AND ONE - Deutschmaschine


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 1995 / Machinery

So´n Scheiß aber auch. Jetzt hatte ich mich so gefreut, mal eine CD richtig niederzumachen und jetzt gefällt mir das Ding sogar. Ich konnte AND ONE bisher nie ausstehen und so hatte ich mir schon richtige Schimpftiraden erdacht, bevor ich den neuen Silberling überhaupt angemacht hatte. Dann lief das Titelstück „Deutschmaschine“ und ich musste mich dabei ertappen, wie ich immer lauter drehte, schließlich sogar geneigt war, mitzusingen. Das Lied geht nämlich so richtig geil ins Ohr und findet von dort aus sehr schnell den Weg in die Beine. Ich bin selbst ein wenig erschrocken, so was ist nämlich sonst gar nicht meine Musik. Die restlichen Stücke auf der CD sind gewohnter EBM, klingen wieder 100%ig wie die AND ONE, die ich so schrecklich finde. Eine kleine Ausnahme ist noch das letzte Stück „Ghama Voodoo“, das wie eine Mischung aus Tangerine Dream und Deutsch Nepal klingt und ganz gelungen ist. Fazit: Für Electro-Fans ist „Deutschmaschine“ Pflichtkauf, für alle anderen empfiehlt es sich auf jeden Fall mal gut reinzuhören, wenn das Titelstück in den einschlägigen Clubs läuft und das wird es mit Sicherheit oft tun. (A.P.)

V-SOR, X - A Strip Of Light But Still Too Dark


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Genetic Music

V-SOR,X haben irgendwann, Anfang der 80er Jahre mal eine längst vergessene Single aufgenommen, zumindest die meisten Menschen haben sie längst vergessen, nur in der kleinen, immer nach Skurrilem Ausschau haltenden Minimal-Electro-Szene ist diese Platte beliebt und gesucht. Grund genug für Genetic Music, sich mit Morgan Bryan in Verbindung zu setzen und weiteres Material aus ihm heraus zu kitzeln, das hier nun auf CD vorliegt. Einige Puristen werden am Anfang etwas vor den Kopf gestoßen, denn der erste Song ist tatsächlich ein akustisches Gitarren-Stück. Aber schon beim zweiten Titel „Prey Room“ gibt es schöne minimalistische analoge Synthies zu hören, allerdings auch hier mit Gitarreneinsatz. Weniger reiner Minimal-Electro, als Früh-80er New Wave vom feinsten. Erinnert mich ein wenig an frühe Sad Lovers And Giants, aber auch an UV Pop und For Against. Dieser Titel hätte auch hervorragend auf einen Sampler der „Zwischenfall-“ oder der „Banshee-“ Reihe gepasst. Danach wird es vollelektronisch bei „Commercial Breakthrough“ und „Conversation With“, so dass die ganz harte Minimal-Fraktion spätestens hier befriedigt werden dürfte. Auch experimentelle Sachen gibt es zu hören, so fühlt man sich bei „Kalahari“ ein bisschen an Clair Obscur erinnert.

Mir persönlich gefallen die wavigen Lieder mit Gitarre besser, da sie spannender und abwechslungsreicher sind, aber letztendlich sind alle 11 Titel großartig. Schade nur, dass anscheinend die alte Single nicht mit auf die CD gepackt wurde, obwohl dafür durchaus noch Platz gewesen wäre. (A.P.)

VX - Eine Blume feinsten Unbehagens


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Haute Areal

Das Label HAUTE AREAL ist immer wieder für Überraschungen gut, denn meist sind es sehr eigenwillige Bands, die da an den Start gehen und das ist hier auch genau der Fall. „Eine Blume feinsten Unbehagens“, ein echt guter Albumtitel, ist bereits das vierte Album von VX, allerdings das erste, das ich höre. Auf alle Fälle ist das eine extrem interessante Mischung, ich würde die Musik als Industrial im traditionellen Sinne bezeichnen oder aber auch als Musik-Collagen und gleich das erste Stück erinnert mich ganz extrem an „Wasserturm“ der Einstürzenden Neubauten, eines meiner ewigen Lieblingslieder.Es hört sich an wie handgemachter Lärm mit einer Stimme, die einen, sagen wir mal, recht abgedrehten deutschen Text um die Ohren haut. Auch die nächsten Stücke sind alles andere als Mainstream, zeugen aber von einer gelungenen Vielfalt. Es wird rhythmisch, es wird lärmig, es wird ruhig, es wird trancig und monoton, es gibt sogar ein nettes Klavier zu hören und alles ist irgendwie auch sehr düster. Das ist wirklich ein Album, das man mehr als einmal, mehr als zweimal, ja, im Grunde auch mehr als dreimal hören, um es wirklich gut zu finden. Der Zugang ist nicht sofort da, doch aus dem Leben weiß man es ja: Wenn man etwas sofort gut findet, ist man der Sache schnell überdrüssig, braucht man länger dazu, ist es eine Sache fürs Leben. (H.H.)

THE VYLLIES - Sacred Games

1987 / Femme Music / Line Music

Dass die Schweiz in den 80er Jahren jede Menge gute Wave- und Punk-Bands hervorgebracht hat, ist heute kaum noch bekannt. Die meisten Leuten kennen Yello, Carlos Peron, Grauzone und vielleicht noch Mittageisen, Swamp Terrorists und Young Gods, aber dann? Wem sagt heute noch eine Band wie Touch El Arab oder Taboo etwas? Schade, denn da gab es viel zu entdecken und auch heute scheint sich bei unserem südlichen Nachbarn eine lebendige Szene zu tummeln (infos dazu unter www.divusmodus.ch ).

Eine weitere Band aus den 80er Jahren, die zumindest einigen Leuten noch etwas sagen sollte, waren THE VYLLIES, die einige Jahre lang als Frauenband die Szene aufgemischt haben und den einen oder anderen Klassiker veröffentlicht haben. Viele werden den Hit „Whispers In The Shadow“ kennen, aber auch „Ahia“ (auch auf dem „Abby“ Sampler und „Seventh Heaven“ auf dem The Myths Of Avalon Sampler) sind in Deutschland nicht ganz unbekannt.

Das Album „Sacred Games“ erschien 1987 und enthält 10 Wave-Songs, die durchgehend eingängig und gut sind. Feinster 80er New Wave auf überwiegend elektronischer Basis, ohne aber in langweilige Synthie-Pop oder EBM-Klischees zu verfallen. Songs wie das genannte „Whispers In The Shadow“ (von dem es meines Wissens auch noch mindestens eine frühere Version gibt) oder „Can You Hear The Witches Laugh?“ haben das Zeug zu Klassikern und sind zudem für den Clubeinsatz mehr als geeignet. „Spiral House“ dürfte auch manchem Cure Fan mehr als gefallen, aber auch schrägere Momente, wie in „Is It?“ gibt es zu hören, so daß „Sacred Games“ ein abwechslungsreiches Album geworden ist, nachdem man auf Flohmärkten und Plattenbörsen Ausschau halten sollte, wie natürlich auch nach anderen Veröffentlichungen von THE VYLLIES (LP „Lilith“). Zudem erschien die Platte in schickem, weißem Vinyl. (A.P.)

V2 SCHNEIDER - The Best Of 1981 – 85


Erstveröffentlichung: LP 2003 / Was Soll Das? Schallplatten

Als Appetithappen hatte Was Soll Das? Schallplatten vor Kurzem ja schon eine Single des deutschen Früh-80er Projektes V2 SCHNEIDER veröffentlicht, die zum einen gespannt auf mehr Musik machte und zum anderen praktisch wieder einmal sofort ausverkauft war. Auch diese auf 150 Exemplare limitierte LP, die einen Überblick über diverse Tapeveröffentlichungen von V2 SCHNEIDER bietet, dürfte inzwischen vergriffen sein. Genannt werden muss sie auf jeden Fall trotzdem, wobei es diesmal sehr schwer ist, sie in ein bestimmtest Genre einzuordnen, deswegen findet man sie einfach überall, bei Wave, bei NDW und bei Electro, damit möglichst viele Leute auf sie stoßen, denn die Scheibe ist wieder einmal wirklich großartig. Die Songs wurden in der ersten Hälfte der 80er Jahre praktisch alleine von Jürgen Schweighart eingespielt, unterstützt nur bei wenigen Songs von Walter Sterr und Georg Huber. Der Sound ist, nun ja…Homerecording halt, aber durchaus goutierbar und den echten Sammler und Fan stört so was ja eh nicht. Mit 15 Songs ist das Vinyl auch wirklich ausgenutzt und das ist gut so, denn ich hätte nicht entscheiden mögen, welche Songs weichen müssten. Die Klänge sind minimalistisch, vielseitig und hauptsächlich wavig mit deutschen und englischen Texten, nichts, was man vorher noch nie gehört hätte, aber doch eigenständig und irgendwie ergreifend. Man merkt, dass Schweikhart damals vor Kreativität gesprudelt hat, denn jeder Titel klingt anders, mal nach den Berliner genialen Dilettanten um 1980 herum, mal tanzbar, mal düster hypnotisch, wie im genialen „Sollen Wir Noch Tanzen?“ und auch eine Art frühe Weltmusik kommt einem hier und da zu Ohren. Zu den damals üblichen Synthesizer-Klängen gesellten sich auch Gitarre, Bass, Trompete, Schlagzeug, Xylophon, Saxophon und andere Gerätschaften, was einmal mehr beweist, dass es in dieser fruchtbarsten Phase deutscher Musik keinerlei Grenzen gab. Dass derart schräge und wenig massenkompatible Klänge damals kein großer Erfolg wurden, dürfte klar sein, heute jedoch gieren sicherlich die Underground-NDW- und Minimal-Electro-Wave-Sammler nach Platten wie diesen. Insgesamt weniger Minimal-Electro als New Wave, aber die Grenzen sind, wie so oft, fließend. Zugreifen, wenn sich tatsächlich jemand von dieser Platte wieder trennen will und zähneknirschend den dann sicherlich hohen Preis zahlen. (A.P.)

V2 SCHNEIDER - Wilde Gier/Masko


Erstveröffentlichung: 7 Inch 2003 / Was Soll Das? Schallplatten

Wenn man als Label erfolgreiche Veröffentlichungen unter die Menschen bringt, und sei es auch nur in verhältnismäßig kleinen Stückzahlen, steigt wahrscheinlich automatisch der eigene Anspruch an die Platten. So hat sich der gute Franck entschieden, die neue Single von V2 SCHNEIDER „professioneller“ aussehen zu lassen und dem Vinyl richtige Etiketten zu spendieren. Nicht, dass das in irgendeiner Form Einfluss auf die Qualität der Musik hätte, aber es zeigt doch eine Entwicklung.

V2 SCHNEIDER ist ein kleines Minimal-Electro/NDW-Projekt von ca. 1981 und hat damals wohl nur Tapes veröffentlicht. Franck hat diese ausgegraben, war mal wieder begeistert und enthusiastisch und hat sich darum gekümmert, dass die Songs in Form dieser Single zu verspäteten Vinyl-Ehren kommen. Eine LP soll noch dieses Jahr folgen. Die Auflage ist wieder einmal streng limitiert und wahrscheinlich inzwischen vergriffen und rund 100 Menschen freuen sich über zwei coole Minimal-Tracks, die stark an Geile Tiere erinnern und auch in einem Atemzug mit Projekten wie Thorax Wach oder P1/e genannt werden können. Zu so was hat man in Underground-Clubs damals getanzt und filmisch wurde diese Atmosphäre in Werken wie „Kalt Wie Eis“ oder „Decoder“ umgesetzt. Berlin´s „Geniale Dilettanten“-Szene kommt einem da in den Sinn, obwohl´s hier ein bisschen eingängiger zugeht. Keine Frage, auch diese kleine Platte wird bald ein gesuchtes Sammlerstück sein. (A.P.)

X-ACT - Barrel Of A Gun


Erstveröffentlichung: Maxi-CD / Music Research / Semaphore

Diese Band spielt doch tatsächlich den Song ""Barrel Of A Gun"" von Depeche Mode nach, wobei ich besonders wert auf das Wort ""nachspielen"" lege. X-ACT schafft es doch tatsächlich, den Song original so darzubieten, wie Depeche Mode es getan hat, so daß einem, wenn man nicht genau aufpaßt, der Unterschied kaum auffällt. Und dann ist zu allem Überfluß auch noch das Cover der Maxi-CD in sehr ähnlicher Art aufgemacht. Was glauben solche Bands eigentlich? Daß man sich aus Versehen diese CD kauft, weil man die Scheibe von Depeche Mode haben wollte, und daß man den Unterschied nicht merkt? Irgendwie ein bißchen verrückt. Na ja, dafür gibt es dann noch zwei eigene Songs auf der CD, die auch sehr an Depeche Mode oder auch Philtron und ähnliche Bands erinnern. (H.H.)

YACOPSAE - Splitsingle mit Active Minds


Erstveröffentlichung: 7 Inch

Wer es derb brutal, noisig und gewaltvoll mag, der ist mit dieser Splitsingle von YACOPSAE und den ACTIVE MINDS allerbestens beraten. Derbster Grindcore mit aggressivem Gesang, der im Prinzip nur aus Gegröhle besteht, herrscht bei beiden Fans vor. YACOPSAE bringen uns auf einer Singleseite sechs Stücke, die zwischen siebzehn Sekunden und 2:18 Min. liegen, das schönste Stück ist hier „Lieber Haltung als frei...?“, welches von einer „Ballade“ zum gewaltigen Sturm aufbricht. ACTIVE MINDS aus England treten wie gesagt in die gleichen Fußstapfen wie ihre Kollegen aus Deutschland. Hier ist als bestes Stück „Looking Beyond The End Of Our Noses“ zu nennen. Es ist nicht nur eine Single, die man als deftiger Grindfan sich unbedingt zulegen sollte, ein weiterer Grund ist nämlich, daß die Single eigenproduziert wurde. (H.H.)

ACTIVE MINDS - Split mit Yacopsae


Erstveröffentlichung: 7 Inch

Wer es derb brutal, noisig und gewaltvoll mag, der ist mit dieser Splitsingle von YACOPSAE und den ACTIVE MINDS allerbestens beraten. Derbster Grindcore mit aggressivem Gesang, der im Prinzip nur aus Gegröhle besteht, herrscht bei beiden Fans vor. YACOPSAE bringen uns auf einer Singleseite sechs Stücke, die zwischen siebzehn Sekunden und 2:18 Min. liegen, das schönste Stück ist hier „Lieber Haltung als frei...?“, welches von einer „Ballade“ zum gewaltigen Sturm aufbricht. ACTIVE MINDS aus England treten wie gesagt in die gleichen Fußstapfen wie ihre Kollegen aus Deutschland. Hier ist als bestes Stück „Looking Beyond The End Of Our Noses“ zu nennen. Es ist nicht nur eine Single, die man als deftiger Grindfan sich unbedingt zulegen sollte, ein weiterer Grund ist nämlich, daß die Single eigenproduziert wurde. (H.H.)

KAYA YANAR - Suchst Du?


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Universal

Hier ist die erste CD des Comedy-Shooting-Stars KAYA YANAR. Was sehr sympathisch ist, ist die Tatsache, daß er sich selbst verarschen kann, wa wohl auch andere so sehen, denn zur Zeit ist er einer der beliebtesten Standup-Comedians und hat seit einigen Wochen auch seine eigene Fernseh-Show bei SAT.1 ""Was guckst du?"". Kaya kommt aus einer türkisch-arabischen Familie und erzählt von diesem Mixmax und seinen Begegnungen mit den Deutschen, wobei diese genauso schlecht bei wegkommen, wie seine eigenen Landsmänner oder Ausserirdische. Was soll man zu einer Komik-CD schreiben, die Gags sind situationsbezogen, wie bei allen Standup-Comedians und können deshalb in einer Kritik nicht weiter beschrieben werden. Fakt jedenfalls ist, daß KAYA YANAR wirklich lustig ist und für Comedy-Fans der Kauf garantiert lohnt. (H.H.)

XANDRIA - Ravenheart


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Drakkar

Nach einer ausgefallenen und schönen Vorstellung der neuen Scheibe von Xandria im belgischen Studio des Wolfsheim Produzenten José Alvarez Brill konnte so manche Gothic-Kritiker ein erstes Mal den Klängen von Lisa und Co. lauschen und gespannt erwarten, ob sich die junge und dynamische Band nach ihrem Debüt „Kill the sun“ bewähren würden.

Und deutlich merkt man, dass sie mit ihrem zweiten Silberling „Ravenheart“ einen deutlich akzentuierteren Tonfall anschlagen, als dies noch bei ihrem Debütalbum „Kill the sun“ der Fall war.

Obwohl das Gothic Stilelement noch immer einen schweren Anteil in der Musik von Xandria hat, lassen sich auf dem Longplayer dennoch eine Reihe neuer Einflüsse und Ideen aus den zwölf Songs des Albums heraushören. Fast entsteht der Eindruck, dass die Band versucht hat, sich aus dem weiten Brei des Gothic Rocks zu befreien um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, doch Gitarrist und Bandgründer Marco erklärt: „Es gab keinen übergeordneten Plan, nach dem wir- oder nach dem Lisa und ich als Songwriter- vorgegangen sind. Die Songs sind nach und nach entstanden, jeder für sich, und erst später kristallisierte sich eine Richtung heraus, nämlich die, dass es eigentlich keine wirkliche Richtung gab. Es gibt sicherlich mehr Bombast und Orchester auf dem Album, es gibt mehr Metal, allerdings häufig in der modernen amerikanischen Färbung. Letzteres hat seine Grundlage in einem Jahr intensiver Live Erfahrungen; da schreibt man automatisch neue Songs mehr so, dass sie live ordentlich Druck machen. Generell ist dies ein Album geworden, auf welchem wir unsere Vorlieben, unsere stilistische Bandbreite noch viel mehr ausgelebt haben als auf ‚Kill the sun’, so dass eigentlich ein Sound der Gegensätze entstanden ist: mehr Pop und Metal, mehr Bombast und Stille, mehr Rock und Elektronik, mehr Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit und so weiter. Auch in textlicher Hinsicht haben sich Lisa und Marco bemüht, nicht auf der Stelle zu treten, sondern ein wenig in – für die Band – neue Richtungen zu gehen, wie Marco erzählt: „Ja, auch in dem Bereich haben wir versucht mehr Abwechslung hinzubekommen. Die Lyrics beinhalten eine große Vielfalt persönlicher Gedanken und Empfindungen von Lisa und mir. So geht es in mehreren Texten um das Zerbrechen unser beider Beziehung vor einem Jahr und wie wir beide wieder Freunde geworden sind, sogar beste Freunde – das siehst du am besten in den beiden Songs ‚Answer’ und ‚Back to the River’. In anderen Stücken geht es um unsere Erfahrungen im Musikzirkus, die wir jetzt seit einem Jahr machen, die Beziehung zu Fans, zu Szenen, zum Business. Denn ein Jahr Musikbusiness und ein sprunghaft erweiterter Horizont an teilweise extremen persönlichen Erfahrungen hinterlässt natürlich auch Spuren, die nicht alles so leicht nehmen lassen. Auch hier gibt es eine Reihe sehr scharfer Gegensätze: Glanz und Lüge, Selbstzweifel und Freude, Liebe und Hass. All dies war neu für uns, und unsere Gedanken dazu finden sich in einigen Texten wieder, manchmal ironisch mit einem Augenzwinkern, manchmal kritisch und ernst, wie in ‚My Scarlet Name’, ‚Snowwhite’ und ‚Some like it cold’. Weitere Tracks reden von ganz anderen Dingen, Momente brennender Sehnsucht, wie in ‚Black Flame’, oder erzählen sehr märchenhafte Geschichten von Liebe und Unglück zum Beispiel ‚Ravenheart’ und ‚Eversleeping’.“

José bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Wolfsheim, hat sein übriges getan, die junge Band nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen und Ideen zum Album beizusteuern. Deutlich hört man heraus, dass Xandria vermehrt mit sphärischen Sounds und bombastischen Effekten spielen, eine weitgefährte Reihe an Percussionsinstrumenten kommt zum Einsatz, eine Sitar erklingt hier oder da, und in ihrem Titelsong erschallt ein waschechter Chor. „Das fußte auf eine Reihe persönlicher Vorlieben. Ein großer Einfluss auf ‚Ravenheart’ waren die vielen alten Lieblingsfilme, die ich mir in der sehr intensiven Phase des Songwritings zur Entspannung mal wieder angeschaut hatte. Natürlich ist ‚Der Herr der Ringe’nicht spurlos an mir vorbei gegangen, und hat uns Appetit auf Bombast gemacht! Musik ist unsere Spielwiese, auf der wir alles ausprobieren, was uns gerade fasziniert oder Freude macht. Von daher legen wir nicht den Wert darauf, musikalisch in Szene-Grenzen zu bleiben, dass wäre doch sehr einschränkend!“ (Maximilian Nitzschke)



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