ANTIMATTER - Lights Out


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Prophecy Productions

Das Cover zeigt praktisch nichts, die CD beginnt mit Luftalarmsirenen, die in ein extrem nihilistisches, minimalistisches Stück übergehen, zu dem gefühllose Stimmen Kryptisches von sich geben. Bis hierher denkt man beinahe, es mit einem neuen Untoten-Album zu tun zu haben. Stattdessen ist dies hier ein Konzeptalbum von ANTIMATTER und ich hatte, vorurteilsbeladen, wie ich nun mal bin, mit einer Metalband gerechnet. Ich weiß nicht, was ANTIMATTER sonst für Musik machen, aber hier fühle ich mich eher an die Rockopern der Progressive-Rock-Bands der 70er Jahre erinnert. Die meist sehr ruhigen Stücke, die sowohl Gitarren, als auch Klavier und elektronische Instrumente benutzen und männlichen und weiblichen Gesang bieten transportieren eine Atmosphäre, die voller Hoffnungslosigkeit ist und wenn das das Ziel dieser CD sein sollte, so muss man anerkennen, dass das perfekt umgesetzt wurde. Ich könnte mir tatsächlich die Aufführung dieses Werkes auf einer Bühne mit Spielszenen vorstellen. Die Songs können kaum einzeln für sich stehen, sondern sollten grundsätzlich zusammenhängend angehört werden und man muss sich erst einige mal die ganze CD anhören und sich auf die Musik einlassen, aber dann erschließt sich dem Hörer ein ungewöhnliches und interessantes Werk. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ANTIMATTER mal eine echte Filmmusik schreiben, das dürfte ein hochinteressantes Experiment sein. Schön, dass Prophecy Productions auch solche Alben veröffentlicht, die möglicherweise etwas „schwierig“ erscheinen. (A.P.)

COMPILATION - Cheapo Crypt Sampler


Erstveröffentlichung: CD 1994 / Crypt Records

Dieser Sampler wird Euer Leben verändern. 78 Minuten extrem schnelles und fetziges an einem Stück, Wahnsinn. Noch besser der Preis: 9.99 DM (entspricht ca. 5 Euro)! 16 Bands und 31 Songs! Durchweg gute Bands, die man gerne einmal live sehen würde. NEW BOMBS TURKS fetzen, DEVIL DOGS auch, irgendwie Speed-Rock´n Roll. TEENGENERATE sind einfach genial und schnell. THEE MIGHTY CAESARS erinnern im Gesang (Stimme heißt Billy Childish) stark an The Fall, THE GORIES machen Psychobilly im Cramps-Stil, THE JON SPENCER BLUES EXPLOSION machen Blues-Punk-Grind, THE REGUILED sind ein wenig Psychobillig eingestellt, was jetzt nicht negativ gemeint war, THE RAUNCH HANDS machen richtigen Rock´n Roll mit schlimmen Instrumenten und verzerrter Stimme und sind einfach total gut, ein Gute-Laune-Lied zum Abheben. NINE POUND HAMMER machen Country-Cowboy-Punk zum Mitmuhen, THEE HEADCOATS werden im Booklet mit Prime-Punk-Stomp beschrieben, alles klar? FIREWORKS werden mit Punked-Out Rockabilly beschrieben, die Musik selbst erinnert auch wieder stark an den Cramps-Sound, THE LAZY COWGIRLS spielen harmlosen Punkrock, THE OBLIVIANS covern den alten Trio-Klassiker „Sunday You Need Love, Monday Be Alone“ (wobei auch Trio das Stück schon gecovert hat). THE PAGANS machen auch guten, härteren Punkrock (´n Roll), THE PLEASURE FUCKERS machen auch Punkrock der etwas rockigeren Art, erinnern mich jedenfalls teilweise an Sex Pistols und an „Twist And Shout“. Und auch Punkrock hört man wieder von den DEVIL DOGS, eher etwas der klassischen, aber doch treibenden Sorte. THE LYRES erinnern dann zum Abschluss der CD noch mal an die gute alte Zeit der Hippies mit Hammondorgel und Hippymelodie.

Okay, die CD ist zu Ende, es ist, als ob ein Teil in mir stirbt, aber dem kann ich per Fernbedienung natürlich entgegen wirken, ich glaube, ich bleib heut Nacht zu Hause und höre mir den Cheapo Crypt-Sampler an. Ich empfehle Euch, diese CD nicht zu kaufen, denn schon beim ersten Durchhören ist man drauf und dran, alle seine anderen CDs aus dem Fenster zu werfen, um nur noch diese CD zu hören. (H.H.)

COMPILATION - Chrom De La Chrom


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Black Channel Records

Das ist ja mal eine wirklich schöne Industrial Compilation, bei der alles stimmt, von der Musik bis hin zur Gestaltung. Die CD kommt in einer DVD-Box mit gelungenem Cover und gedrucktem Beiblatt und ist limitiert auf 1000 Exemplare. Wer auf rhythmischen Industrial und Power-Electronics verbunden mit krachigem Sound steht, kommt an „Chrom De La Chrome“ eigentlich nicht vorbei.

Neben einer ganzen Reihe (noch) unbekannter Projekte, finden sich auch alte, vielgeliebte Bekannte wie BAKTERIELLE INFEKTION, MARITA SCHRECK und NOBDRUN auf der Platte. Starten tut das Ganze aber mit INDUSTRIEPALAST´s „Knochenangst“, das neben dem treibenden Rhythmus, der für volle Tanzflächen sorgen dürfte, vor allem durch die Verwendung eines Samples aus dem Film „God´s Army“ auffällt. Definitiv ein Hit, der auf das Folgende gut einstimmt. Musikalisch ähnlich, aber weniger krachig und etwas technoider geht es bei „Stechschritt“ von FAM weiter, wobei ich gerne mal die Soldaten sehen möchte, die hierzu wirklich im Stechschritt marschieren können. TREMOR bieten eher typischen Noise-Industrial, gefolgt von MARITA SCHRECK, die hier sehr archaisch und tanzbar klingen und wie immer sehr gut sind. Ziemlich brachial mit den typischen Filmsamples ist „Alptraummelodie“ von AYWASSCREAMING, deren Name mir bisher absolut noch nicht geläufig war. Guter Titel, aber etwas mehr Abwechslung hätte dem Ganzen noch gut getan. Zu BAKTERIELLE INFEKTION muss man sicherlich nicht mehr viel sagen, sie sind die Bewahrer des Minimal-Electro Sounds der 80er, ohne aber die alten Helden einfach zu kopieren. Die Berliner haben ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Natürlich gehören sie auf „Chrom De La Chrom“ zu den Höhenpunkten. Ziemlich angesagt sind inzwischen die wirklich guten PZYCHO BITCH, die hier ihren Clubhit „Master Of Myself“ in einer Lo-Fi Version präsentieren. Von dieser Gruppe erwarte ich noch Großes, denn sie haben wirklich etwas völlig eigenständiges. Atmosphärischer und etwas aus dem Gesamtbild herausfallend sind BEEFCAKE, die mich ziemlich kalt lassen. Ähnlich, aber schräger geht es bei XOTOX weiter, die wie eine Industrial-Version von Front 242 in den 80er klingen, muß wohl an den Stimmsamples liegen. Dazu noch eine Prise frühe Notstandskomitee Gefällt mir ganz gut TRI-STATE, deren „Distorted Reality“ ziemlich minimalistisch ist, aber lange nicht so verzerrt daher kommt, wie der Titel vermuten lässt. Dürfte aber Minimal-Electro Fans ausgesprochen gut gefallen, so auch mir. Soliden Electro-Industrial gibt es dann von BETRIEBSDRUCK, allerdings habe ich derartiges früher in der lebendigen Tapeszene vor 10, 12 Jahren häufiger gehört. Hier fehlt noch ein bißchen die Eigenständigkeit. Nichts gegen monotone Titel, aber hier passiert wirklich im gesamten Track fast gar nichts. Klingt mehr, wie ein noch nicht fertiger Basistrack für einen echten Hit. Sollte man mal weiter ausarbeiten. Da der Titel aber „Alpha Brain (Early Vision)“ heisst, nehme ich an, dass es noch ausgereiftere Versionen davon gibt, die ich dann doch gerne mal hören würde. AREA 51 sind mir irgendwie nicht richtig im Gedächtnis geblieben, haben leider nichts wirklich eigenes. Dafür macht danach der Titel „Headcrash“ von THIS: TORTION seinem Namen alle Ehre. Wenn man das richtig laut über Kopfhörer hört, fühlt man sich schnell an den Film Scanners erinnert, denn der Kopf droht zu explodieren. Gewohnte harshe, ebenfalls kopfsprengende Klänge gibt es dann von NOBDRUN, ein Projekt, dass ich auch noch aus frühen Tapetagen kenne, wo Richard Donhauser noch sein kleines Liquid Harsh Tapes-Label betrieben hat. Warum NOBDRUN immer mit Winterkälte in einen Topf geschmissen wird, verstehe ich nicht ganz, denn viele Gemeinsamkeiten sehe ich nicht. MYKOS klingen fast wie eine gemäßigte Variante von NOBDRUN und könnten mit ihrem Titel „Neurotrop“ vielleicht einen Experimantalfilm soundtechnisch untermalen. Überzeugt mich aber nicht so ganz. Ausklingen tut dieser hervorragende Sampler eher unspektakulär mit einem unbetitelten Track von DIE ZWEI. Dürfte eher Füllmaterial sein, als ein echter Titel. Für Fans der genannten Klänge ist „Chrom De La Chrom“ sicher ein absoluter Hit und aufgrund der Limitierung und der schönen Aufmachung dürfte es inzwischen auch ein gesuchtes Sammlerstück sein, das in nicht zu ferner Zukunft auch recht teuer werden wird. Um ein Exemplar zu finden, sollte der geneigte Leser mal bei www.bakterielle-infektion.de im Mailorder-Bereich nachsehen, da gibt´s die CD vielleicht noch. (A.P.)

COMPILATION - Classic Video Collection #1


Erstveröffentlichung: DVD / Locomotive Music

Nun gibt es auch mal eine DVD aus dem Hause Locomotive Music und es handelt sich um eine so genannte Label-Compilation, da ausschliesslich Bands enthalten sind, die auch einen Plattenvertrag mit Locomotive haben. Insofern ist der Begriff „Classic“ nicht auf das Metal-Genre im Allgemeinen ausgelegt, sondern ausschliesslich auf Bands des spanischen Labels, wobei einige auch eher dem Punk bzw. Garagen Rock´n Roll zugeordnet werden könnten. Entsprechend sieht man hauptsächlich heimische Bands inklusive dem Zugpferd MÄGO DE OZ, aber auch die anderen Namen sollten Metal-Fans einiges sagen und vielleicht sollte man einfach mal ein paar Bandnamen sprechen lassen: SOZIEDAD ALKOHOLIKA, TIERRA SANTA, REINICIDENTES, BOIKOT, PORRETAS (mit ihrem Klassiker Marihiuana), KOMA, SIN CITY SIX, LOADED, MEDICATION, ELEGY und noch einige mehr. Meist sind es Live-Auftritte der Bands, manchmal Videos, aber echte künsterlische Aspekte kann ich nirgendwo erkennen. Dafür kommt die volle Livepower rüber. Die DVD liegt in Stereo vor und es sind einfach alle 15 Clips hintereinander gespielt, wobei am Authoring bei zukünftigen DVDs noch mal gefeilt werden müsste, denn Kapitelsprünge sind (jedenfalls bei mir) nich möglich und so ist es nicht machbar, von einem Lied zum nächsten zu springen, wenn man das möchte. (H.H.)

COMPILATION - Cleopatra 2000


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Cleopatra

Dieser Sampler bietet einen Überblick über die Bands des amerikanischen Labels CLEOPATRA. Es beginnt mit einer der schönsten Bands überhaupt, nämlich mit SWITCHBLADE SYMPHONY, die mit ""Wicked"" auch noch ein tolles Liedchen zum besten geben. Es folgt der ELECTRIC HELLFIRE CLUB mit einer Coverversion mit Titel ""The Devil Inside"". Als nächstes folgt eine mir unbekannte Band mit Namen MISSING PERSONS, extrem cool, kann ich Euch sagen!!! Eine Sängerin und ein Lied wie aus alten NDW-Zeiten, aber ob die Störungen im Song ein Fehler der CD sind oder ob sie so gewollt sind ( Remix) weiß ich nicht, die CD läuft jedenfalls hüpf-frei. Es folgt GARY NUMAN mit ""Dark"", düster und getragen, aber unverkennbar der Barde der Vergangenheit. Die SPAHN RANCH bringt gewohntes, aber etwas schräg, GENITORTURES bringen treibenen Elektro mit Frauengesang und einigen Gitarren, danach folgt THE MISSION UK mit dem 80er-Jahre-Knaller ""Wasteland"" in einer nach vorne gehenden Version, stark an das Original gehalten, nur mit wilderen Rhythmen. Etwas langweilig und unoriginell kommt BELLA MORTE daher, dafür fetzt es dann wieder mit der aus den 80ern bekannten Band A FLOCK OF SEAGULLS mit einem Remix ihres großen Hits ""Telecommunication"". Ein wenig langweilig ist EERIE VON, merkwürdig gemixt, Gitarre viel zu laut, die Drums scheppern irgendwo im Hintergrund, wirkt wie eine Amateuraufnahme. CULTURE KULTUR wirkt nur wie ein x-ter Technotrack von irgendeiner Future-Trance-CD, allerdings mit etwas Herrengesang unterlegt. RAZED IN BLACK fetzen wie gewohnt mit treibendem Rhythmus und riffiger Gitarre. Es folgt INFORMATION SOCIETY und zum Ende PIG, die irgendwie sehr nach KMFDM klingt. Alles in allem eine sehr nette und vor allem informative CD-Compilation mit einigen Hits. (H.H.)

COMPILATION - The Colours Of Zoth Ommog


Erstveröffentlichung: CD 1994 / Zoth Ommog / Intercord

The Colours Of Zoth Ommog ist die jährliche Labelcompilation bei Zoth Ommog und bietet einmal mehr einen guten Einstieg in die Vielfalt des vielleicht besten Electrolabels derzeit. Alle Namen brau­chen gar nicht aufgezählt zu werden. Bands wie BLÖK 57, MENTALLO AND THE FIXER, SPAHN RANCH, BIGOD 20 und YETH MAE sprechen schon für sich. Geboten werden fast ausschließlich bisher unveröffentlichte Songs oder zumindest alternative Versionen von bekanntem Material, was neben dem günstigen Preis sicherlich auch ein Kaufanreiz ist. Musikmäßig geht es quer durchs Zoth Ommog-Programm, also EBM, Electro-Metal Crossover und leichte Industrialeinflüsse. Endlich haben auch die ZERO DEFECTS den langersehnten und verdienten Vertrag. „Steam Engine“ ist ein typischer Song der Band, also klassischer EBM mit ganz leichten Technoeinflüssen. Kaum einer Band würde ich es mehr gönnen, wenn sie endlich Erfolg verbuchen könnte. So gut wie viele andere Electrobands in Deutschland sind sie allemal, insgesamt sogar besser als die meisten, wenn ich es mir recht überlege. Auf die komplette CD freue ich mich schon. Wie diese Veröffentlichungen zeigen, ist auch in Zukunft weiter mit Zoth Ommog zu rechnen. Ob die Masse der Veröffentlichungen aber den neuen gesignten Bands immer dienlich ist, ist eine andere Frage... (A.P.)

COMPILATION - Coming Soon, Part 2


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Frontiers Records

Das italienische Label FRONTIERS RECORDS ist bekannt für seine manigfalten Veröffentlichungen im Bereich des Hardrock und hier präsentiert man eine Labelcompilation, die, der Titel ließ es schon vermuten, auf kommende CDs aus dem Hause aufmerksam machen soll, genau genommen auf die CDs, die zwischen August und Dezember 2003 erscheinen sollen, bzw. schon erschienen sind. Neben diversen Gruppen, die schon altbekannt sind, ich denke da zum Beispiel an GARY HUGHES oder auch RICHIE KOTZEN, gibt es noch verschiedene Newcomer-Bands. Um zu wissen, was auf der CD drauf ist, zähle ich einfach mal ein paar Namen der insgesamt 13 Bands auf, da die einzelnen CDs hier auf der Seite ja eh nach und nach vorgestellt werden. Also, es gibt THUNDER, HAREM SCAREM, VERTIGO, PRIDE OF LIONS, SEVENTH KEY, RAMOS und noch einige mehr. (H.H.)

COMPILATION - Counterintelligence


Erstveröffentlichung: CD 1999 / Electro Chemical Research / SPV

Als Sublabel von Dion Fortune hat sich ECR den experimentelleren Electro-Techno-Klängen verschrieben, wobei Techno hier nichts mit dem Stampf-Gedudel von Scooter und anderen Flaschen zu tun hat. „Counterintelligence“ ist ein sehr gewagter Sampler, der wohl eher von Industrial- und Ambient-Fans gehört werden wird, als vom durchschnittlichen Techno-Freak, der jährlich auf die Loveparade pilgert und denkt, damit sei er cool. Zwischen absolut minimalistischen Klangcollagen von AUBE und eingängig-poppigen Tracks findet man hier so ziemlich alles, was die Electroszene im Jahre 1999 hergibt. Sehr schön ist, dass die Tracklist aufeinander aufbaut und somit eine ganz eigene Atmosphäre schafft. Fast scheint es so, als wenn dies eine Art „Hörfilm“ ist. Bekannte Namen wie VOLTAIC, HAUJOBB, NUDE (Front 242 meets Sabotage Q.C.Q.C.?), MOLNOLITH, SONAR und andere treffen hier auf bis dato noch unbekanntere Acts wie DANDY oder BIT-TONIC. Im Info zur CD wird der Begriff „Klangforschung“ verwendet, das trifft es doch ganz gut. „Counterintelligence“ zeigt deutlich, wie vielfältig elektronische Musik sein kann und dass Techno nicht immer nur mit der Loveparade oder der Mayday zu tun haben muss, wo Tausende von Deppen meinen, Party machen zu Stampfbeats sei ein unglaubliches Lebensgefühl. (A.P.)

COMPILATION - Covered In Black - An Industrial Tribute To The Kings of High Voltage AC/DC


Erstveröffentlichung: CD / Cleopatra

Das AC/DC wohl eine der besten und bekanntesten Rockgruppen aller Zeiten sind, bleibt ja wohl unumstritten, denn solche Klassiker wie ""TNT"", ""Highway To Hell"" oder ""Thunder Struck"" sind unvergessen. Auf diesem Album geben sich nun Industrial-Größen die Ehre, um ein Tribut auf diese Band zu feiern. Ich zähle am besten einfach mal ein paar auf: ELECTRIC HELLFIRE CLUB, DIE KRUPPS, SPAHN RANCH, GODFLESH, BIRMINGHAM 6, PSYCHOPOMPS, KLUTE und noch viele mehr, vierzehn Stück an der Zahl. Fast alle großen Hits von AC/DC sind vorhanden, nur mein persönliches Lieblingslied ""Let There Be Rock"" fehlt, schade. Ob Bon Scott sich über ein derartiges Tribute aus dem Mix aus Gitarren- und Elektronik-Musik freuen würde, ist vielleicht etwas unsicher, aber so ist es immerhin auch in Ordnung, dass keine Rockgruppen die Songs nachgespielt haben, die dann genauso klingen, wie AC/DC. (H.H.)

COMPILATION - Cringer - Haute Areal Sampler


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Haute Areal

Das Label HAUTE AREAL hat sich am 1. Februar 2001 gegründet und ist eines jener idealistisch arbeitenden Labels, die aus lauter Spaß an der Freunde und aus lauter Liebe zur Musik arbeiten, ohne Intention, damit Geld zu verdienen, denn man hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bands zu promoten, die auf dem kommerziellen Markt keine Chance haben. Man gibt den verschiedenen Bands und Projekten ein Forum im Internet und übernimmt den Vertrieb ihrer Tonträger (egal, ob diese schon fertig sind, oder ob sie noch produziert werden müssen. Alle Bands sind nicht vertraglich an HAUTE AREAL gebunden. Es beginnt mit einer Lo-Fi-Rock-Pop-NDW-Nummer vom Solokünstler DOG EWALT, der seine Musik auf einem 4-Spur-Rekorder aufnimmt. Es folgt Beatles-artige Rockmusik bzw. Gitarrenpop von VATER RHEIN MARKET, experimentelles mit funkigen Drums und Schweinegrunzen vom KLOG PROJEKT, waviges von LONDON 86, wabberndes Synthies von TUNEK, jazziges und bluesiges von THE MEANIES, elektronisch-drumbetontes mit Sprechgesang von APHRODITES SON, schrägen Rap von CREW-SQ, minimales von VOLEURS, zugegeben langweiliges von DADABLUES JOE, Hardcore von MISBEGOTTEN, rappigen Hiphop von LSDAP, superkurzen Punkrock von I STILL BUY, die es nicht mehr gibt und nicht zuletzt Musik von den beiden Labelinhabern Ingo Petraschwesi (tolles und düster-bedrohlich Stück) unter dem Namen AUAO-HR und Frederik Fröse unter dem Namen RESIDUUM. Es ist schon wirklich wahr, die Musik ist, wie das Info sagt, schwer vermarktbar, was ja grundsätzlich positiv ist, da es ja automatisch heißt, dass sie nicht massenkompatibel ist. Da dies aber ein weiter Begriff ist, muss man wirklich sagen, dass der Sampler gute und schlechte Sachen beinhaltet und es dank seiner stilistischen Vielfalt auch schwer haben wird, Leute zu finden, die den Tonträger problemlos in einem Stück durchhören können. Macht aber nichts. (H.H.)

Webadresse der Band: www.hauteareal.de

COMPILATION - Crossing All Over Vol. 11


Erstveröffentlichung: CD 2000 / BMG

Die beliebte “CROSSING ALL OVER”-Reihe gibt es ja seit geraumer Zeit als Doppel-CD und erfreut Fans immer noch. Die Frage ist zwar auch hier bei manchen Titeln, was daran „Crossover“ sein soll, aber wenigstens kann man sich über Vielfalt nicht beschweren. Präsentiert werden wieder Klassiker, als auch neue Tracks, die man sowohl in den Hitparaden findet, manche aber auch nicht, denn man hat sich nicht darauf spezialisiert, die größten Singlehits der einzelnen Bands auf CD zu bannen, sondern man gibt sich qualitativ Mühe. Insgesamt 40 Songs von 39 Bands (HIM sind zweimal vertreten). Es gibt was neues von NEW MODEL ARMY, was neues von LEFTFIELD, eine Liveversion von „Asche zu Asche“ von RAMMSTEIN, es gibt die alte Fassung von MOBY´s „Why Does My Heart Feel So Bad“ zu hören, die GUANO APES mit „Big In Japan“, ja sogar PHILLIP BOA ist mit „So What“ vertreten. Es ist allerdings auch viel langweiliger Müll dabei, 08/15-Schrott vom Fließband, den ich hier nicht namentlich nennen möchte. Vielleicht sollte man doch wieder zum Konzept der Einfach-CD zurückkehren und nur noch Knaller veröffentlichen, wobei sich natürlich wieder die Frage stellt: Was ist für wen ein Knaller? Die Jugend von heute lässt sich ja leider mit Fließband-Musik und Posern abspeisen und kann mit Musik, die einer Lebensauffassung gleicht, nichts anfangen. Na ja, was solls, so sind halt die Zeiten. Ach so, normalerweise guckt man sich Booklets von Samplern ja eigentlich nie an, weil sie eh nur aus Werbung und langweiligen Daten bestehen. In diesem Falle allerdings sollte man mal einen Blick riskieren und was witziges finden. Mehr sage ich jetzt nicht dazu. (H.H.)



[ ZURUECK ]