SOUND TESSELATED - Dizzy


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Eigenproduktion

SOUND TESSELATED aus Berlin sind schon ziemlich lange musikalisch am Start und haben mehrere CDs mit eingängigem Synthie-Pop veröffentlicht. Wiederum in kompletter Eigenregie ist dieses Jahr nun „Dizzy“ erschienen und zeigt die Band bei dem, was sie am besten kann: außergewöhnlich eingängiger Synthie-Pop, der einwandfrei produziert ist. Seltsam, dass da kein Label oder Vertrieb zugreift, aber vielleicht wollen die Musiker, die sich schon seit früher Kindheit kennen, auch einfach unabhängig bleiben. Musikalisch gibt es an den 14 Songs absolut nichts auszusetzen, lupenreiner Electro-Pop mit vielen 80er Jahre Anklängen, aber auch modernen Sounds bis hin zu ganz leichten Techno-Einfüssen. Wenn man schon mit einer großen Band des Mute Labels vergleichen möchte, dann eher mit Erasure, als der anderen, deren Name in fast jeder Rezension einer Synthie-Pop-CD auftaucht, außer hier. Seltsam, dass über die letzten Jahrzehnte sich nur ganz wenige Bands an den Sound von Erasure, Talk Talk, Tears For Fears oder Soft Cell angelehnt haben, wahrscheinlich liegt es daran, dass diese Gruppen alle etwas völlig eigenes haben, was man nicht so einfach nachmachen kann.

Einer der Songs, die hervorstechen, ist „Ich Will Dich Spüren“, nicht nur auf Grund des deutschen Textes, sondern auch, weil es eine Frauenstimme zu hören gibt. Mir gefällt besonders „Love Is All You Need“, weil hier das 80er-Feeling besonders zum Vorschein kommt. Erinnert mich zudem ein bisschen an das grandiose Album der Atlantic Popes (von denen es eigentlich auch mal was Neues geben müsste!), sehr entspannt und eingängig. Gleiches gilt für „Feel It“.

Sehr tanzbar (und besonders an die frühen Erasure erinnernd) ist „How Are You“, das auf den einschlägigen partys sicherlich ziemlich einschlagen dürfte. Fast schon loungiger Easy Listening-Stoff ist „Skyline“, man sieht sich selbst dabei schon beinahe in einer angesagten Cocktailbar sitzen. Ein Höhepunkt ist auch „Any Day Any Place“, ein wunderbarer Popsong, der sofort im Ohr bleibt.

Durch diese Songs und einige mehr ergibt sich ein solides Electro-Pop (ohne jeden Future-Pop-Einschlag)-Album, bei dem man, wenn überhaupt, nur kritisieren kann, dass bei der technisch sauberen Produktion ein paar Ecken und Kanten fehlen und es hier und da ein wenig zu seicht aus den Boxen schallt. Etwas mehr Druck und weniger Weichspüler hätten einigen Songs sicher gut getan. Radio-Tagesprogramm-kompatibel ist es somit geworden, „Reggaenight“ hätte sogar das Zeug zu einem Sommerhit im Gedenken an „Sunshine Reggae“.

Und dann gibt es mal wieder einen so genannten „Hidden Track“ zu dem uns die Musiker den Titel nicht verraten...vielleicht schämen sie sich für das Lied und schreiben es deshalb nicht aufs Cover? So schlecht ist der Song doch nun auch wieder nicht... (A.P.)

Webadresse der Band: www.sound-tesselated.de


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