ANTI TRUST - Anxiety


Erstveröffentlichung: MC 1986 / NLW

Haiko Herden , Macher der Back Again-Seiten und von www.haikosfilmlexikon.de ist vielseitig begabt. Neben den Internet Seiten macht er noch eine monatliche Fernsehshow im Offenen Kanal Hamburg, hat jahrelang im gleichen Kanal eine Radioshow moderiert, dreht Filme und macht seit den frühen 80er Jahren Musik. Die meisten Bands und Projekte sind sang- und klanglos vergessen, aber mit seinen Bands The Black Ribbon, Johnny Beton und vor allem The Evasion On Stake kann er auf diverse Tapeveröffentlichungen, Beiträge zu CD-Samplern und Liveauftritte zurückblicken. Vor dem Soloprojekt The Evasion On Stake gab es bereits ein anderes Projekt, welches heute nahezu vergessen ist: ANTI TRUST. 1986 gegründet mit dem Konzept, für einen Song incl. Textschreiben, Komponieren und Aufnahme nicht mehr als eine halbe Stunde zu brauchen, sind in dem Jahr zwar unzählige wirklich billige Schrottsongs entstanden, aber auch ein paar Perlen, die das Zeug gehabt hätten, zu Minimal-Electro-Klassikern zu werden, was aber wohl daran gescheitert ist, daß vernünftige Aufnahmemöglichkeiten und die Möglichkeit zu einer vernünftigen Veröffentlichung fehlten. Wirklich konsequent durchgezogen wurde das „30 Minuten“-Konzept auf dem ersten Tape „Anxiety“. Auf knapp 60 Minuten sind insgesamt 23 Songs vertreten, die man größtenteils wohl als rohe Ideen beschreiben kann. Viele der Songs sind in späteren Jahren von anderen Bandprojekten ausgearbeitet und in besserer Qualität aufgenommen worden und so im kleinen Rahmen zu „Kultsongs“ geworden. Schon auf „Anxiety“ hat Haiko aber gezeigt, daß es ihm völlig egal ist, was musikalisch gerade so angesagt ist. Mit einem aus heutiger Sicht primitiven Casio-Synthie wurden teils eingängige, teils experimentelle Songs aufgenommen, die besser ausgearbeitet echtes Hitpotential gehabt hätten. Nun ja, an den Texten hätte man noch etwas mehr feilen können, da scheint damals der Reimfaktor teilweise wichtiger gewesen zu sein, als der Inhalt. Schade, daß die Aufnahmequalität teilweise berauschend und stark übersteuert ist, sonst könnte man so manchen Titel durchaus heute auf einem Minimal-Label wie „Genetic Music“ veröffentlichen und mit Sicherheit die nicht geringe Fanschar solcher Projekte wie Bakterielle Infektion, Alien Skull Paint oder Nejet Nok ansprechen können. Mit den nachfolgenden Tapes „Cindy S.“ und „Brennendes Land“ verfeinerte ANTI TRUST seinen Stil und schuf weitere Minimalperlen, von denen die besten nur auf eine vernünftige Veröffentlichung warten. (A.P.)

E-Mail-Adresse der Band: lindbergh@backagain.de
Webadresse der Band: www.nlw.backagain.de

COMPILATION - Diva X Machina 4


Erstveröffentlichung: CD 2004 / COP Int. / Nova Media

Cops „Diva X Machina“-Samplerreihe geht nun auch schon in die vierte Runde und hält sich weiterhin natürlich streng an das Konzept, ausschließlich Bands/Projekte zu präsentieren, bei denen weibliche Stimme das Bild prägen. Dabei werden stilistisch kaum Grenzen gesetzt, allerdings prägen vor allem Electro(-Pop)- und Dark Wave-Acts das Gesamtbild, hier und da mit Einflüssen aus den Gothic-, Techno- und Industrial-/Power-Electronics-Bereichen. Los geht´s mit den „Pepsie & Shirley“, beziehungsweise „Mel & Kim“ der Dark-Wave Szene TRISTESSE DE LA LUNE, die wie die beiden genannten 80er Jahre Pop-Acts den Weg von Backgroundsängerinnen selber an den Bühnenrand gegangen sind. Eingängig, unterhaltsam, aber eben doch nicht wirklich spektakulär. Da fehlen die Ecken und Kanten, genau, wie bei den folgenden Bands DISTORTED REALITY und TECHNOIR. Allesamt durchaus schön, aber doch zu ähnlich und ohne ganz großen Wiedererkennungswert. Da ziehe ich dann doch No Comment vor, die etwas mutiger sind. Leider findet man sie nicht auf diesem Sampler. Dafür aber THE AZOIC, die in etwas härterem Rhythmus fortführen, was die ersten drei Bands begonnen haben und dazu ein paar Techno-Einflüsse zulassen. Leider klingt die Stimme etwas gepresst, was aber wohl an dem Mix liegt. SEIZE waren mir bisher kein Begriff, aber der Anfang ihres Songs ist durchaus gelungen, ebenfalls Techno-beeinflusst und leider etwas zu vorhersehbar. Dafür entschädigen PZYCHOBITCH aber allemal. Sie sind sicherlich eine der besten deutschen Electro/Power-Electronics-Bands zurzeit und der Erfolg ist absolut verdient. Diese Band ist einfach erfrischend selbstbewusst und anders. Deutlicher dem Dark Wave im Stile von Das Ich sind KILLING OPHELIA zugetan, ohne jedoch die Qualität der Vorbilder zu erreichen, sicher ein Track, der so manche Tanzfläche füllen wird. Personell eng verwandt mit PZYCHOBITCH sind S.I.N.A. und auch stilistisch geht es in eine ähnliche Richtung, nur dass S.I.N.A. deutlich industrial-lastiger sind. Ziemlich kraftvoll und gelungen und definitiv einer der Hits dieser Zusammenstellung. Eher konventioneller Electro-Techno-Wave kommt dann wieder von EPSILON MINUS, von denen ich bisher noch etwas gehört habe und die wohl auch nicht unbedingt aus der „schwarzen Szene“ kommen. Wäre die Stimme beim Refrain nicht so sehr der Musik untergeordnet, könnte der Song „Power Down“ allerdings ein richtiger Hit sein. Weitaus atmosphärischer, aber leider auch nicht sehr eigenständig geht es dann bei DAVANTAGE zu. Alleine dafür, dass sie Cure´s „Cold“ derart banal gecovert haben und dem Song jede Düsternis und Verzweiflung genommen haben, so dass ein seelenloser Electromatsch entstanden ist, disqualifiziert die Gruppe in meinen Augen für alle Zukunft, auch, wenn das jetzt von mir nicht besonders objektiv ist. Bei Cure Coverversionen möchte ich auch gar nicht objektiv sein. Robert Smith würde diese Version vielleicht sogar mögen, Cure-Fans nicht. SARA NOXX gefällt mir dafür dann wieder recht gut. Sie vertritt hier als eine der wenigen die Waver-Fraktion und es ist schon erstaunlich, wie sehr sie sich von den Anne Clark-Vergleichen in den Anfangstagen lösen konnte und unbeirrt ihren Weg geht. Für den ganz großen Druchbruch wird´s wahrscheinlich nicht reichen, denn dafür sind ihre Songs zu kompromisslos und zu wenig dem Massengeschmack angepasst, was nicht bedeutet, dass sie nicht eingängig wären. Auf dieser CD gehört SARA NOXX jedenfalls neben PZYCHOBITCH und S.I.N.A. zu den Höhepunkten. MONO CHROME verbinden ganz nett 80er Jahre-Minimalismus und –Melodien mit 90er Jahre Techno-Rhythmen, ohne jedoch nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Hier findet sich das gleiche Problem, wie bei so vielen anderen Bands: zu wenig Wiedererkennungswert und Eigenständigkeit. THE ETERNAL AFFLICT gehörten Anfang bis Mitte der 90er Jahre zu Deutschlands erfolgreichsten Dark Wave-Kapellen. Auch nach ihrer Reunion spielen sie in der oberen Liga mit, was einfach daran liegt, dass hier Leute mit Erfahrung und Ideen am Werk sind, die es nicht mehr unbedingt nötig haben, in erster Linie eingängig zu klingen. Damit darf man sie auf jeden Fall auch auf dieser Compilation zu den Höhepunkten zählen. Ähnlich ungewöhnlich wie der Bandname NUMERIKLAB klingt die Musik dieser Gruppe. Die Mischung ist gelungen und setzt sich aus einer poppigen Gesangsmelodie, minimalistischen Soundspielereien und locker-flockig tanzbaren Rhythmen zusammen, ein sehr gelungener, atmosphärischer Song, der ein bisschen an die Delerium-Sachen der späten 90er Jahre erinnert. Recht gelungen ist auch das Stück von CHIASM, das allerdings eine etwas kraftvollere Produktion verdient gehabt hätte. Beschlossen wird die CD von COLLIDE, die tatsächlich ein wenig an eine elektronischere und weniger rhythmische Variante von den Creatures erinnern, ohne allerdings an deren Zauber heran zu reichen.

Überraschend an „Diva X Machina 4“ ist, dass die weitaus interessanteren Songs erst ab circa der Hälfte der CD kommen, wären die zwar massenkompatibleren, aber gleichzeitig auch langweiligeren Songs am Anfang stehen. Auf Grund der zweiten CD-Hälfte lässt sich die Zusammenstellung noch als halbwegs gelungen bezeichnen und für die Dark Wave-Clubs ist einiges an Tanzflächenfutter dabei. Wirkliche Knaller findet man aber nicht, dafür aber immerhin einige unveröffentlichte Songs und Mixe. Es bleibt aber nicht verborgen, dass die Macher bei den ersten beiden Teilen der Serie (Teil 3 kenne ich leider nicht) noch mehr Mut zu einem abwechslungsreicheren Line-Up bewiesen haben, bei Teil 4 jedoch wurde zu sehr auf aktuelle Massenkompatibilität Wert gelegt. Beim Cover-Artwork lehnt man sich an den angesagten Anime-Stil an, der für meinen Geschmack auch nicht unbedingt zur gebotenen Musik passt. Zillo-, Orkus- und Sonic Seducer-Leser der jüngeren Generation werden aber sicher zufrieden sein. (A.P.)

COMPILATION - Diva X Machina 2


Erstveröffentlichung: CD / COP Int. / Nova Media

Nach dem doch gelungenen Vorgänger, liegt hier nun der zweite „Female""-Sampler von den COP-Leuten vor. Wie gehabt basieren alle Stücke der CD vor allem auf der weiblichen Stimme. Bekannte Namen wie BATTERY, SABOTAGE, CLAN OF XYMOX und KIRLIAN CAMERA wechseln sich mit Newcomern wie 162, LUXT und IVOUX ab. Der große Teil der Stücke ist elektronisch gehalten und durchaus tanzbar. Erwähnenswert sind aber hauptsächlich etablierte Bands wie THE RAZOR SKYLINE und ganz besonder THIS ASCENSION und die etwas aus dem Rahmen fallenden DONNA REGINA. Mit EVULVA ist eine Stimem vertreten, die laut Infos schon bei This Mortal Coil-Aufnahmen mitgewirkt hat, und dabei handelt es sich nun wirklich um ein Ausnahme-Projekt, von dem man hoffentlich bald mal wieder etwas neues hören wird.
Für mich als Freund von schönen Frauenstimmen ist dieser Sampler wirklich sehr gut geeignet, gerade, weil nicht auf dieser Heavenly Voices-Schiene geritten wird. Durch weibliche Stimmen bekommen auch die härteren Electro-Stücke etwas warmes, fast schon sanftes, das ist doch ein schöner Kontrast, oder ? (A.P.)

COMPILATION - Don´t Tug Me Up At 9:PM


Erstveröffentlichung: CD / Tug Records

Zur Zeit ist es ja die große Zeit der Labelcompilations, die uns zu günstigen Preisen das Programm der jeweiligen Labels vorstellen. Das Label TUG und seine Dance-Unterorganisation 9:PM haben aber einen weiteren Grund, so etwas auf den Markt zu werfen, denn dies hier ist die bereits fünfzigste Veröffentlichung. Im Programm und deshalb auf der CD findet man unter anderem die Comedy-Punker PATO FU aus Brasilien, die fetzigen GREENHOUSE A.C., den Song ""Ich bin Jesus und kann alles"" von den KASSIERERN, die schön punkrockigen DIE SUIDICES, DANGERSLIDE, WEAK WILLIES, JIMMY KEITH, rockiger, aber nicht schlechter, wird es mit SHAM 69, MIRACLE G(Y)RLZ und BAN JYANG (siehe Extra-Kritik). Lustig kommen uns dann ELÄLELÄISET. Interessant ist noch GENTLE IHOR´S DEVOTION, klingt ein bißchen wie elektronische The Fall mit wunderschönem Gitarrensolo. Gleiches gilt übrigens auch für THIS DARK NOISE (siehe Extrakritik). Die elektronische Ecke von 9:PM beeinhaltet dann noch weiter: JIMMY PURSEY und sogar Reaggae von der TOXIC AVENGER BAND, was hier wohl irgendwie nicht so ganz reinpasst, aber irgendwie trotzdem seine Existenzberechtigung hat, weil irgendwie anders und unalltäglich. Abschliessend ist dann ein Techno-Stück von FERENGI zu hören, das eigentlich nicht übel ist. Natürlich hat es der Sampler durch seine Stilvielfalt schwer, jemanden zu finden, der alles gut findet, deshalb ist er wirklich mehr zu verwenden als Ideenholer, wenn man sich mal informieren möchte. Natürlich gibt es auch Leute, so wie mich, denen es egal ist, daß Punk neben Techno und Reggae neben Electro präsentiert wird, denn Musik ist Musik und wenn einem etwas gefällt, ist es doch egal, welche Stilrichtung das ist, oder nicht? (H.H.)

COMPILATION - Earcom 1


Erstveröffentlichung: Mini-LP 1979 / Fast Product

Ziemlich skurriler Sampler vom Ende der 70er, als wirklich jeder, der wollte eine Platte veröffentlichen konnte. Die Bands sind weitgehend unbekannt geblieben, was nicht überrascht, wenn man die Werke auf diesem Sampler hört. Gekannt habe ich schon die Gruppe THE PRATS von ihrer schrägen Single „Die Todten Reyten Schnell“. Seltsame Band von ein paar vielleicht 13 oder 14jährigen Jungs, die ihre Instrumente eigentlich kaum beherrschten, aber vielleicht gerade deshalb ziemlich sympathisch rüberkommen. Besser schon die Post-Punker THE FLOWERS, die ein bißchen was von den Flying Lizards haben. Weiterhin dabei sind THE BLANK STUDENTS, GRAPH und THE PRODUCTS, alle deutlich vom Punk-Spirit beeinflusst, ohne jedoch richtigen Punk zu spielen, dafür gibt es schrägen, frühen New Wave zu hören, in etwa so wie Easy Cure oder Warsaw. Auf der Fortsetzung „Earcom 2“ schließlich waren auch Joy Division vertreten. Weniger eine wirklich gute Platte, dafür aber ein liebenswertes Zeitdokument der englischen Post-Punk-Zeit. (A.P.)

COMPILATION - The Eastpak Resistance Tour DVD Vol. 1


Erstveröffentlichung: DVD 2003 / I Scream Records

Hardcore-Fans wird das Herz im Leibe höherschlagen, wenn sie dieses Release in den Händen halten. Die legendäre Resistance Tour, die alljährlich im Herbst stattfindet, wurde in Brüssel im Jahre 2002 mitgefilmt und nun auf DVD von I Scream Records veröffentlicht und da sind Bandnamen dabei, wo es Freunden des Genres wässrig wird im Munde. Angefangen bei BIOHAZARD über AGNOSTIC FRONT, HATEBREED, DISCIPLINE, ALL BORO KINGS über BORN FROM PAIN, BACKFIRE! bis zu DO OR DIE. Metalcore und New York-Hardcore en masse, wie man bemerkt, insbesondere BIOHAZARD und HATEBREED stechen hervor. Von jeder Band werden fünf Songs präsentiert und eingefangen wurde das Spektakel von MTV Networks Belgium. Der Sound ist sehr gut und sehr fett und die Bands schwitzen sich die Seele aus dem Leibe. Wenn man sich dieses DVD anschaut und mit anderen Live-DVDs vergleicht, wird mal wieder klar, dass Hardcore doch eher etwas für die härtere Fraktion Mensch gemacht ist. Da wird nicht brav mitgeklatscht, da sitzt nicht jeder Ton bei den Bands, es gibt kein liebliches und gefälliges La-La-La, es geht zur Sache, man ist ja nicht zum Spaß hier. Das „Volume 1“ im Titel lässt darauf schließen, dass noch mehr Teile kommen. Vielleicht jedes Jahr eine neue DVD der vergangenen Tour? Also: 8 Bands, 40 Songs, was will man mehr? Hardcorer – kaufen! Resistance is futile.

Die DVD von I Scream Records wird präsentiert in Dolby Digital 2.0. Zu jeder Band gibt es Weblinks und eine Setlist, in der man die jeweils fünf Songs direkt anwählen kann. Ansonsten gibt es einen Trailer zur DVD zu sehen (2:59 Min.). (H.H.)

COMPILATION - EBM Club-Classics Vol. 2


Erstveröffentlichung: Doppel-CD 1999 / Synthetic Symphony / SPV

Auch schon etwas länger erhältlich ist der zweite Teil der „EBM Club-Classics“ aus dem Hause SPV.
Wie schon auf Teil 1 ist hier die Creme der EBM-Szene enthalten, hauptsächlich aus der Hoch-Zeit dieses Stils, Ende der 80er Jahre und Anfang der 90er. Endlich findet man nun auch die „Götter“ und Namensgeber dieser Richtung, FRONT 242 mit dem brillianten „Welcome To Paradise“, allerdings nicht in der Originalversion, sondern in der Version vom 98er Livealbum, dennoch, ein zeitloser Klassiker. Gleiches gilt für „TV Treated“ von THE NEON JUDGEMENT, „Poison“ von THE WEATHERMEN und „The Machineries Of Joy“ von der Zusamemnarbeit der KRUPPS mit NITZER EBB. Große Namen sind weiterhin LEATHER STRIP, ARMAGEDDON DILDOS, AND ONE und die Urväter der tanzbaren Electro-Musik DEUTSCH AMERIKANISCHE FREUNDSCHAFT, zum Glück nicht mit dem abgenudelten „Mussolini“, sondern dem ebenso guten „Alle Gegen Alle“. Zu nennen wären weiterhin CLICK CLICK, FRONT LINE ASSEMBLY, SCAPA FLOW und und und...
Ein paar Tracks gehören zwar nicht unbedingt ins EBM-Genre (LAIBACH, CALVA Y NADA, WELLE EDRBALL), dürfen aber trotzdem (zumindest teilweise) als Klassiker bezeichnet werden. Man könnte auch die restlichen Bands aufzählen, aber das ist wohl kaum nötig, denn diese Doppel-CD ist auch mit den bisher erwähnten Bands absolut empfehlenswert. Bleibt nur zu hoffen, daß diese Serie nicht bis in alle Ewigkeit weitergeführt wird, denn sonst sind statt echten Klassikern, wie bisher, eher durchschnittliche Füllstücke enthalten. Ehrlich gesagt fehlen kaum noch echte Kultbands, außer wenn man immer wieder Stücke der gleichen Bands nehmen will. (A.P.)

COMPILATION - EBM Club-Classics


Erstveröffentlichung: Doppel-CD / Synthetic Symphony / SPV

Nachdem bei COP Int. Schon zwei Sampler erschienen sind, die die Geschichte der Electronic Body Music in den letzten rund 15 Jahren dokumentierten, legt auch SPV jetzt ein Werk vor, das sicherlich in Kürze zum Standard vieler DJs gehören wird. Innerhalb von fast 2 ½ Stunden geben sich die großen Namen der Szene die Klinke (bzw. das Mikro) in die Hand. Eine ganze Reihe Klassiker sind dabei, so BIGOD 20 mit „The Bog"", LEATHER STRIP mit „Japanese Bodies"", AND ONE mit „Metalhammer"", OOMPH! mit „Der neue Gott"", DANCE OR DIE mit dem gleichnamigen Stück, DIE FORM mit „Silent Order"", TOMMI STUMPFF mit „Massaker"", NITZER EBB mit „Getting Closer"", THE INVINCIBLE SPIRIT mit „Push"" und INSIDE TREATMENT mit „Klaustrophobia"". Etwas fehl am Platze, weil wohl eher weniger dem EBM-Genre zuzurechnen sind THE ETERNAL AFFLICT, CANCER BARRACK und NO MORE, obwohl diese Gruppen deshalb natürlich auch nicht schlecht sind. Sehr stark ist die Spät-80er Szene aus Schweden vertreten, u.a. mit CAT RAPES DOG, SCAPA FLOW und POUPPEE FABRIKK, während Belgien eher unterrepräsentiert ist, aber immerhin haben VOMITO NEGRO, POESIE NOIRE, SUICIDE COMMANDO und THE KLINIK den Weg auf diese Doppel-CD gefunden. Fehlen tun aber absolute Größen wie Front 242, Neon Judgement und A Split Second. Da es sich hier ausdrücklich um eine Compilation mit Hits und Klassikern handeln soll, ist es ganz klar, daß man unbekanntere Bands und unveröffentlichtes Material vergeblich suchen wird (außer KIRLIAN CAMERA´S „Eclipse V.4"", was aber auch nicht gerade EBM ist).
Auf jedem Fall wird dem „Durchschnittsfan"" und Neueinsteiger hier ein sehr guter Überblick über die elektronische Musik der vergangenen 1 ½ Dekaden gegeben, was will man mehr ? Sammler dürften hingegen fast alles haben, da es sich wirklich um die richtigen Hits handelt. Auf jeden Fall macht es viel Spaß, die ganzen Sachen mal wieder zu hören, da fühlt man sich fast wie im Dorian Gray im Jahre 1989. (A.P.)

COMPILATION - Eerie Emotional Music


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Prophecy Productions

Prophecy Productions hat sich als Label hervorgetan, das zwar vor allem viele Metalfans anspricht, aber durchaus offen für andere Stilrichtungen ist, von Folk über Mittelalterklänge bis hin zu Gothic. Mit „Eerie-Emotional Music“ liegt nun ein Sampler vor, der das aktuelle Programm der Firma vorstellt, nicht nur musikalisch, sondern auch mittels eines sehr schön gestalteten Booklets.

Los geht´s mit TENHI aus Finnland. Ihr Song „Vastakaiun“ ist sehr mystisch, atmosphärisch und ambient. Eingängiger erscheinen da schon BLAZING ETERNITY mit „Cover Me With Your Eyes“, leicht folkiger Wave mit schönen Gitarren. THE VISION BLEAK mit „Horror Of Antarctica“ ist Monumental-Metal mit düsterem Einschlag. „Expire“ von ANTIMATTER ist für mich der beste Song der CD, ziemlich dunkler Dark Wave mit wunderbarer Frauenstimme. Dark Wave gibt es auch von den noch unbekannten LEAKH, das erinnert fast ein bisschen an Das Ich. Rockiges, beinahe schon Gothic-Rock bieten AUTUMNBLAZE mit „Slave“, wobei mir der Refrain zu sehr in die Gothic-Metal-Ecke schielt. Das hat aber schon fast kommerzielles Potential. ELEND sind als neoklassisches Projekt auch nicht mehr ganz unbekannt und erinnern mit „A Newborn Sailor“ ein wenig an die von Brendan Perry gesungenen Dead Can Dance-Stücke. Vom Mittelalter beeinflusst, aber dennoch nicht unmodern klingend sind EWIGHEIM. Ihr deutschsprachiger Song „Heimwege“ dürfte vielen Leuten gefallen. EMPYRIUM sind eine fast legendäre Band, die so manchen schönen Song geschrieben hat. Allerdings ist „Waldpoesie“ einer der schwächeren in meinen Augen (resp.: Ohren). Ein „Opern“-Sänger verbreitet Seichtes zu dudelnder Musik mit Goethes Erben-Einschlag, zudem ist der Song überlang und soll wohl dadurch episch erscheinen.

Mit einem Ausschnitt aus dem wohl umfangreicheren Konzeptwerk Light Of Day, Day Of Darkness“ von GREEN CARNATION endet dieses Album dann schon nach zehn Songs. Das ist 70er Jahre Bombast-Rock mit 60s-Orgel, für Fans dieser Musik sicher eine Offenbarung und gut produziert.

Ich muss zugeben, dass ich nur zwei der zehn Songs richtig gut finde und zwei, drei weitere zumindest interessant, während der Rest mir entweder belanglos oder gar nervig erscheint. Trotzdem muss man sagen, dass Prophecy Productions mit „Eerie-Emotional Music“ einen Überblick über ihr Programm zusammen gestellt, der wohl recht repräsentativ ist und bei einigen Bands neugierig auf mehr macht. (A.P.)

COMPILATION - Eiszeit - Der Sampler


Erstveröffentlichung: CD / Big Noise / SPV

„Eiszeit"" ist eine Radioshow im Offenen Kanal Berlin, und weil diese Sendung offenbar wirklich was besonderes ist, dachte man sich, auch Nicht-Berlinern die ganze Sache mal vorzustellen und so stellte man diese CD zusammen, auf dem eine Reihe von Bands größtenteils exclusives Material vorstellt, wobei es keinerlei musikalische Grenzen gibt. Eine Ecke ist dem Gothic-Rock aus Deutschland gewidmet, namentlich LOVE LIKE BLOOD, HEAD ON FIRE, SWANS OF AVON und AGE OF HEAVEN, zu hören gibt es auch einiges an mehr oder weniger schrägem Gitarrenpop (um den Begriff Brit-Pop zu vermeiden) von CHINA DRUM, LUKE, MONOLAND, AC ACOUSTICS oder SOAP. Ein bißchen was waviges ist mit DIASPORA auch vertreten, sowie leichter Grunge-Klänge von SCUMBUCKET. Lediglich die elektronische Ecke ist mit VRIL leich unterrepräsentiert. Schwer einzuordnen sind lediglich INFAMIS mit ihrem Live-Track.
Alles in allem ein guter Sampler, auf dem mir zwar nicht alles gefällt, der aber neuere Bands im größeren Stil an die Öffentlichkeit bringt und somit eine wichtige Aufgabe erfüllt. (A.P.)

COMPILATION - Electro Revenge


Erstveröffentlichung: CD 1991 / Energy Records

Aus heutiger Sicht etwas altmodischer, aber damals recht innovativer Electro-Sampler, der eine ganze Reihe von hoffnungsvollen Electro-Newcomern präsentierte, noch bevor der Markt von bandfinazierten CD-Samplern überschwemmt wurde. Die CD ist eine schwedisch-schweizer Kooperation, die wohl aus dem Umfeld des ""echten"" New Life-Magazins stammt.

Diese CD bringt Frühwerke von erfolgreichen Electro-Acts wie BLOCK 57, SECOND VOICE, POUPPÉE FABRIKK, ETERNAL AFFLICT, BEBORN BETON, DATA BANK-A und DE/VISION, aber auch Gruppen, die damals knapp vor dem Durchbruch standen, es aber letztendlich nicht geschafft haben, sich über eine kleine Szene hinaus einen guten Namen zu erspielen. Zu letzteren gehören die von mir geliebten CYBER und SERPENTS, sowie INFAM, JUNIPER HILL und LASSIGUE BENDTHAUS. Dann gibt es da noch die Bands, die heute fast vergessen sind, wie NEXT GENERATION, FAST HEAD UNENDLICH, ENTRE DEUX GUERRES und das Projekt LIPITKAS/ZAHND. Schade eigentlich, denn diese Gruppen sind nicht schlechter, als die etablierten Acts. Musikalisch wird durchgehend Electronic Body Music in allen Variationen geboten, mal tanzbar, mal düster, mal hart und mal poppig. Dieser Sampler zeigt recht gut, was Ende der 80er, Anfang der 90er so im Electro-Bereich passierte und letztendlich auch, daß so manche erfolgreiche Pop-Band mal ganz klein angefangen hat. Guter Sampler, den ich vielen weitaus kommerzielleren CD´s allemal vorziehe.Anspieltips: der ""kleine"" Klassiker ""Animal Lab"" von JUNIPER HILL, sowie CYBER. (A.P.)



[ ZURUECK ]