THE GUTTER TWINS - Saturnalia

Wiederveröffentlichung: Doppel-LP 2008 / Cargo Records
Erstveröffentlichung: CD 2008 / Cargo Records

Also ist echt lange her, dass ich ein durchweg beeindruckendes Indierock-Album gehört hab. Na ja, liegt vielleicht auch daran, dass mich sowas in letzter Zeit nicht mehr brennend interessiert. Über das Album der Herren Dulli (Ex-Afghan Whigs, Twilight Singers) und Lanegan (vor Urzeiten mal Screaming Trees & später auch kurz bei den Queens of the Stone Age) bin ich dann auch eher zufällig und widerwillig gestoßen: „Hier, hör mal, gefällt dir vielleicht – Nee, glaub nich. Doch, hör ma, is echt gut“. Hab ich dann auch gemacht und jetzt sitze ich hier und geb euch den gleichen Rat, haha. Also klassischer Indierock ist es nicht, eher so schräger, zum größten Teil melancholischer, „erwachsener“ Indiepoprock. Dominiert werden die Songs vom Wechselspiel der beiden sehr eigenwilligen, markanten Stimmen. Dabei sind die meisten Songs so aufgeteilt, dass einer der Sänger eher die Lead- und der andere die Backing Vocals übernimmt, wobei mir die Greg Dulli lastigen Stücke persönlich besser gefallen. Jedenfalls ein sehr gelungener, interessanter Kontrast und zwei starke, sehr unterschiedliche Männerstimmen in einer Band hört man ja auch generell nicht so häufig.
Insgesamt ein von der Grundstimmung eher „sakrales“ Album. Nachdenklich, erfahren, verzweifelt, neue Hoffnung schöpfend, ist alles drin. Ein bedächtiges, dennoch schräges, nicht revolutionäres, aber beeindruckendes Album, das ich auch in 10 Jahren noch mal auflegen werde. Zeitlos, spannend und für die ein oder andere Gänsehaut gut. Eher zum zuhören, als zum rocken, aber so was braucht man ja auch mal von Zeit zu Zeit. Anspieltipp: „God’s Children“, das schon stark an die Afghan Whigs erinnert. Ja da war ich jung haha, und schwupps ist die nächste Gänsehaut da. (M.E.)

Webadresse der Band: www.theguttertwins.com


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