Die Leute in der Band wurden immer weniger und nach einigem Hickhack hat man Anfang der Neunziger Jahre hat man unter dem Namen TBX ein Album auf einem großen Majorlabel herausgebracht, doch die Umbenennung war ein Fehler und die Musik war ja auch kein Pop, der für das Massenpublikum kompatibel war. Seitdem hat man von der Band nichts neues mehr gehört. Diese Vinyl-Maxi war einer ihren größten Erfolge. Den Song „Timber“ hatte ich das erste Mal in einer Radioshow gehört und hatte gemeint, dass Lied heißte “Tittenbär”, weil es so komisch gesungen wurde. Da ich in der Radioshow nicht gehört hatte, welche Band das war, war ich jahrelang auf der Suche nach diesem Song einer unbekannten Band. Durch Zufall kam dann diese Platte in meine Hände, ein Freund hatte sie erstanden. Zu allem Überfluss war sie auch noch so verbogen, dass man sie kaum abspielen konnte. Ich glaube, sie ist in der Hitze in meinem Auto so verbogen, nachdem ich sie mir geliehen hatte, doch ein paar Wochen pressen unter einem Schrank machten sie wieder halbwegs plan. Ich glaube auch, dass dieser Freund sie nie wieder gehört hat, sonst wäre ihm wohl aufgefallen, dass sie eine merkwürdige Form hat. Na ja, wenn ihm das heute einfallen würde, könnte er sich sicher nicht erinnern, dass er sie mir damals (ist bestimmt sechs Jahre her) geliehen hatte. Ja, das Leben meint es manchmal gut. Die Maxi-CD beinhaltet einmal das Stück „Timber“ in der normalen, unveränderten Version, zwei wirklich guten weiteren Songs und dann noch einer Instrumentalversion von „Timber“. Ich muss sagen, dass die Maxi wirklich klasse ist, jedenfalls bedeutend besser, als das komplette Album, dass ich von dieser Band habe. (H.H.)

THE POGUES - Pogue Mahon


Erstveröffentlichung: CD / Wea

Im letzten BACK AGAIN mußte ich ja leider schon schreiben, daß die CD ""Waiting For Herb"", die erste CD ohne Shane MacGowan, leider ohne ihn nicht mehr die Substanz früherer Platten hatte. Aber trotz allem war die CD damals recht hörbar gewesen und hatte einige ziemlich gute Stücke zu bieten, doch was einem heute von den restlichen POGUES geboten wird, ist leider nur noch relativ dünn. Okay, teils schöne irische Melodien (seit neuestem mit einem neuen Flöter (nicht Carsten!), der so´ne Art Inkaflöte spielt, aber leider besitzen sie nicht mehr diese Suffbegleiterscheinung und kommen heute einfach viel zu clean und perfekt, man könnte sie glatt zu einem Kindergeburtstag einladen und man müßte sich keine Sorgen um die lieben Kleinen machen. Die POGUES sind einfach am Ende, leider. (H.H.)

POHJANNAULA - Kivi


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Humppa Records / Indigo

Das Label HUMPPA RECORDS hat sich ja auf Veröffentlichungen aus Finnland spezialisiert und man muss immer sofort an Eläkeläiset denken, wenn man Humppa hört, aber es gibt auch ernsthaftere Musik aus dem Land der Lappen. POHJANNAULA zum Beispiel. Sie spielen fast ausschliesslich auf akustischen Instrumenten, was man bisweilen gar nicht glauben mag, wenn man die Songs hört, so kräftig und voll kommen sie rüber. 1995 hat man sich gegründet und das hier ist das Debutalbum, das eigentlich schon 1998 rausgekommen ist, nun aber in Deutschland zum ersten Mal rauskommt, aufgepeppt mit einigen Bonustracks einer vergriffenen EP namens „Halajan“. Die Songs sind wirklich klasse, man muss, wenn man ein wenig auf Folk steht, POHJANNAULA sofort ins Herz schließen. Das ist ganz großes Songwriting zwischen Pogo („Matkalaulu“), hypnotischen Psychedelicstücken („Tämän kaiken saat“) und fröhlichen Polkastücken („Halajan“). Das Album wächst bei jedem Hören und wirkt irgendwie naturverbunden, ich weiß gar nicht, wieso. Jedenfalls absolut klasse! (H.H.)

POINTER SISTERS - In Africa - All Night Long


Erstveröffentlichung: DVD / Icehouse

Die POINTER SISTERS kennen die meisten wahrscheinlich hauptsächlich durch ihren “Neutron Dance”, den sie für Eddie Murphys “BEVERLY HILLS COP” dargebracht haben, oder ihrem größten Hit „I´m So Excited“. Die drei Amerikanerinnen sind aber schon viel viel länger im Geschäft. Die Schwestern Anita Pointer, Bonnie Pointer, June Pointer und Ruth Pointer wuchsen als Töchter eines Pastoren in Oakland in Kalifornien auf. Früh begannen sie schon in Gospelchören ihr Können unter Beweis zu stellen und gründeten 1969 die POINTER SISTERS. Sie starteten als Backgroundsängerinnen, erarbeiteten sich aber eine eigene Show, eine Mixtur aus Revue, Pop, Jazz und 40er Jahre-Gesang und brachten 1972 ihre erste Single „Don´t Try To Take The Fifth“ auf den Markt, die gefloppt ist. Sie konzentrierten sich fortan auf Soul und Pop und brachten eine Coverversion von Bruce Springsteen´s „Fire“ auf den Markt, die einschlug. Fortan waren die vier Schwestern aus dem Pop-Business nicht mehr wegzudenken.

Die DVD beginnt mit einem Blick in den Backstage-Raum der Pointer Sisters und begleitet die Damen dann hinaus auf die Bühne vor 80.000 Zuschauer. Sie sangen auf dem dreitätigen Musik- und Sportfestival, welches im Rahmen des legendären Boxkampfes zwischen Muhammed Ali und George Foreman stattfand. Die Laufzeit des Konzertes beträgt 40 Minuten und gefilmt wurde es von Leon Gast, Regisseur von „WE WERE KINGS“ aus dem Jahre 1996. (H.H.)

POKER FACE - Next!


Erstveröffentlichung: CD / PhD Music

Das zweite Album der Band, das dritte ist schon in Vorbereitung. Im großen und ganzen würde ich die Band POKER FACE aus den Staaten als Pop-Rock bezeichnen. Kopf der Band ist PAUL TOPETE, anscheinend ein Musiker, der mit Herzen dabei ist und dessen Eltern enttäuscht waren, daß er deshalb nicht ""richtig"" arbeitet, bis sie seine Musik gehört hatten. Rockmusik, pendelnd zwischen brav und verspielt, aber irgendwie immer sauber und zu wenig auf Experimente sinnend. Es ist halt vollkommen radio-kompatibel und gut was zum nebenbei hören. Ein Zeitungsbericht nennt die Musik auch Power-Pop Balladen, was den Kern der Sache eigentlich trifft. Aber wer auf derartige Musik steht, dem gefällt das Album ganz sicher. (H.H.)

POLYGON - Beyond Nothing


Erstveröffentlichung: 7 Inch 1998 / White Head Records / A & T Records Group

Die Band Mortal Constraint ist in der Electro-Szene nicht ganz unbekannt und wie bei fast jeder Band, gibt es auch hier Side-Projekte. Eines davon ist POLYGON, von Ingo Lindmeier. 1998 erschien diese Single auf dem kleinen aber feinen White Head Records Label aus Stuttgart. Die Überraschung über die gebotenen Klänge hält sich in Grenzen. Klar, es handelt sich um Electro, stark beeinflusst vom Sound der 80er Jahre. Uwe Marx verkaufte mir diese Platte als „klingt wie alte Klinik – sehr ruhig, sehr düster, sehr geil“, und er liegt damit absolut richtig. Einmal etwas eingängiger und für den einen oder anderen Club geeignet, einmal finster, experimentell. Muss man mehr über diese Veröffentlichung schreiben, die auf 220 Exemplare limitiert ist und dementsprechend wohl nur noch bei dem einen oder anderen Mailorder in Restexemplaren erhältlich sein dürfte? Ich denke nicht. Auch, wenn POLYGON die Electro-Musik sicher nicht neu erfindet, ist dies hier eine wirklich gute Platte, die Sammlern sicher feuchte Finger bescheren wird und auch sonst ihre Freunde findet. Probiert´s mal bei www.bakterielle-infektion.de . (A.P.)

POLYPHONIC SIZE - Mother´s Little Helper


Erstveröffentlichung: 12 Inch EP 1982 / Enigma Records

US release of this belgian cult-band with their famous Rolling Stones cover ""Mother´s Little Helper"" plus 4 more tracks, including the great ""Nagasaki Mon Amour"".

The music is as usual very minimalistic with french lyrics. It sounds sometimes like very early, experimental tracks by OMD and a bit like the Flying Lizards. ""Mother´s Little Helper"" is another good and collectable POLYPHONIC SIZE record. The cover photos are taken by Ed Colver, who worked also for bands like Christian Death and others. (A.P.)



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