NORTHERN LITE - Temper


Erstveröffentlichung: CD 2005 / 1st Decade Records / 1STCD012

Nach einigen zwischenzeitlichen Singleveröffentlichungen gibt es mit „Temper“ nun das neue Album von NORTHERN LITE. Die Band hat mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Gitarren-Pop/-Rock und Electro international schon so einiges gerissen und hat den richtigen Durchbruch wahrscheinlich nur noch nicht geschafft, weil halt keine große Plattenfirma hinter ihr steht. Nun, auch so sollte der Band mit „Temper“ ein gehöriger Schritt nach vorne gelingen, denn wieder ist den drei Musikern ein Album gelungen, dass sowohl aufgrund guten Songwritings, als auch hervorragender Produktion überzeugen kann. Schon der Anfang mit „Good Way“ und „No Escape“ ist grandios. Sicher keine ganz auffälligen Songs, aber doch absolut unwiderstehlicher Pop, der einen nicht mehr aus dem Kopf geht, was besonders an der angenehmen Stimme liegt. Und: der Beweis, dass ein wirklich gutes Album nicht unbedingt einen seichten Charthit am Anfang haben muss. NORTHERN LITE sind im Gegensatz zu den ganzen DJ-Projekten und Casting-Gurken in den Hitparaden eine richtige Band und genau das merkt man den einzelnen Liedern an, denn sie haben Substanz und nicht nur eine leicht mitsingbare Melodie, die genauso schnell wieder aus dem Geiste verschwindet, wie sie durch irgendeinen beliebigen Formatradiosender da reingekrochen ist. Dass NORTHERN LITE aber auch anders als ruhig und bedächtig können, zeigen sie schon mit dem dritten Track „Go With The Floor“, der ein richtiger Ohrwurm ist. Folgerichtig wurde dieses Queens Of The Stone Age-Cover als Single vorab ausgekoppelt. Auch wavig-dunkle Momente beherrscht die Gruppe, wie in „Mirrorshape“ zu hören ist. So setzt sich das Album fort zwischen rockigen und tanzbaren Klängen, hier und da aber auch mit Ausflügen in andere Gefilde. Ein richtig gutes Pop-Album, das sich vom oberflächlichen Gedudel in den Charts wohltuend abhebt. (A.P.)

Webadresse der Band: www.northernlite.de

SCARLET - Independent Love Song


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1994 / Warner Music

In Zeiten, in denen eine russische Mädchenband wie „t.A.T.u.“ mit ihrer Single „All The Sings She Said“ abräumt, wie kaum eine andere in den vergangenen Jahren in ganz Europa, ist es an der Zeit, mal an SCARLET zu erinnern, die 1994 mit „Independent Love Song“ einen Mega-Hit hatten, der zu den besten Popsongs aller Zeiten gehört. Leider blieb es bei dem einen Hit, was ich sehr traurig finde. Der Song ist wunderschön, einschmeichelnd, monumental und einfach großartig, Kategorie „perfekter Popsong“, zu dem es auch ein mehr als passendes Video gibt. „Independent Love Song“ ist großer, mit reißender, orchestraler Pop vom Feinsten und ich weiß gar nicht, wie ich dieses Lied noch weiter würdigen soll.

Der zweite Song auf dieser Maxi ist die melancholische Pianoballade „The Fall“, die einfach die Sonne aufgehen lässt, wenn man sie hört. Als Dreingabe gibt es noch den „3 am Mix“ von „Independent Love Song“, der ebenfalls recht gelungen ist und sich auf die akustische Komponente konzentriert. So ergibt sich eine schlicht und einfach perfekte Pop-Maxi, die einem nach einmaligem Hören wohl nie wieder aus dem Ohr geht. Schade, dass man von der Gruppe, bestehend aus Joe Youle und Cheryl Parker (beides Frauen) nach einem guten Album nicht mehr gehört hat (zumindest hier in Deutschland). Eigentlich waren SCARLET die legitimen Thronfolger der unvergleichlichen Shakespears Sister und auch mit den Bangles möchte ich sie auf eine Stufe stellen. Vielleicht ist „Independent Love Song“ sogar „the most singable song ever“! Natürlich neben The Evasion On Stakes „I Wish My Baby It Was Born“. (A.P.)

SCARLET HARBOUR - The Traitor


Erstveröffentlichung: MC 1995 / NCT

Nach ewig langer Ankündigung und diversen Samplerbeiträgen hat es das Koblenzer Projekt SCARLET HARBOUR nun endlich geschafft, ein komplettes Tape fertigzustellen, das Material aus den Jahren 1990 bis 1994 enthält. Die Musiker beweisen, daß man auch mit recht einfachen Mitteln und viel Kreativität anspruchsvolle Musik machen kann. Die Grundstimmung des Werkes ist recht düster, ein großer Teil der Lieder ist instrumental oder höchstens von Stimmsamples durchsetzt, so z.B. das beklemmende Stück ""White Zombie"". Ziemlich hittig ist auch das älteste Stück der Kassette, ""Hypnos"", das in etwas so klingt, wie die ganz frühen Sachen der Hamburger Band The Evasion On Stake. Als Gäste haben viele befreundete Bands und Musiker mitgewirkt, so zum Beispiel die Waver von DISORDER, die Gothicrocker THE HOUSE OF USHER, BLUEFIELD und SILKE BISCHOFF. Der Sound ist für ein Tape erstaunlich gut und die Produktion lag in den bewährten Händen von THE HOUSE OF USHER-Bandmembers. Von selbiger Band wird hier dann auch noch deren Stück ""Evil Live"" gecovert, aber so, daß man es kaum noch wiedererkennt, sehr gelungen, wie ich finde. Neben den erwähnten Songs sind vor allem auch noch ""Frozen In Time"" und das schon bekanntere ""Victims And Circles"" gelungen. Trotzdem wirkt das ganze Teil irgendwie unauffällig, was hoffentlich nicht dazu führen wird, daß es in der Tapeflut untergeht, wäre wirklich schade darum. Zum Ende des Tapes finden sich in Stüken wie ""Shadows Behind The Windeye sogar noch deutliche Gothicrockeinflüsse wieder. Wie schon erwähnt, ein wahnsinnig vielseitiges Tape und mehr als ein Tipp für alle Freunde von düsteren Klängen. (A.P.)

SCARY BITCHES - Creepy Crawlies


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Resurrection Records – Alice In... / Nova Media

Nach der grandiosen „Lesbian Vampires From Outer Space“-CD der SCARY BITCHES durfte man gespannt auf das Album „Creepy Crawlies“ sein, das, wenig überraschend, bei Resurrection Records erscheint und in Deutschland folgerichtig über Alice In... läuft. Wenig überzeugen tut mich das gesamte Artwork der CD, das sieht irgendwie billig aus und bleibt nicht im Gedächtnis hängen. Aber zählen sollte die Musik, und die hat es wieder in sich. War „Lesbian Vampires From Outer Space“ noch stark vom amerikanischen Death-Rock beeinflusst, so klingen die SCARY BITCHES inzwischen irgendwie englischer (wo sie ja auch herkommen) und gleichzeitig eigenständiger. Der Einfluss von Siouxsie And The Banshees war ja auch vorher schon da, besonders beim Gesang, und ist jetzt anscheindend größer geworden, dazu finden sich sehr viele elektronische Spielereien in den Songs und einmal, beim Opener „Birds And Bees“, fühlt man sich vom Gesang her beinahe an Anne Clark erinnert. Das ist dann auch gleich einer der Anspieltips auf dem Album. Aber auch sonst haben fast alle Songs großes Ohrwurmpotential, was wohl an der sehr eingängigen Produktion liegt, die allerdings hier und da ein paar Ecken und Kanten und etwas Druck vermissen lässt. Die Themen der Songtexte sind wie gewohnt im Bereich Trash/B-Movie angesiedelt und sorgen für viel Spaß.

Insgesamt ist „Creepy Crawlies“ ein Album, das in der kleinen Gothic-Rock Gemeinde sicher einschlagen wird und garantiert auch den ein oder anderen Song für die schwarzen Clubs enthält. Und man sollte auf jeden Fall jede Gelegenheit nutzen, die SCARY BITCHES live zu sehen, denn das dürfte richtig Spaß machen. (A.P.)

SCARY BITCHES - Lesbian Vampires From Outer Space


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

Erstmals gehört habe ich von den SCARY BITCHES aus England auf irgend einem Sampler, ein Kumpel brachte mir dann die CD dieser Band vorbei und ich bin ziemlich begeistert von der Musik, besonders, weil die Band aus England kommt und nicht aus Amiland. Die englischen Gothic-Rock-Band sind ja sonst dafür bekannt, vor allem wie Sisters Of Nephilim zu klingen. Ganz anders die SCARY BITCHES. Sie lehnen sich musikalisch sehr stark an den amerikanischen Death-Rock an und klingen dabei extrem erfrischend. Wie es sich gehört, verbreiten sie ein grandioses B-Movie-Flair und dürften auf der Bühne ziemlich unterhaltsam sein. Klingt irgendwie wie eine Mischung aus langsameren 45 Grave, Diva Destruction und dem „Rocky Horror Show“-Soundtrack mit ganz leichten Siouxsie And The Banshees-Einflüssen. Dazu hat die Band ein gutes Händchen für eingängige Melodien. Mein Lieblingssong ist definitiv der Ohrwurm „Piss All Over Your Grave“, der zwar zu den weniger trashigen Tracks gehört, aber sich bei mir sofort festgesetzt hat, wie der Dreck unter den Fingernägeln eines Scheintoten, der versucht hat, sich aus seinem Grab zu buddeln.

Jede trashige Rockband, die etwas auf sich hält covert entweder „Surfin´ Bird“ oder „Theme From The Munsters“, so hat es hier den zweit genannten Titel erwischt. Ansonsten sind jede Menge Hits vertreten, wie der Titelsong „Lesbian Vampires For Outer Space“, ein Songtitel, der gut und gerne auch von den Misfits stammen könnte.

Fazit: eine echt coole Party-CD, die wieder einmal zeigt, dass Death-Rock alles andere als grüblerischer Gruftikram ist und man auch viel Spaß auf Partys haben kann, statt nur ernst in der Ecke zu stehen. Die stilistisch verwandten und ziemlich gehypten Diva Destruction lassen die SCARY BITCHES auf jeden Fall schon am Start weit hinter sich. Gothic-/Death_Rock vom feinsten mit großem Unterhaltungswert! (A.P.)

SCENES - Call Us At The Number You Provide


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Escapi

SCENES gibt es bereits seit 1995, doch zu den zwei Gründern kamen noch ein paar Leute hinzu und 1998 war dann die Band komplett. Diese allerdings konnte sich auch nicht so richtig zusammenhalten und ständig kamen und gingen irgendwelche Musiker, was der Bandhistory nicht gut tat. Als dann auch noch der Sänger Nektarios Bamiatzis verschwand und in einer unsäglichen Casting-Show-Kacke sein Glück versuchte, nur um dort nach kurzem Hype wie fast alle Teilnehmer sang- und klanglos zu verschwinden, um dann für das Leben gezeichnet zu sein, schien alles aus. Doch neuer Sänger, neues Glück. Nun konnte ein Album produziert werden, jede Menge Gastmusiker durften spielen, selbst dieser Nektarios, inzwischen deutlich an dem Casting-Müll gescheitert und kein „Superstar“ geworden (sein Erscheinungsbild erinnert mich immer an Ulrich Trapp („Thank you“ - GSDSGPS), falls den jemand kennt). Na ja, herausgekommen ist ein Progressive Metal-Album aus dem Bilderbuch mit eingängigen Songs, die mich mitunter aber ganz arg an bekannte Popsongs erinnern. Manchmal wurde geklaut, das kann niemand leugnen, und das nicht nur bei der Coverversion „Such A Shame“ von Talk Talk, die mir zu wenig Neues bietet, einfach nur Nachspielen mit leichten Variationen ist zu wenig. Trotz allem kann man SCENES eine gewisse Eigenständigkeit nicht absprechen. (H.H.)

STEFAN SCHABENBERGER UND LARS LINDIGKEIT - Spülen nicht vergessen!


Erstveröffentlichung: Buch 2003 / Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

Vor Monaten hatte ich mal im Fernsehen einen Bericht über die Macher dieses Buches gesehen und dachte mir: nette Idee und bestimmt unterhaltsam. Dann tauchte einer der Autoren/Fotografen auch noch bei „Wetten Dass“ auf (der Typ, der Dieter Bohlen lächerlich gemacht hat) und irgendwann fand ich einen großen Umschlag mit dem Buch vor meiner Wohnungstür und blätterte die fast 140 Seiten neugierig durch und staunte, lachte, ekelte mich.

Schabenberger und Lindigkeit haben in öffentlichen Toiletten, auf Restaurant-, Discotheken- Stadionklos und wo sonst Menschen (hier fast ausschließlich Männer) das stille Örtchen aufsuchen heimlich fotografiert und somit aufgedeckt, was Männer eigentlich auf Klos so machen (außer das, wofür sie gedacht sind). Es wird gelesen, gearbeitet, Drogen konsumiert, gesext, telefoniert, gegessen, gekotzt oder einfach nur stumpf vor sich hin geblickt. Viele der Bilder sind schier unglaublich, aber alle sollen tatsächlich echt sein und nicht gestellt. Man darf Toiletten jeder Art bewundern, edle, völlig versiffte, saubere, großzügige, enge, normale und es ist verblüffend, was für hässliche Kacheldesigns es gibt. So unterschiedlich, wie die Klos, sind auch die Menschen darauf, Punks, Geschäftsleute, Zeitungsverkäufer, Fußballfans, Kostümierte, Schöne, Hässliche, Alte, Junge, Normale und so weiter und sofort…ein definitiver Beweis, dass jeder Mensch aufs Klo geht. Insofern sind dies hier wohl die normalsten Fotos der Welt. Alleine die Idee ist so nahe liegend, dass ich mich frage, warum es nicht schon lange ähnliche Bildbände gibt.

Das Buch enthält ca. 90 großformatige, sehr farbenfrohe Bilder, gedruckt auf gutem Papier und dazu noch eine ganze Menge Anekdoten über die Entstehung vieler Fotos, die die Autoren gut lesbar und sehr unterhaltsam zum Besten geben. Bei einem Preis von knapp 20 € kann man auch nicht meckern, denn man bekommt einiges dafür geboten und ich habe schon überlegt, ob ich „Spülen Nicht Vergessen!“ nicht als kurzweilige Klolektüre ins Badezimmer lege. (A.P.)

DIE SCHANDE - Susi schläft alleine


Erstveröffentlichung: CD 1995 / Metronom

Ja, das ist eine SCHANDE, denn über die Band habe ich wirklich nichts rausfinden können und die CD habe ich in einem Haufen CDs gefunden, als ich einen Haufen Schrott-CDs gegen eben diesen Haufen getauscht habe. DIE SCHANDE sah aus wie eine Funpunk-CD und wirklich enttäuscht wurde man nicht. Es ist zwar kein Funpunk im dem Sinne, aber auch nicht weit davon entfernt. Es ist irgendwie Gitarrenpop mit diversen Einflüssen aus Hiphop, Punk, Rock und vor allem auch einer ganz gehörigen Prise Schlager. Ich muss gestehen, dass bei mir der Funke nicht so ganz überspringen will, denn es ist alles irgendwie ein bisschen Wischiwaschi, nicht wirklich witzig, nicht wirklich provokant, nicht wirklich spannend. Aber auch nicht wirklich schlecht. Das ist wohl das Dilemma. Es ist eben nur einfach nett, doch nur mit nett sein kommt man nicht weit. Besonders weit ist man auch wirklich nicht gekommen, denn großen Erfolg haben sie nicht bekommen. Was soll´s. Übrigens, das einzige, was ich rausfinden konnte, ist, dass der Song „Ein einfaches Mädchen“ als Single ausgekoppelt wurde. (H.H.)

SCHANDMAUL - Wie Pech und Schwefel


Erstveröffentlichung: CD 2004 / F.A.M.E. Recordings / BMG

Wie ein sanfter Schleier umspielt der dichte, wallende Nebel seinen Leib, taucht die Bäume, Büsche und Sträucher um ihn herum in ein mystisches Gewand. Schritt für Schritt entfernt er sich vom „Drachentöter“, dem letzten Gasthaus der Region, in dem man ihn vor diesem Teil des Waldes gewarnt hatte. Dennoch schreitet er ohne Furcht den schmalen, moosbewachsenen Pfad hinab, als es ihm mit einem Male erscheint, als höre er ein leises Fideln in der Ferne. Von Neugier getrieben folgt er den lieblichen Klängen, zu denen sich bald noch das Spiel einer Flöte hinzugesellt, und es scheint ihm, als könne er einen feenhaften Gesang wahrnehmen, der sein Herz mit Liebe und Verlangen erfüllt. Doch ein gespenstischer Lufthauch verweht den grauen Dunst vor seinen Augen und vor ihm taucht ein alter, einsamer Turm auf, der aus einem blütenübersähten Sumpf in den Himmel hinaufragt.

In diesem Moment erstrahlen die Bühnenlichter, Schlagzeug und E – Gitarre verwandeln die elfische Ruhe in einen groovenden Rocksong, und in dem Augenblick als Thomas Lindners Stimme erschallt, ist man als Wanderer auf einem Schandmaul – Konzert zum brandneuen Album „Wie Pech und Schwefel“ angekommen.

Wie kaum eine andere Band verbinden Anna Kränzlein, Birgit Muggenthaler, Thomas Lindner, Martin Duckstein, Stefan Brunner und Matthias Richter Neuzeit und Historie, Phantasie und Realität zu einem wirklich gelungenem Ganzen. Ihre Texte erzählen von Sagen und Mythen, von sagenumwobenen Drachentötern, von Tyrannen und Geisterschiffen sowie heidnischen Ritualen – doch zu jeder Zeit schwingen dabei zwei wichtige Konstanten mit:

Liebe und das breite Grinsen eines Harlekins, denn Gefühl und Humor machen die Seele all ihrer Erzählungen und Kompositionen aus. Immer wieder luken aus den scheinbar alten Märchen zeitgenössische Gedanken und Sichtweisen hervor und verbinden die fiktiven Welten mit dem Jetzt.

Musikalisch verwebt man verspielten Folk mit groovendem Rock und einem feinfühligen Gespür für ohrwurmartige Refrains und tragende Melodien. Das Ergebnis dabei ist, ein stilistisch vielfältiges, farbenfrohes Klangmosaik, das Moderne und Vergangenheit genügend Freiraum einräumt, der dann von der Instrumentierung virtuos ausgeführt wird.

Das Sextett überrrascht seine Hörer mit einem breiten Sortiment an Instrumenten, so steht mit Martin Duckstein, Stefan Brunner und Matthias Richter das moderne Rockbesteck, bestehend aus Strom – Gitarre, Bass und Schlagzeug zur Stelle, während die beiden Damen Birgit Muggenthaler und Anna Kränzlein mit Geige, Drehleier, Flöte, Dudelsack und Schalmei aufwarten. In der Mitte all derer erklingt Thomas Lindner mit seinem vielfältigen Gesang, einer Akustik – Gitarre und dem Akkordeon.

Dieses mannigfaltige Klangbild, in Verbindung mit den vielgestalten Lyrics, machte die Band schon mit ihrer ersten Platte „Wahre Helden“ (1999) zu einem unverwechselbaren Sinnerlebnis – Schandmaul lastete bereits hier ein eigener und innovativer Stil an. Mit „Von Spitzbuben und anderen Halunken“ (2000) und „Narrenkönig“ (2002) bauten die sechs Münchner ihr Können weiter aus und sammelten auf diversen Tourneen und Festivals Eindrücke und Erfahrungen. Schnell spielte man sich von den kleinen Bühnen an die Spitze, wenn auch mit dem Risiko, dass man dabei gute Bandkollegen wie Hubsi Widmann auf der Strecke bleiben läßt (er und die Band trennten sich nicht gerade harmonisch 2002) und das ursprüngliche an den Konzerten verloren ging dabei.

Nichts destro trotz, ist das neue Album sehr ausdrucksstark und vielfältig, stellenweise direkter und geordneter als noch Narrenkönig. Neu ist auch, dass sowohl der Basser Matthias wie auch Anna Kränzlein Texte beisteuerten, die durch ein Kammerorchester, wie in „Kalte Spuren“ dezent begleitet wird. In schandmaulscher Manier stehen dem treibende Rhytmen gegenüber, wie der Opener „Leb!“ schon einläutet und mit „Folk you“ Ausdruck findet in instrumentalen Stücken. Gerade dieses Wechselspiel der Emotionen und Klänge macht „Wie Pech und Schwefel“ zu einer runden Sache und damit vielleicht auch zum bestgelungensten Album in der Schandmaulgeschichte! (Maximilian Nitzschke)

ROCKO SCHAMONI - Dorfpunks


Erstveröffentlichung: Buch 2004 / Rowohlt Verlag / ISBN 3-499-23618-4

Rocko Schamoni sollte den meisten Punks in Deutschland, die das 25. Lebensjahr bereits überschritten haben ein Begriff sein, ist er doch seit Jahrzehnten als Musiker, Clubbetreiber, Autor und und und stets aktiv gewesen. Mein erster Schamoni-Berührungspunkt war 1987 bei einem kleinen Festival im Hamburger Stadtpark mit den Real McCoys (später Jeremy Days und Sänger Dirk Darmstädter solo), Die Antwort (Bernd Begemann sollte ein Begriff sein) und die leider vergessenen Grace Kairos. Immer in den Umbaupausen setzte sich ein einzelner Kerl mit Gitarre auf die Bühne und spielte ein paar Songs, die niemand kannte, die aber viel Spaß machten. Ich glaube, das Stück „Hallo Ich Bin Rocko Schamoni“ habe ich vorher schon mal auf einer Punk-Mix-Cassette von meinem Bruder gehört und an der ersten LP der Goldenen Zitronen war er auch beteiligt. Anfang der 90er sah ich die Hamburger Kultfilme „Rolo Aller 1 + 2“, in denen Rocko mitspielte und so kreuzte der Mann immer mal wieder meinen Weg durch die Jahre.

Wie Rocko zu dem wurde, was er schließlich war, beschreibt nun sein autobiographischer Roman „Dorfpunks“, der auf rund 200 Seiten seinen Weg vom Dorfjugendlichen zum Dorfpunk mit Töpferausbildung nachzeichnet. Schamoni wuchs in dem schleswig-holsteinischen Kaff Schmalenstedt auf, irgendwo nahe der Ostseeküste. Was soll man als Teenager, der den Rebellen in sich spürt, in so einem Ort anderes werden als Punker? Überraschenderweise dachten das auch diverse andere Jugendliche, so dass sich tatsächlich eine große Clique bildete, die den Ort und das Umland unsicher machte. Wer jetzt aber unglaubliche Ereignisse zu lesen erwartet, sollte nicht enttäuscht sein, wenn das nicht der Fall ist. Jeder, der in seiner Jugend einer Jugendkultur wie Punk angehörte weiß, dass wirklich außergewöhnliche Ereignisse sich meist auf Konzert- und Partyerlebnisse beschränken. So hat auch Rocko, der sich damals noch „Roddy Dangerblood“ nannte vor allem alkoholische Abenteuer in der örtlichen Discothek erlebt und auch diverse Drogen ausprobiert und dann wieder die Finger davon gelassen. Frauen waren lange Zeit eher unwichtig, denn immerhin gab es Punk, wer braucht da schon Liebe? Sex allerdings war unabhängig davon schon interessant. In einem abseits gelegenen Dorf wie Schmalenstedt haben sich die Pubertierenden offenbar wirklich unabhängig entwickelt und waren nicht durch die Trends, die in Hamburg, Berlin oder Kiel angesagt waren, geprägt. So ging der Musikgeschmack weit über reinen Punk hinaus...nun gut, ABC und Kajagoogoo hätten es auch nicht gerade sein müssen...

Kurz: in diesem Buch, das weniger eine durchgehende Geschichte erzählt, als unabhängige Episoden aus dem alltäglichen Leben, werden sich viele Leute wieder finden, die Mitte der 60er bis Anfang der 70er Jahre geboren wurden. Auch, wenn ich in Hamburg und nicht auf einem Dorf aufgewachsen bin, kann ich viele Dinge in “Dorfpunks“ nachempfinden, weil ich mich an die Atmosphäre der frühen 80er Jahre noch gut erinnern kann. Viele Dinge hat man so oder ähnlich selbst erlebt.

Schamoni hat ein großes Talent, in einfachen Worten unterhaltsam zu schreiben. Ich habe das Buch so ziemlich in einem Rutsch durchgelesen. Für ihn endete Anfang 1986 mit dem Abschluss seiner Ausbildung zum Töpfer und dem Sterben der Schmalenstedter „Szene“ ein Lebensabschnitt und so endet auch das Buch an dieser Stelle. Aus „Roddy Dangerblood“ wurde Rocko Schamoni, der in Hamburg eine Musikkarriere begann. Die Geschichte würde ich auch gerne irgendwann noch lesen, denn zweifellos gibt es da jede Menge amüsante Anekdoten zu berichten. Vielleicht hat Herr Schamoni ja mal Lust, darüber zu schreiben.

Bis dahin muss man mit diesem kurzweiligen Werk vorlieb nehmen und kann sich zusätzlich seinen ersten Roman „Risiko des Ruhms“ zu Gemüte führen. Rocko Schamoni ist tatsächlich ein Mann mit vielen Talenten...und immer er selbst geblieben. Auf jeden Fall ist er auch heute noch mehr Punk als all die dauerbesoffenen Irokesen-Wracks, die nichts anderes zu tun haben, als in der Fußgängerzone ihr offenen Beine zu bewundern und nach Kohle für den nächsten Druck zu schnorren. ( (A.P.)

SCHATTENREICH (TV-SHOW) - Episodenführer

2003

Schattenreich 17.08.2003

(Onyx TV/Sonic Seducer Magazin www.onyx.tv www.schattenreich.tv )

Wiederholung des „Wave-Gotik-Treffen“-Specials der Vorwoche, deshalb ist eine ausführliche Besprechung nicht notwendig. Wieder einmal wurde es nicht geschafft, innerhalb einer Woche eine neue knapp einstündige Sendung zu produzieren.

Mal sehen, ob es in Zukunft noch zu jeder Sendung eine Kritik gibt. Nach nunmehr 23 Sendungen fällt mir kaum noch zu jeder Sendung was Neues ein oder auf und nur die abgespulten Interviews und Musikstücke aufzuzählen macht auch nur wenig Sinn. Mal sehen. (A.P.)

Schattenreich 10.08.2003

(Onyx TV/Sonic Seducer Magazin www.onyx.tv www.schattenreich.tv )

Heute ist es einfach nur heiß, wer hat da Lust, ausführliche Besprechungen über Gruftie-TV-Sendungen zu schreiben? Ich nicht und deshalb werde ich mich kurz fassen. Zwei Monate nach dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig schafft „Schattenreich“ es endlich, darüber ein Special zu bringen, während Zeitschriften wie Orkus und Sonic Seducer, die viel früheren Redaktionsschluss haben, dies bereits Ende Juni in ihrer Sommerausgabe geschafft haben (Zillo übrigens nicht, was man dort wohl als Niederlage ansehen muss...).

Naja, man erhofft sich ein aufwendiges Special, dass die lange Produktionszeit rechtfertigt und wird einmal mehr gnadenlos enttäuscht. Gerade mal ein einziger kompletter Liveclip vom Festival wird gezeigt, genauer gesagt „Standing“ von VNV Nation. Die Chance zu ausführlichen Interviews mit den unzähligen Musikern wird nicht genutzt. Leute wie Umbra Et Imago, Laibach, Welle: Erdball und VNV Nation dürfen gerade mal kurze Statements abgeben, wie toll doch das Meeting ist. Stattdessen wird der „Schattenreich“-Werbepartner X-Tra-X mal wieder ausführlich redaktionell beworben. Dazu ein paar kurze Eindrücke von nicht musikalischen Veranstaltungen, ein paar Statements von Händlern und Besuchern und ein Kurzinterview mit einem der Veranstalter, das war´s. Autsch, ein bisschen wenig, was da zwei Monate lang zusammen gezimmert wurde, immerhin ist das WGT die größte „schwarze“ Veranstaltung der Welt!

Statt ein paar interessante Liveauftritte zu zeigen, werden zwischendurch ein paar normale Videoclips von Laibach, Deine Lakaien, Tanzwut, Thomas Elbern, The 69 Eyes und Tiamat gezeigt. Einzig etwas interessanterer Beitrag ist das Interview mit Carlos Peron.

Nach einigen recht guten Sendungen fällt „Schattenreich“ diesmal wieder ins Amateurhafte ab. Schade... (A.P.)

Schattenreich 03.08.2003

(Onyx TV/Sonic Seducer Magazin www.onyx.tv www.schattenreich.tv )

Die heutige Sendung steht ganz im Zeichen der Band In Extremo.

Gestartet wird aber erstmal mit dem Videovoting-Gewinner vom Juli und das ist erfreulicherweise Welle: Erdball mit dem schönen Kurzfilm zum Song „Tausend Weiße Lilien“. Wirklich cool, dass es noch eine Band gibt, in deren Videoclips Geschichten erzählt werden.

Dann kommen eine kurze Eigenwerbung für die „Schattenreich“-Website und die ersten drei Clips von In Extremo. Die Band ist in ihrem Genre, Metal kombiniert mit mittelalterlichen Klängen, sicher eine Institution und auch wirklich gut, aber das ist einfach nicht die Musik, die ich mir zu Hause anhören mag. Live auf der Bühne rocken die bestimmt ziemlich gut ab, aber mir ist das alles viel zu metallisch, was aber natürlich nur Geschmackssache ist und gar nicht als negative Kritik verstanden sein soll.

Nach dem ersten Werbeblock geht es dann weiter mit In Extremo´s grottenschlechter Sisters Of Mercy-Coverversion „This Corrorsion“, die mich nachvollziehen lässt, warum Andrew Eldritch mit der „schwarzen Szene“ nichts zu tun haben möchte, wenn seine Werke derart in den Schmutz gezogen werden. Selbst das Video ist einfach nur nachgemacht, mit dem „unglaublich innovativen“ Einfall, statt viel Wasser und Regen Feuer zu benutzen.

Im Anschluss daran gibt es zur Beruhigung ein paar Interviewausschnitte, die zumindest Leuten, die die Band noch nicht kennen, ein paar Einblicke verschaffen. Der Sänger kann übrigens beinahe als Campino-Double durchgehen und der andere Musiker, der kurz zu Wort kommt, hat wohl das lächerlichste Bärtchen, das ich seit langem gesehen habe, so ist im Mittelalter sicherlich niemand rum gelaufen.. Nach einem Livemitschnitt ist der zweite Teil des Interviews, in dem es um die Texte der Band geht, schon weitaus interessanter.

Dann der zweite Werbeblock und die neuen Videovoting-Vorschläge, diesmal mit „Future-Pop“ von Colony 5, Electro-Dark-Wave von In Strict Confidence und dem eher schwachen neuen Clip von Killing Joke. Da dürften In Strict Confidence wohl als klare Sieger hervor gehen.

Für alle In Extremo Fans dürften mit Abstand die Unplugged-Aufnahmen am interessantesten sein. Es ist schon skurril, wenn ein halbnackter, tätowierter Muskelberg-Typ entrückt die Harfe zupft und auch die übrigen harten Kerle in Röckchen und mit freiem Oberkörper was vom „Ave Maria“ bringen. Das hat schon fast Kuschel-Rock-Qualitäten. Und statt passender Beleuchtung mit Kerzen, liegt eine Deckenlampe mit bloßen Glühlampen auf dem Boden zwischen den Musikern. Ja, so war das Mittelalter wahrscheinlich wirklich...

Wenn man auf diese Art von Musik steht oder sogar Fan von In Extremo ist, dürfte diese Sendung mehr als unterhaltsam sein, zumal sie ohne größere Fehler daher kommt und Medusa auch nicht über beansprucht wird. Wenn sie jetzt noch ihr Dauergrinsen abstellten würde und etwas spontaner moderieren würde... (A.P.)

Schattenreich 27.07.2003

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Letzter Sonntag im Monat, da gibt es wieder die „Klassiker“-Sendung und für mich die Gelegenheit, mich kurz zu fassen, indem ich wenig meckere und einfach nur die wirklich schönen Clips der „guten alten Zeiten“ aufliste.

Zunächst gibt es aber mit The Cult, Skinny Puppy und Ministry die drei Votinggewinner des Vormonat, was leider schon mehr als ein Viertel der Sendezeit in Anspruch nimmt, die man besser nutzen könnte.

Hier aber nun die sonstigen Videoclips, wobei bemerkenswert ist, dass es eine recht extreme Mischung ist. Pussy Galore direkt nach Wire und vor Frank Tovey (Gott – wenn es ihn gibt – habe in selig!). Schön, dass die Redaktion nicht nur auf Nummer sicher geht und auch mal unbekanntere Sachen zeigt, wobei Pussy Galore vielen heutigen „Schwarzen“ wohl schwer im Magen, bzw. in den Ohren liegen werden.

The Cult – She Sells Sanctuary
Skinny Puppy – Testure
Ministry – Jesus Built My Hotrod
Wire – So And Slow It Glows
Pussy Galore – Dick Johnson
Frank Tovey – All That Is Mine
These Immortal Souls – King Of Kalifornia
Love & Rockets – Mirror People
Megadeth – Motopsycho
The Gathering – Liberty Bell
The Cure – Close To Me
Dead Can Dance – The Protagonist

(A.P.)

Schattenreich 20.07.2003

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Los geht´s wieder mit dem Clip von Black Milk, der im Juni als Gewinner aus dem Videovoting hervor gegangen ist.

Medusa, wie immer „eingekleidet von X-Tra-X“, also mit Klamotten, die unzählige andere Gruftimädels auch tragen, schürt die Vorfreude dadurch, dass sie jede Menge neue Videoclips verspricht und außerdem Berichte über Crüxshadows und Welle: Erdball.

Erstmal darf die von mir ungeliebte Metalband Type O´Negative ihr aktuelles Video zeigen. Ich möchte zu der Band um Sänger Peter Steele eigentlich nichts mehr sagen.

Danach gibt es Neues von Killing Joke. Mit der Band, die mir nachhaltig die 80er Jahre versüßt hat, hat die heutige Gruppe aber so gar nichts mehr zu tun. Das ist recht harter Crossover-Sound, der zumindest beim aktuellen Videoclip „Close Cannon“ etwas unfertig klingt. Ich denke aber, live rockt die Band noch richtig gut ab.

Das Interview mit den Crüxshadows bringt ein paar Infos zum bevorstehenden Album. Leider steht die Band etwas verkrampft im Bild, das hätte der Regisseur eigentlich merken und eine entspanntere Interviewsituation herstellen müssen. Komischerweise erscheinen die Crüxshadows mir immer noch wie eine Gothic-Rock-Band, obwohl ihr Sound damit kaum noch etwas zu tun hat. Sehr sympathische Leute übrigens und live immer ein Erlebnis. Das kommt hier leider nicht ganz rüber, da kein komplettes Stück der Band gezeigt wird.

Nach dem Tourtipp und der Werbung gibt es ein kurzes Special zum Klamottenladen und –versand X-Tra-X, der schon sehr nahe an redaktionelle Werbung herankommt, was in Deutschland nicht erlaubt ist.

Der Videoclip von Colony 5 ist zwar mit recht einfachen Mitteln entstanden, wirkt aber ganz gut. Future-Pop nennt man das heute, glaube ich. Für mich ist das einfach Synthie-Pop, wie es ihn nun rund 20 Jahre gibt. In die gleiche Richtung, nur mit mehr EBM-Einschlag geht danach In Strict Confidence. Wenn ich überlege, wie mich ihr erstes Doppeltape vor etwa 10 Jahren begeistert hat und wie kalt mich die Musik heute lässt, ist das schon sehr schade.

Solider Alternative-Rock mit leichtem Gothic-Einschlag gibt es dann von AFI, danach eine Vorschau auf das anstehende M´era Luna Festival und einen sehr doomigen Electrosong von Rotoskop. Klingt, als wenn Skinny Puppy und Foetus was zusammen gemacht hätten. Sehr schön und ein gelungenes Video dazu. Noch einmal Werbung, dann das nervige Videovoting.

Der interessanteste Beitrag der Sendung ist dann der über Welle: Erdball. Ich mag die Band schon seit ihren Tape-Tagen und bewundere, dass sie ihr Konzept seit nunmehr zehn Jahren extrem konsequent durchziehen und gönne ihnen den jetzigen Erfolg. Musikalisch gibt es den Videoclip zu „8 mm“, der zwar einfach, aber doch sehr wirkungsvoll und passend ist. Zum Ende hin dann noch ein nicht angekündiges Video einer Metalband, zu der es keine Einblendung gibt, um wen es sich handelt oder wie der Song heißt. Ist auch nicht wirklich wichtig. Beschlossen wird die Sendung dann mit den Murderdolls, die mir doch ziemlich wie ein Marilyn Manson-Klon erscheinen.

Durchweg eine gelungene Sendung mit einer recht vielseitigen musikalischen Mischung. (A.P.)

Schattenreich 13.07.2003

(Onyx TV/Sonic Seducer Magazin www.onyx.tv www.schattenreich.tv )

Nachdem letzte Woche nur eine Wiederholung gelaufen ist, hat man es diesmal wieder geschafft, eine komplett neue Sendung zu produzieren.

Am Anfang wird wie immer der „Videovoting“-Gewinner des Vormonats gezeigt, überraschenderweise hat die noch relativ unbekannte Band Black Milk das Rennen gemacht. Ich muss sagen, der Videoclip zu „If The Gods“ ist gelungen und die Musik, irgendwo zwischen viel Placebo und ein bisschen HIM gefällt mir auch.

Ansonsten ist die Sendung wieder einmal den Live-Mitschnitten gewidmet und am Anfang geht „Schattenreich“ auf Nummer sicher und zeigt einiges von den guten alten Nine Inch Nails (wahrscheinlich von ihrer DVD, weiß ich aber nicht genau). Ich war nie ein großer Fan der Gruppe, muss aber anerkennen, dass sie neben Ministry die wohl einflussreichste und Stil prägendste Band im Bereich Electro-Metal-Crossover waren.

Nach dem CD-Tipp der Woche und dem Werbeblock geht es weiter mit Aufnahmen eines In The Nursery Auftrittes. Die Engländer begeistern seit gut 20 Jahren mit ihrer Mischung aus modernen Electro-Klängen und Neo-Klassik und durch ihre musikalischen Neuinterpretationen legendärer Stummfilmklassiker. Live ist die Band immer ein Erlebnis, was bei diesen Filmaufnahmen leider nicht so richtig rüber kommt. Aber immerhin, wann bekommt man eine derartige Ausnahmeband sonst schon mal im Fernsehen zu Gesicht?

Nach dem zweiten Werbeblock werden die Kandidaten des diesmonatlichen Videovotings vorgestellt, die Alternativrocker Pinkostar, die 80er Elektroniker Welle: Erdball mit ihrem schön Clip zu „1000 Weisse Lilien“ und In Extremo. Alles drei nicht schlecht und ich bin mal gespannt, wer gewinnt. Ich tippe (und hoffe) auf Welle: Erdball.

Schließlich gibt es noch Liveaufnahmen der Mittelalter-Rocker In Extremo. Musikalisch nicht ganz mein Fall, aber bestimmt live sehr unterhaltsam.

Moderatorin Medusa kommt einmal mehr kaum zu Wort und darf nur ganz wenige Ansagen machen, mehr muss aber auch nicht sein.

Das war´s dann wieder mit einer durchaus soliden Sendung, die sich alleine wegen der In The Nursery-Aufnahmen schon lohnt. (A.P.)

Schattenreich 06.07.2003

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Wiederholung der „Klassiker“-Sendung von letzter Woche, dem entsprechend natürlich tolle Musik. Aber haben die es nicht geschafft, innerhalb einer Woche eine neue Show zu produzieren?

(A.P.)

Schattenreich 29.06.2003

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Heute gibt es mal wieder eine „Klassiker“-Sendung und was soll man daran nun groß kritisieren? Man freut sich einfach, eine ganze Menge lieb gewonnener Bands mal wieder im TV zu sehen. Weil das so ist und weil ich heute keine große Lust zum Schreiben habe, belasse ich es mal bei der Auflistung der gezeigten Clips:

Bauhaus – The Passion Of Lovers (Videovoting-Gewinner aus dem Mai)
Cocteau Twins – Pearly-Dewdrops´ Drops (Videovoting-Zweiter aus dem Mai)
The Cure – Boys Don´t Cry (Videovoting-Dritter aus dem Mai)
Depeche Mode – Everything Counts
Project Pitchfork – Steelrose
The Cult – She Sells Sanctuary
Skinny Puppy – Testure
Ministry – Jesus Built My Hotrod
Dead Can Dance – Frontier
Nick Cave And The Bad Seeds – Stagger Lee
Camouflage – Neighbours
Type´O Negative – Christian Woman
The 69 Eyes – The Chair

Wieder eine sehr schöne Mischung, oder? Fraglich ist nur, warum gleich die ersten Drei Videos des Votings (das ja sowieso nur eine Geldbeschaffmaschine für Onyx ist) noch mal gezeigt werden. Ein Clip wäre ja okay, aber auf die anderen beiden Platzierten sollte man zu Gunsten weiterer „neuer“ Klassiker verzichten. Ansonsten aber wieder ein „Daumen hoch“ für die Musikauswahl. (A.P.)

Schattenreich 22.06.2003

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Tanzwut mit „Nein Nein“ am Anfang, wie immer, langsam nervt es ernsthaft, aber der Monat ist ja fast vorbei.

Diesmal gibt es vorher nicht mal eine Begrüßung durch Medusa, was ich als unhöflich empfinde. Nach dem Clip allerdings sagt sie doch noch „hallo“ und kündigt an, dass es diesmal Clips von Nick Cave und The Cult gibt und in der Hauptsache ein Special über ein angeblich unglaublich spezielles Konzert der Metal-Band Within Temptation, die in fast jeder „Schattenreich“-Sendung auftauchen. „Wie zufällig“ ist die Sängerin auch noch anwesend und unterstützt Medusa bei der Moderation.

Schon lange habe ich nicht mehr erlebt, dass eine mittelmäßige Metal-Band derart gepusht wird.

Immerhin gibt es nach einer debilen Werbeeinblendung für eine Schweine-Rock-Sendung auf Onyx (unpassender geht es wohl kaum noch) den schönen „In The Ghetto“-Clip von Nick Cave. Eine der besten Coverversionen aller Zeiten! Es folgt ebenfalls von Nick Cave And The Bad Seeds (um die nicht unwichtige Band nicht immer zu unterschlagen) „I Had A Dream Joe“ und die wunderschöne Ballade „Are You The One I´ve Been Waiting For“. Ja ja, Mr. Cave ist schon einer der Größten und das schon gute 20 Jahre!!!

Nach dem „Event-Tipp“ taucht dann „zufällig“ die Within Temptation Sängerin auf, erzählt was nettes über den Club, in dem sie auftritt und kündigt das geniale „Where The Wild Roses Grow“ von Nick Cave und Kylie Minogue an. Einer der schönsten Songs aller Zeiten und ein mehr als stimmungsvolles, zum Song passendes Video.

Nach dem Werbeblock gibt es dann Within Temptation´s aktuellen Clip „Ice Queen“. Warum eine Metalband einen derart computeranimierten Clip produziert weiß ich nicht, das passt einfach nicht. Die Melodie des Songs geht in Ordnung, aber die Stimme der Sängerin klingt immer noch ziemlich dünn. Auf jeden Fall scheint es so, als wenn hier mit aller Macht eine Band hochgepusht werden soll. Danach erzählt die Sängerin, dass die Band vor allem aus Spaß an der Musik zusammen spielt. Ja, gibt es denn sonst noch irgendeinen anderen Grund?

Und dann muss ich gestehen, dass die Coverversion von Kate Bush´s „Running Up That Hill“ und der dazugehörige Clip ziemlich gelungen sind. Schade, dass ausgerechnet dieses Video nicht komplett ausgespielt wird. Als nächstes darf man Infos über den „Onyx Single-Flirt-Chat“ oder so verinnerlichen und den nächsten Werbeblock überstehen.

Wenn dann auch das immergleiche Videovoting vorbei ist, darf Fräulein Temtation „Wild Flower“ von The Cult ankündigen. Leider ein Clip aus der Zeit, als sich die Engländer schon von einer Stil prägenden Gothic-Rock-Bands der 80er zu einer zwar guten, aber nicht mehr so richtig interessanten Biker-Rock-Gruppe entwickelt hatten. Etwas besser, aber letztlich auch nicht wirklicht gut der zweite Track „Sweet Soul Sister“. Richtig übel ist dann „Star“. Weiter geht´s mit „The Witch“. Ein The Cult Video-Special hätte ich mir doch anders vorgestellt. In einer Sendung wie „Schattenreich“ wäre doch wenigstens mal „She Sells Sanctuary“ oder „Fire Woman“ passend gewesen. Zum Glück gibt es ja die guten The Cult-Sachen auch auf DVD. Und das war dann auch schon wieder eine durchschnittliche „Schattenreich“-Sendung. Alleine die Videos von Nick Cave And The Bad Seeds und das Kate Bush-Cover von Within Temptation lohnen sich, während man The Cult sich hätte sparen können (A.P.)

Schattenreich 15.06.2003

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Nachdem man zum x-ten Mal Tanzwut´s „Nein Nein“ überstanden hat, gibt es diese Woche mal wieder eine „Schattenreich“-Sendung mit diversen Interviews.

Zunächst gibt es aber ein paar angeblich topaktuelle Clips. Als erstes Within Temptation mit einer Live-Version von „Ice Queen“, wobei ich aber das Gefühl habe, den Clip doch schon mal gesehen zu haben. Sinnigerweise wurde der Clip aus mehreren Auftritten zusammen geschnitten, so dass die Kate Bush-Imitatorin auf der Bühne ständig ein anderes Kleid anhat. Dann folgt der neue Clip „Küss Mich“ von In Extremo, Mittelalter-Rock kombiniert mit Neuer Deutscher Härte...das hat man inzwischen doch schon oft gehört.

Interessanter ist dann das Special über die Band Schandmaul, die offenbar sehr spielfreudig ist und sehr sympathisch rüber kommt. Zudem erzählen sie nicht so viel uninteressanten Müll, wie manch andere Band in den Interviews. Die anschließend gezeigte Liveversion des Titels „Sturmnacht“ gab es jedoch letzte Woche schon mal zu sehen.

Dann kommt das Special über die Band Xandria. Musikalisch nicht meine Welt. Witzig ist, dass die noch recht junge Band offenbar vor der Kamera beim Interview noch ziemlich nervös ist, was dann doch recht sympathisch erscheint. Auch hier gibt es noch mal den gleichen Liveclip, wie letzte Woche.

Ganz wunderbar ist der Clip „Tausend Weisse Lilien“ von Welle: Erdball, die nun auch schon über 10 Jahre konsequent ihr Ding durchziehen und 80er Jahre- Synthie-NDW-Pop produzieren und immer viel Spaß machen. Ihr Videoclip erzählt ganz altmodisch eine Geschichte und überzeugt nicht zuletzt dadurch, dass man hier mit einfachen Mitteln ein Werk mit „Seele“ geschaffen hat. Hier steht mal nicht Stil über Inhalt!

Der nachfolgende Clip von Project Pitchfork ist sicherlich auch nicht schlecht gemacht, aber hier hat man mit einem sicher weitaus höheren Budget lediglich ein atmosphärisches Kunstwerk geschaffen, dem aber der Inhalt fehlt. Musikalisch gibt es aber natürlich nichts auszusetzen und wenigstens hat man nicht wie bei anderen Videos Millisekundenschnitte gemacht, so dass man kaum noch was erkennen kann.

Wenig Inhalt bietet auch „Silence“ von Delerium, die auch seit Ewigkeiten dabei sind. Musikalisch hat man sich allerdings unendlich weit von den früheren Klanggebilden entfernt und könnte heute auf jeder Major-„Dream Dance Vol 1000“-CD erscheinen. Absolut austauschbarer MTVIVA-Pseudo-Techno, braucht kein Mensch mehr...

Nach Werbung und Videovoting-Vorschlägen gibt es das schon mehrfach angekündigte Apocalyptica-Special. Ich hab´s schon mehrfach erwähnt, dass ich die Band nicht besonders interessant finde, auch wenn sie in ihrer Anfangszeit sicher eine innovative Mischung aus Metal und Klassik gemacht haben. Leider haben sie sich nicht wirklich weiter entwickelt, auch, wenn sie inzwischen gelegentlich mit Gastsängerinnen arbeiten. Allerdings muss ich zugeben, dass das Video zu „Far Away Vol. 2“ recht gelungen ist.

Zum Schluss darf noch mal die „Schattenreich“-Lieblingsband HIM eine Liveversion von „Sacrament“ präsentieren.

Wieder einmal eine solide Sendung, in der Moderatorin Medusa mehr als sonst reden darf und ach ja: sie bekommt niedliche Sommersprossen. (A.P.)

Schattenreich 08.06.2003

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Nachdem man wieder einmal Tanzwut´s „Nein Nein“ überstanden hat (keine Sorge, wird die Sendung nur noch die kommenden 3 Wochen eröffnen!) steht heute mal wieder eine “In Concert“-Sendung an, das heißt, es werden Livemitschnitte von mehr oder weniger bekannten Bands gezeigt. Den Anfang machen die gerade aufsteigenden Xandria, die ich bisher nur dem Namen nach kannte. Viel verpasst habe ich wohl nicht, denn zumindest ihre hier gezeigten Songs klingen nach ziemlich kraftlosen Gothic-Metal der tausendmal gehörten Variante. Allerdings muss man der Band zur Verteidigung bescheinigen, dass der Sound bei diesen Liveaufnahmen ausgesprochen lahm rüber kommt. Die Stimme der Sängerin ist wenig mitreißend, besonders bei den hohen Passagen klingt das ziemlich dünn. Dafür ist sie aber sehr hübsch anzuschauen, nur reicht mir das nicht, um mir die CD zuzulegen oder ein Konzert zu besuchen.

Nach dem CD-Tipp der Woche und einem ersten Werbeblock geht es mit Livematerial von Apoptygma Berzerk weiter, deren Karriere ich so nebenbei seit ihrer Anfangszeit verfolgt habe. Es gibt wohl wenige Electro-Bands derzeit, die so kraftvoll auf der Bühne „rocken“ und man freut sich immer wieder, was zu hören und zu sehen, auch, wenn ich kein ausgesprochener Fan der Norweger bin. Lustigerweise trägt der Sänger das gleiche „Polizei“-T-Shirt, das auch der Sänger der mächtigen Kassierer gerne über seinen Bierbauch zieht.

Nach dem Event-Tipp, dem zweiten Werbeblock und dem nervigen Videovoting gibt es dann zum Abschluß noch Schandmaul live. Eigentlich stehe ich ja nicht so auf diese Art Mittelalter-Rock, aber bei Schandmaul kommt durchaus die Spielfreude von der viel zu kleinen Bühne rüber und ich glaube live würde ich da auch viel Spaß haben.

Tja, und dann ist diese Sendung auch schon wieder vorbei. Moderatorin Medusa war wieder einmal nicht besonders viel beschäftigt, dafür hat man recht umfassende Liveeinblicke von einigen Bands zu Sehen bekommen, was deutlich sinnvoller ist, als von jeder Band nur ein Lied zu sehen und zu hören. Durchaus eine ordentliche Sendung. (A.P.)

Schattenreich 01.06.2003

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Endlich ein neuer Gewinner des monatlichen Videovotings, Lacrimosa konnte wohl auch langsam niemand mehr sehen. Nun dürfen wir uns einen Monat lang jede Woche Tanzwut zu Gemüte führen. Guter Videoclip zu mittelmäßigem Mittelalter-Rammstein-Metal-Sound.

Schnell wird der CD-Tipp der Woche rein geschoben, bevor wir zum Hauptthema dieser Sendung kommen: Depeche Mode, beziehungsweise genau genommen Martin Gore´s und Dave Gahan´s aktuelle Soloalben. Das verspricht interessant zu werden und mit dem Videoclip zu „Strangelove“ startet das Special auch gleich voll durch, und auch mit dem folgenden „A Question Of Time kann man nichts falsch machen. „Little 15“ ist eines der schönsten Depeche Mode-Videos und man bekommt es leider viel zu selten zu sehen, insofern ist die Freude groß, es hier mal wieder vorgeführt zu bekommen. Nach dem ersten Werbeblock geht es mit „Personal Jesus“ weiter und dann kommt die Sendung endlich zu den aktuellen Soloarbeiten, glaubt man zumindest. Zunächst darf Martin Gore ein wenig über sein „Counterfeit 2“ Album erzählen, was ganz interessant ist. Leider hat die Redaktion es nicht geschafft, die deutschen Untertitel fehlerfrei einzutippen. Nun würde man gerne eine Hör- und Sehprobe zu diesem neuen Album bekommen, darf sich aber erstmal an Depeche Mode´s „I Feel You“ erfreuen. Sehr sinnvoll, gerade erzählt Martin Gore was über seine Nick Cave Coverversion und man denkt, cool, da wäre ein Versionsvergleich mittels Videoclips doch interessant und stattdessen wird ein alter Depeche Mode Clip eingespielt. Danach der ziemlich abgefahrene Clip zu „Barrel Of A Gun“, der irgendwo zwischen Expressionismus und Psychedelik pendelt.

Nach dem zweiten Werbeblock gibt es dann erstmal das neue Videovoting mit Black Milk, Morthem Vlade Art und Die Letzte Instanz, wobei ich mir ziemlich sicher bin, das letzt genannte mit Abstand das Rennen bei all den kleinen Gruftimädels machen werden. Alle drei Videos gab es übrigens schon in der regulären Sendung vor Wochen zu sehen, es handelt sich also nicht um Neuheiten oder so.

Dann eine Ankündigung, dass Moderatorin Medusa beim Wave-Gotik-Treffen als DJane auflegt und dann darf Dave Gahan einen Satz (!) zu seinen Soloarbeiten sagen, bevor wieder ein Depeche Mode-Clip, „Only When I Lose Myself“, gespielt wird. Den Clip von Dave Gahan, den Medusa danach erwähnt, hat man wohl einfach vergessen. Sehr peinlich! Und dann ist die Sendung auch schon wieder zu Ende. Über Dave Gahan´s Soloarbeit hat man NICHTS erfahren und es wurde nicht einmal sein aktueller Videoclip gespielt. Auch von Martin Gore gab es nur im Rahmen des Interviews einige wenige Liveausschnitte, aber keinen kompletten Mitschnitt oder Videoclip. So bleibt es eine fast reine Depeche Mode-Sendung, was natürlich sehr schön ist, aber der Ankündigung, über die Soloarbeiten etwas zu bringen, komplett widerspricht. Ich bin echt enttäuscht! Damit hat die Schattenreich-Redaktion wieder einmal eine Chance vertan... (A.P.)

Schattenreich 25.05.2003

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Heute mache ich es mal ganz kurz, denn gleich geht´s ab ins Kino, „Matrix: Reloaded“. Die heutige „Schattenreich“-Sendung macht es mir aber auch einfach, mich kurz zu fassen, denn erfreulicherweise gibt es wieder eine „Classic-Clips“-Sendung, an der man nicht viel rummeckern kann.

Nur, warum am Anfang noch mal drei Clips (Cure, Kreator, Nitzer Ebb) gezeigt werden, die auch schon in der letzten Klassiker-Sendung dabei waren, weiß ich nicht. Genug Material müsste es doch eigentlich im Onyx-Archiv geben. Dafür verzichten die Produzenten auf die vierte Vorführung von Lacrimosa, dem Voting-Gewinner des April, obwohl Moderatorin Medusa das Video noch ansagt, aber solche Patzer sind ja auch nichts Neues.

Ansonsten will ich mich auf die Auflistung der Bands beschränken, die in dieser Sendung dabei sind und kein weiteres schlechtes Wort verlieren:

Bauhaus – The Passion Of Lovers
Cocteau Twins – Pearly-Dewdrops´ Drop (Unglaublich!!!!! Cocteau Twins im TV!!!!!)
Wolfsheim – The Sparrows And The Nightingales
Miranda Sex Garden – Peep Show
Nick Cave & The Bad Seeds – Jack The Ripper
The Cure – Boys Don´t Cry
Recoil – Faith Healer
Lacrimosa – Copycat
Paradise Lost – As I Die
The Mission - Evangeline

Wie man sieht, eine gute Mischung, die auch Leuten Spaß macht, die man in den 80er Jahren einfach Waver nannte, auch, wenn zum Ende hin einige weniger interessante Clips geboten werden (Lacrimosa – ich lach mich tot! – und Paradise Lost), zumindest nach meinem Geschmack. (A.P.)

Schattenreich 18.05.2003

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Zu dieser Sendung gibt es eigentlich nicht viel zu kritisieren.

Sie ist ziemlich Dark Wave-orientiert, nicht ohne den üblichen Metal-Mist mit einzubauen.

Im Zentrum der Sendung stehen diesmal einige Interviews, zunächst wird aber wie immer im Mai erstmal Lacrimosa´s aktueller Videoclip gezeigt, gefolgt von den sehr interessanten Morthem Vlade Art, die vor einigen Jahren noch eine reine Gothic-Band waren und jetzt elektronisch arbeiten. Dann gibt es den schönen „Glasgarten“-Clip von Goethes Erben featuring Peter Heppner zu sehen. Wie alles, wo Heppner singt, ist auch dieser Song wirklich sehr gelungen, obwohl ich mit Goethes Erben sonst nicht viel anfangen kann.

Als nächstes ein Interview mit L´ame Immortelle, die ich eigentlich nicht so schlecht finde. Allerdings geben die Beiden wenig wirklich Interessantes von sich, ganz nach dem Motto: „Unser neues Album ist unser bestes und wir wollen neue Hörerschichten damit erreichen und wir haben auch keine Berührungsängste mit anderen Musikstilen als Gothic und überhaupt ist Kommerzialität nicht schlimm“. Aha...

Dann etwas redaktionelle Werbung beim CD-Tipp der Woche und der erste Werbeblock.

Als nächstes darf der ach so schockierende Metal-Musiker Marilyn Manson Uninteressantes von sich geben. Warum wird dieser Mann derart abgefeiert? Er bietet weder musikalisch Neues, noch optisch irgendwas, was Alien Sex Fiend oder Rozz Williams nicht schon vor 20 Jahren gezeigt haben. Er sollte mal eine Platte unter seinem eigenen Namen machen und ohne den ganzen optischen Schnick Schnack...ob das irgendwelche Gruftis kaufen würden?

Als Kontrast zu „Mister Unholy“ (ach, wie niedlich) gibt es dann Synthie Pop (oder besser „Fjutscha-Pop“, wie es heute heißt) von Covenant, die mal wieder einen wirklich hübschen Song und ein gutes Video abgeliefert haben. Trotzdem bevorzuge ich aber weiterhin Wolfsheim und Camouflage, die diese Musik schon vor Jahren gemacht haben, insofern ist das eigentlich „Past-Pop“, oder?

Wieder Werbung und das wichtige Videovoting.

Gefreut hatte ich mich auf das Interview mit London After Midnight, die Allgemeinplätze, die der Sänger von sich gibt, sind fast unerträglich („Ich will bei jedem Album bessere Songs schreiben, als vorher“, „Wir müssen unsere alten Alben jetzt noch mal remastered wieder veröffentlichen, weil wir damals kein Geld hatten und alles selbst gemacht haben“ etc. etc.). Die sollen nach fast 8 Jahren endlich mal ein neues Album veröffentlichen! Aber London Afte Midnight sind ja wegen der ganzen Sisters Of Mercy- und Virgin Prunes-Klone „keine Goth-Band mehr“. Die Logik muss mir mal einer erklären...

Zum Abschluss gibt es noch einen guten Alternative-Rock Song von Black Milk, die sicher auch Fans von Placebo sind.

Und schon endet wieder eine mehr oder weniger interessante Sendung, die inhaltlich Geschmackssache ist und technisch diesmal ohne größere Probleme über die Bühne gegangen ist (außer einem Schreibfehler im Bandnamen von Morthem Vlade Art). Medusa musste diesmal wieder etwas mehr Texte vom Monitor ablesen, als noch in den vergangenen Wochen und ich habe langsam das Gefühl, sie ist eher dazu da, sexy auszusehen, als Inhaltliches locker rüber zu bringen. (A.P.)

Schattenreich 11.05.2003

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Nachdem man zum wiederholten Male Lacrimosa´s Schlager-Gothic überstanden hat, gibt es in dieser Sendung mal wieder einige Konzertausschnitte von verschiedenen Bands, wie uns Moderatorin Medusa, der oben aus der Korsage (oder was immer sie da trägt – „immerhin“ erfahren wir am Ende, von wem die Moderatorin ausgestattet wird, nämlich dem H & M der „schwarzen Szene“) so einiges fast raus fällt, zu Beginn erzählt. Beginnen tut es mit den österreichischen Überfliegern L´ame Immortelle, die zwar auf der Bühne keine große Show bieten, dafür aber eine wirklich gute Sängerin haben (und einen wirklich schlechten Sänger). Showeffekte sind einzig und alleine bei der Lightshow zu bewundern. Aufgenommen wurde das wohl in Darmstadt, ich konnte im Publikum aber niemanden entdecken, den ich kannte, auch wenn ich einige Jahre in der südhessischen Provinz gewohnt habe. Nervenderweise gibt es diverse Ton- und Bildstörungen (Verpixelungen), wobei ich nicht weiß, ob die dem Ausgangsmaterial zuzurechnen sind, oder ob wir die Onyx TV verdanken.

Nach der redaktionellen Werbung für eine anstehende Tournee gibt es einen kurzen Werbeblock und danach geht´s mit Depeche Mode weiter, und zwar mit Ausschnitten aus der schönen „One Night In Paris“ DVD. Da macht man sicherlich nichts falsch. Nach vier Songs und dem zweiten Werbeblock folgt das nervige Videovoting. Diesen Monat hat wohl Tanzwut´s Plattenfirma am besten gezahlt und somit dürfte sicher sein, dass sie gewinnen, nachdem man ja beim Tourtipp schon ordentlich für sie geworben hat. Zudem ist der Videoausschnitt von Tanzwut deutlich länger, als die von Sulpher und Apocalyptica...geschickte Beeinflussung?

Egal, denn zum Schluss der Sendung gibt es noch Livemitschnitte von Wolfsheim aus ihrer „Compendium“ DVD. Sehr schön, auch wenn die Hamburger wohl nie eine wirklich gute Liveband werden, dafür passiert auf der Bühne einfach zu wenig.

Medusa durfte mal wieder nur die nötigsten Sätze sagen, aber zum ersten Mal ist mir aufgefallen, dass sie das „Rrrrr“ mächtig rrrollt. Nun ja...eine schöne Sendung, bei der ja aufgrund der massenkompatiblen Musik nicht viel schief gehen konnte und endlich mal ohne Metal! (A.P.)

Schattenreich 04.05.2003

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Wie immer geht es mit dem Gewinner des Videovotings los, da wir einen neuen Monat haben, gibt es auch einen neuen Gewinner, der wenig überraschend Lacrimosa lautet. Den Clip dürfen wir also wahrscheinlich jetzt die nächsten vier Sendungen über jede Woche betrachten, naja, das Video zu „Durch Nacht und Flut“ ist nicht schlecht gemacht und der Song ist definitiv besser als der von Cradle Of Filth im letzten Monat.

Angekündigt für diese Sendung ist ein Special mit Interview und Unplugged-Session von Camouflage. Das verspricht interessant zu werden, immerhin handelt es sich um eine der wenigen wirklich guten und international konkurrenzfähigen deutschen Electro-Popbands der 80er Jahre, vielleicht neben Alphaville und Boytronic. Heute kann man in der Kategorie nur Wolfsheim nennen.

Klugerweise beginnt man damit, die beiden größten Hits der Band, „The Great Commandment“ und „Love Is A Shield“ zu zeigen, bevor die aktuellen Aktivitäten vorgestellt werden. Das geschieht zunächst mittels des neuen Clips „Me And You“, der deutlich hören lässt, dass die Gruppe zwar reifer und erwachsener geworden ist, aber deswegen bestimmt nicht schlechter. Nur, wie kann der Sänger sich mit der Frisur filmen lassen? Ich sehe ja schon manchmal scheiße aus, aber dafür gibt es definitiv Abzüge in der B-Note. Nach der ersten Werbepause folgt das Video zu „One Fine Day“. Man muss Onyx übrigens mal dafür loben, dass Videoclips grundsätzlich komplett ausgespielt werden. Moderatorin Medusa kündigt dann an, dass die Band nun auch selber zu Wort kommen wird, was sich aber zunächst auf die Nennung der Namen beschränkt und dann erstmal vom Clip zu „Heaven“, der übrigens sehr schön ist, unterbrochen wird, gefolgt von einem weiteren Video und man fängt an, sich zu fragen, wann nun endlich ein Interview kommt. Direkt danach.

Die Aussagen der Band sind sicherlich nicht weltbewegend oder aufregend...Promotion halt fürs aktuelle Album. Aber dafür kommen die drei Musiker recht sympathisch rüber und das ist ja auch wichtig.

Nach dem zweiten Werbeblock folgen die Vorschläge fürs neue Videovoting, diesmal Tanzwut, Sulpher und Apocalyptica. Wetten, dass Tanzwut gewinnen wird?

Zum Abschluss der Sendung spielen Camouflage noch zwei Unplugged-Stücke in einer furchtbar kitschigen Kulisse. Tja, und das war´s dann leider, das Special ist vorbei. So schnell kann das also gehen, wenn einem eine „Schattenreich“-Sendung gefällt. Ich habe das Gefühl, langsam kommt „Schattenreich“ in Form, so kann es ruhig weiter gehen. Selbst Moderatorin Medusa scheint etwas sicherer geworden zu sein, wenn man jetzt noch die technischen Probleme in den Griff bekommt (diesmal Abschneiden einer Moderation), dann können wir uns hoffentlich noch auf einige gute Sendungen freuen. (A.P.)

Schattenreich 27.04.2003

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Wie immer im April geht es mit Cradle Of Filth los...hier sollte man das Konzept des Videovotings noch mal überdenken, falls der Clip wirklich von den Zuschauern gewählt ist und nicht das viermalige Abspielen durch die Plattenfirma gesponsert wird.

Heute ist „Schattenreich“ als „Klassiker“-Sendung konzipiert, das heißt, es werden nur „alte“ Sachen gespielt, was ja wirklich viel versprechend ist.

Bei jedem Clip wird eine Nummer eingeblendet, die man an-smsen kann oder so und die drei meist gewählten Clips werden in der nächsten „Klassiker“-Sendung wieder gespielt. Was soll das denn? Es gibt unzählige Videos aus den vergangenen 25 Jahren, warum sollte man da gleich drei Clips wiederholen? Einen könnte ich ja noch verstehen, aber drei? Oder ist das Archiv bei Onyx so klein?

Der erste „schwarze Klassiker“ ist dann Kreator´s „Endorama“, wohl in Zusammenarbeit mit Lacrimosa entstanden. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass der Song gar nicht soooo schlecht ist, obwohl ich normal mit beiden Bands absolut nichts anfangen kann, aber die Gitarren sind ganz gut und nicht so extrem metallig, wie ich befürchtet habe. Auch das Video an sich ist nicht übel. Dass HIM in der Classic-Sendung auftauchen würden, war mir von vorneherein klar, schließlich ist es die Lieblingsband der „Schattenreich“-Macher und wohl eine der wenigen Gruppen, die auch „normales“ Publikum anziehen. Hier gibt es aber nicht „Join Me“, sondern „Wicked Game“. Ist das nicht eine Coverversion und müsste man dann nicht das Original von Chris Isaak als „Klassiker“ bezeichnen? Auch THE CURE waren ein definitiver Kandidat für diese Sendung (siehe auch die Besprechung der Sendung von Anfang April). Hier kriegen wir das wunderbare Video zu „Lullaby“ zu sehen und hören und damit endlich ein Lied, das ich guten Gewissens als „Klassiker“ durchgehen lasse. Vielleicht bleiben wir ja noch ein bisschen in den 80ern? Nach dem, wie immer als Werbung angelegten, CD-Tipp-der Woche gibt es die Einstürzenden Neubauten mit „Die Interimsliebenden“, sicher nicht einer der besten Songs der Band, aber immerhin...

Weiter geht es mit Skinny Puppy´s „Dig It“, „Moonchild“ von Fields Of The Nephilim und „God Is God“ von Laibach. Bei solchen Bandnamen geht einem das alte Waver-Herz doch auf! Und dann kommt auch schon die Abmoderation von Medusa, natürlich nochmals mit dem Hinweis, noch für die drei Lieblingsclips zu voten. Aber keine Sorge, so schnell ist die Sendung dann natürlich nicht zu Ende, es kommen nämlich noch drei weitere Spitzen-Videos von Nitzer Ebb („Let Your Body Learn“), Depeche Mode („Master And Servant“) und Wolfsheim („The Sparrows And The Nightingales“). Wirklich ein großartiger Abschluss einer vielseitigen Sendung. So könnte es meinetwegen jede Woche weiter gehen, was aber natürlich nicht passieren wird. Aber wenigstens ein „Klassiker“ in jeder Woche wäre doch nett.

Moderatorin Medusa wird von den Produzenten kaum noch eingesetzt. So leid es mir für sie tut, das ist wohl die richtige Entscheidung. Peinlich finde ich aber die technischen Mängel. Mal fehlt die Einblendung des Bandnamens und Songtitels (bei HIM), mal wird die Abmoderation viel zu früh in die Sendung geschnitten und die Voting-Nummern fehlen gleich ganz, trotz mehrmaliger Aufforderung, diese doch bitte zu benutzen. Na ja, wer bei solchen Abzocker-Geschichten mit macht, hat es sowieso nicht besser verdient.

Ach ja, ist da nicht auch eine kaputte Tonspur (ohne Bässe) bei Nitzer Ebb zu vernehmen? (A.P.)

Schattenreich 20.04.2003

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Wie immer im April, fängt die aktuelle Ostersendung von „Schattenreich“ mit dem Gewinner des März-Videovotings an, Cradle Of Filth...mir kommt´s langsam die Speiseröhre hoch...dem entsprechend gibt´s auch wieder die gleichen Vorschläge für nächsten Monat, so dass wir uns dann wohl im Mai viermal Paradise Lost oder Lacrimosa antun müssen (Rya wird wohl keine Chance haben).

Die neueste Sendung ist diesmal diversen Interviews gewidmet.

Vorher gibt es aber noch ein paar Videoclips von Langweiler Marilyn Manson (wird das etwa wieder eine reine Metal-Sendung?) und Die Letzte Instanz. Die bieten zu ihrem Dark-Wave-Sound immerhin ein optisch interessantes Video, das beweist, dass man auch mit sehr einfachen Mitteln eine Menge machen kann.

Dann kommt ein Clip der Band Pinkostar und ich glaube es kaum: richtig guter Alternative-Rock im Stile von Placebo! So was hatte ich bei „Schattenreich“ schon gar nicht mehr erhofft und bin hoch erfreut. Vorher gibt´s noch ein bisschen redaktionelle Werbung für die Within Temptation-Release Partys. Cool, da werden an den jeweiligen Abenden der „Ice King“ und die „Ice Queen“ des Abends gewählt. Was man sich darunter wohl vorstellen darf?

Nach dem ersten Mini-Werbeblock kommt dann ein Video von Sulpher, die Industrial-Rock bieten. Zwar nicht ganz mein Fall, aber bei weitem besser als Marilyn Manson und Konsorten.

Danach dürfen endlich Placebo über ihr aktuelles Album reden und natürlich gibt es die geniale Singleauskopplung „The Bitter End“ zu hören und zu sehen. Leider muss ich gestehen, dass ich diese großartige Band erst vor kurzem für mich entdeckt habe, aber inzwischen zum echten Fan mutiert bin.

Mit dem Streicher-Metal von Apocalyptica bin ich noch nie so richtig warm geworden und kann deswegen ihrem Videoclip nicht viel abgewinnen.

Es folgen die Mittelalter-Rocker Tanzwut, die sich ein bisschen vorstellen dürfen, sowohl im Interview, als auch per Videoclip und diversen Live-Ausschnitten.

Zum Abschluss gibt es dann noch die „Schattenreich“-Lieblingsband HIM mit ihrem aktuellen Videoclip.

Endlich einmal ist eine recht interessante und musikalisch vielseitige Sendung entstanden, auch, wenn es wieder keinen Gothic-Rock, keinen New Wave, keinen Synthie-Pop, und keinen Industrial zu hören und sehen gab.

Moderatorin Medusa wird inzwischen nur noch sporadisch zu Clip- oder Gewinnspiel-Anmoderationen eingesetzt, was wohl auch ganz gut so ist.

Seltsamerweise scheinen bei der Vorproduktion der Sendung einige Flaschen am Mischpult zu sitzen, denn nicht nur einmal darf man ein sekundenlanges Schwarzbild bewundern, bevor der jeweilige Videoclip losgeht. Auch nach einem Clip von Die Letzte Instanz damit anzufangen, dass das gerade der Vorgeschmack auf das neue Marilyn Manson-Album war, ist wohl etwas ungeschickt. Und das am Anfang angekündigte Apocalyptica-Interview gibt es erst gar nicht, wahrscheinlich aus Zeitgründen. Naja, „Perfektion ist Sache der Götter“ hat mal irgendjemand gesagt... (A.P.)

SCHATTENREICH 13.04.2003

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Zweite Schwerpunktsendung von SCHATTENREICH im wöchentlichen Rhythmus, nachdem die Sendung letzte Woche ganz den Finnen HIM gewidmet war.

Diesmal besteht die Sendung beinahe komplett aus Livemitschnitten. Vorher jedoch erstmal wie letzte Woche der Wunschclip des Monats CRADLE OF FILTH. Eröffnet der jetzt einen Monat lang jede Sendung? Sieht so aus.

Dann geht es los mit vier Livetracks von WITHIN TEMPTATION. Ich kann mit der Band nicht viel anfangen, obwohl die Sängerin nicht übel aussieht. Dafür geht mir ihre Stimme spätestens beim zweiten Song auf die Nerven. Unterbrochen wird das Ganze mit dem „CD-Tipp der Woche“, was mal wieder nichts anderes als eine Werbeeinblendung ist. Ich bin absolut sicher, dass das nicht nach Qualität der Veröffentlichung ausgesucht, sondern von den jeweiligen Plattenfirmen bezahlt wird. Mal sehen, ob jemals eine Eigenproduktion oder die Veröffentlichung eines kleinen Labels hier seinen verdienten Platz findet.

Es folgen zwei Konzertausschnitte von APOCALYPTICA. Ihre Idee, Heavy Metal mit Streichinstrumenten zu spielen war ursprünglich mal recht innovativ, ist inzwischen aber nicht mehr wirklich interessant. Ein ganzes Konzert dürfte ziemlich langweilig sein, mir reichen schon zwei Titel.

Danach wird seltsamerweise die Anfangsmoderation der Sendung noch einmal wiederholt, was mit Sicherheit nur ein peinlicher Produktionsfehler ist und nicht so gedacht war. Nach dem zweiten Werbeblock kommt die Vorstellung der Bewerber um den Clip des Monats, natürlich die gleichen Sachen, wie in der Vorwoche. Und weil die HIM-Sendung in der Vorwoche noch nicht genug war, folgen gleich noch mal vier Live-Mitschnitte der Finnen und schon ist die Sendung zu Ende.

Was bleibt ist die gute Idee, mal nur Konzertaufnahmen zu präsentieren. Leider hat man dafür in dieser Dark-Wave-Sendung ausschließlich Bands aus dem Metal-Genre ausgewählt, was ich fatal finde. Kein Wave, kein Electro, kein Gothic-Rock, kein Electro-Pop, kein Industrial. Ich habe nichts gegen Metal-Sendungen im Fernsehen, nur dann sollte man das auch so nennen und keine falschen Erwartungen wecken. Nennt mich meinetwegen einen intoleranten alten Sack, aber hier wird mit falschen Tatsachen geworben. Die Moderationen sind auf ein Minimum zurück geschraubt worden, wahrscheinlich, weil man bei der Produktion gemerkt hat, dass sie immer noch recht steif und unspektakulär rüber kommen.

Meine Hoffnung auf Besserung ist aber immer noch vorhanden, denn für demnächst ist eine Sendung mit Videoklassikern angekündigt. Mal sehen, sicher sind Fields Of The Nephilim dabei, vielleicht irgendwas von Cure, wahrscheinlich was von Paradise Lost und mit Sicherheit HIM´s „Join Me“, da das ja offensichtlich die Lieblingsband der Macher ist und weil ein aktuelles Album draußen ist und weil sie auch Publikum über die schwarze Szene hinaus anziehen, denen man dann in den Werbeblocks „die besten Rocksongs der letzten 30 Jahre“ und „die besten Charthits unserer Zeit“ andrehen kann. (A.P.)

Schattenreich 06.04.2003

(Onyx TV/Sonic Seducer Magazin www.onyx.tv www.schattenreich.tv )

Ab sofort gibt es „Schattenreich“ also wöchentlich und die Sendungen sollen jeweils bestimmte Schwerpunkte haben. Onyx muss wohl mit der Resonanz einigermaßen zufrieden sein...

Heute beginnt es mit einem Videoclip von CRADLE OF FILTH und ich bete, dass solche banale Metal-Musik nicht der Schwerpunkt der Sendung sein wird. Das Video ist gar nicht mal schlecht und einzelne Passagen des Songs haben sogar schöne Gitarren, was aber durch üble Metal-Klischees schnell wieder zerstört wird. Ich kann´s nur immer wiederholen: was hat das mit Gothic/Wave/Dark-Wave zu tun? Dann gibt es den CD-Tipp des Monats, der eigentlich sinnvollerweise mit einem Clip unterstützt werden sollte, was aber nicht passiert. So bleibt das reine Werbung, die ich hier nicht durch die Nennung des Bandnamens unterstützen will.

Schwerpunkt der Sendung ist dann HIS INFERNAL MAJESTY, die sich heute als Reminiszenz an das Massenpublikum leichter merkbar HIM nennen. Klar, da darf der Metal-Pop-Hit „Join Me (In Death)“ nicht fehlen. Wenn das DER typische Gothic-Sound unserer Zeit ist, bin ich froh, dass ich am Wochenende kaum noch weg gehe, denn so was Seichtes kann ich nicht einen ganzen Abend lang ertragen. Ich weiß, es ist böse, aber diese Musik lief früher in einschlägigen Metal-Sendungen wie „Headbanger´s Ball“. Gleich danach der nächste Hit „Poison Girl“, der in die gleiche Kerbe schlägt. Nicht, dass irgendjemand denkt, ich hätte was gegen Popmusik, im Gegenteil, einer schönen Melodie verschließe ich mich grundsätzlich nicht, aber ist „Schattenreich“ nicht als Wave/Gothic/Dark-Wave-Sendung konzipiert gewesen?

Es folgt direkt der dritte HIM-Clip „Gone With The Sin“, der zwar auch nicht viel Neues bringt, aber doch mehr abrockt und bisher der beste Song in der Sendung ist und mit etwas Fantasie als Gothic-Rock durchgeht. Damit die Metal-Heads es auch mögen, darf man im Clip auch headbangende Musiker bewundern, „Typisch“ Gothic eben...

Erster Werbeblock, der sogar ein wenig sendungskompatible Werbung enthält. Genau genommen Werbung für das Sonic Seducer-Magazin, das auch die Sendung präsentiert, Werbung für eine „Future-Pop“-Compilation (die komischerweise auch Sachen wie DAF und Wolfsheim enthält) und Werbung für eine Schweine-Rock-CD-Box.

Dann geht es schon weiter mit HIM und ihrem Clip „Gone With The Sin“, der diesmal aber ein ganz anderer ist, als der gleichnamige Titel davor. Da ich mich bei HIM nicht auskenne, weiß ich jetzt nicht, welcher Titel falsch genannt wurde, ist aber eigentlich auch egal.

Es folgt der erste Teil des Interviews mit HIM-Sänger Ville Valo, der überwiegend allgemeine Statements über die Entstehung des aktuellen Albums von sich gibt. Dabei kommt er aber eigentlich ganz sympathisch und leicht sarkastisch rüber. Irgendwie wie eine jüngere Mischung aus Jim Morrison und Kurt Cobain. Wenn Ville Valo sich umbringen würde, könnte die Band endgültig ganz groß werden...

Es folgen Clips zu „The Funeral Of Hearts“ und „In Joy And Sorrow“. Wenn man sich die Songtitel so der Reihe nach durchliest, fällt erst wirklich auf, dass die Band nahezu alle „schwarzen“ Klischees erfüllt, die der Durchschnittsgrufti so mag. Ich weiß, auch das ist wieder arg böse von mir...

Allerdings bemerke ich mit Schrecken, dass bei mir ein Gewöhnungseffekt eintritt, je mehr HIM-Lieder ich am Stück höre. Werde auch ich noch von diesem Virus befallen? Sollte ich nicht SARS vorziehen?

Im zweiten Teil des Interviews philosophiert Ville Valo gar nicht mal so dumm über das Thema Liebe und dann gibt es wieder Werbung.

Auch das Video-Voting, bei dem sich die Zuschauer aus drei Clips den aussuchen können, den sie in der nächsten Sendung komplett sehen wollen ist wieder dabei. Diesmal gibt´s RYA, PARADISE LOST und LACRIMOSA zur Auswahl.

In einem dritten Interview-Part erzählt Herr Valo noch einige mehr oder weniger interessante Dinge. Man erfährt beispielsweise, dass er es vermeidet, ein „normales“ Leben zu führen, in dem er zu Hause badet und Gitarre spielt...naja. Auf jeden Fall scheint der Mann humorvoller zu sein, als ein Großteil seiner Fans, das ist gut...

Ein Leckerbissen für alle Fans dürfte noch die Lagerfeuer-Version des Songs „The Sacrament“ sein, die der Finne präsentiert. Nach der Erwähnung des Gewinnspiels spielt Ville weiter Gitarre, und zwar „The Funeral Of Hearts“, das hier beinahe wie ein The Mission Song klingt. Ob diese Akustikgitarren-Balladen-Romatik im Kerzenschein noch etwas mit der „schwarzen Szene“ zu tun hat, ist sicher Geschmackssache. Zum Abschluss gibt es dann noch den Videoclip zu „Heartache Every Moment“ und schon ist eine weitere „Schattenreich“-Sendung vorbei.

Das Konzept, der jeweilig aktuellen Sendung einen Schwerpunkt zu geben ist lobenswert, auch, wenn ich persönlich mit HIM nichts anfangen kann. Dennoch ist die Ausführung, Videoclips, Interviews und Liveausschnitte konzentriert zu präsentieren, gut gelöst worden und vielleicht wird das auch mal mit einer Band gemacht, die ich alter Meckerer mag. Die Moderationsparts von Nana Tamschick hat man merklich zurück geschraubt. Es wird immer fraglicher, ob sie die richtige Moderatorin für eine Musiksendung im Fernsehen ist. Schade, dass ihre Texte auch in der vierten Sendung immer noch dermaßen abgelesen klingen, dass einfach keinerlei lockere Atmosphäre aufkommt. Da sind die meisten MTVIVA Teenie-Moderatoren lebendiger! Auch, wenn sie nett anzusehen und sympathisch ist, Spontaneität kommt bei „Medusa“ einfach nicht rüber. Trotzdem, die Sendung wird ihren Weg machen. (A.P.)

Schattenreich 02.03.2003

(Onyx TV/Sonic Seducer Magazin www.onyx.tv www.sonic-seducer.de )

Dritte „Schattenreich“-Sednung und ich hatte mich wieder einmal darauf eingestellt, die Sendung als „Metal-Magazin mit einigen Dark-Wave-Anleihen“ zu bezeichnen und als Flop endgültig abzuschreiben. Daraus wird nix, denn langsam scheint die Sendung ihre Form zu finden. Die März-Ausgabe ist die bisher definitiv beste. Praktisch alles hat sich verbessert, besonders die nervigen SMS-Geld-Abzock-Spielchen wurden etwas geglättet und zurück gefahren. Auch die Musikauswahl wird besser, auch wenn mir persönlich mit Clips von Apokalyptica, HIM und Type-O-Negative, sowie einem Tourtip zu Cradle Of Filth immer noch zu viel Metal dabei ist. Dafür gibt es Clips und Interviews von/mit Wolfsheim (sehr sympathisch und eine der wenigen wirklich guten deutschen Popbands) und Project Pitchfork. Außerdem erstmals(!) zwei richtige Gothic-Rock Clips, nämlich Fields Of The Nephilim und London After Midnight. Weiterhin ein kurzes Special über Praga Khan und einen großartigen Clip von Placebo. Die Interviews werden nicht mehr von der Moderatorin Nana Tamschick als Frage- und Antwort-Spiel geführt, sondern die Aussagen der Musiker werden recht gelungen hintereinander geschnitten. Ob es daran liegt, dass Nana immer noch etwas steif und unsicher rüberkommt, weiß ich nicht.

In der 45-minütigen Sendung gibt es nur einen Werbeblock, der allerdings außer Onyx-Eigenwerbung als Präsentator der Project Pitchfork-Tournee keinerlei szenerelevante Werbung bietet. Dennoch scheinen die Einschaltquoten und die Unterstützung durch die Plattenfirmen so überzeugend zu sein, dass man sich entschlossen hat, „Schattenreich“ ab April wöchentlich mit einer aktuellen Sendung an den Start zu schicken. Wenn die Entwicklung so wie bisher weiter geht, darf man vielleicht doch noch was Ordentliches erwarten. (A.P.)

Schattenreich 02.02.2003

(Onyx TV/Sonic Seducer Magazin www.onyx.tv www.sonic-seducer.de )

Nachdem mir die erste Ausgabe von „Schattenreich“ ja schon als Beweis erschien, dass es nur schief gehen kann, wenn die schwarze Szene mit einem kommerziellen Medium kollaboriert, will ich der Sendung mit der Februar-Ausgabe eine zweite Chance geben. Diesmal wurde die Sendung in einer Kölner Kapelle produziert. Gleich zu Beginn kündigt Moderatorin Nana Tamschick Berichte vom Sonic Seducer-Birthquake-Festival und der Nightwish-Tour an, bevor der erste Videoclip von Praga Khan gezeigt wird, der netten Electro-Dark Wave mit passenden, wenn auch etwas klischeehaften Bildern präsentiert. Dann der Bericht vom Birthquake, der mit einem Interview mit dem Macher des Festivals beginnt und danach ein Interview mit Liveausschnitten von Oomph! folgen lässt. Die Band kommt dabei recht sympathisch rüber und inhaltlich gibt es Infos zum kommenden Album. Letztendlich ein solides Bandinterview. Dann gibt es ein paar Impressionen vom Festival und kurze Statements von Besuchern und einen kleinen Ausschnitt aus der Apoptygma Berzerk-Show, sowie ein diesmal deutsch untertiteltes Interview mit Stefan Groth von der Band. Schade, dass die Untertitel offensichtlich als notwendig erachtet werden, während das in der ersten Sendung noch nicht so war. Auch bei einem Nightwish-Gig war das „Schattenreich“-Team zugegen und hat die Band interviewt. Vorher wird allerdings noch der aktuelle Videoclip der Gothic-Metaller gezeigt, der weder musikalisch noch optisch besonders aufregend ist, aber das ist halt einfach nicht meine Musik und hat mit Gothic/Dark Wave immer noch wenig zu tun. In einer Metal-Sendung wäre die Band besser aufgehoben. Nach 18 Minuten gibt es dann schließlich den ersten Werbeblock. Der ist kurz und macht schnell wieder Platz für den Nightwish-Livebericht, der in den Ausschnitten zeigt, dass die Band gerne Queen wäre. Die Band selbst nennt ihre Musik Heavy Metal und die Interview-Aussagen haben in etwa die aufregende Aussage, dass die Musik sehr persönlich ist und die Menschen verbinden soll. Überflüssig.

Interessanter hätte dann das Interview mit Felix Flaucher von 18 Summers werden können, das in einem Beichtstuhl geführt wurde. Leider wird zum Millionsten Male die Geschichte um Silke Bischoff aufgekocht, worauf Flaucher selber offensichtlich keinen Bock hatte und das Thema recht kurz abkanzelt. Gut so! Musikalisch gibt es dann eine schöne Akustikballade von 18 Summers zu genießen. In der Fortsetzung des Interviews gibt es zwar auch weiterhin nur Standardfragen, dafür aber ausführliche Antworten von dem nett rüber kommenden Musiker. Dann darf man sich am neuen Videoclip von Lacrimosa erfreuen, der überraschend wavig klingt, aber einen furchtbar poppigen Refrain hat. Klingt fast wie die leider völlig untergegangene Band Linientreu, die vor zwei Jahren mal mit Witt getourt ist. Das Video von Lacrimosa ist in schöner schwarz-weiß-Ästhetik wirklich gelungen. Auch im dritten Teil des Felix-Flaucher-Interviews gibt es den Kontrast zwischen wenig interessanten Fragen, die durch ausführliche Antworten gerettet werden. Als Nicht-Mobiltelefon-Besitzer habe ich leider keine Chance, bei dem Gewinnspiel teilzunehmen, da man dafür eine SMS schicken muss, um einen schicken Kalender zu gewinnen.

Zweiter Werbeblock.

Und schon wieder darf man die Mobilfunkbetreiber und Onyx reicher machen und per SMS voten, welcher von drei Videoclips der beliebteste ist. Der neue Wolfsheim-Clip, der dann zu sehen ist darf als wirklich großartig bezeichnet werden, weil er mal so ganz anders ist, als die Masse von täglich abgenudelten Popvideos. Es folgt ein neues Project Pitchfork-Video, dem man schon ansieht, dass da einiges an Geld drinsteckt. Leider ist der Song eher lahm, aber man kann nicht alles haben. Auch zu Project Pitchfork gibt es eine SMS-Verlosung. Dritter Voting-Vorschlag ist der Videoclip von Mesh. Hübsch, aber dreimal Popmusik hintereinander in einer Dark Wave/Gothic-Sendung? Alle drei Clips laufen sicher auch im normalen Programm der Musiksender und hätten lieber zugunsten seltener gespielter Videos hinten an gestellt werden sollen, auch wenn sie alle recht gelungen sind. Nach einer ultrakurzen Verabschiedung gibt es dann noch mal richtige Wavemusik von Veljanov, was mich zum Ende hin wieder versöhnlicher stimmt.

Was kann man also über diese zweite Ausgabe von „Schattenreich“ sagen? Auf jeden Fall ist es eine deutliche Steigerung gegenüber der sehr einseitigen ersten Sendung vor einem Monat. Es wurden deutlich mehr Videos gezeigt, die Auswahl war ausgewogener und die Heavy Metal-Schiene war deutlich weniger präsent. Mit nur zwei kurzen Werbeblöcken wurde man auch nicht über Maße gefoltert, auch wenn weiterhin kaum szenerelevante Werbung vorkommt. Schade ist, dass weiterhin keine Spur von Gothic-Rock zu sehen und hören ist und dass ausschließlich nur „große“ Szenebands gezeigt werden (vielleicht mal abgesehen von Praga Khan). Ein paar Newcomer oder kleinere Bands würden dem Ganzen gut tun. Die Moderatorin Nana Tamschick ist auch hier wieder sympathisch, allerdings nach wie vor etwas nervös und die Moderationen klingen noch zu abgelesen. Dennoch, vielleicht wird aus „Schattenreich“ doch noch eine interessante Sendung. Auf jeden Fall bekommt sie bei mir eine weitere Chance. (A.P.)

SCHATTENREICH 05.01.2003

(Onyx TV/Sonic Seducer Magazin www.onyx.tv www.sonic-seducer.de )

Recht überraschend und kurzfristig hat das deutsche Musik-Magazin SONIC SEDUCER gemeinsam mit dem nicht so ganz bekannten Musiksender ONYX die erste rein schwarze Musiksendung im deutschen Fernsehen aus der Taufe gehoben und „Schattenreich“ genannt. Am 5. Januar 2003 wurde von 18.00 bis 19.00 Uhr die erste Sendung ausgestrahlt und ich war recht gespannt. Ich gehöre ja zu den Leuten, die solche einer Sendung im kommerziellen Fernsehen skeptisch gegenüber stehen und die erste Sendung hat meine Zweifel fast vollständig bestätigt. Auch, wenn ich jetzt vielleicht als Miesmacher dastehe: „Schattenreich“ ist keine Sendung für Leute, die sich über den schwarzen Musik-Underground informieren wollen, sondern für Leute, die ihre Lieblings-Kommerz-Gruft-Bands gebündelt bewundern wollen.

Los geht´s mit Marilyn Manson und Paradise Lost, also zweimal Metal und nur am Rande schwarz, abgesehen von den Klamotten. Zudem gibt es von Paradise Lost eine 80er Jahre Coverversion zu hören, etwas, was innerhalb der „Szene“ gerne bei Gruppen, die in den Charts sind, kritisiert wird. Moderatorin Nana Tamschick wirkt mit ihren abgelesenen Moderationen etwa so spontan, wie ein Auftritt von Bro´Sis, wobei man ihr aber da sicher noch eine gewisse Unsicherheit des Neuen zugute halten kann. Ich denke, da darf man auf Besserung hoffen. Bereits nach den ersten beiden Clips, zu denen es keine weiteren Infos gibt, als die Angabe von Bandname und Songtitel (naja, bei Paradise Lost gibt es noch die Info, wann das Livevideo aufgenommen wurde) kommt die erste Werbepause für so interessante Sachen wie einen „Summer Of Love“-Hippie-CD-Sampler und eine Gospel-CD-Sammlung. Gut, schwarze Werbung durfte man bei einer Debütsendung wohl noch nicht erwarten, oder gerade bei so einer Sendung doch?

Nach der Werbung kommt ein hübsch gemachter Clip der Synthie-Pop-Band De/Vision. Die neue CD dieser Band ist dann auch gleich (Achtung: Product-Placement, aber sicher nicht von der Plattenfirma bezahlt...deswegen werden wir in Zukunft als CD der Woche bestimmt auch viele völlig unbekannte Bands mit Eigenproduktionen geboten bekommen) „CD der Woche“.

Als nächstes ein guter Clip von 18 Summers, die sich ja (Achtung: Kritik am „bösen“ Musikbusiness) nicht mehr Silke Bischoff nennen dürfen, wollen, können. Nicht, dass das Business damit wahrscheinlich weniger zu tun hatte, als bandinterne Streitereien...und weil man ja die einzige „schwarze“ Musiksendung in Deutschland ist, ist es angebracht, zum zweiten oder dritten Mal zu erwähnen, dass die anderen Sender „unsere“ Musik ja fast nie spielen. Und wieder Werbung... schön, das Las Ketchup, Oli P. No Angels oder der TV-Sender Premiere offensichtlich die Gruftis als interessante Zielgruppe für Werbung ansehen. Auch Schweine-Rock-CD-Sammlungen mit Deep P "rple, Europe, Van Halen etc. werden bestimmt jetzt höhere Absatzzahlen haben. Kontaktsuch-Telefonnummern dürften seit es im Zillo die rosa Seiten gibt ebenfalls auf fruchtbaren Boden treffen. Nach der Werbepause begrüßt Nana die Zuschauer dann auch mit einem warmen „Schön, dass Ihr während der Werbung drangeblieben seid“. Endlich dann die Studio-Stargäste, nämlich der Sänger von Paradise Lost und die Sängerin von Within Temptation. Und dann etwas unglaubliches: das Interview wird nicht simultan oder durch Untertitel übersetzt! Man traut den Zuschauern wirklich zu, ein paar englische Sätze ohne fremde Hilfe zu verstehen. Das meine ich jetzt wirklich positiv und nicht sarkastisch! Nach vier Fragen an den Sänger (während die Within Temptation Sängerin hübsch aussehend aber still daneben sitzen darf) gibt es einen weiteren Clip von Paradise Lost zu sehen. Dann ein nettes Interview mit der Within Temptation Dame (nebenbei eine weitere Band, die eher mit der Metal- als der Dark-Wave-Szene zu tun hat). Sie ist zumindest hübsch, sympathisch und offensichtlich nicht doof, während der Paradise Lost Sänger daneben fast einschläft. Natürlich gibt es dann einen Videoclip von der Band, der zwar etwas kitschig, aber doch ganz schön ist. Aber auch hier (jaja, ich bin intolerant): das würde eher in eine Metal-Sendung passen. Danach wieder Werbung (hat man im „Schattenreich“ Logo diesmal das SONIC SEDUCER Logo vergessen?), zum dritten (A.P.)



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