TUESDAY WELD - Starscene ´98 (+Interview)


Erstveröffentlichung: CD / Supermodern Music

Das wäre genau die perfekt richtige Band gewe-sen für die damalige, einzig guckbare Sendung auf MTV „120 Minutes"". Eine Stilrichtung, die man am ehesten wohl mit Indie-Rock bezeichnen könnte, melodisch und rhythmisch, aber nicht rockig in dem negativen Sinne, sondern schrammelig, mitreißend, irgendwie fast schon monumental nach vorne treibend und live ganz sicher ein Erlebnis. Mehr kann und möchte ich eigentlich auch gar nicht zu dieser Band sagen, die hier mit „Starscene ´98"" ihr neues Album auf den Markt gebracht haben. Wir können natürlich nur hoffen, daß TUESDAY WELD die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Also, haltet die Daumen und hört mal rein! (H.H.)


Hier hat die Band TUESDAY WELD einige Minuten Zeit, sich selbst anzupreisen. Die Anhörung fand im Offenen Kanal Hamburg statt.

Michael: Hi, ich bin von TUESDAY WELD und heiße Michael.
Bob: Ich heiße Bob und bin von der gleichen Band.
Darek: Und ich bin Darek von ´ner anderen Band, aber ich bin dabei.
Michael: Und wir sind eine Rockcombo. Lederjacke (Michael), Holzfällerhemd, ein bißchen Grunge (Bob) und Powerpop (Darek).
Darek: Und wir gucken jeden Tag die Ultimative Alles-Show, die Ihr auch jeden Tag gucken solltet. Wielange gibt es uns schon?
Michael: Uns gibt´s acht Jahre.
Darek: Acht Jahre, seit 1991. Da waren wir noch jung und jetzt mittlerweile sind wir alt. Was für Musik machen wir eigentlich?
Bob: Keine Ahnung.
Michael: Gitarre. Rock. Aber raffiniert, nicht so abgelutschter Gitarrenrock, sondern mit Raffinesse und mit Schmackes. Abgeschmeckt mit ´ner feinen Prise Schmackes. Und Bob hört Powerpop gerne.
Bob: In der Freizeit.
Michael: Was ist denn Powerpop?
Darek: Powerpop? Das ist einfach, The Connells, die Cornels (wieherndes Gelächter).
Michael: Nee, Lemonheads, Starmarket, Liquido...
Darek: Ein richtiger Powerpopper fährt auf Starmarket ab.
Bob: Was hörst Du denn so?
Darek: Ich hör viel Klassik. Beethoven, Schöneich und ab und zu auch Powerpop. Wenn ich bei Bob im Zimmer bin, hör ich Powerpop.
Michael: Und ich hör gern Indie.
Darek: Du findest ja Nirvana gut.
Michael: Nirvana ist echt voll okay. Und Soundgarden. Soundgarden sind geil. Bush, ´ne Topband.
Bob: Ash!
Michael: Ash ist Powerpop!
Darek: Ash ist Powerpop!
Michael: Wirft der einfach irgendwelche Namen durch die Gegend...

Interviewer: Erzählt doch mal was über Euch!
Michael: Über uns? Bob ist 26, Darek ist 25 und ich auch. Wir wohnen zusammen bei (leider völlig unbekannte Ortsnamen, die man nicht schreiben kann, Anmk.d.Red.).
Darek: Wir hoffen immer noch, groß mit unserer Musik rauszukommen.
Michael: Obwohl wir eigentlich schon Marktführer sind, wollen wir noch weiter raus. Und wir suchen einen Bassisten, wenn Ihr Bock habt...
Darek: ... und glaubt Ihr seid cool genug für uns....
Michael: ...dann meldet Euch. Also, Ihr müßt beeinflußt sein von Bush, Soundgarden, Nirvana, Metallica (brüllendes Gelächter), Ash (wieder Gelächter) und Liquido und Stone Temple Pilots
Darek: Und Scycs. (alles lacht) Scycs sind auch voll cool.
Michael: Und wir spielen alle Instrumente selber. Also ich bin Gitarrist und Sänger.
Darek: Ich bin auch Gitarrist und Sänger, aber er singt mehr. Er ist Halbengländer, er ißt ganz komische Sachen, dafür ist er prädestiniert. Er nimmt zum Beispiel Toast mit Fischstäbchen und da macht er Essig drauf. Und wenn er richtig gut drauf ist kommen da noch Pommes mit drauf.
Bob: Und Baked Beans.
Michael: Baked Beans essen wir gern.
Darek: In Leipzig hatten wir Baked Beans, die waren überhaupt nicht gut. Das waren nämlich gar keine richtigen Baked Beans.
Michael: Das waren Chili-Bohnen.
Darek: Genau, Chili-Bohnen. Teufelsbohnen.
Michael: Und beeinflußt sind wir von Soundgarden, Bush, Ash, Nirvana und Metallica.
Bob: Und ich spiel Schlagzeug.
Michael: Und er spielt Schlagzeug genau wie Lars Ullrich.
Darek: Genauso tight.
Michael: Und wir sind auf dem Label SUPERMODERN und haben zwei CD veröffentlich, die eine heißt „Herself"" und die zweite „Starscene ´98"". Und haben diverse Singles auf CD und auf Vinyl, haben vier Videos...
Bob: ...da kann man auch was lernen!
Michael: Da kann man auch was lernen. Spaghetti Al Tonno. Und sind beeinflußt von Soundgarden, Ash und Bush.
Bob: Und Alice In Chains
Michael: Genau, und Alice In Chains.
Bob: Da spielt doch Dein Onkel, Darek!
Darek: Genau, mein Onkel spielt bei Alice In Chains.
Michael: Bei Alice In Chains spielt einer mit, der heißt Eric Kretz und er heißt Darek Kretz.
Darek: Das ist doch überhaupt nicht wahr, das sind die Stone Temple Pilots! Aber das stimmt, der heißt wirklich Eric Kretz.
Michael: Und er sieht vor allem genau aus wie der Darek. Es gibt halt zwei Zweige von dieser Familie und ein Zweig ist nach Amerika ausgewandert.
Darek: Und er ist halt einer von diesen Zweigen. Sie haben alle Karriere gmacht, er ist Nummer Eins in Amerika und ich Nummer Eins in Deutschland und Resteuropa natürlich.
Michael: Ja, wir machen so´n Sound irgendwie wie Dinosaur. Und kommen aus Ostwestphalen, wir werden oft in diese Ostwestphalen-Gitarrenschule-Schublade gesteckt, was wir ja auch selber so wollten, wir sind ja extra da hingezogen und haben gesagt „Hoffentlich stecken die uns in diese Schublade"". Und wir haben Freunde, die spielen auch in solchen ostwestphälischen Gitarrenbands. Und dann session wir immer.
Darek: Immer Gitarrenmucke.
Michael: Und dann covern wir halt. Bush und so. Das ist alles ein bißchen melancholischer, weil wir halt aus Ostwestphalen sind.
Darek: Auf jeden Fall ziehen wir jetzt nach Berlin...
Bob: ...weil wir in die Berlin-Schublade wollen.
Michael: Wir machen Schubladen-Hopping.
Bob: Das zeichnet uns aus.
Michael: Da machen wir dann Musik und suchen einen Basser, weil unser alter ausgestiegen ist.
Darek: Der studiert Maschinenbau
Michael: Und hat ´ne schwere Drogensucht am Hals.
Bob: Und zu viele Freundinnen.
Darek: Und schwere Elternteile.
Michael: Hat Streß mit den Eltern andauernd.
Bob: Aber er hat mal am Telefon gesagt, daß er extrem... (unterbrochen von Gelächter) Und er hat auch jetzt ´ne Freundin und das läuft ganz gut.
Michael: Und deswegen vermisst er uns wohl auch nicht so richtig.
Bob: Na ja, letztens wäre er fast hochgekommen.
Darek: Die Freundin hatte keine Zeit gehabt und da wollte er uns mal besuchen und wollte mal mit uns richtig saufen, hat er gesagt. Nee, die Freundin hatte keine Zeit gehabt, die mußte arbeiten und das ar natürlich verdammt tragisch, weil er trinkt auch unheimlich gerne. Aber eigentlich habe ich mir überlegt, könnten wir auch nach Hamburg ziehen so schubladenmäßig.
Michael: Alice in Chain mit Bushmäßigen Sound und deutschem Gesang.
Bob: Ursprünglich kommen wir aus Sinzheim (lehnt sich zurück und grinst mit einem gewinnendem Lächeln).
Darek: Da gibt es ein Riesen-Auto-und-Technik-Museum, das habt Ihr vielleicht schon gesehen, wenn Ihr in den Süden fahrt und zwar von Frankfurt nach Heilbronn zum Beispiel. Da sind immer so Flugzeuge, Panzer, Hubschrauber und da kommen wir her.
Michael: Und ein Imax gibt´s.
Darek: Ja, das ist Sinzheim. Aber Sinzheim ist nicht so superdolle.
Michael: Beschissene Krankenpflegeschule haben die da.
Bob: Na komm, die ist nicht schlecht...
Michael: Du Arschkriecher, komm...
Bob: Ich hab die Ausbildung fertig gemacht, er nicht.
Michael: Ich immer voll rebellemäßig und weil er immer sagt „Ja, mach ich, ja mach ich"" und ich war immer so am Saufen bei der Übergabe und hab die anderen verpetzt und Medikamente geklaut und so. Tja, ich wollte halt so´n Sound machen wie Soundgarden.
Bob: Tja, und jetzt bist Du arbeitslos. Keine Zukunftsperspektive.
Michael: Aber er hat auch seinen letzten Job verloren, er wurde gekündigt...
Bob: Ich hab gekündigt! (alles lacht)
Michael: Er hat vergessen, den Pisspott auszuleeren.
Bob: Ja, aber das war schon ein bißchen intrigenmäßig. Aber nee nee, ich hab´s schon verdient.
Darek: Ich studier Musikwissenschaft, voll geil.
Bob: Einmal im Monat zwei Stunden
Darek: Aber ich mach viel Scheine. Jetzt fällt mir nichts mehr ein.
Michael: Tschüß
Bob: Moin Moin.
Darek: Ich schließ mich dem Bob an. Moin Moin. Also für Freunde: Moin Moin.
Michael: Moin Moin. Das heißt „Guten Tag Freund"", oder „Guten Abend""
Bob: Moin heißt Freund.
Michael: Also, das sind meine beiden Moins. Und wir sagen:
Alle: Moin Moin!
Bob: Eins, zwei drei!
Alle: Moin Moin! (H.H.)



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