THE PSYCHIC FORCE - Traces


Erstveröffentlichung: CD 1994 / KM Music / Semaphore

Gegen PSYCHIC FORCE hatte ich eigentlich seit ihrer Vergewaltigung des John Foxx-Klassikers “Underpass” eine Abneigung und als mir die neue CD ins Haus flatterte, bereitete ich mich schon mal grinsend auf den heftigsten Verriss im Back Again vor. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Abgesehen von einem neuen, immer noch grausamen Mix von „Underpass“ gefällt mir die CD doch recht gut. Nach dem eher mittelmäßigen Vorgänger „Mutilation“ haben sich THE PSYCHIC FORCE auf eingängigere und atmosphärische Klänge besonnen, die manchmal schon hart an der Grenze zum Ambient Techno sind. Natürlich sind auch rhythmischere, d.h. tanzbare Songs vertreten. Einige Stücke könnten sogar recht gut in leicht veränderter Form als Soundtracks zu John Carpenter-Filmen benutzt werden. Ein Hit sicherlich der ziemlich eingängige Titel „Killing Is An Art“. Die Einflüsse zeigen sich von Technopop bis hin zu Project Pitchfork-artigen Sounds, also jede Menge Spielarten der elektronischen Musik. Gelegentlich finden sich sogar einige Jean Michel Jarre-Einflüsse, so z.B. in „Intervall 1“. Wenn man die beiden CDs der Band vergleicht, so könnten sie wahrlich von zwei verschiedenen Bands stammen. Mir ist der neue Weg, den THE PSYCHIC FORCE eingeschlagen haben, lieber. Allerdings, „Underpass“ von THE PSYCHIC FORCE nachgespielt, bleibt absolut Scheisse. Kann man eigentlich gegen Bands vorgehen, die anderer Künstler Liedgut missbrauchen? (A.P.)



[ ZURUECK ]