BLOODY DEAD AND SEXY - Narcotic Room


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Alice In... / Nova Media / AIW 137

Lange hat es gedauert, bis endlich das zweite Album von BLOODY DEAD AND SEXY erschienen ist, da steigen die Erwartungen natürlich. BLOODY DEAD AND SEXY werden zu Recht immer als eine der ganz wenigen „echten“ Death-Rock-Bands aus Deutschland beschrieben und dass dieser Musikstil in Deutschland inzwischen wieder eine nicht zu übersehende Anhängerschar hat, dürfte auch an dieser Gruppe liegen. Und? Werden die Erwartungen mit „Narcotic Room“ erfüllt?
Zur Entwarnung kann man hier ein klares „Ja“ in den Raum werfen...BLOODY DEAD AND SEXY spielen weiterhin fast lupenreinen Death-Rock, der seine Wurzeln bei den frühen Christian Death und ihren Zeitgenossen hat. Kreischende Gitarren treibende Bass-Schlagzeug-Abteilung und leidender Gesang. Allerdings habe ich das Gefühl, alles ist etwas straighter geworden und klingt etwas weniger dreckig, was möglicherweise daran liegt, dass die Band sich einfach technisch weiter entwickelt hat und die Studiomöglichkeiten vielleicht auch besser waren. Mit wachsender Erfahrung wird man einfach sicherer. Zudem klingen neben dem klassischen Death-Rock jetzt auch ein paar Batcave-Elemente durch. Der Sound ist eine gute Mischung aus den beiden Kommunity FK-Alben, was ja, rein musikalisch, eine echte Referenz ist. Klingt teilweise so, wie die Mitt-90er Band Awake At The Wall aus Hamburg, die es aber leider nur auf einige Proberaumaufnahmen und ein Demotape geschafft hat. Einige der Songs werden sicher bald die Tanzflächen von Partys wie der „Pagan Love Songs“ in Bochum beschallen, aber eigentlich sollte man keinen einzelnen oder wenige Titel hervorheben, denn das Album ist durchgehend gut und bringt ein wenig Frische in die Szene, in der doch meist nur die „alten“ Helden verehrt werden. Das ist mehr als erfreulich. Pflichtkauf für Death-Rock-Freaks. (A.P.)

Webadresse der Band: www.bloodydeadandsexy.de

16 HORSEPOWER -



16 HORSEPOWER hat mir mein ehemaliger WG-Mitbewohner Marco das erste Mal vorgespielt und ich war sofort von der kraftvollen Musik infiziert, so daß ich mir die CD gleich selber kaufte. Damals war die Band in Deutschland noch so eine Art Geheimtip, aber inzwischen haben sie auch hier ihre Fans gefunden, obwohl sie musikalisch kaum genau einzuordnen sind. Ganz klar ist, daß die Band irgendwie jede Menge Country-Einflüsse verarbeitet, inclusive Banjo, Geige und so weiter. Dazu eine gehörige Portion Alternative-Rock (oder wie man das auch immer nennen will), gepaart mit einer ordentlichen Punk-Attitüde. Als Vergleich fallen mir die frühen Wall Of Voodoo ein, nur, daß 16 HORSEPOWER überhaupt nicht düster sind, sondern sehr treibend. Gelegentlich kommt auch leichtes Nick Cave Feeling durch, der mit „Your Funeral My Trial“ ein Meisterwerk geschaffen hat. Es wäre unfair, zu schreiben, daß 16 HORSEPOWER nur wie die genannten Bands klingt, denn trotz aller Einflüsse hat die Band einen ureigenen Stil geschaffen, der inzwischen selbst diverse Epigonen nach sich gezogen hat. Trotzdem werden Fans von Obengenannten und vielleicht auch den frühen Crime & The City Solution und ein wenig Tito & Tarantula, ja sogar Echo And The Bunnymen (in „For Heaven´s Sake“) ihre wahre Freude haben. Auf jeden Fall ist „Low Estate“ eines DER Alternative-Alben der 90er Jahre gewesen und klingt auch heute noch frisch und unverbraucht. Eigentlich bin ich Country-Hasser, da es eine extrem reaktionäre Musik ist, aber in dieser Form kann sogar ich etwas damit anfangen. Für Filme von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino dürfte das eigentlich die ideale Musik sein. (A.P.)

SIXTEENS - Fendi


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2004 / Hungry Eyes Records

The SIXTEENS are a US-based band from San Francisco and they are friends with The Vanishing and The Phantom Limbs. They actually have an own LP and a Split 12“ with The Vanishing out and now present their latest work on Hungry Eye Records. I don´t like too much to write, what label´s info-sheets say, but in this case, it contains some really true statements. There is „Post-Punk“ mentioned and bands like TuxedoMoon and Suicide and the legendary Screamers and Ireland´s Virgin Prunes. Fine collection of influences, I think. I would also add Nervous Gender/Beelzebub Youth and you can get a good impression, what you can exspect from the SIXTEENS. This is some kind of Synth-Punk with a heavy early New Wave feeling and some Gothic-/Death-Rock influences. Think of a darker version of the Epoxies, only with male vocals. This all sounds great, doensn´t it? And yes, the SIXTEENS are really a fantastic band and I absolutely would like to see them perform live in the future. If you like, what you read here and if you like the beautiful sounds of 80s Casio keyboards, you are definetly right here. (A.P.)

Webadresse der Band: www.hungryeyerecords.com

SKALATONES - The Best Tracks So Far


Erstveröffentlichung: CD / Pork Pie

Im Jahre 1995 gegründet und schon eine CD mit den besten Tracks so far. Was eigentlich noch umso erstaunlicher ist, daß die erste Maxi-CD erst im Mai 1997 erschienen ist und das erste Album sogar erst im November 1997. Eine weitere CD-Single erschien dann auch irgendwann danach. Wo ist das Geheimnis? Ich weiß es eigentlich nicht, jedenfalls beinhaltet diese Best Of-CD die besten vierzehn Songs dieser drei Veröffentlichungen und einen unveröffentlichten Song. Die CD erschien zur SKALATONES-Tour in Deutschland. Na ja, jedenfalls können wir hier einige recht gute Ska-Kracher jeglicher Ska-Richtungen hören, am liebsten gefallen mir diese schnellen, fröhlichen Sachen wie „Going Nutty"" oder „Start Skanking"", gerade letzterer Song ein grandioses Lied sondergleichen! (H.H.)

SKANFROM - Soothing Sounds For Robots (Digital)


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Genetic Music

Was soll man zu den Releases dieses Labels noch schreiben? Bisher waren alle sehr gut bis grandios und anders ist es bei dieser CD von SKANFROM auch nicht. Im Original wurde „Soothing Sounds For Robots“ als limitierte 12“EP veröffentlicht, die natürlich längst vergriffen ist, also überlegten Label und Musiker, dass es doch viel zu schade wäre, diese Klänge nicht einer breiteren Hörerschaft zugänglich zu machen. Deshalb hat man mal locker 9 neue Tracks, die stilistisch dazu passen, abgemischt und diese als Digital-Version der EP mit insgesamt 22 Tracks noch einmal auf CD veröffentlicht. Wer SKANFROM von diversen Releases schon kannte, weiß, was ihn erwartet. Für alle anderen sei gesagt, dass SKANFROM, Soloprojekt eines Bakterielle Infektion-Mitglieds, wohl der Inbegriff des aktuellen Minimal-Electro-Sounds ist. Zu hören gibt es minimalistische Klangskulpturen, Miniaturen, Experimente oder auch einfach Ideen. Bei vielen Tracks denkt man, dass sie, weiter ausgearbeitet, echten Hitcharakter haben würden, aber sie in diesem Urzustand zu belassen hat wahrscheinlich Konzeptcharakter. Die Lieder sind durchgehend instrumental und basieren meist auf einer einzigen Idee, fast, als wenn der Künstler eine Grundlage zur Weiterbearbeitung durch andere Musiker schaffen wollte. Dabei haben viele Titel aber absolute Ohrwurmqualität, obwohl man das Gefühl hat, im positiven Sinne, dass hier jemand Klänge auf ihre Basis reduziert hat. Das tut gut in Zeiten, in denen Produktionen immer perfekter und pompöser werden, um in den Charts Erfolg zu haben. Wer braucht schon durchgestylte Releases von den „Superstars“, nach denen in einem Jahr kein Hahn mehr kräht, während ein Projekt wie SKANFROM auch dann noch seine kleine, aber feine Anhängerschaft haben wird. Wie alle Genetic Music-Releases ist auch diese CD ein Pflichtkauf. (A.P.)

SKAOS - Ham & Eggs


Erstveröffentlichung: CD / Pork Pie

Nachdem wir ja vor einger Zeit die Wiedervereinigung einer der bekanntesten deutschen Ska-Bands mit einer Wiederveröffentlichung alter Stücke feiern konnten, bringen SKAOS nun ein brandneues Album mit brandneuen Stücken ins Haus. Was zuallererst auffällt, ist die vergrößterte Stilvielfalt, die SKAOS an den Tag legt. Man hört hier nicht nur 2-Tone, sondern auch einige andere Dinge, wie z.B. Calypso, Ska-Core und der Song ""Murderer"" ist ja sogar schon fast ein harter Punksong. Diese CD dürfte auch diejenigen überzeugen, die bislang noch nichts von Ska hielten oder vielleicht sogar noch gar nichts kannten. Alte Fans der Band werden nach ""Ham & Eggs"" garantiert weiterhin Fans bleiben. Das ist hier für mich eines der schönsten Ska-Alben der letzten Monate! (H.H.)

SKELETAL FAMILY - Burning Oil


Erstveröffentlichung: LP 1984 / Red Rhino / The Cartel

Mit „Burning Oil“ legten SKELETAL FAMILY ihr erstes Album vor, nachdem sie mit Singles und EPs zuvor schon eine Fangemeinde gefunden hatten. Obwohl der große Batcave-Hype schon wieder am abflauen war, zählte man die Band noch dazu und durch ihre Freundschaft mit den Sisters Of Mercy wurde sie auch gleich noch in die Gothic-Rock-Schublade gesteckt. Beide Attribute waren sicherlich nicht falsch, vor allem, wenn man das zweite Album „Futile Combat“ anhört, aber auf „Burning Oil“ war stilistisch weitaus vielseitigeres Material zu hören. So ist der Opener „So Sure“ gleich ein treibender Popsong mit Bläsereinsatz (bzw. entsprechenden Keyboards), der durchaus auch kommerzielles Potential hat, aber leider nie ein Hit wurde. „Burning Oil“ ist ein guter Rocksong, der allerdings nicht besonders gut produziert ist, der Gesang ist viel zu sehr im Vordergrund. „Ritual“ dürfte einer der Gründe sein, dass die Band in die Batcave-Ecke gestellt wurde, das klingt schon fast nach Bone Orchard oder Ausgang. Recht guten Gothic-Rock gibt es bei „The Wind Blows“ und „Waiting Here“ zu hören und „And I“ passt in eine Reihe mit Bands wie Siouxsie And The Banshees, wieder Bone Orchard und Blood & Roses und so weiter. Mit „Burning Oil“ haben SKELETAL FAMILY gut vorgelegt, ihren Höhepunkt erreichte die Band aber erst mit „Futile Combat“. (A.P.)

SKELETAL FAMILY - The Singles Plus 1983-85


Erstveröffentlichung: CD 1994 / Cherry Red Records / Intercord

SKELETAL FAMILY sind eine Legende, keine Frage. Mitte der 80er Jahre machte die Band vor allem in England, mit der Single „Promised Land“ aber auch in Deutschland Furore. Bei einem Konzert der Gruppe im Herbst 1985 standen Andrew Eldritch und Wayne Hussey zum letzten Mal gemeinsam auf der Bühne, als Gäste von SKELETAL FAMILY.

Cherry Red Records, ein an sich schon legendäres Label, veröffentlicht hier nun auf einer CD die frühen Platten der Bands wieder, wobei alle Hits einschliesslich „Promised Land“ vertreten sind. Die erste Single „Trees/Just A Friend“ war noch eher dem New Wave verhaftet, bevor die Band um Sängerin Anne-Marie sich dem Gothicrock in Reinkultur zuwandte. „Trees“ könnte fast auch ein alter Anne Clarke-Song sein, wunderschön. Mit „She Cries Alone“, „Guilt“, „Promised Land“ und „The Night“ sind weitere bekannte Songs der Gruppe endlich wieder erhält­lich, aber auch die B-Seiten Tracks haben nach fast zehn Jahren noch nichts von ihrer Genialität verloren und es ist Cherry Red hoch anzurechnen, daß sie diese Band mit Vorbildfunktiou nun wieder der grösseren Masse zugänglich machen.

Zum Glück verzichtete man darauf, die letzte (Major-) Single mit neuer Sängerin auf diese Compilation draufzunehmen, denn das war nur noch schleimiger Pop. Anne-Marie gründete nach ihrem Ausstieg bei SKELETAL FAMILY mit Gary Marx (Ex-Sisters) Ghost Dance, die drei gute Maxis veröffentlichten und dann sang und klanglos mit einigen Pop-Maxis im Mainstream verschwanden.

Erwähnenswert, und Beweis, daß man auch als Gothic Humor haben kann, sind noch die Coverversionen der Batman Musik zur Zeichen­trickserie und die von „Stand By Me“, die sich den Reiz einer wunderschönen Ballade bewahrt hat und wo Anne-Marie beweisen kann, was in ihrer Stimme steckt. Diese CD hat nicht nur dokumenta­rischen Wert, sondern beweist auch, daß viele Bands heute nur billige Plagiate von Sachen sind, die andere schon lange vor ihnen gemacht haben. „The Singles“ ist ein Pflichtkauf für alle, die Mitte der 80er noch zu jung waren, um die Originale zu kaufen oder zu kennen. (A.P.)

SKELETAL FAMILY - Futile Combat


Erstveröffentlichung: LP 1985 / Red Rhino

1985 hatten sich SKELETAL FAMILY mit einigen Singles und dem Album schon einen guten Namen erspielt und tourten ausgiebig. Neben den Sisters Of Mercy, mit denen sie auch zusammen auftraten, waren sie wahrscheinlich die bekannteste Gothic-Rock-Band in England, aber auch darüber hinaus. Mit der Single „Promised Land“ haben sie zudem einen unsterblichen Klassiker geschaffen.

Das zweite und leider auch letzte reguläre Album „Futile Combat“ wurde jedoch der absolute Höhepunkt ihrer Karriere. Praktisch jeder Song ist hier großartig, egal, ob es um Uptempo-Nummern wie eben „Promised Land“ oder ruhigere Sachen wie „This Time“ geht.

Auch wenn die Band sich damals dagegen sträubte, als Gothic-Rock-Band angesehen zu werden, wie auch die Sisters Of Mercy, so muss ich doch eindeutig sagen, dass „Futile Combat“ eines der besten Alben dieser Musikrichtung aus den 80er Jahren ist. Die schneidenden Gitarren setzen Maßstäbe, die Drum/Bass-Sektion treibt nach vorne und der Gesang von Sängerin Anne-Marie war zu der Zeit konkurrenzlos, gerade, weil er ganz anders war, als der von der alles beherrschenden Siouxsie Sioux. Selbst der gelegentliche Einsatz eines Saxophons stört hier nicht und SKELETAL FAMILY konnten es sich in einer immer mehr zur Klischeehaften Ernsthaftigkeit neigenden Gothic-Szene sogar erlauben, mit „What Happened“ ein fröhliches, vom Ska beeinflusstes Stück auf die Platte zu nehmen. Auch „Move“ hätte durchaus Chancen gehabt, in den Popcharts durchzustarten, ohne aber vom Niveau her auf die damals angesagten Stock/Aitken/Waterman-Produktionen herab zu sinken. Eigentlich ist die ganze Platte nicht besonders düster, sondern häufig eingängig, aber gerade deshalb ist sie wahrscheinlich mit ihren recht straighten Rockstücken so genial. Mit dem Opener “Hands On The Clock“, sowie „Don´t Be Denied“ und „She Cries Alone“ sind drei echte Gothic-Hymnen vertreten, dazu natürlich „Promised Land“ und mein persönlicher SKELETAL FAMILY-Lieblingssong „Far And Near“, an dem einfach alles stimmt! Einer der besten Gothic-Rock Songs aller Zeiten! Auch die noch nicht genannten Songs „No Chance“ und „Streetlight“ passen perfekt ins Gesamtbild und sollen nicht unerwähnt bleiben.

Die Original-LP hatte ein wunderschönes „Schlangenhaut“-Cover, dürfte aber kaum noch irgendwo zu realistischen Preisen zu finden sein. Zum Glück ist „Futile Combat“ zusammen mit dem Debutalbum „Burning Oil“ auf einer CD wieder veröffentlicht worden und die sollte noch aufzutreiben sein.

„Futile Combat“ gehört definitiv in JEDE Gothic-Rock Sammlung! (A.P.)

SKEKSIS - Zombielieder / Phase Gelb


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Eigenproduktion

Wenn eine Band schon einen so ungewöhnlichen Namen wie SKEKSIS hat, der sich aus den Worten Skepsis und Keks zusammen setzt und wenn diese Band dann auch noch dem Rezensenten als Bestechung einen keks mitschickt, erwartet man von der Msuik auf der selbst produzierten CD auch etwas besonderes. Das bekommt man dann auf „Zombielieder / Phase Gelb“ auch geboten, nämlich eine Sammlung sehr unterschiedlicher Songs, die sich stilistisch aus allen möglichen Genres bedienen, ohne diese einfach zu kopieren, wobei die basis im Großen und Ganzen New Wave ist...in allen seinen Spielarten.

„Neonapoleonistisch“ jklingt gleich zum Anfang ein wenig wie die frühen Throwing Muses...bis hin zum Songtitel. Starker Anfang, der gleich vom „Zombielied“ fortgesetzt wird. Das könnten wavige Rosenstolz sein, was absolut positiv gemeint ist. Wie etwas glattere Stimmen Der Stille (kennt die noch jemand?) erscheint „Mich An Mich“ und „Perfect Splashdown“ ist angenehm poppig, fast schon eine kleine Hymne. Dunkler im Stile von Siouxsie Sioux oder Lene Lovich kommt „Electric Bird“ aus den Boxen, eher durchwachsen hingegen und in meinen Ohren der schwächste Song des Albums ist „Stern“ und bei „Zungenbiss“ geht es ein wenig in Richtung Dark Wave. „Soul Lotion“ ist sehr eingängig, leidet aber ein wenig an der eigenwilligen Betonung des englischen Textes, wobei die Frage ist, ob das mit Absicht so gesungen ist. Treibend und auch sehr eigen ist „Phase Gelb“ mit einigen Bläsereinsätzen...klingt beinahe entfernt ein bisschen wie The Teardrop Explodes. So abwechslungsreich geht es auch bei den restlichen Songs weiter.

Eine sehr vielseitige und eigenwillige Band, die wunderbaren Indie-Pop mit einer gehörigen Portion New Wave irgendwo zwischen den erwähnten Stimmen Der Stille, Throwing Muses und Rosenstolz spielt, oder auch Alternative-Pop mit Siouxsie And The Banshees-Anklängen, der auch mal was von Lene Lovich hat. Ein wirklich sympathisches Album, das sehr natürlich wirkt und in Zeiten, in denen deutschsprachige Popmusik wieder oben in den Charts steht, ähnlich eigenständig und gut wie Klee ist.Die Stimme der Sängerin Zoe Side macht die Güte des Albums zwar nicht alleine aus, hat aber einen überragenden Anteil daran. Sollte man im Auge und Ohr behalten! (A.P.)

SKIN DIARY - Divert


Erstveröffentlichung: CD-EP 2004 / Eigenproduktion

SKIN DIARY aus Berlin stellen eine äußerst positive Überraschung für mich dar. Schade, dass das Quartett nach einem selbstbetitelten Demo (2003) und der ersten, mir vorliegenden EP „Divert“ noch immer keinen Plattenvertrag in der Tasche hat. Die Musik der Band mag leicht gewöhnungsbedürftig und sicher nicht jedermanns Sache sein, aber dennoch weisen SKIN DIARY technisch gesehen hohes Potenzial auf. Sie verstehen es, durch liebevoll ausgeprägte Details zu glänzen, und verleihen ihrem Sound, nicht zuletzt wegen der fabelhaften Produktion, einen frischen, lebendigen Charakter. Dies wissen sie vorbildlich mit einem dünnen, melancholischen Touch zu verbinden. Vollends überzeugend zeigt sich auch Sängerin Jessica, deren Stimme sehr markant und intensiv ist. Zudem beweist sie starke gesangliche Variabilität. Eine sehr feine EP also, die man sich auf Grund der kurzen Spielzeit ruhig mal voll und ganz zu Gemüte führen kann. Übrigens enthält die Promo sogar die Lyrics, was durchaus selten und daher verdammt lobenswert ist. (Daniel Hinrichsmeyer)



[ ZURUECK ]