ANDI ARROGANTI - Mono


Erstveröffentlichung: LP 2003 / Was Soll Das? Schallplatten

ANDI ARROGANTI war einer von unzähligen jungen Leuten, die Anfang der 80er Jahre mit einfachem Equipment Musik gemacht und auf Cassetten veröffentlicht haben. Die damalige Cassetten-Szene war gerade auf Grund ihrer Unprofessionalität derart erfrischend und innovativ, dass unendlich viel frisches Material entstand, natürlich sound- und produktionstechnisch nicht immer perfekt, welches manchmal auch heute noch überraschen kann. Mit „Mono“ von ANDI ARROGANTI liegt nun eine LP im schlichten Coverdesign vor, die einen Überblick (müsste ja eigentlich „Überhör“ heißen…) über die diversen Tapeveröffentlichungen bietet. NDW, Minimal-Electro, frühes Sampling und experimentelle Klänge vermischen sich zu einem Gebräu, das einfach Spaß macht. ARROGANTI hatte im Gegensatz zu manch anderem „Kassettentäter“ sogar musikalisches Talent und erscheint hier und da so, wie wahrscheinliche eine Markus-Platte auf Zick Zack klingen würde.

Songs wie „Fremd“ haben echten Hitcharakter und hätten damals mit einer Plattenfirma im Rücken sogar erfolgreich werden können, während andere einfach zu schräg und respektlos waren und gerade deshalb heute als kleine Perlen des deutschen Undergrounds gelten dürfen. Die Aufnahmequalität ist überraschend gut und man fragt sich wirklich, ob damals kein Label die Sachen veröffentlichen wollte, oder ob der Musiker das gar nicht wollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese LP schon bald in Minimal-Electro-Kreisen zu einer der gesuchtesten vom Was Soll Das?-Label werden dürfte und unzählige CD-R-Kopien kursieren werden. Hoffentlich wurde die Mini-Auflage von 150 Exemplaren ausschließlich an Musikliebhaber und Sammler verkauft, damit nicht bei Ebay bald unverschämte Spekulanten die richtigen Fans gnadenlos abzocken. (A.P.)

Webadresse der Band: www.punk-disco.com

COMPILATION - The Digital Space Between Vol. 2


Erstveröffentlichung: CD / Cleopatra

Eine neue Elektronik-Compilation aus dem Hause CLEOPATRA, wobei aber auch mal einige Gitarren zu hören sind. Zu finden sind hier 16 Bands mit exklusivem Material oder mit neuen Remixen ihrer Songs. Zu hören sind hier, um jetzt nur mal kurz die guten aufzuzählen, GOOD COURAGE mit tanzbarem, fast schon poppigem Sound, APOPTYGMA BERZERK mit einer ziemlichen schnellen Version von ""Electronic Warfare"", einem Frontline Assembly Mix für PENAL COLONY, X MARKS THE PEDWALK, ELECTRO ASSASSIN, die ein wenig nach Front 242 klingen, LIGHTS OF EUPHORIA, denen DAF nicht ganz unbekannt sein dürfte, HAUJOBB, die sogar beinahe eine Elektro-Ballade bringen, SPAHN RANCH und noch einige weitere. Ist im großen und ganzen eine gute Compilation, wobei natürlich nicht jede Band unbedingt überzeugt, aber wo gibt es das schon? (H.H.)

COMPILATION - The Fossil Dungeon DJ Programm.01


Erstveröffentlichung: CD-EP 2002 / The Fossil Dungeon

As the titles says, this ist not a commercial release, but a Promo-CD for DJs and Journalists. The CD in complete black artwork contains 5 tracks out of the actual program of THE FOSSIL DUNGEON label. It starts with two tracks of the loveable THE SOIL BLEEDS BLACK. Both tracks „Kyrie Eleison“ and „Palastinalied“ are featured here in their „21 Century Mix“, which means, that they are really dancable . These tracks will be floorfillers in Clubs, which play Neo-Folk/Neo-Classic/Medieval music, I feel remembered a bit on Italy´s finest band Ataraxia. Next come two tracks of BUTTERFLY MESSIAH, the driving and powerful Clubtrack „Serpentine“ with a heavy late 80s/early 90s feeling, and „It´s Time“, which is out on the actual CD-EP of BUTTERFLY MESSIA as title track. I guess, these songs will give the band a lot of new fans. Finally we get to hear MEPHISTO WALZ with one of their finest tracks ever, the Single „Nightingale“. Even, if this is „only“ a release for Promotion, it will surely become a collector´s item for fans of the featured bands, because it is limited to only 200 copies. 3 bands, 5 tracks, 5 hits...what else can someone exspect from such a release? (A.P.)

COMPILATION - The Many Moods Of Brigade Noveau


Erstveröffentlichung: CD 2003 / 9:PM / Indigo

9:PM Records hat ein neues Unterlabel gegründet mit Namen “Brigade Nouveau” und diees soll eine Plattform sein für neue Clubmusik in den Bereichen Nujazz, Downbeat, NuBrazil, House und Jazz und mit “The Many Moods Of Brigade Nouveau” will man kurz schon mal die Bands vorstellen, die man in den nächsten Monaten an den Mann bringen möchte. Ich muss zugeben, dass ich in all den genannten Bereichen überhaupt keinen Einblick habe und nicht wirklich entscheiden kann, was gut ist und was nicht. Insofern beschränke ich mich auf eine kurze Beschreibung dieses Samplers. Mit insgesamt 15 instrumentalen Stücken in einem schön gestalteten und sehr 70s-mäßigen Digipack. Viele Songs klingen brasilianisch oder lateinamerikanisch, man hört einiges an Percussions, 70s-artigen Loops, jazziges erreicht unser Ohr und wenn man sich das ganze Album angehört hat, hat man die absolute Entspannung erreicht. Nicht, dass die Musik einschläfernd ist, aber unglaublich entspannend, angenehm zum chillen also, um mal in Neudeutsch zu reden. Ich verzichte darauf, hier Namen zu nennen, denn wenn die Bands hier alle nach und nach mit einer eigenen Veröffentlichung erscheinen, werden wir uns dann entsprechend mit ihnen beschäftigen. (H.H.)

WGT 2008 - Vorbericht


Erstveröffentlichung: Konzert/Veranstaltung 2008





Hallo liebe Back Again-Leser!

Jawohl es ist mal wieder soweit, dass euch Back Again auf das wohl größte dunkle Festival zu Pfingsten in Leipzig vorbereiten will. Mit diesem Vorabbericht, wollen Wir euch die in unseren Augen Highlights des diesjährigen Festivals etwas näher bringen. Bereits seit 1991 ist das WGT aus den Köpfen der schwarzen Szene gar nicht mehr wegzudenken, und erfreut sich gerade in den letzten 3 – 4 Jahren einem immer größer werdenden Zulauf. Von Anfang an stand vor allem der Aspekt „Treffen“ im Vordergrund der Veranstaltung, was sicherlich den Charme dieses Festivals zum großen Teil auch ausmacht. 4 Tage lang hat man das Gefühl, dass die schwarze Szene eine einizige große Gemeinschaft bildet, die Musik alle Blackies vereint. Sonst ist das ja doch eher anders, hört der Fan von Mittelaltermusik eben ausschließlich Mittelaltermusik und der Fan von EBM eher seine Musikrichtung, aber hier zum WGT mischen sich diese Untergruppierungen und gehen völlig tolerant miteinander um. Das das so harmonisch funktionieren kann ist sicherlich auch der Streuung der Veranstaltungsorte über ganz Leipzig zu verdanken. Sei es nun das Hauptfestivalgelände rund um das ehemalige Agrar – Messegelände im Stadtteil Markkleeberg oder das Werk II in Connewitz oder doch die Wahl historischer Orte wie die Moritzbastei oder das Völkerschlachtsdenkmal, jeder Besucher kann für sich ein ganz besonderes Konzertambiente finden und mit anderen Eindrücken von diesem Festival berichten. Auch mir, der nun schon seit 6 Jahren für euch berichtet, geht das immer wieder so, dass ich das WGT wegen seiner besonderen historischen Spielstätten zu schätzen weiß. So werde ich im letzten Jahr den Auftritt von ASP in der Kuppelhalle nicht vergessen, oder den leider verregneten Auftritt von „Elane“ auf der Bühne im heidnischen Dorf. Auch das kulturelle Angebot dieses Festivals ist enorm: Nicht genug, das über 150 Künstler aus aller Welt für dieses Ereigniss anreisen, nein zusätzlich zu den Konzerten gibt es Kunstausstellungen, Theaterstücke und Autorenlesungen, sowie einen kompletten Mittelaltermarkt. Ihr seht also, das WGT ist nicht einfach nur Konzert an Konzert, sondern vielmehr das Gefühl nicht allein zu sein, mit seinen Wünschen, Träumen und Vorstellungen vom Leben. Ich denke gerade diese Botschaft ist für die Szene immens wichtig, Toleranz untereinander und miteinander zu transportieren um auch nach außen von der „normalen“ Gesellschaft akzeptiert zu werden!

Hier stellen wir euch der Reihe nach unserer Sicht die Highlights des WGT 2008 vor:

Nachdem „Autumn“ (NL) gleich mit zwei der vier Majorlabel Erfahrungen gemacht haben, brachten die Holländer mit „My New Time“ ihr drittes Album über das Independent Label Metal Blade Records unters Volk. Anfangs machte die Band um Frontfrau Nienke de Jong ihre ersten Schritte noch im Gothic Metal Bereich, entfernten sich aber mit ihrem aktuellen Album immer mehr von diesem Genre und erfand sich dabei völlig neu. Durch Bandmitgliederwechsel bedingt, sind Gitarren und Keyboardsounds stärker in den Vordergrund gerückt. Auch im Songwriting spürt man die Line – Up Umbesetzung, denn das Album basiert mehr auf den Songs an sich, ist gradliniger in sich und verzichtet auf Bombast. Die Texte sind dabei für mich die persönlichsten ihrer bisherigen Bandgeschichte, denn der Silberling setzt auf tiefsinnige Gefühle und die Band hat laut eigener Aussage Emotion vor Perfektion gestellt. Der Opener „Satellites“ etwa handelt davon, sein Leben nicht von all den Lasten des Lebens bestimmen zu lassen. „Closest Friends Conspire“ handelt hingegen von Misstrauen und Abweisung und „State of Mind“ von der täglichen Routine der wir zu entfliehen suchen. Lassen wir uns überraschen wie die Band zum WGT ankommen wird!

Die italienische Elektro – Industrial – Formation „Bahntier“ (I) trat zuletzt 2006 zum WGT auf. In diesem Jahr wieder in Leipzig, kombiniert sie in gekonnter Weise Schallelemente und Industrialklänge so geschickt, daß eine Art Mischung aus Skinny Puppy und Velvet Acid Christ entsteht. Wahnsinnige und verzerrte Stimmen, kombiniert mit Videoprojektionen, begleiten den Hörer auf einer Reise purer Paranoia. Der Alptraum beginnt…

„Evernight“ weckt nicht nur düstere Bilder und Assoziationen, sondern ist auch der Titel des vierten Studiowerks der finnischen Fantasy Metaller von „Battlelore“ (FIN). Ganz der Tradition der Band entsprechend, stammt auch diese „Ewignacht“ aus dem fantastischen Kosmos von Kult Autor J.R.R.Tolkien. Die mittelerdischen Erzählungen der Formation folgen ganz der im Titel verborgenen Gefühlslage, sind dabei aber melancholischer und düsterer als jemals zuvor. Auf musikalischer Ebene ist diese Platte enorm vielschichtig, trotz der düsteren Stimmung in den Texten, steckt eine besondere Magie in den Songs. Es gibt vier Songs auf dem Album, die durch eine durchgehende Geschichte miteinander verwoben sind, der Bonus Track „The Tale of the Downfall“, ist der fünfte Teil dazu, der die gesamte Story in einem Stück erzählt. Die Emotionen und Gefühle wechseln beim Hörer sehr schnell, erzählen vom Ende einer Ära ohne dabei zu deutliche Hinweise auf Mittelerde zu geben. Mit Battlelore werden wir also gedanklich zum WGT in Richtung Mittelerde entführet und bleiben doch fest im hier und jetzt verankert, ein mit Sicherheit spannendes Konzert!

Nach längerer Abstinenz ist Chris Pohl dieses Jahr mit „Blutengel“ (D) endlich wieder auf dem WGT zu genießen. 1999 begann Chris Pohl auf dem Debütalbum „Child of Glass“ sexuelle Thematiken effektvoll durch männlichen/weiblichen Wechselgesang in Szene zu setzen. Der meist verzerrte Gesang von Chris und den beiden weiblichen Counterparts sorgten für Abwechslung auf dem Album, das bereits mit „Beauty of Suffering“ und „Weg zu mir“ gleich zwei starke Clubhits zu bieten hatte. Auf dem nachfolgenden Album „Seelenschmerz“ machte sich ein etwas opulenterer Sound bemerkbar, der bereits das Orgel Intro „Welcome to the Suicide“ prägte und sich bei den Clubhits „Seelenschmerz“ und „Children of the Night“ fortsetzte. Besetzungswechsel in den weiblichen Gesangsparts wurden Gang und Gebe bei Blutengel, so dass Constanze Rudert die Gesangsparts des nächsten Albums übernimmt und später von Eva poelzig unterstützt wird. Mit dem 2002 veröffentlichten Album „Angel Dust“ hatten sich Blutengel als feste Szenegröße etabliert und enterten erstmals die Media Control Charts. Die Vampir Thematik mit ihren erotischen Komponenten wird stärker betont von Chris Pohl und findet Ausdruck in Songs wie „Vampire Romance I+II“. Auf ihrem aktuellen Album „Labyrinth“ geht es eher um die Irrungen und Wege durch das Leben, das sich einem oft als Labyrinth erscheint. Licht und Schatten liegen dicht beeinander, so dass das Album wie eine Achterbahn wirkt. Nach ausgeprägter Tour wird man die neuen Songs nun zum WGT live hören dürfen!

Was passiert, wenn man sich die klassisch schrägen Töne von L’ame Immortelle ausleiht und sie mit rauchiger und gebrochener Intensität von Nick Cave einsingt? Es entsteht etwas außergewöhnliches und genau das ist im Fall von „Chamber & Orchester“ (D) auch geschehen. Mark Testory, Mitglied von ASP, lieferte 2002 einen Überaschungsact, denn mit dem Sound von ASP hat Chamber nun absolut nichts zu tun. Chamber musizieren dunklen, glühenden Pop der durch gelungene Streicherpassagen angereichert wird. Textlich behält man sich immer ein Augenzwinkern bei, versprüht durchaus Sarkasmus, ohne aber gleich in Bösartigkeit zu verfallen. So wurde etwa in „The Ballad of the Half Brained Man“ ein G’stanzl verarbeitet, und der besungene sogar als zu dumm besungen sich selbst zu erschießen. Sind wir also gespannt, was uns diesmal in der düsteren Kammer erwartet!

Die 7 Franzosen unter dem klangvollen Namen „Collection d’arnell Andrea“ (F) sind dafür bekannt, akustische Instrumente wie Cello und Viola mit Gesang und Keyboards zu einer tiefdunklen Musik zu kombinieren. Sängerin Chloé singt ergreifend von alten Erinnerungen, vergessenen Landschaften und Emotionen, die den Hörer dem Alltag entziehen. Die Konzerte der Band sind immer etwas besonderes: Filme und Bilder werden auf eine riesige Leinwand projeziert und verstärken die optische Wirkung ihrer Bühnenshow zusätzlich.

Zu einer Ikone der Deathrock Szene zähle ich „Christian Death“ (USA), unzählige Bands haben sich diese Band als Vorbild genommen. 1979 unter dem Namen The Upsetters von dem 16 jährigen Roger Alan Painter alias Rozz Williams in Los Angeles gegründet, veröffentlicht man 1981 einen ersten Track bevor man 1982 das Debütalbum „Only Theatre of Pain“, das heutzutage ein Klassiker ist, veröffentlicht. Christian Death werden nicht zuletzt durch die charismatische Bühnenpräsenz ihres Sängers zu den Ikonen einer einer gerade aus dem Punk heraus gebildeten amerikanischen Deathrock Szene. Die Live Performances, unter Verwendung magischer Symbole, bisweilen auch Blut und Tierkadaver, werden oft versucht zu kopieren in den letzten Jahren und machen sie fast schon wieder zu einem Klischee. Nachdem Rozz Williams Valor Kand kennenlernt, steigt dessen Einflußim Songwriting enorm, was man den Alben „Cathastrophe Ballet“ (1984) und „Ashes“(1985) anhört, weniger rau aber dafür melodiöser kommen diese daher. Nach dem Weggang von Rozz Williams ist für viele Fans die Geschichte der Band hier beendet, dennoch veröffentlicht Valor in wechselnder Besetzung in den nächsten Jahren Konzeptalben. Inspiriert vom Black Metal der Folgejahre findet sich ab 2000 auch verstärkter Metal auf den Alben der Band, dennoch eine Hoffnung auf Wiederversöhnung mit Rozz Williams gibt es leider nicht, denn dieser beging am 1.4.1998 in seinem Apartment Selbstmord. Seither ist Valor der Mastermind der Band, bleibt also interessant, welche Einflüße sich diesmal erkennen lassen in der musikalischen Umsetzung!

Jedes Jahr erleben dieMittelalterfans zu Kaltenberg, unweit von München entfernt, ein besonderes Spektakel. Das Kaltenberger Ritterturnier ist das größte seiner Art in Europa und erlangte nicht zuletzt wegen seiner Haus- und Hofkapelle „Corvus Corax“ (D) einen hohen Bekanntheitsgrad. Seit ihrem Auftritt im Jahre 1993 zählen Corvus Corax zum festen Repertoire des Ritterturniers, denn die Jungs bieten mittelalterliche Musik in höchster Perfektion. Zeitgemäß interpretiert verarbeiten sie ihre Stücke und bringen ihre Hörerschaft in völlige Extase zu ihren Konzerten. Insbesondere für die Fans und Freunde der Musik von Corvus Corax wurde 2007 die CD „Kaltenberg anno MMVII“ zusammengestellt, auf der sich die 13 beliebtesten Lieder und Tänze der Gruppe befinden. Zusätzlich dazu sind „Hymnus Cantica“ – die offizielle Hymne des Turniers und der Titel „Is Nomine vacans“, exklusiv aus dem Soundtrack des Fantasy Rollenspiels Gothic 3 auf dieser CD. Ich freue mich sehr das Corvus Corax wieder zum WGT spielen werden!

Ebenfalls zu Ikonen der Electro – Szene rechne ich „Covenant“ (S), die sich 1994 in Helsingborg gegründet haben. Das Trio Eskil Simonsson, Joakim Montelius und Clas Nachmanson kombiniert von Anfang an Electro mit Dance Elementen. Das erste Album „dreams of cryotank“ von 1994 lässt vor allem in Schweden aufhorchen, während man mit dem zweiten „sequenzer“ den europaweiten Szene Einstieg schaffen. Das dritte Album „europa“ ruft mit seinen trocken cluborientierten Sounds zunächst geteilte Meinungen bei den Hörern hervor, erst nach längerer Zeit scheint man sich mit dem Werdegang der drei Herren angefreundet zu haben. Mit dem wachsenden Bekanntheitsgrad der Band kommt der Durchbruch auch in den USA, der treibende und tanzbare Beat kommt bei den Hörern in den Staaten genauso gut an wie in Europa. 2002 wurde Covenant mit großem Abstand zur Band des Jahres gewählt von der schwarzen Szene und unter den Top Ten Titeln der DAC waren nicht weniger als fünf Stücke von ihnen! Electrofans werden also zum WGT auch voll auf ihre Kosten kommen!

Ins Leben gerufen wurde die Elektro Formation „Cybork Attack“ (D) im Jahre 1995 und seitdem sind sie nicht mehr wegzudenken aus der EBM Szene. Sie stehen für eine gelungene Kombination von harten, elektronischen Rhytmen und Metalelementen. Thematisch setzt sich die Band mit der menschlichen Gier nach Macht und Konsum und den negativen Auswirkungen auseinander. Ausserdem läßt m,an der fiktion freien Lauf und verarbeitet die Bedrohung der Menscheit durch kybernetische Körper…

Endlich nach 4 Jahren Pause auf der Bühne des WGT sind die Herren Ackermann und Kramm mit „Das Ich“ (D) wieder live zu erleben! 1989 von den beiden Jungs aus Bayreuth gegründet, arbeitet das Duo in der Anfangszeit noch viel mit Oswald Henke zusammen, bis man sich Ende 1990 wieder trennt. Oswald Henke widmet sich verstärkt Goethes Erben und Ackermann und Kramm gehen in Das Ich auf. Bereits das erste Album „die propheten“ 1990 wird in der Szene ein Hit. „Gottes Tod“ und „Kain und Abel“ werden sofort Clubhits und sind es bis heute geblieben. Die Musik klingt vom Arrangement fast klassisch, gekrönt mit den krassen Texten von Stefan Ackermann mit zuweilen brachialen Metaphern. Das zweite Album „staub“ 1994 zeigt die Band musikalisch noch gereifter und so veröffentlicht man unter anderem 1997 ein Album mit dem Titel „Morgue“. Tiefgründig hat sich hier die Band mit Gedichten des Lyrikers Gottfried Benn (1886 – 1956) auseinandergesetzt, die dieser während des Ersten Weltkrieges im Leichenschauhaus geschrieben hatte. Monatelange Vorbereitung hat man sich auf die schwierigen Gedichte mit der nötigen Sensibilität vorbereitet. Zu ihrem aktuellen Album „Cabaret“schrieb ein Kollege nur: „Bruno Kramm ist der Fadenzieher, der Puppenführer der elektronischen Klangwelt von Das Ich. Stefan Ackermann wird wie eine aufgezogene Marionette von ihm geführt und gelenkt, dennoch weiß Bruno Kramm, das dieser kleine Mann mit dem Irokesenschnitt ausbrechen, und aus vollster Seele rufen wird ‚wann kommt die Welt zum atmen?’ Und sowohl ihn wie die Fans anklagend, werden wir uns schuldig bekennen und Gottes Tod verkünden müssen!“ Lasst uns also nach dem Destillat verlangen!

Anfangs als skurriles Nebenprojekt der umstrittenen Punkband OHL (Oberste Heeresleitung) wurde „Der Fluch“ (D) 1981 in Leverkusen gegründet. Noch immer hat die Band absoluten Kultstatus in der Punk- und Batcaveszene. Ihre ersten beiden Veröffentlichungen erscheinen Anfang der 80er Jahre auf dem Brühler Rock – O- Rama Label, das sich danach von Punkbands abwandte und fortan unzählige Nazi Bands herausbrachte. Animiert von dem nicht abreißenden Kult um seine Band, reanimierte Sänger Deutscher W. Mitte der 90er Jahre das Projekt mit anderen Musikern. Die neueren Veröffentlichungen sind erwartungsgemäß nicht mehr so dilletantisch aufgenommen und zeigen neben Gothic Elementen auch Metal Einflüße mit auf.

„Die Krupps“ (D) werden in einem Atemzug mit Pionieren der elektronischen Musik, wie etwa „Kraftwerk“, genannt. Bands wie „Nitzer Ebb“ und „Front 242“ nennen sie gar als Vorbilder. In fast 28 Jahren haben sie eine innovative und dabei unverkennbare Handschrift entwickelt, die synthetische Klänge mit extrem tanzbaren Beats verknüpft. Es entsteht ein hoher Wiedererkennungswert der Stücke, die live auf Metallrohren, Synthesizern, Gitarren und Schlagzeug gespielt werden und somit für außergewöhnliche Bühnenelemente sorgen. Kaltes Gitarrengewitter und kraftvoller Gesang sind das I – Tüpfelchen das es dann perfekt macht! Es lohnt sich sicher live zum WGT zu sehen, ich hatte das Vergnügen hier in München letztes Jahr und war trotz des Umstandes, dass ich nicht so sehr der Elektrohörer bin, sehr angetan, nicht zuletzt oder gerade wegen der immensen Livepräsens!

Unter dem Namen „Erben der Schöpfung“ begann die liechtensteiner – schweizer Formation „ELIS“ (FL) um Frontfrau Sabine Düster (verstorben) ihre Laufbahn. Man veröffentlicht 2001 die erste Single „Elis“ und das Album „Twilight“ um sich damit in die Herzen der Gothic Metal Fans zu spielen. Der Spannungsbogen der Musik reicht von glasklaren Gesängen über scharfe Gitarrenattacken bis hin zu treibenden Beats und Rhytmen. Man spielt unter anderem auf dem WGT und konnte sich auch in den DAC Charts behaupten. Produzent der Band ist kein geringerer als Alexander Krull (Atrocity) der mit seinen beiden anderen Bands ja Erfahrung im Metallbereich hat. „God’s Silence, Devil’s Temptation!“ ist mit wuchtigem Sound versehen wurden, was der Band den Plattenvertrag mit Napalm Records einbrachte. Plötzlich trifft ein Schicksalsschlag die Band, der Schock sitzt tief. Frontsängerin Sabine Düster kam ums Leben. Lange war dannach unklar, ob und wie es mit Elis weitergehen sollte, bis man schließlich nach einer neuen Sängerin begann zu suchen und auch Sabine zu Ehren das Kind wieder belebt hat. Mit großem Erfolg!

Eigentlich war es ja um das Quintett „End of green“ (D) seit 2005 etwas ruhig geworden, kam doch bislang kein neues heraus. Nur Frontsänger Michelle Darkness lieferte sein Soloalbum ab, um so erfreulicher, dass er nun wieder mit seinen Jungs die WGT Bühne entert. Die Band zieht ihre musikalischen und textlichen Qualitäten mit Vorliebe aus den Niederungen des alltäglichen Wahnsinns um sie herum. Mit ihrem letzten Longplayer „dead end dreaming“ luden die Jungs erneut ein zu einer Achterbahnfahrt der tiefsten Abgründe ein. Es geht um Hoffnungslosigkeit, Scheitern, Entfremdung, Wut aber auch Euphorie und Entschlossenheit in ihren Texten, die stilistisch sich zwischen Metal, Gothrock und Indiecharme bewegen. Manch einer mag hier jetzt die pure Melancholie und Trübniss vermuten, doch dem ist live weit gefehlt. Erstens klingt es gut und lebendig trotz aller Bösartigkeit dabei und zweitens entwickeln die Live Konzerte einen totallen Charme, nicht zuletzt durch den charismatischen Michelle Darkness, da die Musiker wirklich alles geben dafür und sichtlichen Spaß haben dabei. Ich freu mich auf euch Jungs!

Nach längerer Live Abstinenz zum WGT sind in diesem Jahr „Escape with Romeo“ (D) wieder mit dabei. Gegründet wurde die Band bereits 1989 von dem Rundfunkjournalisten Thomas Elbern, der bereits vorher bei Pink Turns Blue mitspielte. Schon im selben Jahr veröffentlicht die poppige Wave Band ihr selbstbetiteltes Debütalbum inklusive des Clubhits „Somebody“. Die ersten erfolgreichen Konzerte folgen kurz dannach, bis man 1991 das zweite Album „autumn on venus“ nachlegt. Als 1994 die Doppel – CD „like eyes in the sunshine“ erscheint, hat man bereits eine ausgedehnte Tour durch Dtl. und Europa hinter sich. Das schlägt sich in den Verkaufszahlen des Albums wieder, denn innerhalb von nur 3 Monaten ist das Album ausverkauft. Die Beliebtheit hat in den Jahren nur noch zugenommen und so freu ich mich, sie dieses Jahr wieder live erleben zu können!

Die Band „F.O.D.“ (D) wurde aus „farout“ und „d.o.d“ gegründet, die Fusion beider Bands erwies sich als Kernschmelze. Erstmals in der Geschichte der elektronischen deutschen Musik wurden EBM und Dance zu einer neuen musikalischen Richtung vereint: eXcess Dance nennt sich der Stil. Eigentlich war alles nur als Studioprojekt geplant, traten sie dann doch 2002 erstmals live auf und wurde auch promt zur besten sächsischen Formation gewählt. Engagiert durch die Bundeswehr begeisterten sie auch schon Soldaten der KFOR und Bevölkerung im Kosovo. Im Mai weniger militantes Publikum, dafür aber umso mehr dunkles Volk!

Regelmäßige Gäste des WGT sind die Jungs und Mädels der deutschen Paganfolk/Mittelalterband „Faun“ (D). 3 Jahre ist es her, dass man mit der CD „Renaissance“ in Deutschland und den Niederlanden Fans mittelalterlichen Liedgutes zu überzeugen wußte. Am 16.2.2007 erschien mit „Totem“ das wohl düsterste Werk von Faun bisher. Die größtenteils eigenen deutschen Texte entführen den Hörer in eine mittelalterliche, mystische Klanglandschaft und lassen dabei Bilder von Anmut und Magie vor dem inneren Auge erscheinen. Das besondere an Faun stellt für mich die Verschmelzung von mittelalterlichen Instrumenten, filigranen Gesängen und archaischen Beats dar. Damit sind sie glücklicherweise weit ab vom Einheitsbrei der „Mittelalterdudler“, obwohl auch sie mit Dudelsack, Harfe, Laute und diversem Schlagwerk arbeiten. Letztes Jahr durfte Oliver Satyr ASP bei ihrem Akustikkonzert in der Kuppelhalle begleiten, dieses Jahr begeistert er mit der ganzen Besetzung wieder einmal!

Anfang der Neunziger Jahre wurde „Götterdämmerung“ (NL) gegründet. Mit Richard Wagner haben die Jungs nichts gemein, dafür verbinden die Niederländer Gothic Rock, Postpunk und Noize zu einem geilen Soundteppich. Wer sich an The Sister of Mercy erinnert fühlt, oder auch an Sonic Youth sogar, der ist mitten drin in der rauschenden musikalischen Mischung er Götterdämmerung. „Gothic Rock der Alten Schule“ als Bezeichnung passt auf diese Band perfekt!

Seit 1999 bereichert „Gothminister“ (N) aus Norwegen die Undergroundszene Norwegens. Von der ersten Stunde an, sorgte er bereits für beträchtliches Aufsehen – nicht zuletzt dank seiner Botschaft: „Happiness is Darkness“, die sein Publikum dazu auffordert, sich mit den dunklen Seiten seiner Persönlichkeit auseinanderzusetzen und Kreativität aus dem Unbekannten zu schöpfen. Die Bühnenauftritte sind ein Crossover von Darkrock und Performance Theater.

Die mexikanische Elektro Legende „Hocico“ (Mex) schafft es wie keine andere Formation Haß und geballte Aggression musikalisch umzusetzen. Dem Hörer wird pure Energie um die Ohren geschleudert, so daß es vielleicht nicht verwundert, daß weder Erk noch Rasco der Speerspitzenplatz innerhalb der Szene abgesprochen wird. Die Musik der Mexikaner überrollt den Hörer mit der emotionalen Wucht einer Tsunamiwelle, die schon von weitem schreit, daß man sich ihr hingeben soll. Hocico treffen den Hörer, reißen ihn mit, machen ihn zuweilen mit aggressiv und lassen ihn mit den ausgelösten Emotionen allein, emotionale Wechselbäder sind vorprogrammiert. Als ich 2005 Hocico in der Agra – Halle erleben konnte, war ich hinterher völlig ausgelaugt, vom tanzen einerseits und von der erzeugten Stimmung anderseits! Ohrstöpsel sind meines Erachtens Pflicht bei diesem Konzert und dannach etwas Ruhe für sich selbst!

„In Mitra Medusa Inri“ (D) werden uns ebenfalls zum WGT mit einem Auftritt beglücken. Die deutsche mittelalterlich – romantische Gothic Rock Band wurde von keinem geringeren als Bruno Kramm entdeckt, gefördert und letztlich auch auf seinem Label produziert. Gegründet hat sich die Band 1992, aber nach drei Jahren trennt sie sich ganz plötzlich wieder.
1996 startet man einen zweiten Anlauf, jedoch nach dem vielversprechenden Debütalbum „long forgotten world“ zerbricht die Band erneut. Holger und Michael initiieren das Projekt „My Personal Countdown“, einzig Sänger Volker Rohde führt die Band weiter und veröffentlicht das zweite Album, die musikalisch sehr ausgereifte CD „commedia del arte“ Danach löst er sich aber vonder Band, so dass sie nun erneut von Holger und Michael weitergetragen wird. 2001 wird von der neuen Formation zunächst eine 5 Track Maxi vorgelegt. Allerdings hatte die Band keinen Plattenvertrag in der Tasche, so kam in Eigenregie 2002 das Album „dreams“ heraus, dass dunkelromantische Töne anschlägt und den Hörer auf eine intensive Reise in eine Zwischenwelt mitnimmt. Man darf gespannt sein!

Seit 1991 sind „Inade“ (D) aktiv und im Laufe der Jahre durch zahlreiche Veröffentlichungen und weltweite Konzerte zum Inbegriff für qualitativ hochwertigen Dark Ambient geworden. Ihr monumentaler und vielschichtiger Klangteppich fungiert als Echolot in Räumen von unergründlicher Tiefe heißt es. Da das immer supjektiv wahrgenommen wird, kann ich nur feststellen, dass die erzeugte Athmosphäre von erdrückender Intensität und hinterläßt beim Hörer einen schönen Widerhall im Bewußtsein. Garantiert ein un unvergeßliches Konzert!

Mit ihrem Debütalbum „holy beauty“ konnten „Jesus on Extasy“ (D) vor fast einem Jahr den Traum eines Newcomers des Jahres leben, denn ihnen war als gerade erst gegründeter Band der Start von 0 auf 100 mit guter Plattenfirmenunterstützung und gut besuchten Auftritten geglückt. Das letzte Jahr beschreibt die Band selber als eine große Achterbahnfahrt, denn man war gleich auf Magazincovern, wurde als Newcomer gefeiert und hat auf riesigen Festivals gespielt. Doch das alles hatte auch Schattenseiten, schnell kamen die ersten Neider und Kritiker daher und versuchten Ihnen ihren Erfolg madig zu machen. Eine gesunde Portion Selbstbewußtsein hat ihnen dabei geholfen hier nicht zu verzweifeln, sondern sich kraftvoll an ein neues Album zu wagen. Die vielen Eindrücke des letzten Jahres mussten einfach verarbeitet werden, sonst hätten sie die Band vielleicht erdrückt, meint Frontsänger Dorian. Am 2. Mai wird das neue Album erscheinen, woraus wir zum WGT wohl viel neues zu hören bekommen werden!

Die Band „Knifeladder“ (GB) haben für sich eine Nische in der Industrialszene Großbritanniens belegt. Der sich daraus ergebende Sound ist ein organischer Hybrid aus hartem Schlagwerk und klassischen Industrial Klängen, untersetzt von elektronischen Loops, Baßgitarre und volkstypischen Instrumentierungen, um eine neue Art apokalyptischer Musik zu schaffen.

„Lake of Tears“ (S ) aus Böras in Schweden wurden 1992 von den Mitgliedern der Death Metal Formation „Carnal Eruption“ und „Forsaken“ ins Leben gerufen. Nach ihrem 1993 entstandenen Demo und ihrem Debüt im selben Jahr spielten sie auf mehreren Tourneen mit „Tiamat“, „Crematory“ oder „The Gathering“. Durch zahlreiche akustische Einlagen auf ihren Alben, lassen sie eine melancholische Atmosphäre entstehen. Es fehlen aber natürlich nicht die fetten Metalkracher, für die ihre Fans sie lieben!

Die junge Formation „Love’s Labour’s Lost“ (D) aus Mainz vermischen in ihrer Musik klassische Elemente mit denen des Punk und des Wave zu ihrem ganz eigenen Gothic – Rock Stil. Die düstere Stimmung wird melodiös durch eine Bratsche ergänzt, die einen sanften Klangteppich schafft und den Liedern zu ihrer Entfaltung verhilft.

Electro aus Griechenland wird uns von den Damen von „Marsheaux“ (GR) erwarten. Der Bandname weckt zunächst frankophile Assoziationen, hat aber mit der fast gleichnamigen Schauspielerin nichts zu tun, sondern ist eine Wortschöpfung aus den Vornamen der beiden Damen Marianthi und Sophie. 2003 wurde die Band in Thessaloniki gegründet und begannen ihre Karriere zunächst mit einer Coverversion des Synthie Industrials „popcorn“ von Hot Butter. Zwar hatte man noch kein eigenes Label, aber der Song mauserte sich in Griechenland zum respektablen Radiohit. Schließlich wird das Indie Label Undo Records auf die Mädels aufmerksam,und so erspielt sich die Band eine stetig wachsende Fangemeinde. 2004 erscheint ihr Debütalbum „e-bay queen“, dass unter Beweis stellte, dass das Duo auch nicht minder gute eigene Lieder schreibt. Ende 2006 folgt mit „peek a boo“ Album Nummer 2, randvoll mit Electro Pop – Songs, die etwa Client oder Ladytron nicht besser hätten einfallen können. Deswegen Augen und Ohren auf für Marsheaux zum WGT! Die Band „Mesh“ (D) gründeten sich im Jahr 2006 und präsentieren seither intelligente und packende Popmusik par excellence. Sie spannen dabei einen enorm weiten Bogen von klassischen, teils Wave beeinflußten Klangmalereien bis hin zu modernsten Arrangements. An anderer Stelle kann man stilistische Gemeinsamkeiten mit U2 erkennen. Besonders aber geht der Gesang ganz tief und verströmt wohlige Wärme im Publikum!

Das Schweizer Quartett „Metallspürhunde“ (CH) benannten sich nach den Minensuchhunden des Vietnamkrieges. Musikalisch balancieren sie spielerisch zwischen dem elektronischen Klang der 80er Jahre und den rockigeren Gitarrenhaken der Industrial – Ära. Der markante Sprechgesang und die obendrein kritischen, anprangernden Texte tun ihr übriges dabei. Im Übrigen: Der „Konzertauftritt“ der Hunde, angeführt von Frontmann Michel, ist ein wahrer Hingucker!

Vor über 26 Jahren wurde die Band „Pankow“ (I) gegründet, jene deutsch – italienische Indtustrial – EBM Kapelle, die Mitte der 80er Jahre von Alex Spalck und Maurizio Fasolo ins Leben gerufen wurde. Vor allem in den frühen Achtzigern durften Pankow mit ihren unkonventionellen Ergüssen jede Menge Lorbeeren einheimsen. „freiheit für die sklaven“, „kunst und wahnsinn“ und „gisela“ hießen zum Beispiel drei ihrer Veröffentlichungen der Spätachtziger. In den frühen Neunzigern war es erst einmal vorbei mit der Herrlichkeit: Alex siedelte nach Australien, damit lag Pankow brach. Seit 2006 brodelte es jedoch wieder in der Gerüchteküche um die Band und tatsächlich hate man sicxh trotz der Distanz wieder zusammengerauft. Im letzten Jahr erschien mit „great minds against themselves“ eine neue aufregende Scheibe von experimentellem Industrial. „Wut ist das wichtigste Thema der ganzen Platte.Ein persönliches Anliegen vonmir: Mit Zornesrufen zu versuchen, Leute aufzurütteln“, sagt Alex Spanck. Hoffen wir das das der Band zum WGT gelingt!

Die Musik von „Persephone“ (D) in einem Wort zusammenzufassen ist fast unmöglich. Zu verschieden sind ihre Songs und zu vielseitig die Stimmungen die besungen werden. Die Stimmgewalt von Sonja Kraushofer entführt den Zuhörer in ihre ganz eigene Welt. Seit ihrem Debütalbum „home“ 2002 haben sie sich permanent weiterentwickelt. Handeln jene Songs von Ruhe und Erlösung, folgen die Alben „atma gyan“ und „mera sangeet kho gaya“ einem Konzept. Ihr aktuelles Album „letters to a stranger“ 2007 überrascht einmal mehr durch die musikalische Vielseitigkeit, so hat man sogar ganze Stücke für Orchester arrangiert. Hochromantisch, dynamisch und tiefgründig sind auch die Konzerte der Band, die normalerweise auf Burgen, Schlössern, in Kirchen oder Museen stattfinden. Das Publikum wird dank Sonjas Stimme, sowie Cello, Kontrabaß und Percussions zu aufmerksamen Zuhörern gemacht – gefangen in der Welt von Persephone.

Ganz ungeachtet der unterschiedlichen musikalischen Wurzeln zwischen Folk und Metal finden sich im Jahr 2000 sieben junge Musiker zusammen, die eines gemeinsam haben: die Liebe zur Musik des Mittelalters. „Saltatio Mortis“ (D), die Totentänzer, schicken sich an, mit mitreißenden Klängen und dem Motto „wer tanzt, stirbt nicht“ die Herzen des Publikums im Sturm zu erobern. Rein akustisch mit Sackpfeifen und Trommeln, aber auch elektronisch verstärkt steigen sie „Aus der Asche“ um die neuen Stücke auch mit neuer Besetzung zu präsentieren!

1996 als Soloprojekt ins Leben gerufen, zählen „Samsas Traum“ (D) als eine der kuriosesten Gruppen der Gothicszene in Deutschland. Musikalisch eine Mischung aus Metal, Gothic, Industrial und Neoklassik erreichten sie schon sämtliche Stadien des Erfolges. Von Ächtung bis zur Heiligsprechung war alles schon da. 2006 zuletzt zum WGT, sind sie zwei Jahre später wieder einmal live zu bewundern!
„Tactical Sekt“ (USA) stellen eine perfekte Symbiose aus hartem EBM und technoiden Einflüssen her. Stampfende Beats dominieren das Klangbild und bilden eine solide Grundlage. Überraschende Breaks und griffige Melodien runden das in sich geschlossene Klangwerk harmonisch ab. Zusammen mit provokanten Samples sowie den verzerrten, aggresiv dargebotenen Gesang entsteht so ein Spiegel der Gesellschaft der düsteren Sorte..

Seit 1997 bereichert die Formation „The Old Dead Tree“ (F) aus Frankreich die europäische Metal Szene mit ihrem einzigartigen Stil, der extremen Metal, Düster-Rock und Pop miteinander verschmelzen läßt. Akzentuiert von der typischen Stimme von Sänger Manuel, der mühelos von Stil zu Stil gleitet, geht live der Metal ab!

Die treibende Kraft hinter „The Superheroines“ (USA) ist die Death Rock Ikone Eva O., die mit diesem Trio Anfang der 80er Jahre "n der Westküstenszene ihre ersten Erfolge feierte. „cry for help“ hieß das Debütalbum und hat bis heute Kultstatus. Lange Zeit wurde das Trio dann auf Eis gelegt, da Eva O. Rozz Williams kennenlernte und sich mit ihm erst verstärkter Christian Death und dann ihrem gemeinsamen Shadow Project zuwendeten. Nach dem Freitod von Rozz entstand der Wunsch das Trio wieder zu beleben. Heute spielt die Band in erster Linie Stücke ihres ersten Albums, stilistisch Death Rock. Bereits im letzten Jahr spielten sie in der Agra Halle, jedoch war das ein hundsmiserables Konzert. Die Agra Halle war an sich gut gefüllt, jedoch wurden die Songs einfach nur runtergespielt, so als hätte man gar keinen Elan und Spaß daran diese ans Publikum zu vermitteln. Wirklich sehr schade, aber wenn sie dieses Jahr nicht live was besseres präsentieren, kann ich ehrlicherweise nur raten, das WGT dieser Band nicht wieder als Spielort zu geben!

Auch dieses Jahr ist der Graf und damit „Unheilig“ (D) wieder am Start. Überzeugen kann der charismatische Frontmann durch eine facettenreiche Mischung von Elektro – Rock – Titeln, die manchmal tanzbar, manchmal balladesk und manchmal einfach nur rockig in die Gehörgänge gehen. Deutsche Texte mit der unverkennbaren tiefen und markanten Stimme des Grafen sowie sein Auftreten und die natürliche Ausstrahlung machen Unheilig zu einem der charismatischten Künstler in Deutschland. Live wird er uns Stücke aus seinem aktuellen Album „Puppenspiel“ präsentieren, ein Album, dass wie ich finde keinen einzigen schlechten Song enthält. Möglicherweise könnte man es auch als das Beste bislang bezeichnen, aber ich geb zu das wird jeder anders betrachten!

1990 wurde „Welle: Erdball“ (D) gegründet, ein origennels Projekt, das sich der Wiederbelebung der Neuen Deutschen Welle verschrieben hat. Zur Produktion authentischer Töne benutzt die Band einen Commodore 64 und setzt diesen auch in Live Konzerten ein. Die meisten Texte sind recht humorvoll und zeigen, dass sich die Band selbst nicht so ernst nimmt. Man darf gespannt sein, was uns diesmal live erwartet!

Hiermit endet unser Highlightsbericht vom 17. Wave Gotik Treffen. Wir wünschen allen Besuchern ganz viel Spaß dieses Jahr und freuen uns darauf, Freunde, Bekannte, befreundete Musiker und Pressekollegen wieder in Leipzig zu begrüßen! Carpe Noctem!

Euer Maximilian Nitzschke (Maximilian Nitzschke)

COMPILATION - The Music Remains The Same


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Locomotive Music

Nach dem Led Zeppelin-Song „The Song Remains The Same“ wurde dieses Album benannt und es stellt sich auch schon sofort heraus, dass es sich hierbei um ein Tribut-Album handelt. Der Titel passt ganz gut, denn die Bands auf dieser CD spielen die Stücke der altehrwürdigen Rocker relativ originalgetreu nach, was den Sinn von Coverversionen ein wenig in Frage stellt, sollte man doch zusehen, nicht einfach nur nachzuspielen, sondern eine eigene Note und/oder Inspiration hineinzubringen. Die Liste der enthaltenen Bands liest sich fast ein bisschen wie ein Who Is Who des Metalbereiches, wie zum Beispiel GRAVE DIGGER, WHITE SKULL, PRIMAL FEAR, ja auch die gute DORO ist enthalten. Trotzdem halten sich diese etwas härteren Bands ziemlich genau an die Originale. Weiterhin dabei sind ANGRA, BLAZE, ELEGY, TIERRA SANTA, MASTERPLAN, das CONSORTIUM PROJECT, MÄGO DE OZ und AXXIS. (H.H.)

COMPILATION - The Nature Of Mother Dance


Erstveröffentlichung: CD / 4th Dimension / Nova Tekk

The booking agency ""Mother Dance"" has a very special band program, mostly dedicated to bands with female singers and often with a direction on Pagan tradition. On this compilation are some of the artists involved like FAITH AND THE MUSE, GITANE DEMONE, EVA O./SHADOW PROJECT (the inheritance of the early Christian Death), MOTHER DESTRUCTION (really danceable) and ORDO EQUITUM SOLIS, only to name the most prominent. We also find one of my all time favourite bands ATARAXIA and less known bands like HAGALAZ RUNEDANCE, CYBELE, MORBUS KITAHARA, HEKATE, ARCANA. YASNAIA and TRIO NOIR (which are all not totally newcomers, of course!). Most of the tracks and versions are unreleased and the artwork of the cover (done by Monica Richards of FAITH AND THE MUSE) is really fantastic, so that you get a very worthy release for your money. If you like Gothic-Rock and Neo-Folk with some Pagan-, Classic- and Wave-influences, you are right here. Simply a wonderful compilation. (A.P.)

COMPILATION - The Reincarnation Of The Sun


Erstveröffentlichung: CD 1994 / Dunkel Prod.

Hier handelt es sich um die neueste Produktion aus dem Hause Dunkel Prod, ein Sampler, der Techno, Industrial und Metal vereinigt, aber nicht nacheinander, sondern gleichzeitig. Teilweise erinnern die Bands an Crossover-Experten wie Ministry (wohl sowieso die führende Band dieses Genres). Besonders betroffen davon sind RED HARVEST, die mit drei hammerharten Stücken vertreten sind, von denen keines ansatz­weise enttäuscht! ANSTALT tritt in die gleichen Fußstapfen, ebenfalls einfach bombig und noch elektronischer. Dann kommt leider die Ent­täuschung dieser CD: Drei Songs einer grausam schlechten Bombast-Rockband namens VALHALL. Schnell vergessen und durch vier Volltreffer ins Gehör durch DUNKELHEIT wieder gut gemacht. Einfach stark! Dann wird es etwas spaciger und ein wenig mehr EBMiger mit REMYL, vergleichbar eventuell mit Skinny Puppy, ebenfalls prima produziert. PILEDRIVER verstehen, den Zuhörer mit einer Klischee-Metalstimme zu verschrecken, aber gleichzeitig mit Elektronik-Punkmusik doch das Entzücken und das Headbangen des Zuhörers wiederzuergattem. Dann folgt ein Stück, das wirklich gut als Closener der CD geeignet ist, was aber nicht heißen soll, daß es schlecht ist, Gegenteil. Es geht über 10 Minuten und ist von HUMID. Das Beste ist, man schaltet seinen CD-Player auf Repeat und ergibt sich einfach dieser genialen Musik (und programmiert ihn gleich so, daß VALHALL übersprungen werden). Der Kauf dieser CD ist unerläßlich. (H.H.)

COMPILATION - The Sound & The Fury 2


Erstveröffentlichung: CD / Nois-O-Lution

Zehn Jahre ist es her, daß der erste Teil von ""The Sound & The Fury"" erschienen ist. Der Sampler hat deutsche Bands vorgestellt, die sogenannten alternativen Rock spielen, etwas, was bis dahin noch nicht so selbstverständlich war. Heute ist es zehn Jahre später und man ist auch heute noch anscheinend der Meinung, daß deutsche Rockbands mit englischen Texten hinter den internationalen rangieren. Das dem nicht so ist und daß man Musik nach Musik und nicht nach Herkunft beurteilen sollte, versucht der zweite Teil wieder zu sagen. Mir persönlich ist es sicherlich auch egal, woher die Bands kommen, oftmals weiß man das bei englischsprachigen Rockbands ja auch gar nicht. ""The Sound And The Fury 2"" versucht also einen kleinen Überblick zu verschaffen und das nicht nur mit Bands, die beim Gitarren-Label NOIS-O-LUTION erschienen sind, sondern bei vielen weiteren Firmen. Ich zähl jetzt einfach mal ein paar Bands auf, die allgemein als empfehlenswert gelten und auch meine persönlichen Lieblingsbands des Samplers: NOTWIST, die man wohl sowieso kennen dürfte, SHARON STONEDdie sich mit einem wunderschönen Stück auf ewig in mein Herz geschlichen haben, SUN mit einem kraftvollen Powerrocksong, SLICK, über deren CD wir im letzten Heft berichtet haben, LOCUST FUDGE, die mit elektronischen Effekten ihren Song aufpeppen, SLUT und HIP YOUNG THINGS mit je einem schönen Gitarrenpopsong, MUSTANG FORD mit einem dichten Monumentalgitarrenteppich, die schnellen und krachigen SEE YA!, die elektronisch aufgepeppten DESMOND Q. HIRNCH, die zudem noch fast tanzbar sind, die düsteren KILLED ON X-MAS sowie noch eine handvoll weiterer Bands. Gesamt sind 19 Kapellen vertreten. Ich muß zum Abschluß noch sagen, daß ich allgemein eigentlich gar nicht so ein Rockfan bin, wenn es sich so um Sachen wie Faith No More, Pearl Jam und so weiter handelt. Ich muß hierbei schon fast wirklich sagen, daß viele der deutschen Rockbands mehr Eigenständigkeit und innovative Ideen haben, als eben jene Rockgrößen. Und dieser Sampler hat mich auch ernsthaft überrascht und definiert für mich das Wort Rock wieder neu, denn Rock muß nicht ""Smoke On The Water"" oder ""Knockin´ On Heaven´s Door"" bedeuten, wo sich mir immer Magen umdreht, sondern kann auch heute noch jung, frisch, innovativ und ideenvoll sein. (H.H.)

COMPILATION - Thorak


Erstveröffentlichung: CD / VAWS

Mir ist bewußt, daß ich mich mit der Besprechung dieses Nachfolgesamplers zur „Riefenstahl""-Compilation, die mehr als umstritten, aber wohl gerade deshalb so erfolgreich ist, auf gefährliches Terrain begebe. Natürlich ist mir klar, daß VAWS mehr als fragwürdige Produkte vertreibt und vielleicht nicht ganz zu unrecht in ein ziemlich rechtslastiges Umfeld gestellt wird. Wer mich kennt und das BACK AGAIN einigermaßen regelmäßig gelesen hat, weiß aber auch, daß ich von ganzem Herzen antifaschistisch eingestellt bin und mit Sicherheit weit davon entfernt bin, irgendwelche rechten Aktivitäten zu unterstützen. Eigentlich ist es schon traurig, dieses bei der Besprechung einer Musik-CD vorwegstellen zu müssen, aber hier läßt es sich leider nicht vermeiden.
Ich beschränke mich hier also auf die Musik dieser CD, die dem bildenden Künstler Josef Thorak gewidmet ist und , um es vorwegzunehmen, weder im Artwork, noch im Booklet, noch in der Musik faschistische Elemente enthält, obwohl die Werke von Thorak auch von dem braunen Regime Hitlers benutzt wurden. Die Skulpturen Thorak´s erinnern häufig an römische oder griechische Statuen. Auch die beiden „Sympathy For The Devil""-Maxis von Laibach haben als Cover vergleichbare Werke, vielleicht sind es sogar Werke von Thorak, das ist auf den Covers leider nicht vermerkt. Ich weiß nichts weiter über diesen Künstler und eigentlich interessiert es mich auch nicht besonders, da mir die wenigen Werke, die ich von Bildern kenne, nicht besonders gefallen.
Natürlich sind auch auf der musikalischen Seite wieder einige Bands vertreten, die einen recht zwiespältigen Ruf genießen, dennoch aber zum Teil recht erfolgreich sind, namentlich DEATH IN JUNE, FORTHCOMING FIRE, VON THRONSTAHL oder TURBUND STURMWERK.
Alle vorhandenen Lieder sind nach Werken von Thorak benannt und auch die musikalische Welt ist in sich geschlossen, wie man es vión einem Konzeptwerk erwartet. Gleich zu Anfang findet sich das Meisterwerk dieses Samplers, nämlich „Der Letzte Flug"" von STALINGRAD, welche unüberhörbar aus dem Kirlian Camera Umfeld stammen. Dieses Instrumentalstück ist tief bewegend und nimmt viel von dem monumentalen Soundtrack-Charakter vorweg, der den ganzen Sampler durchziehen wird. Mit Worten wird gegeizt, vieles ist instrumental oder nur mit wenigen bedeutungsschwangeren Worten unterlegt. Unbekanntes gibt es von FORTHCOMING FIRE zu hören die sich hier allerdings auch von ihrem sonstigen Sound entfernen. Sehr gelungen ist der rhytmische Beitrag von KARCERAL FLESH aus Frankreich, schon lange einer meiner favorisierten Acts aus unserem südwestlichen Nachbarland. Etwas suspekt kommen mir EGOAEDES aus Berlin vor, die vom ganzen Artwork her („Edition Europakreuz"", CD-Titel „Triumph des Willens"", Titel „Kameradschaft"" etc.) doch zumindest fragwürdig erscheinen, sollte das ganze jedoch als Provokation gemeint sein, so laßt euch gesagt sein, daß dies spätestens seid Sid Vicious mit Hakenkreuz-T-Shirt aufgetreten ist, völlig überholt ist. Der Samplerbeitrag „Kameradschaft"" ist jedoch von so erbärmlicher Soundqualität, daß er keinen größeren Schaden bei politisch noch unentschlossenen Hörern anrichten dürfte.
Gewohnt interessante Sound bieten auch die Italiener NEAR DEATH EXPERIENCE und ANDROMEDA COMPLEX, etwas aus dem musikalischen Rahmen fallen die Litauer SIELA, gut wie immer sind JACK OR JIVE. Insgesamt also eine musikalisch sehr gute CD, die sich klanglich häufig irgendwo zwischen In The Nursery und alten Laibach bewegt. Und, um es zum Abschluß nochmal konkret auf den Punkt zu bringen: würde diese CD bei einem weniger fragwürdigen Label als VAWS erscheinen, würde kein Sittenwächter den beteiligten Gruppen „rechte Gesinnung"" vorwerfen, wie es hier leider wieder passieren wird. Hoffentlich ist diesmal keine Band so dumm und distanziert sich im nachhinein von diesem Sampler, wie es PP? beim „Riefenstahl""-Teil gemacht haben. Die Ausrede „...aber wir wußten ja nicht..."" zieht absolut nicht mehr, entweder man informiert sich vorher über die inhaltliche Konzeption des Werkes oder man macht gar nicht erst mit. Um jeden Preis auf einen Sampler kommen zu wollen und hinterher jammern lasse ich nicht gelten (sorry Chicken!). (A.P.)

COMPILATION - Timisoara Underground Festival Vol. 4


Erstveröffentlichung: MC 2000 / Htonian Records

Auf diesem Sampler befinden sich Liveaufnahmen einiger Bands die beim Underground Timisoara Festival (einziges „Underground“-Festival in Rumänien, jedes Jahr am letzten Märzwochenende; www.ugtm.go.ro ) aufgetreten sind. Wenn ich die Inschrift auf dem Cover richtig deute, stammen die Aufnahmen vom 99er Festival. Warum auf dem Tape dann allerdings was von 2000 steht bleibt unklar. Die A-Seite beginnt mit einem „Intro“ welches ein gewisser Herr M. NEMES zum Besten gegeben hat. Hm, ein heiterer Zeitgenosse wie mir scheint und auch nicht mehr so ganz nüchtern. Nach 40 Sekunden geht’s mit HAOS weiter. Diese Punk-Band aus Timisoara gibt es seit 1991 und ist wohl eine der dienstältesten Bands des Landes. Von den rumänischen Texten und Ansagen verstehe ich leider kein Wort. Jedenfalls ist die Band in Rumänien ziemlich bekannt. Da HAOS bisher noch keinerlei Material veröffentlicht haben, befinden sich 7 Titel von ihnen auf dem Tape. Rasante Stilwechsel gibt’s ebenso wie beim Festival auch auf der Kassette. So endet die A-Seite mit einer Industrialnummer von LA GHICA HAINU. Sprachsamples, Vinylknistern, eine Prise Krach und dann gibt’s auch noch Rhythmus und Flöten und... Die B-Seite wird für WavefreundInnen interessanter sein. ARC GOTIC sind mit zwei Songs im AND ALSO THE TREES-Sound vertreten, ebenso RADICAL DIN VAL mit Gitarren lastigem Wave. UMBRE ZIDITE mit Frau am Mikro klingen post-punkig. Nicht übel! Das Schlagzeug holpert herrlich und Gitarre und Bass sind auch nett. GURANII spielen eine Punk Nummer die langsam anfängt und dann in die Gänge kommt. Doch wo ist die Sängerin geblieben die sie 2002 auf dem Festival hatten? Vielleicht gab´s die damals noch nicht. Schade! KOMA scheppern mit einem Schunkelsong incl. (Synthie-?)Akkordeon daher. Das könnte mal ein Volkslied gewesen sein. Der nächste Song von RABLA fängt ähnlich gemütlich an, wird aber von einem flotten Humpa-Humpa Refrain unterbrochen. Oh wie diese arme Gitarre jault...

Im Hochglanzcover sind neben einigen Fotos vom Festival allerhand politische Statements zur Anti-Globalisierungsbewegung enthalten. Alles rumänisch. Die Soundqualität des Tapes lässt zwar häufig zu wünschen übrig aber dafür ist das Teil bestimmt irgendwann mal ein Super-Sammlerstück und wahrscheinlich der einzige Über- bzw. Einblick in die rumänische Punk- und Wave-Szene!!! Wenn das nichts ist? (Frank Vojtech)



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