THE CURE - Pornography (Deluxe Edition)


Erstveröffentlichung: Doppel-CD 2005 / Fiction Records / Polydor

Mit der „Pornography“-Deluxe-Edition ist das erste CURE-Kapitel wiederveröffentlichungstechnisch abgeschlossen. Vier der wichtigsten Alben der Band sind somit in remasterter Form mit jeweils einer Bonus-CD voller unveröffentlichtem Material erhältlich und dürften alle Fans fast restlos begeistert haben.
„Pornography“ ist definitiv das Album, das die meisten der älteren Fans als bestes und intensivstes von THE CURE ansehen und auch Robert Smith selbst ist dieser Meinung, wie man anhand der „Trilogy“-Konzerte vor knapp drei Jahren und der dazugehörigen Doppel-DVD-Box eindrucksvoll sehen konnte.
Das Album selbst ist an anderer Stelle ausführlich besprochen. Allerdings finde ich, dass das remastern hier zwar die pure Soundqualität natürlich perfektioniert hat, dabei iat aber auch ein wenig der Düsternis abhanden gekommen, ebenso wie einige Ecken und Kanten. Vom Bauchgefühl her fehlt der CD ein wenig Druck und Verzweiflung. Viel wichtiger ist hier aber wie gehabt die Bonus-CD, die voller unbekannter Titel, Demos und Liveversionen steckt und die Deluxe-Edition zu einem unverzichtbaren Pflichtkauf für jeden CURE-Fan macht.
Los geht´s mit den drei komplett unveröffentlichten Songs „Break“, „Demise“ und „Temptation“, die als Demos im November und Dezember 1981 aufgenommen wurden und noch sehr rohe Instrumentals sind, den Weg von „Faith“ zu „Pornography“ aber perfekt aufzeigen. Der prägnante Bass erinnert noch stark an „Faith“, während das monotone Schlagzeug und die schneidende Gitarre schon klar den Sound von „Pornography“ vorwegnehmen und THE CUREs wohl einzigen Ausflug in die Nähe des Gothic-Rock darstellen. „Temptation“ erinnert zudem auch stark an das „Seventeen Seconds“-Album, sollte aber später zu einem ganz anderen Song werden. Eine Weiterentwicklung findet sich am Ende der CD mit „Temptation Two“. Es folgen weitere Demos von den bekannten Songs „The Figurehead“, „The Hanging Garden“ und „One Hundred Years“, wobei sich vor allem „One Hundred Years“ textlich und musikalisch noch stark von der bekannten Version unterscheidet und einer der Höhepunkte auf dieser CD ist, während die anderen beiden schon nahe an den Albumversionen sind. Eine ganz besondere Rarität ist die 13minütige Soundcollage „Airlock“, die während der „Pornography“-Tour als Konzertintro vom Band lief. Als Song kann man das schon nicht mehr bezeichnen, sondern eher als (wahrscheinlich Drogen beeinflusste?) Improvisation. Mit einem normalen CURE-Song hat das natürlich nicht viel zu tun, aber für Fans ist das ein wirklich schöner Bonus, auch, wenn es noch viel anstrengender anzuhören ist, als beispielsweise der Filmsoundtrack „Carnage Visors“ von 1981. Wie intensiv die damaligen Auftritte der Band gewesen sein müssen, vor allem vor dem Hintergrund, dass es bandintern schon nicht mehr richtig klappte, zeigen die nachfolgenden Livetracks. „Cold“, „A Strange Day“, „Pornography“ und „All Mine“ stammen von Mai 1982 aus dem Londoner Hammersmith Odeon und sind von diversen Bootlegs her bekannt. Schließlich gibt es „A Short Term Effect“ und „Siamese Twins“ aus Brüssel zu hören (Juni 1982), dem letzten Auftritt, bei dem Simon Gallup noch dabei war, bevor er bis Ende 1984 die Band verließ und Robert Smith und Lol Tolhurst zur Selbsttherapie mit dem Pop von „Love Cats“, „The Walk“ und Let´s Go To Bed“ weitermachten. Vor allem „Siamese Twins“ klingt nach Verfall und Abschied, wahrscheinlich konnte es zu dem Zeitpunkt wirklich nicht mehr so mit THE CURE weiter gehen, die Grenzen des machbaren Verfalls waren erreicht. Auch die Brüssel-Liveaufnahmen sind den extremen Sammlern natürlich von Bootlegs bekannt. Während Simon Gallup die Band dann verlassen hat, haben Smith und Tolhurst fast direkt im Anschluss weiter gemacht. Tolhurst wechselte vom Schlagzeug ans Keyboard und bereits im Juli 1982 entstand mit „Temptation Two“ im Studio ein Demo, das später kaum wieder erkennbar zu „Let´s Go To Bed“ werden sollte. Damit endet dann auch diese CD, die wohl die spannendste und düsterste Phase von THE CURE zeigt. Vielleicht hätte man noch das wunderschöne „Ariel“ aus einer später im Jahr aufgenommenen Radiosession mit auf die Bonus-CD nehmen können, aber so bleibt die Hoffnung, dass der Song auf einer vielleicht kommenden Deluxe-Edition von „Japanese Whispers“ sein könnte und wer weiß, vielleicht gibt es aus der Zeit ja auch noch ein paar unveröffentlichte Songs oder interessante Demos, denn mit „The Upstairs Room“, „Just One Kiss“ und „Lament“ waren ja einige sehr gute Songs auf dem Album. Die Flexi-Disc-Version von „Lament“, um das Jahr 1982 zu vervollständigen, gibt es ja zum Glück auf der „Join The Dots“-Box zu hören.
Bleibt zu hoffen, dass die Deluxe-Editions zumindest bis „Disintegration“ weiter gehen. Zu „The Top“ gibt es ja einige gute Demos und aus der „Kiss Me Kiss Me Kiss Me“-Zeit soll es ja, laut älterer Interviews, noch jede Menge unveröffentlichte Songs geben.
Und was Neues darf natürlich auch gerne mal kommen, zumal THE CURE ja nun wieder ein Trio sind, wie ich heute gerade erfahren durfte. Roger O´Donnell und Perry Bamonte sind aus der Band ausgestiegen und so bestehen THE CURE jetzt aus Robert Smith, Simon Gallup und Jason Cooper...und wie „Faith“ und „Pornography“ deutlich zeigen, hat die Gruppe als Trio die intensivste und fesselndste Musik gemacht. (A.P.)

SHORT ROMANS - Kicked Out Of Wonderland


Erstveröffentlichung: CD 1989 / Teldec

Die deutsche Band SHORT ROMANS war in der zweiten Hälfte der 80er Jahre mit ihrem Gitarren-Rock und diversen Platten präsent, hat aber nie den Durchbruch geschafft, obwohl sie durchaus gute Musik machten und mit Teldec einen Major im Rücken hatten. Vielleicht waren sie auch einfach etwas zu unspektakulär und glatt, denn die Produktion dieser Platte ist sehr glatt geworden, da fehlen mir zu häufig ein paar Ecken und Kanten, die die Gruppe von anderen Bands abheben würde. Geht so in Richtung Plan B und Fury In The Slaughterhouse, aber auch Fans der Chameleons und der früheren Marquee Moon sollten mal ein Ohr riskieren. Irgendwie Gitarren-Wave-Rock mit deutlichem Pop-Appeal und klarem Blick auf die Charts. Sollte man sich mehrmals anhören, wenn man derartige Musik mag, denn die Songs müssen sich erst im Ohr festsetzen, dann ist „Kicked Out Of Wonderland“ aber ein durchaus gutes Album, das man immer mal wieder in den CD-Player legen kann. Live war die Gruppe bestimmt ziemlich klasse. (A.P.)

SHUTCOMBO - Shutcombo


Erstveröffentlichung: LP 2004 / Matatu Records / Flight 13

Ich muss wieder einmal zugeben, dass ich die neueren deutschen Punkbands in den vergangenen Jahren kaum verfolgt habe, beziehungsweise nicht kenne. Wenn dann aber mal was Aktuelles bei mir im Briefkasten landet und auch noch auf Matatu Records erscheint, ist dass doch schon mehr als interessant, bürgt das Label doch mit schönen Vinylveröffentlichungen stets für Qualität.

Da überrascht es wenig, dass auch die Bad Dürrenberger SHUTCOMBO schon beim ersten anhören überzeugen können. Solche Bands, die ihre Instrumente beherrschen und einfach drauflos rocken, ohne sich um Punkklischees zu scheren und dabei auch noch intelligente Texte haben, ohne dabei den Spaß zu vernachlässigen gibt es leider viel zu wenige. In den letzten Jahren fallen mir da vor allem Turbostaat ein, sowie einige Bands, die schon länger dabei sind, wie Muff Potter und die Boxhamsters. Naja, und natürlich die Hamburger aus dem Angeschissen/Blumen Am Arsch Der Hölle/Dackelblut/Oma Hans/Motormuschi-Umfeld. Auch Razzia sind sicher nicht völlig abwegig, allerdings fehlt SHUTCOMBO da ein bisschen die „Dunkelheit“ in der Musik. Aus all diesen wirklich großartigen Bands haben die Musiker sich ihren ganz eigenen Cocktail gemischt und rocken ordentlich drauf los. So muss es sein und ich bin sicher, dass es live noch mehr knallt, als schon auf der LP. Zugegeben, ich musste die Platte (bzw. Promo-CD) einige Male hören, da die Songs am Anfang ziemlich ähnlich klangen, aber mit der Zeit entwickeln sie einen eigenen Wiedererkennungswert.

Das Schlagzeug galoppiert richtig los und scheint sich hin und wieder fast zu überschlagen, die Gitarren klingen schön voll und der Bass bringt Tiefe in die Songs. Schließlich überzeugt auch der Sänger mit einer Stimme, die tatsächlich eher Gesang, als Geschrei bietet, wie es sonst bei vielen anderen Bands der Fall ist.

Einer meiner Favoriten ist das etwas gebremste „Bin Allein“ mit sehr gutem Text und wer einen Song mit dem Titel „Ich Hasse meinen Zahnarzt“ macht, hat sowieso schon gewonnen.

Guter kraftvoller Punk-Rock, gute Melodien, gute Texte…was will man eigentlich mehr? (A.P.)

SICK - Fishes Breathe The Rain


Erstveröffentlichung: CD 1999 / Eigenproduktion

Was mir als erstes an dieser Eigenproduktion aufstößt ist das Wort „Fishes“! Die Mehrzahl von Fish ist im Englischen ebenfalls Fish. Nun gut, daran will ich diese CD nicht messen. Von SICK war mir bisher nur das Tape „Butterfly Battlefield“ bekannt, zu dem Ihr auf den BACK AGAIN Seiten ebenfalls eine Kritik lesen könnt. In Zeiten billiger CD-Brenner und CD-Rs macht natürlich (leider) keiner mehr Tapes, deshalb also auch hier eine CD-R. Allerdings hätte ich nach der aufwendigen Gestaltung des Tapes doch auch hier etwas mehr beim Coverartwork erwartet. Sieht doch etwas sehr einfach aus. Aber dies alles hat natürlich nix mit der Musik zu tun, die im Vordergrund stehen sollte und da kann man sich wirklich nicht beschweren. Sascha Beyer hat hier einmal mehr im Alleingang 13 Songs eingespielt, die sich kaum in irgendeine Schublade stecken lassen, was einerseits absolut positiv ist, andererseits aber auch ein bißchen orientierungslos anmutet. Irgendwo Wave und Adult-Pop gelegentlich mit experimentellen Momenten und wie ich schon bei „Butterfly Battlefield“ geschrieben hatte, manchmal von der Stimmung her ein wenig wie Edward Ka-Spel´s Soloarbeiten, ohne aber genauso zu klingen. Zwar sehr schön und an große Zeiten der Tapeszene erinnernd, aber wohl kaum dafür geeignet, SICK einen großen Durchbruch zu bescheren. Erwähnenswert übrigens die Depeche Mode Coverversion „Fly On The Windscreen“, die durchaus als besserer Beitrag auf einem der unzähligen Depeche Mode-Tribute Sampler hervorstechen würde. (A.P.)

SICK - Butterfly Battlefield


Erstveröffentlichung: MC 1998 / Eigenproduktion

Dieses Tape ist bereits von 1998 und deshalb habe ich keine Ahnung, ob die Adresse noch aktuell ist, im Zweifelsfalle einfach versuchen. Ob das Üprojekt wirklich SICK heißt oder ob das nur der Name des Musikers dahinter ist weiß ich nicht, durchaus möglich, daß die Band BUTTERFLY BATTLEFIELD heißt und das Tape „Agaitating Exspectoration“, das geht aus dem beiliegendenden, handgeklebten Booklet nicht so genau hervor. Verpackt ist das Tape in eine fast 20cm hohe Plastik-Teedose, was zwar ganz nett ist, aber auch Probleme bei der Lagerung dieser Veröffentlichung mit sich bringt. Nun aber zur Musik...schwer zu beschreiben, was an sich ja schonmal gut ist, weil man´s dann nicht gleich in eine bestimmte Schublade stecken kann. Die instrumentalen Titel lassen in mir Erinnerungen an die guten alten Zeiten einer lebendigen Tapeszene aufkommen, so Ende der 80er, Anfang der 90er. Gruppen und Projekte wie Gothica, Trauma Syndrom oder die Electro-Spacerocker Titania Moon kommen mir so in den Sinn, die aber allesamt wohl zu unbekannt sind, um diese Musik ernsthaft zu kategorisieren. Gut, daß dies bei einigen Songs leichter ist und mir spontan die Legendary Pink Dots und noch mehr Edward Ka-Spel´s Solowerke einfallen, zumindest die Atmosphäre und auch einige Texte gehen etwas in diese Richtung. Dazu werden immer wieder düstere Industrial-Elemente hinzugenommen. Alles ganz okay also, einige Titel sind sogar richtig gut, aber der letzte Funke will nicht so richtig überspringen. (A.P.)

SIDEARCTICA - Night Parade


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Shadowlab / E.N.D.E.

SIDERARTICA is a band around Kirlian Camera´s singer Elena Fossi, her brother Andrea Fossi and Kirlian Camera collaborator Andrea Savelli, but SIDERARTICA does not sound very much like Kirlian Camera at all. The music is mostly electronically and very many-sided. The first track „Eintritt In Die Fabrik“ sounds like a collaboration of Dive and Karceral Flesh with female vocals, really heavy stuff, then follows the more melodic title track „Night Parade“ and the Joy Division cover „Atmosphere“, which has a very magical feeling. It still contains the melancholy of the original track, but also adds some experimental tunes, oriental influences and the wonderful voice of Elena. I feel remembered on Polands Fading Colours a bit, which is a very great band. „Before The Day Comes“ is darker and contains some „spooky“ sounds. Next is „Before The Day Comes“ an 80s influenced Wave-Pop song with very little medieval influences. „Arkhangel´sk“ is a melodic, minimal Cold-Wave song, really loveable and one of the Hits on this album. So it goes on, from melodic 80s tracks and New Wave to Experimental pieces and dancable songs. Every single song has its very own atmosphere and sounds very original, so „Night Parade“ becomes a great album to listen to, to dance to and to think about. Even if it is mostly electronical, it is not cold and without feeling, but warm and melodic. There are not too many albums today, which are so personally produced like this one. Beside the great music and the uncomparable vocals, the artwork is wonderful, too. Get your copy at once! If you liked Fading Colour´s „Time“ EP, you will also enjoy SIDERARTICA. (A.P.)

Webadresse der Band: www.endemusic.com

SIGUE SIGUE SPUTNIK - Flaut It


Erstveröffentlichung: LP 1986 / Emi / IRS

1986 kamen sie wie eine Explosion. SIGUE SIGUE SPUTNIK zeigten den Menschen eine Überspitzung ihrer 80er-Musik in Reinkultur. Die Musiker waren knallbunt, beinahe wie aus einem Comic entsprungen, sogenannte Cyberpunks. Die Musik, die sie präsentierten, wirkte dahingerotzt und mal so eben nebenbei produziert. Die SIGUEr liessen keinen Zweifel aufkommen, dass es ihnen nur um die schnelle Mark ging und dieses Konzept war Programm, das voll aufging. Zwischen den Songs auf der LP gibt es Werbung zu hören, was damals für einen kleinen Skandal sorgte, auch wenn ihre Idee nicht wirklich als neu zu bezeichnen ist. Immerhin haben The Who das schon vor vielen Jahren gemacht und die deutsche NDW-Band Trio hat ihr Cover mit Werbeanzeigen vollgeknallt. Die Musik von SIGUE SIGUE SPUTNIK ist im Grunde purer Cyber-Rock´n Roll. Wild, wirr, mit rockigen, teils punkigen Gitarren und vielen eingeflieselten Stimmsamples. Dass die Songs teilweise ziemlich gleich klingen, ist hier auch eher Konzept. Ihre größten Hits findet man auf dieser CD hier und sie heißen „Love Missile F1-11“ und „21st Century Boy“. Der Song „Atari Baby“ ist zwar nicht als Single erschienen, erfreute sich aber auch großer Beliebtheit.

Gegründet wurde das Projekt von Tony James, der vorher bei GENERATION X war, wo Billy Idol als Sänger fungierte. Als Idol alleine weitermachen wollte, gründet James SIGUE SIGUE SPUTNIK (benannt nach eine Strassengang aus Moskau). Er wollte Andrew Eldritch (SISTERS OF MERCY) als Sänger haben, doch der sagte ab.

Nach der Hochphase von SIGUE SIGUE SPUTNIK spielte Tony James dann übrigens vier Jahre in Eldrichts Band. SIGUE SIGUE SPUTNIK war ein voller Erfolg. Überall landeten sie auf den Titelseiten, ihr Auftreten war ein Phänomen und legendär. Jedenfalls für die Dauer des ersten Albums „Flaunt It“. Danach ging es abwärts.

SIGUE SIGUE SPUTNIK ist eine tolle Satire auf das damalige Musikbusiness. Heute wirkt dieses Konzept leider nicht mehr, denn die Musikszene parodiert sich ja am laufenden Band selbst, indem sie einen Schmusesänger-Klon nach dem anderen ins Rennen schickt, die nach zwei Singles wieder vergessen sind. (H.H.)

SILENTIUM NOCTIS - Nell`attesa


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

SILENTIUM NOCTIS ist das neueste, bzw. umbenannte Projekt von ANDREA BARLETTA, der vorher unter dem Namen Hofmannsthal auf Tapes veröffentlich hat. Genaugenommen handelt es sich bei „Nell`attesa"" um eine Zusammenstellung der beiden Hofmannsthal-Tapes in überarbeitetem Gewand auf einer heutzutage so billig gewordenen selbstgebrannten CD. Cover und Booklet sind jedoch absolut professionell, nur am Sound der Lieder hätte man in einem Studio noch etwas herumfeilen sollen. Dennoch gefällt mir die Musik im großen und ganzen, wie schon auf den Tapes recht gut. Diese Form von Gothic-Rock kommt derzeit fast nur aus Italien, es klingt weder nach den großen englischen (Sisters, Fields) Vorbildern, noch nach denen aus Amiland (Christian Death).
Die Musik ist eher eine Mischung aus dem Früh-80er Post-Punk a´la Mecano oder My Captains, treibendem Gothic-Rock, ein paar Cure Gitarren zur „Seventeen Seconds"" Zeit und den alten italienischen Kultbands Weimar Gesang und Diaframma. Ich würde SILENTIUM NOCTIS einfach mal in eine Reihe mit Bands wie Land Of Passion, Brotherhood Of Pagans oder Wasteland stellen. (A.P.)

SILENTLY DOWN - Sad


Erstveröffentlichung: Maxi-CD / Eigenproduktion

SILENTLY DOWN stammen aus der Schweiz, einem Land, aus dem, abgesehen vielleicht von After Darkness und Nuit D´Octobre, hauptsächlich Electrobands kommen, so auch diese hier. Ein paar Gitarren sind auch dabei, aber eher wenige. SILENTLY DOWN haben ihre Wurzeln ganz klar in den 80er Jahren, wie viele andere Bands auch. Die Band spielt eine Art Mischung aus Synthiepop und New Wave, zum Glück aber ohne jemals wie die großen Electro-Vorbilder Depeche Mode zu klingen. Ich finde, diese CD einfach wunderschön und sie erinnert mich musikalisch etwas an das erste Album von Book Of Love, die 1986 mal bei Depeche Mode (da haben wir sie doch wieder) als Vorband gespielt haben. Soviel ich weiß, kommt in Kürze von SILENTLY DOWN, die übrigens schon in der ""L´Appel De La Muse""-Compilation-Serie von Alea Iacta Est dabeiwaren, eine 4-Track-Maxi raus, die zumindest ich mir auch unbedingt besorgen werde. Noch ist die Band ein Geheimtip und wer auch mal unbekannteren Bands eine Chance geben will, sollte hier zugreifen. (A.P.)

SILENT PROMISES - Resolution


Erstveröffentlichung: CD 2000

STRANGE WAYS hat sich zu einem richtigen Synthie-Pop-Label entwickelt und mit der jungen Band SILENT PROMISES gibt es mal wieder Nachschub für die zahlreichen Fans dieser Musikrichtung. Wie fast alle Bands dieses Genres sind SILENT PROMISES aus Köln tief in den 80ern verwurzelt und haben sicher auch die eine oder andere Depeche Mode Platte im Schrank stehen. Wenn man dem Labelinfo glaubt, sind SILENT PROMISES schon jetzt Anwärter auf einen baldigen Nummer-1-Hit, aber daran zweifle ich doch ein bißchen. Handwerklich sind die Songs sicher gut und einige haben durchaus auch Ohrwurmqualitäten. Dennoch kann die Gruppe kaum aus der Masse ähnlicher Band hervorstechen. Aufgrund einiger EBM-Anklänge sind die Titel häufig sehr tanzbar und dürften ab und zu in den einschlägigen Discos laufen. Wenn die Liveshow so gut ist, wie im Info angedeutet, könnte ich mir vorstellen, daß die Gruppe mich auf der Bühne mehr überzeugt, als auf CD. SILENT PROMISES werden mit Sicherheit ihre Hörerschaft finden. Mir persönlich gefallen aber die noch ohne Plattenvertrag dastehenden Twin Machine aus Berlin besser. (A.P.)

SILENT SIGNALS - Silent Signals


Erstveröffentlichung: 7 Inch EP 2003 / Invasion Planete

Die Franzosen vom Invasion Planete-Label sind bekannt dafür feine Minimal-Electro-Platten zu produzieren und unter die Leute zu bringen. Aktuelles Produkt ist die 4-track-7“ von SILENT SIGNALS, die in einer handnummerierten Auflage von 523 Exemplaren erschienen ist. SILENT SIGNALS ist irgendwie ein Sideproject von ECHO WEST, die ja durch eine gute Single und eine wunderbare LP schon etwas bekannter sind. Während Echo West aber häufig recht eingängig sind, bleiben SILENT SIGNALS, ganz dem Projektnamen verbunden, eher ruhig, fast düster. Dies ist kein tanzbarer Minimal-Electro, sondern melancholischer Minimal-Wave, der teilweise stark an ganz frühe Human League erinnert. Leider ist der Sound nicht immer ganz perfekt, aber das stört nur wenig, denn alle vier Songs nehmen den Hörer sofort gefangen und können einwandfrei als „Perlen“ des Genres bezeichnet werden. Bei „All Around Us“ wird´s dann zum Ende hin doch noch mal tanzbar, ohne aber die Stimmung der vorherigen Songs außen vor zu lassen. Ein sehr introvertiertes Projekt, von dem man gerne noch mehr hören möchte. Also, beim Mailorder Eures Vertrauens (z.B. www.bakterielle–infektion.de ) zuschlagen, so lange diese Platte noch erhältlich ist. (A.P.)

Webadresse der Band: www.invasionplanete.com


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