SOKO FRIEDHOF - Die Geschichte eines Werwolfs


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Sonic Malade

Untotens David A. Line und DJ Demian von Festival der Geisteskranken haben ihr neues Werk auf den Markt gebracht. Bevor wir allerdings mal auf das Album eingehen, wollen wir noch kurz was schreiben zu den merkwürdigen Anschuldigungen, welche die zwei über sich ergehen lassen mussten und müssen.

Sicherlich hat fast jeder mitbekommen, dass diese Wittener Satanisten-Mörder einen Aufkleber von SOKO FRIEDHOF auf ihrem Wagen hatten. Um einen Schuldigen zu suchen, haben die Polizei und auch die Medien das aufgegriffen und, wie es immer so ist, alles über einen Kamm geschert. SOKO FRIEDHOF ist nun natürlich potenziell daran Schuld, dass Menschen Satanisten werden und auf Tötungstour gehen. Logisch. Aber könnte man da nicht eher Kellogs die Schuld geben, weil die WIttener morgens Corn Flakes gegessen haben? Oder Schiesser, weil sie Unterwäsche von Schiesser getragen haben? Na ja, egal. Jedenfalls haben SOKO FRIEDHOF diesem Thema einen Song gewidmet und einen Sample aus dem Internet benutzt, in welchem ein Polizist ziemlich brege den Bandnamen ausspricht.

Interessant natürlich, wie auch schon bei den vorigen zwei Alben, ist die Vielfalt der verschiedenen Samples, die DJ Demian aus einer Library holt, die er in liebevoller Kleinarbeit tagtäglich erweitert. Trotzdem, die quantitative Anzahl der Samples ist niedriger und die Stücke sind einfach mehr Stücke und keine Tracks mehr. Das heißt, dass man nun mehr Lieder im Programm hat, wo gesungen wird.

Es ist nicht so, dass die Geschichte um einen Werwolf sich durchgängig als Thema durch die Platte zieht, jedenfalls nicht bewusst. Es ist so, dass DJ Deminan und David A. Line sich die düstere Stimmung des Herbstes 2001 zu eigen gemacht haben und sich dadurch haben leiten lassen. Dabei umfasst die Geschichte eines Mannes, der Selbstmord begeht, aber nicht stirbt und in einer Anstalt landet, alle Songs stimmungstechnisch. Erwähnenswert weiterhin sind „Totenkopfmausgedicht“ (nicht nur ein bizarrer Songtitel, sondern auch ein bizarres, aber elegant-schockierendes Stück) und „The Church (Alexanderplatz)“. Auch Untoten-Sängerin Greta Cstatlos darf hier mit ihrer Stimme das Album weiter verfeinern. Alles in allem ein tolles Album, das einlädt, es öfters zu hören und man muss es auch öfters hören, denn dann wird es immer besser. (H.H.)



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