ADOR - Interview 2004




Interview mit Ador v. Venushügel zum Debütalbum „Metamorph“ seines Elektro Soloprojektes „Ador“ im Zuge der „Gaudia Vite“ Tour von Corvus Corax

M.N.: Nachdem nun „Metamorph“ draussen ist, und du es ja zum WGT 2004 bereits vorgestellt hast, wie waren denn die bisherigen Reaktionen? Du hast ja zum WGT geschafft das Publikum einigermaßen zu spalten!

A: Einigermaßen ist gut, das ist ja komplett gespalten worden! Im Grunde finde ich das auch sehr gut, denn das muss man erstmal hinkriegen. Das war ja wirklich ganz klar dafür oder dagegen aber ein dazwischen gab es einfach bei den meisten nicht. Das fand ich schon sehr interessant, allerdings war es vielleicht auch etwas unglücklich gewählt. Es war halt ein Mittelalterabend und die Leute haben irgendwie alles andere erwartet als eine Electrovariante, aber ich hab halt diese Möglichkeit angeboten bekommen und die halt auch genutzt. Von der Promotion für das Album war es eigentlich das beste was hätte passieren können, denn es war in aller Munde. Die die es Scheiße fanden haben mir im Grunde ja noch die Promotion gebracht, die gut für mich war. Hinterher ging da wahnsinig was los, Foren wurden voll geschrieben mit ‚Ador ist Scheiße’ oder ‚Nee Ador ist gut’.

M.N.: Wo ist denn für dich der Reiz an dieser elektronischen Musik, da man das von dir ja bisher so nicht erwartet hat?

A: Genau das ist der Reiz. Wenn du seit 5 oder 6 Jahren auf der Bühne stehst mit Mittelaltermusik ist es einfach wichtig mal was anderes zu machen. Das ist halt doch sehr sehr einseitig für einen Künstler und es war mir wichtig mich mal anders auszuleben.

Diese Electrosache hat mich inspiriert, daran hab ich lange gebastelt und Texte geschrieben. Es ist halt ganz was anderes als Mittelalter und das ist für mich persönlich einfach auch gut in was anderem zu denken.

M.N: Da kommt für mich die Frage nach eventueller Anbiederung in gewisserweise auf beim Publikum, weil mir bei einigen Songs Ähnlichkeiten zu Tanzwutstücken auffallen, wo natürlich das Problem auftaucht, dass du nicht Mitglied dieser Gruppe bist. Du bist nur Mitglied von Corvus Corax bzw. Cornix Maledictum, so dass bzw ich dir wenn ich das Album anhör an einigen Stellen denn Vorwurf des Plagiats mache. Wie gehst du mit solchen Vorwürfen um ?

A: Also man kann es ja gerne versuchen mir das vorzuwerfen, allerdings wer die Scheibe hört – und wer genau hinhört – wird feststellen, dass hier nicht im geringsten eine Verbindung zu Tanzwut besteht. Weil a) ich hab es im Thommy Hein Studio aufgenommen, der ist nun mal der Produzent von Tanzwut und welcher Produzent wäre denn so wahnsinnig, sich seine eigene Konkurrenz ins Hause zu holen. Er war zwar Zweitproduzent aber er hätte mit Sicherheit drauf geachtet, dass es alles andere als nach Tanzwut klingt. Diesen Vorwurf würde ich auch weit von mir weisen, denn wer den machen möchte, der soll sich die Platte anhören und wer meint es klingt nach Tanzwut na ja gut. Okay der würde wohl auch sagen, dass Red Hot Chilli Peppers wie Offspring klingen. Da hab ich auch gar keine Lust mir sowas anzuhören ehrlich gesagt, dass klingt jetzt wohl mal wieder arrogant oder adorgant, wie auch immer, aber bei der Platte ging es lediglich um mich und nicht um irgendwelche Chartplazierungen. Diese Platte war mein Traum und den hab ich mir erfüllt. Seit ich Musik mache, also 7 oder 8 Jahren hab ich gesagt, ich mach irgendwann mal ein Soloalbum und das wird so wie man es nicht von mir erwartet. Ich steh auch voll hinter dem Album so wie es geworden ist, finde ich es auch sehr gut. Wenn man jetzt irgendwelche Vergleiche ziehen muss, was ja schon armselig genug ist eigentlich, dann sollte man das mit Bedacht tun.

Sicherlich ich bin jetzt nicht der erste mit Electromusik und mit deutschen Texten, aber ich bin der erste mit Mididudelsack und allein das ist etwas, was Tanzwut schon mal gar nicht hat. Das macht die Sache irgendwie einzigartig und ich steh allein auf der Bühne.

M.N: Aber geht mit diesem Midi – Dudelsack nicht gerade die Orginalität die ein Dudelsack austrahlt verloren?

A: Nee im Gegenteil, die gewinnt! Es ist einfach eine Weiterentwicklung, jeder Spielmann des Mittelalters hat die Möglichkeiten der Weiterentwicklung seines Instrumentes genutzt, und in der Jetztzeit ist das nur die logische Weiterentwicklung. ich hab halt einfach den Dudelsack weiterentwickelt und seh da auch keinen Zwiespalt, dass ich damit das Instrument kaputt gemacht hätte oder sowas. Es ist halt einfach die Weiterentwicklung die die Menschen voran gebracht hat, seit tausenden von Jahren und ich hab da jetzt ein Stück weit mitgemacht.

M.N: Wann hast du angefangen die Texte zu schreiben, was war deine Inspiration und inwieweit gibt es autobiographische Züge?

A: Die Texte, um von hinten anzufangen, sind schon sehr biographisch. Es sind wirklich Sachen verarbeitet worden, die mit meinem Leben zu tun haben. Meine Erfahrungen im Umgang mit dem Leben habe ich hier auf Platte gebracht. Allerdings sind einige der Texte schon sehr alt, der älteste ist glaub ich ‚der Meister’ und auch der, der am frühesten aufgenommen wurde. Das passierte glaub ich zur selben Zeit wie das Cornix Album ‚Marriage en noir’ aufgenommen wurde. Das heißt wirklich begonnen hab ich vor 1-2 Jahren, älter sind diese Texte nun auch nicht. Wie gesagt es handelt von meinem Leben, dem was ich erfahren habe, was mir wiederfahren ist etwa bei Songs wie ‚der schöne Schein’, die sehr aktuelle Songs sind für mich. ‚Ektomie’ ist halt auch eine schöne Verarbeitung wie letztlich alle Songs in irgendeiner Form. Da ist keiner dabei, der irgendwie fiktiv währe.

M.N.: Na ja mit Ausnahme von ‚white wedding’, was hat dich denn an diesem Song so gereizt, dass du gesagt hast, denn möchte ich gern in ein anderes Gewand packen und mit auf meine Platte bringen?

A: White Wedding bzw. Billy Idol ist etwas bzw. jemand, mit dem ich groß geworden bin, dass war ein Teil meiner Jugend. Billy Idol ist für mich einfach ein großartiger Künstler der genauso Höhen und Tiefen mitgemacht hat wie es jeder miterleben sollte, um einfach die Erfahrung zu machen. Als ich dann ‚White Wedding’ gehört habe, und angefangen hab Dudelsack zu spielen, war für mich klar, dass diese Line die da durchgeht, für einen Dudelsack gemacht ist! Das war genau das, was dem Song ein neues Gewand geben könnte.

Eine weiterentwickelte Dudelsackline, so dass dieser Song im Grunde eine Hommage an meine Jugend darstellt.

M.N: Wann war für dich klar, dass diese Platte entstehen wird in gepresster Form und wann bist du dafür ins Studio bzw. ans Thommy Hein Studio gekommen?

A: Thommy Hein hab ich lange vorher gekannt, bevor ich zu Corvus Corax dazustieß. Ich wußte damals als ich mich an ihn wendete nicht einmal, dass es das Studio von Corvus Corax ist, dass war irgendwie ein lustiger Zufall. Denn wir sollten damals einen Song für einen Sampler einspielen und erfuhren so, dass Thommy Hein ja der ist, der Corvus produziert. Die Platte da einzuspielen war insofern gut, dass Thommy bereits die ‚marriage en noir’ produziert hatte und wir uns daher gut verstanden haben. ich hab ihm dann irgendwann mal von meinem Vorhaben erzählt und bekam von ihm das Angebot das Ding bei ihm einzuspielen. Dann hab ich mich mit meiner Labelpartnerin beraten und dann haben wir den Deal gemacht. im Grunde stand aber eh nicht zur Debatte, dass es jetzt woanders hätte produziert werden sollen. Ich wollte es bei ihm aufnehmen, weil Thommy einen auch fördert. Der sagt nicht, okay fertig sondern lieber nee komm mach nochmal.

M.N: Das Bühnenoutfit ist nun natürlich auch sehr auf Industrial, also einen anderen Look aus, auch im Video sieht man das, wird dass der Stil dann auch live bleiben, oder war dass nur zum antesten?

A: Nee zum antesten gar nicht. Ich hab mir überlegt, dass es mir viel mehr Spass macht wenn ich tatsächlich, aber nicht jedesmal, das Outfit wechsle. Ich mein bei Corvus ist es halt jedesmal die selbe Klamotte vom Stil her, und letztlich ist mir mehr dannach es zu machen wie ich Lust habe. Da steht nichts fest, ich muss mich ja nicht unterwerfen. Bei Ador kann ich ja machen was ich will und das ist auch das schöne daran. Wenn ich Bock auf dieses Industrial habe, dann werd ich das machen und wenn mir was anderes einfällt, mach ich etwas anderes. Ich werd mich da nicht irgendwo unterwerfen, was mir andere da aufpfropfen.

M.N: Wird es denn noch mehr Videos geben in nächster Zeit?

A: Es sind Sachen im Gespräch grade, aber darüber kann ich noch nicht richtig was sagen. Über ungelegte Eier redet man besser nicht. Es ist also noch nicht spruchreif!

M.N: Gibt es denn Pläne zu einer kleineren Tour?

A: Ich plane das eh nicht vor Anfang nächsten Jahres. Ich werd jetzt sichernicht gleich eine groß angelegte Tour machen oder so, dazu werde ich so auch gar nicht die Zeit haben durch Corvus Corax und Cornix Maledictum, die ja alle nicht darunter leiden sollen. Aber ich denke ich werde sicherlich ein paar einzelne Auftritte machen, so wie das mit Coco ja auch ist. Im Grunde werde ich das so machen, wie ich Gelegenheit finde und Spass daran habe. Wenn man jetzt nächstes Jahr zum WGT sagt, Werk II wäre vielleicht besser, dann sag ich okay machen wir das doch da. (Maximilian Nitschke)

STIMMEN DER STILLE - Morgenstern


Erstveröffentlichung: LP 1987 / Sneaky Pete Records

STIMMEN DER STILLE haben ihre leider einzige LP 1987 auf Peter Hein´s Sneaky Pete Records-Label veröffentlicht und sind damals ziemlich damit untergegangen. Ob es daran lag, dass die Gruppe immer nur als X mal Deutschland-Kopie abgetan wurde oder weil die Zeit einfach für Gothic-Rock aus Deutschland keine gute war, sei mal dahin gestellt. Heute jedenfalls ist die LP unter Sammlern ziemlich gesucht. Naja, der Vergleich zu X Mal Deutschland drängt sich natürlich auf, zu groß sind doch die musikalischen, gesanglichen und textlichen Ähnlichkeiten, ich würde sogar so weit gehen und „Morgenstern“ für das „bessere 3. X Mal Deutschland“-Album halten, obwohl deren „Viva“ beileibe nicht schlecht ist. Der Vergleich wird den STIMMEN DER STILLE bis in alle Ewigkeit anhängen, aber was soll´s, X mal Deutschland waren immerhin eine großartige, stil prägende und international erfolgreiche Band und wenn man schon verglichen wird, dann wenigstens mit den Besten. Damit will ich STIMMEN DER STILLE aber nicht absprechen, dass sie durchaus auch Eigenes in ihren Songs haben, zum Beispiel eine wirklich gute Sängerin und eine sehr treibende, kraftvolle Rhythmussektion, dazu die Gothic-typischen schneidenden Gitarren, die sich wunderbar ins Gehirn bohren. Songs wie „Warten“, „Kämpfen“ und „Todeslied“ sind kleine, unterschätzte Klassiker, die auch heute noch auf jeder Gothic-Rock Party für volle Tanzflächen sorgen müssten. Nach der LP wurde noch eine Maxi aufgenommen, die poppiger klang, aber unveröffentlicht blieb. Was dann aus den Bandmitgliedern wurde? Keine Ahnung, wer was weiß, darf sich aber gerne bei mir melden. Eine Wiederveröffentlichung des alten Materials auf CD würde sich doch mal ganz gut machen...welches Label traut sich da ran? (A.P.)

STIMMKRAFT - Mehr Als 1 Gesicht


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Frequenz / EMG

Harte Gitarren, poppige Melodien, grollende Stimme...was kann das denn bloß sein? Das neue Album von Rammstein? Von Oomph!? Oder gar von Joachim Witt? Nein, es handelt sich um „Mehr Als 1 Gesicht“ (man soll wohl „ein Gesicht“ sagen, obwohl im Titel ja „eins Gesicht“ steht, aber egal), das neue Album von ANDREAS BUTTLER, der unter dem Namen STIMMKRAFT hier seine erste CD veröffentlicht. Allerdings hat der auch als Schauspieler tätige Musiker in den 90er Jahren schon einige CDs unter seinem eigenen Namen veröffentlicht und einen tollen Platz 112 in den Top 100 erreicht und ist mit seinem Stück „Gleichschritt“ 1992 gleich bei Politik und Medien angeeckt, weil er den Text nicht ändern wollte, da ja die Bundeswehr zu dem Zeitpunkt in den Irak einmarschieren sollte. Aha, über diesen kleinen Krieg unserer glorreichen Wehrmacht-Nachfolgeorganisation weiß ich gar nichts, da habe ich wohl einige Wochen keine Nachrichten geguckt oder Zeitung gelesen. „Natürlich“ hat Herr Buttler den Text damals nicht wie gefordert abgeändert und wurde so nicht in Radio und TV gespielt. Das Lied würde ich ja gerne mal hören!

Ich gebe zu, all die wichtigen Informationen, die ich hier bisher preisgegeben habe, sind aus dem Waschzettel zu „Mehr Als 1 Gesicht“ abgeschrieben, weil ich bisher noch nie was von ANDREAS BUTTLER oder STIMMKRAFT gehört habe und insofern ist es natürlich etwas ungerecht, dass ich hier arg ironisch bin, das sollte der interessierte Leser also bitte berücksichtigen und entschuldigen.

Jetzt aber – ernsthaft – zur Musik auf dieser CD. Einige Vergleiche, die einem sofort in den Sinn kommen, habe ich ja ganz oben schon erwähnt, wobei vor allem die Ähnlichkeit mit einigen Joachim Witt-Werken der letzten Jahre groß ist. Die meisten Tracks sind eine Mischung aus Pop und Rock mit einer gewissen Düsternis, die vor allem durch den Gesang entsteht. Besonders interessant wird es aber, wenn BUTTLER mit seiner natürlichen Stimme singt und die Klänge entspannter werden. Zwar schrammen „Frei Für Immer“ und einige anderes Tracks extrem nahe am Schlager vorbei, können sich teilweise aber doch als sehr schöne Stücke präsentieren, die in den besseren Momenten tatsächlich an Nino DeAngelo in erinnern, in den schwächeren eher an Matthias Reim und das meine ich jetzt ganz ehrlich und nicht ironisch. Das hätte ich auf der CD nun gar nicht erwartet und spätestens ab hier habe ich doch aufgehorcht. Auch „Giganten“ ist ein sehr schöner Song, wäre aber mit natürlicher Stimme noch besser. So schlängelt sich das Album zwischen schönen, ruhigen Songs und wenig spektakulären „harten“ Stücken durch knapp eine Stunde und ich bleibe irgendwo zwischen „ganz nett“ und „ein paar richtig tolle Songs“ stecken, ohne zu wissen, welche Hörerschaft hier eigentlich die Zielgruppe ist. Für Chart-Pop ist es wohl teilweise noch zu düster und schräg, für Gruftis und Rammstein-Fans ist es dann doch zu soft und richtige Rocker finden es garantiert zu lahm. Mir persönlich hätte eine Mini-CD mit den ruhigen Tracks gereicht, die hätte ich dann richtig gut gefunden, so bleibt der Daumen leider nur in der Waagerechten. Da hilft es auch nicht, dass „Sexy“ von Westernhagen gecovert wird. Diesen Musiker sollte man nicht noch durch eine Coverversion aufwerten. (A.P.)

THE STINKING POLECATS - A Song For Your Boyfriend


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Wynona Records

Dieses CD kommt aus dem Hause Wynona Records, welches in Italien beheimatet ist. Die Band THE STINKING POLECATS kommt ebenfalls aus dem Land, das aussieht, wie ein großer Stiefel, genaugenommen kommt man aus Pisa. Die stinkenden Polkatzen beschäftigen sich mit dem Thema Punkrock und wenn ich es mir so scharf überlege, ist das die erste Punkrock-Band, die ich aus Italien her kenne. Allzu alt können die Herren auf dem Foto der CD noch nicht sein, das passt zur Frische der Musik. Diese ist wirklich durchaus erfrischend, abkühlend und aufheizend in einem, erinnert mich irgendwie ein bisschen an Psychotic Youth, die wiederum eine Art Surfpunk machen. In diese Tradition und natürlich die der Ramones, die von den Jungs offenbar abgöttisch verehrt werden, würde ich die STINKING POLECATS stecken, obwohl man sich auch gerne als Romantic-Punk sieht, als „Womanizer“-Punk. Meine persönlichen Favorites der CD sind die Stücke „Rock This Town“ und „A Song For Your Boyfriend“, die absolutes Hitpotenzial haben. THE STINKING POLECATS jedenfalls würde ich als die Punkrock-Entdeckung des Jahres 2002 bezeichnen. Musik für´s Herz und für´s Tanzbein, aber sicherlich nichts für allzu anspruchsvolle Geister, obwohl die Musik durchaus nicht flach ist. (H.H.)

VINNIE ST. JOHN - Bloody Asia - Cat. 3 - Little Handbook


Erstveröffentlichung: Buch / MPW / ISBN 3-931608-43-3

Autor Vinnie St. John beschreibt hier einen Ausflug in die so genannten asiatischen Category 3-Filme. Filme, die voller Blut, Gewalt und anderer garstiger Dinge sind. Er startet mit einer kleinen Rundreise durch den US-Horrorfilm, dann folgt eine kleine Einführung in die Categoriy 3-Filme und danach folgen jede Menge Reviews mit ausführlicher Storybeschreibung und einigen Anmerkungen und Informationen. Das Ganze wird dann noch mal in komprimierter Form nachgeschoben. Als Abschluss gibt es dann noch einige Kurzkritiken, Infos zu den bekannteren Regisseuren und Schauspielern, ein Vergleich zwischen Hollywood und Asia-Movies, interessante Internet-Adressen und Infos zu erhältlichen DVDs und Videos. Und noch einmal werden alle ausführlich besprochenen Filme in Kurzform präsentiert, das dritte Mal also. Aber irgendwie muss man ja seine kargen Informationen und Meinungen aufblähen, damit so etwas sich überhaupt „Buch“ schimpfen kann.

Menschenskinder, ich muss es gleich vorweg sagen: Ich habe noch nie ein so dummes Buch gelesen und ich freue mich wirklich, diese Kritik zu schreiben. Es beginnt im Impressum. Der Verlag weist auf folgendes hin: „Der Autor legte keinen Wert auf ein Korekturlesen des Buches….“. Ist das nicht schon köstlich, wenn der Verlag ausgerechet bei dieser Ansage das Wort „Korrekturlesen“ falsch schreibt? Und eine Frage, die sich mir dann auch stellt: Wieso veröffentlicht der Verlag dann dieses Buch überhaupt, wenn es offenbar einige Rechtschreibfehler im Text gibt? Gut, dachte ich, die Kritiken hier im Back Again strotzen sicherlich auch vor Tippfehlern und haben es nötig, mal Korrektur gelesen zu werden und deshalb beschloss ich, auf dieses Thema nicht näher einzugehen, denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Dann begann aber der Text und ich musste feststellen, dass der Verlag noch viel mehr vor Fehlern hätte warnen sollte. Es gibt kaum ein Satz, in dem nicht mindestens ein Fehler steckt. Ein Satz ist mir untergekommen, da kamen satte fünf Fehler vor! Und das sind keine Tippfehler, das sind richtige echte Lücken im Grundwissen der deutschen Rechtschreibung. Das nervt das ganze Buch hindurch, bis zu der Stelle, in der Vinnie St. John statt Soap Opera „Soup Opera“ schreibt. Ich konnte nicht mehr vor lachen. Eine Suppenoper. Köstlich. Von da an beschloss ich, das Buch von der heiteren Seite aus zu betrachten, doch leider war es da schon zu Ende. Mal ehrlich, wäre es wirklich so schwer gewesen, einen Freund oder so das Ganze mal Probelesen zu lassen? Wenn man schon weiß, dass man eine Rechtschreibschwäche hat und man trotzdem ein Buch schreiben möchte, dann ist das doch das Mindeste.

Was ebenfalls nervt, ist die Tatsache, dass Vinnie St. John offenbar einen absoluten Lieblingsfilm hat, nämlich „THE UNTOLD STORY“. Dieser Film muss nun als Vergleichsprodukt für jeden weiteren Film, der hier beschrieben wird, herhalten und ich habe mir die Mühe gemacht, einmal zu zählen: Der Hauptteil des Buches besteht aus 85 Seiten und davon wird auf ungefähr 37 Seiten dieser Film erwähnt, manchmal sogar mehrfach. Das geht einem beim Lesen so auf den Senkel, dass ich schon nach kurzer Zeit das Buch auf den Müll geworfen hätte.

Darüber hinaus wiederholt der Autor ständig seine Aussagen und Feststellungen, alles sagt er drei bis viermal, nur immer mit anderen Worten. Dazu gibt es noch etliche inhaltliche Fehler, doch am erschreckendsten ist die verlogene Doppelmoral dieses Herren, da geht einem als normal-gescheiter Mensch doch wirklich manchmal die Hutschnur hoch. Mehrmals behauptet er, Asiaten seien alle komplett krank im Hirn, weil sie Gewalt anders bewerten als Europäer und auch ihre Frauen völlig asozial behandeln als wir Zivilisierten. Grundsätzlich alle Asiaten als geistig behindert darzustellen, ist doch schon ein wenig krass. Asiaten vergewaltigen ihre Frauen, quälen und missbrauchen sie und behandeln sie wie Sklaven. So etwas im Film darzustellen, dagegen hat er etwas, das ist „ganz einfach vollkommen krank“ oder „zeigt, dass sich derartige Krankheiten schon in ihren Gehirnen manifestiert haben“. Die filmischen Gewaltdarstellungen Männern gegenüber sind aber offenbar okay, ja regelrecht erwünscht, denn Categoriy 3-Filme müssen vor Blut nur so strotzen. Metzeleien sind also sozialer verträglich als Vergewaltigungen. Das bietet Diskussionsstoff. An einer Stelle schreibt er aber in einer Kritik zu einem Film, dass blutige Gore-Szenen niemals die Qualität eines Filmes heben können, doch nur zwei Sätze danach weist er bei dem gleichen Film daraufhin, dass die enthaltenen vier Gewaltszenen das beste am Film seien.

Und im Jahr 2001 zu behaupten, die DVD werde auf keinen Fall sehr schnell die Videokassette ablösen, ist kurzsichtig und ignorant. Als weiteres behauptet er, dass DVDs grundsätzlich schlechte Qualitäten haben und „SCREAM“ dem Horrorgenre keine Impulse gegeben. Das ist einfach falsch und dumm. Klar hat „SCREAM“ das Genre nicht neu erfunden, aber dass der Film Auslöser einer neuen Horrorwelle war, dürfte selbst dem größten Ignoraten bewusst sein. Höhepunkt des Buches aber ist Vinnie St. Johns Erklärung „Was ist das Internet“? Das kann er ganz einfach erklären: Manche Seiten laden sich schnell, manche nicht. Bei manchen muss man auf was klicken, aber manchmal enthalten die Seiten nicht den gewünschen Inhalt und man nimmt am besten zum Suchen „Google“, denn da muss man nur in das leere Kästchen was schreiben und auf „Search“ klicken. „Sie erhalten dann alles, was in ihren Suchbegriff enthalten ist, auf dem Monitor. So einfach geht das! Sollte Ihr Computer einmal abstürzen, ein typisches Microsoft PC Problem, das ich als Apple User nicht kenne, keine Panik, sondern fahren Sie die Kiste wieder hoch und starten sie erneut! Die barbusigen, Mandeläugigen Schönheiten, die des öfteren am Schirm zu sehen, können Sie downloaden, falls eine Webside wieder mal sehr lange braucht, um in voller Pracht zu erscheinen. So haben Sie was zu gucken und langweilen sich nicht. Falls Sie jetzt das WWW noch immer nicht durchschauen, lassen Sie sich´s schön langsam erklären oder kaufen Sie sich eines dieser Sinnlosen Bücher. Das sind meist die dicksten Schmöcker im Buchladen, indenen irgendwelche Autorensadisten Sie mit Fachchinesisch völlig verarschen.“ Das war nur ein kleines Zitat aus dem Buch, die darin enthaltenen Fehler habe ich mit abgetippt. Dieser Stil wird im ganzen Buch durchgehalten.

Ich kann abschließend nur noch einmal anmerken, und ich weiß, dass ich mich jetzt auch wiederhole, aber das mache ich bewusst: Ich habe noch niemals ein so dummes Buch gelesen. Und der Verlag wollte dafür mal satte 22,50 Euro haben! Die armen Leute, die das Geld ausgegeben haben. Ich glaube, das wäre das erste Mal in meinem Leben gewesen, wo ich mein Geld zurück verlangt hätte. Inzwischen wurden die letzten Exemplare für 3,33 Euro verramscht. Auch schon fast zu viel. Wäre da nicht der gute Joke mit der „Soup Opera“ gewesen. Der war seine 3,33 Euro auf alle Fälle wert! (H.H.)

Der ostasiatische Film boomt, nicht erst heutzutage, sondern seit vielen Jahren. Meine ersten Berührungspunkte waren die „A Chinese Ghost Story“-Filme, die ich nach wie vor für wunderbar halte, und alte Werke von John Woo. Auch „Story Of Ricky“ kannte ich schon recht frühzeitig und mag heute besonders die Werke von Takeshi Miike und einige südkoreanische Produktionen. Leider gibt es bis heute nur wenige vernünftige Informationsquellen über das asiatische Kino und so war es ein interessantes Projekt, als MPW (TV Highlights, Moviestar, DVD Spezial und diverse Bücher) im Jahre 2001 dieses Thema in Angriff nahmen. Leider ist dabei ein grottenschlechtes Buch heraus gekommen, dass seinen ursprünglichen Preis von 22,50 € absolut nicht wert war und inzwischen für 3,33 € oder so verramscht wird.

Herr St. John (wer mag hinter diesem Pseudonym wohl stecken?) beschränkt sich auf die blutigsten und abgedrehtesten Filme aus Ostasien und stellt den Anspruch, diese kompetent vorzustellen. Dabei scheitert er allerdings komplett, sowohl inhaltlich, als auch formal. Die Auswahl der vorgestellten Filme ist natürlich rein subjektiv, was aber erstmal in Ordnung ist. Allerdings erwarte ich bei einem derartigen Buch einigermaßen objektive Informationen und kein Abfeiern der Lieblingsfilme des Autoren. Schon nach wenigen Seiten weiß der Leser, dass der Schreiber den Film „The Untold Story“ für das größte Meisterwerk der Filmgeschichte hält, doch bis zum Ende des dünnen Büchleins von knapp 120 Seiten wird das penetrant unzählige Male erwähnt. Alle anderen Filme werden hieran gemessen.

Die Filmbesprechungen sind wenig in die Tiefe gehend und die Bewertungen sind wieder extrem persönlich gefärbt, sollen aber objektiv erscheinen. Hier hätte Vinnie St. John sich entscheiden müssen, was er will, entweder ein rein subjektives Buch, oder aber objektive Informationen. Zudem wiederholt er den Inhalt und die Bewertung immer mehrfach, um das Buch zu füllen. Zu fast jedem Film gibt es eine meist nicht besonders ausführliche Inhaltsangabe und die persönliche Meinung des Autors, sowie einige Stabangaben und dann noch mal eine Zusammenfassung der vorherigen Informationen. Weiter hinten im Buch findet man dann noch mal diese Infos. Für wie blöd wird der Leser eigentlich gehalten?

Sehr witzig ist auch eine extrem krasse Fehleinschätzung zum Thema DVD, die ja das gute alte VHS-Video nicht so schnell ablösen würde...wohlgemerkt diese Einschätzung des Schreibers ist gerade mal zwei Jahre alt, als die DVD ihren Siegeszug längst begonnen hatte. Auch mit dem Internet konnte St. John offenbar im Jahre 2001 noch nichts anfangen und lehnt es im entsprechenden Artikel beinahe vollständig ab. Selbst mir, der technischen Neuerungen meist sehr kritisch und abwartend gegenübersteht, war schon Jahre früher klar, dass sich DVD und Internet nicht aufhalten lassen würden. Ich bin mir absolut sicher, dass St. John seine Meinung gegenüber DVDs extrem schnell geändert hat und alle seine Lieblingsfilme inzwischen längst auf dem „neuen“ Medium archiviert hat.

Stilistisch ist der Ton häufig betont locker bis flapsig, unpassenderweise vermischt mit dem Versuch, seriös zu klingen. So eine Mischung geht praktisch immer schief und erscheint extrem unkompetent.

Besonders nerven tun aber dann auf der formalen Seite auch noch unzählige orthographische und grammatikalische Fehler, die man aus den Büchern von MPW ja zur Genüge kennt. Mehr als peinlich ist dann der Hinweis am Anfang des Buches, dass der Autor seinen Text nicht hat Korrektur lesen lassen. Das merkt man. Ich würde mich schämen, mit einem derartigen Machwerk an die Öffentlichkeit zu gehen. Legasthenie ist eine Sache, über die ich niemals Witze machen würde, aber wenn ich als Legastheniker ein Buch schreiben will, suche ich mir professionelle Unterstützung!

Keine Frage, dieses Buch ist eher ein Kuriosum zum Thema, als wirklich eine informative Abhandlung über das Thema „Category III Filme aus Ostasien“. Für 3,33 € ist es okay, aber mir tun die Leute leid, die damals tatsächlich über 20,00 € dafür ausgegeben haben. (A.P.)

ST. MUCCUS - Am I Blood


Erstveröffentlichung: CD 1996 / Tug Records

Das Album “Am I Blood” ist das Debut-Album von ST. MUCUS, die aus Helsinki in Finnland kommen. Überall in der Fachpresse wurden sie mit Metallica verglichen und ich kann da auch nichts gegenteiliges sagen. Selbst der Infozettel zu der Promo-CD weist auf diesen Vergleich hin, aber nicht, ohne zu sagen, dass auch eine gehörige Portion Punkrock mit dabei ist. Das ist nicht verwunderlich, denn immerhin ist der Drumer ehemals bei Waltari gewesen, wobei ich aber auch Waltari nicht wirklich als Punkrock-Band bezeichnen möchte. Es bleibt also im Grunde eher Heavy Rock im Raume stehen. Im Grunde ist zu dieser CD hiermit alles gesagt. Ein zweites Album namens „Natural Mutation“ ist dann auch noch mal erschienen, doch dann habe ich die Band aus den Augen verloren. Ob es sie heute noch gibt, konnte ich nicht rausfinden. (H.H.)

STONE BREATH - The Long Lost Friend: A Patchwork


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Big Blue Records / Perun

The title of this CD says it all: „...A Patchwork“...it is some kind of compilation of unreleased material, live stuff, compilation tracks, cover versions and alternative versions, so it is more than worthy for any fan of STONE BREATH and for neo-Folk fans in general.

The CD was released by Polands Perun Records, the best label for such music in Poland and Tomek, who runs the label, proved his good taste again.

STONE BREATH play a very own mixture of Folk, Celtic music and some Medieval influences, very original and not modernized. Most tracks have a certain melancholic mood, someone called it „ghostly forest Folk“, which is a nearly perfect description, I think. Music for foggy autumn evenings...really inspiring. (A.P.)

STOPPOK - Neues aus La-La-Land


Erstveröffentlichung: CD / Sony Music

Tja, STOPPOK. Was soll man dazu schreiben? Kleine und harmlose Liedermacher-Schlager-Rocksongs mit persönlichen Texten und verpackten kleinen Weisheiten und unspektakulärem Arrangement zum Nebenbeihören oder für den gepflegten Absturz. Nee, das ist wirklich nicht meine Sache, guckt doch lieber mal ins Internet unter http://www.stoppok.de. (H.H.)

Webadresse der Band: www.stoppok.de

STRAMONIO - Mother Invention


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Frontiers Records

Im Jahre 1992 hat sich die italienische Band TRILOGY SUITE gegründet und einige eigene Stücke komponiert und bereits im Jahre 1994 hat man einen Bandwettbewerb gewonnen. Als Gewinn haben sie einen Studiobesuch ergattert, wo sie dann ihr erstes Demo aufnahmen, welches einige gute Kritiken in der Metal-Presse bekam. Dann gab es Umbesetzungen in der Band und sie beschlossen, ihr einen neuen Namen zu geben und so wurde sie im Jahre 1997 in STRAMONIO umgetauft. Das erste Demo unter diesem Namen hat ebenfalls wieder gute Kritiken einheimsen können und mit einem Plattenvertrag in der Tasche wurde dann die Debut-CD Seasons Of Imagination“ veröffentlicht. Viele Liveshows folgten. Mit einem neuen Demo konnte man dann die Aufmerksamkeit von Frontiers Records erregen und damit war der Weg offen in die große weite Welt und mit „Mother Invention“ möchte man sie erobern. STRAMONIO jedenfalls machen eine Art progressiven Metal (wobei dieser Begriff ja heutzutage auch sehr strapaziert wird). Sehr viel klassischer 80er-Metal sind ebenfalls darin zu hören und die Eroberung der Welt in ihrem Genre dürfte sicherlich leicht sein. (H.H.)

STRAßENKINDA - Who´s Dat


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Pirate Records/Al Dente Recordz / Sony

Ich muss gleich zugeben, dass ich kein eingefleischter Hip Hop/Rap-Fan und –Hörer bin, mag allerdings einige deutsche Sachen wie Ferris MC („Zur Erinnerung“), Brother´s Keepers („Adriano – Letzte Warnung“), Fettes Brot und sogar ein paar Sachen der Fantastischen 4. Wahrscheinlich sind das für die „Szene“ die absoluten Kommerzschweine, keine Ahnung, aber ich mag´s wenn jemand gute Texte vertont und immerhin kann ich stolz behaupten, dass ich das Grandmaster Flash And The Furious 5-Album gleich beim Erscheinen in Deutschland gekauft habe und „The Message“ schon für großartig hielt, als viele heute erfolgreiche Rapper noch nicht geboren oder zumindest noch Kleinkinder waren. Mit Rödelheim Hartreim Projekt hätte ich mich fast mal geprügelt und außerdem war ich mal zu einer Autogrammstunde von Baobab am Alsteranleger in Hamburg und die Limousine der Junx ist mir über den Fuß gefahren...welcher Breakdancer kann das schon von sich behaupten? Insofern glaube ich, genug Credibility zu haben und auch als Nicht-Insider eine Hip Hop-CD zu besprechen...und vielleicht ist es für die Gruppe ja auch interessant, mal eine Meinung von außen zu lesen...

Also, natürlich waren mir die STRASSENKINDA bisher kein Begriff, aber da ich deutschsprachigem Hip Hop ja wie gesagt aufgeschlossen gegenüber stehe, war ich gespannt. Schnell zeigte sich, dass die Leute aus Köln-Porz (wenn ich das richtig verstanden habe) wohl eher aus dem Underground kommen, aus einer unkommerziellen Szene, die sich wohl auch und vor allem am Old-School-Stil orientiert. Dabei klingen die einzelnen Tracks durchaus eingängig und ziemlich melodiös, die rein musikalische Umsetzung ist ziemlich gut und vielseitig und rappen können die Kerle auch. Auflockernd kommt hinzu, dass hier und da ein paar Gäste mitsingen und –rappen und auch mal eine weibliche Stimme zu hören ist.

Die Inhalte der Texte sind teilweise richtig gut, auch mal politisch und kritisch, zum großen Teil aber auch etwas selbst verliebt im Sinne von „ich komm´ aus´m Ghetto und ziehe mein eigenes Ding durch“. Und auch viele Texte erscheinen so, wie sich der Nichtwissende einen typischen Klischeetext vorstellt, da tauchen in (fast) jedem Song die Wörter „Mothafucka“, „ficken“, „Nigga“ auf...da scheint so manches Klischee also tatsächlich zuzutreffen. Ich glaube, das könnte man noch besser machen, aber ganz abgesehen davon, muss ich ehrlich zugeben, dass ich diese CD richtig gut finde, auch wenn es mit der Zeit alles ziemlich ähnlich klingt. Vielleicht muss ich mir mal einen Kumpel suchen, der Hip Hop-Fan ist und mir noch ein paar weitere interessante Sachen vorspielen kann, ich glaube, da gibt es ein paar ziemlich gute Sachen jenseits des Mainstreams. Ach ja, so´n alberner „Hidden Track“ ist auch dabei, nettes Stück, aber warum „versteckt“? Schämen die Leute sich für diese Liveaufnahme (die wahrscheinlich gefakt ist? (A.P.)

STRATIS - Herzlos


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Eigenproduktion

Wer sich für Minimal-Electro und frühen deutschen Wave interessiert kennt mit Sicherheit das extrem kultige Stück „Herzlos“ von STRATIS. Leider hat die Band damit damals, Anfang der 80er, nicht den Durchbruch geschafft und lediglich einige Tapes veröffentlicht. Nun hat Antonios Stratis eine CD zusammengestellt, die einen, vielleicht nicht ganz repräsentativen Überblick über sein Schaffen von damals bis heute bietet, inklusive dem brandneuen Track „Il Futuro“ und natürlich „Herzlos“. Dabei zeigt der Musiker, dass er sehr vielseitig interessiert und talentiert ist. Neben einigen wirklich guten Minimal-Electro Tracks, gibt es auch immer wieder orientalische Einflüsse zu hören, genauso, wie soundtrackinspirierte Tracks sowie experimentelle und atmosphärische Sachen. Für die Minimal-Electro Freaks gibt es vor allem das neue „Il Futuro“ zur hören, einen leicht experimentellen Minimal-Synthie-Pop-Song, dazu Tracks wie „TE Rheingold“, Humanly Possible“, einen soundtrackartigen Track mit leichten Klinik-/Chris And Cosey-Anklängen, den an Christof Glowalla erinnernden Titel „I Fotia“, „Herzlos“ natürlich und das an frühe Zick Zack-Sachen gemahnende „Elemente Des Grauens“. Dann sind da die entweder orientalisch angehauchten Tracks wie „Passion Behind The Veil“, „Voice Of Orient A“ und „Voice Of Orient B“, oder die düster-experimentell-soundtrack-ambient-artigen Tracks wie „Orange“, „Komm Zu Mir“, „Maria“, „Technotown“ und „Das Radio“. Schließlich finden sich auch ein paar Titel, die wie noch nicht ganz fertig ausgearbeitete Fragmente wirken, aus denen die eigentlichen Songs erst noch entstehen müssen, so das kraftwerkartige „Boot“, das poppige „St. Petersburg“, „Gute Nacht“, „Trash“ und „Morgengrauen“. Weniger interessant sind nur wenige Tracks wie „Arabian Nights“, „Baden Baden“ und das überlange „Black Teuton“. „Outro“ zu guter letzt ist dann genau das, was der Titel aussagt.

Wer STRATIS nur an ihrem bekannten Hit misst, wird von dieser CD vielleicht ein wenig enttäuscht sein, denn es gibt halt nicht nur Variationen des „Herzlos“-Stils. Wer aber vielseitige, elektronische Musik mag und auch dem einen oder anderen Experiment gegenüber nicht abgeneigt ist, sollte hier zugreifen, denn STRATIS war/ist weitaus mehr, als nur „die Band mit dem einen Hit“. (A.P.)

Webadresse der Band: www.stratis.de.tt


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