CELL DIVISION - Dirge For The Doomed


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2005 / Thunderdome / Arachnophobia

Die Schweizer CELL DIVISION haben nach ihren beiden bisherigen Alben wirklich einen Stein im Brett bei mir, weil sie wirklich schönen Old-School-Gitarren-Gothic-Wave spielen, der Ohrwurmpotential hat und leider in der heutigen Musikszene selten zu hören ist. Mit Thommy Hein konnte ein erfahrener Produzent für das Album „Tsunami“ gewonnen werden und so haben sich CELL DIVISION inzwischen einen guten Namen in der „schwarzen Szene“ machen können.
Nun also die neue Single „Dirge For The Doomed“, auf der sich drei Versionen des Tracks befinden, sowie der dazugehörigen Videoclip und ein Remix eines bereits gut ein Jahr alten Stückes.
Der „Radio Edit“ hält das, was der Name verspricht. Etwas geglättet und eben radiotauglich wurde das Lied hier abgemischt, was für eine Single ja auch absolut legitim ist. Der „Zeraphine Mix“ wurde für die Clubs remixt und unterscheidet sich kaum von anderen Stampfrhythmus-Future-Pop-EBM-Sachen. Mit Gothic-Rock hat das alles nichts mehr zu tun und lässt mich ziemlich unbeeindruckt zurück. Am besten gefällt mir die „Album Version“, die am deutlichsten vorführt, was für ein schöner Wave-Song „Dirge For The Doomed“ ist. Aber wenn diese Version sowieso auf dem Album ist, warum auch noch auf der Maxi? Stattdessen hätte man wenigstens einen weiteren, neuen Song auf die CD packen können, um den Fans eine Freude zu machen. Schließlich gibt es noch den „Covah Remix“ des „Tsunami“-Tracks „Alien Fantasy“. Ich muss ehrlich sagen, dass mich auch dieser irgendwie überladene Remix kaum mitreißt.
Der Videoclip zu „Dirge For The Doomed“ ist technisch gut gemacht und kann mit dem Schaupsieler John Keogh sogar einen prominenten Namen vorweisen. Dennoch wirkt der Clip irgendwie steril und lässt mich leider ein wenig kalt.
Nicht, dass mich jemand missversteht: „Dirge For The Doomed“ ist ein richtig guter Song und auch absolut als Singleauskopplung geeignet, aber für mich bleiben „Cell Division“ doch eher eine „Album“-Band und vor allem eine Live-Band. Clubmixe und Remixe bekannter Songs interessieren mich einfach nicht so sehr und Radio höre ich sowieso nicht, also bietet mir persönlich die Maxi relativ wenig. Da warte ich doch lieber auf das nächste Album, das garantiert wieder ganz großartig wird. (A.P.)

SEDLMEIR - Hard Rock Roboter * Germany


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Haute Areal

SEDLMEIR ist ein Mann, der für sich alleine Musik für alle macht. SEDLMEIER spielt mit seiner Gitarre zu seinem alten Drumcomputer und der Bass, ja, der wurde wahrscheinlich per Mehrspur dazu exerziert. Was ist SEDLMEIR sonst? Ich würde einfach mal behaupten, er ist ein Rockmusiker, der die Schranken des Genres nicht kennen will. Viele Bands mixen dann aber ihren Grundstil mit einer anderen Musikrichtung und hoffen dabei, dass etwas innovatives herauskommt. Das macht SEDLMEIER nicht, er spielt einfach so, wie ihm die Nase gewachsen ist. Und dabei gibt er alles. Und das ist meist ziemlich dreckig, was da rüberkommt, so dass man sich hin und wieder an skandinavische Garagen-Rock´n Roll-Kapellen erinnert fühlt. Im gleichen Stil sind die Texte. Mal deutsch, mal englisch, so wie es gerade Spaß macht, mit Lyrics, die anarchistisch, oder besser noch rotzig sind. Und live soll der Kerl ja klasse sein. (H.H.)

Webadresse der Band: www.sedlmeir-rock.de

SEE YA! - Be


Erstveröffentlichung: CD / Nois-O-Lution

Eher in die etwas experimentellere Rockecke mit schrägen Gitarren, abgedrehten Songstrukturen und einer ziemlich krachigen Atmosphäre kommen uns SEE YA! daher. Es gibt zwar Melodien zu hören, doch die sind, wie eigentlich die ganze Musik, verdammt eigenwillig. Eines der wichtigsten Merkmale von SEE YA! dürften eigentlich die Attribute Krach und Schräg sein. Desweiteren vielleicht rauh und laut, verspielt und treibend. Das Cover der CD ist recht aufwendig, bzw. anders gestaltet, als man es von ""normalen"" CDs her kennt. Es handelt sich nämlich um ein handgedrucktes Pappcover und im Inneren findet man ein kleines Booklet mit allerlei Zeichnungen von internationalen Mail-Art-Künstlern. (H.H.)

OLAF SEIDER - Der Araber


Erstveröffentlichung: MC 1994 / Eigenproduktion

Eine wirklich interessante Cassette hat mir OLAF SEIDER geschickt. „Der Araber“ bezieht sich thematisch auf H.P.Lovecraft's Erfindung Necronomicon, einem fiktiven Buch, das von dem fiktiven Araber Abdul Alhazred verfaßt wurde. Diese Cassette ist eine Mischung aus Hör­spiel und Musik, thematisch fortlaufend und für Lovecraft-Fans alleine schon des Inhaltes wegen interessant. Natürlich ist nicht jeder Song gut, manchmal sogar etwas infantil, aber insgesamt doch in sich geschlossen. Hörspiele allgemein und eine so komplexe Thematik adäquat unizusetzen, ist wirklich nicht leicht und so sollte man auf gelegentliche Schwächen nicht allzu genau schauen. Überhaupt der Mut, sich an die Sache zu wagen verdient Respekt und insgesamt gelungen ist die Umsetzung. (A.P.)

SELBER - Selberattack


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Selber Product

Die Schweizer Band ist ein Trio und hat sich 1996 selber gegründet. Nach einigem Hin und Her entwickelte man selber einen ganz eigenen Sound und stellte diese CD hier zusammen. SELBER ist das merkwürdigste, was ich seit langem gehört habe. Man selbst beschreibt die Musik als eine „Mischung aus Störgeräuschen, betäubten Sounds, verschrobenen Gitarren-Akkorden und Sprechgesang“, was den Kern schon hervorragend trifft. Obwohl dies jetzt mehr als chaotisch klingt, gibt es in den Songs versteckte Strukturen, die sich erst beim mehrmaligen Hören erschliessen. Ich würde die Band noch vergleichen mit Inox Kapell, ich denke, das dürfte den meisten zwar kein Begriff sein, doch wer die Tapeszene Anfang der 90er-Jahre ein bißchen verfolgt hat, hat vielleicht auch von diesem extravaganten Künstler etwas mitbekommen. Desweiteren höre ich in der Musik von SELBER auch ein kleines bißchen Foyer Des Arts heraus. In jedem Fall beschreitet die Band Wege, die in keinem Fall bereits ausgetreten sind und hinter dieser Musik, oder eigentlich eher hinter dem Aspekt des Selbermachens steckt Überzeugung, was man den Songs auch anhört. Die interessante CD ist übrigens nur über das Internet zu ordern und die absolut gelungene Webseite unter www.selber.ch solltet Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen. Zum Abschluß noch ein gelungener Schlußsatz der Band: „Wie sind Selber, wir hoffen, Ihr seid es auch“. (H.H.)

Webadresse der Band: www.selber.ch/

SELBSTVERSTüMMELT - Machtspiele / Kopfkiller


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

Die beiden CDs sind zwar nicht mehr gerade die allerneuesten, aber sie verdienen es trotzdem, hier im Back Again erwähnt zu werden. Die Band SELBSTVERSTÜMMELT gibt es seit 1988 und macht eine Art einfachen, ungeschliffenen Punkrock-Hardcore mit Metalsoli. 1992 erschien die erste CD ""Machtspiele"", die noch selbst produziert und zuerst auch noch selbst vertrieben wurde. Bald darauf übernahm dann EMP den Vertrieb. Zwei Jahre später kam dann die zweite CD namens ""Kopfkiller"" raus. Stilistisch hat sich eigentlich nicht allzuviel geändert, so daß die beiden CDs eine Einheit bilden. Textlich behandeln die vier Selbstverstümmler alle wichtigen Dinge wie Chips, Sex & Alkohol, Wodka, Parties, Schizos und Asoziale sowie auch ernstere Dinge wie braunen Dreck, Stalingrad und andere sozialkritiksche Dinge. Wer an der Band interessiert ist, kann unter obiger Adresse an die zwei Alben rankommen und auch für Konzerte sind SELBSTVERSTÜMMELT jederzeit zu haben. Also... (H.H.)

SELTZER - Seltzer


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Superrock Rec. / Indigo

Die Band SELTZER kommt aus dem schönen Schweden und hat sich im Jahre 1999 zusammengefunden. Vorher haben die einzelnen Bandmitglieder aber schon genügend entsprechende Erfahrungen sammeln können. Vor ungefähr drei Monaten ist dann noch Kriss zur Band dazugekommen. Er hat vorher bei NO FUN AT ALL gespielt, ist aber auf diesem Tonträger noch nicht zu hören, doch auf den anstehenden Touren wird er mit dabei sein. Und hier ist das Debut-Album von SELTZER. Normalerweise soll man ja nicht aus dem Info zitieren, aber das ist so schön geschrieben, daß es hier doch einmal getan werden soll: „Der musikalische Kosmos SELTZERs bietet Facetten ohne Ende: die rockende Intensität von 59 Times The Pain („yeah yeah“) trifft auf die Emotionalität von Samiam („breaking down“, stets gewürzt mit der Dichte von Fireside und der Frische von A New Found Glory“. Vielleicht kann jemand was damit anfangen, ich muß gestehen, die angesprochenen Bands habe ich bislang noch nicht gehört und im Grunde ist es mir auch völlig egal, was die Band von wem hat, hauptsache die CD fetzt, oder wie das in Fachkreisen genannt wird: Sie rockt. Oder punkt. Oder wie auch immer. Jedenfalls geht sie nach vorne ab und weiß zu gefallen. (H.H.)

Webadresse der Band: www.seltzer.de

SEPULCRUM MENTIS - Sepulcrum Mentis


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1994 / Eigenproduktion

Endlich liegt hier nun auch der erste Silberling von SEPULCRUM MENTIS vor, die ja im Back Again schon kurz vorgestellt wurden. Diese Band bietet Gothicrock vom allerfeinsten, in dem aber auch Einflüsse aus anderen Musikstilen ihren Platz haben, so z.B. aus dem Metallager. 5 Titel werden hier erstmalig einer breiteren Masse vorgestellt, durch­weg gut in einer fantastischen Soundqualität, von der sich so manche Profiband eine Scheibe abschneiden kann. Vor allem „Mercy Seat“ und „Intolerance“ haben Hitcharakter, aber auch der Rest enttäuscht nicht. Wirklich gut rüber kommt die Musik der Band aber erst bei Livegigs, bewiesen auf der kurzen Tour zusammen mit Jyrki Virtanen von Two Witches. Die Band hat es sogar geschafft, das Hamburger Publikum ungewöhnlich stark zu begeistern. Von SEPULCRUM MENTIS wird man sicherlich noch einiges hören, warten wir gespannt auf das, was da kommen wird. Bis dahin: Unbedingt die CD ordern! (A.P.)

SERE - Burning Like An Intake Valve


Erstveröffentlichung: CD / XNO / Semaphore

Es handelt sich hierbei um drei männliche Menschen aus New York, die hiermit ihren ersten Longplayer vorlegen. Musikalisch ist es eigentlich in erster Linie Hardrock, doch das ist auch wieder etwas zu pauschal. Durch die Bank hinweg hören wir hier auch integrierte Punkeinflüsse, hardcoriges und recht poppige Gitarren, auch leichte Waveeinflüsse sind vorhanden und bei „Pathetic Connections“ hört man sogar eine Gitarre, wie sie zu Cure´s „Faith“-Zeiten zu vernehmen war. Die Stimme ist aber eine absolut hardrockige Stimme. Im Ganzen also eine gelungene Mischung aus verschiedenen Stilen, die dadurch eine ziemlich interessante CD in unsere Stuben bringt. Am besten Mal austesten!!! (H.H.)

7 DAY DROP - Set To Murder The World


Erstveröffentlichung: MC / Eigenproduktion

7 DAY DROP gründeten sich in Springfield, Missouri im Oktober 1998. Eigentlich bestand die Band damals nur aus David Johnson, der sich für Aufnahmen immer nur Musiker anmietete. Erst nach und nach kamen feste Mitglieder dazu, bis es insgesamt drei Leute waren, nämlich David Johnson, der für Gesang, Bass und Schlagzeug-Programmierung zuständig ist, Scott Crinklaw, der Gitarre spielt und dem zweiten Sänger Aaron Gregory. Musikalisch ist die Band irgendwie nicht so einfach einzuordnen, es ist irgendwo aggressiver, aber auch depressiver Hardcore mit satten und intensiven Gitarren, die aber nicht in irgendwelche Soli ausarten, sondern voll akkordmäßig imer 6-saitig angespielt werden. Es ist auch etwas elektronik enthalten und die Sänger schreien sich die Lunge aus dem Hals. Das elektronische Schlagzeug tut dann sein übriges dazu, die relativ getragenen Songs nicht nach Hardcore oder gar einer Metalabart klingen zu lassen. Es klingt einfach gesagt nach 7 DAY DROP. Wünschen wir Ihnen, daß ihr nächster Tonträger kein Tape, sondern eine CD sein wird, obwohl das Tape auch schon recht gute Soundqualitäten hat, wurden die Songs doch immerhin im 32-Spur-Verfahren aufgenommen. (H.H.)

THE SEVEN HEARTS - Broke My Hand


Erstveröffentlichung: 7 Inch / Eigenproduktion

Eine selbstproduzierte 7“ aus Vinyl, wann gibt es sowas denn heutzutage noch? Es gibt es bei den SEVEN HEARTS aus Lynchburg, USA. Sie produzieren, um es auch alten Zeiten gerecht zu machen, schönen Rock´n Roll, aber nicht unbedingt diesen Gute-Laune-Tanzschulen-Rock´n Roll, sondern eher eine Art Psychobilly mit etwas härteren Tönen. Sicher, die Platte ist relativ einfach aufgemacht, das Cover selbst besteht aus einem unverklebten Schwarz-Weiß Cover, welches nur durch eine Plastikhülle zusammengehalten wird, aber das macht ja nichts, der Wille zählt, oder? Und solche Tonträger haben ja meist einen besonderen Reiz. Schade ist halt nur, daß die SEVEN HEARTS nur zwei Stücke zum besten geben, vielleicht ist ja mal ein Full Length-Album (Vinyl oder CD) angeplant? (H.H.)



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