QUANTUM DUB - The First Mixes


Erstveröffentlichung: CD 2008 / Echozone / Bob Media

Ist das nun eine geniale Idee oder ein Affront gegen alle Musiker? QUANTUM DUB ist ein Produzentenduo, das unter diesem Namen allen möglichen Musikern Remixarbeit anbietet. Nun haben die beiden eine ganze CD unter ihrem Namen veröffentlicht, wobei aber nur zwei Stücke selbst von den Musikern stammen. Einer davon ist zudem noch eine Coverversion.
Nehmen die Remixer sich jetzt wichtiger, als die Musiker, deren Songs sie bearbeiten? Darüber kann man sicherlich lange diskutieren.
Klar ist auf jeden Fall, dass das Konzept eines Samplers mit verschiedenen Bands, der nur Remixe eines Produzenten-Duos enthält, recht interessant ist. Und die beteiligten Bands werden ja sicher ihre Zustimmung gegeben haben. Neben dem einzigen eigenen Stück „Karma Planet“ (unter dem Projektnamen UR) und dem Depeche Mode-Cover „Stripped“ (als QUANTUM DUB – völlig überflüssig), werden 8 weitere Tracks von insgesamt sieben Bands und Projekten aus dem Electrobereich remixt, wobei OBSC(y)RE und !DISTAIN sicherlich die bekanntesten sind. Dazu tauchen noch Tracks von DEADLINE PROJECT, COLOR THEORY, DIERDRE, WAITING FOR WORDS und KEN FREEMAN auf. Allen gemeinsam ist, dass es sich in den QUANTUM DUB-Bearbeitungen im weitesten Sinne um Synthie Pop handelt, der seine Vorbilder in den 80er Jahren findet. Dabei werden aber gerne auch moderne Techno-Einflüsse und auch experimentelle Sounds benutzt, so dass die meisten Remixe durchaus in Ordnung gehen. Da ich ehrlich gesagt die Originaltracks nicht kenne, kann ich nicht sagen, wie nah oder fern davon die Remixe einzuordnen sind. Interessant ist auf jeden Fall das Stück „Aus Der Traum“ von OBSC(y)RE, das gleich zweimal bearbeitet wurde, und zwar zunächst mit 130 bpm und dann mit 65 bpm. Da zeigt sich, wie unterschiedlich Remixe ausfallen können. Recht spannend ist auch das Stück „Firefly“ von Deirdre, das ein bisschen an Gitane DeMone erinnert. Mehr hören würde ich gerne auch mal von KEN FREEMAN, der wohl seit den frühen 60er Jahren viel als Komponist für TV-Serien und –Sendungen gearbeitet hat. Unter anderem hat er die Musik zu „Tripods“ (dt: „Die dreibeinigen Herrscher“) komponiert, die hier auf der CD bearbeitet wird..
Alles in allem also ein (fast) neuartiges Projekt, aus dessen Idee man aber sicher noch mehr herausholen könnte. Wie gesagt: so lange die Studiomenschen sich nicht selber wichtiger nehmen, als die Musiker. (A.P.)



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