SAINTS OF EDEN - Proteus


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Schwarzrock / SPV

Ich hasse Namedropping! War beim SAINTS OF EDEN Debut „The Other Side“ 1998 der Hinweis, dass der Musiker Cian Houchin 1996 mal irgendwie was mit Carl McCoy bei Nefilim gemacht hat, legitim, so ist dies beim zweiten Album „Proteus“ nochmals 3 Jahre später nur noch peinlich. Da glaubt die Plattenfirma wohl, dass die Musik nicht gut genug ist, um für sich selber zu stehen und bemüht deshalb bekannte Namen, oder was?

Na ja, im Back Again zählt nur die Musik und die ist sehr professionell und fett produziert, was sicherlich auf die musikalische Erfahrung des Musikers zurückzuführen ist, immerhin hat er mal bei Nefilim...aber lassen wir das.

Leider klingen alle Titel sehr ähnlich, nach einem atmosphärischen, elektronischen Intro kommt ein treibender Beat, dann verzerrte Gitarren und dann „böser“ verzerrter Gesang, im Info steht was von Sepultura und Nine Inch Nails. Teilweise lassen sich aus dem ganzen auch ein paar sehr schöne Gitarren heraushören, die es als einziges rechtfertigen, die CD in die Gothic-Rubrik einzusortieren, z.B. in „Crushed“, einem der besten Songs auf „Proteus“. Ganz okay, weil zumindest etwas Abwechslung bringend, ist auch „Millennium Dawn“. Ansonsten werden Einflüsse von Trance-Techno bis Metal durch die Mangel gedreht und als innovativer Stilmix verkauft. Ich würde es aber eher als „nix halbes und nix ganzes“ beschreiben. Crossover ist ja schön und gut, aber dabei sollte man sich in irgendeiner Form einen eigenen Stil bewahren oder erschaffen und nicht einfach nur alles mögliche aus angesagten Musikrichtungen zusammenklauen. Für die Tanztempel ist sicher der eine oder andere Florfiller enthalten, für schwarzgekleidete Gothics dürfte das ganze aber ziemlich uninteressant sein. Möglicherweise mögen das aber ein paar Gruftis, die auch Schock, HIM, Marilyn Manson und Nefilim hören. Bei mir wird die CD wohl nicht allzu oft im Player rotieren. Ach ja, und falls es irgendjemanden interessiert: Cian Houchin hat die Songs „meistens in der Nacht“ geschrieben, wenn man dem Labelinfo glauben darf. Hui! (A.P.)



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