ABSOLUT - Togopogo


Erstveröffentlichung: 7 Inch 1982 / Phonogram

ABSOLUT aus Bremen haben unter diesem Namen nur diese eine Single veröffentlicht, die trotz der Titelähnlichkeit nichts mit „Pogo In Togo“ von den United Balls zu tun hat. Stattdessen gibt es eine kleine NDW-Perle mit leichtem Skaeinfluss auf der einen und einem recht typischen NDW-Titel mit Punkattitüde auf der anderen Seite zu hören. Macht Spaß, auch, wenn man denkt, das hätte alles etwas kantiger und rauer abgemischt werden können. Trotzdem sollte man diese Single auf jeden Fall seiner NDW-Sammlung hinzufügen, wenn man sie mal entdeckt. (A.P.)

GRAEME REVELL - Der Anschlag


Erstveröffentlichung: CD The Siege / Varese Sarabande

Waren es im Kalten Krieg die bösen Russen, so sind in der darauf folgenden Ära die Araber die Prügelknaben, an denen Amerika seine Minderwertigkeitskomplexe ausläßt. Islamischer Bombenterror in New York, die U.S. Army räumt auf. Einen Oscar für die Originalität des Themas!

GRAEME REVELL (ex-SPK) schert sich null um die Story. Er zaubert einen Soundtrack, der über jede Hollywood Handlung erhaben ist. Geradezu sabotageartig stiehlt er dem Film die Show. Ein Score, der wunderbar ohne Bilder funktioniert. Es sind auf der CD nicht nur Fragmente, sondern ein stimmiges Instrumentalwerk. Der Anfang hat etwas von Christopher Frankes ""Babylon 5"". Ein im tiefen Raum hallendes Gewitter aus horrormäßig quietschenden Strings und knallenden Blechhaufen. Aufreibende Dramatik, Säbelrasseln, viel Lärm. Denn sentimentale Szenen bedingen, daß zuvor kräftig Blut geflossen ist. So assoziiert man hier also einmal mehr, wie Sheridan und Delenn eine futuristische Weltraumschlacht fliegen, inklusive der Krokodilstränen über den Trümmern, als daß man sich dazu banales Erdengezänk vorstellt. Aber auch wenn Pyromanen in der Bronx die Fetzen fliegen lassen, bis die Panzer einrollen, läßt sich das musikalisch ästhetisieren. Wie im Film selbst stehen sich zwei Teufel in Engelsgestalt zum Duell gegenüber. Die schönen ruhigen Passagen des Scores suggerieren den trügerischen Edelmut der Rechthaberei der einen, wie der anderen Seite; ja romantisieren gar noch den heiligen Krieg zwischen islamischem Mittelalter und christlicher Post-Moderne mit exotischen Klängen - bis zum nächsten Knall.

29 Minuten zum vollen Albumpreis ist dreist, aber bei Soundtrack Scores nicht unüblich, da die Filmcompanies in den Budgets ausgerechnet beim Komponistenhonorar mit jeder Minute geizen. Lieber noch einen Crash mehr filmen, als zuviel gute Musik. (Glasnost)

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SOUNDTRACK - Dead Poets Societs / The Year Of Living Dangerously


Erstveröffentlichung: CD 1996 / Milan

Diese Edition enthält gerademal 17 Minuten aus MAURICE JARRES Score zum Kultfilm ""Club der toten Dichter"". Das Titelthema ""Carpe Diem"" und Neals Tanz bei der Theateraufführung des ""Sommernachtstraum""; traurige und auch zauberhafte stille Weisen mit Harfe und Flöte. Die gespenstisch düstere Musik aus der herbstnächtlichen Wanderung zur Höhle ist nur fragmentarisch enthalten. Gerade diese Passage hätte man auf der CD ruhig ausgiebiger anbieten können. So endet der Soundtrack unversehens mit der Schlußszene ""Keating's Triumph"" und dem Abspann, bevor der Film überhaupt gelaufen ist. Anfang und Ende, und nichts dazwischen. Wahrlich eine ärgerlich dürftige Soundtrack CD - denn wer zum Teufel braucht an dieser Stelle Beethovens Neunte, die, auch wenn sie im Film vorkommt, nun mal nicht von MAURICE JARRE komponiert wurde. Im weiteren gibt es hier dann von MAURICE JARRE ein Stück aus dem Melodram ""Witness"" und 22 Minuten fernöstlich Angehauchtes aus ""The Year Of Living Dangerously"". Des Rätsels Lösung für diese Mixtur: Alle drei Filme haben nicht nur denselben Komponisten, sondern mit Peter Weir auch denselben Regisseur. (O.K.)

SOUNDTRACK - The 13th Warrior


Erstveröffentlichung: CD 1999 / Colosseum Schallplatten GmbH / Zomba

Zum Inhalt des Filmes wollen wir an dieser Stelle eigentlich nicht viel sagen, außer, dass es ein recht düsterer Film über Wikinger ist und dieser auf einer alten, englischen Sage über den sogenannten Beowulf aufbaut. Ursprünglich, als noch John McTiernan die Regie geführt hatte, sollte die Musik von Graeme Revell gemacht werden, doch nachdem der Regisseur gefeuert wurde und Buchautor Michael Crichton seinen Platz einnahm, war fortan Jerry Goldsmith für den Score verantwortlich, den man ohne Übertreibung zu einem der Größten seines Faches beglückwünschen kann, denn er hat nicht nur unzählige Musiken für Filme gemacht, sondern auch gezeigt, dass er sehr vielseitig sein kann. Hier bei diesem Film hat er, wie es eigentlich schon seit spätestens „STAR WARS“ Mode war, jedem Charakter ein eigenes Stück auf den Leib geschrieben. Es gibt natürlich, wie es bei Soundtracks meist so ist, viele Stücke, die einfach nur eine Hintergrunds-Atmosphäre, meist eine düstere, kreieren sollen. Mir persönlich gefallen dann schon eher die monumentaleren Tracks, wie zum Beispiel weite Teile von „The Great Hall“, „The Fire Dragon“, wo man Melodien raushören kann. Hier wird mit dem vollen Orchester gearbeitet, nur um dann plötzlich wieder in ruhige Passagen zu verfallen. Alles in allem ein wirklich guter Soundtrack. (H.H.)

SOUNDTRACK - Ein Zombie hing am Glockenseil


Erstveröffentlichung: CD 2001 / cmv Laservision

Eine Perle ganz besonderer Art kommt aus dem Hause cmv-Laservision, nämlich der Soundtrack zum Splatterklassiker „EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL“ von Lucio Fulci, der am 13. März 1996 ja leider verstorben ist. Komponist Fabio Frizzi hat hier alle Zutaten, die einen italienischen Horrorfilm unterlegen müssen, perfekt kreiert. Genauso so muß ein Horror-Soundtrack klingen, der aus Italien kommt. Wenn man die einzelnen Tracks hört, fühlt man sich direkt in den Film hineinversetzt. Bei „Introduzione, paura, lierazione“ zum Beispiel sieht man die vor dem geistigen Augen die Untoten auf sich zukommen. „Irrealtá di suoni“ hat auch diesen grausigen Touch und „Occhi di brace“ sowie „Verso l´alba“ haben diese geniale, kleine Flötenmusik, die dem Film den besonderen Touch gibt. Weiter geht es mit dem phantastischen „Apoteosi del mistero“ und weiteren Tracks, welche die Grundthemen immer wieder anders wiederholen. Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr man diese Musiken bereits verinnerlicht hat, die CD läuft bereits zum fünften Mal hintereinander an diesem Abend. (H.H.)

SOUNDTRACK - Goblet Of Gore


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Mata Hari Enterprises / Zomba

Der Film “GOBLET OF GORE” hat eine lange Geschichte und zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Kritik ist er auch immer noch nicht erschienen. Dies wird sich aber innerhalb der nächsten Wochen ändern, denn eine DVD-Veröffentlichung steht ins Haus. „GOBLET OF GORE“ ist ein Splatterfilm, der in Hamburg unter der Produktion des legendären HOUSE OF HORROR und der Regie von ANDREAS SCHNAS (Violent Shit 1-3, Demonium, Nikos – The Impaler“ entstand, aber aus verschiedenen Gründen nie fertig gestellt wurde. Andreas Schnaas hat sich nun der Sache wieder angenommen und die Produktion beendet und parallel dazu hat das Label MATA HARI ENTERPRISES einen Soundtrack heraus gebracht. Wenn ich es richtig verstehe, ist das kein „richtiger“ Soundtrack, bis auf ein oder zwei Songs. Einer davon dürfte „The Goblet Of Gore“ sein, ein Metal-Stück im Retro-Sound der 80er Jahre, wo Regisseur Schnaas selbst zum Mikro griff und ein paar Film-Mitstreiter ebenfalls zu hören sind. Ansonsten ist das Sampler aber eher punkig angehaucht. Die wohl bekanntesten Vertreter dürften NOISE ANNOYS und ÄRZTE-Bassist ROD GONZALES sein, doch es gibt einige weitere Überraschungen. So zum Beispiel die Coverband RAMONEZ 77, die nach langjähriger Pause für diese CD wieder zusammengerauft haben und seitdem auch wieder im Geschäft sind. Weiterhin die Band S.S.U.B., die früher unter dem provokanten Namen SS ULTRABRUTAL unterwegs waren, aber entgegen der Erwartungen beim Namen sehr linksgerichtete Musik machen und für den Sampler im Original-Line-Up einen neuen Song produzierten. Dann hören wir noch TORPEDO 2000, die man wohl noch unter TORPEDO MOSKAU kennt und die eine neue Version ihres Stückes „Langweilig“ aufnahmen. Viele weitere sind noch zu hören, wobei mir am besten NORDEN oder auch LISAHELLROSA gefielen. So, nun fehlt nur noch der Film. (H.H.)

SOUNDTRACK - Invasion der Zombies


Erstveröffentlichung: CD 2002 / cmv Laservision

Und wieder eine neue Soundtrack-Perle aus dem Hause CMV, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die musikalischen Ergüsse, die immer viel zur Atmosphäre der harten Horror-Streifen aus Italien beigetragen haben, in guter Qualität auf CD zu veröffentlichen. „INVASION DER ZOMBIES“ gehört mit zu den bekanntesten seiner Art. Für alle, die ein paar Worte zur Erinnerung brauchen: Das war der Streifen, in dem Ultraschallwellen Insekten vertreiben sollen, stattdessen aber die Toten auferstehen lassen, die natürlich, wie sollte es in Zombiefilmen auch anders sein, extremen Appetit auf Menschenfleisch haben. Der Soundtrack von Giuliano Sorgini unterstreicht die unheimliche Atmosphäre zusätzlich, manch Track besteht zum Beispiel nur aus Geräuschen und gruseligen Hintergrundsklängen, wie zum Beispiel „The Arisen Dead“ oder „The Death Of The Dead“. Manche Stücke sind zusätzlich noch mit geisterhaften Stimmen und Gesängen unterlegt, wie zum Beispiel „Trance“ oder „Aggression“. Nebenbei gibt es aber auch noch recht poppige Sachen, wie „John Dalton Street“ oder „Strait Jacket“. Alles in allem nicht unbedingt der typische Zombiefilm-Soundtrack, aber ein sehr gutes Teil, um sich zu gruseln. (H.H.)

SOUNDTRACK - Judge Dredd


Erstveröffentlichung: CD / Epic

Wer hätte schon gedacht, daß so hochwertige Bands wie THE CURE, COCTEAU TWINS oder THE THE und WHITE ZOMBIE Songs zu so einem Film beisteuern? Und von CURE kommt dann auch der Titelsong namens ""Dredd Song"" in gewohnter ""Disintegration""- oder ""Wish""-Manier, nichts wirklich neues also und nur beschränkt zum mitsingen geeignet. THE THE´s Song ist diesmal auch wieder ein bißchen besser, denn nach der ""Hanky Panky""-Scheisse hab ich echt nicht mehr mit einer Besserung gerechnet. WHITE ZOMBIE steuern einen Crossover-Song bei, wie man ihn oft hört, der aber trotzdem ein bißchen Eigenständigkeit beweist. Besonders schön sind natürlich die COCTEAU TWINS, die wieder durch einen hypnotischen Song und schöner Stimmen bestechen. LEFTFIELD´s Song fängt schön an, mystisch mit Indianerflöten im Hintergrund, wird aber leider durch eine schaurig schlechte Stimme zerstört und verkommt dann noch endgültig zu einem öden Dancestück. Die nächsten zwei Stück sind von RYO ASSKA und den WORLDBEATERS mit YOUSSOU N´DOUR und sollten mit keinem weiteren Wort mehr erwähnt werden, denn sie sind richtig Scheisse!!! Danach beginnt dann endlich der Teil, den ich an Soundtrack am meisten liebe, nämlich den symphonischen Score, der von ALAN SILVESTRI (Predator, Abyss) komponiert wurde. Es werden hier zwar keine neuen Ideen beigesteuert, es ist ein Hollywood-Soundtrack mit allen gänigen Mustern wie Pauken, monumentalen Streichereinsätzen, Chören, Glocken, unheilvollen Bläsern und einem fast gängigem Maintheme, welches sich oft im Laufe der Stücke wiederholt. Aber so ist das nun mal bei Soundtracks und das ist ja auch nicht schlecht. Im Ganzen eine empfehlenswerte CD und zusammen mit dem Batman-Score die beste Filmmusik-CD der letzten Monate. (H.H.)

SOUNDTRACK - Kaliber Deluxe


Erstveröffentlichung: CD / Eastwest Records

Zum deutschen Film ""KALIBER DELUXE"" ist auch ein Soundtrack erschienen. Es beginnt mit einem Countryartigen Song von DIANE LEMONBABY & BELA B., ziemlich schrecklich und erschütternd, was BELA uns da präsentiert. Es folgen DIE LOTHRINGER feat. HAYMON M. BUTTINGER, ein recht noisiges Stück zwischen Laibach, Skinny Puppy, KMFDM und netten Synthies, der Track ist durchaus gelungen, nur ein paar verdeckte Metalgitarren zerstören den guten Gesamteindruch. Als nächstes folgt ein instrumentaler Track, der recht rockig und irisch angehaucht ist. Darauf kommen dann die CHAINSAW HOLLIES, recht unspektakulärer Gitarrenpop, und BELA B. AND THE WESTERN PLAYBOYS mit ""Der Baldower"", knapp vier Minuten relativ peinliches Gesinge, bis es einigermaßen punkrockig weitergeht. Danach wird es richtig schlecht, denn DIE LOTHRINGER kommen wieder, dieses Mal mit einem völlig anderen Stil, nämlich ultraschrecklichen Kneipenrock der Sauerkraut-Art. Und als ob das nicht übel genug wäre, geht es noch countryartiger und damit noch grausamer mit JIM COGAN weiter. DIE LOTHRINGER betteln noch mal um eine Chance, doch mit Texten wie ""Das Leben ist wie ein Vogel, sehr lieb, aber scheu"" und einer Stimme wie Hans Harz kann man keinen Blumentopf gewinnen. Wie ist bloß das erste Stück von denen zustande gekommen. Es folgt ein opernartiger Track von ULLA PILZ, bloß leider viel zu kurz, das hätte das Highlight der CD werden können. So bleibt das Highlight das Stück ""Leave"", welche darauf in der Acoustic-Version folgt und auch schon ein gutes Stück vorher als Original-Version zu hören ist. Eigentlich ein recht nettes und eingängiges, kleines Lied.

Fazit: Von den Popsongs größtenteils leider nicht ertragbar, die Scores sind allesamt sehr gut und gelungen und das Hauptlied mit Bela B. von den Ärzten ist nach mehrmaligem Hören wirklich nicht schlecht. (H.H.)

SOUNDTRACK - Neufundland


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Flotainment

er Film „NEUFUNDLAND“ ist mir leider noch nicht bekannt, soll aber, wenn man sich verschiedene Kritiken dazu durchliest, ziemlich gut sein. Immerhin konnte er auch verschiedene Preise einheimsen. Ein bisschen gespickt ist das Ganze mit schrägem Humor und dazu gibt es eine ziemlich ruhige Story. Hauptdarsteller sind Jochen Nickel, Anna Loos und Alex Prahl. Und nun gibt es den entsprechenden Soundtrack zu kaufen, der ebenfalls eher in ruhigen Gefilden schwimmt. Instrumentiert ist das Ganze mit einigen Streichern, ein bisschen Synthesizer, der ein paar elektronische Klänge in die Tracks bringt, Schlagzeug und Gitarre. Die Stimmung, die der Silberling versprüht, ist durchweg melancholisch, ein bisschen sentimental. Nicht düster oder deprimiert, vielmehr ist es eine gewisse Betrübtheit, die sich da breit macht. Fast würde ich die Musik auch als Neofolk bezeichnen, mit leichten Klassikelementen, aber nur fast. Hier und da gibt es auch ein paar weltmusikartige Passagen. Schwer zu beschreiben, aber es macht definitiv neugierig auf den Film. (H.H.)

SOUNDTRACK - Oi! Warning


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Vielklang

Es beginnt neben einem kleinen Spoken Word-Beitrag mit dem ORCHESTER PEPE LEONE mit Sambamusik, die man auch gut im Dephinarium spielen könnte. Danach folgt der bekannte Beitrag der TERRORGRUPPE, einige einfach strukturierte OI-Stücke von SMEGMA, eines von LOIKAEMIE, von PERFUSES, ein Track der wirklich guten, ja wenn nicht sogar der besten Ska-Band der heutigen Tage, den BAD MANNERS. Es gibt Ska von DERRICK MORGAN und DESMOND DEKKER (hier sehr Reggae angehaucht) sowie ein wenig Swing von A. GIBERTO & W. WANDERLEY. Selbst BERT KAEMPFERT ist dabei mit einem Bläserstück und Klassik wird uns durch HÄNDEL geboten. Alles in allem ein witziger, vielseitiger und vor allem kontrastreicher Soundtrack, der Lust auf den Film macht, der ja vieldiskutiert und umstritten ist. Auf der CD gibt es noch einen umfangreichen PC-Teil, der sieben Video-Ausschnitte aus dem Film zeigt, diverse Fotos, 7 MP3-Files sowie den TERRORGRUPPEN-Videoclip zum Titel ""Stay Away From The Good Guys"". (H.H.)



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