SANDOW - Anschlag


Erstveröffentlichung: CD 1994 / Fluxus Platten / Rough Trade

Faktum: SANDOW sind eine Punkband, sie spielen schnelle, harte Musik mit gut gesetzten Breaks, kritischen Texten und gelegentlichem Chorgesang. So oder so ähnlich würde der oberflächliche Hörer SANDOW vielleicht beschreiben. Stimmen tut das auch, aber eben nur teilweise. Denn SANDOW sind weitaus mehr, als nur eine weitere Punkband aus dem Osten, genauer aus Cottbus (ursprünglich) und Berlin (heute). „Anschlag“ ist das insgesamt sechste Album (incl. zweier Hörspiele). „Anschlag“ ist ein Album, das irgendwo eine Nische zwi­schen Hardcore, Punk, Klassik, Avantgarde und vielem mehr gefunden hat Eine Mischung aus Tote Hosen, Einstürzende Neubau­ten und vielem mehr. Sehr schwer zu beschreiben, denn SANDOW haben ihren eigenen Stil erarbeitet in der Zeit ihres Bestehens, immerhin seit 1982. Eigentlich überrascht es mich, daß diese Band in den letzten Jahren so erfolgreich war, denn musikalisch sitzen sie oft zwischen allen Stühlen und können aufgrund ihrer Vielfältigkeit keine bestimmten Gruppe von Hörern ansprechen, was aber auch bestimmt nicht das Wichtigste bei der Band ist. SANDOW sind mehr als Musiker, sie sind Künstler und arbeiten auch über die Musik hinaus, z.B. auch an Hörspielen, Trommelperformances und im Theater. Irgendwann ca. 1990 habe ich SANDOW mal live gesehen und war von der Energie, die sie herüberbrachten absolut begeistert, leider habe ich die Band dann wieder aus den Augen bzw. Ohren verloren, was aus heutiger Sicht wohl ein Fehler war, denn SANDOW schaffen es, wie wenige andere Bands, ihre Live-Energie auch auf Platte/CD zu bannen. Wer sich also für musikalisch vielseitig hält, sollte SANDOW ruhig mal ein Ohr gön­nen. (A.P.)



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