FEUERSCHWANZ - Drachentanz Live "


Erstveröffentlichung: CD 2008 / Deaf Shepherd / Indigo

Des Hauptmanns geiler Haufen nennt sich dieser verflixt schelmische sechsköpfige Spielmannszug aus Erlangen. Die spiel- und trinkfreudigen fränkischen Komödianten um ihren Hauptmann Feuerschwanz verspritzen mit ihrem höchst süffisanten Liedgut bissig – sexistischen Charme und nicht ganz so ernstes Mittelalterfeeling. Der Hörer bekommt auf ihrer aktuellen Live CD „Drachentanz – Live“ eine variantenreiche Rockmusik, die durch verspielte Mittelalterfolklore und facettenreichen Gesang heraussticht aus dem Überangebot an Spaßkapellen.

Gruppenführer Hauptmann Feuerschwanz war bereits vor Feuerschwanz mit einer Mittelaltertruppe namens Merlons unterwegs und erlangte somit durchaus einen Blick auf die sich entwickelnde Mittelalterszene. Allerdings zwischen In Extremo, Subway to Sally, oder Corvus Corax fehlte ihm ein wenig das komödiantische Element. Als 2001 seine Merlons dann den Bach runter gingen, fing er an Kompositionen zu schreiben, die eher diesem komödiantischem Ansatz gerecht werden. „Ich stelle mir das Mittelalter sehr derb vor – das möchte ich mit Feuerschwanz genau so rüberbringen. Wir sind dabei nicht eine weitere Romantikergruppe wie etwa Faun oder Schandmaul, die für mich immer so etwas Liebliches drüberlegen, “ meint der Hauptmann. Na ja das man eher etwas lasterhafteres Mittelalter vertritt sagen bereits ihre Künstlernamen: Prinz Hodenherz, Sir Lanzeflott oder der Knappe Latte…

Auf der „Aus der Asche“ Tour der befreundeten Band Saltatio Mortis ergab sich nun die Gelegenheit diese Auffassung von mittelalterlich geprägter Rockmusik in Form einer Live CD aufzunehmen. So befinden sich auf „Drachentanz – Live“ etwa das „Turnier“ mit besonders köstlicher Gesangseinlage der Maid die da mal eben die Lanze des stolzen Ritters sehen mag, oder aber das bekannte und beliebte Schandmaul“erbsen“lied „Herren der Winde“, das den Schandmaul Klassiker eher als sehr geruchsintensives Erlebnis nach Bohneneintopf interpretiert. Außerdem fehlen natürlich Sauflieder auch nicht auf der CD, etwa wenn man zum „Verteidiger des wahren Mets“ wird oder der Teufel den Schnaps klaut in Form des „Teufelsgeschenk“.

Es gelang dem Haufen auch Hans „den Aufrechten“ als Meister der elektrischen Laute für dieses Konzert in Erlangen zu gewinnen, der auch in Zukunft den Haufen mit seinem mitreißenden Spiel bereichern wird. Einen weiteren Gastauftritt hatte Compte Caspar von Coppelius – der gleichnamigen Kapelle entstammend- beim Lied „Bärentanz“.
So findet sich mancherlei Überraschendes voller spontaner metseeliger Witzelei auf diesem Live Album, das die geballte Energie und gute Laune bei Konzerten von Feuerschwanz vermittelt und ins heimische Wohnzimmer zu übertragen gedenkt.

Na dann, eine Feuerkantate auf lauter Met und Miezen! (Maximilian Nitzschke)



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