ACHTLOS - Nicht viel


Erstveröffentlichung: CD 2003 / STF Records / M-System

1993 haben sich drei Herren im Ruhrgebiet zusammengetan, um sich musikalisch zu betätigen und man begann in einem Bunker in Marl zu proben und hatte das Konzertdebut auf dem Sommerfest der Lucy-Romberg-Altenpflegeschule in Marl. Es folgten einige weitere Gigs, ein erstes Demotape und Umbesetzungen innerhalb der Band und die Jahre vergingen, die Zeiten waren gut und man hatte Spass. 1999 war dann gekommen und man hat inzwischen durch vieles Spielen das Geld zusammengehabt, um die erste CD aufzunehmen. Herausgekommen ist die 6-Track-CD „Drunk As A Fish“, so auch der Bandname, den man dann aber im Jahre 2000 zugunsten von ACHTLOS verwarf. Im Jahr 2001 dann gab es einen weiteren Sängerwechsel und Anfang 2002 dann die zweite CD. Der Titel „Nicht viel“ ist jedenfalls durchaus irreführend, „Genau richtig“ wäre passender gewesen. ACHTLOS präsentiert hier ihre Rockmusik, die weitab und jenseits vom Schweinerock ist, sondern modern klingt, ohne aber alte Rockwurzeln und Idole zu vernachlässigen. Die Texte sind gut und durchdacht, handeln von aktuellen Belangen und schweben zwischen „Anspruchsvoll“ und „Trinkerisch“. ACHTLOS haben in all den Jahren ihren eigenen Sound gefunden und dürften live das Publikum wegfegen. Bislang ist man der Halbprofessionalität treu geblieben, denn Musik soll Spass machen und ein Verkaufen an die Industrie wäre offenbar Verrat an den eigenen Idealen. Die Mannen sind inzwischen wohl auch in einem Alter, in welchem Mann Job und Familie hat und zugunsten eines unsicheren Musikerlebens möchte man dieses verständlicherweise nicht aufgeben. Das es kein Plattenangebot gibt, kann ich mir nicht vorstellen, gerade bei dieser wirklich guten CD, aber im Grunde ist das die richtige Einstellung: Musik, um Musik zu machen, nicht Musik, um reich zu werden. (H.H.)

Webadresse der Band: http://www.m-system.de/

SHADOW PROJECT - The Original


Erstveröffentlichung: Mini-CD 2005 / Alice In... / Nova Media

Nachdem Rozz Williams 1989 bei Christian Death ausgestiegen war und Valor Kand das Feld überlassen hatte, gab es jede Menge Gerüchte über Rozz´ Drogensucht, Alkoholsucht, Wahnsinn oder sogar seinen Tod. Wie aus dem Nichts tauchte der charismatische Musiker und Künstler Ende der 80er Jahre mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Eva O., die gerade die Super Heroines aufgelöst hatte, als SHADOW PROJECT wieder auf und legte mit dem Debutalbum einen Klassiker des Death-Rock vor. Neben 45 Grave war SHADOW PROJECT wahrscheinlich die „echteste“ Death-Rock-Band überhaupt, wohl noch mehr, als die frühen Christian Death, ja, SHADOW PROJECT war die perfekte Kombination aus Christian Death und Super Heroines, mit der Kraft des Punk und dem Weltschmerz der Post-Punk-Zeit. Natürlich lebt jeder Song erstmal von Rozz´ Gesang, auf der musikalischen Seite war aber sicher Eva O. die führende Hand, was leider immer vergessen wird.
„The Original“ enthält nun die allerersten Aufnahmen der Band von 1988, noch in der Besetzung mit den ehemaligen Christian Death-Mitstreitern David Glass und Johann Schumann, die beim ersten Album schon nicht mehr dabei waren. Fünf der sechs Tracks sind später auch auf dem Debut erschienen, klingen hier jedoch noch rauer und ursprünglicher, vielleicht sogar weniger düster. Natürlich sind es nicht völlig andere Songs und der Gelegenheits-SHADOW PROJECT-Hörer (gibt es so was?) kann mit der CD, die zusätzlich noch ein kurzes Radiointerview enthält, sicher nicht viel anfangen, aber Rozz Williams-Verehrer werden mit feuchten Fingern zugreifen, zumal die CD auf 1000 Exemplare limitiert ist. Neben den bekannten Tracks „Working On Beyond“ (auch schon von Christian Death gespielt, wenn ich mich nicht irre), „Lying Deep“, „Holy Hell“, Death Plays His Role“ und „Penny In The Bucket“ findet man auch den auf den beiden regulären Alben nicht vertretenen Song „When The Heart Breaks“, der als Liveversion von der „In Tuned Out“-CD bekannt ist.
Man wird als jahrzehntelanger Fan ganz melancholisch, wenn man die Aufnahmen hört...auch, weil keine heutige Band so lupenreinen Death-Rock hinbekommt. Kaufen! (A.P.)

CELL DIVISION - Dirge For The Doomed


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2005 / Thunderdome / Arachnophobia

Die Schweizer CELL DIVISION haben nach ihren beiden bisherigen Alben wirklich einen Stein im Brett bei mir, weil sie wirklich schönen Old-School-Gitarren-Gothic-Wave spielen, der Ohrwurmpotential hat und leider in der heutigen Musikszene selten zu hören ist. Mit Thommy Hein konnte ein erfahrener Produzent für das Album „Tsunami“ gewonnen werden und so haben sich CELL DIVISION inzwischen einen guten Namen in der „schwarzen Szene“ machen können.
Nun also die neue Single „Dirge For The Doomed“, auf der sich drei Versionen des Tracks befinden, sowie der dazugehörigen Videoclip und ein Remix eines bereits gut ein Jahr alten Stückes.
Der „Radio Edit“ hält das, was der Name verspricht. Etwas geglättet und eben radiotauglich wurde das Lied hier abgemischt, was für eine Single ja auch absolut legitim ist. Der „Zeraphine Mix“ wurde für die Clubs remixt und unterscheidet sich kaum von anderen Stampfrhythmus-Future-Pop-EBM-Sachen. Mit Gothic-Rock hat das alles nichts mehr zu tun und lässt mich ziemlich unbeeindruckt zurück. Am besten gefällt mir die „Album Version“, die am deutlichsten vorführt, was für ein schöner Wave-Song „Dirge For The Doomed“ ist. Aber wenn diese Version sowieso auf dem Album ist, warum auch noch auf der Maxi? Stattdessen hätte man wenigstens einen weiteren, neuen Song auf die CD packen können, um den Fans eine Freude zu machen. Schließlich gibt es noch den „Covah Remix“ des „Tsunami“-Tracks „Alien Fantasy“. Ich muss ehrlich sagen, dass mich auch dieser irgendwie überladene Remix kaum mitreißt.
Der Videoclip zu „Dirge For The Doomed“ ist technisch gut gemacht und kann mit dem Schaupsieler John Keogh sogar einen prominenten Namen vorweisen. Dennoch wirkt der Clip irgendwie steril und lässt mich leider ein wenig kalt.
Nicht, dass mich jemand missversteht: „Dirge For The Doomed“ ist ein richtig guter Song und auch absolut als Singleauskopplung geeignet, aber für mich bleiben „Cell Division“ doch eher eine „Album“-Band und vor allem eine Live-Band. Clubmixe und Remixe bekannter Songs interessieren mich einfach nicht so sehr und Radio höre ich sowieso nicht, also bietet mir persönlich die Maxi relativ wenig. Da warte ich doch lieber auf das nächste Album, das garantiert wieder ganz großartig wird. (A.P.)

NEW ORDER - Krafty


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2005 / London Records / London Records

Warum „Krafty“, die erste Single aus dem großartigen NEW ORDER-Album „Waiting For The Siren´s Call“, nicht ein Megahit wurde, ist kaum rational zu erklären. Der Song dürfte einer der eingängigsten und ohrwurmträchtigsten seit langer Zeit sein und hätte es verdient gehabt, die Charts von hinten aufzurollen. Das ist nicht geschehen und so haben NEW ORDER „nur“ einen weiteren unsterblichen Ohrwurm geschaffen, den es natürlich wie immer in verschiedenen Mixen auf dieser Maxi CD zu hören gibt.
Der „The Glimmers 12“ Extended Mix“ ist zurückhaltend und eingängig abgemischt und verzichtet auf die rockigen Gitarren, bietet dafür aber hübsche kleine Electro-Spielereien. Ein Mix für den späteren Abend und zum „immer hören“. Irgendwie wirkt das wie eine typische 80er Jahre-Maxisingle-B-Seite, da die Version deutlich länger als das Original ist und ganz anders klingt, der Geist aber nicht „geschändet“ wird. Der „Phones Reality Remix“ ist sehr technoid und wirkt irgendwie „zerstückelt“. Abgesehen von der Gesangsmelodie erinnert kaum noch etwas an den ursprünglichen Song. Dass hier vollständig auf die Gitarren verzichtet wird, ist fast logisch. Mit rund sieben Minute Länge ist die Version definitiv auch zu lang, außer man liebt es, auf ausgeflippten Techno-Events die Nächte zu durchtanzen. Der folgende „Andy Green Remix“ ist der kürzeste und damit wahrscheinlich auch der radiotauglichste Mix, der aber ziemlich glatt erscheint. Am besten gefällt mir der „Re-Edit Of Album Version“, schön überarbeitet und neben der normalen Singleversion der Mix, der alten NEW ORDER-Fans am besten gefallen dürfte. Aber natürlich ist der Höhepunkt dieser Maxi-CD der Videoclip von „Krafty“, der, wie seit einiger Zeit gewohnt, die Band nicht zeigt, und sehr gelungen ist. Der Gelegenheitshörer und „Normal“-Fan dürfte mit dem Album ausreichend versorgt sein, NEW ORDER-Freaks erfreuen sich aber natürlich an so einer Maxi mit teilweise sehr unterschiedlichen Mixen. (A.P.)

MAN DOKI SOULMATES ALLSTARS - Legends Of Rock


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Paroli Records/Sony / Sony

Im Jahr 2004 hat ein gewisser Thomas Gottschalk zwei Fernsehsendungen unter dem Titel „50 Jahre Rock“ präsentiert und da vor allem seine Lieblingsmusik aus den 60er und 70er Jahren wieder aufleben lassen. Extra dafür hat Leslie Mandoki (früher auch bei Dschingis Khan aktiv, seitdem aber ein weltweit anerkannter Produzent und Musiker geworden, eine Allstar-Band aus Musikern der damaligen Zeit zusammen gestellt, die ihre alten Hits noch einmal aufwärmen durften. Nun ist es keine Frage, dass die Leute aus Bands wie Jethro Tull, Toto, Manfred Mann´s Earth Band, Cream, Deep Purple, Animals, Procul Harum und anderen fast lebende Legenden sind und eine Unzahl von unsterblichen Welthits hinterlassen haben, aber es ist halt die Musik unserer Eltern, teilweise sogar unserer Großeltern und wer will das heute außer ihnen noch hören? Und sind die Musiker, die heute ja teilweise auch noch aktiv sind, nicht frustriert, dass sie fast ausschließlich an ihren 30-40 Jahre alten Songs gemessen werden? Würden sie nicht viel lieber ihre neuen Songs dem Publikum vorstellen? Und warum wird ein Rocksong wie „Smoke On The Water“ durch Querflöte und Orgel weichgespült? Etwa, weil der Sänger einfach kein Rocker mehr ist, oder damit Ian Anderson nicht einfach doof auf der Bühne rum steht oder weil die angestrebte Hörerschaft halt mit härteren Klängen nichts mehr anfangen kann und es lieber seicht haben möchte, immerhin laufen zu Hause ja längst Schlager und kein Hard Rock mehr im CD-Player, oder? So können sich „Legenden des Rock“ auch leicht selbst demontieren, statt in Würde zu altern. Und weil das Publikum mit den Musikern zusammen gealtert ist, flippt es nicht mehr aus, sondern applaudiert brav und zurückhaltend in den bequemen Sitzen im TV-Studio...oder ist der Applaus einfach zu den Studioaufnahmen hinzugemischt worden?
Zweifellos ist es eine Leistung der Musiker, dass sie in ihren jungen Jahren Songs geschaffen haben, die auch heute noch JEDER kennt, auch die jetzt Jugendlichen. Aber all diese Musiker haben komplett verpasst, dass es seit Mitte der 70er Punk und seit Ende der 80er Techno gibt. Sie machen immer noch Musik für die Nachkriegsgeneration. Sollen sie gerne machen, aber mich beeindrucken sie damit nicht mehr. (A.P.)

THE CURE - Pornography (Deluxe Edition)


Erstveröffentlichung: Doppel-CD 2005 / Fiction Records / Polydor

Mit der „Pornography“-Deluxe-Edition ist das erste CURE-Kapitel wiederveröffentlichungstechnisch abgeschlossen. Vier der wichtigsten Alben der Band sind somit in remasterter Form mit jeweils einer Bonus-CD voller unveröffentlichtem Material erhältlich und dürften alle Fans fast restlos begeistert haben.
„Pornography“ ist definitiv das Album, das die meisten der älteren Fans als bestes und intensivstes von THE CURE ansehen und auch Robert Smith selbst ist dieser Meinung, wie man anhand der „Trilogy“-Konzerte vor knapp drei Jahren und der dazugehörigen Doppel-DVD-Box eindrucksvoll sehen konnte.
Das Album selbst ist an anderer Stelle ausführlich besprochen. Allerdings finde ich, dass das remastern hier zwar die pure Soundqualität natürlich perfektioniert hat, dabei iat aber auch ein wenig der Düsternis abhanden gekommen, ebenso wie einige Ecken und Kanten. Vom Bauchgefühl her fehlt der CD ein wenig Druck und Verzweiflung. Viel wichtiger ist hier aber wie gehabt die Bonus-CD, die voller unbekannter Titel, Demos und Liveversionen steckt und die Deluxe-Edition zu einem unverzichtbaren Pflichtkauf für jeden CURE-Fan macht.
Los geht´s mit den drei komplett unveröffentlichten Songs „Break“, „Demise“ und „Temptation“, die als Demos im November und Dezember 1981 aufgenommen wurden und noch sehr rohe Instrumentals sind, den Weg von „Faith“ zu „Pornography“ aber perfekt aufzeigen. Der prägnante Bass erinnert noch stark an „Faith“, während das monotone Schlagzeug und die schneidende Gitarre schon klar den Sound von „Pornography“ vorwegnehmen und THE CUREs wohl einzigen Ausflug in die Nähe des Gothic-Rock darstellen. „Temptation“ erinnert zudem auch stark an das „Seventeen Seconds“-Album, sollte aber später zu einem ganz anderen Song werden. Eine Weiterentwicklung findet sich am Ende der CD mit „Temptation Two“. Es folgen weitere Demos von den bekannten Songs „The Figurehead“, „The Hanging Garden“ und „One Hundred Years“, wobei sich vor allem „One Hundred Years“ textlich und musikalisch noch stark von der bekannten Version unterscheidet und einer der Höhepunkte auf dieser CD ist, während die anderen beiden schon nahe an den Albumversionen sind. Eine ganz besondere Rarität ist die 13minütige Soundcollage „Airlock“, die während der „Pornography“-Tour als Konzertintro vom Band lief. Als Song kann man das schon nicht mehr bezeichnen, sondern eher als (wahrscheinlich Drogen beeinflusste?) Improvisation. Mit einem normalen CURE-Song hat das natürlich nicht viel zu tun, aber für Fans ist das ein wirklich schöner Bonus, auch, wenn es noch viel anstrengender anzuhören ist, als beispielsweise der Filmsoundtrack „Carnage Visors“ von 1981. Wie intensiv die damaligen Auftritte der Band gewesen sein müssen, vor allem vor dem Hintergrund, dass es bandintern schon nicht mehr richtig klappte, zeigen die nachfolgenden Livetracks. „Cold“, „A Strange Day“, „Pornography“ und „All Mine“ stammen von Mai 1982 aus dem Londoner Hammersmith Odeon und sind von diversen Bootlegs her bekannt. Schließlich gibt es „A Short Term Effect“ und „Siamese Twins“ aus Brüssel zu hören (Juni 1982), dem letzten Auftritt, bei dem Simon Gallup noch dabei war, bevor er bis Ende 1984 die Band verließ und Robert Smith und Lol Tolhurst zur Selbsttherapie mit dem Pop von „Love Cats“, „The Walk“ und Let´s Go To Bed“ weitermachten. Vor allem „Siamese Twins“ klingt nach Verfall und Abschied, wahrscheinlich konnte es zu dem Zeitpunkt wirklich nicht mehr so mit THE CURE weiter gehen, die Grenzen des machbaren Verfalls waren erreicht. Auch die Brüssel-Liveaufnahmen sind den extremen Sammlern natürlich von Bootlegs bekannt. Während Simon Gallup die Band dann verlassen hat, haben Smith und Tolhurst fast direkt im Anschluss weiter gemacht. Tolhurst wechselte vom Schlagzeug ans Keyboard und bereits im Juli 1982 entstand mit „Temptation Two“ im Studio ein Demo, das später kaum wieder erkennbar zu „Let´s Go To Bed“ werden sollte. Damit endet dann auch diese CD, die wohl die spannendste und düsterste Phase von THE CURE zeigt. Vielleicht hätte man noch das wunderschöne „Ariel“ aus einer später im Jahr aufgenommenen Radiosession mit auf die Bonus-CD nehmen können, aber so bleibt die Hoffnung, dass der Song auf einer vielleicht kommenden Deluxe-Edition von „Japanese Whispers“ sein könnte und wer weiß, vielleicht gibt es aus der Zeit ja auch noch ein paar unveröffentlichte Songs oder interessante Demos, denn mit „The Upstairs Room“, „Just One Kiss“ und „Lament“ waren ja einige sehr gute Songs auf dem Album. Die Flexi-Disc-Version von „Lament“, um das Jahr 1982 zu vervollständigen, gibt es ja zum Glück auf der „Join The Dots“-Box zu hören.
Bleibt zu hoffen, dass die Deluxe-Editions zumindest bis „Disintegration“ weiter gehen. Zu „The Top“ gibt es ja einige gute Demos und aus der „Kiss Me Kiss Me Kiss Me“-Zeit soll es ja, laut älterer Interviews, noch jede Menge unveröffentlichte Songs geben.
Und was Neues darf natürlich auch gerne mal kommen, zumal THE CURE ja nun wieder ein Trio sind, wie ich heute gerade erfahren durfte. Roger O´Donnell und Perry Bamonte sind aus der Band ausgestiegen und so bestehen THE CURE jetzt aus Robert Smith, Simon Gallup und Jason Cooper...und wie „Faith“ und „Pornography“ deutlich zeigen, hat die Gruppe als Trio die intensivste und fesselndste Musik gemacht. (A.P.)

FRANK GOOSEN - Liegen lernen


Erstveröffentlichung: Buch 2002 / Heyne / ISBN 9783453869776

Die 80er Jahre. Helmut reift heran und mitten in der Pubertät hat er das erste Mal Sex, nämlich mit Britta – seine große Liebe. Als diese für ein Jahr ins Ausland geht, wendet sie sich von ihm ab und hat einen anderen Freund, so dass die beiden sich aus den Augen verlieren. Helmut hat immer weitere Freundin, ohne sich groß dafür anzustrengen, doch immer wenn sich eine Beziehung in eine ernsthafte und dauerhafte Richtung bewegt, lässt Helmut das Mädchen sitzen, betrügt sie oder schlimmeres…



Frank Goosen hat mit „LIEGEN LERNEN“ seinen ersten Roman präsentiert und schreibt über die große erste Liebe, die einen niemals loslässt und an der man alle kommenden Lieben misst. Dabei webt er, wie es momentan irgendwie ganz angesagt ist, 80er-Elemente ein, die den Leser an die eigene Jugend erinnern lassen. Das macht er aber ganz dezent, so dass dies nicht übertrieben wirkt – Pop-Literatur nennt man so was wohl. „LIEGEN LERNEN“ ist ein Selbstfindungsroman und beschreibt, wie Helmut vom Jugendlichen zum Erwachsenen wird, ohne dabei seine Jugend zu verleugnen. Schön lakonisch, hin und wieder mit etwas provokantem Humor und auch manchmal mit einer Portion Selbstironie liest sich der Roman angenehm und schnell durch. Scheint das Buch anfangs in keine Richtung zu gehen, schließt sich am Ende der Kreis und bietet eine runde Geschichte. Kein Meisterwerk, nette Unterhaltung mit heiterem Blick auf die 80er und die Mauer-Eröffnung, wenn man das mal so sagen darf. (H.H.)

HIER IM SHOP ERHAELTLICH

AAVIKKO - Back From The Futer


Erstveröffentlichung: CD 2005 / 9:PM Records / Broken Silence / TWINCD 74/ 9pm 032

Finnlands schrägste Gruppe gibt sich wieder ein Stelldichein und zwar auf ihrer, man muss es so klar sagen, auf ihrem bisher allerbesten Tonträger. Die zwei Yamaha-Orgenspieler mit ihren elektronischen Rhythmen werden von einem echten Drummer unterstützt und das Ganze ergibt einen so guten Endsiebziger-Synthiesound, der analoger kaum klingen könnte und in manchen Momenten an Nova erinnert oder sogar an frühe Jean-Michel Jarre-Sounds. Alles allerdings etwas kräftiger durch den Real-Drummer und eine ganze Spur verrückter und vertrackter. So quickig und wirr, dass es kaum verwundert, dass AAVIKKO mit einem Song zu einer finnischen TV-Serie drei Monate lang die Hitparade der GSM-Klingelton-Hitparade anführte. Ehrlich, AAVIKKO ist herrlich Retro, übrigens durchgehend instrumental, allerdings manchmal auch versehen mit analog-erstellten begleitenden Roboterstimmen, wie sie Kraftwerk nicht hätte besser machen können. Ehrlich, diese CD hat von vorne bis hinten total Spaß gemacht. (H.H.)

Webadresse der Band: www.aavikko.net

ICH + ICH - Ich + Ich


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Polydor / Universal

Wie aus dem Nichts ist Annette Humpe (Ideal, Humpe/Humpe) wieder auf der musikalischen Bühne aufgetaucht. Unter dem Namen ICH + ICH hat sie mit dem jungen Sänger Adel Tawil zusammen eine CD veröffentlicht, die durch die sehr erfolgreiche Singleauskopplung „Du Erinnerst Mich An Liebe“ ebenfalls eine breite Hörerschaft gefunden hat. Allerdings ist nicht das ganze Album im Stil der Single gehalten und so werden manche Käufer erstmal ganz schön erschrocken sein, weil nicht nur banaler Weichspülpop im Stile von Xavier Naidoo auf der Platte ist.
Bestes Beispiel und einer der besten Songs des Albums ist gleich der Eröffnungstitel „Ich + Ich“, der dunkle, minimalistische Elektronik bietet und gespannt auf mehr macht. Mit „Felsen Im Meer“ gibt es gleich anschließend einen sehr schönen Popsong mit wunderbarem Refrain, der sich durchaus als Auskopplung eignet. Hier passt die Aufteilung Tawil-Gesang in den Strophen - Humpe-Gesang im Refrain perfekt und so gibt es einen richtigen Ohrwurm, der tatsächlich ein wenig an junge Bands wie Klee erinnert. Zufall sicher, aber doch bezeichnend dafür, das die „alte Frau“ Annette Humpe immer noch voll auf der Höhe der Zeit ist. Bei „Dienen“ ist es mit dem Gesang genau umgekehrt, musikalisch ändert sich aber nicht viel. Angenehmer, melodiöser Pop, der allerdings schon etwas seichter daher kommt. Dem Ganzen haftet eine durchaus melancholische, aber nicht düstere Atmosphäre an. Nach diesem starken Beginn gibt es erstmal die, meiner Meinung nach, sehr schwache Soul-Pop-Single „Du Erinnerst Mich An Liebe“, die bei den Radiosendern hoch und runter läuft, weil es hier keinerlei Ecken und Kanten gibt und der Hörer einfach bedudelt wird. Fahrstuhlmusik in Reinform und mir einfach zu banal. Ich ziehe die Vorgänger-Single „Geht´s Dir Schon Besser“ als extrem eingängigen Popsong mit leichtem 80er Jahre-Flair auf jeden Fall vor. Besser ist dann schon wieder „Fenster“, wo ein paar Gitarren Akzente setzen können. Auch hier sind die Gesangsparts von Annette Humpe der stärkere Teil des Songs, wie es eigentlich auf dem ganzen Album ist. So geht es auf dem Album weiter, einige sehr gute Momente und gute Songs, einige „ganz in Ordnung“-Sachen und ein paar Ausfälle, die einfach zu sehr nach Muzak klingen. Ein echter Hit (was die musikalische Qualität angeht, nicht die kommerziellen Chancen) ist auch noch „Ich Sehe Was“.
Die Texte sind...nun ja, irgendwo zwischen „okay“ und „völlig banal“, zumindest aber alles andere als tiefsinnig, wenn man nicht gerade ein pubertierender Teenie ist.
Ich muss sagen, nach „Du Erinnerst Mich An Liebe“ habe ich von dem Album überhaupt nichts erwartet und bin nun recht positiv überrascht, da doch drei, vier richtig gute Songs darauf sind und nur zwei oder drei Totalausfälle.
Schön, dass Frau Humpe es immer noch hinbekommt, so vielseitige und dabei immer zeitgemäß klingende Popmusik zu machen. Mir hätte aber eigentlich ein Soloalbum von ihr gereicht. Nichts gegen Adel Tawil, aber ich mag seine Art des Gesangs einfach nicht, was aber reine Geschmackssache ist. Bestes Beispiel ist der eigentlich musikalisch sehr gute Song „Wie Konnte Das Passieren“.
Und bevor jemand fragt: nein, mit der Band und Musik von Annette Humpes Schwester Inga ist ICH + ICH überhaupt nicht vergleichbar, warum auch? (A.P.)

BLOODY DEAD AND SEXY - Narcotic Room


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Alice In... / Nova Media / AIW 137

Lange hat es gedauert, bis endlich das zweite Album von BLOODY DEAD AND SEXY erschienen ist, da steigen die Erwartungen natürlich. BLOODY DEAD AND SEXY werden zu Recht immer als eine der ganz wenigen „echten“ Death-Rock-Bands aus Deutschland beschrieben und dass dieser Musikstil in Deutschland inzwischen wieder eine nicht zu übersehende Anhängerschar hat, dürfte auch an dieser Gruppe liegen. Und? Werden die Erwartungen mit „Narcotic Room“ erfüllt?
Zur Entwarnung kann man hier ein klares „Ja“ in den Raum werfen...BLOODY DEAD AND SEXY spielen weiterhin fast lupenreinen Death-Rock, der seine Wurzeln bei den frühen Christian Death und ihren Zeitgenossen hat. Kreischende Gitarren treibende Bass-Schlagzeug-Abteilung und leidender Gesang. Allerdings habe ich das Gefühl, alles ist etwas straighter geworden und klingt etwas weniger dreckig, was möglicherweise daran liegt, dass die Band sich einfach technisch weiter entwickelt hat und die Studiomöglichkeiten vielleicht auch besser waren. Mit wachsender Erfahrung wird man einfach sicherer. Zudem klingen neben dem klassischen Death-Rock jetzt auch ein paar Batcave-Elemente durch. Der Sound ist eine gute Mischung aus den beiden Kommunity FK-Alben, was ja, rein musikalisch, eine echte Referenz ist. Klingt teilweise so, wie die Mitt-90er Band Awake At The Wall aus Hamburg, die es aber leider nur auf einige Proberaumaufnahmen und ein Demotape geschafft hat. Einige der Songs werden sicher bald die Tanzflächen von Partys wie der „Pagan Love Songs“ in Bochum beschallen, aber eigentlich sollte man keinen einzelnen oder wenige Titel hervorheben, denn das Album ist durchgehend gut und bringt ein wenig Frische in die Szene, in der doch meist nur die „alten“ Helden verehrt werden. Das ist mehr als erfreulich. Pflichtkauf für Death-Rock-Freaks. (A.P.)

Webadresse der Band: www.bloodydeadandsexy.de

MIKE DAVIDS - Alive Again


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2005 / MCK Records / M-System / MCK-05288

Oha, es ist manchmal echt nicht nachvollziehbar, mit was man so als Schreiberling bemustert wird. Hat irgendjemand, der regelmäßig die Back Again-Seiten liest, jemals von MIKE DAVIDS gehört? Ich fürchte nein...und das wird sich mit dieser Maxi-CD auch kaum ändern. Laut Waschzettel hat der Mann schon so einige Erfolge weltweit gehabt. Das mag sein, aber das macht die vorliegende CD nicht interessanter. MIKE DAVIDS bringt uns verschiedene Arten von Schlager zu Gehör, gerne auch mal mit minimalen Swing-Einflüssen, in „Alive Again“ ein wenig mit Country-Anklängen, bei „Love Is“ ziemlich weichspülerartig mit Saxofonsolo, während „If I Told You One More Time“ als „große“ Ballade daher kommt und „You Were There“ fast ein bisschen nach 80er Jahre-Pop klingt.
Man muss MIKE DAVIDS durchaus bescheinigen, dass er eine ganz angenehme Stimme hat, er tatsächlich auch richtig singen kann und die Melodien gefällig sind. Aber das ändert nichts daran, dass das hier nichts anderes als süßliche, englischsprachige Schlagersülze ist.
Leute, die so was mögen, können bedenkenlos zugreifen, aber hier im Back Again...ich weiß nicht. Wie ist die Promo-Agentur bloß auf die Idee gekommen, mir das zu schicken? Der schönste Satz im Info: „Mike D. – eine starke Stimme mit softem Sound. Auf der Bühne fasziniert er sein weibliches Publikum – souverän, mit kleinen Gesten und ganz viel Charme.“ Herrlich. Ist MIKE DAVIDS (sicher ein Künstlername, denn der Mann stammt aus Grevenbroich) vielleicht der neue (frühe) Rick Astley in seicht? Das Info bringt es auf den Punkt: „The Voice of Emotion!“ (A.P.)

Webadresse der Band: www.mike-davids.com

SCREAMS FOR TINA - Strobelight Funeral


Erstveröffentlichung: Mini-LP / Dark Illusion Records

This was the record, I was searching round about 10 years, since I first heard ""Simple Addictions"" on the ""American Gothic"" Compilation! I cannot explain, why it was so hard to find a copy, but also mastermind Warren Mansfield was not able to find a copy for me and so I had to wait until mid 1999 to get my very own copy of one of the best ever Death-Rock records! (By the way: thanx to Sofia D./L.A. for helping me to find it finally, you are in my heart forever!)

This release is absolutely perfect and can only be compared to records like the Voo-Doo Church EP and the first Christian Death LP, okay, let´s also mention the Mephisto Walz Mini LP. The b/w cover artwork, the lyrics, the guitars, everything else...I was jumping through my flat like a complete idiot, when getting my very own copy in my hands. Don´t think, I am an idiot, but don´t you have a ""legendary"" record, that influenced your life very much? It was the long way of ten years to find ""Strobelight Funeral"", that escorted me in my life in the Gothic-Rock scene. Be aware, this review is very, very subjective! But in any case, the music is very good and now let an SCREAMS FOR TINA addict listen to his dope... (A.P.)

SCREAM SILENCE - Forgotten Days


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2001 / Moonstorm Records

Zur Band SCREAM SILENCE muss man ja nicht mehr viel sagen. Die Maxi beinhaltet drei Stücke, nämlich einmal die „Single-Version“ von „Forgotten Days“ und eine sehr ruhige und balladenhafte „Strings Version“. Ersteres Stück kennt man ja bereits von dem Longplayer „The 2nd“. Zu guter Letzt gibt es noch das elektronisch gehaltene „Twilight“. „Forgotten Days“ ist ein wunderschönes Stück mit einer wunderbaren und herzergreifenden Melodie, definitiv einer der Anwärter für das Lied 2001. Weich wie Samt und genauso kuschelig. (H.H.)

SCREAM SILENCE - To Die For...


Erstveröffentlichung: CD / Moonstorm Records

This is a relatively new German band, playing classical England influenced Gothic-Rock. The whole thing sounds very much like the Deadful Shadows from Berlin and, as the info-sheet says, SCREAM SILENCE are friends with Dreadful Shadows. What a surprise! ""To Die For..."" is a nice Gothic-Rock album., but I miss the real ""kick"". Most of the songs sound very similar and there are too many keyboard sounds included, so it often sounds too soft and poppy. I guess, SCREAM SILENCE are live very good and powerful, but these studio recordings are nothing more than average. I fear, that the next recordings will sound more goth-metallic, which would be the ""normal"" development for today´s Gothic-Rock-bands. Try out if you like or choose a Dreadful Shadows CD first.

THE SCREECHING MIEW - The Awakening Of Animals


Erstveröffentlichung: MC 1994 / Eigenproduktion

THE SCREECHING MIEW waren mir bis zu dem legendären Zwei-Tage-Festival in Groß Räschen (zumindenst für Jan und mich legendär) absolut unbekannt. Hier ist nun also das erste Tape dieser Hannoveraner Band, das alle Fans der guten alten Invisible Limits-Zeiten (also bis einschließlich zur ersten LP ""Demand For Supply"") begeistern dürfte. Die Ähnlichkeit ist verblüffend und mit Xenia hat diese Band eine fantastische Sängerin gefunden, die es mit Marion Küchenmeister locker aufnehmen kann. Gleich der Opener ""Birds From The Shore"" ist ein echter Hit, der einem nicht mehr aus dem Ohr geht, gefolgt vom etwas ruhigeren Titeltrack. Was soll man viel schreiben, THE SCREECHING MIEW bieten allerbesten Synthiepop mit tollem Gesang und konnten auch live überzeugen. Diese Band ist ein echter Geheimtip und eine große Hoffnung. (A.P.)

SCUMBUCKET - Finistra


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Nois-O-Lution / TIS

Es gibt ein neues Album von SCUMBUCKET aus Koblenz. Der Bassist ist verschwunden, doch es gibt inzwischen wieder Ersatz. Das erste Album war schon sehr gut und auch das zweite weiß zu überzeugen, auch wenn es sich stilistisch ein wenig verändert hat. SCUMBUCKET sind aber weiterhin sehr melodiös, manchmal erscheinen beim Hören vor dem inneren Auge tatsächlich die Beatles oder auch Assoziationen zu der alten Hippyband America werden wach. Über allem schwebt ein breiter Grunge-Alternative-Gitarrenteppich, tolle Arrangements und eine gesunde Portion Melancholie und Wut. Ein wirklich fantastisches Album und da es schwer ist, über diese Musik zu schreiben, kann ich wirklich nur empfehlen, sie sich einmal anzuhören und sich davon überzeugen zu lassen. (H.H.)

SCYCS - Next November


Erstveröffentlichung: Maxi-CD

Als fleißiger „Unter Uns""-Gucker kennt man die Band ja schon lange, durch einen Auftritt in Herrn Sandmann´s Club wurde dessen Sohn Gregor auf die Band aufmerksam und fing an, diese zu managen und erreichte eine Menge für sie, brachte sie ins Radio und ins Fernsehen und sich selbst ins Bett einer bekannten Fernsehmoderatorin. Leider hat ihn das nicht nur die Freundschaft mit der Band gekostet, sondern auch seine große Liebe Ute, die nicht so richtig begeistert war von seinem Seitensprung, den er angeblich nur für die Band gemacht hat. Na ja, nachdem sie SCYCS dann von ihrem Manager Gregor getrennt hat und Ute endlich ihren Führerschein geschafft hat, haben es die sympathischen Jungens sogar in die Charts geschafft und ich glaube sogar, bis auf Platz 14. Zu recht, finde ich. „Next November"" ist eine recht originelle Pop-Rock-Hymne mit toller Melodie, eigenwilligem Gesang und allem, was man sich wünscht. Auf der Maxi ist neben einem Bonustrack (so ein Schwachsinn) noch ein „Next November""-Remix und der aus der Fernsehserie bekannte Song „Searching"", für den Ute die Inspiration geliefert hat. Ach, die gute Ute. In Wirklichkeit, also im echten Leben ist sie mit dem Bäckermeister Weigel zusammen. (H.H.)

PLAYFELLOW - Penumbra


Erstveröffentlichung: CD 2008 / Sweet Home Records / Poor Dog

Schon öfters ist es mir so ergangen, dass mich das Cover einer CD nicht ansprach und ich die Besprechung deshalb ewig vor mir her schob. Ein schwerer Fehler in diesem speziellen Falle. PALYFELLOW kommt aus der Nähe von Chemnitz und hat sich 2003 gegründet. Bei einem Bandwettbewerb gewann man das Geld für einen Studiobesuch, doch die Aufnahmen schlummerten sanft bis zum heutigen Tage. Nun hat das kleine Label Sweet Home Records aber die Songs als CD veröffentlicht und in Umlauf gebracht. Gleich der Opener ""Wolves"" zeigt hervorragend den Stil der Band, eine Mischung aus Echo & The Bunnymen, The Cure, Radiohead und Coldplay, gepaart mit ganz leichten Rockriffs. Letztere sind eigentlich (neben dem Cover, das den Stil der Musik nicht widerspiegelt) auch das einzige, was es zu bemängeln gibt am Album. Insgesamt ist es aber eher getragen, der Sänger erinnert ebenfalls etwas an Echo & The Bunnymen und Coldplay, in den oberen Stimmregionen etwas an Robert Smith, und insgesamt ist sie ein wenig schräg aber eigenständig. Das Songwriting würde ich auch als eigenständig bezeichnen, klassische Pop-Schemata werden nicht viel verwandt. Ein wirklich tolles Album und ich hoffe, dass da noch mehr nachkommt. (H.H.)

Webadresse der Band: www.sweethomerecords.com

SECRET ARCHIVES OF THE VATICAN - Reformation


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

Vielleicht hat jemand, der dieses hier liest, einmal den alten Cassettensampler von BETON TAPES mit Namen ""Ist Sex vor der Ehe verboten?"" gehört? Bestimmt nicht. Dieses Projekt von VINCE MILLETT und LOUIS COUNTER ist im großen und ganzen wohl am ehesten in der Drum´n´Bass-Ecke einzuordnen. Gemixt wird dies alles mit trancigen Technoelementen, meditativen Soundstrukturen, arabischen, asiatischen Einflüßen und noch vielem mehr. Im Ganzen muß man dieser CD ein ""Entspannend"" bescheinigen, denn der Genuß wird nicht durch Ungereimtheiten gestört. Leider gibt es für die Band noch keinen Vertrieb, denn die CD scheint in Eigenproduktion hergestellt worden zu sein. (H.H.)

SECRETS OF THE MOON - Carved In Stigmata Wounds


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Lupus Lounge

Ob Lupus Lounge nun ein Sublabel von Prophecy Productions ist, oder das Label nur von dort aus promotet wird, war im Info nicht heraus zu lesen, ist aber letztlich auch egal. Da ich kein ausgesprochener Metal-Fachmann bin, muss ich hier hin und wieder aus dem Info zitieren. Danach spielen SECRETS OF THE MOON, ein etwas sperriger Bandname, wie ich finde, Occult-Blackmetal und ich nehme das mal als Tatsache hin, obwohl ich immer dachte, Blackmetal wäre weitaus trashiger und hätte immer diese Sänger mit Grunzstimmen. Ob SECRETS OF THE MOON deshalb also eine eher typische oder untypische Blackmetal-Band sind, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall muss man aber sagen, dass sie ihre Instrumente beherrschen und verschiedenste Einflüsse verarbeiten. Die meisten Stücke sind sehr lang, in der Regel über 7 Minuten und geben den einzelnen Songs etwas Episches. Auch musikalisch klingt hier und da der Bombast-Rock der 70er Jahre durch. Leider sind bei der Promo-CD keine Texte dabei und auch der Waschzettel verrät nicht, ob es sich um ein Konzeptalbum handelt. Auf jeden Fall stehen SECERETS OF THE MOON den frühen Helden wie Black Sabbath deutlich näher, als heutigen Grunzern wie Cradle Of Filth und Konsorten, was die CD sicher etwas aus der Masse hervorhebt. Definitiv nicht meine Welt, aber Fans des Stils sollten ein Ohr riskieren, denn wie gesagt, rein technisch sind die Deutschen gut und hier und da hört man sogar Melodien heraus. Auch das Cover ist erfreulich klischeelos und man kann den Bandnamen lesen, da er in ganz normaler Schrift gesetzt wurde. Alleine dafür gebührt der Band und dem Label schon Lob. Alles unter Vorbehalt natürlich, denn was die Songs textlich hergeben, weiß ich noch nicht. Leider gibt es da im Metal-Bereich auch sehr bedenkenswerte Vertreter. (A.P.)

SEDATIVA - Forgotten Fun


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Andromeda

Die Dresdner Band SEDATIVA habt sich im Jahre 1997 zusammengefunden und bringt nun nach einer 5-Track-CD und einer Single-CD nun ihr erstes Album auf den Markt. Musikalisch sind SEDATIVA vielleicht nicht gerade eine Überraschung, haben aber in ihrer Mischung aus alternativem Bretterrock und technoiden Synthies ihre wirklich eigene Mischung gefunden, die sie deutlich von anderen Bands unterscheidet. Die elektronischen Instrumente sind manchmal sogar recht dominant, trotzdem würde ich SEDATIVA in erster Linie als Rockband bezeichnen, was Songaufbau und natürlich ganz besonders die Stimme des Sängers angeht. Man selbst nennt diesen Stil „Acid-Pop-Core“, was nicht sehr aussagekräftig ist, doch lassen wir das Schubladendenken doch mal zur Seite. SEDATIVA bringen, wie schon gesagt, eine recht bunte Mischung aus verschiedenen Stilen und wirken trotzdem nicht wie ein zusammengesetztes Puzzle, sondern wie eine Einheit, ein zusammenhängender Brocken Musik. Ich denke, daß man in der Szene von SEDATIVA noch einiges hören wird und ein breites Publikum finden wird. (H.H.)

SEDLMEIR - Hard Rock Roboter * Germany


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Haute Areal

SEDLMEIR ist ein Mann, der für sich alleine Musik für alle macht. SEDLMEIER spielt mit seiner Gitarre zu seinem alten Drumcomputer und der Bass, ja, der wurde wahrscheinlich per Mehrspur dazu exerziert. Was ist SEDLMEIR sonst? Ich würde einfach mal behaupten, er ist ein Rockmusiker, der die Schranken des Genres nicht kennen will. Viele Bands mixen dann aber ihren Grundstil mit einer anderen Musikrichtung und hoffen dabei, dass etwas innovatives herauskommt. Das macht SEDLMEIER nicht, er spielt einfach so, wie ihm die Nase gewachsen ist. Und dabei gibt er alles. Und das ist meist ziemlich dreckig, was da rüberkommt, so dass man sich hin und wieder an skandinavische Garagen-Rock´n Roll-Kapellen erinnert fühlt. Im gleichen Stil sind die Texte. Mal deutsch, mal englisch, so wie es gerade Spaß macht, mit Lyrics, die anarchistisch, oder besser noch rotzig sind. Und live soll der Kerl ja klasse sein. (H.H.)

Webadresse der Band: www.sedlmeir-rock.de

SEE YA! - Be


Erstveröffentlichung: CD / Nois-O-Lution

Eher in die etwas experimentellere Rockecke mit schrägen Gitarren, abgedrehten Songstrukturen und einer ziemlich krachigen Atmosphäre kommen uns SEE YA! daher. Es gibt zwar Melodien zu hören, doch die sind, wie eigentlich die ganze Musik, verdammt eigenwillig. Eines der wichtigsten Merkmale von SEE YA! dürften eigentlich die Attribute Krach und Schräg sein. Desweiteren vielleicht rauh und laut, verspielt und treibend. Das Cover der CD ist recht aufwendig, bzw. anders gestaltet, als man es von ""normalen"" CDs her kennt. Es handelt sich nämlich um ein handgedrucktes Pappcover und im Inneren findet man ein kleines Booklet mit allerlei Zeichnungen von internationalen Mail-Art-Künstlern. (H.H.)

OLAF SEIDER - Der Araber


Erstveröffentlichung: MC 1994 / Eigenproduktion

Eine wirklich interessante Cassette hat mir OLAF SEIDER geschickt. „Der Araber“ bezieht sich thematisch auf H.P.Lovecraft's Erfindung Necronomicon, einem fiktiven Buch, das von dem fiktiven Araber Abdul Alhazred verfaßt wurde. Diese Cassette ist eine Mischung aus Hör­spiel und Musik, thematisch fortlaufend und für Lovecraft-Fans alleine schon des Inhaltes wegen interessant. Natürlich ist nicht jeder Song gut, manchmal sogar etwas infantil, aber insgesamt doch in sich geschlossen. Hörspiele allgemein und eine so komplexe Thematik adäquat unizusetzen, ist wirklich nicht leicht und so sollte man auf gelegentliche Schwächen nicht allzu genau schauen. Überhaupt der Mut, sich an die Sache zu wagen verdient Respekt und insgesamt gelungen ist die Umsetzung. (A.P.)

SELBER - Selberattack


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Selber Product

Die Schweizer Band ist ein Trio und hat sich 1996 selber gegründet. Nach einigem Hin und Her entwickelte man selber einen ganz eigenen Sound und stellte diese CD hier zusammen. SELBER ist das merkwürdigste, was ich seit langem gehört habe. Man selbst beschreibt die Musik als eine „Mischung aus Störgeräuschen, betäubten Sounds, verschrobenen Gitarren-Akkorden und Sprechgesang“, was den Kern schon hervorragend trifft. Obwohl dies jetzt mehr als chaotisch klingt, gibt es in den Songs versteckte Strukturen, die sich erst beim mehrmaligen Hören erschliessen. Ich würde die Band noch vergleichen mit Inox Kapell, ich denke, das dürfte den meisten zwar kein Begriff sein, doch wer die Tapeszene Anfang der 90er-Jahre ein bißchen verfolgt hat, hat vielleicht auch von diesem extravaganten Künstler etwas mitbekommen. Desweiteren höre ich in der Musik von SELBER auch ein kleines bißchen Foyer Des Arts heraus. In jedem Fall beschreitet die Band Wege, die in keinem Fall bereits ausgetreten sind und hinter dieser Musik, oder eigentlich eher hinter dem Aspekt des Selbermachens steckt Überzeugung, was man den Songs auch anhört. Die interessante CD ist übrigens nur über das Internet zu ordern und die absolut gelungene Webseite unter www.selber.ch solltet Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen. Zum Abschluß noch ein gelungener Schlußsatz der Band: „Wie sind Selber, wir hoffen, Ihr seid es auch“. (H.H.)

Webadresse der Band: www.selber.ch/

SELBSTVERSTüMMELT - Machtspiele / Kopfkiller


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

Die beiden CDs sind zwar nicht mehr gerade die allerneuesten, aber sie verdienen es trotzdem, hier im Back Again erwähnt zu werden. Die Band SELBSTVERSTÜMMELT gibt es seit 1988 und macht eine Art einfachen, ungeschliffenen Punkrock-Hardcore mit Metalsoli. 1992 erschien die erste CD ""Machtspiele"", die noch selbst produziert und zuerst auch noch selbst vertrieben wurde. Bald darauf übernahm dann EMP den Vertrieb. Zwei Jahre später kam dann die zweite CD namens ""Kopfkiller"" raus. Stilistisch hat sich eigentlich nicht allzuviel geändert, so daß die beiden CDs eine Einheit bilden. Textlich behandeln die vier Selbstverstümmler alle wichtigen Dinge wie Chips, Sex & Alkohol, Wodka, Parties, Schizos und Asoziale sowie auch ernstere Dinge wie braunen Dreck, Stalingrad und andere sozialkritiksche Dinge. Wer an der Band interessiert ist, kann unter obiger Adresse an die zwei Alben rankommen und auch für Konzerte sind SELBSTVERSTÜMMELT jederzeit zu haben. Also... (H.H.)

SELTZER - Seltzer


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Superrock Rec. / Indigo

Die Band SELTZER kommt aus dem schönen Schweden und hat sich im Jahre 1999 zusammengefunden. Vorher haben die einzelnen Bandmitglieder aber schon genügend entsprechende Erfahrungen sammeln können. Vor ungefähr drei Monaten ist dann noch Kriss zur Band dazugekommen. Er hat vorher bei NO FUN AT ALL gespielt, ist aber auf diesem Tonträger noch nicht zu hören, doch auf den anstehenden Touren wird er mit dabei sein. Und hier ist das Debut-Album von SELTZER. Normalerweise soll man ja nicht aus dem Info zitieren, aber das ist so schön geschrieben, daß es hier doch einmal getan werden soll: „Der musikalische Kosmos SELTZERs bietet Facetten ohne Ende: die rockende Intensität von 59 Times The Pain („yeah yeah“) trifft auf die Emotionalität von Samiam („breaking down“, stets gewürzt mit der Dichte von Fireside und der Frische von A New Found Glory“. Vielleicht kann jemand was damit anfangen, ich muß gestehen, die angesprochenen Bands habe ich bislang noch nicht gehört und im Grunde ist es mir auch völlig egal, was die Band von wem hat, hauptsache die CD fetzt, oder wie das in Fachkreisen genannt wird: Sie rockt. Oder punkt. Oder wie auch immer. Jedenfalls geht sie nach vorne ab und weiß zu gefallen. (H.H.)

Webadresse der Band: www.seltzer.de

SEPULCRUM MENTIS - Sepulcrum Mentis


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1994 / Eigenproduktion

Endlich liegt hier nun auch der erste Silberling von SEPULCRUM MENTIS vor, die ja im Back Again schon kurz vorgestellt wurden. Diese Band bietet Gothicrock vom allerfeinsten, in dem aber auch Einflüsse aus anderen Musikstilen ihren Platz haben, so z.B. aus dem Metallager. 5 Titel werden hier erstmalig einer breiteren Masse vorgestellt, durch­weg gut in einer fantastischen Soundqualität, von der sich so manche Profiband eine Scheibe abschneiden kann. Vor allem „Mercy Seat“ und „Intolerance“ haben Hitcharakter, aber auch der Rest enttäuscht nicht. Wirklich gut rüber kommt die Musik der Band aber erst bei Livegigs, bewiesen auf der kurzen Tour zusammen mit Jyrki Virtanen von Two Witches. Die Band hat es sogar geschafft, das Hamburger Publikum ungewöhnlich stark zu begeistern. Von SEPULCRUM MENTIS wird man sicherlich noch einiges hören, warten wir gespannt auf das, was da kommen wird. Bis dahin: Unbedingt die CD ordern! (A.P.)

SERE - Burning Like An Intake Valve


Erstveröffentlichung: CD / XNO / Semaphore

Es handelt sich hierbei um drei männliche Menschen aus New York, die hiermit ihren ersten Longplayer vorlegen. Musikalisch ist es eigentlich in erster Linie Hardrock, doch das ist auch wieder etwas zu pauschal. Durch die Bank hinweg hören wir hier auch integrierte Punkeinflüsse, hardcoriges und recht poppige Gitarren, auch leichte Waveeinflüsse sind vorhanden und bei „Pathetic Connections“ hört man sogar eine Gitarre, wie sie zu Cure´s „Faith“-Zeiten zu vernehmen war. Die Stimme ist aber eine absolut hardrockige Stimme. Im Ganzen also eine gelungene Mischung aus verschiedenen Stilen, die dadurch eine ziemlich interessante CD in unsere Stuben bringt. Am besten Mal austesten!!! (H.H.)

7 DAY DROP - Set To Murder The World


Erstveröffentlichung: MC / Eigenproduktion

7 DAY DROP gründeten sich in Springfield, Missouri im Oktober 1998. Eigentlich bestand die Band damals nur aus David Johnson, der sich für Aufnahmen immer nur Musiker anmietete. Erst nach und nach kamen feste Mitglieder dazu, bis es insgesamt drei Leute waren, nämlich David Johnson, der für Gesang, Bass und Schlagzeug-Programmierung zuständig ist, Scott Crinklaw, der Gitarre spielt und dem zweiten Sänger Aaron Gregory. Musikalisch ist die Band irgendwie nicht so einfach einzuordnen, es ist irgendwo aggressiver, aber auch depressiver Hardcore mit satten und intensiven Gitarren, die aber nicht in irgendwelche Soli ausarten, sondern voll akkordmäßig imer 6-saitig angespielt werden. Es ist auch etwas elektronik enthalten und die Sänger schreien sich die Lunge aus dem Hals. Das elektronische Schlagzeug tut dann sein übriges dazu, die relativ getragenen Songs nicht nach Hardcore oder gar einer Metalabart klingen zu lassen. Es klingt einfach gesagt nach 7 DAY DROP. Wünschen wir Ihnen, daß ihr nächster Tonträger kein Tape, sondern eine CD sein wird, obwohl das Tape auch schon recht gute Soundqualitäten hat, wurden die Songs doch immerhin im 32-Spur-Verfahren aufgenommen. (H.H.)

THE SEVEN HEARTS - Broke My Hand


Erstveröffentlichung: 7 Inch / Eigenproduktion

Eine selbstproduzierte 7“ aus Vinyl, wann gibt es sowas denn heutzutage noch? Es gibt es bei den SEVEN HEARTS aus Lynchburg, USA. Sie produzieren, um es auch alten Zeiten gerecht zu machen, schönen Rock´n Roll, aber nicht unbedingt diesen Gute-Laune-Tanzschulen-Rock´n Roll, sondern eher eine Art Psychobilly mit etwas härteren Tönen. Sicher, die Platte ist relativ einfach aufgemacht, das Cover selbst besteht aus einem unverklebten Schwarz-Weiß Cover, welches nur durch eine Plastikhülle zusammengehalten wird, aber das macht ja nichts, der Wille zählt, oder? Und solche Tonträger haben ja meist einen besonderen Reiz. Schade ist halt nur, daß die SEVEN HEARTS nur zwei Stücke zum besten geben, vielleicht ist ja mal ein Full Length-Album (Vinyl oder CD) angeplant? (H.H.)

SEVENTH KEY - The Raging Fire


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Frontiers Records

Alle Freunde der melodischen Rockmusik sollten sich dies zweite Album von SEVENTH KEY zu Gemüte führen. Bei der Band handelt es sich um das Sideproject des KANSAS-Bassisten Billy Greer, der hier ebenfalls den 4-Saiter zupft und natürlich auch am Mikro steht.""The Raging Fire"" ist ein Album mit sehr abwechslungsreichen Songs. Tracks wie ""Sin City"" oder ""Run"" sind in der Hardrock-Kategorie einzuordnen, doch genauso gibt es auch ruhigere Töne zu hören wie z.B in ""You Cross The Line"" oder ""It Should Have Been You"". Das Instrumentale ist sehr gut ausgewogen, hierfür ist wohl größtenteils Gitarrist, Keyboarder und Produzent Mike Slamer zu danken. Im Endeffekt überwiegen zwar die Gitarrenanteile, aber das ist natürlich keineswegs verwerflich. Spektakuläre Gitarrenakrobatik sollte man allerdings nicht erwarten, wobei die gut eingesetzten Soli sehr anhörbar sind. Viele Songs bieten treibende Drums im Midtempo doch wie erwähnt sind auch einige vom Rhythmus her langsamere Stücke vorhanden. Der Gesang ist angenehm und klar. Die vereinzelten Background Vocals stammen von Terry Drock. Als Anspieltipp empfiehlt sich ""Always From The Heart"", der mit einem tollen Ohrwurm-Refrain versehen ist. Das Video zu dem Song ist ebenfalls auf der CD enthalten, genauso wie ein Interview mit Billy Greer und Mike Slamer. (Daniel Hinrichsmeyer)

SEVENTH KEY - Seventh Key


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Frontiers Records

Leider habe ich keine Infos für Euch zu diesem Thema. SEVENTH KEY ist eine Rock-Metal-Band und besteht aus gestandenen Männern. Ihre Musik ist sehr melodisch und auch sehr typisch für diesen Radio-Metal. Mittelschnelle Songs, angenehme Stimme, ein bißchen Synthesizer-Untermalung und irgendwie immer ein wenig poppig, pendelnd zwischen treibenden Rocksongs und schönen Balladen (z.B. ""When Love Is Dying""). Dadurch natürlich auch relativ unspektakulär, doch für Freunde des Genres ganz bestimmt eine weitere CD für die Sammlung. (H.H.)

17 PYGMIES - Missyfish/Hatikva


Erstveröffentlichung: LP / Nate Starkman

Leider weiß ich nicht sehr viel über diese US Band, außer, daß sie in irgendeiner Weise mit Savage Republic zusammenhing. Die vorliegende Platte könnte eine Zusammenstellung zweier EPs sein, wie der zweigeteilte Titel und die unterschiedlichen musikalischen Stile auf den Plattenseiten vermuten lassen. Der Sound der „Missyfish“ Seite erinnert stark an Spät-80er Independent Sachen, wie wir sie auch auf der Samplerreihe „Rough Trade Music For The 90s“ häufig gefunden haben, die locker flockigen Gitarren und die zum Träumen einladende Frauenstimme erinnern ein wenig an die Sundays oder die Pale Saints, kommen aber weniger poppig daher und bewegen sich eher in Richtung 4AD-Sound. Auf der „Hatikva“-Seite kommen, wie ich nach dem arabisch anmutenden Namen schon annahm, etwas schrägere Klänge mit orientalischen Einschlag zum Vorschein. Der erste Titel erinnert sogar ein bißchen an die leider vergessenen C Cat Trance und ist relativ tanzbar. Der zweite Titel wird durch eine Heimorgel begleitet und gewinnt dadurch eine skurrile „Arabian-Carribean-Easy-Listening“ Atmosphäre, sehr seltsam und gar nicht mein Geschmack. Es folgt der beste Track der LP, leichte Joy Division-Anklänge gepaart mit einer kindlichen Frauenstimme, einfach ein sehr schöner Wavesong, der die Platte schon alleine lohnenswert macht. Zum Schluß gibt es noch ein meditatives Stück, das wie eine Kollaboration von Savage Republic, Doors und Velvet Underground klingt. Insgesamt eine ungewöhnliche Platte mit zwei sehr unterschiedlichen Seiten, aber bis auf einen Titel ist eigentlich kein Ausfall dabei. Wer die 17 PYGMIES kennt, weiß sowieso, daß er immer mit Überraschungen rechnen muß. (A.P.)

SEX MUSEUM - Fly By Night


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Locomotive Music

Ob man den Bandnamen dieser alteingesessenen, spanischen Gruppe nun als vielversprechend bzw. anspruchsvoll erachtet, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Feststeht, dass SEX MUSEUM schon seit 1986 gemeinsam musizieren und bislang 9 Alben und 12 Singles herausgebracht haben. Dennoch sorgten sie außerhalb ihres Heimatlandes immer nur für mäßiges Aufsehen, wobei das Quintett unter anderem auch schon auf deutschen Bühnen stand. Vielleicht ändert sich das ja, wenn erst mal die neue Doppel-Live-CD „Fly By Night“ durch’s Volk geht. Das Teil enthält 16 Songs, die während eines Gigs in Madrid mitgeschnitten wurden. Zugleich könnte die Platte ein Best-Of darstellen, da die Setlist der konservierten Show Songs aus ihrer gesamten bisherigen Diskografie beinhaltet. Hier wird munter und klassisch gerockt, sodass es jeden Liebhaber des traditionellen Hard Rocks der 70er Jahre wohl gleich in herrliche Nostalgie versetzt, nicht nur wegen ein paar enthaltenen Coverversionen von Songs großer Rock-Veteranen wie AC/DC, DEEP PURPLE und THE WHO. Gekonnt beleben SEX MUSEUM das alte Feeling wieder, ohne dabei einen peinlichen Revival-Versuch hinzulegen. Das Album kommt im schicken Pappschuber und bringt des weiteren ein umfangreiches Booklet voller Live- und Backstagefotos mit sich. Für Freunde dieser Musikrichtung garantiert eine lohnenswerte Anschaffung. (Daniel Hinrichsmeyer)

SEX MUSEUM - Speedkings


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Locomotive Music

Zwei Jahre alt ist das letzte Album “Sonic“ der spanischen Band SEX MUSEUM bereits und nun gibt es wieder neues Futter für die Fans. SEX MUSEUM machen in erster Linie Rock, Rock der härteren Sorte und mixen dies mit kiffigen und hirnvernebelnden Psychedelic-Parts, die aus den 70er Jahren stammen könnten. Zehn Singles hat das gemischte Quintett bereits auf den Markt gebracht und einige Alben, die sie in Spanien bekannt gemacht haben, doch auch im europäischen Ausland konnte man bereits auf mehreren Festivals Erfolge feiern. Das neue Album ist wiederum live eingespielt worden (bis auf den Gesang und einigen Akzentgitarren), was man dem Endergebnis absolut anhört und den Sound fett und erdrückend macht, aber ohne den Garagencharakter zu zerstören. Nun wisst Ihr also, in welches Album ihr mal reinhören solltet. (H.H.)

S.F.A. - Solace


Erstveröffentlichung: CD / We Bite Records / SPV

Aus New York kommen S.F.A. und diese haben sich 1984 gegründet als Punkrockband. Vier Jahre später brachte dann S.F.A. die erste EP auf den Markt, doch der Erfolg ließ noch etwas auf sich warten. 1991 gab es dann das erste komplette Album namens „The New Morality“ und brachte der Band weiteren Ruhm ein. 1992 folgte die zweite LP „So What?“ und brachte der Band noch mehr Ruhm ein, die ihren Stil inzwischen vom Punkrock zum Hardcore gewandelt haben. 1994 erschien eine weitere EP mit Namen „Unclean“. 1995 hat sich dann WE BITE der Band angenommen und hier ist nun das jüngste Album und S.F.A. sind noch härter geworden. Diese Veröffentlichung kommt mit drei unterschiedlichen Covern auf den Markt, das will heißen: CD, MC und LP kommen jeweils mit einem anderen Cover daher. Ein Hardcoretip! (H.H.)

THE SHADOW CABINET - Solitude


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Eigenproduktion

By chance I discovered the Website of the Californian band THE SHADOW CABINET and asked them to send some music, ´cos it seemed to be a really interesting US-Goth-/Death-Rock-Band. I actually do not know much about this band, but for sure, I will interview them soon. The album “Solitude” is coproduced by the Band and Bari Bari of the legendary Mephisto Walz and it sounds very “goth” at all, driving, sometimes tribal and really powerful drumming, distorted Guitars, a hammering Bass, good vocals and a sound, that is some kind of a combination of classical Brit Goth (the band name as influences bands like Sisters Of Mercy, Bauhaus, Echo And The Bunnymen...) and the typical Death-Rock Guitars. This is a great mixture, I think, and I play this CD very often. THE SHADOW CABINET do not play a new kind of music, but they are very original and don´t include boring Metal elements or any other Crossover things, it is pure Gothic-Rock, which you can´t listen to very often these days. It is simply great! Watch out for the fothcoming interview with THE SHADOW CABINET! (A.P.)

Webadresse der Band: www.theshadowcabinet.com

SHADOWLAND - Fürstin Der Nacht


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Himmelpforten / Indigo

Oh Mann, als ich mir die CD nach dem auspacken genauer ansah, sprang mir wohl jedes Klischee ins Auge, das man im Genre Dark Wave nur erdenken kann. Bandname, CD-Titel, Cover, Songtitel etc. Auch die Musik begann mystisch-düster, zumindest im kurzen Intro, bevor der erste richtige Titel etwas versöhnlicher stimmte. Netter, gothic-beeinflußter Rock mit einigen Metal-Elementen und einer zwar gewöhnungsbedürftigen, aber dennoch guten, klassisch ausgebildeten Frauenstimme. Schon im Info steht was von 70er Jahre Art-Rock-Einflüssen und die Thematik der Lieder (Feen, Aun, Vampire, andere Dimensionen - steht alles so im Info), sowie der Wunsch „die innere Freiheit des Menschen zu erweitern“ deuten auf eine leichte Hippie-Attitüde hin.
Produziert wurde das ganze u.a. von Carlos Peron, der es sich nicht nehmen ließ, auch einige Backing Gesänge beizusteuern. Leider ist die ganze Produktion recht glatt und eingängig geworden, es fehlt an Härte bei den Gitarren und Druck bei Schlagzeug und Bass. Kann es sein, daß Herr Peron sich einfach im Bereich Gothic-Rock nicht auskennt? Ich muß zugeben, daß ich nicht ganz vorurteilsfrei an die CD herangegangen bin, schlecht ist sie sicher auch nicht, jedoch kann mich keiner der Songs vom Hocker hauen. Dürfte auch eher was für die heutige Dark Wave-Szene sein, als für die frühere Gothic-Rock-Fraktion. Beim Wave-Gotik-Treffen wird die Band sicherlich gut ankommen. (A.P.)

SHADOW PROJECT - KXLU Los Angeles 1991


Erstveröffentlichung: CD-R 2000 / Haloe Productions

No, this is not a new album of SHADOW PROJECT of course, but the recording of a Liveshow of the Band from 1991 on KXLU Radio Los Angeles. This recording was bootlegged for a very long time in very poor sound quality and so Haloe Productions released it as semi-official CD-R with a very nice cover. Well, even if there was a reworking on the sound, it is still ""for die hard fans only"", but every Rozz fan should order this very limited CD-R,
because it is a benefit to protect the memorial of Rozz on Hollywood Cemetary. All profit will be used for this plan, so don´t wait and order this CD-R soon, ´cos its distribution will end on April 1st! Support this great action!
The concert contains mostly early SHADOW PROJECT material from the first album, like ""Holy Hell"", ""Working On Beyond"", Under Your Wing"" and so on. Nice collector´s item. For more info, take a trip to Haloe´s wonderful Rozz page with a lot of really good photos and much more: http://web.tampabay.rr.com/haloe/index2.html. Visit www.rozznet.com too, which is a brilliant tribute to this legendary musician. (A.P.)

SHAFT - Taskmaster


Erstveröffentlichung: Mini-CD / Midas Productions

MIDAS PRODUCTIONS ist anscheinend ein neues Hardcore-Label aus Belgien. Es glänzt mit derzeit drei bis fünf Veröffentlichungen, wobei mir alle unbekannt sind. SHAFT jedenfalls, die Vier-Song-Mini-CD, die mir hier vorliegt, ist lupenreiner Metal-Hardcore. Die Band exisitert schon seit ein paar Jahren und hat bei einigen deutschen Hardcore-Labels einige 7""-es herausgebracht. In meinen Augen ist die Musik von SHAFT nicht unbedingt was neues unter der Sonne, aber für Hardcore-Ohren durchaus hörbar und das Info beschreibt die Musik der deutschen Jungs: „Wenn Entombed Hardcore spielen würde, würde sich das so anhören..."". Nun denn. (H.H.)

Laut Info steht was von „German Moshcore"" und das ist es wohl auch, obwohl ich zwischen den ganzen Metal- und Core-Variationen sowieso nicht so gut unterscheiden kann. Aufgrund der Fotos im Booklet dachte ich eigentlich eher an schönen Skate-Sound, aber leider wird doch nur abgemosht und-gegrunzt. (A.P.)

SHAKRA - Rising


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Point Music

SHAKRA veröffentlichen hiermit nun ihr fünftes Album, wenn man das Livealbum “And Live Begins” mitzählt. SHAKRA kommt aus der Schweiz und beschreitet mit dem neuen Album „Rising“ den Weg, der sie zu einer der beliebtesten Hardrockbands gemacht hat. Der Titel „Rising“ ist insofern nicht wirklich Programm, da man sich nicht aufmacht, neue Welten zu erobern, sondern die Welt, die man beackert hat, weiterhin mit den Dingen zu verwöhnen, die sie gewöhnt ist. Ihr Hardrock bietet also nicht neues, dafür das, was man erwartet und was die Fans verlangen. Das ist ja nicht falsch. Die Stücke sind, wie gewohnt, sehr fett präsentiert, durchweg melodisch und groovend, ja, selbst zwei Balladen sind zu hören. Anspieltips sind „Done Me Wrong“ und „Rising High“. Übrigens gibt es, wie viele wissen, einen neuen Sänger namens Mark Fox, der sich in den Klang der Band gut einpasst, ohne den ehemaligen Pete Wiedmer zu kopieren, der leider durch eine Krankheit bedingt die Band verlassen musste. Wer also auf riffgerichteten Hardrock á la AC/DC oder Bonfire steht, also auf einen Sound, der niemals abgehoben wirkt, wird eh schon lange ShAKRA-Fan sein und macht mit „Rising“ bestimmt keinen Fehler. (H.H.)

SHAKRA - Power Ride


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Point Music

SHAKRA kommt aus Bern und veröffentlicht mit „Power Ride“ bereits ihr drittes Album, welches schon kurz nach Veröffentlichung Ende August in die Top 100 der Media-Control-Charts eingestiegen ist, genaugenommen auf Platz 72. SHAKRA hat sich dem melodischen Metal verschrieben, ohne allerdings zu seicht und poppig zu sein, vielmehr legt man wert auf satte Riffs, die durch eine hervorragende Mischung im Studio voll zur Geltung kommen. Vielleicht sollte man SHAKRA auch nicht unbedingt als Metal bezeichnen, die Bezeichnung schnörkelloser, sehr melodischer und straighter Hardrock´n Roll sollte eigentlich die Musik eher beschreiben. (H.H.)

THE SHANKS - Is Like A Dog


Erstveröffentlichung: MC / Shanksalot

Nach ihrer ersten CD ""The Prawn Lawn"" beehren uns THE SHANKS aus Irland auch mal wieder, diesmal allerdings ""nur"" in Form eines Tapes mit fünf neuen Stücken. THE SHANKS sind im Prinzip eine sogenannte Indie-Rockband mit eindeutig englischem Touch, auch wenn das eine irische Band nicht unbedingt gerne hört, sagen wir also lieber insulanischem Touch, man hört sogar einen unmißverständlichen Einfluß der Beatles heraus. Das erste Stück ist wohl als Opener gedacht und man geht mit seichten Klängen an den Start, akustische, softe Gitarre, die fast eine Bar-Atmosphäre ausstrahlt. Die besten Songs der CD sind ""Guzzel"" und vor allem ""Lonley Frogs"" mit einem Super-Schrammel-Solo am Schluß. Zur Zeit befindet sich die Band in der Planungs- und Arbeitsphase für die neue CD, die im Herbst erscheinen soll und in Deutschland über Semaphore vertrieben werden wird. (H.H.)

SHE-MALE TROUBLE - Back From The Nitty Gritty


Erstveröffentlichung: CD 1966 / XNO / Alive

Ich habe es irgendwie nicht so recht verstanden, SHE-MALE TROUBLE gibt es ja schon ewig, erst unter dem Namen FEMALE TROUBLE, dann unter dem neuen Namen SHE-MALE TROUBLE und unter SHE-MALE TROUBLE hat man seit dem Jahre 2000 nur kurze Tonträger veröffentlicht. Eine 7“ und eine CD-Single, außerdem hat man an zwei 10“-Samplern teilgenommen. Eine lange CD allerdings ist noch nicht herausgekommen. Warum bloß? Und das ist das Rätsel, das ist nicht verstanden habe, denn SHE-MALE TROUBLE sind echt fetzig und haben Stil sowie Wiedererkennungswert. Schweißtreibender Punkrock mit Melodien, mit einer Dame am Mikrophon und einer deftigen Portion Adrenalin. Aber nun ist es soweit, die Berliner Damen und Herren präsentieren den ersten Longplayer und die Welt kann wirklich zufrieden sein. Es ist nicht einfach Punkrock, es ist nicht einfach Garagen-Rock´n Roll, es ist SHE-MALE TROUBLE. Lasst Euch von ihnen den Weg zeigen. Kein neuer Weg, kein innovativer Weg, aber der Weg, das Beste aus dem Genre zu holen. Mit Spaß, Spannung und guter Laune. Eine Gabe Gottes sozusagen, eine letzte Hoffnung für die total überkommerzialisierte Welt, selbst die des Punkrocks. Was kann ich als Anspieltipp anbieten? Ich weiß es nicht, muss ich gestehen, jeder Song geht erst sofort ins Ohr, lässt einen verschwitzt und befriedigt zurück und steuert gleich zum nächsten. Insofern ist das eine CD, die man nicht zu oft hintereinander hören kann, denn das hält das Herz nicht aus. (A.P.)

SHE-MALE TROUBLE - Don´t Tell Me What To Do


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1966 / XNO

Die Band SHE-MALE TROUBE kennt man ja schon seit längerem. Vor vielen Jahren praktizierten sie noch unter dem Namen FEMALE TROUBLE, doch diese Zeiten sind längst abgelegt. Tonträgertechnisch ist noch gar nicht so viel bei raus gekommen, eine 7“/MCD im Jahre 2000, eine 10“ Sampler-Picture-Disc und eine weitere im Jahre 2002. Offenbar verausgabt man sich mit ausgedehnten Touren derart, dass Studioeinsätze nicht drin sind. Getourt haben die Damen und Herren nämlich intensiv, zusammen mit vielen weiteren Bands. Oder ist ein Studioaufenthalt zu langweilig? Im Grunde völlig unverständlich, wenn man diese MCD hier hört. Für mich ist das hier eine der besten Punkrock-Scheiben der letzten Wochen. Vollkommener Rock´n Roll mit geschickten Melodien und einem Druck, der die Haare wehen lässt. Diese Maxi-CD enthält drei echte Kracher, die sogar, wenn man sich Mühe gibt, sich darum zu kümmern, sogar echten kommerziellen Charterfolg bringen könnten. Nie waren SHE-MALE TROUBLE so gut wie heute und das soll jetzt kein Werbespruch sein, sondern mein vollster Ernst. (H.H.)

SHE-MALE TROUBLE - Burner


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2000 / XNO

Wir haben schon öfter über diese Band berichtet, doch an den Namen erinnert sich keiner? Kein Problem, denn die Band hat sich umbenannt, früher hießen sie FEMALE TROUBLE, heute eben SHE-MALE TROUBLE. Dies ist auch mit Umbesetzungen vonstatten gegangen, aus drei Damen und einem Herr wurden nun nur noch eine Dame und vier Herren. Die weibliche Übermacht ist damit gefallen und darum auch der Namenswechsel. Ich persönlich bin der Meinung, daß hat der Band sehr gut getan, den „Burner“ ist die bislang beste Veröffentlichung der Band, die sich nun (gottseidank) endgültig von allen Metal-Anleihen getrennt hat und sich vollends auf fetten und saugeilen Punkrock konzentriert. Genau der richtige Schritt in die richtige Richtung und man kann wirklich gespannt sein auf ein langes Album der Berliner Band, die, und das kann man nicht von anderen Bands behaupten, sich von Tonträger zu Tonträger gesteigert haben. (H.H.)

SHIHAD - Shihad / La La Land


Erstveröffentlichung: CD / Modern Music Records

Die neuseeländische Band SHIHAD scheint inzwischen ziemlich poplär zu sein, in ihrem Heimatland jedenfalls, doch ich denke, auch hier ist die Band kein unbekanntes Wesen mehr. Diese tourfreudige, inzwischen auch schon neunjährige Band, die schon mit Größen wie Metallica, Hole, Ministry, Faith No More, Young Gods, Pantera und Hole spielten, hofft, mit ihrem dritten Album (eben jenem hier), endlich den wohlverdienten Durchbruch zu schaffen. Muß zugeben, daß dies hier meine erste SHIHDA-Platte ist, die ich zu Hören bekam, mich aber einige Songs wirklich begeistern, allen voran natürlich (oder auch nicht natürlich) die ausgekoppelte Single ""La La Land"", zu der es auch ein interessantes Video gibt. Auf alle Fälle muß man SHIHAD zu den besseren Rockbands der heutigen Zeit zählen. (H.H.)

SHINY GNOMES - She (Remixes Of MC Creatix)


Erstveröffentlichung: CD / Rough Trade

So, da ist also die zweite CD von den SHINY GNOMES, die ich jemals in meinem kurzen Leben gehört habe. Im Vergleich stehen die beiden CDs schon etwas seltsam da. Die erste, die ich hörte mit Namen ""Some Funny Nightmares"", ist sehr gitarrig mit recht eingängigen Melodien wie z.B. ""Lazing At Desert Inn"", und die CD hier? Die ist einfach elektronisch und uneingängig und auch recht trancig (im Sinne von Langweilig), ich hätte jedenfalls keinerlei Zusammenhang gesehen zwischen den beiden Tonträgern, so ist es denn unmöglich, sie zu vergleichen, im großen und ganzen ist ""She"" in meinen Augen aber ziemlich nichtssagend und langweilig, das haben Remix-Alben aber irgendwie meist so an sich. So, das war mein Urteil! (H.H.)

THE SHITHEADZ - Dirty Pounding Gasoline


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Locomotive Music

Díe Gladbacher THE SHITHEADZ existieren bereits seit 1992, in dem jetzigen Line-Up spielen sie allerdings erst seit 2000 zusammen. Zu den Gründungsmitgliedern Guido (Gitarre), Mark (Bass) und Oliver (Schlagzeug) stießen in dem besagten Jahr noch Christoph (Gesang) und Andreas (Lead-Gitarre) hinzu. Nach diesen personellen Änderungen folgte eine musikalische Stilwandlung vom Hardcore Metal in Richtung Rock/Metal. Prompt brachte die Band ihr erstes Demo ""Demonride"" (2001) sowie eine Vier-Track-Promo heraus, welche ihnen zu einem Deal mit Locomotive Music verhalfen. Langsam wurden mehr und mehr Leute auf THE SHITHEADZ aufmerksam, die Band hatte im September 2002 sogar die Ehre im Vorprogramm von MOTÖRHEAD und ANTHRAX spielen zu dürfen. Mit ""Dirty Pounding Gasoline"" legt der 5er nun sein erstes Album vor. Geboten wird einem druckvoller Hardrock mit Heavy Metal-Einflüssen und einer guten Portion Melodie. Die elf im Midtempo angesiedelten Tracks werden von kraftvollem Gesang, schweren Riffs, straighten Soli und treibenden Drums gekennzeichnet. Trotz aller Härte geht die dauergroovende Musik gut ins Ohr und verspricht über 50 Minuten keine langweiligen Momente. Ein angenehm ruhiges Gitarren-Outro lässt diese absolut überzeugende CD wunderbar ausklingen. Anspieltipps: Powertool, Return Of The Demons, Dirty Pounding Gasoline. (Daniel Hinrichsmeyer)

SHIVAS - Babylon And The Beast


Erstveröffentlichung: CD / Tug Records / TIS

SHIVAS sind eine reine Frauenband aus dem Städtchen Nürnberg und legen uns hier ihren dritten Tonträger vor. Die ersten beiden hießen ""Shivas"" und ""Mandala"", die mir leider nicht bekannt sind, doch stilistisch soll es sich dort um eingängigen Pop handeln. Nach zweijähriger Pause sind SHIVAS dann wohl irgendwie gereift und präsentieren uns hier ein richtig geiles Album, das irgendwie etwas düster, psychedelisch und wavig ist, manchmal ganz leise (aber wirklich nur leise) auch einige Metalsounds präsentiert und (z.B. bei ""No Sin"") richtig dichte Gitarrenteppiche, die einen fast hypnotisieren. Ganz genial finde ich das Abschlußstück ""Bean"", welches irgendwie ritterlich, aber auch auf keinen Fall peinlich klingt. Im Ganzen eine intelligente, nicht unbedingt eingängige, aber deshalb interessante Platte, die man nicht so schnell vergißt. (H.H.)

SHORT ROMANS - Kicked Out Of Wonderland


Erstveröffentlichung: CD 1989 / Teldec

Die deutsche Band SHORT ROMANS war in der zweiten Hälfte der 80er Jahre mit ihrem Gitarren-Rock und diversen Platten präsent, hat aber nie den Durchbruch geschafft, obwohl sie durchaus gute Musik machten und mit Teldec einen Major im Rücken hatten. Vielleicht waren sie auch einfach etwas zu unspektakulär und glatt, denn die Produktion dieser Platte ist sehr glatt geworden, da fehlen mir zu häufig ein paar Ecken und Kanten, die die Gruppe von anderen Bands abheben würde. Geht so in Richtung Plan B und Fury In The Slaughterhouse, aber auch Fans der Chameleons und der früheren Marquee Moon sollten mal ein Ohr riskieren. Irgendwie Gitarren-Wave-Rock mit deutlichem Pop-Appeal und klarem Blick auf die Charts. Sollte man sich mehrmals anhören, wenn man derartige Musik mag, denn die Songs müssen sich erst im Ohr festsetzen, dann ist „Kicked Out Of Wonderland“ aber ein durchaus gutes Album, das man immer mal wieder in den CD-Player legen kann. Live war die Gruppe bestimmt ziemlich klasse. (A.P.)

SHUTCOMBO - Shutcombo


Erstveröffentlichung: LP 2004 / Matatu Records / Flight 13

Ich muss wieder einmal zugeben, dass ich die neueren deutschen Punkbands in den vergangenen Jahren kaum verfolgt habe, beziehungsweise nicht kenne. Wenn dann aber mal was Aktuelles bei mir im Briefkasten landet und auch noch auf Matatu Records erscheint, ist dass doch schon mehr als interessant, bürgt das Label doch mit schönen Vinylveröffentlichungen stets für Qualität.

Da überrascht es wenig, dass auch die Bad Dürrenberger SHUTCOMBO schon beim ersten anhören überzeugen können. Solche Bands, die ihre Instrumente beherrschen und einfach drauflos rocken, ohne sich um Punkklischees zu scheren und dabei auch noch intelligente Texte haben, ohne dabei den Spaß zu vernachlässigen gibt es leider viel zu wenige. In den letzten Jahren fallen mir da vor allem Turbostaat ein, sowie einige Bands, die schon länger dabei sind, wie Muff Potter und die Boxhamsters. Naja, und natürlich die Hamburger aus dem Angeschissen/Blumen Am Arsch Der Hölle/Dackelblut/Oma Hans/Motormuschi-Umfeld. Auch Razzia sind sicher nicht völlig abwegig, allerdings fehlt SHUTCOMBO da ein bisschen die „Dunkelheit“ in der Musik. Aus all diesen wirklich großartigen Bands haben die Musiker sich ihren ganz eigenen Cocktail gemischt und rocken ordentlich drauf los. So muss es sein und ich bin sicher, dass es live noch mehr knallt, als schon auf der LP. Zugegeben, ich musste die Platte (bzw. Promo-CD) einige Male hören, da die Songs am Anfang ziemlich ähnlich klangen, aber mit der Zeit entwickeln sie einen eigenen Wiedererkennungswert.

Das Schlagzeug galoppiert richtig los und scheint sich hin und wieder fast zu überschlagen, die Gitarren klingen schön voll und der Bass bringt Tiefe in die Songs. Schließlich überzeugt auch der Sänger mit einer Stimme, die tatsächlich eher Gesang, als Geschrei bietet, wie es sonst bei vielen anderen Bands der Fall ist.

Einer meiner Favoriten ist das etwas gebremste „Bin Allein“ mit sehr gutem Text und wer einen Song mit dem Titel „Ich Hasse meinen Zahnarzt“ macht, hat sowieso schon gewonnen.

Guter kraftvoller Punk-Rock, gute Melodien, gute Texte…was will man eigentlich mehr? (A.P.)

SICK - Fishes Breathe The Rain


Erstveröffentlichung: CD 1999 / Eigenproduktion

Was mir als erstes an dieser Eigenproduktion aufstößt ist das Wort „Fishes“! Die Mehrzahl von Fish ist im Englischen ebenfalls Fish. Nun gut, daran will ich diese CD nicht messen. Von SICK war mir bisher nur das Tape „Butterfly Battlefield“ bekannt, zu dem Ihr auf den BACK AGAIN Seiten ebenfalls eine Kritik lesen könnt. In Zeiten billiger CD-Brenner und CD-Rs macht natürlich (leider) keiner mehr Tapes, deshalb also auch hier eine CD-R. Allerdings hätte ich nach der aufwendigen Gestaltung des Tapes doch auch hier etwas mehr beim Coverartwork erwartet. Sieht doch etwas sehr einfach aus. Aber dies alles hat natürlich nix mit der Musik zu tun, die im Vordergrund stehen sollte und da kann man sich wirklich nicht beschweren. Sascha Beyer hat hier einmal mehr im Alleingang 13 Songs eingespielt, die sich kaum in irgendeine Schublade stecken lassen, was einerseits absolut positiv ist, andererseits aber auch ein bißchen orientierungslos anmutet. Irgendwo Wave und Adult-Pop gelegentlich mit experimentellen Momenten und wie ich schon bei „Butterfly Battlefield“ geschrieben hatte, manchmal von der Stimmung her ein wenig wie Edward Ka-Spel´s Soloarbeiten, ohne aber genauso zu klingen. Zwar sehr schön und an große Zeiten der Tapeszene erinnernd, aber wohl kaum dafür geeignet, SICK einen großen Durchbruch zu bescheren. Erwähnenswert übrigens die Depeche Mode Coverversion „Fly On The Windscreen“, die durchaus als besserer Beitrag auf einem der unzähligen Depeche Mode-Tribute Sampler hervorstechen würde. (A.P.)

SICK - Butterfly Battlefield


Erstveröffentlichung: MC 1998 / Eigenproduktion

Dieses Tape ist bereits von 1998 und deshalb habe ich keine Ahnung, ob die Adresse noch aktuell ist, im Zweifelsfalle einfach versuchen. Ob das Üprojekt wirklich SICK heißt oder ob das nur der Name des Musikers dahinter ist weiß ich nicht, durchaus möglich, daß die Band BUTTERFLY BATTLEFIELD heißt und das Tape „Agaitating Exspectoration“, das geht aus dem beiliegendenden, handgeklebten Booklet nicht so genau hervor. Verpackt ist das Tape in eine fast 20cm hohe Plastik-Teedose, was zwar ganz nett ist, aber auch Probleme bei der Lagerung dieser Veröffentlichung mit sich bringt. Nun aber zur Musik...schwer zu beschreiben, was an sich ja schonmal gut ist, weil man´s dann nicht gleich in eine bestimmte Schublade stecken kann. Die instrumentalen Titel lassen in mir Erinnerungen an die guten alten Zeiten einer lebendigen Tapeszene aufkommen, so Ende der 80er, Anfang der 90er. Gruppen und Projekte wie Gothica, Trauma Syndrom oder die Electro-Spacerocker Titania Moon kommen mir so in den Sinn, die aber allesamt wohl zu unbekannt sind, um diese Musik ernsthaft zu kategorisieren. Gut, daß dies bei einigen Songs leichter ist und mir spontan die Legendary Pink Dots und noch mehr Edward Ka-Spel´s Solowerke einfallen, zumindest die Atmosphäre und auch einige Texte gehen etwas in diese Richtung. Dazu werden immer wieder düstere Industrial-Elemente hinzugenommen. Alles ganz okay also, einige Titel sind sogar richtig gut, aber der letzte Funke will nicht so richtig überspringen. (A.P.)

SIDEARCTICA - Night Parade


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Shadowlab / E.N.D.E.

SIDERARTICA is a band around Kirlian Camera´s singer Elena Fossi, her brother Andrea Fossi and Kirlian Camera collaborator Andrea Savelli, but SIDERARTICA does not sound very much like Kirlian Camera at all. The music is mostly electronically and very many-sided. The first track „Eintritt In Die Fabrik“ sounds like a collaboration of Dive and Karceral Flesh with female vocals, really heavy stuff, then follows the more melodic title track „Night Parade“ and the Joy Division cover „Atmosphere“, which has a very magical feeling. It still contains the melancholy of the original track, but also adds some experimental tunes, oriental influences and the wonderful voice of Elena. I feel remembered on Polands Fading Colours a bit, which is a very great band. „Before The Day Comes“ is darker and contains some „spooky“ sounds. Next is „Before The Day Comes“ an 80s influenced Wave-Pop song with very little medieval influences. „Arkhangel´sk“ is a melodic, minimal Cold-Wave song, really loveable and one of the Hits on this album. So it goes on, from melodic 80s tracks and New Wave to Experimental pieces and dancable songs. Every single song has its very own atmosphere and sounds very original, so „Night Parade“ becomes a great album to listen to, to dance to and to think about. Even if it is mostly electronical, it is not cold and without feeling, but warm and melodic. There are not too many albums today, which are so personally produced like this one. Beside the great music and the uncomparable vocals, the artwork is wonderful, too. Get your copy at once! If you liked Fading Colour´s „Time“ EP, you will also enjoy SIDERARTICA. (A.P.)

Webadresse der Band: www.endemusic.com

SIGUE SIGUE SPUTNIK - Flaut It


Erstveröffentlichung: LP 1986 / Emi / IRS

1986 kamen sie wie eine Explosion. SIGUE SIGUE SPUTNIK zeigten den Menschen eine Überspitzung ihrer 80er-Musik in Reinkultur. Die Musiker waren knallbunt, beinahe wie aus einem Comic entsprungen, sogenannte Cyberpunks. Die Musik, die sie präsentierten, wirkte dahingerotzt und mal so eben nebenbei produziert. Die SIGUEr liessen keinen Zweifel aufkommen, dass es ihnen nur um die schnelle Mark ging und dieses Konzept war Programm, das voll aufging. Zwischen den Songs auf der LP gibt es Werbung zu hören, was damals für einen kleinen Skandal sorgte, auch wenn ihre Idee nicht wirklich als neu zu bezeichnen ist. Immerhin haben The Who das schon vor vielen Jahren gemacht und die deutsche NDW-Band Trio hat ihr Cover mit Werbeanzeigen vollgeknallt. Die Musik von SIGUE SIGUE SPUTNIK ist im Grunde purer Cyber-Rock´n Roll. Wild, wirr, mit rockigen, teils punkigen Gitarren und vielen eingeflieselten Stimmsamples. Dass die Songs teilweise ziemlich gleich klingen, ist hier auch eher Konzept. Ihre größten Hits findet man auf dieser CD hier und sie heißen „Love Missile F1-11“ und „21st Century Boy“. Der Song „Atari Baby“ ist zwar nicht als Single erschienen, erfreute sich aber auch großer Beliebtheit.

Gegründet wurde das Projekt von Tony James, der vorher bei GENERATION X war, wo Billy Idol als Sänger fungierte. Als Idol alleine weitermachen wollte, gründet James SIGUE SIGUE SPUTNIK (benannt nach eine Strassengang aus Moskau). Er wollte Andrew Eldritch (SISTERS OF MERCY) als Sänger haben, doch der sagte ab.

Nach der Hochphase von SIGUE SIGUE SPUTNIK spielte Tony James dann übrigens vier Jahre in Eldrichts Band. SIGUE SIGUE SPUTNIK war ein voller Erfolg. Überall landeten sie auf den Titelseiten, ihr Auftreten war ein Phänomen und legendär. Jedenfalls für die Dauer des ersten Albums „Flaunt It“. Danach ging es abwärts.

SIGUE SIGUE SPUTNIK ist eine tolle Satire auf das damalige Musikbusiness. Heute wirkt dieses Konzept leider nicht mehr, denn die Musikszene parodiert sich ja am laufenden Band selbst, indem sie einen Schmusesänger-Klon nach dem anderen ins Rennen schickt, die nach zwei Singles wieder vergessen sind. (H.H.)

SILENTIUM NOCTIS - Nell`attesa


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

SILENTIUM NOCTIS ist das neueste, bzw. umbenannte Projekt von ANDREA BARLETTA, der vorher unter dem Namen Hofmannsthal auf Tapes veröffentlich hat. Genaugenommen handelt es sich bei „Nell`attesa"" um eine Zusammenstellung der beiden Hofmannsthal-Tapes in überarbeitetem Gewand auf einer heutzutage so billig gewordenen selbstgebrannten CD. Cover und Booklet sind jedoch absolut professionell, nur am Sound der Lieder hätte man in einem Studio noch etwas herumfeilen sollen. Dennoch gefällt mir die Musik im großen und ganzen, wie schon auf den Tapes recht gut. Diese Form von Gothic-Rock kommt derzeit fast nur aus Italien, es klingt weder nach den großen englischen (Sisters, Fields) Vorbildern, noch nach denen aus Amiland (Christian Death).
Die Musik ist eher eine Mischung aus dem Früh-80er Post-Punk a´la Mecano oder My Captains, treibendem Gothic-Rock, ein paar Cure Gitarren zur „Seventeen Seconds"" Zeit und den alten italienischen Kultbands Weimar Gesang und Diaframma. Ich würde SILENTIUM NOCTIS einfach mal in eine Reihe mit Bands wie Land Of Passion, Brotherhood Of Pagans oder Wasteland stellen. (A.P.)

SILENTLY DOWN - Sad


Erstveröffentlichung: Maxi-CD / Eigenproduktion

SILENTLY DOWN stammen aus der Schweiz, einem Land, aus dem, abgesehen vielleicht von After Darkness und Nuit D´Octobre, hauptsächlich Electrobands kommen, so auch diese hier. Ein paar Gitarren sind auch dabei, aber eher wenige. SILENTLY DOWN haben ihre Wurzeln ganz klar in den 80er Jahren, wie viele andere Bands auch. Die Band spielt eine Art Mischung aus Synthiepop und New Wave, zum Glück aber ohne jemals wie die großen Electro-Vorbilder Depeche Mode zu klingen. Ich finde, diese CD einfach wunderschön und sie erinnert mich musikalisch etwas an das erste Album von Book Of Love, die 1986 mal bei Depeche Mode (da haben wir sie doch wieder) als Vorband gespielt haben. Soviel ich weiß, kommt in Kürze von SILENTLY DOWN, die übrigens schon in der ""L´Appel De La Muse""-Compilation-Serie von Alea Iacta Est dabeiwaren, eine 4-Track-Maxi raus, die zumindest ich mir auch unbedingt besorgen werde. Noch ist die Band ein Geheimtip und wer auch mal unbekannteren Bands eine Chance geben will, sollte hier zugreifen. (A.P.)

SILENT PROMISES - Resolution


Erstveröffentlichung: CD 2000

STRANGE WAYS hat sich zu einem richtigen Synthie-Pop-Label entwickelt und mit der jungen Band SILENT PROMISES gibt es mal wieder Nachschub für die zahlreichen Fans dieser Musikrichtung. Wie fast alle Bands dieses Genres sind SILENT PROMISES aus Köln tief in den 80ern verwurzelt und haben sicher auch die eine oder andere Depeche Mode Platte im Schrank stehen. Wenn man dem Labelinfo glaubt, sind SILENT PROMISES schon jetzt Anwärter auf einen baldigen Nummer-1-Hit, aber daran zweifle ich doch ein bißchen. Handwerklich sind die Songs sicher gut und einige haben durchaus auch Ohrwurmqualitäten. Dennoch kann die Gruppe kaum aus der Masse ähnlicher Band hervorstechen. Aufgrund einiger EBM-Anklänge sind die Titel häufig sehr tanzbar und dürften ab und zu in den einschlägigen Discos laufen. Wenn die Liveshow so gut ist, wie im Info angedeutet, könnte ich mir vorstellen, daß die Gruppe mich auf der Bühne mehr überzeugt, als auf CD. SILENT PROMISES werden mit Sicherheit ihre Hörerschaft finden. Mir persönlich gefallen aber die noch ohne Plattenvertrag dastehenden Twin Machine aus Berlin besser. (A.P.)

SILENT SIGNALS - Silent Signals


Erstveröffentlichung: 7 Inch EP 2003 / Invasion Planete

Die Franzosen vom Invasion Planete-Label sind bekannt dafür feine Minimal-Electro-Platten zu produzieren und unter die Leute zu bringen. Aktuelles Produkt ist die 4-track-7“ von SILENT SIGNALS, die in einer handnummerierten Auflage von 523 Exemplaren erschienen ist. SILENT SIGNALS ist irgendwie ein Sideproject von ECHO WEST, die ja durch eine gute Single und eine wunderbare LP schon etwas bekannter sind. Während Echo West aber häufig recht eingängig sind, bleiben SILENT SIGNALS, ganz dem Projektnamen verbunden, eher ruhig, fast düster. Dies ist kein tanzbarer Minimal-Electro, sondern melancholischer Minimal-Wave, der teilweise stark an ganz frühe Human League erinnert. Leider ist der Sound nicht immer ganz perfekt, aber das stört nur wenig, denn alle vier Songs nehmen den Hörer sofort gefangen und können einwandfrei als „Perlen“ des Genres bezeichnet werden. Bei „All Around Us“ wird´s dann zum Ende hin doch noch mal tanzbar, ohne aber die Stimmung der vorherigen Songs außen vor zu lassen. Ein sehr introvertiertes Projekt, von dem man gerne noch mehr hören möchte. Also, beim Mailorder Eures Vertrauens (z.B. www.bakterielle–infektion.de ) zuschlagen, so lange diese Platte noch erhältlich ist. (A.P.)

Webadresse der Band: www.invasionplanete.com

SILK 99 - Power


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Superrock Rec. / Indigo

Die Band SILK 99 hat sich im Jahre 1997 gegründet und veröffentlicht nun im Jahre 2000 ihr Debüt-Album. SILK 99 sind vier Leute aus Bremerhaven und spielen Alternative-Rock ohne Schnörkel und Kompromisse. Sängerin Sharon Wynne hat diese typisch ausgeprägte, volle und reife Stimme für diese Musik, ansonsten gibt es die klassische Besetzung Schlagzeug-Gitarre-Baß. Alles ist sehr melodiös, fett arrangiert und produziert von Gregor Henning und dem guten Fabsi vom Weserlabel. Die beiden haben ein Alternative Label gegründet und beschlossen, daß SILK 99 genau die richtige Musik hierfür wären. Richtig überlegt und wer auf guten, Old-School-Rock steht, ist mit SILK 99 garantiert gut bedient.Anspieltip der CD ist übrigens ""The Wind"" und zu erwähnen bleibt noch, daß die CD immer besser wird, je weiter man sie hört, es ist fast so, als seien die Songs nach ihrer Qualität aufwärts sortiert worden. (H.H.)

SILLY ENCORES - Tag der Pfändung


Erstveröffentlichung: CD / Tug Records / TIS

Die SILLY ENCORES bringen hier ihren zweiten Tonträger raus. Ich habe damals schon auf ihr Debüt-Werk """"Jaguar, Zebra"" eine Lobeshymne geschrieben. Eigentlich kann ich diese nur weitersingen, denn die SILLY ENCORES sind ihrem erfolgsversprechedem Rezept treu geblieben. Es ist wie gewohnt zeitgemäßer deutscher Punkrock mit Melodie und damit Ohrwurmgarantie und einer Massenkompatibilität, die aber trotzdem nicht so anbiedernd ist wie zum Beispiel bei den Heiligen 3 Königen, die für mich und viele andere das Sinnbild für ""Ich will Erfolg mit Punkrock haben"" ist. Die SILLY ENCORES sind sie selbst und machen einfach Spaß. Auch diese zweite CD ist empfehlenswert und einfach stark und fett!!! (H.H.)

Webadresse der Band: www.sillyencores.de

SILLY ENCORES - Jaguar Zebra


Erstveröffentlichung: CD / Tug Records / TIS

Ja, Überraschungen gibt es immer wieder. Und positive auch. Hier haben wir eine Band, die schon beim ersten Hören besser als vieles ist, was man in diesem Bereich bislang hörte. Mit Bereich meine ich jetzt den Bereich melodiösen Punkrock mit deutschen Texten, jedenfalls größtenteils. Alle Songs sind, wie gesagt, voller Melodien, teilweise schön zum Mitgröhlen, teilweise schön zum hören, aber immer ideenreich zum Beispiel durch interessante Instrumente wie z.B. eine Mandoline. 23 Stücke kann man auf diesem Tonträger hören und es gibt sage und schreibe keinerlei Ausfälle in dieser Songmasse. Eine lustige Coverversion von Andrea Jürgens´ ""Dabei liebe ich euch beide"" , ein lustiger Topflappen mit eingesticktem Bandnamen auf dem Cover und ein altes Geschirrhandtuch im Booklet runden das gelungene Gesamtwerk auf. (H.H.)

Webadresse der Band: www.sillyencores.de

SILVER - Dream Machines


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Point Music

Die Leute von SILVER rekrutieren sich aus Musikern von Ozzy Osbourne, H-Blockx, Mad Mad, Bonfire, Demon Drive und einigen mehr und gemeinsam brachten sie ihr erstes Album auf den Markt, welches einen durchschlagenden Erfolg hatte und in Japan sogar fünf Wochen auf Patz 1 der Import Charts stand. Nun folgt das zweite Album. SILVER machen eine Art Mischung aus äußerst radiokompatiblem 70er- und 80er-Jahre-Rock, vor allem der poppige Anteil der 80er-Jahre ist ihr Metier. Was etwas verwundert denn das Cover ist so sehr auf futuristisch gestylt, dass man mit vollkommen anderer Musik rechnet. Macht ja nichts. Übrigens: „Never Again“ ist zusammen mit Rock-Lady Doro Pesch geschrieben worden. (H.H.)

SILVER - Silver


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Point Music

Im Falle von SILVER muß man einfach ein wenig „namedropping“ betreiben. Bernie Torne war früher bei OZZY OZBURNE, ebenso wie Don Airey, der auch schon mit GARY MOORE zusammengearbeitet hat, Michael Voss war mal bei CASANOVA, MAD MAX und BONFIRE und Marco Minnemann bei den H-BLOCKX.. Die Songs sind natürlich von den Band-Members selbst, aber unter Mithilfe von Andreas Bruhn (ehemals SISTERS OF MERCY), Jürgen Breforth (MAD MAX) und Gudze Hinz (H-BLOCKX). Sicherlich dürfte damit auch der Sound der Band klar sein, es handelt sich um melodischen Power-Metal á la Rainbow oder Ozzy Ozburne, der zwar wie aus den 80ern klingt, aber trotzdem den Zeiten nicht hinterher hinkt. Wie das Info der CD schon nett ausdrückt: „Drei ´Helden´ der 80er treffen auf die ´Next Generation´! Great Britain meets Germany!“. (H.H.)

SIMONWERLE - Es wird Frühling


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2002 / Sitzer Records

Nun wird es skurril. SIMONWERLE ist offenbar ein Mann, wer mit seiner Musik perfekt in die sogenannte Tapeszene Anfang der Neunziger gepasst hätte. Diese MCD, veröffentlicht beim kleinen Kölner Label Sitzer Records, enthält drei Stücke, obwohl auf dem Cover vier versprochen werden. Optimaer Höhepunkt dieser CD ist das Titellied „Es wird Frühling“. Die Musik klingt minimal und erinnert ein wenig an NDW mit Schlagermelodie, besonders erwähnenswert ist aber vor allem der Gesang. Man hat richtig das Gefühl, dass Herr Werle in einer Mietswohnung wohnt und deshalb so unterdrückt sind. Der Text ist auch so herrlich naiv und einfach. Das macht Appetit auf mehr, doch weitere Gesangseinlagen werden dem geneigten Zuhörer leider nicht vergönnt. Der zweite Song ist nämlich ein instrumentales Stück mit drum´n bass-Attitüden und das dritte Stück klingt wie ein Remix , der mit einer Roboterstimme gewürzt wurde. SIMONWERLE ist sicherlich kein Kandidat, um die Charts zu stürmen, doch ich wäre wirklich gespannt auf sein Vinyl-Album „Biomasse“. (H.H.)

Webadresse der Band: www.sitzer-records.de

SIMPLE MINDS - Real Life


Erstveröffentlichung: CD 1991 / Virgin

In den 80er Jahren haben die SIMPLE MINDS die Popmusik nachhaltig geprägt und unzählige Klassiker veröffentlicht. Als eine der ganz großen Bands konnte sich die Gruppe aber auch in die 90er Jahre retten, ohne peinlich zu wirken. Vom frühen New Wave-Sound über puren Pop und Stadionrock hat sich die Gruppe auf ""Real Life"" zu einer bodenständigen Rockband entwickelt, der vielleicht nicht mehr ganz so ohrwurmlastig wie die alten Hits ist, aber solide Kompositionen bietet. Während sich U2 in einer Selbstfindungsphase vielen Experimenten widmeten, haben die SIMPLE MINDS zu den straighten Wurzeln der Musik zurück gefunden, ohne jedoch äußere Einflüsse aus den Augen zu verlieren. Nicht zuletzt wegen der charismatischen und unverwechselbaren Stimme von Sänger Jim Kerr ist das Album jederzeit als ""typisch SIMPLE MINDS"" einzuordnen und zu erkennen. Mir gefällt es ganz gut, dass man sich vom gestenreichen Pathos-Rock etwas abgewandt hat und einfach drauflos gespielt hat. Das machte die Band zudem auch glaubwürdig. Obwohl mir die ganz frühen Werke besser gefallen, höre ich doch auch ""Real Life"", wie alle Alben, immer mal wieder gerne an. Ausfälle gibt es keine auf der Platte, allerdings auch keinen Über-Hit, sie ist halt einfach durchgehend überzeugend. (A.P.)

SIMPLE MINDS - Life In A Day

Wiederveröffentlichung: CD 1986 / Virgin
Erstveröffentlichung: LP 1979 / Virgin

Mit „Life In A Day“ haben die SIMPLE MINDS ein etwas zielloses, stilistisch nicht klar einzuordnendes Album vorgelegt, das am ehesten als New Wave durchgeht. Zwischen Rocksongs und seichten Popliedchen ist fast alles vorhanden. Manchmal sind sogar noch leichte Punk-Anklänge zu hören, aber auch der Bombast-Rock der 70er Jahre hat ein paar kleine Spuren hinterlassen. Einer der Hits ist auf jeden Fall der Titelsong „Life In A Day“, ein früher Synthie-Pop-Song, der vergleichbar mit frühen Human League ist. Beliebt bei den Fans der Gruppe, meiner Meinung nach aber etwas zu flach, ist „Chelsea Girl“. Diese beiden Songs waren nebenbei bemerkt auch die Singleauskopplungen aus dieser Platte. Ansonsten bewegt sich die Musik irgendwo zwischen Hazel O´Connor´s „Breaking Glass“, Blondie, Police und anderen typischen Gruppen dieser Zeit. Etwas mehr in die musikalische Zukunft der SIMPLE MINDS deuten schon Titel wie „Pleasantly Disturbed“ oder „Murder Story“, aber man muss dennoch eindeutig sagen, dass die Band auf ihrem Debut-Album noch nicht ihren eigenen Stil gefunden hat, der sie später unsterblich machen sollte. (A.P.)

SIMPLE MINDS - I Travel


Erstveröffentlichung: 12 Inch 1983 / Virgin / Ariola

Nach dem großen Erfolg von „New Gold Dream“ hielt es die Plattenfirma Virgin für eine gute Idee, einen älteren Song noch einmal als Maxi wieder zu veröffentlichen, nämlich „I Travel“, was eigentlich keine gute Idee war. Schließlich wurde dieser Titel bereits 1980 und 1982 zweimal als Single veröffentlicht. Diesmal erschien er nur als 12“, wobei die europäische Pressung gegenüber der englischen einen Titel mehr aufweist. Für Fans ist diese Platte auf jeden Fall sammelnswert, denn einerseits ist „I Travel“ einer der besten ganz frühen SIMPLE MINDS Songs und andererseits passte er musikalisch perfekt ins Jahr 1983, wo New Romantic und Synthie-Pop den Ton angaben. „I Travel“ ist nichts anderes, als ein treibender, tanzbarer New Wave Song, hier gibt es die über sechsminütige „Extended Version“. Auf der B-Seite gibt es die beiden Titel „Film Theme“ und New Gold Dream“ zu hören. Der erste, wie nicht anders zu erwarten, ein soundtrackartiger Instrumentaltitel, der andere vom gleichnamigen Erfolgsalbum, hier auch in einer „Extended Version“.

SIMPLE MINDS Fans sollten diese Platte auf jeden Fall in der Sammlung haben, aber auch Fans von New Romantic und frühem 80er Pop-Sound dürften nicht enttäuscht sein. (A.P.)

SIMPLE MINDS - Sister Feelings Call


Erstveröffentlichung: LP 1981 / Virgin

Die frühen Alben der SIMPLE MINDS haben mit dem Stadion-Rock, den sie ab Mitte der 80er Jahre spielten wenig zu tun und dürfen einwandfrei als New Wave bezeichnet werden. Sowohl von der Covergestaltung, als auch von der Musik kann man „Sister Feelings Call“ als „kühl“ beschreiben, eher vergleichbar mit Joy Division/frühen New Order, aber auch mit frühen Human League und Fad Gadget, als mit den Weggefährten Echo And The Bunnymen oder U2.Wie für den Wave dieser Zeit üblich, wurde das Rock-Instrumentarium mit akzentsetzenden Keyboards und flächigen Synthie-Sounds ergänzt. Der Opener „Theme For Great Cities“ klingt ein wenig wie ein Soundtrack. Es folgt der Klassiker „The American“, der alles enthält, was die SIMPLE MINDS ausmachte und schon auf den zukünftigen Sound hindeutete. Dieser Song ist ein richtig schöner Ohrwurm, der live bestimmt damals zu den absoluten Höhepunkten gehörte. Zu den intensivsten SIMPLE MINDS Songs gehört aber auf jeden Fall „League Of Nations“, der ähnlich klingt, wie New Order´s „In A Lonely Place“, der B-Seite der ersten Single „Ceremony“, die noch aus Joy Division-Zeiten stammte.

„20th Century Promised Land“ ist ein Song, der schon früh vorwegnahm, was heute als „Sound der 80er“ bekannt und immer noch beliebt ist.

Mit „Sister Feelings Call“ haben die SIMPLE MINDS eine stilistisch vielseitige Platte vorgelegt, über der aber dennoch immer das zeittypische, dunkle New Wave-Feeling liegt. Eine wundervolle Platte! (A.P.)

SIMPLE ONES - Two Cups For A Tale


Erstveröffentlichung: CD / Nois-O-Lution

Zu der Single von SIMPLE ONES gesellt sich jetzt auch eine Longplay-CD, die uns einiges mehr über die Gruppe aussagt. Inzwischen kann ich auch schon mehr mit der Band anfangen, die mit vierzehn Stücken zeigt, daß sie eine ganze Menge draufhat. Insgesamt erinnert die Stimme immer noch ziemlich an Dinosaur Jr. und die Gitarrensong kann man mit den Worten roh, ungeschliffen, psychedelisch, trashig umschrieben werden, jedem der Songs kommt ein anderes Eigenschaftswort zu. Die Gitarren scheinen durchweg nicht ganz richtig gestimmt zu sein und die ganze Produktion klingt eher wie besserer Garagensound, doch dies passt zu den Band und deren Songs. Wer also gerne mal was anderes hören möchte, ist hiermit bestens bedient.
Auf die Frage, wie denn die die Band selbst die Musik beschreibt, antwortet man, daß man Rockmusik mache, ohne irgendwelche stilistischen Einschränkungen. Songs die nicht nur zum Spaß am Spielen gemacht wurden, oder auch „the triumph of style over substance“. Auf die Frage, was denn die Band mit den Beatles zu tun habe, da sie ja oftmals mit dieser wegweisenden Band verglichen wurden, wird zugegeben, daß die Beatles im Prinzip an allen Songs mitverantwortlich waren, daß sie sozusagen die Songs geschrieben hätten, vornehmlich wird hier John Lennon genannt oder aber auch Yoko Ono.
Die Band kommt ja aus Memphis, einer Stadt, die wohl weltberühmt ist für ihre Musik. Aber wie so oft trügt der Schein, laut Bandaussage, denn es ist im Prinzip eine ganz normale Stadt mit den üblichen Problemen und den normalen Alkoholikern und apathischen Leuten, in der nur eine handvoll Bands gute Musik macht. Alles also wieder einmal Illusion.
Da ja, soweit mir bekannt, dieser Elvis Presley auch aus eben jener Stadt kommt, fragte ich die Band, ob denn dieser Sänger ein Thema für sie sei: „Elvis is a theme park to me“ antwortet der Gitarrist Jared. Auch für den Drummer Roy ist Elvis eine wichtige Person, denn er habe eine großartige Stimme, gute Songschreiber, eine gute Band und er war vollkommen in seiner Musik und auch in seinen Drogen eingetaucht, was man an seiner Art sich zu bewegen deutlich erkennen konnte.
Zur Bandgeschichte wurde nur wenig gesagt. Man hatte sich vorgenommen, die Band der 90er Jahre zu werden, obwohl es zur Zeit so aussieht, als würden die SIMPLE ONES die Band des neuen Jahrhunderts werden.
Textmäßig erklärt Jared mir in Originalworten: „Worker vs. parasite - just opped into my head...“. Roy faßt das noch etwas kompakter: „Life reduced to a song level“. Womit ja eigentlich alles gesagt ist.
Möchten die SIMPLE ONES noch etwas zum deutschen Publikum sagen?
Jared: I have bugs in my head
Roy: I speak by hitting things with sticks mostly.
Jim: Come to our shows. (H.H.)

SIMPLE ONES - Forget You


Erstveröffentlichung: 7 Inch / Nois-O-Lution

Das Label NOIS-O-LUTION startet mit dieser Single eine neue Serie mit Namen Nois-O-Lutions Lonley Art Club Bands Seven Inch Vinyl Club. Man weiß zwar, daß Vinyl-Singles kommerziell inzwischen völlig abgeschrieben sind, aber daß ist gottseidank nicht so wichtig und so beschert man dem Vinyl-Sammler neue Objekte des Vergnügens. Die Cover der Singles werden von alternativen Comickünstlern gezeichnet und den Anfang macht BERT HENNING als Zeichner (einer der Initiatoren der Honk Studios in Berlin) und die SIMPLE ONES als Musikkünstler. Die SIMPLE ONES sind eine Band aus den USA, die Gegend nennt sich Memphis und sind dort keine Neulinge, denn sie haben bereits sieben Singles und eine CD namens „Worth The Weight“ herausgebracht. Die Songs auf der Single sind alles andere als eingängig, denn es wird einem hier eine ganz eigene Art von Musik vorgeführt, die eine Mischung aus Alternative Rock und einer Dinosaur Jr.-Stimme zeigt, teils doch eingängig, aber dann nur für Sekunden und auf der anderen Seite wird es dann wieder ganz komisch und abgedreht psychedelisch. Man muß sich dran gewöhnen, aber man kann das Ganze gerne hören. (H.H.)

SIN CITY SIX - Home Of The Brave


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Locomotive Music

Das zweite Album von SIN CITY SIX ist raus. Grundsätzlich hat sich an der Musik nichts geändert, es ist weiterhin fett produzierter Punk´n Roll, der strikt nach vorne abgeht, aber dabei nicht einfach nur runtergebrettert wird, sondern gekonnt variiert in Sachen Melodien und Breaks. Es erinnert manchmal ein wenig an Turbonegro, was die Herren, die in Madrid ihr Zuhause gefunden haben, hier fabrizieren. Eine Neuigkeit gibt es aber zu vermelden, denn mit Russell Conway hat man einen neuen Sänger dazugeholt. Der alte Sänger Lee Robinson ist, wenn ich richtig informiert bin, an Krebs gestorben. Wie gesagt, die 12 Lieder-39-Minuten-Scheibe fügt sich soweit nahtlos an das Debut-Album an und bietet Garagenrock, wie er zurzeit irgendwie wieder modern ist. Biertrinken ist dabei übrigens unbedingt anzuraten. (H.H.)

SIN CITY SIX - Sin City Six


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Locomotive Music

Ich fang am besten gleich mit der richtigen Beschreibung dieser CD an: Das ist eine sehr coole Scheibe. Das ist wahrer Punk´n Roll, das ist roh, das ist melodiös, das ist superfett produziert und es geht im American Style nach vorne los. Das ist wirklich toll. SIN CITY SIX, bestehend aus Amerikanern, Engländern und Spaniern, präsentiert hiermit ihr Debüt-Album, das wirklich mehr als gelungen ist und nicht wie ein Debüt klingt, sondern wie eine Band, die schon lange bei der Sache ist und sich gut kennt. Sicherlich sind SIN CITY SIX auch eine gute Liveband. Das ist genau die Musik, die man in einem kleinen Club hören sollte oder in einer Kneipe beim Biertrinken. Ich jedenfalls bin restlos begeistert und hoffe, daß die CD hier gut promotet wird, damit die Leute auf sie aufmerksam werden. Das BACK AGAIN jedenfalls wünscht hierbei viel Glück, denn ads hat die Band verdient und mit etwas Glück werden sie noch ganz groß. (H.H.)

SON-GOKU - Crashkurs


Erstveröffentlichung: CD 2002 / For / Sony

THOMAS D kennt man sonst ja eher vo den FANTASTISCHEN VIER, doch die einzelnen Mitglieder erlauben sich ja hin und wieder Ausflüge in Sologefilde, jedenfalls manche von ihnen. THOMAS D beglückt die Menschheit mit einer Rockplatte, um es mal platt auszudrücken. Den hohlen Phrasengesängen moderner Boygroups setzt er dafür mit hochstilisierten Texten ein marantes Gegenstück: Jesus, Botschaften und ein wenig Hippytum sind sein Steckenpferd. Ob diese Texte nun ein wenig hochgestochen sind, ob sie intelligent sind oder albern, das sollte wohl jeder selbst für sich entscheiden. THOMAS D jedenfalls kämpft für eine heile Welt, klärt auf, fordert zum Nachdenken auf und versucht auf die Apathie der jungen Generation hinzuweisen. Im Grunde ist das nicht schlecht, doch für meinen Geschmack mitunter ein wenig zu hochgestochen und vor allem ein wenig zu religionslastig. Die meisten kennen wahrscheinlich nur die Single „Alle für jeden“, doch die ist, zumindest musikalisch, nicht das typische Stück von „Crashkurs“, es ist ein wenig zu fröhlich und punkig. Auf dem Longplayer geht es tatsächlich mehr rockig zu. Vor allem wird hier natürlich gesungen und nicht gehiphopt, oftmals im Duett mit Komi, wobei auf Sprechgesang aber nicht vollständig verzichtet wird. Alles in allem für mich persönlich allerdings kein Meisterwerk, dieTexte sind mir ab und an ein wenig zu gewollt pathetisch und die Musik hätte ruhig etwas mehr Punk als Rock sein können, aber schlecht ist das allemal nicht. (H.H.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - O Baby


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1995 / Polydor

Eigentlich sollte man dieses Machwerk ja keines Wortes würdigen, aber einige Worte der Warnung sollten fairerweise sein. Das das neue Material von SIOUXSIE kommerziell sein würde, war ja ziemlich klar, aber das es so schlimm werden würde, hatte selbst ich als notorische Pessimist nicht erwartet. Das neue ""O Baby"" ist leider dermaßen miserabel, das man schon sehr viel Phantasie braucht, um das noch Independent zu nennen. Denn es ist alles, nur das nicht. Klar, Musiker entwickeln sich, verändern sich wie alle Menschen, aber das sich die Punk- und Gothic-Heroe in ein Trallala-Singsang-Happy-Chartbreaker-Girl (welch Wortkreation!) verwandeln würde, hätte ich selbst nach dem ohnehin schon sehr kommerzigem ""Face To Face"", welches ich übrigens noch recht gut finde, nicht geglaubt. Ich argwöhne, daß hier höhere Mächte im Spiel sind, will sagen, irgendwelche Labelbosse. Ich weigere mich zu glauben, daß dieser Müll auf SIOUXSIE´s Mist gewachsen ist. So, jetzt wird die Maxi-CD weggeräumt, sie kommt gleich neben Cure´s ""Wish"" und Sister´s ""Temple Of Love ´92"". (B.I.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Superstition


Erstveröffentlichung: CD 1991 / Wonderland / Polydor

1988 mit “Peepshow” hatten Siouxsie Sioux und ihre Banshees einen Höhepunkt ihrer Bandgeschichte, die bei Punk und Gothic angefangen hat und dann über New Wave und Psychedelic zu Popmusik führte, erreicht. „Peepshow“ war perfekter Pop, ohne auch nur eine Sekunde lang oberflächlich und seicht zu sein. Als 1991 dann das Nachfolgealbum „Superstition“ erschien, war man schon skeptisch, was noch kommen sollte. Die Vorabsingle „Kiss Them For Me“ war nett, aber nicht wirklich überzeugend, obwohl groß produziert, vielleicht aber auch schon überproduziert. Das Album führte diesen Weg weiter und verprellte damit viele alte Fans, ohne jedoch neue hinzugewinnen zu können. „Superstition“ ist mit Abstand das glatteste und am leichtesten zu konsumierende Album der Band und dementsprechend wohl auch kein großer Erfolg gewesen. Nicht, daß das jetzt falsch verstanden wird, die Platte ist gut, nur ist man von SIOUXSIE AND THE BANSHEES mehr gewohnt gewesen, als nur ein „gutes“ Album. Die Gruppe war ihrer Zeit eigentlich immer voraus, hier gliedert sie sich jedoch nur in die Masse normaler Pop-/Rock-Musik ein. Einige Titel sind wirklich überzeugend, so hätte „Cry“ auch problemlos auf „Tinderbox“ erscheinen können und mit „Shadowtime“ ist einer der schönsten Popsongs von SIOUXSIE AND THE BANSHEES überhaupt auf dem Album. Vor einigen Jahren gefiel mir die Platte überhaupt nicht, inzwischen mag ich sie zumindest so, dass ich sie jederzeit nebenbei hören kann, allerdings auch nur nebenbei, sozusagen als bessere Alternative zum alltäglichen Radiogedudel. Mitte der 90er Jahre haben SIOUXSIE AND THE BANSHEES mit „The Rapture“ noch mal ein Album nachgelegt, das einige alte Fans etwas versöhnen konnte, doch danach löste die Gruppe sich auf. Nach fast 20 Jahren als eine der wandlungsfähigsten Bands überhaupt, war das Feuer wohl irgendwie erloschen, bzw. brannte nur noch auf ganz kleiner Flamme. Daß man manchmal alte Dinge beenden muß, um was neues, frischeres zu beginnen, haben Siouxsie Sioux und Drummer Budgie in den vergangenen Jahren mit den Creatures bewiesen. (A.P.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Peepshow


Erstveröffentlichung: CD 1988 / Wonderland / Polydor

Punk, Gothic, New Wave, Neo-Psychedelic, Pop, Perfect Pop, so könnte man in Kurzform die Karriere von SIOUXSIE AND THE BANSHEES beschreiben. „Peepshow“ ist Perfect Pop, was sollte also danach noch kommen? Richtig, SIOUXSIE´s schwächstes Album „Superstition“, das gerade noch einen wirklich guten Song („Shadowtime“) enthielt. Nachdem das dandyhafte Album „Tinderbox“ schon gezeigt hatte, daß die Band erwachsen geworden war, bewies „Peepshow“, daß die Gruppe eigentlich das Potential für die oberen Chartränge hätte. Die erste Auskopplung „Peek-A-Boo“ war ein leidlicher Hit, aber mit Songs wie „The Killing Jar“, „Ornaments Of Gold“, „Scarecrow“ und einer der schönsten Balladen aller Zeiten, „The Last Beat Of My Heart“, war die Gruppe vom Songwriting und den Melodien her auf ihrem Höhepunkt angelangt. An „alte“ „Hyaena“- und „Tinderbox“-Zeiten erinnern lediglich das minimalistische „Rawhead And Bloodybones“ und das monumentale „Rhapsody“, das ein wenig wie eine Fortsetzung von „Dazzle“ oder „Cascade“ klingt. Zur wunderbaren Musik gibt es, sozusagen Gratis, ein edel gestaltetes Covermotiv. (A.P.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Tinderbox


Erstveröffentlichung: CD 1986 / Wonderland / Polydor

Mit „Tinderbox“ vollzogen SIOUXSIE AND THE BANSHEES nach „Hyaena“ endgültig die Wende zur Popband. Der Wave vergangener Tage war zwar noch durchzuhören, vor allem natürlich durch SIOUXSIE´s prägnante Stimme, vom Punk und Gothic der Anfangstage war aber nichts mehr zu hören. Mit „Candyman“ und vor allem „Cities In Dust“ enthält „Tinderbox“ zwei recht erfolgreiche Single-Auskopplungen. Vor allem das Video von „Cities In Dust“ lief bei den damals existenten Musikkanälen rauf und runter. Mit diesem durchgehend angenehm anzuhörenden Album sind SIOUXSIE AND THE BANSHEES endgültig erwachsen geworden. Die CD enthält gegenüber der LP fünf weitere Titel, nämlich die komplette „Cities In Dust“ 12“ und die B-Seite der „Candyman“ 12“. (A.P.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Hyaena


Erstveröffentlichung: LP 1984 / Wonderland / Polygram

Mit der 1983er Single „Dear Prudence“ eröffneten sich SIOUXSIE AND THE BANSHEES den Weg in kommerziell erfolgreichere Gefilde und nach dem eher mittelmäßigen Live-Album „Nocturne“ wurde es Zeit ein neues Studioalbum aufzunehmen. 1983/84 erfanden irgendwelche Journalisten ein sogenanntes Neo-Psychedelica-Revival, zu dem auch The Glove´s „Blue Sunshine“ und Cure´s „The Top“ gerechnet wurden und eben auch „Hyaena“. Bezeichnend ist, daß an allen drei Alben Robert Smith beteiligt war, dessen Gitarrenstil hier recht prägend zum Vorschein kam. Letztendlich ist „Hyaena“ natürlich nichts anderes als ein Popalbum mit vielen Wave-Einflüssen und tatsächlich ein paar psychedelischen Momenten. Auch wenn SIOUXSIE SIOUX es nie eingestanden hat, war Smith´s Einfluß auf die Platte sicherlich nicht gering. Eröffnet wird die Platte vom hymnenhaften „Dazzle“, auch als Single ausgekoppelt, das zu meinen ewigen SIOUXSIE-Favoriten gehört. Die andere Single „Swimming Horses“ weiß ebenso zu gefallen, wie der unter Fans beliebte Bandklassiker „Bring Me The Head Of The Preacherman“. Mit „We Hunger“ und „Belladonna“ sind weitere Titel vertreten, die locker das Zeug zur Single-Auskopplung gehabt hätten. Lange Zeit war „Hyaena“ mein liebstes SIOUXSIE-Album. Das hat sich zwar etwas zugunsten von „Juju“ verschoben, aber dennoch lege ich „Hyaena“ noch häufig auf, denn man kann das Album locker am Stück durchhören. Letztendlich hat diese Platte den Weg gewiesen, den SIOUXSIE AND THE BANSHEES einige Jahre später mit „Peepshow“ perfektioniert haben. Die Zeiten, der wilden, punkigen SIOUXSIE SIOUX waren hier längst vorbei und die Phase der unnahbar scheinenden Diva begann. Mit „Tinderbox“ und „Peepshow“ folgten noch zwei tolle Platten, unterbrochen von der Coverversionen-Platte „Through The Looking Glass“, bevor mit „Superstition“ leider das Ende der Gruppe eingeläutet wurde, das mit der guten „The Rapture“-Platte nur noch halbherzig aufgehalten wurde. (A.P.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Once Upon A Time - The Singles


Erstveröffentlichung: LP 1981 / Polydor

Nach dem vierten SIOUXSIE Album „Juju“ wurde es Zeit, die Singles, die teilweise nicht auf den Alben enthalten waren, mal kompakt zusammenzufassen. Von der ersten Single „Hong Kong Garden“ und den beiden Nachfolgern „The Staircase (Mystery)“ und dem genialen „Playground Twist“ zu den Wave-Klassikern „Happy House“, „Christine“ und „Israel“ bis hin zu „Arabian Knights“ und „Spellbound“ sind alle frühen Hits enthalten, dazu noch die Frühwerke „Love In A Void“ und „Mirage“ (die beide nicht auf der gleichnamigen Videocompilation drauf sind, dafür findet sich dort aber der Clip zu „Red Light“). Zu dieser Zeit schlossen SIOUXSIE AND THE BANSHEES mit ihrer Punk- und New Wave-Phase schon fast ab, es folgte ein Jahr später noch „A Kiss In The Dreamhouse“, bevor man sich mit „Hyaena“ noch etwas halbherzig, danach mit „Tinderbox“ jedoch vollkommen dem anspruchsvollen Pop zuwendete. Da einige Titel dieser Compilation auf den normalen Alben nicht zu finden und außerdem alle Texte abgedruckt sind, darf „Once Upon A Time“ in keiner SIOUXSIE-Sammlung fehlen. (A.P.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Juju

Wiederveröffentlichung: CD 1989 / Polydor
Erstveröffentlichung: LP 1981 / Polydor

Als SIOUXSIE-Fan seit fast 15 Jahren habe ich es erst vor kurzem geschafft, mir nach und nach mal die Veröffentlichungen als CDs nach zu kaufen, deshalb auch erst jetzt eine Kritik zu diesem beinahe besten Album der Band. Mit „Kaleidoscope“, „Juju“ und „A Kiss In The Dreamhouse“ kamen Anfang der 80er drei Alben der Band nacheinander heraus, die alle das Prädikat New Wave-Klassiker verdienen. Mit diesen Platten haben SIOUXSIE AND THE BANSHEES das Wave Genre geprägt, wie kaum eine andere Gruppe, abgesehen vielleicht von The Cure und Joy Division. Waren auf den ersten Alben „The Scream“ und „Join Hands“ noch die Punkwurzeln spürbar, so kam „Kaleidoscope“ unterkühlt-minimalistisch daher und „A Kiss In The Dreamhouse“ schon deutlich eingängiger, bis hin zu den reifen Popalben „Tinderbox“ und „Peepshow“. „Juju“ ist die perfekte Mischung aus all dem. Einerseits noch rauh und wild, andererseits schon melodiös. Mit „Spellbound“ und „Arabian Knights“ sind auf der Platte zwei grandiose und auch kommerziell erfolgreiche Charthits vertreten. Dazu die Wave-Klassiker „Monitor“ und „Halloween“ und einer der vielleicht besten SIOUXSIE-Songs überhaupt: „Into The Light“, der meiner Meinung nach zu unrecht kein Klassiker geworden ist. Mit „Night Shift“ ist auch ein weiterer SIOUXSIE-Song hier erstmals erschienen, der sich mit seiner dunklen Atmosphäre neben „Israel“ zu einem der beliebtesten Live-Songs der Band entwickelt hatte. Auch mit den restlichen drei Songs „Sin In My Heart“, „Head Cut“ und „Voodoo Dolly“ bleibt die Qualität der Platte erhalten, so daß es sich bei „Juju“ definitiv um eines der drei wichtigsten und besten SIOUXSIE-Alben handelt, die in jeder Wave-Sammlung enthalten sein sollten! (A.P.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Kaleidoscope


Erstveröffentlichung: LP 1980 / Polydor

Neben Cure waren SIOUXSIE AND THE BASNHEES wohl die prägendste Band für den Wave der frühen 80er. Nach dem punkigen „The Scream“ und dem frühen Gothic-Rock Werk „Join Hands“ begann mit „Kaleidoscope“ 1980 SIOUXSIEs New Wave Phase, was einerseits sicherlich an den Bandumbesetzungen lag, andererseits aber auch an der zu dieser Zeit vorherrschenden Loslösung von ausverkauften Punkidealen. Nicht unterschlagen sollte man auch die Tatsache, daß aus den Bandmitgliedern schlicht und einfach bessere Musiker geworden waren. „Kaleidoscope“ eröffnet SIOUXSIEs „Wave Trilogie“, die mit dem genialen „Juju“ und der perfekt produzierten „A Kiss In The Dreamhouse“ fortgesetzt wurde. Für mich sind das die drei besten SIOUXSIE Platten, nicht jeder wird so denken. „Kaleidoscope“ ist minimalistisch, manchmal sogar kalt, brachte aber mit „Happy House“ und „Christine“ zwei zeitlose Hitsingles vor, die auch heute noch gerne in guten (!) Wave-Discotheken eingesetzt werden. Das beliebteste Lied unter Fans dürfte hier natürlich „Red Light“ sein, ein schlicht und einfach perfekter New Wave Song. Als Live Klassiker hat sich „Paradise Place“ erwiesen, aber auch die übrigen Lieder fügen sich nahtlos in die Reihe der schon erwähnten ein. Damit gehört „Kaleidoscope“ sicherlich zu den Klassikern des New Wave, auch wenn mir persönlich „Juju“ noch ein bißchen besser gefällt. (A.P.)

SIOUXSIE AND THE BANSHEES - Join Hands

Wiederveröffentlichung: CD 1989 / Polydor
Erstveröffentlichung: LP 1979 / Polydor

Nach dem fast reinen Punk-Rock Album „The Scream“ hatten SIOUXSIE AND THE BANSHEES mit dem Zweitling „Join Hands“ ihren ganz eigenen Stil gefunden, der von nun an immer mehr verfeinert wurde. „Join Hands“ steht stilistisch genau zwischen den frühen Punksachen und den New Wave Sachen, die mit Alben wie „Kaleidoscope“ und „Juju“ folgen sollten. Die Platte ist letztendlich nichts anderes, als SIOUXSIE´s einziges Gothic-Rock-Album, ein stilprägendes dazu. Neben Bauhaus und UK Decay darf man die Band damit zu den richtigen Urahnen des vom Punk beeinflussten Gothic-Rock zählen. Würde mich nicht wundern, wenn Rozz Williams hier auch einige Inspirationen zu Christian Death´s „Only Theatre Of Pain“ LP her hätte. Songs wie „Poppy Day“, „Placebo Effect“ und die Single „Playground Twist“ sind unsterbliche Hymnen, getoppt allerdings noch vom genialen „Icon“, einem der besten und leider unterschätztesten SIOUXSIE Songs überhaupt. Erwähnenswert besonders auch noch die Version von „The Lord´s Prayer“, dem Titel, mit dem die Geschichte der Band überhaupt erst angefangen hat, der hier aber wahrscheinlich bei weitem nicht so chaotisch rüberkommt, wie er beim allerersten Liveauftritt tatsächlich war. „Join Hands“ ist eines der großen SIOUXSIE AND THE BANSHEES Alben und stilistisch sicherlich eines der wichtigsten, hat es doch definitiv eine ganze Generation von Musikern und Bands beeinflusst. SIOUXSIE selber hat sich schnell anderen Dingen zugewandt, nachdem man im Gothic-Rock eine unübertreffliche Marke hinterlassen hat. (A.P.)

SISSY - Sick


Erstveröffentlichung: CD 2003 / SFT Records / M-System

SISSY war ursprünglich ein Soloprojekt von Sänger Tobias Roick, doch inzwischen ist es eine richtige Band geworden, die die Stücke nun noch einmal eingespielt hat. Man bezeichnet sich selbst gerne als NewMetal-Band, wobei dieser neumodische Begriff ja irgendwie steht für eine Mischung aus Metal, Hardcore und Alternative. SISSY, ich weiß nicht, wie man auf diesen Namen gekommen ist, stehen meines Erachtens eher in der Tradition des Alternative und geben sich die Hand mit Bands wie Linkin Park und anderen, ohne allerdings deren Rap-Attitüden zu übernehmen. Die CD hat viele gute Lieder, von denen ich am besten mal den Kracher „Upside Down“ und die Ballade „Song Of Pain“ stellvertretend nennen möchte. SISSY haben gutes Songwriting-Potenzial und bringen einen vollen, allerdings nicht unbedingt glasklaren Sound. Die Produktion hat durchaus ihre Ecken und Kanten, was sicherlich viele bemängeln werden, was aber die Band ein gutes Stück eigenständiger klingen lässt. So ist „Sick“ ganz sicher kein Hochglanzprodukt geworden, sondern es wirkt alles „echt“ und irgendwie merkt man, dass hier Menschen hinter den Instrumenten stehen, die ihr Handwerk gelernt haben, die aber auf Perfektion und Gradlinigkeit scheißen und das ist eine Einstellung, die mir im Grunde sehr gut gefällt. Musik dieses Genres muss Schweiß haben, muss Haken und Ösen haben und dadurch krachen und in den Körper fahren. Manche Songs von „Sick“ hätten durchaus Chartpotenzial, werden aber so kantig dargeboten, dass die Masse, also sozusagen das „Deutschland sucht den Rockstar“-Publikum eventuell etwas abgeschreckt wird. Aber glattproduzierte Mainstream-NuMetal-Bands gibt’s wie Sand am Meer, da braucht man nicht noch mehr. Es gibt aber auch ein bisschen was zu bemängeln. Die Texte könnten ruhig ein wenig subtiler und lyrischer sein, sie sind ein wenig zu direkt und vielleicht auch ein bisschen zu einfach. Und am Cover hätte man noch ein wenig feilen können. Ansonsten aber eine gute CD, die ahnen lässt, dass da noch großes kommen könnte. (H.H.)

Webadresse der Band: www.sissy-music.de

SISTERS OF MERCY - Wide Receiver


Erstveröffentlichung: CD

This CD contains a couple of unreleased tracks, instrumental versions, demos and live tracks. The sound quality is partly very poor, but some tracks are necessary for all SISTERS addicts, like ""Wide Receiver"", a version of ""Fix"" sung by Craig Adams, a demo of ""Red Skies Disappear"" (here entitled ""Marian"" demo 1985), an early version of ""Garden Of Delight"" (later a Mission classic) and ""Poison Door"" (actually not by the SISTERS, but by Ghost Dance with Anne Marie on vocals). The other demo and instrumental tracks are nice, but not too important. Well, simply another of the millions of SISTERS OF MERCY bootlegs. (A.P.)

- Knocking On Heaven´s Door


Erstveröffentlichung: CD

Another Live Bootleg of the SISTERS. Place and date of the gig are not mentioned on the cover, but it is from the 1985 tour. The sound is okay and the songs are the usual for this time, ""First And Last And Always"", ""Body And Soul"", ""Alice"", ""Floorshow"", ""Marian"" and a few more. Typical SISTERS Boot.

THE SISTERS OF MERCY - First And Last And Always


Erstveröffentlichung: CD / Wea

Do I ""carry owls to Athens"", if I say, that this first album of the SISTERS is one of the most important and influential album of the whole Gothic-Rock movement? This album is simply a classic, every song is brilliant, even if you listen to the more poppy ones like the singles ""No Time To Cry"" and ""Walk Away"", the rocky ""First And Last And Always"" and ""A Rock And A Hard Place"" , the dark ""Black Planet"" and ""Possession"" or the hymns ""Some Kind Of Stranger"" and ""Marian"". Especially ""Marian"" is one o the best-known and also best songs of the SISTERS. I fell in love with it when I heard it the first time many years ago and ""Marian"" was on of the few songs, that infected me with the Gothic-scene (beside ""She sells sanctuary"" of The Cult and ""Icon"" by Siouxsie).

To name all the songs on this album, I also have to mention ""Nine While Nine"" and ""Logic"" (later known live as ""Amphetamine Logic""), which are both very typical SISTERS songs, really good ones, I would say.

""First And Last And Always"" is one of the very few real classics of the Gothic-Rock genre and simply the absolute climax of THE SISTERS OF MERCY. They (that means Eldritch) never reached such impressive quality again, even, if the following ""Floodland"" album was really good. (A.P.)

SISTHEMA - The Fourth Discontinuity


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Sanctuary Records

(H.H.)

16 BIT - Where Are You? (Remake 1995)


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1995 / Wea

Einer der großen Klassiker aus den 80ern. Gerüchte besagen, daß die Musik damals mit einem Amiga 500 gemacht wurde, ob dies stimmt, kann ich aber leider nicht sagen. Im Jahre 1995 gab es dann diese Wiederveröffntlichung, oder besser gesagt das Remake, das mit dem Radio Edit beginnt, der sehr viel Ähnlichkeit mit der alten Version hat. Es folgt der ""DJ Dag Mix ´95), der recht ruhig und vor allem spacig mit wabernden Synthiesounds daherkommt. Schön langweilig, reicht höchstens zum Nebenbei hören. Es folgt das ""12"" Remake ´95"", ähnlich wie der Radio Mix, aber mit einem etwas härteren Techno-Rhythmus versehen, nett und leicht trancig. Es endet mit ""The Raven (live)"", wobei bei Techno der Begriff ""live"" ja immer irgendwie ein wenig lächerlich ist. Na ja, bei dem Track handelt es sich um netten, aber auch recht trancigen Pop-Techno, gut hörbar. Im Ganzen eine nette CD, auf die die Welt sicherlich nicht gewartet hat, die aber auch das Originalstück nicht zu sehr verhunzt, sondern eher mit modernen Mitteln etwas aufpeppt, was ja auch ganz okay ist. Man muß natürlich auch dagegen halten, daß man sich auf etwas mehr Mühe hätte geben können, um aus dem Stück ein wenig neuartiges rauszuholen. (H.H.)

16 HORSEPOWER -



16 HORSEPOWER hat mir mein ehemaliger WG-Mitbewohner Marco das erste Mal vorgespielt und ich war sofort von der kraftvollen Musik infiziert, so daß ich mir die CD gleich selber kaufte. Damals war die Band in Deutschland noch so eine Art Geheimtip, aber inzwischen haben sie auch hier ihre Fans gefunden, obwohl sie musikalisch kaum genau einzuordnen sind. Ganz klar ist, daß die Band irgendwie jede Menge Country-Einflüsse verarbeitet, inclusive Banjo, Geige und so weiter. Dazu eine gehörige Portion Alternative-Rock (oder wie man das auch immer nennen will), gepaart mit einer ordentlichen Punk-Attitüde. Als Vergleich fallen mir die frühen Wall Of Voodoo ein, nur, daß 16 HORSEPOWER überhaupt nicht düster sind, sondern sehr treibend. Gelegentlich kommt auch leichtes Nick Cave Feeling durch, der mit „Your Funeral My Trial“ ein Meisterwerk geschaffen hat. Es wäre unfair, zu schreiben, daß 16 HORSEPOWER nur wie die genannten Bands klingt, denn trotz aller Einflüsse hat die Band einen ureigenen Stil geschaffen, der inzwischen selbst diverse Epigonen nach sich gezogen hat. Trotzdem werden Fans von Obengenannten und vielleicht auch den frühen Crime & The City Solution und ein wenig Tito & Tarantula, ja sogar Echo And The Bunnymen (in „For Heaven´s Sake“) ihre wahre Freude haben. Auf jeden Fall ist „Low Estate“ eines DER Alternative-Alben der 90er Jahre gewesen und klingt auch heute noch frisch und unverbraucht. Eigentlich bin ich Country-Hasser, da es eine extrem reaktionäre Musik ist, aber in dieser Form kann sogar ich etwas damit anfangen. Für Filme von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino dürfte das eigentlich die ideale Musik sein. (A.P.)

SIXTEENS - Fendi


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2004 / Hungry Eyes Records

The SIXTEENS are a US-based band from San Francisco and they are friends with The Vanishing and The Phantom Limbs. They actually have an own LP and a Split 12“ with The Vanishing out and now present their latest work on Hungry Eye Records. I don´t like too much to write, what label´s info-sheets say, but in this case, it contains some really true statements. There is „Post-Punk“ mentioned and bands like TuxedoMoon and Suicide and the legendary Screamers and Ireland´s Virgin Prunes. Fine collection of influences, I think. I would also add Nervous Gender/Beelzebub Youth and you can get a good impression, what you can exspect from the SIXTEENS. This is some kind of Synth-Punk with a heavy early New Wave feeling and some Gothic-/Death-Rock influences. Think of a darker version of the Epoxies, only with male vocals. This all sounds great, doensn´t it? And yes, the SIXTEENS are really a fantastic band and I absolutely would like to see them perform live in the future. If you like, what you read here and if you like the beautiful sounds of 80s Casio keyboards, you are definetly right here. (A.P.)

Webadresse der Band: www.hungryeyerecords.com

SKALATONES - The Best Tracks So Far


Erstveröffentlichung: CD / Pork Pie

Im Jahre 1995 gegründet und schon eine CD mit den besten Tracks so far. Was eigentlich noch umso erstaunlicher ist, daß die erste Maxi-CD erst im Mai 1997 erschienen ist und das erste Album sogar erst im November 1997. Eine weitere CD-Single erschien dann auch irgendwann danach. Wo ist das Geheimnis? Ich weiß es eigentlich nicht, jedenfalls beinhaltet diese Best Of-CD die besten vierzehn Songs dieser drei Veröffentlichungen und einen unveröffentlichten Song. Die CD erschien zur SKALATONES-Tour in Deutschland. Na ja, jedenfalls können wir hier einige recht gute Ska-Kracher jeglicher Ska-Richtungen hören, am liebsten gefallen mir diese schnellen, fröhlichen Sachen wie „Going Nutty"" oder „Start Skanking"", gerade letzterer Song ein grandioses Lied sondergleichen! (H.H.)

SKANFROM - Soothing Sounds For Robots (Digital)


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Genetic Music

Was soll man zu den Releases dieses Labels noch schreiben? Bisher waren alle sehr gut bis grandios und anders ist es bei dieser CD von SKANFROM auch nicht. Im Original wurde „Soothing Sounds For Robots“ als limitierte 12“EP veröffentlicht, die natürlich längst vergriffen ist, also überlegten Label und Musiker, dass es doch viel zu schade wäre, diese Klänge nicht einer breiteren Hörerschaft zugänglich zu machen. Deshalb hat man mal locker 9 neue Tracks, die stilistisch dazu passen, abgemischt und diese als Digital-Version der EP mit insgesamt 22 Tracks noch einmal auf CD veröffentlicht. Wer SKANFROM von diversen Releases schon kannte, weiß, was ihn erwartet. Für alle anderen sei gesagt, dass SKANFROM, Soloprojekt eines Bakterielle Infektion-Mitglieds, wohl der Inbegriff des aktuellen Minimal-Electro-Sounds ist. Zu hören gibt es minimalistische Klangskulpturen, Miniaturen, Experimente oder auch einfach Ideen. Bei vielen Tracks denkt man, dass sie, weiter ausgearbeitet, echten Hitcharakter haben würden, aber sie in diesem Urzustand zu belassen hat wahrscheinlich Konzeptcharakter. Die Lieder sind durchgehend instrumental und basieren meist auf einer einzigen Idee, fast, als wenn der Künstler eine Grundlage zur Weiterbearbeitung durch andere Musiker schaffen wollte. Dabei haben viele Titel aber absolute Ohrwurmqualität, obwohl man das Gefühl hat, im positiven Sinne, dass hier jemand Klänge auf ihre Basis reduziert hat. Das tut gut in Zeiten, in denen Produktionen immer perfekter und pompöser werden, um in den Charts Erfolg zu haben. Wer braucht schon durchgestylte Releases von den „Superstars“, nach denen in einem Jahr kein Hahn mehr kräht, während ein Projekt wie SKANFROM auch dann noch seine kleine, aber feine Anhängerschaft haben wird. Wie alle Genetic Music-Releases ist auch diese CD ein Pflichtkauf. (A.P.)

SKAOS - Ham & Eggs


Erstveröffentlichung: CD / Pork Pie

Nachdem wir ja vor einger Zeit die Wiedervereinigung einer der bekanntesten deutschen Ska-Bands mit einer Wiederveröffentlichung alter Stücke feiern konnten, bringen SKAOS nun ein brandneues Album mit brandneuen Stücken ins Haus. Was zuallererst auffällt, ist die vergrößterte Stilvielfalt, die SKAOS an den Tag legt. Man hört hier nicht nur 2-Tone, sondern auch einige andere Dinge, wie z.B. Calypso, Ska-Core und der Song ""Murderer"" ist ja sogar schon fast ein harter Punksong. Diese CD dürfte auch diejenigen überzeugen, die bislang noch nichts von Ska hielten oder vielleicht sogar noch gar nichts kannten. Alte Fans der Band werden nach ""Ham & Eggs"" garantiert weiterhin Fans bleiben. Das ist hier für mich eines der schönsten Ska-Alben der letzten Monate! (H.H.)

SKELETAL FAMILY - Burning Oil


Erstveröffentlichung: LP 1984 / Red Rhino / The Cartel

Mit „Burning Oil“ legten SKELETAL FAMILY ihr erstes Album vor, nachdem sie mit Singles und EPs zuvor schon eine Fangemeinde gefunden hatten. Obwohl der große Batcave-Hype schon wieder am abflauen war, zählte man die Band noch dazu und durch ihre Freundschaft mit den Sisters Of Mercy wurde sie auch gleich noch in die Gothic-Rock-Schublade gesteckt. Beide Attribute waren sicherlich nicht falsch, vor allem, wenn man das zweite Album „Futile Combat“ anhört, aber auf „Burning Oil“ war stilistisch weitaus vielseitigeres Material zu hören. So ist der Opener „So Sure“ gleich ein treibender Popsong mit Bläsereinsatz (bzw. entsprechenden Keyboards), der durchaus auch kommerzielles Potential hat, aber leider nie ein Hit wurde. „Burning Oil“ ist ein guter Rocksong, der allerdings nicht besonders gut produziert ist, der Gesang ist viel zu sehr im Vordergrund. „Ritual“ dürfte einer der Gründe sein, dass die Band in die Batcave-Ecke gestellt wurde, das klingt schon fast nach Bone Orchard oder Ausgang. Recht guten Gothic-Rock gibt es bei „The Wind Blows“ und „Waiting Here“ zu hören und „And I“ passt in eine Reihe mit Bands wie Siouxsie And The Banshees, wieder Bone Orchard und Blood & Roses und so weiter. Mit „Burning Oil“ haben SKELETAL FAMILY gut vorgelegt, ihren Höhepunkt erreichte die Band aber erst mit „Futile Combat“. (A.P.)

SKELETAL FAMILY - The Singles Plus 1983-85


Erstveröffentlichung: CD 1994 / Cherry Red Records / Intercord

SKELETAL FAMILY sind eine Legende, keine Frage. Mitte der 80er Jahre machte die Band vor allem in England, mit der Single „Promised Land“ aber auch in Deutschland Furore. Bei einem Konzert der Gruppe im Herbst 1985 standen Andrew Eldritch und Wayne Hussey zum letzten Mal gemeinsam auf der Bühne, als Gäste von SKELETAL FAMILY.

Cherry Red Records, ein an sich schon legendäres Label, veröffentlicht hier nun auf einer CD die frühen Platten der Bands wieder, wobei alle Hits einschliesslich „Promised Land“ vertreten sind. Die erste Single „Trees/Just A Friend“ war noch eher dem New Wave verhaftet, bevor die Band um Sängerin Anne-Marie sich dem Gothicrock in Reinkultur zuwandte. „Trees“ könnte fast auch ein alter Anne Clarke-Song sein, wunderschön. Mit „She Cries Alone“, „Guilt“, „Promised Land“ und „The Night“ sind weitere bekannte Songs der Gruppe endlich wieder erhält­lich, aber auch die B-Seiten Tracks haben nach fast zehn Jahren noch nichts von ihrer Genialität verloren und es ist Cherry Red hoch anzurechnen, daß sie diese Band mit Vorbildfunktiou nun wieder der grösseren Masse zugänglich machen.

Zum Glück verzichtete man darauf, die letzte (Major-) Single mit neuer Sängerin auf diese Compilation draufzunehmen, denn das war nur noch schleimiger Pop. Anne-Marie gründete nach ihrem Ausstieg bei SKELETAL FAMILY mit Gary Marx (Ex-Sisters) Ghost Dance, die drei gute Maxis veröffentlichten und dann sang und klanglos mit einigen Pop-Maxis im Mainstream verschwanden.

Erwähnenswert, und Beweis, daß man auch als Gothic Humor haben kann, sind noch die Coverversionen der Batman Musik zur Zeichen­trickserie und die von „Stand By Me“, die sich den Reiz einer wunderschönen Ballade bewahrt hat und wo Anne-Marie beweisen kann, was in ihrer Stimme steckt. Diese CD hat nicht nur dokumenta­rischen Wert, sondern beweist auch, daß viele Bands heute nur billige Plagiate von Sachen sind, die andere schon lange vor ihnen gemacht haben. „The Singles“ ist ein Pflichtkauf für alle, die Mitte der 80er noch zu jung waren, um die Originale zu kaufen oder zu kennen. (A.P.)

SKELETAL FAMILY - Futile Combat


Erstveröffentlichung: LP 1985 / Red Rhino

1985 hatten sich SKELETAL FAMILY mit einigen Singles und dem Album schon einen guten Namen erspielt und tourten ausgiebig. Neben den Sisters Of Mercy, mit denen sie auch zusammen auftraten, waren sie wahrscheinlich die bekannteste Gothic-Rock-Band in England, aber auch darüber hinaus. Mit der Single „Promised Land“ haben sie zudem einen unsterblichen Klassiker geschaffen.

Das zweite und leider auch letzte reguläre Album „Futile Combat“ wurde jedoch der absolute Höhepunkt ihrer Karriere. Praktisch jeder Song ist hier großartig, egal, ob es um Uptempo-Nummern wie eben „Promised Land“ oder ruhigere Sachen wie „This Time“ geht.

Auch wenn die Band sich damals dagegen sträubte, als Gothic-Rock-Band angesehen zu werden, wie auch die Sisters Of Mercy, so muss ich doch eindeutig sagen, dass „Futile Combat“ eines der besten Alben dieser Musikrichtung aus den 80er Jahren ist. Die schneidenden Gitarren setzen Maßstäbe, die Drum/Bass-Sektion treibt nach vorne und der Gesang von Sängerin Anne-Marie war zu der Zeit konkurrenzlos, gerade, weil er ganz anders war, als der von der alles beherrschenden Siouxsie Sioux. Selbst der gelegentliche Einsatz eines Saxophons stört hier nicht und SKELETAL FAMILY konnten es sich in einer immer mehr zur Klischeehaften Ernsthaftigkeit neigenden Gothic-Szene sogar erlauben, mit „What Happened“ ein fröhliches, vom Ska beeinflusstes Stück auf die Platte zu nehmen. Auch „Move“ hätte durchaus Chancen gehabt, in den Popcharts durchzustarten, ohne aber vom Niveau her auf die damals angesagten Stock/Aitken/Waterman-Produktionen herab zu sinken. Eigentlich ist die ganze Platte nicht besonders düster, sondern häufig eingängig, aber gerade deshalb ist sie wahrscheinlich mit ihren recht straighten Rockstücken so genial. Mit dem Opener “Hands On The Clock“, sowie „Don´t Be Denied“ und „She Cries Alone“ sind drei echte Gothic-Hymnen vertreten, dazu natürlich „Promised Land“ und mein persönlicher SKELETAL FAMILY-Lieblingssong „Far And Near“, an dem einfach alles stimmt! Einer der besten Gothic-Rock Songs aller Zeiten! Auch die noch nicht genannten Songs „No Chance“ und „Streetlight“ passen perfekt ins Gesamtbild und sollen nicht unerwähnt bleiben.

Die Original-LP hatte ein wunderschönes „Schlangenhaut“-Cover, dürfte aber kaum noch irgendwo zu realistischen Preisen zu finden sein. Zum Glück ist „Futile Combat“ zusammen mit dem Debutalbum „Burning Oil“ auf einer CD wieder veröffentlicht worden und die sollte noch aufzutreiben sein.

„Futile Combat“ gehört definitiv in JEDE Gothic-Rock Sammlung! (A.P.)

SKEKSIS - Zombielieder / Phase Gelb


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Eigenproduktion

Wenn eine Band schon einen so ungewöhnlichen Namen wie SKEKSIS hat, der sich aus den Worten Skepsis und Keks zusammen setzt und wenn diese Band dann auch noch dem Rezensenten als Bestechung einen keks mitschickt, erwartet man von der Msuik auf der selbst produzierten CD auch etwas besonderes. Das bekommt man dann auf „Zombielieder / Phase Gelb“ auch geboten, nämlich eine Sammlung sehr unterschiedlicher Songs, die sich stilistisch aus allen möglichen Genres bedienen, ohne diese einfach zu kopieren, wobei die basis im Großen und Ganzen New Wave ist...in allen seinen Spielarten.

„Neonapoleonistisch“ jklingt gleich zum Anfang ein wenig wie die frühen Throwing Muses...bis hin zum Songtitel. Starker Anfang, der gleich vom „Zombielied“ fortgesetzt wird. Das könnten wavige Rosenstolz sein, was absolut positiv gemeint ist. Wie etwas glattere Stimmen Der Stille (kennt die noch jemand?) erscheint „Mich An Mich“ und „Perfect Splashdown“ ist angenehm poppig, fast schon eine kleine Hymne. Dunkler im Stile von Siouxsie Sioux oder Lene Lovich kommt „Electric Bird“ aus den Boxen, eher durchwachsen hingegen und in meinen Ohren der schwächste Song des Albums ist „Stern“ und bei „Zungenbiss“ geht es ein wenig in Richtung Dark Wave. „Soul Lotion“ ist sehr eingängig, leidet aber ein wenig an der eigenwilligen Betonung des englischen Textes, wobei die Frage ist, ob das mit Absicht so gesungen ist. Treibend und auch sehr eigen ist „Phase Gelb“ mit einigen Bläsereinsätzen...klingt beinahe entfernt ein bisschen wie The Teardrop Explodes. So abwechslungsreich geht es auch bei den restlichen Songs weiter.

Eine sehr vielseitige und eigenwillige Band, die wunderbaren Indie-Pop mit einer gehörigen Portion New Wave irgendwo zwischen den erwähnten Stimmen Der Stille, Throwing Muses und Rosenstolz spielt, oder auch Alternative-Pop mit Siouxsie And The Banshees-Anklängen, der auch mal was von Lene Lovich hat. Ein wirklich sympathisches Album, das sehr natürlich wirkt und in Zeiten, in denen deutschsprachige Popmusik wieder oben in den Charts steht, ähnlich eigenständig und gut wie Klee ist.Die Stimme der Sängerin Zoe Side macht die Güte des Albums zwar nicht alleine aus, hat aber einen überragenden Anteil daran. Sollte man im Auge und Ohr behalten! (A.P.)

SKIN DIARY - Divert


Erstveröffentlichung: CD-EP 2004 / Eigenproduktion

SKIN DIARY aus Berlin stellen eine äußerst positive Überraschung für mich dar. Schade, dass das Quartett nach einem selbstbetitelten Demo (2003) und der ersten, mir vorliegenden EP „Divert“ noch immer keinen Plattenvertrag in der Tasche hat. Die Musik der Band mag leicht gewöhnungsbedürftig und sicher nicht jedermanns Sache sein, aber dennoch weisen SKIN DIARY technisch gesehen hohes Potenzial auf. Sie verstehen es, durch liebevoll ausgeprägte Details zu glänzen, und verleihen ihrem Sound, nicht zuletzt wegen der fabelhaften Produktion, einen frischen, lebendigen Charakter. Dies wissen sie vorbildlich mit einem dünnen, melancholischen Touch zu verbinden. Vollends überzeugend zeigt sich auch Sängerin Jessica, deren Stimme sehr markant und intensiv ist. Zudem beweist sie starke gesangliche Variabilität. Eine sehr feine EP also, die man sich auf Grund der kurzen Spielzeit ruhig mal voll und ganz zu Gemüte führen kann. Übrigens enthält die Promo sogar die Lyrics, was durchaus selten und daher verdammt lobenswert ist. (Daniel Hinrichsmeyer)

SKINHORSE - Heavy Beats, Deep Grooves


Erstveröffentlichung: CD / Static Records

Elektronische Sounds, die auch noch tanzbar sind, bringt uns die Band (oder das Projekt?) SKINHORSE. Dies ist die Debüt-Mini-CD, die auf STATIC RECORDS erschienen ist. Sechs Songs sind hier zu hören, die irgendwie irgendwie jeder für sich eigenständig sind, während z.B. der Original Mix von „More Life"" irgendwie funky dahingroovt, ist „Give To Me"" eher ein heavy-electronic-track á la KMFDM oder KRUPPS in ihrem Mittelalter. „Gangsta"" ist dann irgendwie eher gerappe mit einem monotonen, aber aggressiven Dancerythmus. Alles in allem eine interessante Band, deren Weg man verfolgen sollte! (H.H.)

SKINNY PUPPY - Cleanse Fold And Manipule


Erstveröffentlichung: CD 1987 / Nettwerk / Capitol

„Cleanse Fold...“ war die erste SKINNY PUPPY Platte, die ich kannte (einmal mehr dank an Sandra S.!) und vielleicht deshalb halte ich sie bis heute für die beste. Schon am Anfang mit den Stücken „First Aid“ und „Addiction“ sind zwei absolute Klassiker des düsteren Electro-Sounds enthalten, der von unzähligen Bands kopiert wurde, aber kein einziges Mal auch nur annähernd erreicht wurde. Im Grunde aber ist jeder Titel dieser Platte ein Hit, den man jederzeit in den Indie-Discotheken einsetzen kann, denn tanzbar sind SKINNY PUPPY auch fast immer, ohne allerdings jemals in seichte Gefilde abzugleiten. Neben Front 242 und Pankow waren die Kanadier sicherlich die wegweisendste Electro-Band der 80er Jahre (abgesehen von den poppigen Vertretern wie Depeche Mode usw.). (A.P.)

SKINNY PUPPY - Remission


Erstveröffentlichung: Mini-LP 1984 / Play It Again Sam

„Remission“ war der Startpunkt der unglaublichen Karierre von der kanadischen Band SKINNY PUPPY, die erst in den 90ern ein unglückliches Ende in labeltechnischen Differenzen und dem Tod eines Bandmitgliedes fand. Dennoch zählen die Kanadier zu den wichtigsten Electro-Bands überhaupt und es erscheinen dauernd noch irgendwelche Compilations, Best ofs... und sogar ein Tribute-Album oder Platten mit bisher unveröffentlichtem Material. Geht in Ordnung, denn nur wenige Bands hätten es mehr verdient. SKINNY PUPPY haben einen ganz neuen, brachialen Stil innerhalb der Ende der 80er grassierenden EBM-Welle eingeführt, der heute aus den Discotheken nicht mehr wegzudenken ist. Letztendlich würde es Gruppen wie Project Pitchfork oder Wumpscut ohne SKINNY PUPPY heute gar nicht geben, jedenfalls nicht in dieser Form und mit diesem Erfolg.
Mit dem Opener „Smothered Hope“ war gleichzeitig einer der ganz großen, genialen Bandklassiker auf dieser Platte, aber auch die fünf anderen Titel zeigen den folgenden Weg der Gruppe schon sehr gut auf, auch wenn die endgültige Perfektion des Stiles erst auf den späteren Alben erreicht wurde. „Remission“ ist später zusammen mit der LP „Bites“ auf einer CD wiederveröffentlicht worden. (A.P.)

ROB SHEFFIELD - Love Is A Mix Tape


Erstveröffentlichung: Buch 2007 / Kiepenheuer & Witsch / ISBN 3462039415

Hier erzählt der Rolling Stones Redakteur Rob Sheffield über seine Liebe zur Musik, die Faszination, Mixkassetten aufzunehmen, die zu bestimmten Lebenssituationen beschreiben, und wie er eine Frau kennenlernte, heiratete, die dann aber starb und wie er die Zeit danach erlebte. Die Musik ist ein roter Faden, der das ganze Buch hindurch Stimmungen beschreibt. Das klingt gut, denkt man sich. Die Idee ist wirklich gut. Leider aber gibt es einige Minuspunkte zu beklagen. Zum einen spielt die Geschichte in den 1990, der gute Rolling-Stones-Redakteur lobt diese Musikepoche über alle Maßen, was ich nicht nachvollziehen kann. Die Rückkehr der Rockmusik in Form von Grunge/Nirvana gäbe es zu feiern, aber sonst war in dem Jahrzehnt nichts erwähnenswert Innovatives. Dazu ist alles recht nüchtern geschrieben, echte Bezüge zwischen Songs und Leben gibt es relativ wenig, und darüber hinaus kennt man viele der Songs überhaupt nicht, denn ein weiterer Minuspunkt ist, dass die Geschichte in den USA spielt und deshalb viel amerikanische Musik dabei ist. Es war ganz interessant, wie er die Trauerarbeit bewältigte, aber der Rest des Buches ist langweilig, das muss man so deutlich sagen. Es ist weder lustig noch dramatisch noch irgendwie intellektuell, es ist irgendwie gar nichts. Darüber hinaus wird eine Menge absolut unwichtiger Müll erzählt, und so macht sich langsam Frust breit und man fragt sich, ob das wirklich nötig war, diesen Lebensbericht zu schreiben. Fazit: Kann man sich schenken. (H.H.)

COMPILATION - Sweet Home Records - Our Psychosomatic Love


Erstveröffentlichung: CD 2008 / Sweet Home Records / Poor Dog

Das Label SWEET HOME RECORDS kommt aus Hohenstein-Ernstthal in Sachsen und hat sich dem Rock zugewandt, wobei man gelegentlich elektronischen Klängen aber auch nicht abgeneigt ist. Es ist fast eine Art Kollektiv, bei dem sich die Bands gegenseitig unterstützen und einen kleinen eigenen Vertrieb namens POOR DOG hat man auch aufgemacht. Dieser Labelsampler bietet einen Überblick über das Programm, ohne allerdings einfach nur irgendwelche Songs von den CDs zu nehmen, es gibt ""18 exklusive und bisweilen unveröffentlichte Tracks diverser Bands und interessanter Projekte aus dem Dunstkreis"" von SWEET HOME. Für mich persönlich sind die absoluten Entdeckungen auf dieser CD einmal PLAYFELLOW (die mit einem charismatischen Jonny-Rotten-mäßigen Sänger überzeugen können), die treibenden HIKIKOMORI sowie MIGHT SINK SHIPS. Am wenigsten gefallen mir die rein rockigen Sachen, da sei vor allem IGUANA zu nennen. Auch CALAVERAS bieten mit ihrem Livestück eigentlich ein völlig falsches Bild, nach diesem Song würde ich mir die CD niemals anhören, doch das wäre ein Fehler. Aber so ist das nunmal auf solchen Samplern, die sich nicht einer Stilrichtung widmen, es gibt Sachen, die mag man, und es gibt Sachen, die mag man eben nicht. Die CD bekommt man über POOR DOG und auf Konzerten der jeweiligen Bands. (H.H.)

Webadresse der Band: www.poor-dog.com

SKUNK - Only Lunatics


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Supermusic / Zomba

Was diese Band für eine Musikrichtung betreibt, verrät zweifelsfrei der Name. Das ist, als wenn sich eine Band Pop, Punk oder Heavy Metal nennt. SKUNK also machen Skunk, diese berüchtigte Mischung aus Punk und Ska. SKUNK kommt irgendwo aus dem Ruhrpott (Oberhausen) und besteht aus fünf Menschen. Die Musikrichtung haben sie sicherlich nicht erfunden und was sie da treiben, ist kein Novum in der Musikgeschichte oder gar besonders originell, doch SKUNK haben sich trotzdem einen eigenen Platz im Genre gesichert, denn zu den üblichen Bläsern, Reggae- und Swing-Elementen sowie den treibenden Punkrockgitarren gesellen sich bisweilen und in verstärktem Einsatz diverse folkloristische Instrumente, wie zum Beispiel Akkordeon oder Dudelsack. Auch der Moderne verschließt man sich nicht und durch Riffs, die man auch bei modernen Act findet und sogar ein bisschen Turntable-Gescratche schafft man die Gratwanderung zwischen Altbackenem und aktuellem Sound. Wenn ich SKUNK höre, bin ich oft an die Terrorgruppe erinnert. Der alte Sänger Frank übrigens, der auf „Stronger Than You“ zu hören war, ist übrigens nicht mehr dabei, der mischt nun bei den SKUNK ALLSTARS mit und veröffentlichte wenige Wochen vorher „Bleeding Hearts And Smiling Faces“. Nun singt ein Herr namens Mike und ich kann nicht gerade behaupten, dass dies der Band geschadet hätte, eher im Gegenteil. Anspieltip ist für mich „Teenage Farytale“, der dem Album auch gleich als Opener dient. Also, wie gesagt, nicht die Offenbarung des Jahres, aber kaufenswerte Gute-Laune-Musik, den die Band übrigens Multistyle-Ska-Core kennt. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen (H.H.)

SKUNK ALLSTARS - Bleeding Hearts And Smiling Faces


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Wolverine Records / Sony

Es lebe die Vielfalt. Das predigt nicht nur unser lokaler Radiosender, dieses Ziel haben sich auch SKUNK ALLSTARS gesetzt und es nicht nur erreicht, sondern überrannt. Die Band kommt aus Köln und ist, wie der Bandname es sicher schon vermuten lässt, eine Skaband mit Punkeinschlägen. Am ehesten vergleichbar mit Sublime und Seed, gemixt mit allem, was einem über den Weg gelaufen ist. Latin, Swing, Punk, 2Tone, Jazz, ja, auch Hiphop kommt dazu. Dazu strahlt das Album eine Gute-Laune aus, die man selten so zu hören bekommt.

Die SKUNK ALLSTARS wurden gegründet von Frank Liesener, der vorher bei SKUNK der kreative Kopf war. Eigentlich ist das hier keine wirkliche Band, sondern eher ein Projekt, bei dem Freunde und Kollegen von Frank ihr Stelldichein geben. Aus diesem Grunde wohl ist die CD wohl auch so vielfältig geworden, da viele kreative Köpfe ihren Sound zusammengeworfen haben, Song für Song erneut. Natürlich gibt es aber auch ein paar Musiker im Grundgerüst. Frank Liesener selbst steuert nicht nur sein Knowhow bei, er ist auch für die meisten Texte verantwortlich und zeigt, dass er nicht nur Lalala aus dem Handbuch der Popmusik draufhat, sondern auch interessante Dinge zu sagen hat, die man ihm abnimmt. Alles in allem eines der überraschendsten Alben der letzten Zeit, nämlich Überraschung von Lied zu Lied, immer ist es anders. Stilmixmax in vollem Umfang. Songanspieltips: „Paying It With Pain“, „Exiled“, „I Don´t Need Anybody Else” oder “Mad Man”. Aber, da alle Songs so unterschiedlich sind, kann man einfach kein bezeichnendes Lied raussuchen. Am besten mal komplett anhören. (H.H.)

SLAB! - Music From The Iron Lung


Erstveröffentlichung: Mini-LP / Ink Records / The Cartel

This Mini-LP is totally different to the album ""Descension"" from the same year. It is less Industrial and more Underground-Big-Band-Sound with a lot of brass instruments and a funky bass. The record is a compilation of the two 12"" releases ""Mars On Ice"" and ""Parallax Avenue"" + one bonus track. If you like to dance to SLAB!´s idea of ""Independent Easy Listening"", this would be the right record for you. (A.P.)

SLAB! - Descension


Erstveröffentlichung: LP / Ink Records / The Cartel

Wow, I was searching for this records round about ten years. I bought every SLAB! Record, I found anywhere, only to get the track ""Big Sleeper"", which I heard once in an independent radio show many yeras ago. So I became a fan of SLAB!, a band, that never got real success. They play a kind of Dark-Industrial-Funk, which could be interesting for fans of Foetus, Swans, early Young Gods and early KMFDM. They release a couple of good records, but never reached the quality of ""Descension"" again.

Their masterpiece is ""Big Sleeper"", a dark and doomy track, that collapses in pure noise in the end, created by the classic Rock-instruments. The guitar-noises remind a little bit of very early Jesus And Mary Chain. If you like the above mentioned bands, you should also try out SLAB!. (A.P.)

SLAPSHOT - Digital Warfare


Erstveröffentlichung: CD 2003 / I Scream Records

SLAPSHOT gehört wohl zu den bekanntesten Hardcore-Bands, die es gibt und nach längerer Pause (immerhin sechs Jahre) melden sich die Amerikaner lautstark und gewaltig wieder zurück. Von ihrer Härte haben sie trotz des kleinen Breaks, den sie einlegten, nichts eingebüßt, wie gehabt wird strammer und vor allem sehr wütender klassischer Boston Hardcore geboten, der konsequent die Aggressivität von früher transportiert. Es ist durchgehend schnell, der Shouter gröhlt sich die Seele aus dem Leib und präsentiert die eher typisch-kritischen Hardcore-Texte, die aber trotzdem nichts an Aktualität eingebüßt haben und die Länge der CD ist, trotz 13 Songs, nur 29:46 Min. Das ist sicherlich auch ein Zeichen von Straightness und, wenn man ehrlich ist, reicht es auch nach 30 Minuten, denn mehr kann man, in voller Lautstärke wenigstens, gar nicht vertragen. Als Anspieltips sollte man sich mal „Identity“, das punkig angehauchte „Spirit Of ´81“, „Wasted Time“ und die Fast-schon-Hymne „C Is For Cookie“ anhören. Dazu dann noch eine Coverversion von Minor Threat „Straight Edge“. Ach ja, wenn man die Texte nachlesen will, braucht man gar nicht ins Booklet schauen, sie sind nur auf der Webseite nachzulesen. Und noch ein „Ach ja“: Dieser Tonträger ist übrigens auch als Vinyl-LP zu kriegen. (H.H.)

Webadresse der Band: www.oldtimehardcore.com


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