REVERSAL PENETRATION - Cut Up Violation


Erstveröffentlichung: CD 2001 / COP International / Nova Media

Cop International ist seit Jahren eines der Electro-Labels, das sich nicht scheut, auch mal CDs zu veröffentlichen, die nicht unbedingt den gängigen Klischees entsprechen. Mit REVERSAL PENETRATION haben sie da wieder zugeschlagen, allerdings überzeugt mich die CD diesmal nicht über die ganze Länge. Das Konzept ist einfach gestrickt: mehr oder weniger eingängige, meist tanzbare Electrosounds kombiniert mit unzähligen Sprachsamples, die den Gesang komplett ersetzen. Die Samples sind durchweg politisch und/oder gesellschaftskritisch, was insofern positiv ist, als daß das Projekt damit Stellung bezieht. Auf Dauer wird das aber etwas langweilig und ermüdend, vor allem auch, weil das durch Gesang oder ergänzende Informationen im Booklet in keiner Form auf den Punkt gebracht wird. So erscheinen die Samples letztendlich nur selbstzweckhaft. Auch die Musik plätschert teilweise nur so vor sich hin und kann nicht wirklich mitreissen. Das Booklet enthält zudem unkommentierte Bilder von den Strassenschlachten beim G8 Gipfel in Genua im Sommer 2001. Schade, daß hier eine interessante Grundlage nicht bis zur letzten Konsequenz ausgearbeitet wurde. Da auch kein wirklicher Hit bei der durchaus guten elektronischen Musik auszumachen ist, wird die CD wohl auch in den Clubs wenig Erfolg haben. Der Misch-Masch aus EBM-Sounds, Ambient-Klängen, Samples und einigen modernen Rhythmen ist zu unentschlossen. Daß ganze dann als „Intelligent Dance Music“ zu bezeichnen wirkt wie ein etwas hilfloser Versuch, sich in keine Schublade stecken zu lassen. Ich würde mich freuen, wenn dieses politisch motivierte Projekt weiter an sich arbeitet und demnächst etwas ausgereifter und nicht so ziellos zu Werke geht, denn Potential steckt auf jeden Fall in dem Konzept. (A.P.)



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