SNOWY RED - The Right To Die


Erstveröffentlichung: LP 1982 / Dirty Dance

Wenn man SNOWY RED an einem Lied festmachen kann, so ist es definitiv „Euroshima (Wardance)“, auch, wenn das nicht der beste und auch nicht der typischste Song des belgischen 80er-Jahre Projektes ist, der bekannteste ist es auf jeden Fall, weil er sich seit Jahrzehnten durch die einschlägigen Discos und CD-Sampler schlängelt und in Minimal-Electro-Kreisen zum Kult geworden ist. Eben dieser großartige Song eröffnet auch die zweite LP von SNOWY RED und überzeugt auch nach rund 20 Jahren immer noch in seiner Minimalität. Schon „Nowhere“ ist eigentlich der tanzbarere Song und typischer für das Projekt von Micky Mike, denn nicht nur vom Aussehen her war die Ähnlichkeit zu Gary Numan verblüffend, sondern auch musikalisch darf man den Engländer wohl als großen Einfluss ansehen, ergänzt durch eine Prise Fad Gadget und Data. Zwischen minimalsten Klängen, wie bei „Relax“, über New Wave und Synthie Pop bis hin zu Vorformen von Electronic Body Music haben SNOWY RED alle wichtigen Electro-Genres der 80er beherrscht und ich frage mich gelegentlich, warum sie nicht mindestens so bekannt und erfolgreich wie The Klinik geworden sind. Vielleicht waren sie 1981/82 einfach zu früh dran? Wie auch immer, mit „The Right To Die“ haben sie ein großes Electro-Album produziert, das heute schwer gesucht und entsprechend teuer ist, also zugreifen, wenn es mal auftaucht. (A.P.)



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