JOE THORLEY - Avril Lavigne (The Unofficioal Book)


Erstveröffentlichung: Buch 2004 / Schwarzkopf & Schwarzkopf / ISBN 3-89602-604-6

Ich muss gleich vorab zugeben, dass ich kein besonders großer Fan von der kanadischen Sängerin AVRIL LAVIGNE bin, ihre Musik aber nicht schlecht finde und als angenehme Abwechslung zu den nervigen Klon-Popstars der Hitparaden sehe. Allerdings glaube ich nicht, dass sie so wild und ausgeflippt ist, wie sie immer verkauft wird, vielmehr dürfte es sich da zumindest zum Teil um ein von der Plattenfirma und dem Management forciertes Rebellenimage handeln. Geschickt wird auch mit dem Bild einer leicht schrägen Lolita gespielt und ich frage mich, ob die knapp 20jährige damit wirklich glücklich ist.

Wie auch immer, singen kann sie, die Musik ist handgemacht und gut aussehen tut sie auch noch.

Beim Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag ist nun die erste (inoffizielle) Biographie in Deutschland erschienen und dürfte den Fans, die sicherlich zum Teil aus 12-16jährigen Teeniemädels und zum anderen teil aus 14-18jährigen pubertierenden Jungs besteht, alles das bieten, was sie über die normale „Bravo“-Berichterstattung hinaus über ihr Teilzeit-Idol wissen wollen. In Kurz gehaltenen, kaum in die Tiefe gehenden Texten erfährt der Leser den bisherigen Lebensweg von AVRIL LAVIGNE, von ersten musikalischen Gehversuchen in ihrer kanadischen Heimat-Kleinstadt, über den Weg nach New York, erste Erfolge bis zum großen Durchbruch. Eine Bilderbuch-Karriere sozusagen. Die Bilder auf den knapp 130 Seiten sind dann auch das interessanteste, denn sie sind durchgehend großformatig und schön anzusehen. Wenn man in einer Art Steckbrief dann am Ende aber noch erfährt, welche Schuhgröße, welchen Lieblingspizzabelag und welche Lieblingsschminke AVRIL LAVIGNE hat und dass sie sich in die eigenen Zehen beißen kann, so zeigt das lediglich, das Teeniepostillen-Niveau des Buches und für welche Zielgruppe es geschrieben wurde. Wenn man schließlich auch noch liest, dass die Sängerin gerne Polizistin geworden wäre, so ist jedes Rebellentum damit ad absurdum geführt. Alleine das schöne Bildmaterial und die Tatsache, dass dies die bisher einzige deutschsprachige Publikation über AVRIL LAVIGNE ist, machen das Buch lohnenswert für Fans. Auf eine richtige Biographie werden wir wohl noch eine Weile warten müssen, aber so etwas ist bei einer 19jährigen, die gerade ein erfolgreiches Album hinter sich hat vielleicht sowieso noch zu früh und unnötig. (A.P.)



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